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Anm.  49.  Diese  scheinbaren  Enthüllungen  hatte  sich  Herr
Dr.  Bamberger  offenbar  nur  deshalb  bis  zum  Schlusse  seiner  wohlüberlegten
  und  vortrefflich  vorbereiteten  Rede  anfbewahrt,  um  damit
noch  einen  recht  wirksamen  Knalleffect  zu  erzielen,  und  er  konme  deshalb
  anch  nicht  mit  denselben  zurückhalten,  obgleich  ihm  Herr  von
Kardorff  in  seiner,  der  Bamberger'schen  unmittelbar  vorausgegangenen
Rede  einen  gewaltigen  Strich  durch  die  Rechungg  gemacht  hatte;
derselbe  hatte  nämlich  Folgendes  gesagt:

„Nun  waren  wir  es,  —  während  sonst  Herr  Bamberger  immer
darauf  gedrängt  hatte,  unser  Silber  zu  verkaufen,  —  die  das  Verlangen
stellten,  möge  die  Reichsregierung  doch  die  Silbervorräthe,  die  wir  jetzt  noch
besitzen,  verkanfen.  Auseinem  gewissen  Pessimismus.  Wir  rechneten  nämlich
so,  wir  sagten:  wenn  die  dentsche  Neichsregierung  jetzt  ihr  Silber  verkanft,
wenn  die  Amerikaner  gleichzeitig  die  Bland-Bill  suspendiren,  dann  wird
eine  so  alute  Silberentwerthung  eintreten,  eine  so  heftige  Krisis,  daß  alle
Länder  gezwungen  sein  werden,  das  Silber  zu  remonctisiren,  weil  sie
dann  das  Uebel  erkennen  werden,  dem  sie  sich  durch  die
jetzige  Währungspolitik  aussetzen."“

„Unmittelbar  nach  Sistirung  der  Silberverläufe  schrieb  Herr  Bam
berger  eine  Broschüre,  in  der  er  sich  außerordentlich  über  diese  Maßregel
beklagte,  inder  er  sie  für  sehr  unheilvoll  erklärte,  in  der  er  sagte:  wenn  wir  das
machen,  dann  wird  ja  Frankreich  am  Ende  sein  Silber  auf  den  Markt
bringen  und  nns  den  Vorsprung  abgewinnen  in  Durchführung  der  Goldwährung.
  Aber  nachher,  als  hier  im  Reichstag  die  Sache  zur  Verhandlung
kam,  da  gab  Herr  Bamberger  sein  stillschweigendes  Placet  zu  der  Sache  —
oder  vielmehr  nicht  nur  stillschweigend,  sondern  er  erklärte  ausdrücklich,
  er  wäre  damit  einverstanden,  daß  die  Regierung
jetzt  soverführe.  Weßhalb,  meine  Herren?  Aus  dem
einfachen  Grunde,  weil  Herr  Bamberger  ganz  genan
wußte,  daß,  wenn  die  Reichsregierung  die  Silberver
käufe  fortsetzte,  das  ganze  Kartenhaus  der  Goldwährung
  über  den  Haufen  geworfen  worden  wäre.“

F.  d.  N.  Also  in  diesem  Moment,  wenn  das  Silber  stürzt,  unverläuflich
  wird,  werden  unsere  patriotischen  Bimetallisten  auftreten  und  sagen:
Nun  verkauft  das  Silber,  damit  die  Krisis  über  Deutschland  herbeigeführt
werde!  Ich  betrachte  das  alles  nicht,  wie  Sie  (rechts)  es  vielleicht  in  ähnlichem
  Falle  thun  würden,  als  Hochverrath,  als  Conspiration  mit  den
Fremden;  sondern  ich  betrachte  es  nur  als  einen  Exceß  des  Fanatisums,
zu  dem  man  in  theoretischer  Ueberzengung  hinkommen  kann,  und  ich  schließe