66

des  Hinaufgehens  derselben  stimmt  es  nicht  mit  unseren  in  einer  25jährizen
  landwirthschaftlichen  Praxis  gemachten  Erfahrungen  überein.  Die
Lihnerhöhungen  bereiten  dem  Arbeitgeber  seinen  Arbeitern  gegenüber
ke  ne  Schwierigkeiten,  aber  die  nothwendig  gewordenen  Herabsetzungen
der  Löhne  gehen  selten  glatt  ab.

Daß  im  übrigen,  wenn  Werthveränderungen,  sei  es  bei  dem  Tauschmittel,
  oder  bei  den  sonstigen  Bedarfsgegenständen,  von  Bedentung  vorkommen
  und  andauern,  sich  schließlich  alle  Preise  wieder  ins  Gleichgewicht
  setzen,  kann  und  will  nicht  bestritten  werden;  aber  wie  es  bei
dum  Nivelliren  einer  Fläche  einen  Unterschied  macht,  ob  das  Niveau
nich  den  höchsten  oder  nach  den  tiefsten  Punkten  hergestellt  wird,  so
wacht  es  auch  einen  gewaltigen  Unterschied,  ob  das  Gleichgewicht  der
Preise  sich  durch  Steigen  oder  Sinken  derselben  wieder  herstellt.

Da  nämlich  der  Reichthum  nicht  in  dem  Besitze  von  Bedarfsgenständen
  an  und  für  sich,  sondern  in  dem  Werthe  derselben  besteht,
  so  machen  hohe  Preise  reicher,  niedrige  aber  ärmer.  Adam  war
in!  Paradiese  ein  bettelarmer  Mann,  denn  er  besaß  nicht  mehr  als
jeder  in  Freiheit  lebende  Affe,  dem  es  nicht  an  den  nöthigen  Baumfrüchten
  fehlt,  heute  noch  besitzt.  —  —

Wenn  erst  die  Besitzthümer  einer  Nation  an  Immobilien,  Waaren
und  sonstigen  Mobilien  nichts  mehr  werth  sind,  so  ist  die  betreffende
Jation  arm,  sie  ist  dagegen  reich,  wenn  ihre  Besitzthümer  einen  hohen
Werth  haben.  Obgleich  nun  das  umlaufende  Metallgeld  auch  zum
Neichthum  einer  Nation  gehört,  so  hat  es  doch  mit  dem  Theurerwerden
des  metallischen  Tauschmittels,  mit  dem  Steigen  seines  Werthes,  eine
e  gene  Bewandtniß;  denn  hierdurch  wird  eine  Nation  nicht,  wie  etwa
dirch  eine  Werthserhöhung  aller  Landgüter,  reicher,  sondern  sie  wird
ärmer  dadurch.  Da  nämlich  das  Tauschmittel,  also  das  Geld,  nur
dizu  dient  werthvolle  Bedarfsgegenstände  aus  den  Händen  der  Verkriufer
  in  die  Hände  der  Käufer  hinüber  zuleiten,  so  drückt  das  theurer
gewordene  Geld  bei  jedem  Tausche,  den  es  vermittelt,  den  Preis
des  zu  kanfenden  Gegenstandes  um  denselben  Betrag  herunter,  um
nelchen  es  selbst  werthvoller  geworden  ist.  Wenn  beispielsweise  ein
Hehnmarkstück,  in  Folge  der  Goldwährung,  einen  Werth  von  11  Mark
eilangt  hat,  so  sind  nunmehr  alle  Gegenstände,  welche  früher  mit
11  Mark  bezahlt  werden  mußten,  zum  Preise  von  10  Mark  zu  haben.
Da  nun  alle  Immobilien,  Waaren  und  sonstigen  Werthgegenstände
ene  unvergleichlich  größere  Werthsumme  entziffern,  als  das  umlaufende
LNetallgeld,  so  ist  der  Gewinn,  welchen  eine  Nation  an  dem  gestiegenen