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nach  5  Tagen  und  I1mal  zu  verschiedenen  Zeiten,  nach  4  und  5  Tagen,  abgenommen.
Zubereitung  und  Aufbewahrung  blieben  unverändert.

In  Leipzig  wurde  bis  Mitte  Mai  nach  96,  nachher  nach  etwa  84  Stunden  zur
Abnahme  der  Lymphe  geschritten,  da  mit  der  wärmeren  Jahreszeit  schnellere  Entwickelung
und  schnelleres  Reifen  der  Pusteln  eintraten.

Die  Verreibung  geschah  im  Handmörser.  Die  fertige  Lymphe  wurde  in  größere  Röhrchen
für  je  15  bis  75  Impfungen  und  in  kleine  Röhrchen  für  die  Zwecke  der  Privatärzte  gefüllt.

Aus  Zwickau  ist  berichtet,  daß,  da  die  Abnahme  mit  dem  scharfem  Löffel  zwar
eine  reiche  Ernte  ergiebt,  aber  eine  Qual  für  das  Thier  bedeutet,  wiederholt  dabei  Morphium
subkutan  (1cg)  gegeben  wurde.  Die  dreifache  Menge  genügte,  um  mittelst  Laparotomie
den  Darm  weit  fast  ohne  Zucken  des  Thieres  hervorholen  und  die  Verschließung  der  Bauchdecke
bewerkstelligen  zu  können.  Nach  dem  Abimpfen  wurde  das  Impffeld  abgewaschen,  getrocknet  und
das  Thier  spätestens  binnen  12  Stunden  geschlachtet.  Die  Lymphe  wurde  mit  etwas  Elycerin
gemengt  in  Glasdosen  im  dunklen,  kühlen  Raum  1  bis  2  Stunden  bis  zur  Verarbeitung  aufbewahrt.
  Nach  12=  bis  18stündiger  Aufbewahrung  soll  sich  das  Gewebe  besser  und  feiner
verrieben  haben.  Von  Menschenlymphe  gewonnene  Erträge  wurden  6=  bis  7fach,  Fortpflanzungsprodukte
  4-  bis  5  fach,  ausnahmsweise  10=  und  15  fach  mit  einem  Gemisch  von
5  vol.  Glycerin  zu  3  vol.  Wasser  verdünnt.  Als  Aufbewahrungsort  dient  gewöhnlich  der
Keller,  während  des  Winters  zur  Erhaltung  einer  möglichst  gleichmäßigen,  nicht  zu  niedrigen
Temperatur  ein  Kleiderschrank  im  Schlafzimmer.

In  Bautzen  wurde  während  des  Berichtsjahres  die  Abnahme  etwas  später  als
früher,  und  zwar  nach  96  Stunden,  mit  dem  halbscharfen  Löffel  vorgenommen.  Die  Fläche
war  vorher  mit  Alkohol  desinfizirt  und  mit  sterilem  Wasser  gereinigt.  Die  austretende  seröse
Flüssigkeit  wurde  nicht  mehr  benutzt.

Die  Verreibung  der  Rohlymphe  mit  Glycerin  im  Verhältniß  von  1:  4  geschah  mit
der  Hand  in  Reibeschalen.  Die  Gleichmäßigkeit  der  Verreibung  konnte  mit  der  Lupe  erkannt
werden.  Die  Aufbewahrungsgefäße  waren  Tuben  für  60  bis  70  Portionen  oder  kleine  3  cm
lange,  9  mm  weite  Gläser,  ferner  solche  für  20  bis  25,  für  etwa  10  und  Kapillaren  für  1
bis  3  Portionen;  letztere  erhielten  Privatärzte.

In  Stuttgart  wurde  die  möglichst  unblutige  Abnahme  der  Pocken  von  der  gespannten
  Haut  mit  dem  Löffel  beibehalten.

Während  in  Cannstatt  bei  der  ersten  Hälfte  der  Thiere  der  Abnahme  nur  eine
gründliche  Abseifung,  Abspülung  mit  gekochtem  Wasser  und  Abtrocknung  mit  Verbandgaze
voraufging,  folgten  bei  den  übrigen  Thieren  nach  der  ersten  Abseifung  und  Abspülung  eine
Desinfektion  der  Impffläche  mit  2  %  Lysollösung,  sodann  eine  zweite  gründliche  Abseifung
Abspülung  und  die  Abtrocknung.  «

Die  Wirksamkeit  der  Lymphe  wurde  nicht  beeinträchtigt,  doch  wurde  auch  nicht  verhindert,
  daß  einzelne  Impfärzte  recht  häufig  heftige  Reaktionserscheinungen  fahen.

Die  Rohlymphe  wurde  72  bis  97¾  Stunden  nach  der  Impfung  mit  dem  scharfen
Löffel  möglichst  unblutig  abgenommen.  In  der  kühleren  Jahreszeit  ging  die  Entwickelung
langsamer  vor  sich,  wobei  in  Cannstatt  die  Lymphe  wirksamer  und  dauerhafter  ist.  Zur
Verdünnung  in  der  Mühle  wurde  die  2-bis  3fache  Menge  einer  Mischung  von  100  Theilen
Glycerinwasser  und  0,4  Theilen  Salicylsäure  verwendet.  Auf  Versuche  mit  mehr  verdünnter
Lymphe  mußte  wegen  verschiedener  Störungen  des  Anstaltsbetriebes  verzichtet  werden.

Die  Aufbewahrung  der  fertigen  Lymphe  geschah  im  Keller  oder  Eiskasten  in  Kapillaren
  und  Cylindergläsern,  welche  sich  zwischen  Salicylwatte  innerhalb  Pappschachteln  in
einem  Blechbehälter  befanden.