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Zusammenhang  mit  der  Impfung.  Bei  der  Nachschau  war  die  Pustelumgebung  nur  mäßig
entzündet.

Nach  Dresden  berichtete  ein  Impfarzt,  daß  verschiedentlich  starke  Entzündungen  der
Pustelumgebung  eingetreten  seien.

In  Leipzig  sah  der  Vorstand  außer  den  alljährlich  auftretenden  masernähnlichen
Exanthemen  bei  Wiederimpflingen  einmal  Absceßbildung  an  der  Impfstelle  und  einigemal
stärkere  Reaktionen  mit  Schwellung  des  Armes.  2  vereinzelte  Todesfälle  an  Erysipel
ereigneten  sich  so  spät  nach  der  Impfung,  daß  die  Krankheit  auf  die  Lymphe  nicht  bezogen
werden  konnte.

Nach  Zwickau  wurde  außer  stärkerer  Röthung  gemeldet:  bald  behobenes  Eryfipel,
besonders  bei  Wiedergeimpften,  2  Fälle  „generalisirter  Vaccine“,  je  1  Fall  von  Blasenbildung
und  „Impetigo  contagiosa“.  Letztere  Fälle  waren  jedoch  der  Lymphe  nicht  zuzuschreiben.

Auch  in  Bautzen  wurden  Fälle  stärkerer  Röthung  angezeigt.  Ein  ohne  Erfolg  geimpftes
Kind  in  Singwitz  sollte  in  Folge  der  Impfung  gestorben  sein.  In  Wirklichkeit  hat  es  an  einem
Ausschlag  2c.  gelitten,  welcher  nicht  von  der  Impfstelle,  sondern  von  Rücken  und  Hals  ausging.

Im  Cannstatter  Bericht  wird  die  Beobachtung  eines  Arztes  in  Stetten  erwähnt,
welcher  bei  einem  epileptischen,  am  7.  Tage  nach  der  Wiederimpfung  in  einem  Krampfanfalle
  gestorbenen  Knaben  eine  auffallend  große  Milz  fand  und  diese  Schwellung
mangels  einer  anderen  Ursache  der  vorausgegangenen  Impfung  zuschrieb.

Erkrankungen  von  Bedeutung  bei  Menschen  nach  der  Impfung  mit  Thierlymphe  sind
in  Cannstatt  nicht  bekannt  geworden.  Außer  den  auf  S.  118  bereits  erwähnten  Reaktionserscheinungen
  sind  nur  noch  3  Fälle  von  Erythem  und  1  Fall  von  papulösem  Exanthem
bei  einem  skrophulösen  Kinde,  sämmtlich  ohne  Folgen,  vorgekommen.  Ein  Erstimpfling  in
Uhlbach  starb  4  Tage  nach  der  Impfung.  Die  Eltern  brachten  diesen  Todesfall  nicht  in
Zusammenhang  mit  der  Impfung.  Wahrscheinlich  war  Stimmritzenkrampf  die  Todesursache.
In  Cannstatt  fielen  bei  einem  Kinde  am  14.  Tage  3  der  zu  Borken  vertrockneten  Pusteln
unter  Hinterlassung  einer  geschwürigen  Fläche  ab,  an  der  linken  Brustseite  entstand  nach
Absceßbildung  und  Incision  ein  halbhandgroßes  Erysipel.  Ausgang  nach  16  Tagen  in
Genesung.  In  2  Fällen  entstanden  Bläschen  oder  kleine  Eiterpusteln  im  Gesicht,  an  den
Händen  und  in  der  Kreuzbeingegend,  welche  ohne  Folgen  wieder  verschwanden.

In  der  Mehrzahl  der  nach  Darmstadt  gelangten  Berichte  ist  hervorgehoben,  daß
krankhafte  auf  Rechnung  der  Impfung  zu  setzende  Erscheinungen  nicht  beobachtet  wurden.
Stärkere  Randröthe  und  leichte  Anschwellungen  der  Achseldrüsen  wurden  einigemal  erwähnt.
Ferner  sind  vorgekommen  bei  Erstimpflingen:  einmal  einige  Tage  nach  der  Impfung
heftige  Gehirnerscheinungen  (wiederholte  Krampfanfälle).  4  Kinder  starben  etwa  5,  4  Wochen,
14  und  5  Tage  nach  der  Impfung  und  zwar  an  Krämpfen  2,  Brechdurchfall  und  Cholera
nostras  je  1  ohne  Zusammenhang  mit  der  Impfung.  Einmal  ist  die  Todesursache  nicht
angegeben;  der  behandelnde  Arzt  fand  jedoch  gleichfalls  keinen  Zusammenhang  mit  der
Impfung.  Starke  Entzündung  war  einmal  theils  auf  Verunreinigung  durch  ein  aufgelegtes
schmutziges  Leinwandläppchen,  theils  auf  mechanische  Reizung  durch  Kratzen  zurückzuführen.
2  Fälle  von  Verschwärung  und  Anschwellung  (davon  1  bei  einem  Wiederimpfling)  verliefen
günstig.  In  einem  Falle  war  der  Tod  eines  Kindes,  bei  dem  sich  sofort  nach  der  Impfung
Geschwüre  zeigten,  höchst  wahrscheinlich  auf  Tuberkulose  zurückzuführen,  welche  neben  der
Skrophulose  in  der  Familie  schon  öfter  aufgetreten  war.  Bei  Wiederimpflingen  traten
in  Mainz  häufig  zur  Zeit  der  Nachschau  Schulversäumnisse  angeblich  wegen  Fiebers,
Schwäche  oder  Ohnmachten  ein.  Hier  wie  anderwärts  waren  derartige  Ausflüchte  grundlos.

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V.  11