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Die  erwähnte  Abnahme  der  Sterbefälle  gegenüber  dem  Vorjahre  machte  sich  am
meisten  im  kindlichen  Alter,  namentlich  bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres,  am  wenigsten
bei  Personen  des  mittleren  Lebensalters  von  15—60  Jahren  bemerklich,  denn  in  den  13
Staaten,  welche  für  1895  und  für  1896  Ausweise  eingesandt  haben,  starben:

—.

1895  1896  Differenz:

Kinder  des  ersten  Lebensjahren  406  599364  513  —  42  086

„  im  Alter  von  1—15  Jahren  167  657  161  573  —  6084
Personen  „  „  „  15—60  „  258  549257642  —  007
«  „  „  „  60  und  mehr  Jahren268  645E  267  518  —  1127

„  im  unbekannten  Alter  521  46  —  95

Zieht  man  in  Betracht,  daß  während  des  Berichtsjahres  in  diesen  13  Staaten
1828  990  Kinder,  während  des  Vorjahres  aber  nur  1792795  Kinder  lebend  geboren
wurden,  so  ergiebt  sich,  daß  im  Berichtsjahre  auf  je  1000  Lebendgeborene  29  Kinder
des  ersten  Lebensjahres  weniger  gestorben  sind,  nämlich  199  gegen  227  im  Vorjahre.

Bezeichnend  für  das  Jahr  1896  ist  es  in  dieser  Hinsicht,  daß  die  Minderzahl  der
Todesfälle  hauptsächlich  auf  die  Monate  Juli,  August  und  September  entfällt,  welche  Monate
Kindern  des  ersten  Lebensjahres  am  gefährlichsten  zu  sein  pflegen.  (Nach  den  Veröffentlichungen
  des  Kaiserlichen  Statistischen  Amtes  sind  im  Deutschen  Reiche  während  der  genannten
  drei  heißesten  Monate  im  Berichtsjahre  40  927  Personen  aller  Altersklassen  weniger
als  im  Vorjahre  gestorben,  dagegen  sind  z.  B.  im  November  und  Dezember  des  Berichtsjahres
  11743  Personen  mehr  als  in  den  gleichen  Monaten  des  Vorjahres  gestorben.)

Unterschiede  in  gleichem  Sinne  sind  —  nach  den  dem  Keiserlichen  Gesundheitsamte
  monatlich  zugegangenen  Ausweisen  aus  etwa  260  Orten  des  Reiches  mit  15  000  und
mehr  Einwohnern  —  auch  in  der  Gesammtheit  dieser  größeren  Ortschaften  beobachtet  worden;
während  der  Monate  Juli  bis  September  1896  war  die  Zahl  der  Sterbefälle  in  der  Gesammtheit
  der  betheiligten  Orte,  d.  h.  unter  den  ca.  14  Millionen  Einwohnern  derselben,
erheblich  geringer,  dagegen  während  der  Monate  November  und  Dezember  erheblich  höher
als  in  den  gleichen  Monaten  des  Vorjahres  (vergl.  Veröff.  d.  K.  G.-A.  1896  S.  354  und
1897  S.  782).  Diese  Differenz  während  der  Sommermonate  machte  sich,  wie  die  genaueren
Angaben  aus  den  betreffenden  Ortschaften  erkennen  lassen,  hauptsächlich  bei  Kindern  des
ersten  Lebensjahres  bemerkbar.

Indessen  was  für  die  Gesammtheit  der  Orte  gilt,  trifft  nicht  für  alle  einzelnen  zu
eine  geringere  Sterblichkeit  in  den  Sommermonaten  und  eine  höhere  Sterblichkeit  in  den
Wintermonaten  war  bei  einem  Vergleich  mit  dem  Vorjahre  zwar  im  Gesammtbereiche,  aber
durchaus  nicht  für  jeden  einzelnen  Ort  2#c.  festzustellen,  es  ist  daher  auch  nicht  zu  erwarten,
daß  solcher  Umschwung  der  Sterblichkeitsverhältnisse  auf  allgemeine  Ursachen,  etwa  auf
die  anderen  Witterungsverhältnisse  zurückgeführt  werden  könnte.  Es  sei  erwähnt,  daß  z.  B.
in  Berlin  während  der  Monate  November  und  Dezember  1896,  d.  h.  zu  einer  Zeit,  als
im  Ganzen  die  Zahl  der  Sterbefälle  gegenüber  dem  Vorjahre  beträchtlich  erhöht  war,  383
Personen  weniger  als  zur  gleichen  Zeit  des  Vorjahres  gestorben  sind.  Ein  Einfluß  der
Witterung  wird  sich  demgemäß  immer  nur  für  engere  Bezirke,  nicht  aber  für's  ganze  Reich
nachweisen  lassen.

B.  Seltenere  und  häufigere  Todesursachen.

Was  die  einzelnen  Todesursachen  betrifft,  welche  in  den  zum  Vergleich  stehenden

13  Staaten  während  des  Berichtsjahres  häufiger  oder  seltener  festgestellt  sind,  so  hat  bei