Die  Thätigkeit  der  im  Deutschen  Reiche  errichteten  staatlichen
Anstalten  zur  Gewinnung  von  Thierlymphe  währeud  des
Jahres  1897.

Nach  den  Jahresberichten  der  Vorstände  zusammengestellt  im  Kaiserlichen  Gesundheitsamte.

Zu  Beginn  des  Berichtsjahres  bestanden  im  Deutschen  Reiche  25  staatliche  Anstalten
zur  Gewinnung  von  Thierlymphe.  Während  des  Jahres  wurde  die  Anstalt  zu  Zwickau  aufgehoben,
  nachdem  der  langjährige  Leiter  derselben  im  Juli  verstorben  war.  Die  letzten
Lymphesendungen  dieser  Anstalt  gingen  im  September  ab.  In  Zukunft  wird  voraussichtlich
die  Kreishauptmannschaft  Zwickau  von  der  Anstalt  in  Dresden,  das  Herzogthum  Altenburg
von  derjenigen  in  Leipzig  mit  Lymphe  versorgt  werden.

1.  Allgemeine  Mittheilungen.

Das  Personal.

Der  Leiter  der  Königsberger  Anstalt,  Sanitätsrath  Dr.  Lipkau,  verstarb  nach
längerer  Krankheit  im  November  des  Berichtsjahres,  desgleichen  im  Juli  der  Vorstand  des
Impfinstituts  zu  Zwickau,  Medizinalrath  Dr.  Fickert,  nach  fast  25jähriger  Amtsthätigkeit.
Nach  seinem  Tode  übernahm  sein  Sohn,  welcher  schon  seit  1895  als  Assistent  der  Anstalt
thätig  war,  die  Abwickelung  der  Geschäfte.  In  Kassel  wechselte  die  Person  des  Assistenten;
in  Dresden  trat  seit  dem  1.  Januar  ein  neuer  Hülfsarzt  ein.  In  Bautzen  verstarb  der
Assistent  im  Mai  des  Berichtsjahres.  Zur  Hülfeleistung  wurde  statt  seiner  zunächst  ein
früherer  Oberkrankenwärter,  dessen  Verwendung  als  Gehülfe  in  Aussicht  steht,  angenommen.
Dem  Zentralimpfarzt  in  Stuttgart  wurde  ein  Assistenzart  beigegeben,  welcher  den  Umfang
und  die  Verantwortlichkeit  der  Geschäfte  in  der  Zentralimpfanstalt  kennen  lernen  sollte.  In
Bremen  wechselte  die  Person  des  Thierarztes.

Die  Räume  der  Anstalten.

In  Königsberg  i.  Pr.  wurde  während  des  Berichtsjahres  das  von  der  Stadt  auf
dem  städtischen  Schlachthof  in  Rosenau  bei  Königsberg  neuerbaute  Anstaltsgebäude  —  ein
Ziegelrohbau  im  Barackenstil  —  bezogen.  Für  die  Benutzung  wird  eine  jährliche  Miethe
von  70  der  Bausumme  gezahlt.

Aus  einem  geräumigen  Vorflur  gelangt  man  in  das  Arbeitszimmer  (5%  X  G,  as  m
groß,  3  88  m  hoch),  das  durch  5  Fenster  reichlich  Licht  erhält.  Neben  dem  Arbeitszimmer
liegt  die  Küche,  aus  der  man  in  den  Stall  tritt.  Letzterer,  ein  niedrigerer  Anbau  des  Gebäudes
  mit  einem  zweiten  Eingang  von  außen  her,  ist  geräumig,  leicht  zu  desinfiziren,  gut
gelüftet  und  heizbar.  Er  bietet  in  gesonderten  Abtheilungen  Raum  für  12  Impfthiere.  —
In  dem  geräumigen  neuen  Arbeitszimmer  kann  an  zwei  Operationstischen  gleichzeitig
gearbeitet  werden.  An  Einrichtungsgegenständen  2c.  sind  ein  zweiter  Operationstisch,  2