In  den  20  In  den  220

Es  starben  Stadtkreisen  übrig.  Kreisen
der  östl.  Provinzen
a.  im  ersten  Lebensjahre  auf  je  1000  Lebendgeboren  266  240
b.  im  Alter  von  1—15  Jahren  auf  je  1000  Lebende  der  Altersklasse..  13,6  12,%
c.  „  „  „  15—60  „  „  „  1000  „,  „  „  5  9,8  8,5
d.  „  „  „  60  u.  mehr  „  „  „  1000  "  «  »  68,5  65,0
im  Ganzen  auf  je  1000  Lebende  22,1  23,9

Es  verdient  ganz  besondere  Beachtung,  daß  die  Gesammtsterbeziffer  unter  der  rein
städtischen  Bevölkerung  niedriger  ist,  trotzdem  hier  für  jede  einzelne  Altersklasse  eine  höhere
Sterbeziffer  errechnet  werden  muß;  dies  Ergebniß  liefert  also  einen  recht  schlagenden  Beweis
dafür,  zu  wie  irrigen  Schlüssen  hinsichtlich  der  Lebensaussichten  der  Bewohner  man  gelangen
kann,  wenn  man  lediglich  die  Gesammtsterbeziffern  vergleicht.

Eine  Erklärung  findet  die  bemerkenswerthe  Beobachtung  in  dem  Umstande,  daß
außerhalb  der  Stadtkreise  weit  mehr  Personen  der  ältesten  und  der  beiden  jüngsten  Altersklassen
  leben,  und  daß  von  diesen  naturgemäß  ein  weit  größerer  Theil  —  auf  je  1000  Lebende
—  jährlich  stirbt,  als  von  den  weit  lebenskräftigeren  Personen  der  mittleren  Altersklasse  (von
15—60  Jahren),  welche  letzteren  in  den  Stadtkreisen,  d.  h.  den  Großstädten  und  Mittelstädten
  mehr  überwiegen.

In  den  6  östlichen  Provinzen  Preußens  gehörten  nach  den  hierüber  veröffentlichten
Ermittelungen  des  Statistischen  Amtes  von  je  1000  Bewohnern  der  Groß=  und  Mittelstädte
  86  und  von  je  1000  Bewohnern  der  Landgemeinden  und  Kleinstädte  116  den
beiden  dem  Sterben  zumeist  ausgesetzten  Altersklassen  von  0—1  und  von  60  und  mehr
Jahren  an.  Dem  entspricht  es  genau,  daß  in  den  20  Stadtkreisen  des  Ostens  914,  außerhalb
  der  Stadtkreise  aber  nur  884  von  je  1000  Bewohnern  auf  die  mittleren  Altersklassen
  entfallen.

Was  die  wichtigsten  Todesursachen  in  jeder  Altersklasse  betrifft,  so  sind  während
des  ersten  Lebensjahres  in  den  Stadtkreisen  des  Ostens  mehr  als  doppelt  so  viele  Kinder
an  Magen=  und  Darmkatarrh  und  fast  drei  Mal  so  viele  Kinder  an  entzündlichen
Krankheiten  ber  Athmungsorgane  gestorben.  Dagegen  haben  außerhalb  der  Stadtkreise
der  Keuchhusten  und  die  als  „Diphtherie“  registrirten  Krankheitsformen  ca.  4  Mal  mehr
Todesfälle  von  Säuglingen  herbeigeführt.  Angeborene  Lebensschwäche  hat  hier  wie  dort
etwa  die  gleiche  Anzahl  von  Todesfällen  auf  je  1000  Neugeborene  bedingt.

Auf  je  10  000  Lebendgeborene  starben  im  ersten  Lebensjahre:

In  den  20In  den  220

Stadtkreisen  übrig.  Kreisen
der  östl.  Provinzen
an  Magen=  und  Darmkatarhfrrgygy  1309  565
aus  angeborener  Lebensschwäche  345  324
an  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  292  106
„  Keuchhutten  31  115
„  Dihhtherie  (Croup,  Bräune)  ..........  ....  .  .  .  ..  17  73
sonst  an  benannten  Krankheien  619  1036
aus  unbekannter  Ursaccheee  45  180
im  Ganzen  2638  2400