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Vorstehende  tabellarische  Uebersicht  über  die  Häufigkeit  aller  von  Reichswegen  genannten
  Todesursachen  im  Alter  von  15—60  Jahren  läßt  ersehen,  daß  an  den  bezeichneten
Krankheiten  von  je  10  000  Lebenden  dieses  Alters  in  Westpreußen  kaum  29,  dagegen  im
linksrheinischen  Bayern  49  gestorben  sind  und  im  Mittel,  soweit  aus  Staaten  des  Deutschen
Reiches  Ausweise  vorliegen,  41,,  auf  je  10  000  Lebende.  In  Schaumburg-Lippe  sind
gegenüber  der  früher  erwähnten  hohen  Zahl  tödtlich  abgelaufener  Lungenentzündungen  besonders
  wenige  Todesfälle  an  „Tuberkulose“  vorgekommen.  Man  darf  annehmen,  daß
hier  auf  Lungenentzündung  viele  Sterbefälle  zurückgeführt  worden  sind,  welche  anderwärts
der  Tuberkulose  zur  Last  gelegt  wurden.

Die  Reihenfolge  der  27  in  der  Uebersicht  aufgeführten  Staaten  und  großen  Gebietstheile
  ist,  wenn  man  das  Gebiet  mit  der  höchsten  Ziffer  zuerst,  das  mit  der  niedrigsten
zuletzt  nennt,  folgende:

1.  Westfalen,  2.  Bayern  links  des  Rheins,  3.  Rheinprovinz,  4.  Hessen-Nassau,  5.  Hohenzollern,
  6.  Baden,  7.  Bremen,  8.  Schlesien,  9.  Hannover,  10.  Elsaß-Lothringen,  11.  Großherzogthum
  Hessen,  12.  Bayern  rechts  des  Rheins,  13.  Braunschweig,  14.  Sachsen-Meiningen,
15.  Berlin,  16.  Württemberg,  17.  Königreich  Sachsen,  18.  Sachsen-Coburg-Gotha,
19.  Provinz  Sachsen,  20.  Posen,  21.  Brandenburg,  22.  Ostpreußen,  23.  Pommern,  24.  Hamburg,
  25.  Schleswig-Holstein,  26.  Schaumburg-Lippe,  27.  Westpreußen.

Die  Sterblichkeit  der  Erwachsenen  vor  Ablauf  des  60.  Lebensjahres  in  Folge  der
bezeichneten  Lungenleiden  war  in  den  erstgenannten  zwölf  Gebieten  höher  als  im  Durchschnitt,
  dagegen  in  den  unter  No.  14  bis  27  aufgeführten  Gebieten  unter  der  Durchschnittsziffer
  von  41,6  /%0  der  Lebenden.

Es  ist  wohl  kein  Zufall,  daß  die  in  großer  Ausdehnung  an  das  Meer  grenzenden
Provinzen  Schleswig-Holstein,  Pommern,  Westpreußen,  Ostpreußen,  ebenso  wie  Hamburg
sehr  günstige  Ziffern  in  dieser  Hinsicht  aufweisen,  denn  auch  im  Vorjahre  waren  die  entsprechenden
  Ziffern  hier  günstig  (vgl.  Med.-stat.  Mitth.  Bd.  III  S.  69),  während  sie  im
linksrheinischen  Bayern,  in  Baden,  Westfalen,  Hessen-Nassau  und  der  Rheinprovinz  schon
im  Vorjahre  besonders  ungünstig  waren.

Was  die  früher  von  Einigen  behauptete  relative  Immunität  der  Gebirgsbewohner
im  Deutschen  Reiche  gegenüber  der  Lungenschwindsucht  und  verwandten  Leiden  betrifft,  so
ergiebt  eine  nähere  Prüfung  der  Verhältnisse  in  den  nach  obiger  Reihenfolge  an  8.,  9.
und  12.  Stelle  stehenden,  d.  h.  als  ziemlich  ungünstig  bezeichneten  Provinzen  Hannover,
Schlesien  und  dem  rechtsrheinischen  Bayern  eine  gewisse  Bestätigung  dieser  Ansicht,  denn
die  Regierungsbezirke  Liegnitz,  Hildesheim,  Oberbayern,  in  welchen-  die  Bewohner  des
Riesen=  und  Isergebirges,  des  Harzes  und  der  oberbayerischen  Berge  einen  beträchtlichen
  Theil  der  Bevölkerung  ausmachen,  zeichnen  sich  gegenüber  den  umliegenden  Landestheilen
  durch  niedrige  bez.  Sterblichkeitsziffern  (unter  40:  10  000  Lebenden)  aus.  In
noch  höherem  Maße  zeichnet  sich  aber  das  zum  großen  Theil  im  Thüringer  Walde
gelegene  Herzogthum  Gotha  in  dieser  Hinsicht  aus,  denn  hier  beläuft  sich  die  bez.  Ziffer
nur  auf  34,56  9%00,  wogegen  sie  im  nahen  Herzogthum  Coburg,  das  solche  Gebirgsformationen
  nicht  hat,  höher  als  die  Durchschnittsziffer  fürs  Reich  ist.  (Vgl.  Bd.  IV  S.  78).

In  ähnlicher  Weise  wie  vorstehend  geschehen  ist,  kann  man  die  aus  den  260  meist
städtischen  Berichtsorten  des  Reiches  mit  mehr  als  16  000  Einwohnern  vorliegenden  Ausweise
  daraufhin  prüfen,  wo  auf  je  10  000  Einwohner  aller  Altersklassen  Sterbefälle  an