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Von  Straßburg  i.  E.  wurden  bis  zum  4.  Februar  18  Sendungen  Lymphe  von
dem  am  23.  November  des  Vorjahres  zuletzt  abgeimpften  Thiere,  also  bis  zu  73  Tagen
alt  versendet  und  erfolgreich  verimpft.  Der  Vorstand  verimpfte  bei  Erstimpflingen  3  Monate
alten  Impfstoff  gleichfalls  mit  gutem  Erfolg.

Aus  Metz  sind  einige  Mittheilungen  bereits  auf  Seite  130  gebracht.

Krankhafte  Erscheinungen  an  Menschen  nach  Verimpfung  der
Thierlymphe.

Die  Verwendung  von  Lymphe  aus  Königsberg  i.  Pr.,  Hannover,  München,
Stuttgart,  Karlsruhe,  Weimar,  Bernburg,  Lübeck  und  Bremen  gab,  soweit  bekannt,
  zu  Störungen  des  Impfverlaufes  nicht  Anlaß.

In  einem  von  Berlin  versorgten  Impfbezirke  sollen  längere  Zeit  nach  der  Inpfung
Ausschläge,  in  einem  anderen  sowohl  nach  Verwendung  der  Emurlsion  als  auch  der  zentrisugirten
  Lymphe  Enutzündungen  und  sogar  Geschwüre  entstanden  sein.  Die  Aerzte  der
Anstalt  beobachteten  bei  Erstimpflingen  Zmal  Schwellung  der  Achseldrüsen,  1  mal  Infiltration
  der  Hornhaut  drei  Tage  nach  der  Impfung,  1  mal  trockenes  Ekzem  im  Gesicht,
1  mal  eine  kleine  Ekzemkruste  an  der  Lippe,  1  mal  postvaccinales  Exanthem  mit  starker
Entzündung  in  der  Umgebung  der  Impfblattern.  Ein  Kind  wurde  3  Wochen  nach  der
Impfung  mit  einem  Abseesse  an  einer  bereits  vernarbten  Impfstelle  vorgestellt.  Bei  einem
Kinde,  daß  sich  vor  der  Impfung  den  linken  Daumen  mit  einer  schmutzigen  Nadel  verletzt
hatte,  entwickelte  sich  bis  zur  Nachschau  ein  Ausschlag  von  kleinen  wasserhellen  Bläschen
am  linken  Vorderarm  ohne  abnormen  Verlauf  der  Impfpocken.  Ein  Kind,  dessen
Mutter  Oelläppchen  aufgelegt  hatte,  zeigte  flache  Verschwärung  der  Impfpocken  und  einzelne
Nebenpocken.  Bei  Wiederimpflingen  wurde  je  1mal  Schwellung  der  Achseldrüsen  und  starke
Entzündung  in  der  Umgebung  der  Pusteln  gesehen.  Ein  Kind  bekam  Furunkel  am  Rücken.

Der  Bericht  aus  Stettin  meldet  nach  den  eingegangenen  Anzeigen  einen  Fall  von
Impferysipel,  vereinzelte  Fälle  stärkerer  Röthung  in  den  Bezirken  weniger  Impfärzte,  zahlzeiche
  Fälle  stärkerer  Entzündung  in  einem  Impfbezirk.

Nach  Oppeln  wurden  2  Fälle  von  „Impfrose“  und  2  Fälle  von  Augenbindehautentzündung,
  der  eine  Eruption  von  Varicellen  folgte,  ferner  1  weiterer  Fall  von  Varicellen  gemeldet.
  Durch  amtliche  Feststellungen  wurde  erwiesen,  daß  die  beiden  ersten  Erkrankungen
nur  in  einer  starken  Reaktion  bestanden.  Hinsichtlich  der  8  übrigen  Fälle  wird  mitgetheilt,
daß  Varicellen  sehr  häufig  vorkamen,  so  daß  die  Erkrankung  einiger  geimpfter  Kinder  daran
nicht  auffallen  konnte.  Im  Uebrigen  ist  nur  vereinzelt  „starke  Reaktion“  angezeigt.

Nach  Halle  a.  S.  ist  über  krankhafte  oder  außergewöhnliche  Erscheinungen  nicht  berichtet
  worden.  Am  Orte  selbst  wurden  beobachtet:  einmal  Früherysipel  am  geimpften  Arm,
jedoch  von  den  Fingern  ausgehend  und  nicht  bis  an  die  Impfstelle  reichend;  bei  einem  zweimal
  erfolglos  geimpften  Erstimpfling  8  Wochen  nach  der  zweiten  Impfung  ein  Ausschlag
(ähnlich  dem  Herpes  circinatus),  welcher  die  Impfstelle  ganz  frei  ließ;  bei  einem  Erstimpfling
  Krätze;  bei  mehreren  Erstimpflingen  waren  die  Schutzpocken  durch  Vaselinverbände  in
eiternde  Stellen  umgewandelt  worden.

In  Kassel  waren  andere  Erscheinungen  als  Röthung  um  die  Pusteln  nicht  zu  beobachten.
  Aeltere,  früher  kränklich  gewesene  und  daher  zurückgestellte  Kinder  zeigten  diese
Reizerscheinung  stärker  als  rechtzeitig  geimpfte.  4  bis  6  Wochen  alte  Lymphe  wirkte  reizloser
als  ganz  frische.

Nach  Köln  wurden  Impfkrankheiten  nicht  gemeldet,  auch  nicht  von  Seiten  der  Armee.
Ein  gutartiges  Erythem  am  linken  Fuß  stand  nach  dem  Bericht  des  Impfarztes  nicht  im