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Hiernach  sind  es  zwei  geographisch  wohl  begrenzte  Gebiete,  in  denen  sich  die
Abnahme  der  Sterbefälle  hauptsächlich  zu  erkennen  giebt,  nämlich  der  Theil  des  nordwestlichen
  Deutschland,  welcher  etwa  zwischen  dem  9.  und  11.  Grade  östl.  Länge  gelegen
ist  und  der  südwestlichste  Theil  des  Reiches  bis  an  die  Westgrenze  des  rechtsrheinischen
Bayern.  Auch  in  Bayern  haben  die  betreffenden  Sterbefälle  abgenommen,  wenn  auch  nicht
im  ganzen  Bereiche,  so  doch  in  einzelnen  Theilen  des  Landes.  Prüft  man  nämlich  die
Sterblichkeitsverhältnisse  in  den  einzelnen  Regierungsbezirken  des  rechtsrheinischen  Bayern,
so  hat  in  dem  am  meisten  südwestlich  gelegenen  Regierungsbezirk  Schwaben  die  Zahl  der
Sterbefälle  unter  Personen  von  1—60  Jahren  beträchtlich,  und  zwar  von  6  009  auf  5601,
also  um  6,4  %  der  vorjährigen  Zahl,  abgenommen,  weiter  östlich  haben  Niederbayern  und
Oberfranken  noch  eine  ziemlich  starke,  Oberbayern,  die  Oberpfalz  und  Mittelfranken  eine  nur
mäßige  Abnahme,  Unterfranken  dagegen  hat  eine  erhebliche  Zunahme  der  betreffenden  Sterbefälle
  —  um  fast  3%  der  vorjährigen  Zahl  —  gezeigt.

In  Norddeutschland  ist  eine  bemerkenswerthe  Abnahme  außer  in  obengenannten  Gebieten
  noch  in  Ostpreußen  (um  2,  %,  dagegen  eine  Zunahme  der  Sterbefälle  unter  dem
in  Rede  stehenden  Theile  der  Bevölkerung  hauptsächlich  in  Schlesien,  in  der  Rheinprovinz,
in  Hessen-Nassan  und  im  Staate  Bremen  beobachtet.  Eine  geringe  Zunahme  in  der  Mark
Brandenburg  (um  42  =  0,2  %  läßt  sich  durch  den  lebhaften  Zuzug  aus  Berlin  in  die
Vororte  erklären,  denn  dieser  geringen  Zunahme  der  Sterbefälle  in  der  Mark  steht  eine
30  mal  größere  Abnahme  unter  der  gleichaltrigen  Bevölkerung  der  Stadt  Berlin  gegenüber
  (s.  o.).

Läßt  man  nicht  nur  die  ältesten  Personen  von  60  und  mehr  Jahren,  sowie  den  im
Säuglingsalter  stehenden  Theil  der  Bevölkerung,  sondern  auch  die  noch  in  weiterer  körperlicher
  Entwickelung  begriffenen  Kinder  bis  zum  vollendeten  15.  Lebensjahre  außer  Betracht
und  sucht  nur  festzustellen,  wo  im  lebenskräftigsten  Alter  von  15  bis  60  Jahren
weniger  Personen  gestorben  sind,  so  ergiebt  sich  Folgendes:  ·

Die  stärkste  Abnahme  ist  in  einer  bestimmten  Gegend  des  nordwestlichen  Deutschland,
welche  Schleswig-Holstein  mit  Hamburg  und  den  angrenzenden  Reg.-Bez.  Lüneburg  (Abnahme
  um  5,4  %  der  vorjährigen  Zahl),  ferner  Bremen,  Schaumburg-Lippe  und  die  Regierungs-Bezirke
  Münster  und  Minden  (Abnahme  um  2/  %%)  umfaßt,  außerdem  in  Ostpreußen
und  Sachsen-Coburg-Gotha,  beobachtet,  im  Süden  hauptsächlich  in  Hohenzollern,  dem  angrenzenden
  bayerischen  Reg.-Bez.  Schwaben  (Abnahme  um  3,,  %),  und  in  der  Oberpfalz
(Abnahme  um  2,„  %%).  Dagegen  ist  eine  Zunahme  der  Sterbefälle  unter  den  Personen
von  15—60  Jahren,  einerseits  im  nordwestlichen  Theile  Bayerns,  nämlich  den  Regierungsbezirken
  Unterfranken  (Zunahme  um  3,6  %%/),  Oberfranken,  Pfalz  und  Mittelfranken,  sowie
in  Niederbayern,  andererseits  im  Königreich  Sachsen  nebst  den  preußischen  Provinzen  Posen,
Schlesien,  Brandenburg,  Sachsen,  Pommern  beobachtet.

Die  Zahl  der  im  Alter  von  15—60  Jahren  Gestorbenen  verringerte  sich:

in  Schaumburg--Lippoo  um  36  —  17,7  00  der  vorjährigen  Zahl
„  Schleswig-Holstein  „  462  =  8%  %  „  „  „
im  Staate  Hambureg  .  „189  =  4½%%%  „  („  „
in  Hohenzolllen  „17—  4,4%  „  „  „
„  Ostpreußen  „  362  =  3  %  „  „  "
„  Sachsen-Coburg-Gotha  „  36  =  3),/  Oio  „  „  2
im  Staate  Bremmenn  „  38=  3,  %  „  „  „
in  Westfalen  „  306  =  2,1  %  „  „  „

„  Hannoben  „  246  =  2%  %  „  „  „  „