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Alter  der  Gestorbenen.

.  Mehr  als  der  vierte  Theil  aller  Gestorbenen  des  Jahres  1896  hatte  die  Altersgrenze

  von  60  Jahren  überschritten.  Auch  in  dieser  Hinsicht  zeichnete  das  Berichtsjahr
  sich  vortheilhaft  aus,  da  der  Bruchtheil  der  in  so  hohem  Alter  Gestorbenen
in  jedem  der  vier  vorangegangenen  Jahre  kleiner  gewesen  war.

Am  meisten  waren  Personen  von  60  oder  mehr  Jahren  unter  den  Gestorbenen
des  Berichtsjahres  vertreten  in  Waldeck  und  Mecklenburg-Schwerin,  am  wenigsten
in  Berlin;  dort  hatten  etwa  37,  in  Berlin  nur  etwa  19  von  je  100  Gestorbenen
ein  Lebensalter  von  mindestens  60  Jahren  erreicht.

Die  Sterbensgesahr  war  während  des  Berichtsjahres  für  den  im  Alter  von

15—60  Jahren  stehenden  Theil  der  Bevölkerung,  d.  h.  für  mehr  als  die  Hälfte
der  Bewohner,  am  größten  in  Schlesien,  speziell  im  Reg.-Bez.  Breslau,  demnächst
  in  Bayern,  Württemberg  mit  Hohenzollern,  Baden  und  im  Staate  Bremen,
am  geringsten  in  Schaumburg-Lippe,  Schwarzburg-Sondershausen,  Anhalt,
Mecklenburg-Schwerin  und  Schleswig-Holstein.  Auf  je  10  000  Lebende  von  15
bis  60  Jahren  sind  in  jenen  Gebieten  mehr  als  95,  in  diesen  weniger  als  75
Personen  gleichen  Alters  gestorben.

Die  Sterbensgefahr  für  das  jugendliche  Alter  von  1—15  Jahren  war  am

größten  in  den  vier  östlichsten  Provinzen  des  Preußischen  Staates,  am  geringsten
in  Schleswig-Holstein  nebst  dem  angrenzenden  Staate  Lübeck,  in  Württemberg  nebst
Hohenzollern  und  in  Schwarzburg-Sondershausen.  Dort  starben  mehr  als  122,
hier  weniger  als  72  auf  je  10  000  Lebende  von  1—15  Jahren.

.Für  diejenigen  Personen,  welche  das  60.  Lebensjahr  überschritten  hatten,

war  die  Sterbeziffer  am  größten  in  Baden  mit  Hohenzollern,  in  Hessen-Nassau
und  demnächst  in  Bayern,  am  geringsten  in  Schaumburg-Lippe  und  Schleswig-Holstein,
  gering  auch  in  Lübeck,  Bremen  Hamburg,  Mecklenburg-Schwerin,  sowie

in  Berlin,  Pommern,  Ost=  und  Westpreußen,  denn  hier  überall  starben  weniger

als  64,  dort  starben  mehr  als  72  auf  je  1000  in  dieser  höchsten  Altersklasse  lebende
Personen.

Für  Lebendgeborene  war  die  Gefahr,  schon  im  ersten  Lebensjahre  zu  sterben,
am  größten  in  Reuß  ä.  L.  und  im  Königreich  Sachsen,  weitaus  am  geringsten
in  Schaumburg-Lippe;  dort  war  die  Zahl  der  im  ersten  Lebensjahre  gestorbenen
Kinder  nur  etwa  4  mal  kleiner,  in  Schaumburg-Lippe  war  sie  15  mal  kleiner  als
die  Zahl  der  im  Jahre  lebend  geborenen  Kinder.

Der  Ueberschuß  der  Geburten  über  die  Sterbefälle  war  trotz  der  zu  10.
erwähnten  Beobachtungen  im  Königreich  Sachsen  verhältnißmäßig  höher  als  im
Fürstenthum  Schaumburg-Lippe,  und  im  Fürstenthum  Reuß  ä.  L.  immer  noch
höher  als  durchschnittlich  in  der  Gesammtheit  der  19  Staaten  des  Reiches,  woraus
hervorgeht,  daß  das  natürliche  Anwachsen  der  Bevölkerung  durch  die  Höhe  der
Säuglingssterblichkeit  wenig  beeinflußt  wird.

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

Etwa  ein  Drittel  aller  Todesfälle  von  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  wurde
auf  Verdauungsstörungen  (Magen=  und  Darmkatarrh)  zurückgeführt.  Mit  dem
in  der  Stüädtestatistik  gebräuchlichen  Ausdruck  „Brechdurchfall“  wurde  nur  ein