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9.  Juni  eine  ganze  Reihe  von  8  Thieren  (Nr.  33  bis  36  und  38  bis  41)  wegen  pathologischer
  Defekte  thierärztlich  beanstandet  wurde;  nur  eins  (Nr.  37)  war  freigegeben  worden.
Vorher  waren  schon  3  Thiere  (Nr.  8,  17  und  18)  aus  dem  gleichen  Grunde  gesperrt.
Obgleich  3  der  Thiere,  welche  nicht  an  einer  infektiösen  Krankheit,  sondern  an  Milzschwellung
(Impffieber)  gelitten  hatten,  wieder  freigegeben  wurden,  mußte  die  Hülfe  der  Anstalt  zu
Cannstatt  in  Anspruch  genommen  werden.  —  Im  Ganzen  wurden  16  Thiere  beim  Schlachten
und  1  beim  Abimpfen  beanstandet  und  zwar  11  wegen  tuberkulöser  Erscheinungen  auf  der
Pleura  costalis,  in  Lungen,  Drüsen  oder  Bauchfell,  1  wegen  Absceß  in  der  Nabelgegend,
1  wegen  Hepatitis  distomatosa,  3  wegen  Milzschwellung  (Nr.  33,  38  und  39  —  später
wieder  freigegeben  —),  1  wegen  partiellen  Ausschlags  (10  linsengroße  oder  größere  gelbliche
Blasen  auf  der  Bauchhaug).

Von  den  für  Cann  statt  eingelieferten  28  Thieren  mußten  3  wegen  ekzematösen  Ausschlags
  vor  der  Impfung  zurückgegeben  werden;  die  übrigen  25  blieben  gesund  bis  auf
eins,  welches  wegen  Blähsucht  am  Tage  nach  der  Impfung  geschlachtet  wurde.  Im  Uebrigen
wurde  nach  der  Schlachtung  noch  bei  1  Thier  Lebertuberkulose  festgestellt,  ferner  I  mal
Hepatitis  indurativa  distomatosa,  3  mal  akute  Milzanschwellung,  4  mal  neben  letzterer
mehr  oder  weniger  ausgedehnte,  gelbsulzige  Infiltration  des  subperitonealen  Bindegewebes.
Die  Lymphe  wurde  in  den  letztbezeichneten  8  Fällen  verwendet,  in  den  letzten  7  Fällen,
nachdem  die  mikroskopische  Untersuchung  von  Ausstrichpräparaten  aus  der  Milz  von  4  Thieren
die  Anwesenheit  von  Mikroben  nicht  erkennen  ließ  und  weiße  Mäuse  nach  Uebertragung
nicht  krank  wurden,  und  endlich  weil  die  Lymphe  eines  ähnlich  erkrankten  Thieres  vor
einigen  Jahren  ohne  Schaden  verwendet  worden  war.  Die  Lymphe  erwies  sich  als  gut  und
wurde  gelobt.

Die  höchste  Temperatur  (40,09)  wurde  bei  der  Abimpfung  beobachtet;  die  höchste
Steigerung  2,,  bis  250  bei  3  Thieren  ohne  jeden  krankhaften  Befund.  Milzanschwellung  2c.
verursachte  ein  Ansteigen  der  Körperwärme  um  0,,  0/4  und  060,  sowie  4mal  um  18  bis
1,00,  die  letztere  Zunahme  bei  dem  Kalbe  mit  der  geringsten  Milzanschwellung  ohne  Infiltration.
  Bei  dem  tuberkulösen  Thier  stieg  die  Körperwärme  nur  um  0,60  C.

In  Karlsruhe  war  der  Gesundheitszustand  sämmtlicher  eingestellten  Farren,  mit
Ausnahme  des  einzigen,  bei  der  Schlachtung  tuberkulös  befundenen  Thieres,  durchaus  gut.
Alle  Thiere  zeigten  die  gehörige  Freßlust  und  Munterkeit.  Die  Eigenwärme,  zweimal  täglich
gemessen,  betrug  vor  der  Impfung  38  bis  39,  am  häufigsten  38,10,  sie  steigerte  sich  in
Ankündigung  der  erfolgreichen  Impfung  am  Ende  des  zweiten  oder  Anfang  des  dritten
Tages,  und  zeigte  gegen  Ende  des  vierten  Tages,  während  die  Pustelbildung  auf  der
Höhe  stand,  unmittelbar  vor  der  Abimpfung  meist  39,  bis  40,  ferner  40,  und  einmal
40  C.  «
In  Darmstadt  reagirten  von  den  eingestellten  19  Thieren  3  auf  Tuberkulin;  sie
wurden  nach  der  Verabredung  vom  Händler  ohne  Entschädigung  zurückgenommen.  Ein
viertes  konnte  wegen  Bruches  des  rechten  Hinterschenkels  nicht  geimpft  werden.  Die  übrigen
15  Thiere  waren  vor  der  Impfung  gesund  und  auch  nach  der  Impfung  ohne  krankhafte
Erscheinungen.  Ein  am  28.  April  eingestellter,  mit  ekzematösem  Hautausschlag  behafteter
Fasel  wurde  erst  geimpft,  nachdem  der  Ausschlag  —  am  17.  Mai  —  vollständig  geheilt
schien.  Der  erhaltene  Impfstoff  erwies  sich  bei  den  Probeimpfungen  als  wenig  wirksam
und  wurde  nicht  abgegeben.  Ein  anderes  Impfthier,  bei  welchem  eine  Tuberkulinreaktion
nicht  beobachtet  wurde,  hatte  bei  der  Sektion  in  zwei  Lymphdrüsen  mehrere  stecknadelkopfbis
  erbsengroße  verkalkte  Knötchen.  Dr.  Boström  in  Gießen  untersuchte  zahlreiche  Schnitte,

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