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Zusammenhang  mit  der  Impfung  stehend.  Der  Vater  hat  die  Angelegenheit  dem  Verein  der  Impfgegner
nur  auf  dessen  Betreiben  mitgetheilt.

Auch  bei  dem  früher  rachitischen  Kinde  Wilhelm  Borchers  zu  Hannover  hat  es  sich  anscheinend  nur
um  ein  Ekzem  gehandelt,  welches  ohne  bleibende  Nachtheile  wieder  verschwand;  denn  an  dem  Kinde  waren
im  Mai  1898  weder  Narben  von  Ausschlägen  noch  sonst  auf  Krankheit  deutende  Anzeichen  zu  erblicken.
Ein  Zusammenhang  mit  der  Erstimpfung  ist  nicht  erwiesen.

Die  beiden  Erstimpflinge  Frieda  Clos  und  Peter  Schmidt  aus  Kaiserslautern  sollten  nach  der
Impfung  an  „Ausschlag“  gelitten  haben.  Thatsächlich  waren  sie  ohne  Zusammenhang  mit  der  Impfung
an  Windpocken  erkrankt  gewesenl).  -

DerKnabeAlfkedFaedetholdinBerlinsollteetwa14Tagenachberam8.Juuiausgeführten
Wiederimpfung  im  Gesicht,  am  Halse  und  an  den  Oberarmen  zahlreiche  eiterige  entzündete  Pusteln  bekommen
  haben.  Späterhin  entwickelte  sich  noch  eine  Auschwellung  auf  dem  behaarten  Theile  des  Vorderkopfes.
  Der  Ausschlag,  der  auch  auf  eine  14jährige  Schwester  übertragen  wurde,  erwies  sich  laut  Mittheilung
  des  Leiters  einer  Poliklinik  als  Impetigo  kontagiosa,  eine  in  Berlin  sowohl  Kinder  als  auch  Erwachsene
  häufig  befallende,  ohne  jeden  Zusammenhang  mit  der  Impfung  auftretende,  leicht  verlaufende,
ansteckende  Hautkrankheit.  Am  24.  Februar  1897  fanden  sich  bei  dem  gesunden  Knaben  auch  nicht  mehr
die  geringsten  Spuren  eines  früheren  Ausschlages.

Wie  bereits  erwähnt  ist  und  wie  auch  aus  Vorstehendem  hervorgeht,  sind  die  Hautausschläge
  fast  stets  leichter  Natur  gewesen.  In  einem  bereits  auf  S.  281  besprochenen  Fall
(von  Knoblauch)  führte  eine  ohne  Zusammenhang  mit  der  Impfung  aufgetretene  Impetigo
kontagiosa  infolge  ihrer  weiten  Ausdehnung  zum  Tode;  in  einem  S.  229  angeführten  Fall
starb  ein  Knabe  infolge  von  Verdauungsstörungen  und  Hirnhautentzündung  im  Verlauf  eines
Ekzems.

Was  die  einzelnen  Formen  der  beobachteten  Hautausschläge  anbelangt,  so
wurden  Quaddeln  (Urtikaria,  nesselartige  Ausschläge),  Papeln,  scharlach=  und  masernartige
Ausschläge  (Erytheme  und  Roseolen),  röthelnartige  Ausschläge,  ferner  mehr  großfleckige  und
frieselähnliche  Ausschläge  beobachtet.  Einzelne  derartige  Fälle  sind  gemeldet  aus  zehn
preußischen  Regierungsbezirken,  aus  Bayern,  Sachsen,  Württemberg,  Hessen,  Anhalt,  Schwarzburg-Rudolstadt,
  Waldeck,  Hamburg  und  Elsaß-Lothringen.  Im  Reg.-Bez.  Marienwerder
wurde  einmal  ein  der  purpura  hämorrhagica  ähnlicher  Ausschlag,  im  Reg.-Bez.
Lüneburg  einmal  eine  mäßige  eiterige  Entzündung  der  Haut  beobachtet.  Im  Reg.-Bez.
Breslau  bekam  ein  kräftiger  Knabe  14  Tage  nach  der  Impfung  eine  blaßrothe  wässerige  Anschwellung
  am  Glied  und  Ohr;  nach  2  Tagen  verschwand  sie,  doch  entwickelten  sich  rosarothe
  Flecke  am  Gesicht  und  den  Gliedmaßen.  Nach  drei  Tagen  war  alles  verschwunden.
Gleichzeitig  bestand  etwas  Durchfall,  das  Allgemeinbefinden  war  nicht  gestört.  Dauernde
Gesundheitsschädigungen  sind  nirgends  zurückgeblieben.

Wiederholt  sind  sekundäre  Impfpusteln  beobachtet  worden.

So  zeigte  ein  Impfling  im  Reg.-Bez.  Stralsund  am  Tage  der  Nachschau  4  linsengroße  grauweiß
belegte  Geschwürsbildungen  auf  der  Scheidenschleimhaut.  Die  Uebertragung  hat  offenbar  durch  die  Hände
des  Impflings  stattgefunden.  In  Bayern  erkrankte  ein  Erstimpfling,  der  sich  an  einer  ekzematösen  Stelle
des  Ohres  infizirt  hatte,  an  ziemlich  hochgradigem  Impfpustelausschlag  vornehmlich  des  Gesichts.  In
Eibau,  Kreishauptmannsch.  Bautzen,  hatte  sich  ein  Erstimpfling  durch  Kratzen  an  der  Hand  und  den
Geschlechtstheilen  die  Vaccine  an  diese  Stellen  übertragen.  In  Württemberg  hatte  sich  ein  unreinliches,
mit  Purigo  behaftetes  Kind  durch  Aufkratzen  der  Pusteln  und  nachfolgendes  Kratzen  der  Haut  überall
mit  Vaccine  infizirt.  In  allen  Fällen  erfolgte  baldige  Heilung  ohne  dauernde  Gesundheitsschädigung.

Bläschen=  und  pustelförmige  Ausschläge  (beschrieben  als  Herpes,  Pemphigus,
Furunkulosis)  sind  berichtet  aus  den  Reg.-Bezirken  Marienwerder  und  Potsdam,  aus

1)  S.  Anm.  2  auf  S.  230.