13.

14.

b.  15.

16.

17.

c.  18.

19.

20.

21.

d.  22.

—  195  —

geringer  Theil  —  vielfach  nur  der  vierte  Theil  —  derjenigen  Verdauungsstörungen
bezeichnet,  welche  bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  zum  Tode  geführt  haben.
Die  Säuglingssterblichkeit  hat  in  jedem  der  seit  1895  an  der  Statistik  betheiligten
Staaten  abgenommen,  am  stärksten  in  Süddeutschland,  doch  war  die  Reihenfolge
der  Staaten  hinsichtlich  der  Höhe  der  Säuglingssterblichkeit  im  Wesentlichen  dieselbe
wie  im  Vorjahre.

In  denjenigen  größeren  Ortschaften  des  Reiches,  deren  Einwohnerzahl  mindestens
15.000  betrug,  hat  die  Säuglingssterblichkeit  während  der  letztabgelaufenen  zwei
Jahrzehnte  so  erheblich  abgenommen,  daß  in  der  Gesammtheit  dieser  Ortschaften
nach  Schätzung  jetzt  18  000  bis  19000  Säuglinge  mehr  als  im  Mittel  vor
15—20  Jahren  dem  Leben  jährlich  erhalten  blieben.

Die  bedeutsamste  Todesursache  im  Alter  von  1—15  Jahren  war,  soweit  Ursachen
  genannt  sind,  immer  noch  die  Diphtherie,  trotzdem  die  Zahl  der  auf  diese
Ursache  zurückgeführten  Todesfälle  seit  1894  ununterbrochen  und  erheblich  abgenommen
  hat  (vgl.  Schlußsatz  Nr.  4.  b).

In  den  größeren  Ortschaften  des  Reiches  starben  während  des  Berichtsjahres  kaum
halb  so  viele  Personen  an  Diphtherie  als  im  Mittel  der  zehn  Jahre  vorher.
Die  drei  verheerendsten  akuten  Infektionskrankheiten  des  jugendlichen  Alters,  die
Diphtherie,  der  Scharlach  und  die  Masern,  haben  außerhalb  der  266  größten
Ortschaften  des  Reiches  weit  mehr  Todesfälle  als  innerhalb  derselben  auf  je  eine
Million  Bewohner  verursacht.

Von  den  im  Alter  zwischen  15  und  60  Jahren  gestorbenen  Personen  ist
fast  die  Hälfte  der  Lungentuberkulose,  Lungenentzündung  oder  einer  sonstigen  entzündlichen
  Krankheit  der  Athmungsorgane  erlegen.

Tuberkulose  ist  durchschnittlich  bei  dem  dritten  Theile  aller  in  diesem  Alter  aus
bekannter  Ursache  gestorbenen  Personen  als  Todesursache  angegeben,  bei  mehr  als
einem  Drittel  namentlich  in  der  bayerischen  Pfalz,  in  Sachsen-Meiningen,  im
Großherzogthum  Baden,  in  Bremen  und  Westfalen,  bei  viel  weniger  namentlich
in  Ost=  und  Westpreußen.

An  Lungentuberkulose  starben  in  diesem  Alter  auf  je  1  000  Lebende  die  meisten
in  der  bayerischen  Pfalz,  demnächst  in  Baden,  die  wenigsten  in  Ostpreußen,  demnächst
  in  Westpreußen,  Schwarzburg-Sondershausen  und  dem  gothaischen  Theile
des  Herzogthums  Sachsen-Coburg-Gotha.

In  Folge  von  Verunglückung  starben  aus  derselben  Altersklasse  verhältnißmäßig
die  meisten  in  Westfalen,  die  wenigsten  in  Schwarzburg-Sondershausen  und  in
Berlin.  Demgegenüber  ist  hervorzuheben,  daß  auf  je  2  Selbstmorde  von  Personen
dieses  Alters  in  Westfalen  etwa  7  tödtliche  Verunglückungen,  dagegen  in  Berlin
und  im  genannten  Fürstenthum  noch  nicht  einmal  1  tödtliche  Verunglückung  entfallen
  ist,  daß  also  neben  den  vielen  tödtlichen  Unglücksfällen  in  Westfalen  sehr
wenige  Selbstmorde,  neben  den  wenigen  Unglücksfällen  in  Berlin  recht  viele
Selbstmorde  vorgekommen  sind.

Bei  denjenigen  Gestorbenen,  welche  das  höchste  Lebensalter  von  60  oder  mehr
Jahren  erreicht  hatten,  ist  „Altersschwäche“  als  häufigste  Todesursache  —  durchschnittlich
  bei  ½8  der  Gestorbenen  —  genannt,  besonders  oft  in  Posen  und  Westpreußen,
  weitaus  am  seltensten  in  Hamburg,  Berlin,  Lübeck  und  Bremen.