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Katharina  Behrens  aus  Stade  starb  etwa  5  Wochen  nach  der  Impfung  an  den  Folgen  des  Keuchustens.


dust  Alexander  von  der  Heyde  ebendaher  soll  in  der  2.  Woche  nach  der  Impfung  mit  Ausschlag  am
Kopfe  erkrankt  sein.  Daß  der  etwa  6  Wochen  später  erfolgte  Tod  mit  der  Impfung  nicht  in  ursächlichen
Zusammenhang  zu  bringen  ist,  hat  die  amtliche  Nachforschung  ergeben.

In  jedem  Jahre  sterben  von  der  großen  Anzahl  geimpfter  Kinder  einzelne  in  den  auf
die  Impfung  folgenden  Tagen  und  Wochen  an  Krankheiten,  von  denen  sie  befallen  wurden,
ganz  unabhängig  davon,  daß  sie  zuvor  geimpft  worden  sind.

Derartige  Beobachtungen  sind  auch  im  Jahre  1896  gemacht  worden.  Die  Berichte
nennen  übereinstimmend  mit  den  früheren  Jahren  hierfür  hauptsächlich  Brechdurchfälle  und
Darmkatarrhe,  Lungenentzündung,  Luftröhren=  und  Lungenkatarrh,  Gehirnhaut-  und  Gehirnentzündung
  (nachweislich  öfters  in  Folge  von  Mittelohrkatarrh  entstanden),  Krämpfe  und
Kieferklemme,  Tuberkulose,  Masern,  Scharlach,  Diphtherie  u.  a.

Fünf  besonders  bezeichnende  Fälle,  in  denen  durch  eingehende  Erhebungen  jeder  Zusammenhang
  mit  der  Impfung  ausgeschlossen  werden  konnte,  seien  hier  beispielsweise  mitgetheilt.


Bei  dem  Erstimpfling  Karl  von  Knoblauch  aus  Giebichenstein,  Reg.-Bez.  Merseburg,  der  4½  Monat
nach  der  Impfung  starb,  war  der  Tod  eingetreten  infolge  ungewöhnlicher  Ausdehnung  einer  Impetigo
kontagiosa,  bei  der  es  zu  brandigem  Absterben  der  bloßgelegten  oberflächlichen  Schichten  der  Lederhaut  an
den  befallenen  Hautstellen  gekommen  war,  und  infolge  von  Luftröhren-  und  Lungenkatarrh.  Das  Impffeld
  zeigte  bei  der  Leichenöffnung  keinerlei  krankhafte  Veränderung.

Martha  Elsa  Kretschmar  aus  Chursdorf,  Kreishauptmannsch.  Leipzig,  war  4  Tage  nach  der

Impfung  infolge  einer  Gehirnhautentzündung  gestorben,  die  sich  im  Anschluß  an  einen  von  den  Eltern
nicht  beachteten  Mittelohrkatarrh  entwickelt  hatte.

Martha  Klara  Schöttel  aus  Mülsen,  Kreishauptmannsch.  Zwickau,  starb  fast  sechs  Monate  nach
der  Impfung  an  Darmtuberkulose.

Im  Reg.-Bez.  Schleswig  erkrankte  ein  künstlich  ernährtes  Kind  drei  Wochen  nach  dem  vollständigen
Abheilen  der  Pusteln  an  „Beulen“  und  starb  daran.  Ein  Zusammenhang  mit  der  Impfung  erscheint
nach  dem  Bericht  ausgeschlossen.  Zwei  Kinder  derselben  Leute  waren  bereits  früher,  vor  der  Impfung
gestorben.

In  Ebermannstadt  in  Bayern  entwickelte  sich  bei  einem  Erstimpfling,  während  die  Impfpusteln  in
regelrechter  Weise  abheilten,  vom  7.  Tage  nach  der  Impfung  an  ein  Anfangs  bläschenartiger,  später  zu
Furunkeln  und  Abscessen  führender  Ausschlag.  Das  Kind  erlag  nach  nicht  ganz  drei  Wochen  infolge  der
Erschöpfung.  Ein  Zusammenhang  mit  der  Impfung  ist  ausgeschlossen,  wahrscheinlich  hat  es  sich  um  die
Folgen  des  Genusses  von  Milch  an  Maul=  und  Klauenseuche  erkrankter  Thiere  gehandelt.

Ueber  Erkrankungen  nach  der  Impfung,  die  mit  der  Impfung  in  mittelbaren
oder  unmittelbaren  Zusammenhang  gebracht  werden  können,  sind  dem  Impfberichte  folgende

vielfach  durch  eingehende  amtliche  Erhebungen  vervollständigte  Angaben  zu  entnehmen.

Die  in  jedem  Jahre  beobachteten  Entzündungen  der  Haut  in  der  Umgebung
der  Impfpusteln  haben  sich  auch  im  Berichtsjahre,  meist  in  vereinzelten  Fällen  gezeigt;
gehäuft  wurden  sie  nur  selten  gesehen.  Außer  der  Anzahl  und  Art  der  Impfwunden  sowie
der  Wirksamkeit  des  Impfstoffes  ist  namentlich  das  Verhalten  der  Geimpften  auf  das  Zustandekommen
  derartiger  Entzündungen  angeblich  von  Einfluß  gewesen.  Da  besonders  bei
Wiederimpflingen  die  Impfstellen  äußeren  Einwirkungen  ausgesetzt  sind,  wurden  die  Entzündungen
  auch  hauptsächlich  bei  diesen  beobachtet.  Im  Allgemeinen  war  der  Verlauf  gutartig;
  es  verschwanden  die  Erscheinungen  gewöhnlich  mit  dem  Abheilen  der  Pusteln.  Wenn
auch  die  Heilung  sich  zuweilen  länger  hinzog,  so  sind  doch  dauernde  Gesundheitsstörungen
nicht  zurückgeblieben.  Bei  Verwendung  sehr  verdünnter  Lymphe  sind  solche  Entzündungen

seltener  beobachtet  worden.
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