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kümmerliche  Pusteln  entwickelt.  Wir  hatten  das  Thier  gleichzeitig  auf  seiner  Rippenfläche  mit  guter
Vaccine  geimpft,  auch  diese  war  sehr  gut  gediehen.  Beide  Sorten  wurden  getrennt  abgeerntet,  jede  für
sich  auf  die  übliche  Weise  mit  Glycerin  verrieben  und  auf  Menschen  verimpft,  desgleichen  der  Rest  der
keimfreien  Lymphe  aus  Darmstadt.  Die  seit  mindestens  3  Wochen  in  Glasröhrchen  aufbewahrte  keimfreie
Lymphe  gab  an  7  Kindern  auf  21  Schnitt  21  Pusteln  von  untadeliger  Beschaffenheit.  In  einem  Falle
war  die  Areola  ziemlich  stark  geröthet,  obwohl  ein  sterilisirtes  Messer  mit  der  sogenannten  keimfreien
Lymphe  armirt  worden  war.

Nicht  minder  befriedigend  gedieh  der  Versuch  mit  der  aus  keimfreier  Lymphe  am  Kalbe  entstandenen
Baccine.  Es  wurden  10  Kinder  mit  je  6  Schnittchen  geimpft,  60  Pusteln  entwickelten  sich,  die  sich  von
den  aus  frischer  Hamburger  Vaccine  hervorgegangenen  Pusteln  nicht  unterscheiden  ließen.“

Auch  im  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  wurde  Mercksche  Lymphe  untersucht.  9  unmittelbar  von
der  Firma  E.  Merck  bezogene  Röhrchen,  auf  deren  mit  der  Bezeichnung:  Reine  animale  Lymphe  „Merck“.
versehenen  Umhüllung  sich  der  Vermerk  fand:  „Wurde  vor  Abgabe  bakteriologisch  untersucht  und  ist  frei
von  Bakterien“,  enthielten  sämmtlich  Bakterienkeime,  allerdings  in  geringer  Anzahl.  Schon  bei  Aussaat
auf  gewöhnlichem  Agar  wuchsen,  auf  das  Gramm  Lymphe  berechnet,  im  Minimum  40,  im  Maximum
120,  durchschnittlich  80  Kolonien.  Die  gefundenen  Keime  waren  ausschließlich  sporenbildende  Bakterien
aus  der  Gruppe  der  Heu-  und  Kartoffelbacillen.  Pathogene  Keime  wurden  nicht  gefunden,  ebensowenig
Staphylokokken  oder  Streptokokken  irgendwelcher  Art.  Weitere  2  Röhrchen  erhielt  der  Leiter  der  Königlichen
  Anstalt  zur  Gewinnung  thierischen  Impfstoffes  in  Berlin.  Bon  diesem  wurden  am  24.  April  1898
4  Erstimpflinge  mit  4  Schnitten  am  rechten  Arm  und  zwar  zu  je  2  Schnitten  mit  Merck'scher  und  Berliner
Lymphe  geimpft.  Eins  der  4  Kinder  fehlte  bei  der  Nachschau,  ein  anderes  bekam  nur  eine  Pustel  von
Berliner  Lymphe.  Von  den  übrigen  beiden  zeigte  das  eine  keinen  Unterschied  der  Einwirkung  beider
Impfstoffe;  die  Randröthe  war  nur  gering.  Beim  zweiten  entstand  lebhafte  Röthung,  welche  jedoch  an
den  mit  Merck'scher  Lymphe  beschickten  Stellen  entsprechend  einer  schwächeren  Entwickelung  der  Pusteln
etwas  weniger  umfangreich  war.