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Praxis  und  dem  Besuche  einer  landwirthschaftlichen  Schule  eben  erst
durch  academische  Studien  für  das  landwirthschaftliche  Lehrfach  vorbereiteten,
  wollten  und  erstrebten,  das  wollen  und  erstreben  wir  heute
noch,  nämlich:  Erhaltung  unseres  Bauernstandes  und  Verbesserung
  seiner  Lage  in  jeder  Beziehung.  Dieses  Ziel  ist,
trotz  aller  Schwierigkeiten,  die  sich  demselben  von  Anfang  an  bis  heute
von  allen  Seiten  entgegenstemmten  und  trotz  der  Undankbarkeit  des
Geschäftes,  umverrückt  dasselbe  geblieben;  aber  inzwischen  haben  sich
in  der  Produktion  und  im  Verkehrsleben  gewaltige  Veränderungen  zugetragen,
  die  uus  nöthigen  heute  Wege  zu  dessen  Erreichung  zu  betreten
  und  zu  verfolgen,  von  denen  wir  uns  vor  10  Jahren  noch
nichts  träumen  ließen.  Früher  waren  wir,  wie  alle  Landwirthe,
Freihändler,  denn  der  Schutz  der  landwirthschaftlichen  Produktion  bestand
  in  den  Trausportkosten,  heute  sind  wir  Schutzzöllner.  Sollten
aber,  was  sreilich  nicht  zu  erwarten  steht,  die  Preise  so  in  die  Höhe
gehen,  daß  hierdurch  unumehr  die  Consumenten  in  unnöthiger,  nicht
zu  rechtfertigender  Weise  zu  Gunsten  der  Landwirthe  geschädigt  würden,
so  würden  wir  sofort  wieder  Freihändler  sein.  Wenn  man  das  Wohl
aller  Staatsbürger  im  Ange  hat  und  dem  Grundsatze  huldigt:  Leben
und  leben  lassen,  so  liegt  in  einem  solchen  Verhalten  so  wenig  eine
Inconsequenz,  wie  es  inconsequent  ist,  sich  im  Winter  warm  und  im
Sommer  kühl  zu  kleiden;  denn  dieser  „Gesinnungswechsel“  ist  die  nothwendige
  Consequenz  der  sich  stets  gleichbleibenden  Absicht,  von  der
Temperatur  der  Luft  sich  so  wenig  wie  möglich  belästigen  zu  lassen.
F.  d.  N.  „Nun  exemplifizirt  man  hauptsächlich  darauf  —  und  Sie
finden  das  auch,  glaube  ich,  in  den  Petitionen,  die  dem  Bundesrath  „zur
hochgeneigten  Kenntnißnahme"“  überreicht  worden  sind  —,  daß  die  Ausfuhr
von  Weizen  aus  Indien  seit  dem  Jahre  1873  erst  ihren  Aufschwung  genommen
  habe,  d.  h.  seit  dem  Moment,  wo  Deutschland  zur  Goldwährung
übergegangen  sei.  Nun  ist  sehr  merkwürdig,  daß  im  Jahre  1873  noch
etwas  passirt  ist,  wovon  weder  die  Reden  noch  die  Peritionen,  die  sich  mit
diesen  Dingen  beschäftigen,  bis  jetzt  nach  meinem  Wissen  Erwähnung  gethan
haben.  Es  ist  nämlich  im  Jahre  1873  durch  Verfügung  der  indischen  Regierung
  der  Ansfuhrzoll  auf  Weizen  aufgehoben  worden.
Das  war  der  Grund,  weshalb  damals  erst  die  Bewegung  aufing.  Ich
weiß  wohl,  die  Herren  haben  das  wahrscheinlich  nicht  absichtlich  verschwiegen;
denn  wenn  sie  es  in  ihren  landwirthschaftlichen  Versammlungen  auch  gesagt
hätten,  so  hätten  die  doch  einstimmig  alles  augenommen,  was  man  ihnen  vorgeschlagen
  hätte,  —  da  kommt  es  auf  ein  Argument  mehr  oder  weniger  nicht