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Auf  diesen  erheblichen  Unterschied  im  Altersaufbau  der  lebenden  Bevölkerung  muß
nachdrücklich  hingewiesen  werden,  da  er  allein  schon  erklärt,  warum  unter  der  großstädtischen
Bevölkerung,  welche  zu  zwei  Dritteln  aus  Personen  des  widerstandsfähigsten  Lebensalters
besteht,  weit  weniger  Sterbefälle  im  Zeitraum  eines  Jahres  vorkommen  müssen  als
unter  der  übrigen,  außerhalb  der  Großstädte  lebenden  Masse  des  Volkes,  welche  viel  mehr
aus  hochbejahrten  Leuten  und  aus  Kindern,  also  aus  lebensschwächeren  Personen  besteht.

Auf  je  100  000  am  2.  Dezember  1895  gezählte  Lebende  wurden  demgemäß  während
des  Berichtsjahres

aus  den  25  Großstädten  des  Reiches  1  996,

aus  der  Gesammtheit  der  19  Staaten  des  Reiches  2  106
Sterbefälle  gemeldet.  Trotzdem  nun  diese  Differenz  scheinbar  zu  Gunsten  der  großstädtischen
Bevölkerung  spricht,  müssen  doch  die  Lebensaussichten  der  Großstädter,  schon  nach  einer
flüchtigen  Prüfung  des  Alters  der  Gestorbenen,  als  weniger  gut  bezeichnet  werden,  denn

1.  haben  in  der  Gesammtheit  der  Staaten  256,  in  den  Großstädten  nur  191  von

je  1000  Gestorbenen  ein  höheres  Lebensalter  als  sechzig  Jahre  erreicht;

2.  ist  in  der  Gesammtheit  der  Staaten  kaum  der  vierte  Theil  (24,6  %),  in  den  Großstädten

  aber  sind  mehr  als  drei  Zehntel  (30,6,%)  aller  Gestorbenen  gerade  im
lebenskräftigsten  Alter  zwischen  15  und  60  Jahren  vom  Tode  ereilt  worden  (s.  u.).

Wenn  hiernach  schon  behauptet  werden  darf,  daß  die  nach  der  Zahl  der  Sterbefälle
abzuschätzenden  Daseinsbedingungen  für  die  meisten  Bewohner  der  Großstädte  —  trotz  der  hier
niedrigeren  Gesammtsterbeziffer  —  ungünstigere  als  für  die  Gesammtbevölkerung  waren,
so  wird  Solches  einwandsfrei  erwiesen,  sobald  man  die  Sterbeziffern  auf  je  10  000  am
2.  Dezember  1895  gezählte  Lebende  der  vier  Altersklassen  errechnet.  Alsdann  ergiebt
  sich  Folgendes:

Es  starben  während  des  Berichtsjahres

in  der
in  den  außerhalb  der
Gesaommthett  der  25  Großstädten  25  Großstädte
auf  je  10  000  Lebende
des  ersten  Lebensjahrrss  2  491,6  27274  24149,6
von  1  bis  15  Lebensjahrtcgeeen  1075  115.5  99,6
von  15  bis  60  Lebensjahrten  89,3  *—  89.n
von  60  Jahren  und  darübhbr  685.6  659.6  68,5

Hiernach  ist  bis  zum  60.  Lebensjahre  die  Sterblichkeit  in  den  Großstädten  zweifellos
höher  als  außerhalb  derselben  gewesen,  und  nur  unter  der  höchsten  Altersklasse,  d.  h.  denjenigen
  betagten  Personen,  welche  das  60.  Lebensjahr  überschritten  hatten,  ist  das  Absterben
außerhalb  der  Großstädte  scheinbar  etwas  rascher  als  in  diesen  erfolgt.  Daß  auch  hieraus
nicht  ohne  Weiteres  auf  bessere  sanitäre  Verhältnisse  unter  den  ältesten  Bewohnern  der
Großstädte  geschlossen  werden  darf,  wird  weiter  unten  zu  erörtern  sein.

Die  Sterblichkeitsverhältnisse  der  im  mittleren  Lebensalter  von  15—60  Jahren
befindlichen  Personen  in  den  Großstädten.

Im  vorbezeichneten  Alter  lebten  in  den  25  Großstädten  des  Reiches  rund  4  ½
Millionen,  außerhalb  derselben  rund  24  ½  Millionen.  Da  nun  nach  obigen  Verhältnißziffern
  auf  jede  Million  Personen  dieses  Alters  in  den  Großstädten  rund  330  mehr  als  in