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Sachsen-Weimar,  Sachsen-Meiningen,  Reuß  ä.  L.  je  1  mal  (im  letztgenannten  Falle  entstand
  bläschenartiger  Ausschlag  des  Gesichts,  verbunden  mit  papulösem  Ausschlag  am
Rumpfe),  aus  dem  Reg.-Bez.  Merseburg  und  Hamburg  je  2  mal,  aus  Württemberg  3  mal,
aus  Bayern  2  mal  für  2  Amtsbezirke,  aus  Sachsen  8  mal  für  5  Bezirke  und  mehrfach
für  1  Bezirk,  aus  Elsaß-Lothringen  in  einigen  Fällen,  aus  Baden  für  mehrere  Bezirke,
aus  den  Reg.-Bezirken  Lüneburg  mehreremal  und  Posen  einigemal.

Wiederholt  betonen  die  Berichte  ausdrücklich,  daß  die  Ausschläge  bereits  vor  der
Impfung  sich  gezeigt  hätten  und  nicht  auf  die  Impfung  selbst  zurückgeführt  werden  können.
Einigemal  sind  nach  der  Impfung  auf  einem  größeren  Theil  des  Körpers  impfpustelähnliche
  Bläschen  beobachtet  worden,  die  in  den  Berichten  als  generalisirte  Vaccine  beschrieben
  werden  (Reg.-Bez.  Potsdam,  drei  bayerische  Amtsbezirke  und  Württemberg  je  einmal,
  Hamburg  zweimal,  ferner  mehrere  Bezirke  in  Baden).  Nur  bei  einem  in  Hamburg
erkrankten  skrofulösen  Kinde  dauerte  es  sechs  Wochen,  ehe  die  Pusteln  abgeheilt  waren,  in
allen  andern  Fällen  nur  kurze  Zeit;  dauernder  Schaden  ist  nie  erwachsen,  das  Allgemeinbefinden
  war  kaum  beeinträchtigt.

Windpocken  (Wasserpocken,  Varicellen),  deren  Auftreten  selbstverständlich  mit  der
Impfung  an  und  für  sich  ursächlich  nichts  zu  thun  hat  und  nur  ganz  zufällig  sich  zeitlich
an  diese  anschloß,  wurden  gemeldet  aus  den  Reg.-Bezirken  Breslau,  Bromberg  (je  1  Fall),
Posen  (3  Fälle),  Wiesbaden,  ferner  mehrfach  aus  Sachsen,  aus  sieben  bayerischen  Amtsbezirken
  und  Hamburg  (mehrere  Fälle).  Meist  traten  dieselben  mit  den  Impfpusteln  zugleich
auf.  Der  Verlauf  war  durchweg  gutartig;  eine  Störung  in  der  Entwickelung  der  Impfpusteln
  wurde  nicht  beobachtet.

Chronische  Hautausschläge  wurden  nach  der  Impfung  nur  selten  gesehen;  meist
handelte  es  sich  um  Prurigo  und  Ekzem,  ganz  vereinzelt  auch  um  schuppende,  psoriasisartige
  Ausschläge.  Oefters  ließ  sich  mit  Sicherheit  erweisen,  daß  der  Ausschlag  in  keinem
Zusammenhang  mit  der  Impfung  stand.  Es  wurden  gezählt  in  Berlin  4  Fälle,  in  den
Reg.-Bezirken  Merseburg  zwei  Fälle  von  nässendem  Ekzem,  Erfurt  ein  Fall  eines  psoriasisähnlichen
  Ausschlags,  Schleswig  2  Fälle  von  Ekzem  und  1  Fall  eines  chronischen  Hautausschlags,
  Hannover  einige  Fälle  von  Ekzem,  Stade  2  Fälle  von  Ekzem  und  vereinzelt
Prurigo,  Kassel  einzelne  Fälle  eines  chronischen  Ausschlags  in  einem  Impfbezirk  und  3
Fälle  von  Ekzem,  Trier  2  Fälle  eines  länger  dauernden  Ekzems.  Ferner  zeigten  sich  im
bayerischen  Amtsbezirke  Wunsiedel  bei  einigen  Erstimpflingen  Gesichtsekzeme,  in  Sachsen
nach  5  Berichten  10  Fälle  von  Ekzem,  nach  einem  mehrfach  Prurigo,  in  Württemberg  2
Fälle  von  Ekzem,  von  welchem  der  eine  ein  schon  früher  an  Ekzem  erkrankt  gewesenes,  der
andere  das  Kind  einer  skrofulösen  Mutter  betraf.  In  Württemberg  zeigte  eine  seit  sechs
Monaten  bei  einem  Erstimpfling  bestehende  psoriasisähnliche  Hautkrankheit  nach  der  Impfung
eine  Verschlimmerung.  Nach  14  Tagen  war  jedoch  der  Ausschlag  völlig  abgeheilt,  die  Pusteln
hatten  sich  regelrecht  entwickelt.  In  Hessen  beobachtete  der  Vorstand  der  Impfanstalt
unter  seinen  Impflingen  mehrfach  Ekzem,  in  Braunschweig  wurde  bei  einem  Kinde  gleichzeitiges
  Auftreten  von  Prurigo  und  Ekzem,  in  Sachsen-Meiningen  zwei  Fälle  von  Ekzem,
in  Sachsen-Altenburg  ein  Fall,  in  Schaumburg-Lippe  2  Fälle,  in  Lübeck  1  mal  schuppendes
Ekzem  bei  einem  skrofulösen  Kinde  beobachtet.  Aus  Hamburg  wurde  über  13  meist  in  den
heißen  Sommerwochen  aufgetretene  Fälle  von  Ekzem  berichtet,  7  davon  bedeuteten  nur  die
kurzdauernde  Verschlimmerung  eines  früheren  Ekzems;  in  einem  dieser  letzteren  Fälle  trat
auch  eine  kurze  Zeit  währende  Anschwellung  der  Achseldrüsen  ein.  Sie  betrafen  bis  auf

einen  Erstimpflinge  und  waren  in  wenigen  Wochen  geheilt.
Mediz.--stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  18