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der  Umgebung  der  Pusteln  —,  Hamburg  4,  Elsaß-Lothringen  8  Fälle  angezeigt.  Beispielsweise
  erwähnt  sei  folgender  Fall.

Ella  Weigel  aus  Leipzig  -Lindenau,  geboren  am  4.  Mai  1895,  geimpft  am  18.  September  1896,
zeigte  bei  der  Nachschau  nichts  Auffälliges.  Einen  Tag  darauf  schwoll  der  geimpfte  Oberarm  an,  wurde
roth  und  bedeckte  sich  mit  zahlreichen  stecknadelkopfgroßen,  jedoch  rasch  wieder  verschwindenden  Bläschen.
Die  Impfstellen  verwandelten  sich  in  schlecht  aussehende,  stark  eiternde  Geschwüre.  Wegen  des  Vorhandenseins
  eines  festen  antiseptischen  Verbandes  konnte  der  Zustand  des  Arms  durch  den  Bezirksarzt  zu  wiederholten
  Malen  nicht  untersucht  werden.  Am  20.  November  war  das  Kind  völlig  gesund.  An  Stelle  der
Pusteln  bezw.  Geschwüre  hatten  sich  blaßrothe  kräftige  Narben  gebildet.  Auch  in  diesem  Falle  muß  angenommen
  werden,  da  die  betreffende  Lymphe  im  Impfinstitut  reichlich  und  außerhalb  desselben  mindestens
zu  932  Erst=  und  Wiederimpfungen  verwendet  worden  war,  ohne  ungewöhnliche  Folgeerscheinungen  hervorzurufen,
  daß  die  Entzündungs=  und  Eitererreger  längere  Zeit  nach  der  Impfung  in  die  geplatzten  Impfpusteln
  gelangt  sind.

Uebertragung  von  Syphilis  durch  die  Impfung  ist  nicht  vorgekommen.

Die  Natur  und  die  Bedeutung  der  nach  der  Impfung  beobachteten  Hauterkrankungen
  ist  in  den  früheren  Berichten  wiederholt  ausführlich  besprochen  wordeny.
In  den  allermeisten  Fällen  hat  es  sich  um  ganz  harmlose  Ausschläge  gehandelt,  die,  ohne
das  Allgemeinbefinden  der  Impflinge  wesentlich  zu  stören,  nach  kurzer  Zeit  verschwanden.
In  andern  Fällen  war  nach  den  Berichten  jeder  Zusammenhang  mit  der  Impfung  auszuschließen.
  Trotzdem  sind  derartige  Vorfälle  wiederholt  öffentlich  als  schwere  Impfschädigungen
  bezeichnet  worden.

Babette  Frisch  aus  Röthenbach  bei  Lauf  in  Mittelfranken  sollte  nach  der  Impfung  von  einem
„garstigen“  Ausschlag  befallen  worden  sein.  Thatsächlich  ist  nur,  daß  am  zweiten  Tage  nach  der  Impfung
ein  über  den  ganzen  Körper  zerstreuter  Knötchenausschlag  mit  Jucken,  vom  Volksmund  als  „Friesel“  bezeichnet,
  mit  nur  geringer  Störung  des  Allgemeinbefindens  entstand.  Dieser  „Lichen  strophulus“,  häufig
bei  kleinen  Kindern  ohne  jeden  Zusammenhang  mit  der  Impfung  während  des  Zahnens  und  in  Folge
von  Unreinlichkeit  entstehend,  war  schon  nach  3  Tagen  wieder  verschwunden:).

Bei  Franziska  Heid,  ebendaher,  war  wenige  Tage  nach  der  Nachschau  ein  Ekzem=  und  Ekthyma-Ausschlag
  entstanden.  Der  Impfarzt  sah  denselben  in  einzelnen  Pusteln  in  der  linken  Achselhöhle,  an  der
linken  Brustseite,  am  Gesäß  und  an  der  Innenfläche  des  linken  Vorderarmes  und  führte  seine  Entstehung
auf  die  innerhalb  der  Wohnung  herrschende  außerordentliche  Unreinlichkeit  zurück.

Der  Knabe  Rittweger  zu  Berlin  ist  nach  seinen  eigenen  Angaben  nach  dem  Impfen  nicht  krank  gewesen.
  Erwiesen  ist,  daß  der  Arm  infolge  von  Randentzündung  etwas  angeschwollen  war,  so  daß  er
wenige  Tage  in  der  Binde  getragen  werden  mußte.  Später  entwickelte  sich  ein  Ausschlag  im  Gesicht  #nach
Ansicht  der  Eltern:  Hitzpickeln).  Bei  einer  am  18.  Februar  1897  vorgenommenen  Untersuchung  sah  er
blühend  wohl  aus,  irgend  eine  krankhafte  Veränderung  der  Haut  bestand  nicht.8)

Das  Enkelkind  einer  Frau  Fleischer,  Otto  Julius  Schmidt  zu  Meerane,  erkrankte  27  Tage  nach  der
Impfung  an  einem  pustelartigen  Ausschlage  am  ganzen  Körper.  Nach  weiteren  6  Tagen  war  das  Kind
wieder  gesund.  Der  Bezirksarzt,  welcher  das  Kind  jetzt  untersuchte,  fand  an  verschiedenen  Körpertheilen
ganz  vereinzelte  kleine  Krusten,  welche  er  für  Ueberreste  abgelaufener  Varicellen,  vielleicht  auch  eines  unbedeutenden
  Ekzems  ansprach.

Der  bei  Kurt  Windisch  aus  Hilbersdorf  bei  Chemnitz  aufgetretene  Hautausschlag  im  Gesicht  und  am
Kopf  (Ekzem)  war  nach  den  vorgenommenen  Erhebungen  ganz  unabhängig  von  der  Impfung.

Bei  Eduard  Nüsse  in  Hannover  zeigten  sich  einige  Wochen  nach  der  Impfung  weiße,  später  roth
werdende  Flecke,  die  sich  nach  und  nach  über  den  ganzen  Körper  verbreiteten.  Von  drei  behandelnden
Aerzten  bezeichnete  der  erste  die  Krankheit  als  „Purigo“;  ein  zweiter  verzeichnete  in  seinem  Krankenjournal
„Pustulöses  Ekzem  (ähnelt  Syphilis).“  Alle  drei  aber  erklärten  die  Krankheit  als  nicht  im  ursächlichen

i)  Vergl.  Mediz.-statist.  Mittheil.  Bd.  I.  S.  271,  Bd.  III.  S.  271,  Bd.  IV.  S.  114,  Bd.  V.  S.  90.

2)  Dieser  Fall,  der  Fall  Günther  (S.  2832)  und  der  Fall  Heller  (S.  288)  sind  gegen  den  Willen  der
Eltern  von  einem  Naturheilkunde  treibenden  Lehrer  veröffentlicht  worden.

9  Dieser  Fall,  sowie  der  Fall  Baarsch  (S.  232)  sind  dem  Herausgeber  eines  impfgegnerischen  Blattes
ohne  Vorwissen  der  Eltern  durch  einen  Lehrer  bekannt  gegeben  worden.