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kleinen  Kindern  nicht  selten  ist;  von  hier  aus  waren  Eiterungen  am  Gesäß  entstanden,  die  sich  nach
andern  Körperstellen  übertragen  hatten.  Ganz  unabhängig  davon  und  von  der  Impfung  entwickelte  sich
ein  halbes  Jahr  nach  der  Impfung  skrofulöse  Hornhaut=  und  Bindehautentzündung.  Das  Kind  war
infolge  der  hierbei  auftretenden  kleinen  Hornhautgeschwüre  auch  nicht  „fast  erblindet“,  sondern  konnte  nach
eigener  Angabe  des  Vaters  ganz  gut  sehen.

Ein  gewisses  wissenschaftliches  Interesse  bietet  eine  aus  Bayern  berichtete,  fünf  Tage
nach  der  Impfung  bei  einem  Wiederimpfling  aufgetretene  Lähmung  der  unteren  Gliedmaßen.
Sie  erwies  sich  als  hysterischer  Natur  und  war  nach  fünftägiger  Behandlung  spurlos  verschwunden.


Besondere  Vorkommnisse:  Auf  einen  nicht  geimpften  ekzematösen  Lehrersohn  in
Luckenwalde,  Reg.-Bez.  Potsdam,  wurde  von  der  geimpften  Zwillingsschwester  mittelst  des
Badetuches  ein  Pustelausschlag  übertragen.  6

Immunität  gegen  Thierlymphe  fand  sich  in  Bayern  angeblich  bei  2  Kindern.  Das
eine  wurde  viermal,  stets  ohne  Erfolg,  mit  thierischer  Lymphe  geimpft.  Erst  durch  die
Impfung  von  Arm  zu  Arm  wurde  ein  Erfolg  erzielt.  Ein  anderes  ohne  Erfolg  geimpftes
Kind  war  schon  in  den  Jahren  1892—1895  jedesmal  erfolglos  geimpft  worden.  Bei  demselben
  blieb  auch  die  jedesmal  am  Nachschautage  theilweise  von  Arm  zu  Arm  erfolgte  Nachimpfung
  ohne  jeden  Erfolg.

Eine  verspätete  Pustelbildung  wurde  bei  6  Erstimpflingen  im  Kreise  Gostyn,  Reg.-Bez.
  Posen,  beobachtet.  Die  Pusteln  traten  erst  im  Laufe  der  zweiten  Woche  auf.  Auch
in  vielen  bayerischen  Amtsbezirken  sah  man  in  einzelnen  Fällen  bis  zu  4  Wochen  verstreichen,
  ehe  die  Pusteln  sich  entwickelten.

Einen  Impfschutz  von  nur  kurzer  Dauer  zeigte  die  Tochter  eines  Impfarztes  in  Jena.
Dieselbe  war  im  Jahre  1894  im  Alter  von  10  Jahren  mit  dem  Erfolg  von  5  regelrechten
Blattern  geimpft  worden;  im  Berichtsjahre,  also  nur  2  Jahr  später,  entwickelten  sich  bei
ihr  nach  einer  erneuten  Impfung  aus  5  Impfstichen  4  gute  Pusteln.

Ueber  die  Infektion  eines  Arztes  ist  aus  Bayern  berichtet  worden.  Der  Amtsarzt
von  Vilshofen  verletzte  sich  bei  der  Impfung  eines  unruhigen  Kindes  mit  der  Lanzette  am
linken  Handrücken;  trotz  sofortiger  Desinfektion  und  Auswaschung  der  kleinen  Schnittwunde
  mit  Sublimatlösung  entwickelte  sich  eine  große  Impfpustel.

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