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(zetreidepreise  im  Verhältniß  gegen  früher  nicht  gestiegen  sind.  Da

nämlich  Ostindien  billiger  liefern  kann,  als  Nordamerika,  Oesterreich-Ungarn

  und  Rußland,  so  hat  der  von  7½  Millionen  Ctr.,  in  den

Zahren  1882  und  85  bis  auf  20  resp.  30  Millionen  Ctr.  gestiegene

indische  Import  die  Getreidepreise  dergestalt  heruntergedrückt,  daß  dadurch

lie  Wirkung  des  Schutzzolles  nicht  in  die  Erscheinmg  trat,  d.  h.  daß
bie  Getreidepreise  nicht,  wie  erwartet  wurde,  stiegen.  Gewirkt  hat  der

Schutzzoll  aber  dennoch,  denn  wäre  er  nicht  vorhanden  gewesen,  so

Hürden  sich  die  Getreidepreise  um  seinen  vollen  Betrag  niedriger  gejiellt

  haben.  In  diesem  Frühjahre  kostete  in  London  der  Ctr.  indischer

eizen  6  Mark  20  Pf.;  nehmen  wir  nun  an,  die  Fracht  von  London
bis  Köln  betrüge  80  Pf.,  so  kommte  der  Importenr  seinen  Weizen  franco

Löln  mit  demselben  Verdienst  zu  7  Mark  offeriren;  da  er  aber  an  der

(Grenze  1  Mark  50  Pf.  Einfuhrzoll  zahlen  muß,  so  kann  er  frauco

(töln  nur  zu  dem  Preise  von  8  Mark  50  Pf.  liefern.  Da  nun  weder

der  Jmportenr,  noch  der  Müller,  noch  der  Bäcker  diese  1  Mark  50  Pf.

us  ihren  eigenen  Taschen  zahlen,  so  trägt  den  Schutzzoll  nicht  das  Ausland,
  sondern  es  tragen  ihn  die  deutschen  Consumenten.  Dies  immer
leugnen  zu  wollen,  schadet,  wie  jede  Unwahrheit,  der  guten  Sache  mehr

(1##  es  ihr  nützt.  Im  Vergleiche  gegen  früher  ist  der  Getreidepreis

nicht  gestiegen,  aber  im  Vergleiche  zu  dem  Preise,  welchen  das  Getreide

uhne  den  Schutzzoll  haben  würde,  ist  er  genau  um  dessen  Betrag  höher.

Warmn  aber  noch  außerdem  der  Weizenpreis  im  Vergleiche  gegen

rüher  nicht  stieg,  das  wird  umns  Herr  Bamberger  ziemlich  erschöpfend

mm  Nachstehenden  sagen.

F.  d.  N.  „Wir  sind  auch  gar  nicht  in  Verlegenheit,  zu  erklären,
warun  diese  Weizenausfuhr  unabhängig  von  den  Silberpreisen  so  gestiegen
ist.  Das  Land  ist  durch  Eisenbahnen  erschlossen  worden,  wie  Rußland,
wie  eine  ganze  Menge  von  Ländern,  von  denen  wir  hören,  daß  sie  uns
jetzt  überschwenmen“,  weil  man  dort  in  das  Innere  des  Landes  vordringt.
Weit  entfernt  davon,  daß  die  Preise  in  Indien  niedriger  gegangen  wären
durch  die  Hebung  der  Verkehrsmittel,  sind  sie  vielmehr  gestiegen.  Der  Preis
des  (zetreides  ist  in  denjenigen  Gegenden,  wo  die  Leute  früher  mit  Ochsenkarre:
  den  Weizen  fortschaffen  mußten,  wo  er  manchmal  so  werthlos  war,
daß  nan  ihn  zum  Theil  nicht  verkaufen  konnte,  erheblich  durch  die  Eisenbahnsahrt
  gestiegen,  und  das  ist  auch  an  sich  so  glaublich,  daß  man  sich
nicht  anzustreugen  braucht,  um  es  erst  glaublich  zu  machen“.

Anm.  26.  Num  was  folgt  denn  daraus?  Vielleicht  das,  daß  wir  unter

#  diesen,  für  unsere  Landwirthschaft  höchst  mißlichen  Verkehrsverhält-