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Stirnseite  der  Buchten,  welche  an  der  Außenwand  des  Hauses  sich  befindet,  sind  große
Glastafeln  in  die  Wand  eingelassen,  welche  mit  Leichtigkeit  die  vollständigste  Reinigung  gestatten.
  Die  Eisenstäbe  und  Holzrosten  können  ohne  Mühe  herausgenommen  werden;  es
ist  im  Schlachthause  täglich  Gelegenheit,  dieselben  in  strömendem  Dampfe  zu  desinfiziren.

Die  sehr  dicken  aus  Bruchsteinen  aufgeführten  Mauern  des  Gebäudes  halten  den
Stall  im  Sommer  kühl.  Selbst  in  den  heißesten  Monaten  ist  die  Temperatur  nicht  über
16  °  R  gestiegen.  In  diesem  Stalle,  sowie  überhaupt  in  allen  Theilen  des  Gebäudes  befindet
  sich  die  Wasserleitung.  Mit  einem  Schlauche  kann  der  Fußboden  bis  in  jeden  Winkel
hinein  abgespült  werden.

Neben  dem  Sommerstalle  befindet  sich  der  wie  dieser  eingerichtete  Winterstall  für
3  Kälber,  welchem  jedoch  bisher  die  erwähnten  Glastafeln  noch  fehlen.  Für  die  Erwärmung
sorgt  ein  großer  Kachelofen.

Gasleitung  befindet  sich  nicht  in  den  Ställen.  Jeder  Stall  hat  besonderen  Zugang
vom  Korridor;  beide  Ställe  sind  durch  eine  Thür  verbunden.

Auf  der  Nordseite  des  Korridors  befindet  sich  das  sehr  große,  durch  3  Fenster  vorzüglich
  erhellte  Impfzimmer.  Auch  hier  ist  der  Asphaltfußboden  zum  Abspülen  eingerichtet.
Hier  befindet  sich  Gas=  und  Wasserleitung,  ein  Apparat  zum  Erwärmen  von  Wasser,  ein
Heißluft=  und  Wasserdampfsterilisator,  sowie  alle  übrigen  Geräthschaften.  Der  Imnpftisch
ist  beweglich,  kann  also  in  die  beste  Beleuchtung  gestellt  werden.  Die  Wände  sind  mit  Emaille-Farbe
  gestrichen.

Neben  dem  Impfzimmer,  mit  diesem  durch  eine  Thür  verbunden,  liegt  das  Arbeitszimmer,
  mäßig  groß,  sehr  hell,  gedielt.  Hier  ist  die  Lymphemühle  nach  Chalybaeus  aufgestellt,
  welche  durch  eine  von  der  Wasserleitung  gespeiste  Turbine  getrieben  wird,  unmittelbar
  daneben  ein  Csokor'sher  Füllapparat,  ferner  ein  Schrank  für  Instrumente  2c.

Der  Dachboden  des  Gebäudes  ist  zur  Aufnahme  von  Stroh  2c.  eingerichtet.

Das  neue  Impfhaus  entspricht  seinem  Zwecke  in  vollkommenster  Weise.

Die  Betriebskosten.

Nach  den  Berichten  hatten  die  Anstalten  folgenden  Kostenaufwand:
(Siehe  Tabelle  auf  Seite  97.7

2.  Die  Impfthiere.
Beschaffung  und  Einstellung.

In  Stettin  wurde  anstatt  des  Strohes  Holzwolle  mit  gutem  Erfolge  als  Streu
benutzt.

In  Oppeln  wurden  die  Kälber,  welche  die  4.  Lebenswoche  noch  nicht  vollendet
hatten,  erst  nach  Ablauf  mehrerer  Tage  geimpft,  ältere  Thiere  dagegen  1,  höchstens  2  Tage
nach  der  Einstellung.

In  Kassel  wurden  65  der  besten,  durch  Händler  auf  den  Viehmarkt  geführten
Kälber  für  3169,54  c“  eingekauft  und  später  nach  dem  Schlachtgewicht  für  2558,55  M
wieder  verkauft,  außerdem  wurden  6  Thiere  für  insgesammt  22  A  gemiethet.  Bei  den
beiden  ältesten  und  schwersten  Thieren,  welche  aus  Hannover  bezogen  waren,  stellten  sich
die  Unkosten,  selbst  abgesehen  von  den  Transportgebühren  erheblich  höher  (41  ci  bezw.
26,60  A),  als  bei  den  am  Ort  beschafften  (9,1  %),  weil  nur  der  ortsübliche  Ladenpreis
für  das  Fleisch  erzielt  werden  konnte.  Die  Thiere  wurden  meist  einige  Tage  vor  der
Impfung  eingestellt.  [Forts.  auf  S.  98.)