44

Anm.  18.  Woher  rühren  aber  die  anfgestapelten  Vorräthe?
Ol  nlängst  hörten  wir  einem  Wirthshausgespräche  mit  zu,  welches  diese
Frage  viel  richtiger  und  erschöpfender  beantwortete  als  die  gradezu
läkherliche  Untersuchung  des  Mr.  Hansard.  Ein  Bäcker  fragte  einen
U  rmacher:  „Nun,  wie  gehen  die  Geschäfte?“  U.:  „Ach,  schlecht,  man
ka  in  ja  nichts  verkaufen,  die  Leute  haben  kein  Geld"“".  B.:  „Nun,
wo  rum  sollen  die  Leute  kein  Geld  haben?“  U.:  „Ei,  weil  keiner  mehr
etr#as  verdient,  als  wie  nur  ihr  Bäcker  und  die  Metzger“.  Darin  steckt
meihr  Weisheit,  als  in  dem  unausführbaren  Unternehmen  den  Bedarf
de:  Bevölkerung  an  allen,  anch  den  nicht  uubedingt  nöthigen  Verbr
  uchsgegenständen  feststellen  zu  wollen!  Daß  es  den  meisten  Geschäften
  an  Absatz  fehlt,  weil  es  den  Consumenten  am  Nöthigsten,  am
Geild  fehlt,  das  pfeifen  ja  nachgerade  die  Spatzen  von  allen  Dächern,
und  es  müßte  doch  unter  solchen  Umständen  wunderbar  zugehen,  wenn
sid  die  Waarenvorräthe  nicht  aufstapeln  sollten!

Natürlich,  ohne  bestreiten  zu  wollen,  daß  in  einzelnen  Fällen,  wie
dies  zu  allen  Zeiten  geschah  und  noch  geschieht,  eine  unmäßige  Ueberpr
  duction  statt  gefunden  habe,  und  daß  namentlich  die  niedrigen  Getreidepreise
  an  erster  Stelle  mit  bedingt  sind  von  der  Ueberproduction
de  exportirenden  Auslandes,  möchten  wir  denn  doch  behaupten,  daß
im  allgemeinen,  selbstverständlich  überall  da,  wo  dies  zulässig  ist,  die
ve  minderte  Consumtion  die  Ursache  der  meisten  aufgestapelten  Waaren
sei.  Um  hierfür  ein  Beispiel  anzuführen  sei  Folgendes  gesagt:  Schon
seit  Jahren  klagen  unsere  Winzer,  daß  sie  ihre  Möste  nicht  verkaufen
kö  inen,  sie  siuden  keine  Abnehmer  und  doch  hat  bei  uns  die  Weinproduction
  nicht  zu-  sondern  abgenommen,  und  den  Unterfranken  schmeckt
de:  Most  heute  noch  grade  so  gut,  wie  vor  20  Jahren.  Wenn  man
aber  zu  der  damaligen  Zeit  in  die  hiesigen  beliebtesten  Weinrestauratic
  nen  kam,  so  fand  man  sie  besetzt  mit  Geschäftslenten,  und  an  Schrannen
urd  Markttagen  waren  dieselben  mit  Bauern  dergestalt  angefüllt,  daß
men  keinen  Platz  finden  konute.  Obgleich  nun  eines  der  früher  besu
  htesten  dieser  Locale  gar  nicht  mehr  existirt,  findet  man  die  noch  besteyenden
  im  Vergleiche  zu  früher  leer.  Warum  Sicherlich  nur  darum,
weil  es  den  Lenten  gegenwärtig  an  dem  nöthigen  Geld  zum  Weintrinken
  fehlt;  man  begnügt  sich  deshalb  selbst  in  den  Weingegenden  mit
den  billigeren  Bier.  Wie  mit  dem  Wein,  so  geht  es  aber  noch  mit
gac  vielen  anderen  Dingen,  die  geringen  Verdienste,  die  knappen  Geldeii
  nahmen  zwingen  gar  manchen,  sich  einzuschränken,  zu  sparen,  wo  sich
mr  etwas  ersparen  läßt,  und  sobald  das  große  Publikum  zum  Sparen,