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Der  Bericht  aus  Berlin  bezeichnet  die  Pustelbildung  im  Allgemeinen  als  gut.  In
einem  Falle  wurde  die  gewonnene  Lymphe,  weil  die  Pustelbildung  eine  Entartung  erkennen
ließ,  nicht  verarbeitet.

In  Stettin  entwickelten  sich  die  Pusteln  unter  dem  Deckverbande  etwas  langsamer,
dagegen  wuchsen  die  Haare  rascher  nach,  als  außerhalb  desselben.  Hinterbacken  und  Dammgegend
  enthielten  die  besten  Pusteln.  Die  stärkere  Eintrocknung  der  Pusteln  in  der  Mitte
wurde  durch  den  Deckverband  nicht  wesentlich  gemindert.  Immun  war  kein.  Kalb.

In  Oppeln  betrug  die  kleinste  Ernte  1,,  die  größte  28  g  Rohstoff.

In  Halle  a.  S.  bekamen  25  Thiere  gleichmäßig  entwickelte  breite  und  tiefe,  7  gleichmäßige
  aber  etwas  schmale  und  trockene,  6  zum  Auslaufen  geneigte,  3  perlschnurartige,
zum  Theil  aber  sehr  große  Pocken,  einmal  waren  letztere  ausgelaufen.  Bei  den  beiden
im  September  mit  Glycerin-Kinderlymphe  geimpften  Kälbern  entwickelten  sich  die  Pusteln
befriedigend.

In  Hannover  waren  sämmtliche  Kälberimpfungen  erfolgreich;  seit  dem  Bestehen
der  Anstalt  war  keine  der  mit  eigener  Thierlymphe  ausgeführten  Kälberimpfungen  erfolglos.

Die  Pusteln  waren  meist  normal  entwickelt,  von  grauweiß  derber  Beschaffenheit,  dreimal,
  bei  weniger  als  40%  Körperwärme,  waren  sie  zurückgeblieben,  schmal  und  wenig  ergiebig.
  Die  Lymphe  eines  Thieres  (Nr.  7)  mit  stark  krustigen,  weichen,  gelblichen  Pusteln
war  nach  2  Monaten  ungenügend  wirksam.

In  Kassel  ließ  sich  wie  auch  schon  früher  feststellen,  daß  bei  den  jungen  Thieren
der  dortigen  Gegend  außer  einer  deutlichen  Abschwächung  des  Impfstoffes  mit  jeder  weiteren
Thierimpfung  eine  geringere  Ausbeute  gewonnen  wurde,  weshalb  wiederholt  frische  Kälberlymphe
  von  außerhalb  bezogen  werden  mußte.

Aus  München  ist  berichtet,  daß  die  Impfung  von  3  Thieren  mit  echtem  Variolois=Stoff,
  von  welchem  nur  eine  geringe  Menge  vorhanden  war,  völlig  erfolglos  verlief.

Vollkommener  Erfolg  trat  ein  bei  den  24  mit  Menschenlymphe  geimpften  Kälbern;  jedoch
mußte  eine  Ernte  (9650  Portionen)  wegen  hochgradiger  Reizerscheinungen  auf  der  Impffläche
  vernichtet  werden.  Die  übrige  Retrovaccine  (mehr  als  150  000  Portionen)  war
tadellos  und  wurde  bei  den  Militärimpfungen  mit  vorzüglichem  Erfolge  gebraucht.

Der  erste  größere  Versuch,  reine  Thierlymphe  zu  züchten,  verlief  unter  starken  Verlusten
  mißlich,  denn  es  waren  5  Kälber  mit  Thierlymphe  erster  Abstammung  erfolglos  geimpft
  worden.  4  mit  Karlsruher  Thierlymphe  geimpfte  Kälber  bekamen  zwar  gute  Pusteln;
wegen  der  kläglichen  Erfolge  der  Probeimpfungen  mit  der  gewonnenen  Lymphe  wurde
jedoch  der  gesammte  von  Karlsruher  Lymphe  abstammende  Impfstoff  vernichtet.  Erfolglos
war  auch  die  Impfung  bei  einem  der  3  mit  Genfer  Thierlymphe  geimpften  Thiere.  Der
Impfstoff  der  beiden  anderen  Thiere,  aus  guten  Pusteln  gewonnen,  mußte  wegen  mangelhafter
  Wirksamkeit  von  der  Verwendung  ausgeschlossen  und  vernichtet  werden.  Dasselbe
geschah  mit  dem  Stoffe  von  10  mit  eigener  Thierlymphe  geimpften  Kälbern  aus  dem
gleichen  Grunde.  Vernichtet  wurden  im  Ganzen  81  250  Portionen  Lymphe.

In  Dresden  konnte  ein  Thier  wegen  fast  völliger  Erfolglosigkeit  der  Impfung  nicht
abgeimpft  werden.

In  Leipzig  waren  die  Pusteln  von  durchgängig  guter  Beschaffenheit,  wenn  auch  die
Entwickelung  sowohl  bei  den  verschiedenen  Kälbern,  als  auch  beim  einzelnen  Kalbe  an  den
mit  verschiedener  Lymphe  geimpften  Stellen  sich  ungleich  verhielt.

Obgleich  in  Zwickau  im  Allgemeinen  über  die  Erfolge  der  thierischen  Fortpflanzung
der  Lymphe  nicht  geklagt  wurde,  schien  es  doch,  als  ob  Menschenlymphe  gleichmäßigere  und