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Hiernach  hat,  wenn  man  von  dem  Bevölkerungswechsel  durch  Wanderungen  absieht,
in  Folge  des  stärkeren  Ueberschusses  der  Geburten  jede  Million  der  außerhalb  der
Großstädte  lebenden  Bewohner  des  Reiches  im  Jahre  um  rund  2  300  Personen
mehr  sich  vermehrt  als  jede  Million  der  Großstädter,  mit  anderen  Worten:  Die
außerhalb  der  Großstädte  lebenden  44  Millionen  Bewohner  des  Reiches  können
jährlich  mehr  als  100  000  Personen  an  die  Großstädte  abgeben,  ohne  daß  das
Verhältniß  der  großstädtischen  Bevölkerung  zur  Gesammtbevölkerung  sich
ändern  würde.

Die  Zahl  der  todtgeborenen  Kinder  betrug  in  den  19  Staaten  63  320,  in  den
25  Großstädten  7  898;  von  je  10  000  im  Berichtsjahre  geborenen  Kindern  kamen  also
in  den  25  Großstädten  337,
in  den  19  Staaten  329
als  todtgeboren  zur  Anmeldung,  d.  h.  Todtgeburten  waren  in  den  Großstädten
verhältnißmäßig  häufiger  als  außerhalb  derselben.
Während  des  ersten  Lebensjahres  starben  im  Berichtsjahre
in  den  25  Großstädten  47  151,
in  den  19  Staaten  370  648  Kinder,
also  auf  je  10  000  im  Berichtsjahre  Lebendgeborene
in  den  25  Großstädten  2  072,
in  den  19  Staaten  1  980.

Zieht  man  nach  anderweitig  eingegangenen  Ausweisen  auch  noch  die  drei  Großstädte
Nürnberg,  Chemnitz,  Stuttgart  in  Betracht,  so  erhöht  sich  die  Ziffer  der  großstädtischen
Säuglingssterblichkeit  auf  2  717,  also  um  45:10000,  und  zwar  hauptsächlich,  weil  Chemnitz
durch  die  ungewöhnlich  hohe  bezügliche  Ziffer  von  3274  vor  den  meisten  anderen  Großstädten
  sich  auszeichnet,  doch  übersteigen  auch  in  Nürnberg  und  Stuttgart  die  betr.  Ziffern
den  sonstigen  Durchschnitt  (s.  u.).

Die  niedrigste  Säuglingssterblichkeit  ist  in  Frankfurt  a.  M.  und  Elberfeld  beobachtet,
im  Uebrigen  folgen  die  28  Großstädte  in  folgender  Reihe  auf  einander:!)

1.  Frankfurt  (137),  2.  Elberfeld  (142),  3.  Barmen  (155),  4.  Bremen  (159),  5.  Altona
(7167),  6.  Hamburg  (170),  7.  Hannover  (173),  8.  Braunschweig  (178),  9.  Düsseldorf  (184),
10.  Krefeld  (184),  11.  Dortmund  (191),  12.  Straßburg  (194),  13.  Charlottenburg  (195),
14.  Dresden  (197),  15.  Halle  (206),  16.  Berlin  (206),  17.  Stuttgart  (211),  18.  Nürnberg
(215),  19.  Leipzig  (292),  20.  Köln  (229),  21.  Magdeburg  (239),  22.  Danzig  (2485),
23.  Aachen  (246),  24.  Breslau  (255),  25.  München  (256),  26.  Stettin  (304),  27.  Königsberg
  (307),  28.  Chemnitz  (327).

Was  die  Todesursachen  der  im  Berichtsjahre  gestorbenen  Kinder  des  ersten  Lebensjahres
  anbelangt,  so  waren  in  der  Gesammtheit  der  18  Staaten,  aus  denen  bezügliche  Angaben
  vorliegen,  324,  dagegen  in  den  25  Großstädten  durchschnitlich  443  von  je  1000
dieser  so  früh  gestorbenen  Kinder  an  „Magen=  und  Darmkatarrh“  oder  „Atrophie“  zu
Grunde  gegangen;  diese  Todesursachen  sind  also  außerhalb  der  Großstädte  —  wahrscheinlich
in  Folge  besserer  Ernährung  der  Säuglinge  —  weit  weniger  zur  Geltung  gekommen  als
innerhalb  derselben,  ja  auf  je  1  000  Lebendgeborene  starben  an  den  bezeichneten  Ernährungs-1)

  Die  in  Klammern  beigefügte  Verhältnißzahl  ist  den  Veröffentl.  des  Kaiserl.  Gesundheitsamtes
1897,  S.  1061  entnommen  und  giebt  an,  wie  viele  Kinder  des  ersten  Lebensjahres  auf  je  1  000  Lebendgeborene
  gestorben  sind.