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An  die  Hamburger  Impfthiere  wurde  außer  täglich  je  14  1  Vollmilch  nichts
verfüttert.

Auch  in  Straßburg  i.  E.  gab  man  den  Kälbern  ganz  frische  Milch  von  Kühen,
die  zur  Schlachtung  vorräthig  standen  oder  gekaufte  Milch,  außerdem  warme  Suppen  und
Eier.  Das  Körpergewicht  gewann  dabei  um  1  bis  7,  im  Durchschnitt  um  etwa  3½  kg.

In  Metz  bestand  die  Nahrung  durchschnittlich  in  10  1  noch  kuhwarmer  Vollmilch,
welche  in  2  Portionen  täglich  gereicht  wurde.  Dabei  hatten  während  des  5=  bis  6tägigen
Aufenthalts  in  der  Anstalt  17  Kälber  um  0,  bis  6  kg  zugenommen,  9  um  0,  bis  5,  kg
abgenommen,  bei  einem  blieb  das  Gewicht  dasselbe.

Der  Gesundheitszustand  der  Impfthiere.

In  Königsberg  i.  Pr.  war  der  Gesundheitszustand  der  Impfthiere  gut;  nur  9
Thiere  erkrankten  an  mäßigem  Darmkatarrh.  Nach  der  Schlachtung  erwiesen  sich  sämmtliche
Organe  als  vollkommen  gesund.  Die  Körperwärme  betrug  vor  der  Impfung  38  bis  3960  C,
nach  der  Impfung  durchschnittlich  19  mehr;  sie  überstieg  40,00  nicht.

Von  den  beiden  in  Berlin  vor  der  Impfung  aus  der  Anstalt  entfernten  Thieren
hatte  eins  am  Nachmittag  des  Einstellungstages  Verdauungsstörungen  bekommen;  der  Schlachtbefund
  ergab:  Theilweise  Darmentzündung,  Leberschwellung  mit  Trübung  des  Organes.
Im  Zwerchfell  hochgradige,  im  Herzfleisch  und  in  der  Bauchmuskulatur  geringe  Aktinomykose
ungefährlicher  Form.  Das  andere  Thier  hatte  wegen  wiederholter  Aufblähung  dem  Schlachthause
  zugeführt  werden  müssen.

Bei  den  geimpften  Thieren  wurden  vor  der  Impfung  Temperaturen  von  40°  und
mehr  nicht  gefunden,  zur  Zeit  der  Abnahme  dagegen  mehrfach,  als  höchste  4030.  Am
Abend  des  Einstellungstages  erhielten  sämmtliche  Thiere  0,5  com  Tuberkulin  eingespritzt.
Reaktionen  traten  nicht  ein.  Ein  am  1.  April  geimpftes  Thier  verendete  am  4.  April  an
einer  Entzündung  des  Harnapparates.

In  Stettin  war  der  Gesundheitszustand  durchweg  gut.  Beim  Schlachten  wurde
ein  Kalb  mit  lokalisirter  Tuberkulose  der  Bronchialdrüsen  und  Lungen  behaftet  befunden.
Der  Impfstoff  wurde  nicht  zu  Impfungen  verwendet.  Die  Körperwärme  sämmtlicher  Thiere
betrug  meist  zwischen  38,'  und  39)0.

Von  den  in  Oppeln  geimpften  121  Thieren  waren  nur  je  1  an  Bindegewebsabsceß

in  der  Leistengegend  und  Tuberkulose  der  Bronchialdrüsen  erkrankt,  so  daß  die  Lymphe  nicht
verwerthet  werden  konnte.  Temperaturen  von  mehr  als  40%  wurden  nur  ausnahmsweise
bei  der  Abnahme  ermittelt.
,  In  Halle  a.  S.  hatten  von  den  zur  Gewinnung  von  Lymphe  bestimmten  44  Thieren
17  leichte  Verdauungsstörungen.  Aber  nur  ein  Thier  gab  beim  Schlachten  zu  Bedenken
Veranlassung.  Es  bekam  nach  der  Impfung  mäßigen  Durchfall  und  soff  schlecht;  dabei
bildeten  sich  keine  Pocken,  sondern  sämmtliche  Impfschnitte  liefen  sehr  schnell  aus.  Der
Schlachtbefund  ergab  gesunde  Organe,  welkes,  mageres  und  nicht  ganz  bankmäßiges  Fleisch.
Temperatur:  38,,  bis  41,0.  Im  Uebrigen  wurden  beim  Impfen  388/6  bis  39,,  beim  Abimpfen
  38,8  bis  4060  gemessen.

In  Hannover  waren  die  Thiere,  abgesehen  von  einzelnen  mäßigen  Durchfällen,  gesund.
  Die  Körperwärme  der  Impfthiere  betrug  bei  der  Einstellung  38,  bis  39,%%  und
stieg  am  Tage  der  Abimpfung  auf  39,  bis  41,67  C.  Wie  in  den  Vorjahren  hatten  die  mit
eigener  Lymphe  geimpften  Thiere  bei  normaler  Entwickelung  der  Pusteln  fast  ausnahmslos

vor  der  Abimpfung  eine  Temperatur  von  über  400,  nicht  selten  auch  noch  wenige  Zehntel
Mediz.stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V