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Valuta  nicht  mehr  unbedingt  das  Zutrauen  geben.  Meine  Herren,  selbst
die  auzwärtige  Spekulationiist  schon  aufmerksam  geworden.  Vor  zwei
Tagen  bekam  ich  ein  Telegramm  aus  Wien,  worin  die  Aufrage  an  mich  gerichtet
  vird:  wie  es  stehe,  ob  wir  zur  Doppelwährung  übergingen?  Offen.
bar  wer  das  schon  mit  dem  Gedanken  geschehen,  daß  man  wohl  in  Wien
sich  dar  ach  richten  müsse,  was  hier  geschehen  wird.  Meine  Herren,  wenn
erst  die  er  Gedanke  eingreift,  dann  sind  die  Folgen  unberechenbar,
und  dam  kann  allerdings  dasjenige  Unglück  eintreten,  daß  die  Herren,
die  spekuliren  —  ich  meine  damit  Niemanden  der  Anwesenden  —  die
Herren,  die  draußen  spekuliren  anf  die  Erschütterung  der  deutschen  Währung,
das  herbeiführen,  was  sie  wollen,  nämlich  ein  solches  Mißtrauen,  daß  auch
ohne  v#ränderte  Gesetzgebung  die  deutsche  Währung  ins  Wanken  geräth.
Anm.  48.  Unseres  Erachtens  ist  nichts  so  sehr  geeignet,  die
R  ichsregierung  über  den  Gedanken  die  Doppelwährung  einführen  zu
willen,  so  vollständig  zu  bernhigen,  als  wenn  sic  dabei  von  Ganz=  und
Helbmillionären,  die  ohne  schwieligen  Häude  sich  bedentende  Reichthümer
ersoorben  haben,  an  ihre  „ungeheure  Verantwortlichkeit“
de  Welt  gegenüber  erinnert  wird;  denn  nichts  ist  gewisser  als  das,  daß
diese  Leutehierbei  nicht  etwa  an  den  Bauerustand,  die  kleinen  Gewerbsle
  ite  und  die  Arbeiter,  sondern  lediglich  an  sich  und  ihre  eigenen  Intere
  sen  denken.  Wenn  unn  solchen  Anbetern  des  goldenen  Kalbes,  welche  ihre
Ruichthümer  nicht  dem  ehrlichen  Arbeitsverdienste,  sondern  uur  dem  Specunlationsgewinn
  und  Börsengeschäfte  auf  Kosten  anderer
zu  verdanken  haben,  von  ihrem  überflüßigen  Gold  durch  die  Doppelwährung
wirklich  etwas  abgezapft  würde,  so  könnte  die  Reichsregierung  die  Verantwirtlichkeit
  hierfür  sehr  leicht  tragen;  denn  nicht  nur  die  Socialdemokraten,
son  dern  auch  dieüber  große  Mehrheit  des  deutschen  Volkes,
welcheihr  tägliches  Brod  im  Schweiße  ihres  Angesichtserwerben  muß,  würde
gessen  einen  solchen  „Frevel,“  eine  „solche  Kalamität  von  unabseyhbarennachtheiligen
  Wirkungen“  „ein  den  Kredit  in  der
ganzen  Welt  erschütterndes  Ereigniß“"  gar  nichts  einzuwenden  haben
und  sehr  ruhig  dabei  schlafen.  Einen  Volksaufstand  würde  daher  auch  die
Rcichsregierung  dadurch  nicht  zu  befürchten  haben.  Aber  freilich  verläuft
any  jetzt  noch  „alles“,  das  Sinken  der  Bodenpreise,  die  zunehmende  Versch
  lldung  der  Grundbesitzer,  die  täglich  wachsende  Geschäftsstockung,  diegerir
  gen  Verdienste  der  Arbeiter,  die  Arbeitslosigkeit  der  Berglente  u.  s.  w.  —
„walles  in  Ruhe  und  Ordnung;“  weshalb  also  soll  man  von  der
„deutschen  Münzwährung  abweischen  und  dadurch
Mißtrauen  ins  Ausland  und  Zuland  säen?“