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Auch  im  rechtsrheinischen  Bayern  und  Hessen,  in  Hessen-Nassau,  Westfalen,  Ost=  und
Westpreußen,  Brandenburg,  Schlesien,  Schleswig-Holstein,  Hohenzollern  ist  eine  geringe  Abnahme
  der  betr.  Sterbefälle  festgestellt,  am  unbedeutendsten  (um  0,2  %  im  Königreich
Sachsen.

Dagegen  starb  eine  größere  Zahl  von  Personen  dieses  Alters  als  im  Vorjahre  an
Lungentuberkulose  einmal  in  den  durch  ein  rasches  Wachsthum  der  Bewohnerzahl  sich
auszeichnenden  Gebieten  von  Berlin,  Hamburg,  Bremen,  sodann  in  Pommern  (—+  68),
Posen  (+  40)  und  im  Herzogthum  Sachsen-Coburg-Gotha  (+  29);  doch  ist  hierzu  zu
bemerken,  daß  in  den  drei  letzteren  Gebieten  während  des  Jahres  1894  eine  besonders  niedrige
Sterbeziffer  an  Tuberkulose  beobachtet  worden  war.  (Vgl.  Bd.  IV  S.  69.)

In  den  Orten  mit  15  000  und  mehr  Einwohnern  scheint  „Lungenschwindsucht"
als  Todesursache  noch  etwas  mehr  von  Bedeutung  zu  sein  als  in  kleineren  Wohnplätzen,
denn  von  je  1000  Gestorbenen  aller  Altersklassen  sind  in  260  solchen  Orten  116  der
Lungenschwindsucht  erlegen,  im  ganzen  Reiche  an  „Lungentuberkulose“,  soweit  Ausweise  und
Angaben  über  die  Todesursachen  vorliegen,  nur  107.1)

In  den  243  Berichtsorten,  welche  sowohl  1895  wie  auch  1894  Ausweise  dem  Gesundheitsamte
  monatlich  eingesendet  haben,  ist  unter  rund  14  Millionen  Bewohnern  die
Zahl  der  Todesfälle  an  „Lungenschwindsucht"  von  34  539  auf  34  285  gesunken;  aus  den
seit  1894  neu  hinzugetretenen  sieben  Berichtsorten  wurden  im  Berichtsjahre  737  solche
Fälle  gemeldet.

Eine  Zunahme  der  Todesfälle  an  Lungenschwindsucht  —  unter  Personen  jeden
Alters  —  ist  namentlich  in  folgenden  Berichtsorten  festgestellt:

1)  im  Westen  in  Trier  (+  48),  Barmen  (4  33),  Frankfurt  a./M.  (+  28),  Münster

(+  25),  Hagen  (+  21),  Solingen  (+  19),  Duisburg  (+  18),  Borbeck  (+  18),  und
Velbert  (+  17);  unerheblich  auch  in  Koblenz,  Düsseldorf,  Essen,  Bochum,  Neunkirchen
  u.  a.  Orten;

2)  im  Süden  des  Reiches  in  Würzburg  (+  70),  Ludwigshafen  (+  31),  Mainz
(+  60),  Pirmasens  (+  28),  Nürnberg  (+  44);

3)  im  Osten  u.  a.  in  Stettin  (+  56),  Görlitz  (+  837),  Graudenz  (+  25),  Königshütte
  (+  26),  sowie  in  der  Gesammtheit  der  20  Berichtsorte  der  Provinzen  Posen
und  Brandenburg  (+  165).  In  Berlin  einschl.  der  Vororte  war  die  Zunahme
unerheblich  (+  14).

Eine  Abnahme  der  Schwindsuchtstodesfälle  war  deutlich  ausgeprägt  in  den  18  Berichtsorten
  Schlesiens  (—  183),  den  17  der  Provinz  Sachsen  (—  148),  den  11  von
Hannover  (—  77)  und  den  9  von  Ost=  und  Westpreußen  (—  54),  ferner,  entsprechend
obigen  für  die  Staaten  gewonnenen  Ergebnissen,  in  den  4  Berichtsorten  Elsaß-Lothringens
(—29),  den  6  Badens  (—  24)  und  den  8  Württembergs  (—  27).  Unerheblich  verringerte
sich  die  Zahl  in  den  stark  bevölkerten  14  Städten  des  Königreichs  Sachsen  (von  2971  auf
2922),  etwa  ebenso  unerheblich,  d.  h.  um  2—3%  der  vorjährigen  Zahl  hat  sie  sich  in  den
19  Berichtsorten  Bayerns  erhöht  (von  3  843  auf  3931);  endlich  ist  sie  um  etwa  1  ½%
zurückgegangen  in  der  Gesammtheit  der  57  Berichtsorte  der  drei  westlichen  Provinzen

1)  Von  je  1000  an  Lungentuberkulose  gestorbenen  Personen  aller  Altersklassen  standen  im
ganzen  Reiche  745,  in  den  unmittelbaren  Städten  Bayerns  752,  in  den  Stadtkreisen  Preußens  788  im
Alter  von  15—60  Jahren.