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In  Karlsruhe  erfuhr  die  Technik  und  Zeit  der  Abnahme  des  Impfstoffes  keinerlei
Abänderung.  Die  Menge  des  der  Pustelmasse  beigemengten  Glycerins  betrug  etwa  5  Theile
auf  1  Theil  Stoff.  Die  Verreibung  geschah  im  Porzellanmörser,  die  gewonnene  Emulsion
wurde  durchgeseiht.

Zur  besseren  Konservirung  des  Vorraths  wurde  der  Lympheschrank  im  Keller  während
des  Sommers  anfangs  täglich,  später  jeden  zweiten  Tag  mit  2  kg  Eis  beschickt.  Die  Lymphe
hielt  sich  vorzüglich.

In  Darmstadt  erfolgte  die  Abnahme  in  der  Regel  am  4.  Tage,  meist  nach  85  ½
bis  90,  je  1  mal  nach  111  ½  und  120  Stunden.  Der  Zeitpunkt  wurde  für  jedes  Thier
besonders  gewählt.  Die  voraufgehende  Reinigung  des  Impffeldes  wurde  unter  Anwendung
von  Pinsel  und  Seife  möglichst  gründlich  vorgenommen.

Die  gewonnene  Pustelmasse  wurde  entweder  sofort  unter  Zusatz  von  Elycerinwasser
zur  Emulsion  verarbeitet  oder,  besonders  wenn  es  sich  um  Lymphe  zur  Fortpflanzung
handelte,  einige  Zeit  unter  Glycerinwasser  aufbewahrt  und  erst  später  verrieben  und  zwar,
da  die  Mühle  schadhaft  war,  während  1  ½  bis  2  Stunden  mit  der  Hand  im  Mörser.
Eine  Mischung  verschiedener  Erträge  fand  nen  statt.  Der  Zusatz  zum  Rohstoff  betrug  die
dreifache  Menge  einer  Mischung  von  Glycerin  und  sterilisirtem  Wasser  im  Verhältniß  von
3:  1.  Die  Aufbewahrung  geschah  wie  früher.

In  Schwerin  wurde  die  Lymphe  regelmäßig  nach  96  Stunden  abgenommen.  Zubereitung
  und  Aufbewahrung  geschahen  wie  in  den  Vorjahren.  Um  eine  gleichmäßige,  sicher
wirkende  Lymphe  zu  erzielen,  wurde  wiederum  das  gleichzeitig  gewonnene  Material  verschiedener
  Kälber  gemischt.  Die  Resultate  befriedigten  indeß  wenig.

In  Weimar  wurde  die  Lymphe  in  der  Regel  nach  96,  einigemal  schon  nach  84
Stunden  abgenommen.  Die  Methode  der  Abnahme  und  die  weitere  Behandlung  der  Lymphe
haben  sich  nicht  geändert.

In  Bernburg  fand  die  Abnahme  nach  90  bis  96  ½,  einmal  nach  120  Stunden
statt.  Zur  Herstellung  der  Emulsion  wurde  der  Rohstoff  mit  der  3=  bis  5  fachen  Menge
Glycerin  mittelst  der  Chalybäus'schen  Maschine  verrieben.

In  Lübeck  waren  nur  einmal  138,  im  Uebrigen  stets  120  Stunden  bis  zur  Abnahme
  verflossen.  Die  Vermischung  mit  2  bis  3  Theilen  Glycerin  zur  Emulsion  geschieht
durch  innige  Verreibung  im  Glasmörser.  Sodann  wird  die  Lymphe  in  Glasröhrchen  zu
40  und  15  bis  20  Portionen  gefüllt.  Das  Verfahren  bei  der  Abnahme  wurde  nicht  geändert.

In  Bremen  waren  die  Pusteln  nach  96  Stunden  abnahmereif.  Nach  der  Abnahme
wurde  die  Masse  mit  Glycerin  1:  1  bis  2½  in  einem  Porzellanmörser  energisch  gleichmäßig
verrieben  und  sofort  in  Gläser  (zu  10  g),  Pipetten  und  Röhrchen  gefüllt,  luftdicht  verschlossen
und  im  Kühlhause  des  Schlachthofs  aufbewahrt.

In  Hamburg  wurden  21  Thiere  5  mal  24  Stunden  nach  der  Impfung  und  20  Thiere
während  der  wärmeren  Jahreszeit  einen  Tag  früher  abgeimpft.  Sollten  einzelne  Pusteln  verwerthet
  werden,  so  wurde  die  Klemmpinzette  benutzt,  bei  den  auf  Schnittlinien  gewachsenen  der
scharfe  Löffel.  Zur  Herstellung  der  Emulsion  ist  eine  Lomphemühle  aus  Wien  angeschafft  worden.

In  Straßburg  i.  E.  wurde  die  Abnahme  in  der  üblichen  Art  nach  136  bis  144
Stunden  bewirkt.  Bei  der  Aufbewahrung  ist  keine  Aenderung  eingeführt  worden.

In  Metz  erfolgte  die  Abnahme  mittelst  des  scharfen  Löffels  in  raschem  Zuge.  Im
Porzellan=  bezw.  Achatmörser  wurde  die  gewonnene  Masse  mit  der  3=  bis  4fachen  Menge,  oder
soweit  sie  zu  Kälberimpfungen  bestimmt  war,  etwa  mit  der  doppelten  Menge  Glycerinwasser
in  2  bis  2  ½  Stunden  innig  verrieben.  Je  langsamer,  namentlich  anfangs,  der  Glycerin=Mediz.-stat.

  Mittheil.  a.  d.  Kalserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  10