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festgestellt,  namentlich  sind  mehr  Kinder  dieses  Alters  an  Krankheiten  der  Verdauungsorgane
  (Ruhr,  Magen=  und  Darmkatarrh)  gestorben.

Einem  Mehr  von  36  268  Sterbefällen  im  Säuglingsalter  entspricht  ein
Mehr  von  nur  35  136  Lebendgeborenen  in  den  11  Bundesstaaten.

Stadt=  und  Landbevölkerung.

(In  Preußen  lebt  etwa  der  fünfte  Theil  der  Bevölkerung  in  den  60  Stadtkreisen,
  im  rechtsrheinischen  Bayern  lebt  etwa  der  vierte  Theil  der  Gesammtbevölkerung
  in  den  unmittelbaren  Städten.  Mit  diesem  ausschließlich  städtischen
Theil  der  Bewohner  ist  die  übrige  Bevölkerung  beider  Staaten,  von  welcher  der
weitaus  größte  Theil  —  in  Preußen  ca.  86  2%  im  rechtsrheinischen  Bayern  noch
mehr  —  der  eigentlichen  Landbevölkerung  zugehört,  verglichen.)

Das  Leben  der  Kinder  des  ersten  Lebensjahres  war  in  den  Stadtkreisen
  Preußens  mehr  gefährdet  als  außerhalb  derselben,  insbesondere
durch  Magen=  und  Darmkatarrhe;  in  den  unmittelbaren  Städten  Bayerns
starben  hingegen  verhältnißmäßig  weniger  Kinder  dieses  Alters  als  in  den  Bezirksämtern.


Auch  im  weiteren  Wachsthumsalter  bis  zum  vollendeten  15.  Lebensjahre
starben  in  den  Stadtkreisen,  und  ganz  besonders  in  den  unmittelbaren  Städten
mehr  Personen  als  außerhalb  derselben,  zumal  mehr  an  Tuberkulose,
entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane,  Scharlach  und  Masern,
weniger  Personen  dagegen  an  Bräune  bezw.  Diphtherie.

Für  Personen  der  lebenskräftigsten  Altersklasse  von  15  bis  60  Jahren  war  die
Sterblichkeit  in  den  ausschließlich  städtischen  Verwaltungsbezirken  des  Ostens,
Südens  und  des  Elbwesergebiets  erheblich  größer,  namentlich  waren  Todesfälle
an  Tuberkulose,  durch  Selbstmord  und  in  Folge  von  Neubildungen  häufiger.
Nur  in  den  3  Westprovinzen  Preußens  starben  außerhalb  der  Stadtkreise  sowohl
im  Ganzen  wie  an  Tuberkulose  und  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane
  mehr  Personen  dieses  Alters.

Das  Absterben  der  ältesten  Leute  von  60  und  mehr  Jahren  ersolgte  in  den
Stadtkreisen  und  unmittelbaren  Städten  durchweg  schneller  und  Altersschwäche
war  daselbst  seltener  als  Todesursache  angegeben.

An  den  Folgen  der  Entbindung  starben  in  den  Stadtkreisen  und  unmittelbaren
  Städten  erheblich  weniger  Frauen  als  außerhalb  derselben,  dafür  kamen
Todtgeburten  unter  der  städtischen  Bevölkerung  im  Ganzen  häufiger  vor.
(Ausnahme  im  Westen  Preußens).

Die  bedeutsamste  Todesursache  im  ersten  Lebensjahre  war  neben  angeborener
Lebensschwäche  der  Magen=  und  Darmkatarrh,  erstere  war  bei  ca.  15,
letzterer  bei  88  von  je  100  aus  bekannter  Ursache  gestorbenen  Kindern  dieses  Alters
als  Ursache  des  Todes  angegeben.  Die  Zahl  der  Todesfälle  aus  beiden  Ursachen,
wie  auch  an  Ruhr,  hat  im  Vergleich  zum  Vorjahre  beträchtlich  zugenommen.

Kinder  im  Alter  von  l  bis  15  Jahren  starben  trotz  der  erheblichen  Abnahme
der  Diphtherietodesfälle  (siehe  Nr.  2)  immer  noch,  soweit  Angaben  vorliegen,
am  häufigsten  an  Diphtherie  bezw.  Bräune.  Die  „Tuberkulose"  war  in  diesem

Alter  eine  seltenere  Todesursache  als  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane