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        <title>Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte.  Fünfter Band.</title>
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            <idno>medizinal_mitteilungen_5_1899</idno>
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        <pb n="1" />
        Medizinal-statistische  Mittheilungen

aus  dem

Kaiserlichen  Gesundheitsamte.

Geihefte  zu  den  Veröffentlichungen  des  Kaiserlichen  Gesundheitsamtes.)

m#  —-K



Füunfter  Band.

Mit  8  Tafeln.

Berlin.

Verlag  von  Julius  Springer.
1899.
        <pb n="2" />
        Auhalts-Verzeichniß.

Ergebnisse  der  amtlichen  Pockentodesfallstatistik  im  Deutschen  Reiche  vom  Jahre  1896,  nebst
Anhang,  betreffend  die  Poaenertrantungen  im  Jahre  1896.  Berichterstatter:  Regierungsrath
Dr.  bber.„6;

Ergebnisse  der  Lodesursachenßaatffeir  (Fortsetzung  aus  Band  IV.  S.  35—78):  Die  Sterbefälle
im  Deutschen  Reiche  während  des  Jahres  1895.  Berichterstatter:  Geheimer  Regierungsrath
  Dr.  Rahts.  Mit  4  Übersichtskarteeen

Die  Ergebnisse  des  Impfgeschäfts  im  Deutschen  Reiche  für  das  Jahr  1895.  Zusammengestellt
  aus  den  Mittheilungen  der  einzelnen  Bundesregierungen.  Berichterstatter:  Regierungsrath
  Dr.  übber

Die  Thätigkeit  der  im  Deutschen  Reiche  errichteten  staatlichen  Anstalten  zur  Gewinnung
von  Thierlymphe  während  des  Jahres  1897.  Nach  den  Jahresberichten  der  Vorstände
zusammengestellt  im  Kaiserlichen  Gesundheitsanteee:

Ergebnisse  der  Todesursachenstatistik.  (Fortsetzung  aus  Band  V.  S.  14—69):  Die  Sterbefälle
  im  Deutschen  Reiche  während  des  Jahres  1896  im  Allgemeinen,  sowie  insbesondere
unter  der  Bevölkerung  der  Großstädte.  Berichterstatter:  Geheimer  Reg.-Rath  Dr.  Rahts.
Mit  4  Übersichtskaren.

Ergebnisse  der  amtlichen  Pockentodesfallstatistik  im  Deutschen  Reiche  vom  Jahre  1897,  nebst
Anhang,  betreffend  die  Pockenerkrankungen  im  dahre  1897.  Berichterstatter:  Dr.  Brucke,
Königl.  Preußischer  Stabsantr

Die  Ergebnisse  des  Impfgeschäfts  im  Deutschen  Reiche  für  das  Jahr  1896.  Zusammengestellt
aus  den  Mittheilungen  der  einzelnen  Bundesregierungen.  Berichterstatter:  Dr.  Brucke,
Königl.  Preußischer  Stabsatttttt.

Seite

14

71

94

149

204
        <pb n="3" />
        Ergebnisse  der  amtlichen  Pockentodesfallstatistik  im  Deutschen
Reiche  vom  Jahre  1896,  nebst  Anhang,  betreffend  die  Pockenerkrankungen
  im  Jahre  1896.

Berichterstatter:  Regierungsrath  Dr.  Kübler.

Während  des  Jahres  1896  ist  die  Zahl  der  Pockentodesfälle  1)  im  Deutschen  Reiche
noch  erheblich  unter  die  Ziffer  des  Vorjahres  gesunken,  welche  bereits  die  niedrigste  seit  Beginn
der  amtlichen  Erhebungen  im  Jahre  1886  gewesen  war;  es  wurden  10  Todesfälle  an  Pocken
zur  amtlichen  Kenntniß  gebracht  gegen  27  im  Vorjahre  und  116  im  Durchschnitt  des  zehnjährigen
  Zeitraums  1886/95.  Auf  je  eine  Million  Einwohner  kamen  Todesfälle  an  Pocken
im  Jahre  1896  0O/10,  im  Vorjahre  0),562  im  zehnjährigen  Durchschnitt  1886/95  2,84.

Die  10  Pockentodesfälle  des  Berichtsjahres  vertheilen  sich  auf  9  Ortschaften,  von
denen  7  in  Preußen,  je  1  in  Bayern  und  im  Königreich  Sachsen  gelegen  sind.  Zu  einer
größeren  Verbreitung  der  Seuche  in  einem  Orte  kam  es  nirgends;  nur  in  einer  Gemeinde
wurden  2  Todesfälle  festgestellt,  alle  übrigen  Fälle  blieben  vereinzelt.  7  Pockentodesfälle
entfallen  auf  die  nahe  den  Grenzen  des  Reiches  gelegenen  Verwaltungsbezirke  (Kreise  rc.)

Von  den  8  aus  Preußen  gemeldeten  Pockentodesfällen  erfolgten  6  in  Kreisen,  welche
nahe  der  russischen  oder  österreichischen  Grenze  liegen.  Aus  Bayern  ist  nur  aus  dem
an  der  böhmischen  Grenze  liegenden  Bezirk  Cham  der  Tod  einer  59  jährigen  Taglöhnerswittwe
  gemeldet;  im  Königreich  Sachsen  starb  eine  Feldarbeiterin,  die  erst  kurz  vorher
aus  Rußland  zugereist  war.  —  Näheres  über  die  Verbreitung  der  Pocken,  sowie  über  den
Impfzustand  der  Gestorbenen  ist  aus  dem  „Anhang,  betreffend  die  Pockenerkrankungen  im
Jahre  1896"  zu  ersehen.

