62

ander'n  Ländern  durch  Papieremissionen,  durch  Silberzuströmungen  hänfiger
gewor  den  ist,  daß  sich  da  die  Preise  gehoben  haben  müssen.  Wenn  aber
das  Gine  wahr  ist,  so  muß  das  Audere  auch  wahr  sein“.

Anm.  29.  Dieser  Schluß  ist  so  lange  unzulässig,  als  nicht  nach-Lewiesen
  ist,  daß  die  Preise  durch  entgegenwirkende  Ursachen,  wie  z.  B.
durch  Steigerung  der  Produttion,  also  durch  Vermehrung  des  Augebots
icht  niedergedrückt  wurden.  Vorher  hat  uns  Herr  Dr.  Bamberger
erzählt,  daß  man  in  „Rußland  und  einer  ganzen  Menge  von  Ländern“,
tdie  uns  mit  ihrem  Getreide  überschwemmen,  mittelst  der  Eisenbahnen
i  umer  tiefer  in  das  Innere  eindringe,  und  infolge  dessen  sei  in  denjmigen
  Gegenden,  wo  die  Leute  früher  mit  Ochsenkarren  den  Weizen
fortschaffen  mußten,  wo  er  manchmal  so  werthlos  war,  daß
rian  ihn  zum  Theil  nicht  verkaufen  konnte,  erheblich  durch  die  Eisenbahnfahrt
  gestiegen.  Diese  erhebliche  Steigerung  von  der  Werthlosigkeit
  bis  zum  jetzigen  Preise  des  Weizens,  können  wir  Herrn
Camberger  vollständig  zugeben,  denn  dadurch  wird  nichts  an  der  Thatsiche,
  von  der  wir  ausgehen,  geändert;  denn  wenn  auch  der
Weizen  in  Indien  früher  noch  billiger  war,  als  er  infolge  der  Eisenbahnen
  und  des  Exportes  zur  Zeit  ist,  so  ist  doch  dieser  Preis,  6  Mk.
20  Pf.  frauco  London,  immer  noch  ein  so  niedriger,  daß  ihn  für  densilben
  Preis  weder  der  englische  noch  der  deutsche  Produzent  liefern
kinn;  und  selbst  wenn  dieser  Preis  noch  um  eine  weitere  Mark
steigen  sollte,  so  wäre  die  indische  Concurenz  immer  noch  sehr  schwer
und  ohne  Schutzzoll  gar  nicht  zu  ertragen.

#.  d.  R.  „Es  kann  hier  doch  nicht  zweierlei  Gesetze  geben.  Wie  der
Herr  Abgeordnete  von  Kardorff  richtig  bemerkt  hat,  gibt  es  allerdings
Ueberc  augsstadien,  in  denen  die  Verschiebungen  nicht  sogleich  sichtbar  werden;
und  des  ist  der  besonders  wunde  Punkt  in  den  Vorschlägen,  die  die  Herren
macher,  daß  sie  unsere  wirthschaftlichen  Interessen  diesen  Trugphäuomenen
überantworten  wollen,  bei  denen  jedenfalls  die  Arbeiter  am  allermeisten
leiden  würden“.

Anm.  30.  Früher,  im  alten  Polizeistaate,  war  dies  allerdings
sc,  heute  aber  ist  es  anders;  denn  sobald  der  Lebensunterhalt  der  Arbriter
  kostspieliger  wird,  verlangen  sie  sofort  höhere  Löhne  und  wissen
sih  dieselben  bekanntlich  auch  zu  erzwingen,  soweit  es  den  Arbeitgebern
wWöglich  ist,  sie  gewähren  zu  können;  diese  Möglichkeit  erlangt  aber  der
Arbeitgeber,  wenn  durch  Wiedereinsetzung  des  Silbers  als  Währungswetall
  seine  Produkte  resp.  Fabrikate  im  Preise  steigen.  Da  nun  an
dur  Geschäftsstockung  die  Goldwährung  einen  sehr  wesentlichen  Antheil