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die,  wie  er  offenbar  glaubt,  „Dummen“"  unter  seinen  Wählern  nicht
beim  rechten  Namen  nennen  konnte  und  wollte,  mit  einem  Worte,  er
meinte  damit  die  Bauern.  Obgleich  wir  nun  auch  vom  Großvater  her
bäuerlicher  Abstammung  sind,  und  daher  immer  noch  in  gewissen  per  sönlichen
  Beziehungen  zum  Bauernstande  uns  befinden  und  auch  einem
„ländlichen  Casino“  als  Mitglied  angehören,  so  wollen  wir  doch  nicht  den
Hohn  und  Spott,  welchen  Herr  Bamberger  im  Reichstage  über  die
Baueru  ausgoß,  auf  unsere  eigene  Person  beziehen;  wir  wollen  vielmehr
ohne  jede  subjective  Erregung  seine  Aeußerungen  rein  objectiv  betrachteu.

Da  missen  wir  deun  freilich  Herrn  Dr.  Bamberger  zunächst  zugestehen,
daß,  wenn  man  solche  Erfahrungen  mit  einer  Anzahl  rheinhessischer
Bauern  gemacht  hat,  wie  er  sie  in  bäuerlichen  Wählerver
  sammlungen  zu  machen  Gelegenheit  hatte,  es  allerdings
schwer  ist,  der  Wahrheit  des  Göthe'schen  Wortes  zu  widerstehen:  „Die
Menschen  sind  erst  dumm,  wenn  sie  sich  versammelu;“"  denn  wenn  es
möglich  war,  selbst  einen  Theil  rheinhes  sischer  Bauern,  die,
in  landwirthschaftlicher  Beziehung  ganz  entschieden  nicht  zu  den
„dummen“  gehören,  in  „ländlichen“  Wählerversammlungen
  zu  überreden,  sie  könnten  gar  nichts  Gescheidteres  thun,  als,
anstatt  einen  verständigen  und  unterrichteten  Mann,  der  mit  ihnen  die
gleichen  Juteressen  hat,  also  einen  Mann  aus  ihrer  Mitte  in  den
Reichstag  zu  wählen  —  sich  den  Herrn  Bankier  Dr.  Bamberger  aus
dem  „goldenen“  Mainz  zum  Reichstagsabgeordneten  zu  erkiesen:  dann
allerdings  kann  man  einigermaßen  berechtigt  sein,  ein  so  hartes  Urtheil
über  die  „ländlichen  Kasinos“  d.  i.  die  Bauernversammlungen
zu  fällen,  wie  es  Herr  Dr.  Bamberger  that.  Wenn  man  aber  selbst
mit  solchen  „nur  einer  schlechten  Sache  würdigen  Mitteln“
gefochten  und  daher  sein  Reichstagsmandat  auch  solchen  Versammlungen"
  mit  zu  verdanken  hat,  so  erscheint  es  offenb  r  mehr  als  gewagt,
  sich  bloß  deshalb,  weil  man  Reichstagsabgeordneter  geworden  ist,
zur  Elite  der  deutschen  Nation  zu  zählen.  Denn  in  der
That,  wie  muß  es  in  dem  politischen  Hirnschädel  eines  solchen  rheinhessischen
  Bauern  aussehen,  der  sich  durch  sprachgewandte,  politische  Agi-*)

  Bezuglich  dessen  entnehmen  wir  einem  uns  aus  dem  Wahlkreis  Alzey  zugekommenen
  Briefe  Folgendes:  „Vor  Bambergero  Wahl  wurden  unzählige  Wahlerversammlungen
  auf  dem  Lande  abgehalten,  in  denen  Bamberger,  Rickert,
Eugen  Richter,  Dr.  Wolf  aus  Ingelheim,  Dr.  Martin  aus  Sauer-Schwabenheirn
sprachen.  Das  Gros  der  Bauern  ist  gegen  Bamberger;  sie  werden  auch  jetzt  noch  gelegeutlich
  durch  Versammlungen  im  Athem  gehalten."“