Das  Lebensalter  der  10  an  den  Pocken  verstorbenen  Personen  ergiebt  sich  aus  der

nachstehenden  Uebersicht.
lSiehe  Tabelle  auf  Seite  2.1

Die  Namen  der  nahe  der  Grenze  gelegenen  Kreise  sind  durch  fetten  Druck  hervorgehoben.
Hiernach  kamen  von  den  10  Pockentodesfällen  2  auf  Kinder  des  1.  Lebensjahres,
welche  nach  amtlicher  Feststellung  noch  nicht  geimpft  waren.  Sterbefälle  von  Kindern  des
2.  Lebensjahres  waren  nicht  zu  verzeichnen.  In  der  Altersklasse  vom  3.—10.  Lebensjahre
  starb  ein  7  jähriges  Mädchen,  welches  ebenfalls  noch  nicht  geimpft  war.  In  der

1)  In  den  Berichten  des  Kaiserlichen  Gesundheitsamtes  finden  alle  Todesfälle
und  Erkrankungen  Aufnahme,  welche  im  Deutschen  Reiche  amtlich  als  Pocken,  Blattern,
Variola  oder  Variolois  festgestellt  werden.

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  1
        <pb n="4" />
        gahl  der  Es  starben  an  den  Pocken
Verwaltungsbezirk  ss—s—s—.2*-tte
Bundesstaat  betroffe.  Pocken-  1.2  —  *  *  8
..  »
Mwslsdggssz

.·.-.  i.
Reg.=  2c.-Bez  Kre  -  ꝛc  schaften  älle  Lebensjahre
Preußen  Frankfurt  Kr.  Sorau  .......  .  ...  1  1—————-  11
Posen  „  Wreschen  2  2  112  11
„  Kemden  1  2  1—.—  —1
Bromberg  „  Inowrazlaw...  1  1—.—————
Liegnit.  „  Rothenburg  i.  O--L.1  1—————1
Oppeln  .....  ...  „  Krenzbung  1  1———  1—
Bayern  Oberpfahlhtz  Bez.  Cham  ..  ....  .  ..  .  1  1———————  1—
Sachsen  Leipzig  Stadt  Leipzig  1  1——.)
Deutsches
Reich.  .....  9  102  —1—
darunter  weiblichen  Geschlechs.  2—  1—  1—–1

Altersklasse  vom  11.—20.  Lebensjahre  starb  ein  Knabe  von  10  ¾  Jahren  infolge  Lungenentzündung
  nach  Pocken  und  eine  18  jährige  Feldarbeiterin,  die  eben  erst  aus  Rußland
zugereist  war.  Beide  waren  einmal  als  Kind  mit  Erfolg  geimpft  aber  nicht  wiedergeimpft.
Im  21.—30.  Leben  sjahre  stand  niemand  von  den  Gestorbenen.  In  der  Altersklasse  vom
31.—40.  und  41.—50.  Lebensjahre  starb  je  eine  Person:  eine  30  jährige  Gastwirthsfrau,
die  angeblich  im  12.  Lebensjahre  wiedergeimpft  war,  ohne  daß  jedoch  Impfnarben  bei  ihr
nachgewiesen  werden  konnten,  und  ein  45  jähriger,  ungeimpfter  Arbeiter.  In  der  Altersklasse
  vom  51.—60.  Lebensjahre  starb  ein  55  jähriger  Weber  unbekannten  Impfzustandes
an  Lungenentzündung  nach  Pocken  und  eine  59  jährige,  nur  einmal  geimpfte  Taglöhnerswittwe.
  Der  Altersklasse  über  60  Jahre  gehörte  eine  70jährige  Wittwe  an,  die  im  12.  Jahre
wiedergeimpft  war.

3  Gestorbene  waren  männlichen,  7  weiblichen  Geschlechts.

Der  Zeit  nach  entfielen  auf  den  Monat  April  4  Todesfälle,  auf  März  und  Juli
je  2,  August  und  September  je  1.

Aus  außerdeutschen  europäischen  Staaten  liegen  über  die  Zahl  der  Pockentodesfälle
  des  Jahres  1896  bis  jetzt  nur  Mittheilungen  für  einige  Städtegruppen  vor.  Die
betreffenden  Angaben  sind  in  nachstehender  Uebersicht  derjenigen  aus  dem  Deutschen  Reiche
und  aus  der  Gruppe  der  größeren  Städte  des  Deutschen  Reiches  gegenüber  gecstellt.

([Siehe  Tabelle  auf  Seite  3.1

Hiernach  sind  in  allen  Städtegruppen  des  Auslandes  durchschnittlich  weit  mehr
Pockentodesfälle  vorgekommen  als  in  derjenigen  des  Deutschen  Reiches.  Setzt  man  die
Verhältnißziffer  der  Pockentodesfälle  in  den  265  Städten  rc.  des  Deutschen  Reiches
(0,%1:  100,000  Einwohner)  als  Einheit,  so  entfiel  auf  die  Städte

der  Schweiz  etwa  die  17  fache  Zahl

Englands  „  „  23

Belgiens  „  „  57
der  Niederlande  „  „  147
Oesterreichs  „  „  177
Frankreichs  „  „  1176

2  2  3  2  3
2  2  2  2  232
        <pb n="5" />
        3

Pockentodesfälle
in  265  in  57  in  15  in  70  Städ-  .
im  Städten  2c.  Städten  größeren  ten  Belgiens  in  108  in  B  in  12
größeren  größeren  großen
Deutschen  des  und  Städten  2c.  und  8  Vor-  Städten  Städten  Städten  der
Reiche  Deutschen  Gemeinden  der  orten  von  FrankreichsEnglands  Niederlande
Relches  Oesterreich'Schwei  Brassel  ¾
Bei  einer  Ein-  -
wohnetzahlvonI5261256814125027361910960025921075948149348108469711362056
starben  im  Jahre  Z
1896  10  21)  64  1  12  958  25  20
mithin  von  je
100  000  Einwohnern
  O,o  0,  r  1  0),u1  0,#  116  0,:  1,

Aus  einzelnen  europäischen  Großstädten  und  einigen  mittelgroßen  Nachbarstädten
des  Deutschen  Reiches  liegen  ferner  folgende  Angaben  für  das  Jahr  1896  vor.?)  (Die  in
Klammern  stehenden  Ziffern  geben  das  Verhältniß  auf  je  100  000  Einwohner  an.)

