—  38  —

Als  Beispiel  sei  die  Tafel  der  Lebenserwartung  der  Personen  von  15  Jahren  —  in
anderer  Anordnung  —  hier  wiedergegeben;  Personen  dieses  Alters  hatten  danach,  ebenso
wie  nach  den  Ergebnissen  der  diesseitigen  Statistik  (vgl.  Med.-stat.  Mitth.
Bd.  III  S.  148),  in  Westfalen  die  ungünstigsten  Lebensaussichten;  Personen  weiblichen
Geschlechts  hatten  damals  durchweg  bessere  Aussichten  als  die  männlichen.

Tab.  C.

Tafel  der  Lebenserwartung:
A.  männlicher  Personen.  B.  weiblicher  Personen.

Die  halbe  Anzahl  der  Lebenden  im  Alter  von  15  Jahren  stirbt:

im  Staate  bis  zum  Ablauf  von  47,,  Jahren  im  Staate  bis  zum  Ablauf  von  50,  Jahren
in  Schleswig-Holstein  im  Berlauf  von  50,,  Jahren  in  Berlin  im  VBerlauf  von  52),  Jahren
„  Hohenzollern  2  „  „  50,  „  „  Brandenburg  6„  „  „  52,,  „
„  Pommern  „  „  „  49  „  „  Pommern  „  „  „  52,,  „
"0“  Posen  r  „  ½„  49,  7  r#  Westpreußen  7“  „  %  52,6
„  Westpreußen  „  „  „  49  „  „  Posen  „  „  „  52,
„Sachsen  „  „  „  48“  „  „Schleswig-Holstein  „  „  „  52,,

„  Brandenburg  „  „  48“  „  „  Ostpreußen  "„  „  „  51  „
„  Hannover  „  „  48  „  „  Sachsen  „  „  „  51,,  „
„  Ostpreußen  „  »  „  47,  „  „  Hohenzollern  „  „  „  50,  „
„der  Rheinprovinz  „  „  46,  „  „  Schlesien  »  ,,  ,,49,s,,
„  Hessen-Nassau  „  „  „  46,  „  „  der  Rheinprovinz  „  „  494  „
„  Schlesien  C„  „  „  456  „  „  Hannover  „  „  49,  „
„Berlin  „  „  „  456  „  „  Hessen-Nassau  „  48  „
„  BWestfalen  „  „  45,  „  „  Westfalen  „  „  47,  „

C.  Die  wichtigsten  Vodesursachen  in  den  einzelnen  Altersklassen.

a.  Bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres.

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  sollen  wie  in  den  früheren  diesseitigen  Berichten  wiederum
für  jede  Altersklasse  gesondert  betrachtet  werden.

a.  Im  ersten  Lebensjahre  waren,  soweit  Angaben  vorliegen,  Magen=  und
Darmkatarrhe  die  häufigste  Todesursache,  im  Ganzen  sind  sie  etwa  bei  38  von  je  100
Säuglingen,  deren  Todesursache  überhaupt  bekannt  war,  als  solche  genannt,  am  meisten,
wie  nachstehende  Uebersicht  zeigt,  in  Sachsen,  Württemberg,  Berlin  und  Bayern.  Angeborene
  Lebensschwäche  ist  besonders  häufig  in  Bayern  rechts  des  Rheins,  ferner  in
Württemberg  mit  Hohenzollern,  in  Hamburg,  Elsaß-Lothringen,  Baden,  Posen  und  Berlin
als  Todesursache  eingetragen,  durchschnittlich  bei  14,,  %  der  Gestorbenen,  )  Keuch  husten
war  in  so  frühem  Alter  namentlich  in  Ost=  und  Westpreußen,  Posen  und  Schlesien,  sonst
noch  in  Bayern  und  Elsaß-Lothringen  als  Todesursache  bedeutsam;  Tuberkulose  ist  nur
in  Bremen  und  Hamburg,  Hessen,  Westfalen  und  Bayern  ziemlich  häufig  als  Todesursache
von  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  genannt,  niemals  in  Schaumburg-Lippe,  selten
in  den  östlichen  Provinzen  des  Preußischen  Staates.  Von  je  1  000  Todesfällen  bei  Kindern

1)  Bei  derartigen  Prozentangaben,  die  aus  den  Gesammtzahlen  der  Gestorbenen  errechnet  sind,
ist  stets  die  Zahl  der  aus  unbekannter  Ursache  Gestorbenen  von  dieser  Gesammtzahl  vorher  in  Abzug
gebracht.