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In  Cannstatt  kostete  jedes  Thier  35  X  Leihgebühr.  Da  Anfang  März  die  Maulund
  Klauenseuche  in  die  Ställe  des  Lieferanten,  woselbst  die  Thiere  die  8-tägige  Beobachtungsquarantäne
  durchzumachen  hatten,  eingeschleppt  wurde,  mußte  während  mehrerer  Wochen  ein
Miethsstall  benutzt  werden.  Als  Streu  diente  Gerstenstroh  oder  Holzwolle;  diese
Materialien  wurden  auf  hölzerne  Roste,  unter  denen  sich  Torfmull  befand,  aufgeschüttet.

In  Darmstadt  erschwerte  das  Herrschen  der  Maul=  und  Klauenseuche  die  Beschaffung
der  Thiere.  Das  Leihgeld  betrug  60  -—F.  Mittels  einer  mindestens  8-tägigen  Quarantäne,
welcher  die  Thiere  außerhalb  der  Anstalt  unterzogen  wurden,  gelang  es,  die  Seuche  vom
Stall  fernzuhalten.

Auch  in  Weimar  war  die  Beschaffung  passender  Kälber  durch  die  Maul-  und
Klauenseuche  einigemal  erschwert.  Die  Thiere  mußten  zum  Theil  recht  klein  genommen
werden.  Gleichzeitig  eingestellt  waren  höchstens  3  Kälber,  die  Dauer  der  Einstellung  überschritt
  5  Tage  nicht.

In  Lübeck  wurden  die  Kälber  aus  den  zum  Schlachthause  angetriebenen  Thieren
von  den  Händlern  gegen  eine  Vergütung  von  je  4%  geliehen.  Sie  wurden  meist  1  oder
2  Tage  vor  der  Impfung  eingestellt  und  verblieben  6  bis  7  Tage  in  der  Anstalt.

In  Bremen  betrug  die  Leihgebühr  anfangs  je  15  A,  bei  den  letzten  14
Thieren  20  M.

Die  Anstalt  in  Straßburg  i.  E.  stellte  ihre  Thiere  stets  einen  Tag  vor  der
Impfung  ein.

In  Metz  werden  die  Impfthiere  am  Donnerstag  auf  dem  stark  besuchten  Schlachtviehmarkte
  nach  thierärztlicher  Untersuchung  für  die  Anstalt  angekauft  und  nach  der  Lympheentnahme
  einem  Metzger  zur  sofortigen  Schlachtung  wieder  verkauft.  Im  Berichtsjahre
betrug  der  Verlust  für  jedes  Thier  im  Durchschnitt  etwa  2½  M.

Soweit  die  Berichte  sonstige  Mittheilungen  über  Beschaffung  und  Einstellung  der
Thiere  enthalten,  haben  sich  die  Verhältnisse  gar  nicht  oder  nicht  wesentlich  gegen  früher

geändert.
[Siehe  Tabelle  auf  den  Seiten  100  und  101.)

Die  Ernährung.

In  Königsberg  i.  Pr.  wurden  die  Kälber  wiederum  ausschließlich  mit  erwärmter  Vollmilch
  ernährt.  Die  nach  der  Größe  der  Thiere  bemessene  Menge  betrug  5  bis  13  I1  pro  Tag.

In  Berlin  verabfolgte  man  den  Thieren,  wie  im  Vorjahre,  gekochte  Milch  nebst
Eiern.  Sie  nahmen  dabei  im  Durchschnitt  um  1  kg  zu.  Die  höchste  Gewichtszunahme
stellte  sich  auf  8,  die  höchste  Abnahme  auf  1  kg.  «  «

Auch  in  Stettin  und  Oppeln  wurde  die  Ernährungsweise  nicht  geändert.  Die
Thiere  wurden  in  Stettin  durchschnittlich  um  1,3  kg  schwerer;  in  Oppeln  nahmen  99  Thiere
um  1  bis  5  kg,  im  Mittel  um  rund  2  kg  zu,  20  Kälber  nahmen  weder  zu  noch  ab,  2
zeigten  eine  Abnahme  von  je  1  kg.

In  Halle  a.  S.  verbrauchte  jedes  Thier  täglich  9  bis  12  1  Vollmilch,  welche  wie  früher
bezogen  und  erwärmt,  zuweilen  bei  fehlender  Sauflust  mit  etwas  Salz  vermischt  verabreicht
wurde.  Alle  Thiere  nahmen  bis  auf  eins,  welches  1,,  kg  verlor,  bis  zu  8,5  im  Durchschnitt
  um  4,/  kg  zu.

In  Hannover  bekamen  die  Thiere  fast  ausschließlich  gute  Vollmilch;  nur  einzelne
ältere  Kälber  erhielten  außerdem  etwas  Heu,  wenn  sie  daran  gewöhnt  waren.  Die  Thiere
wurden  nur  bei  der  Einstellung  gewogen.  [Forts.  auf  S.  102.)