Es  starben  an  den  Pocken  in

Bordeaux  .................  3  (19)
Bradforbrdl  1  (0,,)
Bristol  ....  ...  ..  ....  .  .  ..  ..  5  (2,2)
Brũnn  ...................  1  (100)
Brüfsel  mit  Vororten  2.  (0,4)
Budapeet..  13  (2,)
Bukareststt  98  (45,0)
Cardffifji  3  (19)
Dubllin  4  (1,)
Edinburg  ....  ....  ........  2  (0,1)
Glasgor  2  (0,,8)
Kopenhagen  1  (0,)
Lembtreg  6  (4,)
Lissaboaonn  446  (149,)

Rouen

22

578  (140,)

(2,)
(40,)
(44/)

(0,)
(150)
1  (0)00)
(85/)

(0,)
(38,,)
2  (0)/0).

Demgegenüber  starb  zu  derselben  Zeit  innerhalb  des  Deutschen  Reiches  an  den  Pocken
in  Leipig  1  (0,5.

In  allen  anderen  Großstädten  des  Deutschen  Reiches  mit  50  000  und  mehr  Einwohnern
  ist  im  Berichtsjahre  ein  Pockentodesfall  nicht  vorgekommen.

1)  Nach  der  Zusammenstellung  der  Sterblichkeit  in  den  deutschen  Berichtsorten  mit  15  000  und  mehr
Einwohnern  für  das  Jahr  1896  (vergl.  Veröffentl.  des  Kaiserl.  Gesundheitsamtes  1897,  S.  782)  sind
7  Pockentodesfälle  zur  Anzeige  gelangt;  bei  späteren  Nachforschungen  hat  sich  jedoch  ergeben,  daß  es  sich
in  5  Fällen  nicht  um  Pocken  gehandelt  hat.

2)  Aus  dem  „Bolletin  annuel  de  statistique  démographique  et  médicale,  dressé  d'après  les

documents  officiels  par  le  docteur  E.  Janssens.“

„Statistique  sanitaire  des  villes  de  France  et  d’Algérie“.  1896.

17

Année  1896;  für  die  französischen  Städte  aus
        <pb n="6" />
        Anhang.
Die  Pockenerkrankungen  im  Jahre  1896.

—

Nach  den  für  das  Jahr  1896  beim  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  eingegangenen
Meldekarten  sind  in  den  24  außerpreußischen  Bundesstaaten  und  in  Elsaß-Lothringen  1)  im
Ganzen  22  Erkrankungen  an  Pocken  zur  amtlichen  Kenntniß  gelangt,  darunter  2—  9,½  %
mit  tödtlichem  Ausgang.  2)  Unter  den  Erkrankten  befanden  sich  8  aus  Rußland  krank
zugereiste  landwirthschaftliche  Arbeiter  oder  Arbeiterinnen,  2  auf  der  Durchreise  begriffene
russische  Auswanderer  und  1  zwar  in  Deutschland  geborener,  aber  aus  dem  Auslande  krank
zugereister  Steward.  Da  die  Gesammtbevölkerung  des  Reiches  mit  Ausschluß  von  Preußen
sich  nach  der  letzten  Volkszählung  auf  20  424778  und  für  die  Mitte  des  Berichtsjahres
nach  üblicher  Schätzung  auf  20  536  040  belief,  so  sind  auf  je  1  Million  Einwohner  innerhalb
  Jahresfrist  nur  1/°:  Personen  an  den  Pocken  erkrankt.  Die  Verhältnißziffer  stellt  sich
noch  bedeutend  niedriger,  wenn  man  die  krank  zugereisten  Ausländer  in  Abzug  bringt.

Von  den  22  Pockenerkrankungen  wurden  beobachtet:  1  in  Bayern,  9  im  Königreich
Sachsen,  3  in  Mecklenburg-Schwerin,  1  in  Mecklenburg-Strelitz,  3  in  Braunschweig,  2  in
Reuß  j.  L.  und  3  in  Hamburg.  In  17  Bundesstaaten  und  in  Elsaß-Lothringen  sind  Erkrankungen
  an  Pocken  nicht  zur  Anzeige  gelangt.

In  Bayern  erkrankte  im  März  zu  Runding,  Bezirk  Cham,  hart  an  der  böhmischen
Grenze  eine  59  jährige  Tagelöhnerswittwe,  die  als  Kind  erfolgreich  geimpft  aber  nicht
wiedergeimpft  war,  und  starb  nach  einer  Krankheitsdauer  von  etwa  4  Wochen.  Die  Ansteckung
  ist  nicht  nachgewiesen.  Nach  einem  Vermerk  auf  der  Meldekarte  herrschten  unter
den  Kindern  am  Orte  zu  gleicher  Zeit  Varicellen.

Im  Königreich  Sachsen  gelangten  aus  3  Gemeinden  9  Pockenerkrankungen  zur
Anzeige,  davon  1  mit  tödtlichem  Ausgange.

In  Waldkirchen,  Amtshauptmannschaft  Flöha,  unweit  der  böhmischen  Grenze,
kamen  zu  Anfang  des  Jahres  7  leichte  Pockenfälle  bei  Kindern  vor.  Am  6.  Januar  erkrankte
  die  7  ährige  Tochter  eines  Spielwarenfabrikanten.  Die  Ansteckung  blieb  unbekannt;
es  wird  zwar  angeführt,  daß  vor  Weihnachten  in  Zschopau  Kleidungsstücke  gekauft  worden

1)  Die  aus  Preußen  eingegangenen  Meldekarten  werden  weiter  unten  besonders  besprochen.

2)  In  Oesterreich-Ungarn  sind  nach  vorläufigen  Mittheilungen  während  des  Jahres  1896
2668  Pockenerkrankungen  mit  410  =  15,,  %  Todesfällen  gemeldet  worden,  hiervon  betrafen  1641  mit
127  —  7,,  0%  geimpfte  und  1022  mit  283  =  27,v  0  ungeimpfte  Personen.  (Oesterr.  San.-W.  1897,  S.  132.)

