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auch  a#lf  den  Punkt,  daß  hier  die  agrarischen  Interessen  am  wenigsten  betheiligt
  sind".

„Ich  will  auch  hier,  da  ich  ja  unmöglich  alles  sagen  kann,  was  mir
zu  passe  kommen  könnte,  nur  aber  eine  beilänfige  Bemerkung  einschalten.
Herr  non  Kardorff  hat  heute  offen  bekannt,  daß  diese  bimetallistische  Bewegung
  im  einseitigen  agrarischen  —  wie  ich  hinzusetze,  vermeintlichen  —
Intere  se  gemacht  wird.  Das  wurde  vor  einigen  Jahren  bestritten.  Ich
habe  vor  3,  4  Jahren  den  Herren  drüben  vorgehalten,  daß  sie  diese  Bewegung
  im  vermeintlichen  Interesse  der  agrarischen  Produktion  machten,  und
sie  hab  n  anf  das  feierlichste  dagegen  protestirt;  Herr  von  Mirbach  namentlich,
  e  ner  ihrer  eifrigsten  und  schärfsten  Vertreter,  hat  mit  ausdrücklichen
Worten  hier  im  Reichstage  erklärt,  es  sei  ganz  falsch,  wenn  hier  behauptet
wird,  die  agrarischen  Bimetallisten  ständen  auf  einem  besonderen  Standpunkt,
  sie  verträten  Sonderintessen;  er  behauptete  vielmehr,  sie  hätten  gar
keine  senstigen  Beweggründe  als  die  allgemeinen.  Ich  will  das  hier  nur
einschalten,  um  zu  zeigen,  wie  die  Standpunkte  sich  verändern.  Ich  weiß
ja,  es  ist  heutzutage  beinahe  Ehrensache,  daß  man  wenigstens  alle  zwei
Jahre  seine  Meinung  ändern  muß,  sonst  ist  man  kein  denkender  Mensch“.

Anm.  23.  Uns  will  es  in  der  That  scheinen,  daß  es  des  denkenden
  Menschen  würdiger  sei,  sich  jederzeit  von  den  richtig  beobachteten

T  mtsachen  belehren  zu  lassen,  als  an  Vorurtheilen,  Theorien  und  Prinzi

  ien  auch  daun  noch  festzuhalten,  wenn  die  tägliche  Erfahrung  lehrt,

deß  sie  mit  den  veräuderten  Thatsachen  nicht  mehr  übereinstimmen,  also
mhaltbar  geworden  sind.  Irren  ist  ja  menschlich  und  es  ist  gewiß
löblicher  seinen  Irrthum  einzugestehen,  als  mit  geschlossenen  Augen  hartmeokig
  an  demselben  festzuhalten  und  sich  dabei  auch  noch  zu  bemühen,
ar  dere  zu  demselben  Irrthume  zu  verleiten.

Noch  in  den  70er  Jahren  konnten  wir  höchstens  einem  geringen

F  nanzzoll  auf  Getreide  zustimmen,  weil  wir  noch  der  Meinung  sein

dirften,  daß  bei  den  damaligen  Preisen  die  Landwirthe  noch  einigermißen

  bestehen  könnten  und  auch  die  Mittel  besäßen  durch  Mehrproduktion
  ihre  Einnahmen  zu  vermehren;  nachdem  aber  Ostindien  seine

Schleusen  geöffnet  hat  und  Europa  dergestalt  mit  billigem  Weizen  überfluthet,

  daß  dadurch  die  Getreidepreise  in  der  ganzen  Welt,  bis  auf

ei  ien  Punkt  sanken,  bei  welchem  unsere  Landwirthschaft  ruinirt  werden
miuß,  stimmten  wir  nicht  nur  für  einen  Schutzzoll,  sondern  suchten  ihm
arch  Anhänger  zu  gewinnen.  Unsere  Ansichten  und  Gesinnungen  haben
hierdurch  nicht  die  geringste  Aenderung  erfahren,  denn  was  wir  schon
ver  40  Jahren,  als  wir  uns  nach  einer  vorausgegangenen  siebenjährigen