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der  Gesammtheit  der  19  Staaten  und  rund  380  mehr  als  außerhalb  der  Großstädte  innerhalb
  eines  Jahres  gestorben  sind,  da  also  auf  die  4  ½  Millionen  Großstädter  dieses  Alters
1710  Todesfälle  mehr  entfallen  sind  als  auf  ebenso  viele  Nicht-Großstädter,  so  darf  man
behaupten,  daß  die  besonderen  Verhältnisse  des  großstädtischen  Lebens  im  Berichtsjahre
  etwa  1700  Opfer  aus  der  lebenskräftigsten  Altersklasse  der  Reichsbevölkerung
erfordert  haben.  Ein  Theil  dieser  1700  Personen  von  15—60  Jahren,  welche  in  den
Großstädten  gewissermaßen  zu  viel  gestorben  sind,  fällt  vielleicht  den  großstädtischen  Heilanstalten
  zur  Last,  in  denen  ja  manche  nicht  zur  Ortsbevölkerung  gehörige  Kranke  sterben
und  meist  ohne  Weiteres  den  Gestorbenen  der  Stadt  zugezählt  werden.  Wie  groß  die  Zahl
solcher  in  den  Krankenhäusern  der  Großstädte  gestorbenen,  aber  in  keiner  Großstadt  ansäßigen
  Personen  von  15—60  Jahren  gewesen  ist,  entzieht  sich  vorläufig  der  Schätzung,  es
muß  genügen,  bei  den  mit  Heilanstalten  verhältnißmäßig  reichlich  versehenen  Großstädten,
z.  B.  bei  Halle,  Straßburg,  Königsberg  —  wo  die  zahlreichen  Universitätskliniken  sicherlich
mehr  als  z.  B.  in  Berlin,  München,  Leipzig  in's  Gewicht  fallen  —  diese  Fehlerquelle  im
Auge  zu  behalten.

Immerhin  sind  nach  obigen  Ziffern  trotz  des  Eifers,  mit  dem  man  seitens  der  großstädtischen
  Verwaltungs-Körperschaften  auf  eine  Besserung  der  örtlichen  hygienischen  Verhältnisse
  bedacht  ist,  die  Daseinsbedingungen  der  Bewohner  der  Großstädte,  soweit
man  aus  den  Sterbeziffern  Rückschlüsse  machen  darf,  entschieden  ungünstigere
als  außerhalb  derselben  gewesen  (anscheinend  bis  zum  60.  Lebensjahre).

Unter  den  25  Großstädten  des  Reiches,  welche  hier  näher  betrachtet  werden  konnten,
zeichneten  sich  durch  die  niedrigste  Sterbeziffer  der  Personen  von  15—60  Jahren
aus:  Charlottenburg  (77#  00),  Düsseldorf  (780/000),  Barmen  (79  0/%%0),  dann  kamen  Altona
(81),  Hannover  (82),  Magdeburg  und  Elberfeld  (je  85),  Hamburg  und  Krefeld  (ie  897),  Köln
(89),  Bremen  und  Nachen  (je  99).  In  Berlin,  Frankfurt  a.  /  M.,  Leipzig,  Dresden,  München,
Braunschweig  entsprach  die  Sterbeziffer  etwa  dem  Mittel  aller  25  Großstädte,  insofern  daselbst
  91  bis  94  auf  je  10  000  Lebende  der  in  Rede  stehenden  mittleren  Altersklasse  gestorben
  sind,  dagegen  starben  mehr  als  100  auf  10  000  in  Straßburg  (10.),  Dortmund
(102),  Halle  (104),  Stettin  (104),  Danzig  (105)  und  weitaus  die  meisten  in  Königsberg
(123)  und  Breslau  (126).

Von  den  Todesursachen,  welche  in  dieser  Altersklasse  von  Bedeutung  sind,  sei  zunächst
  der  Lungentuberkulose  und  der  Lungenentzündung  gedacht,  sowie  neben  letzterer  der
„sonstigen  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane“.,  In  den  18  Staaten  des
Reiches,  für  welche  hierauf  bezügliche  Ausweise  über  die  Zahl  der  Gestorbenen  vorliegen,
sind  aus  bekannter  Ursache  254  355  Personen  im  Alter  von  15—60  Jahren  während
des  Berichtsjahres  gestorben,  davon  in  den  25  Großstädten  41010.  Da  hiervon  ausweislich
  82  156  bezw.  13105  der  Lungentuberkulose  erlegen  sind,  so  hat  diese  Krankheit
im  Ganzen  mehr  als  32  Prozent  (genauer  32,0  ⅝%),  dagegen  in  den  Großstädten  etwas
weniger  als  32  Prozent  (genauer  31,5  5%)  aller  statistisch  verwerthbaren  Sterbefälle  dieser
Altersklasse  verursacht.  Diese  Differenz  spricht  aber  nur  scheinbar  zu  Gunsten  der  Großstädte,
  denn  auf  je  100  000  am  2.  Dezember  1895  gezählte  Lebende  der  Altersklasse  sind

im  Ganzen  284,

in  den  Großstädten  296
an  der  Lungentuberkulose  gestorben,  und  auch  der  Tuberkulose  anderer  Organe  erlagen  im
Ganzen  12,,  in  den  Großstädten  13,7  auf  je  100  000  Lebende  der  Altersklasse  (in  absol.

Zahl  3693  bezw.  606).
Mediz.stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V.  14