In  Italien  sind  im  Jahre  1896  9086  Pockenerkrankungen  angezeigt.  (Bergl.  Veröffentl.  des
Kaiserl.  Gefundheitsamtes  1897,  S.  887.)
        <pb n="7" />
        —  5  —

sind,  jedoch  soll  dort  auch  kein  Pockenfall  vorgekommen  sein.  Nach  diesem  Kinde  erkrankten
am  12.  Januar  zwei  Schwestern  desselben  im  Alter  von  5  und  2  Jahren,  einen  Tag  vorher
ein  7  jähriges  Mädchen  in  einer  anderen  Familie,  bei  welcher  die  zuerst  Erkrankte  einen  Besuch
gemacht  hatte.  Ferner  erkrankten  in  einer  weiteren  Familie,  deren  Kinder  mit  dem  letztbezeichneten
  Mädchen  verkehrt  hatten,  3  Kinder,  nämlich  am  1.  Februar  ein  7  Jahre  altes  Mädchen
und  etwa  10  Tage  später  2  Brüder  desselben  im  Alter  von  2  ½.  Jahren  und  von  2  Monaten.

Alle  Kinder,  mit  Ausnahme  des  Säuglings,  waren  im  1.  Lebensjahre  mit  Erfolg  geimpft.

Nach  Inhalt  der  Meldekarten  ist  es  zweifelhaft,  ob  in  den  7  Fällen  in  Waldkirchen  wirklich  Pocken
vorgelegen  haben.  In  ärztlicher  Behandlung  waren  nur  die  3  zuerst  Erkrankten,  welche  2½2—3  Wochen
krank  gewesen  sind.  Bei  dem  ersten  Falle  hat  jedoch  die  ärztliche  Behandlung  erst  9  Tage  nach  dem  als
Zeitpunkt  des  Beginns  angegebenen  Tage  angefangen;  damals  war  der  Ausschlag  bereits  im  Eintrocknen,
konnte  also  seiner  Natur  nach  kaum  mehr  deutlich  erkennbar  sein.  In  dem  3.  Falle  war  3  Tage  vor  dem
Beginn  der  als  „Pocken“  gemeldeten  Erkrankung  wegen  des  Bestehens  von  Diphtherie  eine  Serumeinspritzung
  vorgenommen  worden.  Außer  den  Kindern  der  erst  betroffenen  Familie  ist  von  den  Erkrankten
niemand  bettlägerig  gewesen;  die  3  Kinder  der  zuletzt  heimgesuchten  Familie  waren  nur  3  bezw.  1  Tag
krank.  Ihre  Krankheit  ist  auf  der  Meldekarte  als  „Varicellen“  bezeichnet.

Auf  dem  Vorwerk  Heiterer  Blick  bei  Taucha,  Amtshauptmannschaft  Leipzig,  erkrankte
  am  12.  April  eine  18  jährige  Feldarbeiterin,  welche  erst  am  10.  desselben  Monats
aus  ihrer  Heimath  Russisch-Polen  zugereist  war;  dieselbe  wurde  nach  einem  Krankenhause  in
Leipzig  gebracht,  wo  sie  starb.  Sie  war  nur  einmal  als  kleines  Kind  geimpft  worden  und
hatte  2  deutliche  Impfnarben.

In  Großs  chönau,  Amtshauptmannschaft  Zittau,  wurde  im  Juni  ein  31  jähriger
Schlossergeselle,  der  im  12.  Jahre  mit  Erfolg  wiedergeimpft  war,  von  den  Pocken  befallen;
der  Verlauf  war  leicht.  Die  Ansteckung  konnte  nicht  bestimmt  nachgewiesen  werden;  vermuthlich
  hat  sich  der  Mann  seine  Krankheit  in  dem  nahe  an  seine  Wohnung  grenzenden
Warnsdorf  in  Böhmen  zugezogen.

In  Mecklenburg-Schwerin  wurden  in  den  Gemeinden  Rosenow  bei  Sternberg
und  Suckow,  Kreisphysikatsbezirk  Güstrow,  3  Pockenerkrankungen,  bei  einem  18  jährigen
Arbeiter  und  bei  2  Arbeiterinnen  von  23  und  24  Jahren  festgestellt.  Diese  Leute  waren
am  10.  April  mit  einer  großen  Zahl  sogenannter  „Schnitter“  von  der  russischen  Grenze
angelangt  und  erkrankten  nach  wenigen  Tagen.  2  davon  waren  in  der  Kindheit  geimpft,
bei  der  einen  Arbeiterin  war  über  den  Impfzustand  nichts  zu  ermitteln,  da  sie  der  deutschen
Sprache  nicht  mächtig  war.  Der  Verlauf  der  Krankheit  war  bei  allen  3  leicht.

In  Mecklenburg-Strelitz  erkrankte  in  Klein-Daberkow,  Physikatsbezirk  Woldegk,
die  Schwester  der  in  Leipzig  an  den  Pocken  verstorbenen  Feldarbeiterin,  eine  21  Jahre
alte,  ungeimpfte  Schnitterin,  welche  auch  kurz  zuvor  aus  Rußland  zugereist  war,  schwer  an
konfluirenden  Pocken.

In  Braunschweig  wurden  in  der  Gemeinde  Eschershausen,  Kreis  Holzminden,
2  Arbeiterinnen  von  16  und  25  Jahren,  die  noch  nicht  geimpft  und  am  12.  April  ebenfalls
aus  Rußland  zugereist  waren,  von  den  Pocken  befallen.  Nach  ihrer  Angabe  soll  zur  Zeit  ihrer
Abreise  aus  der  Heimath  dort  eine  Pockenepidemie  geherrscht  haben.  Von  diesen  Kranken
wurde  die  Seuche  auf  eine  37  jährige  Frau,  die  im  13.  Jahre  mit  Erfolg  wiedergeimpft  war
und  diese  Arbeiterinnen  gepflegt  hatte,  übertragen.  In  allen  3  Fällen  handelte  es  sich  um
konfluirende  Pocken  mit  schwerem  Verlauf.

