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sammtzahl  entfielen  8325  auf  Oberbayern,  185  auf  Mittelfranken.  In  München  kamen
während  der  ersten  fünf  Monate  des  Jahres  4259  Erkrankungen  (und  167  Todesfälle)  an
Influenza  zur  Anzeige,  davon  3766  während  der  sechs  Wochen  vom  3.  Februar  bis
16.  März.  Von  einer  besonderen  Influenza-Epidemie  des  Jahres  1895  kann  indessen
in  Bayern  trotz  dieser  hohen  Zahlen  kaum  gesprochen  werden,  da  während  der  3  Vorjahre
durchschnittlich  weit  mehr  Todesfälle  an  Influenza  (4868—2399—1066)  dort  vorgekommen
sind,  mithin  die  Krankheit  entweder  eine  dauernde  Ausbreitung  gewonnen  hat,  oder  der
Namen  Influenza  sich  für  fast  alljährlich  in  gleicher  Heftigkeit  wiederkehrende  Krankheitsformen
  eingebürgert  hat.  Immerhin  verdient  Beachtung,  daß  die  Höhepunkte  der  Sterblichkeit
  an  Influenza  in  Bayern  während  des  Winters  1889/90  auf  die  Monate  Januar  und
Februar,  dann  i.  J.  1892  auf  Februar  und  März,  später  auf  November  und  Dezember
d.  J.  1893,  endlich  auf  März  und  April  d.  J.  1895  gefallen  sind.

Im  Königreich  Sachsen  betrug  die  tägliche  Durchschnittszahl  der  Sterbefälle  während
  der  ersten  Monate  des  Jahres  189ö:

unter  der  unter  Personen
Gesammt=  von  50  u.  mehr
bevölkerung  Lebensjahren

im  Januierrrr  217,2  64,0
Februar  ...  .....  ...  .  ...  226,  70,#
„  Mürz  253,5  82,0
„April  .  .....  ......  .  ...  263,%  79,#
"„  M——jjj  280,  65,

Das  erhebliche  Ansteigen  der  Sterbefälle  im  März  und  April  begründet  die  Annahme,
daß  auch  in  Sachsen  die  Influenza  damals  verbreitet  gewesen  ist.

Einem  Berichte  des  Landes-Medizinal-Kollegiums  zu  Dresden  über  das  Auftreten
der  Influenza  innerhalb  des  Königreichs  Sachsen  in  der  ersten  Hälfte  des  Jahres  1895,
welcher  dem  Reichskanzler  in  Gemäßheit  des  Rundschreibens  zugegangen  ist,  wird  die  Bemerkung
  vorangeschickt,  daß  die  in  den  amtsärztlichen  Berichten  enthaltenen  Angaben
„durchaus  nicht  ausreichen,  um  von  dem  Auftreten,  der  Verbreitung  und  dem  Charakter
der  1895er  Epidemie  ein  auch  nur  annähernd  richtiges  und  umfassendes  Bild  geben  zu
können,“  zumal  von  verschiedenen  Aerzten  bemerkt  sei,  daß  ihre  Berichte  auf  Vollständigkeit
und  Zuverlässigkeit  keinen  Anspruch  machen  können.  Im  Weiteren  wird  Folgendes  ausgeführt,
  was  auch  in  anderen  Bundesstaaten  Geltung  haben  dürfte:  „Für  die  Influenza-„Erkrankungen
  besteht  keine  Anzeigepflicht,  und  erhalten  daher  die  beamteten  Aerzte  (Be-„zirksärzte)
  von  dem  Auftreten  oder  der  Ausbreitung  der  Krankheit  zumeist  nur  gelegentlich,
„und  häufig  erst  spät,  Kenntniß.  Bei  den  Aerzten  hat  sich  das  während  der  Pandemie
„von  1889/90  in  hohem  Grade  angeregte  Interesse  für  die  Influenza  mit  der  seit  1890
„wiederholten  stärkeren  Ausbreitung  derselben,  und  da  auch  die  genannte  Krankheit  in
„vielen  Orten  endemisch  geworden  ist,  mehr  und  mehr  verloren.  Auch  werden  zu  den
„Erkrankungen,  namentlich  wenn  sie  leicht  verlaufen,  zumeist  Aerzte  nicht  zugezogen.  Ueber-„dem
  ist  die  Diagnose  „Influenza“  vielfach  eine  unsichere,  ja  häufig  ganz  willkürliche;  nicht
„nur  von  einem  großen  Theile  des  Publikums,  sondern  auch  von  vielen  Aerzten  werden
„alle  akuten  Erkrankungen  der  Athmungsorgane,  selbst  jeder  Schnupfen,  wie  auch  sonstige
„zur  Zeit  gehäuster  Influenzafälle  vorkommende  akute  Erkrankungen  mit  unklarer  Diagnose
„der  Influenza  zugerechnet,  während  andere  Aerzte  derartige  Fälle  als  Katarrhe  auffassen."