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t  toren  überzengen  läßt:  ein  Mainzer  Bankier  kenne  seine  Verhältnisse
nud  Bedürfnisse  besser,  als  ein  gebildeter  Landwirth  und  er  werde,  wenn  bei
den  Berathungen  von  Gesetzentwürfen  die  Interessen  der  Geldwechsler  und
#t3örsenspeculanten  und  diejenigen  der  Landwirthe  in  Widerstreit  gerathen,
niiemals  und  unter  keiner  Bedingung  seine  eigenen  —  oh,  beileibe
richt  —  sondern  nur  die  Interessen  seiner  bänerlichen  Wähler  mit
roller  Sachkenntniß  vertreten,  die  der  Grundbesitzer  und  Landwirth,
(Rfürst  Bismarcs,  zu  zertreten  im  Begrisfe  stehe!  Ja,  wenn  es  wirklich
  auch  solche  rheinhessische  Bauern  gibt,  die  das  alles  glauben  können,  dann
(Uerdings  kann  man  versuckt  sein,  solch  e  Leute  für  herzlich  dumm  zu  halten.

Im  Uebrigen  aber  irrt  Herr  Bamberger  sehr,  weun  er  die  Bauern,  wie
es  scheint,  im  allgemeinen  für  „dumm“  hält;  denn  er  darf  versichert
srin,  daß  wenn  ein  Städter  auf  das  Land  kommt  und  eine  Runkelrübe
  nicht  von  einer  Kohlrübe,  Gerste  nicht  von  Weizen  unterscheiden
lann,  die  Bauern  diesen  Städter  für  ebenso  „dumm“  halten,  wie  ihm
die  Bauern  erscheinen,  wenn  sie  nicht  wissen,  was  Primawechsel,
(ziro,  Accept,  Discont,  Valuta,  Consols,  Prioritäten,  ultimo  und  andere
ergleichen  schöne  Wissenschaften  mehr  sind.

Wir  haben  in  unserem  Leben,  von  Jugend  auf  bis  heute,  so  ziemlich  alle
(stände  durch  geschäftlichen  oder  geselligen  Vertehr  und  auch  durch  beides
zagleich  kennen  gelernt,  aber  wir  haben  niemals  finden  können,  daß  in  unserem
ehrlichen  deutschen  Bauernstande  weniger  gesunder  Menschenvers
  and  zuhause  sei,  als  in  den  übrigen  Standen.  Wo  aber  der  Vers.and
  nicht  fehlt,  da  ist  auch  das  Verständlichmachen,  wie  Hunderte
inserer  Schüler  aus  dem  Bauernstande  beweisen,  sehr  wohl  möglich.
(Ekreilich  aber  darf  man  einem  alten  Bauern  mit  ihm  unverständlichen
remdwörtern,  ihm  unbekannten  technischen  und  wissenschaftlichen  Ausdrücken
  und  sonstigen,  dem  Unkundigen  gegenüber,  den  Anstrich  der  Gelihrsamkeit
  verleihenden  Schuurrpfeifereien  nicht  kommen;  sondern  man
nuß  mit  ihm  in  seiner  Sprache  reden,  und  wer  das  kann,  der  kann
cuch  einem  Baueru  die  Wahrheit  begreiflich  machen;  denn  an  dem
röthigen  Verstand  dazu  fehlt  es  demselben  durchaus  nicht.

In  unseren  landwirthschaftlichen  Versammlungen  treten  keine  Redner
cuf,  die  den  Banern  ein  Neichstagsmandat  abschwätzen  und  abschmeicheln
Volllen,  sondern  meistens  nur  Leute,  dic  ihne  nicht  wissenschaftlich  unter-Schteten,
  also  ihre  bänerlichen  Jachgenossen  in  land=  und  volksrirthschaftlichen
  Fragen,  welche  die  Interessen  der  Redner  und  ihrer
uImhörer  gleichmäßig  berühren,  aufklären  wollen,  und  da  diese  Leute
il  der  Regel,  wie  auch  unsere  Landgeistlichen  und  Lehrer,  die  mitunter