In  Reuß  j.  L.  erkrankte  Ende  März  in  Köstritz  eine  wenige  Tage  zuvor  aus
Rußland  zugereiste  Arbeiterin.  Dieselbe  war  angeblich  18  Jahre  alt  und  in  der  Kindheit
mit  Erfolg  geimpft.  Ferner  wurde  in  Pforten  eine  64  jährige  Kinderfrau,  welche  angab,
als  Kind  einmal  geimpft  worden  zu  sein,  aber  keine  sichtbaren  Impfnarben  hatte,  von  den
        <pb n="8" />
        —  6  —

Pocken  ergriffen.  Ueber  die  Ansteckung  ist  erwähnt,  daß  die  Kranke  in  einer  Familie  gewohnt
  hat,  in  der  1894  ein  Pockenfall  vorgekommen  war,  und  daß  zur  Zeit  der  Erkrankung
bei  einem  Umzuge  die  alten  Sachen  umgeräumt  wurden.  Der  Verlauf  dieser  beiden  Fälle
war  leicht.

3  in  Hamburg  angezeigte  Pockenfälle  betrafen  sämmtlich  Personen,  welche  bereits
krank  zugereist  waren.  Am  18.  April  kam  ein  42  jähriger  Steward,  welcher  im  21.  Jahre
zum  letzten  Male,  und  zwar  mit  unbekanntem  Erfolge,  wiedergeimpft  war,  von  einer  Seereise
  aus  New  York  über  Cherbourg  und  Plymonth  zurück  und  erkrankte  nach  3  Tagen.
Am  16.  Juni  langte  der  etwa  9  Jahre  alte,  nicht  geimpfte  Sohn  eines  russischen  Auswanderers
  auf  der  Durchreise  von  Rußland  krank  an,  desgleichen  am  2.  Juli  die  9  jährige
Tochter  eines  russischen  Auswanderers  aus  Galizien;  letztere  war  mit  Erfolg  geimpft.  Der
Verlauf  der  Krankheit  war  nur  bei  dem  ungeimpften  Kinde  schwer.

Gesammtübersicht  über  das  Lebensalter  und  den  Impfzustand  der  Erkrankten.

Lebensjahr  Diagnose
Zu-Impfzustand

  Verlauf  EEEEEEEELIIIEE

1  2|  1  1  IHIIiREimen  E
HEEIIIBEBEIEE  *.

.  sichwek........  ———1—12——-—4—4-ungeimpft
  leicht  IEEEEEEEEEEIILILEE
gestorbeen  B.““W“H———————3

einmal  als  Kind  grinosß  leict.  ½%JS
.  .  ichwer.........  ————————l———1-—1—
wiedergeimpft  leicht  .....J..  —
unbekannt.  Impfzustand.  leichtt.  —NN  1|—
1—26442  11  11111
G  ohne  Angabe)

Hiernach  ist  von  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  nur  eine  Erkrankung  bei
einem  8  Wochen  alten,  ungeimpften  Kinde  gemeldet,  bei  welcher  es  sich  vermuthlich  nicht
um  wirkliche  Pocken  gehandelt  hat.  Erkrankungen  von  Kindern  des  zweiten  Lebensjahres
sind  nicht  angezeigt  worden.

Im  dritten  Lebensjahre  erkrankten  2  Kinder,  welche  im  ersten  Lebensjahre  mit
Erfolg  geimpft  waren,  an  einer  leichten,  ihrer  Natur  nach  zweifelhaften  Krankheit.

In  der  Altersklasse  vom  6.—10.  Lebensjahre  standen  6  Erkrankte,  darunter  zwei
9  Jahre  alte  Kinder  russischer  Auswanderer,  von  denen  das  eine  ungeimpft  war  und
schwer  von  konfluirenden  Pocken  betroffen  wurde,  das  andere  mit  Erfolg  geimpft  war  und
eine  leichte,  nur  14  Tage  dauernde  Erkrankung  an  diskreten  Pocken  durchmachte.  Ferner
waren  4  Kinder  im  Alter  von  5  bis  7  Jahren,  welche  sämmtlich  mit  Erfolg  im  ersten
Lebensjahre  geimpft  waren,  von  einer  ihrer  Natur  nach  nicht  sicher  festgestellten  leichten
Krankheit  betroffen.  Im  Alter  vom  11.—15.  Lebensjahre  kam  keine  Pockenerkrankung
vor.  In  der  Altersklasse  vom  16.—20.  Lebensjahre  standen  4  Pockenkranke.  Eine
16  jährige,  nicht  geimpfte  Arbeiterin  erkrankte  schwer  an  konfluirenden  Pocken.  Eine  18  jährige
Feldarbeiterin,  die  einmal  als  kleines  Kind  geimpft  war,  starb  an  den  Pocken.  Ein  Rübenarbeiter
  und  eine  Arbeiterin  in  demselben  Alter,  welche  beide  einmal  mit  Erfolg  geimpft
waren,  erkrankten  leicht  an  diskreten  Pocken.  Alle  diese  Personen  waren  erst  wenige  Tage
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        —  7  —

vor  der  Erkrankung  aus  ihrer  Heimath  Rusfisch-Polen  zugereist.  Im  Alter  vom  21.—30.
Lebensjahre  waren  4  ebenfalls  unmittelbar  vorher  zugereiste  russische  Arbeiterinnen  erkrankt.
  Davon  waren  2  ungeimpfte  Personen  von  21  bezw.  25  Jahren  schwer  an  konfluirenden,
  eine  angeblich  als  Kind  mit  Erfolg  geimpfte  24  jährige  leicht  an  diskreten,  eine
23  jährige,  bei  welcher  über  den  Impfzustand  nichts  ermittelt  werden  konnte,  ebenfalls  leicht
an  diskreten,  theilweise  konfluirenden  Pocken  krank.  Im  Alter  vom  31.—  40.  Lebensjahre
  erkrankte  eine  37  jährige  Frau  schwer  an  konfluirenden  und  ein  31  jähriger  Schlossergeselle
  leicht  an  diskreten  Pocken,  beide  waren  vor  etwa  25  bezw.  20  Jahren  mit  Erfolg
wiedergeimpft.  In  höheren  Altersklassen  stand  ein  42  jähriger  Steward,  welcher  3  Tage
nach  seiner  Ankunft  von  einer  Seereise  in  Hamburg  leicht  erkrankte,  und  zuletzt  im
21.  Lebensjahre  mit  unbekanntem  Erfolge  wiedergeimpft  war,  ferner  eine  nur  einmal  als
Kind  mit  Erfolg  geimpfte,  59  Jahre  alte  Tagelöhnerswittwe,  welche  starb,  endlich  eine
64  jährige  Kinderfrau,  welche  angeblich  als  Kind  einmal  geimpft  war  und  leicht  erkrankte.

