82

beneidenswerthe  Stellung  zwischen  dem  Proletariat,  den  Arbeitern  und  den
allein  glücklichen  und  zufriedenen  reichen  Klassen  einnehmen,  dem  bietet  das
ganze  Gesellschaftswesen  Englands  ein  wenig  glänzendes  Bild.  .  .  .“

.  „Ich  bin  der  Ansicht,  daß  die  colossale  Armuth,
  Arbeitslosigkeit  und  Hilflosigkeit  des
Proletariats  und  der  arbeitenden  Klassen  mit
allen  daraus  entspringenden  Uebeln  und  Lastern,
deren  unseliger  Einfluß  sich  auch  noch  auf  die  zunächst
  liegenden  Schichten  der  besser  gekleideten
Klassen  erstreckt,  hauptsächlich  von  der  Thatsache
herrührt,  daß  die  den  legitimen  Anforderungen
des  Verkehrs  dieser  Klassen  nunter  sich  entsprechenden
  Tanunschmittel,  d.  h.  die  Silbermünzen  einen
falschen  Werth  haben,  und  deshalb  in  ihrer  Anzahl
  eng  beschränkt  gehalten  werden  müssen.  Der
Verkehr  unter  diesen  weniger  bemittelten  Klassen  de  Gesellschaft  kam
darum  seine  naturgemäße  Entwickelung  nicht  finden.  Die  unnatürlich
verkrüppelte  Zufuhr  führt  unausbleiblich  zur  Erkrankung  der  Nachfrage,
und  der  ganze  Verkehr  dieser  Klasse  erschlafft
und  fällt  zusammen.“

Ueber  die  englischen  Zustände  sagt  Dalhousie-Roßt):

„Es  sind  nicht  allein  die  Grundbesitzer  und  Landwirthe,  welche  den
Werth  der  Ernten,  die  auf  den  2  400000  außer  Kultur  gesetzten  acres
wachsen  würden,  verlieren,  sondern  auch  die  vielen  Tausende  von  Arbeitern,
  welche  keine  Beschäftigung  mehr  finden,  die  Fabrikanten  landwirthschaftlicher
  Maschinen,  deren  Geschäfte  sich  vermindern;  mit  einem
Wort,  nachdem  die  Quellen  des  Erwerbfleißes  bis  zu  dieser  Ausdehmmg
vertrocknet  sind,  werden  die  Indnstrie  und  der  Handel  in  allen  ihren
Zweigenlahm  gelegt.  „„Es  ist  nicht  eine  bloß  landwirthschaftliche  Frage  “,
wie  sich  Mr.  Chamberlain  in  Warrington  ausdrückte,  sondern  jeder  städtische
  Arbeiter  leidet  unter  der  Konkurrenz  billiger  Arbeitskräfte,  welche
vom  Lande  hereinkommen.  Wenn  hiezu  noch  der  Umstand  kommt,  daß
wir  infolge  der  Nichtbebauung  unserer  eigenen  Felder  genöthigt  sind,
einige  zwanzig  Millionen  mehr,  als  sonst  nöthig  wären,  an  ausländische
Kornproduzenten  und  Speknlanten  zu  schicken,  ohne  nur  den  traurigen
Trost  zu  haben,  unsern  Vetter  Jonathan  zu  verlocken,  seinen  Bedarf  an
unseren  Fabrikaten  zu  vergrößern,  so  ist  klar,  daß  auch  die  wohlthätige

„Der  Niedergang  der  Landwirthschaft  und  des  Handels,“  von  Dalhousie-Roß!3#
der  tich  von  Georg  Zöppritz.  Stuttgart  bei  E.  Ulmer.