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In  Stettin  wusch  man  wie  vor  der  Impfung,  so  auch  vor  der  Abimpfung  die  Impffläche
  mehrfach  mit  einer  Lysollösung  und  absolutem  sowie  verdünntem  Alkohol,  nachdem  die
Borken  theils  durch  Einreiben  der  Pockenfläche  mit  Vaselin,  theils  mit  einem  eigens  hierzu  hergestellten
  ösenartigen  Doppelmesser,  das  sich  nach  dem  Bericht  bewährt  hat,  entfernt  worden
waren.  —  Abgeimpft  wurde  nach  101  bis  113  Stunden.  Die  Verarbeitung  geschah  mittels  der
durch  gehärtete  Glaswalzen  verbesserten  Döring'schen  Mühle,  wobei  Vermischungen  nicht
vorgenommen  wurden.  Die  Rohlymphe  wurde  größtentheils  im  Verhältniß  von  1:9,  sonst
1:4  mit  Glocerinwasser  (aus  gleichen  Gewichtsmengen  von  Glycerin  und  sterilem  Wasser
bestehend)  verdinnt  und  nach  der  Zubereitung  in  Glastuben  von  100  und  50  Portionen
abgefüllt  und  im  Eisschrank  aufgehoben.

In  Oppeln  verflossen  zwischen  Impfung  und  Abnahme  der  Lymphe  durchweg  96
bis  98  Stunden.  Die  der  letzteren  vorangehenden  Verrichtungen  waren  folgende:  Mechanische
Reinigung  der  Impffläche  mit  warmem  Wasser  und  Seife  unter  Benutzung  eines  Pinsels,
Abwaschen  mit  ½%  Sublimatlösung,  Abspülen  mit  abgekochtem,  auf  etwa  250  abgekühltem
Wasser,  Abtrocknung  der  gereinigten  Fläche  durch  Bälle  aus  Holzwolle  und  Mull,  welche
vorher  mittelst  Dampf  sterilisirt  waren  und  nach  Benutzung  vernichtet  wurden.  Die  Holzwolle
  soll  sich  zu  diesem  Zweck  außerordentlich  gut  eignen.

Der  Rohstoff  blieb  möglichst  3  Monate,  bisweilen  auch  6  Monate  in  Glycerin
liegen,  sodann  wurde  er  unter  Zusatz  von  1  Theil  Wasser  und  3  Theilen  Glycerin  auf
1  Theil  Rohstoff  versandtfertig  hergestellt  und  in  Gläschen  gefüllt.

In  Halle  a.  S.  nahm  man  die  Lymphe  nach  101  bis  144,  im  Durchschnitt  nach
125  Stunden  ab.  Das  Verfahren  der  Zubereitung  des  Impfstoffes  wurde  nicht  geändert.
Das  zunächst  syrupdick  hergestellte  Präparat  wurde  in  sterilisirten  Glasgefäßen  (bis  zu
50  cem  Inhalt)  in  den  Eisschrank  gelegt.  Zur  Versendung  kamen  stets  die  ältesten
Präparate,  nachdem  die  ungefähr  gleichzeitig  abgenommenen  zur  Herstellung  einer  möglichst
gleichmäßigen  Wirksamkeit  vermischt  und  weiter  verdünnt  worden  waren.

Das  Wasserstrahlgebläse  vom  Mechaniker  Csokor  in  Wien  (nebst  Nebenapparaten)
bewährte  sich  bei  der  Vertheilung  der  Lymphe  auf  die  Versandtgefäße  durch  die  Sauberkeit
der  Handhabung  und  die  Möglichkeit  einer  genauen  Dosirung  des  Materials.

In  Hannover  wurde  die  Impffläche  nach  gründlicher  Reinigung  in  der  Regel,
d.  h.  falls  die  Pusteln  normale  Beschaffenheit  hatten,  noch  mit  2  %  Lysollösung  desinfizirt.
Eine  Beeinträchtigung  der  Wirksamkeit  der  Lymphe  wurde  nicht  bemerkt.  Bei  der  Zubereitung
  auf  der  Döring'schen  Mühle  wurden  meist  mehrere  Erträge  unter  Zusatz  der  4=  bis
8  fachen  Menge  von  Glycerinwasser  vermischt.  Der  zum  Füllen  der  Versandtgefäße  benutzte
Csokorsche  Apparat  bewährte  sich,  war  aber  noch  mit  dem  Mangel  behaftet,  daß  die  Regulirung
  des  Wasserzuflusses  oder  des  Luftdrucks  eine  zu  große  Aufmerksamkeit  erforderte.

In  Kassel  ließ  man  die  schon  früher  eingehaltene  Zeit  von  86  bis  88  Stunden
auch  im  Berichtsjahre  verstreichen,  bevor  die  Abnahme  stattfand.  Vor  der  Abnahme  hat
bisher  eine  Desinfektion  nicht  stattgefunden;  es  wird  aber  beabsichtigt,  später  mit  50%
Alkohol  zu  desinfiziren.

Zubereitung,  Verfüllung  und  Aufbewahrung  der  Lymphe  haben  sich  nicht  geändert.

In  Köln  fanden  Abnahme  und  Aufbewahrung  wie  bisher  statt.  Es  wurde  wiederum
der  Rohstoff  mit  der  15  fachen,  allmählich  zugesetzten  Menge  Wasser  und  Glycerin  ohne
Maschine  verrieben.  Nur  die  für  Militärzwecke  hergestellte  Lumphe  war  5  fach  verdünnt.

In  München  erfolgte  die  Abnahme  nach  78  bis  119  Stunden  und  zwar  38  mal
im  Verlaufe,  27  mal  am  Ende  des  4.  Tages,  15  mal  im  Verlaufe  des  5.  Tages.

In  Dresden  wurde  die  Lymphe  in  der  Regel  nach  4  Tagen,  1  mal  nach  4  ½,  10mal