—  98  —

10)  Die  Aerzte  der  Anstalt  trugen  die  durch  Impfung  zweier  Kälber  für  Militärzwecke  verursachten,  vorstehend
  eingerechneten  Kosten,  wodurch  sich  die  Ausgaben  um  91  M  ermäßigten.  Die  Einnahme  für
abgegebenen  Impfstoff  betrug  1111  A.  11)  Miethe  für  das  Präparir=  und  Schreibzimmer.  1)  Hiervon
entfallen  219,500%  auf  die  Löhnung  des  Wärters.  18)  Ausschl.  des  Wassers.  16)  Einschl.  des  Wassers.
15)  Eingerechnet  sind  die  durch  Beschaffung  der  Lymphe  zu  den  Militärimpfungen  entstandenen  Kosten  für
3  Kälber.  Die  Einnahme  aus  dem  Verkauf  von  Impfstoff  an  Privatärzte  betrug  921  c#.  16)  Einschl.
der  Vergütung  für  Hülfeleistung  bei  Bereitung  und  Versandt  der  Lymphe.  17)  Einschl.  des  Wasserverbrauchs
  und  der  Mitbenutzung  des  Kühlhauses.  18)  Davon  520  c#  Wärterlohn.  19)  Eingeschlossen  ist
die  bauliche  Unterhaltung  des  Impfhauses.  20)  Hiervon  entfallen  auf  Kosten  für  Beschaffung  der  Kälber
648  c,  auf  Verlust  durch  Schadhaftwerden  der  Häute  106,0°  cck  21)  Der  Impfstoff  zu  den  Militärimpfungen
  ist  in  den  Zahlen  nicht  berücksichtigt.  Bon  Privatärzten  wurden  für  abgegebene  Lymphe
1532  es  vereinnahmt.  22)  Einschl.  verschiedener  sonstiger  Arbeiten.  28)  Die  Betriebskosten  erhöhen  sich
um  einige  noch  unbekaonnte  unwesentliche  Beträge.  24)  Hiervon  für  Unrathabfuhr,  Kanalisationsgebühr
und  Kaminkehrlohn  22,51  c#  und  ein  namhafter  Theil  für  Bibliothekszwecke.  25)  Heizung,  Beleuchtung,  Eis,
Telephon.  26)  Material,  Instrumente,  Apparate.  27)  Hausgeräth,  Hausarbeit,  Reinigung.  28)  Die  Berpflegung
  kostete  64  c%„  Abwartung  und  Hülfeleistungen  175  A.  79)  Einschl.  der  Ausgaben  an  den  Barbier.
20)  Für  Steuern,  Reparaturen  2c.  31)  Zu  den  angegebenen  Betriebskosten  treten  noch  die  Kosten  für  die  erste
Ausstattung  des  Instituts  und  für  die  Gas=  und  Wasserleitungsanlage.  32)  Einschl.  Wasser.  33)  Einschl.
114,20  -A  Entschädigung  für  erkrankte  Thiere.  34)  Von  diesem  Betrage  sind  verausgabt:  für  Milch  419,00  %#e
Abkochen  derselben  50  —M,  Wartung  145  A,  Streu  50  c“l,  den  Barbier  61/°0  c,  35)  Davon  für  Milch
35,82  c“,  Pflege  und  Wartung  sowie  Transport  der  Milch  50  c“  Hülfe  beim  Impfen  2c.  16  M,  Hafermehl
  11,26  &amp;A  und  Holzwolle  4,26  c“  36)  Für  abgegebene  Lymphe  wurden  180  c“  von  Privatätzten
vereinnahmt.  37)  Vereinnahmt  wurden  für  abgegebene  Lymphe  zu  Militärimpfungen  1159,/11  c“,  don
Aerzten  340  c“,  für  verkauften  Dung  3  M,  zusammen  1502,12  e“.  38)  Hiervon  erhielt  der  Diener
600  A  Gehalt.  39)  Die  Berzinsung  und  Amortisirung  des  Anlagekapitals  und  die  Kosten  für  Instandhaltung
  des  Gebäudes  sind  nicht  eingerechnet.  40)  Einschl.  des  Wärtergehaltes  von  287,50  K  und  der
Kosten  des  Henvorraths  für  das  Jahr  1898.  41)  Einschl.  180  s  für  Schreibmaterial.  42)  Vergl.  die  Angaben
für  das  Jahr  1895  im  III.  Bd.  S.  275  und  277.  43)  Davon  für  Milch  543/66  eA.  für  Stroh  111,8  M.

In  München  dauerte  nach  der  Menge  der  an  jedes  Thier  verfütterten  Milch  der
Aufenthalt  im  Stalle  der  Anstalt  durchschnittlich  8  Tage.  Nach  der  Schlachtung  wurde  das
Fleisch  in  der  Freibank  öffentlich  verkauft.  Gegen  den  Einkaufspreis  stellte  sich  zu  Ungunsten
der  Anstalt  eine  Differenz  von  durchschnittlich  16,7%#  heraus.  Das  in  der  Absicht,  einen
ausgedehnten  Versuch  mit  der  Züchtung  reiner  Thierlymphe  zu  machen,  begründete  Veilangen
  nach  möglichst  alten  und  schweren  Jungthieren  ließ  sich  bei  den  eigenartigen  örtlichen
Verhältnissen  nur  unvollkommen  erfüllen.  Das  höchste  Gewicht  der  Thiere  konnte  gegenüber
  dem  Vorjahre  nur  um  40,  das  Durchschnittsgewicht  um  6,  kg  gehoben  werden.

In  Leipzig  wurden  die  Thiere  2  Tage  im  Impfinstitut  beobachtet.

Für  Zwickau  sandte  ein  Viehhändler  vom  Viehmarkte  in  Rummelsburg  bei
Berlin  geeignete  pommersche  und  hannoversche  Kälber,  welche  Donnerstags  früh  ankamen;
die  besten  wurden  vom  Thierarzt  und  Assistenten  nach  Bedarf  ausgewählt.  Wegen  des
Fehlens  fester  Tische  konnten  alte  Thiere  nicht  geimpft  werden,  dennoch  mußte  für  einzelne
schwere  Thiere  erhöhte  Schlachtsteuer  gezahlt  werden.  An  kühlen  Tagen  wurde  mäßig
geheizt,  daneben  auch  ventilirt.

In  Stuttgart  verzögerte  der  Ausbruch  der  Maul=  und  Klauenseuche  auf  dem  Gehöft
  des  Thierlieferanten  in  Cannstatt  die  Beschaffung  der  ersten  Impfthiere.  Wenngleich
der  frühere  Lieferant  Ende  März  8  Thiere  stellte,  so  konnte  die  Anstalt  wegen  der  durchzumachenden
  Quarantäne  vor  Anfang  April  frische  Lymphe  nicht  erzeugen.  Während  der
Sperre  des  bezeichneten  Gehöfts  war  ein  anderer  Lieferant  nicht  zu  finden,  der  die  Thiere
im  abgeschlossenen  Stall  vorher  zur  Beobachtung  8  Tage  auf  eigene  Kosten  füttern  und
verpflegen  kassen  wollte.