Gestorben  sind  demnach  2  Personen  im  Alter  von  18  und  59  Jahren,  welche  beide
nur  einmal  geimpft  waren;  schwer  erkrankt  waren  4  ungeimpste  und  eine  vor  etwa  25  Jahren
wiedergeimpfte  Person,  alle  übrigen  waren  nur  leicht  betroffen.

Soweit  Eintragungen  über  die  Art  und  Zahl  der  Impfnarben  gemacht  worden
sind,  ist  denselben  Folgendes  zu  entnehmen:

3  Kranke  hatten  1—2  deutliche  Impfnarben  (1  gestorben,  2  leicht  erkrankt),

3  „  „  3—4  "„  „  (3  leicht  erkrankt),

5  „  „  5—6  „  „  (1  gestorben,  4  leicht  erkrankt),
2  „  „  über  6  „  „  (1  schwer,  1  leicht  erkrankt),

2  „  „  undeutliche  »  (21eichterkrankt).

7,,  »keine(nichtgeimpft)»  (4  schwer,  3  leicht  erkrankt).

Aus  Preußen  ist  während  des  Jahres  1896  infolge  Erlasses  der  Minister  für
2c.-Medizinalangelegenheiten  und  des  Innern  vom  29.  Januar  dess.  J.1)  über  70  Pockenerkrankungen
  berichtet  worden,  von  denen  8—  11,1  %  tödtlich  verliefen.  Diese  Pockenfälle
ereigneten  sich  in  34  Ortschaften;  aus  19  derselben  ist  nur  je  1  Fall,  aus  8  sind  je  2,  aus  3  je  3,
aus  Staw,  Kreis  Wreschen,  4,  aus  Inowrazlaw  6,  aus  Niesky,  Kreis  Rothenburg  i.  O.-L.,  7
und  aus  Sorau  9  Fälle  angezeigt.  Von  den  Pocken  betroffen  waren  die  Regierungsbezirke
Königsberg  (2  Orte  mit  insgesammt  2  Fällen),  Gumbinnen  (1  mit  2),  Danzig,  Marienwerder
  (je  1  mit  1),  Potsdam  (2  mit  5),  Frankfurt  (1  mit  9),  Stettin  (1  mit  1),  Posen
(9  mit  16),  Bromberg  (5  mit  12),  Liegnitz  (3  mit  9),  Oppeln  (6  mit  10)2),  Magdeburg
(1  mit  1)  und  Hannover  (1  mit  2).  —  Von  den  70  Pockenfällen  entfallen  41  auf  die
nahe  den  Grenzen  des  Reiches  gelegenen  Kreise;  von  den  übrigen  29  betreffen  4  im  Ausland
  geborene  Personen.

Im  Reg.-Bez.  Königsberg  kamen  2  vereinzelte  Fälle  vor.  In  Braunsberg
erkrankte  ein  6  jähriges  Mädchen,  welches  im  1.  Lebensjahre  mit  Erfolg  geimpft  war,  und

1)  Vgl.  Veröffentl.  des  Kaiserlichen  Gesundheitsamtes  1896,  S.  189.

2)  Ueber  7  andere  Fälle  in  2  Gemeinden,  in  denen  es  sich  vermuthlich  um  Windpocken  gehandelt
hat,  ist  bereits  im  Vorjahre  berichtet.  Vgl.  Mediz.-statist.  Mittheill  aus  dem  Kaiserl.  Gesundheitsamte,
Band  VI,  S.  92.
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        —  8  —

in  Pillau  ein  89  jähriger  Arbeiter,  welcher  zuletzt  im  Alter  von  23  Jahren  als  Soldat
mit  Erfolg  wiedergeimpft  war,  leicht  an  diskreten  Pocken.  Die  Ansteckung  ist  in  beiden
Fällen  nicht  nachgewiesen;  der  Arbeiter  in  Pillau  war  auf  Schiffen  im  Hafen  beschäftigt
gewesen  und  hatte  insbesondere  Lumpen  (russisched)  verladen,  an  welchen  vielleicht  der  Ansteckungsstoff
  der  Pocken  gehaftet  hat.

Im  Reg.-Bez.  Gumbinnen  wurden  in  Griesen,  Kreis  Oletzko,  2  Schulkinder
von  6  und  7  Jahren,  die  beide  bei  der  Erstimpfung  mit  Erfolg  geimpft  waren,  zu  gleicher
Zeit  von  „Variolois“  befallen.  Der  Verlauf  der  Krankheit  war  sehr  leicht;  die  Ansteckung
ließ  sich  auch  hier  nicht  nachweisen.

Ob  es  sich  bei  den  Kindern  wirklich  um  Blattern  gehandelt  hat,  darf  bezweifelt  werden;  erst
14  Tage  nach  Beginn  der  Krankheit,  welche  nach  3  tägigem  Fieber  sehr  leicht  verlaufen  sein  soll  und  daher
damals  wohl  im  Wesentlichen  bereits  abgelaufen  gewesen  sein  dürfte,  wurden  die  Kinder  von  einem
Arzte  gesehen.

Im  Reg.-Bez.  Danzig  erkrankte  in  Neuteicherhinterfeld,  Kreis  Marienburg,
ein  34  jähriger  Arbeiter,  der  zuletzt  im  Alter  von  21  Jahren  als  Soldat  mit  Erfolg
wiedergeimpft  war,  mittelschwer  an  theilweise  konfluirenden  Pocken.  Auch  in  diesem  Falle
blieb  die  Entstehung  unbekannt.

Im  Reg.-Bez.  Marienwerder  kam  im  letzten  Drittel  des  Januar  in  Illowo,
Kreis  Flatow,  ein  „ziemlich  schwerer"  Pockenfall  bei  einer  53  jährigen  Schneiderin  vor,
welche  in  der  Jugend  einmal  mit  Erfolg  geimpft  aber  nicht  wiedergeimpft  war,  und  sich
in  der  Behausung  ihres  Ende  Dezember  1895  in  Danzig  1)  verstorbenen  Bruders  angesteckt
  hatte.

