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die  Preise  in  der  ganzen  Welt  stiegen,  denn  alsdann  stiegen  auch  die

Getreidepreise  in  Indien,  Oesterreich-Ungarn,  Nordamerika  und  auch

bei  uns,  d.  h.  es  wäre  erreicht,  was  soeben  erstrebt  wird.  Ganz  unrichtig

  ist  es  aber,  daß  in  diesem  Falle  ein  weiteres,  durch  die  Einführung
  der  Doppelwährung  veranlaßtes,  Anziehen  der  Preise
von  Europa  aus  die  Zufuhr  aus  jenen  entfernten  Ländern  noch  mehr  anspornen
  würde.  Nehmen  wir  an:  in  Indien  kostet  der  Centner  Weizen
nach  unserem  Gelde  5  Mark,  so  kann  der  Importeur,  weil  der  Silberpreis
  bei  uns  um  p.  p.  20  %  gefallen  ist,  denselben  mit  4  unserer

Mark  bezahlen;  wenn  nun  durch  Einführung  der  Doppelwährung  der  alte

natürliche  Silberpreis  wieder  hergestellt  ist,  so  erlangt  unser  Fünfmarkstück,

  das  jetzt  unr  einen  Metallwerth  von  weniger  als  4  Mark  hat,  seinen
alten,  d.  h.  seinen  Nennwerth  wieder,  und  von  dem  Augenblicke  an  kann

der  Importeur  eine  Schuld  in  Indien  von  5  Mark  nicht  mehr  mit  4,

sondern  er  muß  sie  jetzt  mit  5  Mark  abtragen;  in  Folge  dessen  dann

der  Weizenpreis  bei  uns  um  1  Mark  pro  Centner  steigen  muß.  Weit
entfernt  nun,  daß  diese  Preissteigerung  die  Zufuhr  vermehren  wird,
könnte  sic  dieselbe  vielmehr  vermindern;  denn  weil  nun  der  Importeur
am  Kaufpreis  keinen  Cursgewinn  mehr  machen  kann,  wird  er  nicht  nur
bestrebt  sein,  bei  uus  theurer  zu  verkaufen,  sondern  er  wird  sich  auch
bemühen,  um  mit  den  andern  Exportläudern,  namentlich  mit  Nordamerika,
  leichter  concurriren  zu  können,  in  Indien  möglichst  billig  einzukaufen,
  d.  h.  er  wird  die  indischen  Preise  herabzudrücken  suchen.

Wenn  daher  bei  uns  der  Weizenpreis  durch  Einführung  der

Doppelwährung  steigi,  so  empfindet  davon  der  indische  Produzent

entweder  gar  nichts,  oder  er  empfindet  unsere  locale  Preissteigerung  zu

seinem  Nachtheil.  Darin  ist  es  denn  auch  begründet,  daß  die  Exportländer
  den  Getreide-Schutzzöllen  der  Importländer  abhold  sind.

F.  d.  R.  „Auf  alle  diese  Weise,  meine  Herren,  sehen  Sie,  in  welchem
fragwürdigen  Problem  wir  uns  bewegen,  wenn  wir  nun  eingreifen  wollten
in  unsere  Münzverfassung  und  alles,  was  mit  dem  deutschen  Kredit  je  zusammengehangen
  hat,  ins  Schwanken  bringen  wollten“.

„Herr  von  Kardorff  hat  nun  gesagt,  wir  hätten  einen  falschen  Gesichtspunkt,
  wie  er  sich  ausdrückte,  einen  echt  deutschen  neidischen  Charakterzug
bekundet,  daß  wir  uns  vor  dem  Gedanken  fürchteten,  wir  könnten  den  anderen
Ländern  einen  Dienst  leisten,  wenn  wir  das  Silber  wieder  auf  seinen  alten
Preis  zurücksührten.  Ich  weiß  nicht,  ob  es  allgemein  als  ein  Verdienst  des
Herrn  von  Kardorff  anerkannt  werden  wird,  daß  er  hier  von  der  Tribüne
des  Parlaments  herab  der  deutschen  Nation  den  Charakter  des  Neides  so