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verbraucht  wird.  Ich  weiß  also  nicht,  wo  ist  denn  die  große  Kalamität,
wenn  sich  das  so  verhält?  Ich  kann  dann  nur  hinzufügen:  bis  jetzt  findet
sogar  das  Silber  in  den  Münzprägungen  eine  solche  Verwendung,  daß  ich
gar  nicht  erschrecken  werde,  wenn  die  100  Millionen  Silber  wieder  frei
werden  durch  Einstellung  der  Blandbill.  Denn  nicht  bloß  Amerika  prägt
aus,  Mexiko  prägt  etwa  für  100  Millionen  Mark  Silber  aus,  Indien
prägt  aus;  und  wenn  wir  die  Tabelle  nachsehen,  die  der  amerikanische
Münzmeister,  der  darin  die  sorgfältigste  Zusammenstellung  jedes  Jahr  macht
veröffentlicht,  so  finden  wir,  daß  im  letzten  Jahre  überhaupt  400  Millionen
Silber  ausgeprägt  sind,  also  nur  100  Millionen  weniger  als  die  ganze
Produktion,  wozu  noch  der  industrielle  Verbrauch  kommt.  Es  ist  also  auch
dieser  Schreck  durchaus  nicht  so  groß,  wie  er  hingestellt  wird“.

„Aber,  meine  Herren,  wie  ich  schon  sagte,  das  Interesse  an  dieser
Frage  ist  bei  den  anderen  Ländern  ganz  unendlich  viel  größer.  Frankreich
hat  gegenüber  den  400  Millionen,  die  wir  noch  höchstens  entbehren  könnten
—  und  ich  bin  darin  mit  Herrn  Professor  Nasse,  den  Herr  von  Kardorff
zitirt  hat,  ganz  einverstanden,  daß  wir  nicht  einmal  die  400  Millionen  abzugeben
  hätten,  daß  wir  uns  mit  300  schon  begnügen  könnten,  also  einer
relativ  kleinen  Summe  —  gegenüber  dieser  Summe  von  300  Millionen
hat  Frankreich  eine  Silberzirkulation  von  3  bis  1  Milliarden  Franken
Silber.  England  hat  in.  Indien  eine  furchtbare  Silberlast,  die  an  seinem
Mark  zehrt,  die  auf  sein  Budjet  jährlich  einen  Verlust  von  80  bis  90  Millionen
  Mark  ausmacht,  und  die  Besitzer  von  Forderungen  an  Indien,  die
indischen  Bondholders,  alle  Pensionäre,  alle  Beamten,  die  aus  Indien
zurückgegangen  sind,  in  England  leben  und  einen  sehr  wesentlichen  Bestandtheil
  der  Renten  unter  der  behäbigen  Vevölkerung  von  England  ausmachen,
—  die  haben  einen  enormen  Verlust  an  diesem  Silber“.

Anm.  37.  Ei,  woher  rührt  denn  dieser  enorme  Verlust?  Oben

(S.  Anm.  33.)  wollte  uns  ja  Herr  Bamberger  glauben  machen,  daß

in  Indien  das  Werthverhältniß  wie  12:15½  nicht  mehr  bestehe,  sondern

daß  auch  dort  das  Silber  billiger  geworden  sei,  weil  auch  Gold  nach

Indien  gehe,  und  nun  vergleiche  man  das  dort  Gesagte  mit  dem  vorstehenden

  Unheil,  welches  die  furchtbare  iudische  Silberlast  in  dem

Goldland  England  aurichtet.  Wäre  das  denn  möglich,  wenn  in  Judien

auch  das  Werthverhältniß  wie  p.  p.  1:20  bestünde?  Wie  wäre  es

denn  denkbar,  daß  an  den  indischen,  in  Silber  ausbezahlten  Renten  so
enorme  Verluste  in  England  erlitten  werden,  wenn  das  Silber  hier
denselben  Werth  hätte,  wie  in  Indien?