Im  Reg.-Bez.  Potsdam  waren  in  Zehdenick,  Kreis  Templin,  3  Kinder  einer
Familie  8—10  Tage  lang  leicht  an  „gutartigen“  Pocken  krank;  2  Kinder  im  Alter  von
7  und  4  Jahren  waren  mit  Erfolg  geimpft,  ein  Kind  von  10  Monaten  war  noch  nicht
geimpft.  Der  zuständige  Medizinalbeamte  hielt  die  Erkrankungen  nicht  für  wahre  Pocken.  —
Auf  dem  Bahnhof  Ruhleben  bei  Spandau  wurden  die  Pocken  bei  dem  4  jährigen,  ungeimpften
  Sohne  eines  amerikanischen  Farmers,  welcher  mit  seinen  Angehörigen  von  einer
Besuchsreise  aus  Rußland  am  22.  April  dort  eingetroffen  war,  festgestellt;  am  30.  April
erkrankte  ein  17  jähriger  Bruder  desselben,  der  am  25.  April,  also  schon  nach  erfolgter  Ansteckung,
  geimpst  war.  Der  Verlauf  war  bei  dem  zuerst  Erkrankten  leicht  und  gutartig,  bei
dem  zweiten  schwer  (zahlreiche  große  Pusteln).  Die  Ansteckung  ist  jedenfalls  in  Rußland
erfolgt,  wo  zur  Zeit  des  Ausenthalts  der  Familie  die  Pocken  geherrscht  haben  sollen.

Im  Reg.-Bez.  Frankfurt  gelangten  aus  Sorau  9  Pockenfälle  zur  Anzeige.  Ende
April  erkrankte  eine  15  jährige,  im  12.  Jahre  mit  Erfolg  wiedergeimpfte  Fabrikarbeiterin
leicht  an  diskreten  Pocken.  Die  Ansteckung  konnte  nicht  bestimmt  nachgewiesen  werden.
Hierauf  folgten  weitere  8  Pockenfälle,  davon  7  in  derselben  Straße,  in  welcher  der  erste
Fall  vorkam.  Ende  Mai  erkrankte  die  43  jährige,  ebenfalls  im  12.  Jahre  mit  Erfolg  wiedergeimpfte
  Frau  eines  Webers,  leicht  an  konfluirenden,  am  24.  Juni  eine  63  jährige,  nur
einmal  als  Kind  geimpfte  Arbeiterin  schwer  an  hämorrhagischen,  am  28.  Juni  eine  51  jährige,
ebenfalls  nur  einmal  geimpfte  Fabrikspulerin  und  am  6.  Juli  deren  22  jährige,  10  Jahre
vorher  mit  Erfolg  wiedergeimpfte  Tochter  leicht  an  diskreten  Pocken.  Am  8.  Juli  wurde
ein  55  jähriger  Webergeselle,  über  dessen  Impfzustand  nichts  zu  ermitteln  und  bei  welchem
Impfnarben  nicht  nachzuweisen  waren,  zuerst  leicht,  dann  aber  schwer  von  konfluirenden
Pocken  betroffen;  nach  9  Tagen  trat  infolge  von  Lungenentzündung  der  Tod  ein.  Am

1)  Bgl.  Med.-statist.  Mittheil,  aus  dem  Kaiserl.  Gesundheitsamte,  Band  IV,  S.  80.
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        —  9  —

17.  Juli  erkrankte  eine  60  jährige  und  2  Tage  später  eine  38  jährige  Fabrikarbeiterin,  welche
beide  nur  einmal  in  der  Kindheit  geimpft  waren,  sehr  leicht  bezw.  mittelschwer  an  diskreten
Pocken.  Mitte  August  wurde  ein  noch  ungeimpftes  Kind  im  Alter  von  6  Monaten  mittelschwer
  von  diskreten  Pocken  befallen.

Im  Reg.-Bez.  Stettin  erkrankte  in  Woserow,  Kreis  Anklam,  ein  aus  Russisch-Polen
  stammender,  nicht  geimpfter  Schnitter  im  Alter  von  18  Jahren  mittelschwer  an
konfluirenden,  theilweise  hämorrhagischen  Pocken.  Die  Ansteckung  ließ  sich  nicht  nachweisen.

