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Soweit  die  an  das  Gesundheitsamt  gelangten  Ausweise  nähere  Angaben  über  die
Todesursachen  jener  20  302  bezw.  157  290  Gestorbenen  der  Altersklasse  d  enthalten,  waren
von  diesen  gestorben:

in  den  25  Großstädten  in  den  18  Staaten
an  Tuberkulsa  1  475  =  73  von  je  1000  H15725  =  100  von  je  1  000
„  entzündl.  Krankheiten  der  Athmungsorgane4547  =  224  „  „  1000|6  523  -232  „  „  1000
„  Neubildugen  2964  =  146  „  „  100016722=  106  „  „  1000
durch  Verunglücknngngngng  229  =  11  „  „  1000|2566  =  16  „  „  1000
„  Selbstmodddd  278  =  14  „  „  10002146=  14  „  „  1000

Hiernach  sind  bei  den  nicht  aus  Altersschwäche  Gestorbenen  der  Altersklasse  d,  soweit
Angaben  vorliegen,  Neubildungen  eine  in  den  Großstädten  häufigere  Todesursache  gewesen;
  Unglücksfälle,  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane  und  namentlich  Tuberkulose
  waren  außerhalb  der  Großstädte  eine  häufigere  Todesursache.  Hervorzuheben  ist
noch,  daß  dem  Unterleibstyphus  in  den  Großstädten  40,  in  den  19  Staaten,  einschl.
Mecklenburg-Schwerin,  491  Personen  der  Altersklasse  d,  oder  auf  je  100  000  Lebende  derselben
  dort  10,  hier  12,  mithin  außerhalb  der  Großstädte  um  ½  mehr  erlegen  sind.  Durch
Selbstmord  starben  auf  je  100000  Lebende  dieser  Altersklasse  in  den  Großstädten  71,
in  der  Gesammtheit  der  19  Staaten  nur  54,  durch  Verunglückung  in  ersteren  56,  im
Ganzen  65.  Hiernach  scheinen  Personen  dieser,  wie  auch  der  vorigen  Altersklasse  vor  tödtlichen
  Unglücksfällen  in  den  Großstädten  besser  geschützt  zu  sein,  während  durch  Selbstmord
in  den  Großstädten  verhältnißmäßig  mehr  Personen,  sowohl  aus  dieser  wie  aus  der  vorigen
Altersklasse  gestorben  sind.

Todesfälle  im  Kindbett.

Ein  recht  beachtenswerther  Unterschied  zeigt  sich  zu  Gunsten  der  Großstädte,  wenn
man  die  an  Kindbettfieber  und  anderen  Folgen  der  Entbindung  eingetretenen  Todesfälle  in
Betracht  zieht.  Aus  solcher  Ursache  starben  in  den  25  Großstädten  573  Wöchnerinnen,
d.  h.  24  auf  je  10.000  lebend  oder  todt  geborene  Kinder,  dagegen  in  der  Gesammtheit  der
19  Staaten  6  561  Wöchnerinnen,  d.  h.  34  auf  je  10  000  lebend  oder  todt  geborene  Kinder,
die  Sterbensgefahr  war  also  für  entbundene  Frauen,  soweit  Kindbettleiden  in  Betracht
kommen,  in  den  Großstädten  um  ein  Beträchtliches  geringer  als  außerhalb  derselben.  Daß
von  je  100  Todesfällen  in  Folge  der  Entbindung  im  Ganzen  nur  42,  dagegen  in  den
Großstädten  62  auf  „Kindbettfieber“  zurückgeführt  worden  sind,  dürfte  auf  der  hier  genaueren,
ärztlich  häufiger  kontrolirten  Eintragung  der  Todesursachen  beruhen;  auf  dem  Lande  und
in  kleinen  Städten  ist  man  aus  naheliegenden  Gründen  mit  der  Diagnose  „Kindbettfieber"
bei  Anmeldung  des  Todesfalls  zurückhaltender  als  in  Großstädten.  So  sind  in  Altona  alle,
in  Berlin  ¾  der  in  Folge  der  Entbindung  eingetretenen  Todesfälle  als  durch  „Kindbettfieber“
  verursacht  eingetragen,  dagegen  in  der  Provinz  Posen,  in  Ostpreußen,  in  Waldeck
und  Schaumburg-Lippe  kaum  der  dritte  Theil  der  betreffenden  Fälle  (s.  o.).

In  nachstehender  Schlußübersicht  sind  für  die  Gesammtheit  der  25  Großstädte
des  Reiches  die  wichtigsten  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896  zusammengestellt,
aber  nach  Altersklassen  der  Gestorbenen  gesondert.  Die  Zahl  der  in  diesen  Großstädten
lebendgeborenen  Kinder  belief  sich  auf  227571,  die  der  todtgeborenen  auf  7  898.