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vor  der  Erkrankung  aus  ihrer  Heimath  Rusfisch-Polen  zugereist.  Im  Alter  vom  21.—30.
Lebensjahre  waren  4  ebenfalls  unmittelbar  vorher  zugereiste  russische  Arbeiterinnen  erkrankt.
  Davon  waren  2  ungeimpfte  Personen  von  21  bezw.  25  Jahren  schwer  an  konfluirenden,
  eine  angeblich  als  Kind  mit  Erfolg  geimpfte  24  jährige  leicht  an  diskreten,  eine
23  jährige,  bei  welcher  über  den  Impfzustand  nichts  ermittelt  werden  konnte,  ebenfalls  leicht
an  diskreten,  theilweise  konfluirenden  Pocken  krank.  Im  Alter  vom  31.—  40.  Lebensjahre
  erkrankte  eine  37  jährige  Frau  schwer  an  konfluirenden  und  ein  31  jähriger  Schlossergeselle
  leicht  an  diskreten  Pocken,  beide  waren  vor  etwa  25  bezw.  20  Jahren  mit  Erfolg
wiedergeimpft.  In  höheren  Altersklassen  stand  ein  42  jähriger  Steward,  welcher  3  Tage
nach  seiner  Ankunft  von  einer  Seereise  in  Hamburg  leicht  erkrankte,  und  zuletzt  im
21.  Lebensjahre  mit  unbekanntem  Erfolge  wiedergeimpft  war,  ferner  eine  nur  einmal  als
Kind  mit  Erfolg  geimpfte,  59  Jahre  alte  Tagelöhnerswittwe,  welche  starb,  endlich  eine
64  jährige  Kinderfrau,  welche  angeblich  als  Kind  einmal  geimpft  war  und  leicht  erkrankte.

Gestorben  sind  demnach  2  Personen  im  Alter  von  18  und  59  Jahren,  welche  beide
nur  einmal  geimpft  waren;  schwer  erkrankt  waren  4  ungeimpste  und  eine  vor  etwa  25  Jahren
wiedergeimpfte  Person,  alle  übrigen  waren  nur  leicht  betroffen.

Soweit  Eintragungen  über  die  Art  und  Zahl  der  Impfnarben  gemacht  worden
sind,  ist  denselben  Folgendes  zu  entnehmen:

3  Kranke  hatten  1—2  deutliche  Impfnarben  (1  gestorben,  2  leicht  erkrankt),

3  „  „  3—4  "„  „  (3  leicht  erkrankt),

5  „  „  5—6  „  „  (1  gestorben,  4  leicht  erkrankt),
2  „  „  über  6  „  „  (1  schwer,  1  leicht  erkrankt),

2  „  „  undeutliche  »  (21eichterkrankt).

7,,  »keine(nichtgeimpft)»  (4  schwer,  3  leicht  erkrankt).

Aus  Preußen  ist  während  des  Jahres  1896  infolge  Erlasses  der  Minister  für
2c.-Medizinalangelegenheiten  und  des  Innern  vom  29.  Januar  dess.  J.1)  über  70  Pockenerkrankungen
  berichtet  worden,  von  denen  8—  11,1  %  tödtlich  verliefen.  Diese  Pockenfälle
ereigneten  sich  in  34  Ortschaften;  aus  19  derselben  ist  nur  je  1  Fall,  aus  8  sind  je  2,  aus  3  je  3,
aus  Staw,  Kreis  Wreschen,  4,  aus  Inowrazlaw  6,  aus  Niesky,  Kreis  Rothenburg  i.  O.-L.,  7
und  aus  Sorau  9  Fälle  angezeigt.  Von  den  Pocken  betroffen  waren  die  Regierungsbezirke
Königsberg  (2  Orte  mit  insgesammt  2  Fällen),  Gumbinnen  (1  mit  2),  Danzig,  Marienwerder
  (je  1  mit  1),  Potsdam  (2  mit  5),  Frankfurt  (1  mit  9),  Stettin  (1  mit  1),  Posen
(9  mit  16),  Bromberg  (5  mit  12),  Liegnitz  (3  mit  9),  Oppeln  (6  mit  10)2),  Magdeburg
(1  mit  1)  und  Hannover  (1  mit  2).  —  Von  den  70  Pockenfällen  entfallen  41  auf  die
nahe  den  Grenzen  des  Reiches  gelegenen  Kreise;  von  den  übrigen  29  betreffen  4  im  Ausland
  geborene  Personen.

Im  Reg.-Bez.  Königsberg  kamen  2  vereinzelte  Fälle  vor.  In  Braunsberg
erkrankte  ein  6  jähriges  Mädchen,  welches  im  1.  Lebensjahre  mit  Erfolg  geimpft  war,  und

1)  Vgl.  Veröffentl.  des  Kaiserlichen  Gesundheitsamtes  1896,  S.  189.

2)  Ueber  7  andere  Fälle  in  2  Gemeinden,  in  denen  es  sich  vermuthlich  um  Windpocken  gehandelt
hat,  ist  bereits  im  Vorjahre  berichtet.  Vgl.  Mediz.-statist.  Mittheill  aus  dem  Kaiserl.  Gesundheitsamte,
Band  VI,  S.  92.