Im  Reg.-Bez.  Posen  gelangten  aus  9  Orten  15  Fälle  zur  Anzeige;  10  Erkrankungen
  entfielen  auf  6  Ortschaften  des  Kreises  Wreschen  und  waren  aus  den  russischen
Nachbargebieten,  wo  die  Pocken  heftig  austraten,  eingeschleppt.  —  In  Wreschen  selbst  erkrankte
  ein  36  jähriger,  zuletzt  als  12  jähriger  Knabe  wiedergeimpfter  Lokomotivführer  leicht
an  diskreten  Pocken,  vermuthlich  infolge  einer  Ansteckung  auf  dem  Grenzbahnhof  Stralkowo.  —
In  Groß  Ciesle  wurde  ein  25  Jahre  alter,  nicht  geimpfter,  landwirthschaftlicher  Arbeiter
aus  Rußland,  welcher  sich  kurz  vorher  die  zu  seiner  Verheirathung  nöthigen  Papiere  in
seiner  Heimath  beschafft  hatte,  schwer  von  konfluirenden  Pocken  befallen.  —  In  Gonice
starb  ein  etwa  9  Monate  altes,  ungeimpftes  Kind,  dessen  Mutter  eine  Woche  vor  Ausbruch
der  Erkrankung  aus  Russisch-Polen  Schweinefleisch  geholt  hatte.  —  In  Staw  starb  nach
4wöchentlicher  Krankheit  ein  7jähriges  Mädchen,  welches  vor  etwa  5  Jahren  aus  Rußland
mit  ihren  Eltern  zugezogen  und  noch  ungeimpft  war.  Einen  Tag  nach  diesem  Kinde
erkrankte  ein  9  jähriges,  im  2.  Lebensjahre  mit  Erfolg  geimpftes  Mädchen  in  leichter  Form.
In  beiden  Fällen  war  der  Ansteckungsstoff  vermuthlich  von  den  Müttern  der  Kinder
gelegentlich  von  Einkäufen  aus  Rußland  mitgebracht  worden.  Darauf  wurde  infolge  unmittelbarer
  Ansteckung  ein  1  jähriges,  nicht  geimpftes  Kind  von  zum  Theil  konfluirenden
Pocken  schwer  befallen.  Zuletzt  erkrankte  noch  ein  11  jähriges  Mädchen  leicht  an  diskreten
  Pocken.  Der  Impfzustand  konnte  nicht  ermittelt  werden,  Impfnarben  waren  nicht
vorhanden.  In  diesem  Falle  hatte  die  Ansteckung  durch  mittelbare  Uebertragung  von  Geschwistern
  pockenkranker  Kinder  stattgefunden.  —  In  Staw  zog  sich  durch  Berührung  mit
Pockenkranken  ein  11  jähriges,  im  1.  Lebensjahre  geimpftes  Mädchen  in  dem  Nachbarorte
Czekuszewo  die  Blattern  zu;  bei  ihr  steckte  sich  ein  im  gleichen  Hause  wohnender  45  jähriger
Arbeiter,  der  nur  einmal  als  kleines  Kind  geimpft  war,  an.  Beide  litten  an  konfluirenden
Pocken;  der  Verlauf  war  bei  dem  Kinde  leicht,  bei  dem  Manne  schwer.  Ferner  wurde  die
Krankheit  aus  Staw  in  ein  anderes  Nachbardorf  Wulka  verschleppt,  wo  eine  50  jährige,
nur  einmal  als  Kind  geimpfte  Dienstmagd  leicht  an  theilweise  konfluirenden  Pocken  erkrankte.
  —  2  Fälle  kamen  in  Podsamtsche,  Kreis  Kempen,  bei  einer  22  Jahre  alten,
nicht  geimpften,  vor  8  Jahren  aus  ihrer  Heimath  Rußland  zugezogenen  Arbeiterin  und  einem
ohne  Erfolg  geimpften  Knecht  gleichen  Alters  vor;  im  ersten  Falle  handelte  es  sich  um  konfluirende
  Pocken  schweren  Verlaufs,  der  Knecht  war  an  diskreten  Pocken  leicht  krank.  In
beiden  Fällen  ist  Ansteckung  von  Rußland  her  anzunehmen,  weil  in  dem  an  den  Kreis
Kempen  angrenzenden  russischen  Kreise  Pocken  herrschten.  —  In  Boleslawiec,  Kreis  Kempen,
wurde  eine  30  jährige  Gastwirthsfrau,  welche  mit  12  Jahren  angeblich  mit  Erfolg  wiedergeimpft
  war,  aber  keine  Impfnarben  hatte,  durch  einen  Pockenkranken  aus  Russisch-Boleslawiec
angesteckt.  Von  ihr  wurde  die  Krankheit  auf  ihr  5  Monate  altes,  ungeimpftes  Kind  übertragen.
  Beide  starben.  —  In  Zduny,  Kreis  Krotoschin,  erkrankte  ein  6  jähriger  Waisenknabe,
  welcher  einmal  als  Kind  mit  Erfolg  und  im  7.  Lebensjahre  vermuthlich  im  Beginne
der  Erkrankung  (Angabe  über  den  Tag  der  Impfung  ist  nicht  gemacht)  wiedergeimpft  war,
an  modifizirten  Pocken.  Ueber  die  Ansteckung  wurde  nichts  ermittelt.
        <pb n="12" />
        —  10  —

Im  Reg.-Bez.  Bromberg  erkrankten  in  Zolondowo,  Landkreis  Bromberg,
3  Brüder  im  Alter  von  16,  5  und  2  ½  Jahren.  Der  älteste  war  als  Schnitter  im  Kreise
Schwetz  beschäftigt  gewesen  und  kehrte  krank  von  dort  zurück,  genas  aber  bereits  nach
12  Tagen,  ohne  ärztlich  behandelt  zu  sein.  Am  11.  Tage  nach  seiner  Rückkehr  erkrankte
der  eine  und  7  Tage  nach  diesem  der  andere  Bruder.  Auch  diese  beiden  Erkrankungen
verliefen  leicht.  Alle  3  Brüder  waren  mit  Erfolg  geimpft,  der  älteste  auch  mit  Erfolg
wiedergeimpft.

Nach  dem  vorstehenden  Sachverhalte  ist  es  zweifelhaft,  ob  in  diesen  3  Fällen  echte  Pocken  bestanden
  haben.

In  Inowrazlaw  kamen  im  April  kurz  hintereinander  mehrere  Pockenfälle  vor,  vermuthlich
  infolge  von  Einschleppung  aus  Rußland.  Zunächst  erkrankte  ein  45  jähriger,  nicht  geimpfter
  Arbeiter,  welcher  starb,  und  ein  diesem  verwandtes,  ungeimpftes  Kind  von  11  Monaten,
welches  schwer  krank  war,  aber  genas.  Auf  diese  beiden  Fälle  waren  4  weitere  Erkrankungen
zurückzuführen,  welche  einen  37  jährigen,  angeblich  nicht  geimpften  Fuhrunternehmer,  dessen
10  jährige,  9  Jahre  vorher  mit  Erfolg  geimpfte  Tochter,  einen  22  jährigen,  10  Jahre  vorher
mit  Erfolg  wiedergeimpften  Arbeiter  und  ein  6  jähriges,  nicht  geimpftes,  aus  Rußland  gebürtiges
  Mädchen  betrafen.  Sämmtliche  4  Erkrankungen  verliefen  leicht.  —  In  Strelno
erkrankte  ein  nicht  geimpftes  Kind  von  6  Monaten  mittelschwer  an  Pocken.  Das  Kind
wohnte  über  einer  Gastwirthschaft,  in  welcher  viele  Russen  aus  einer  von  den  Pocken  heimgesuchten
  Stadt  verkehrten.  —  In  Wojcin,  Kreis  Strelno,  erkrankte  ein  11  jähriges,
10  Jahre  vorher  mit  Erfolg  geimpftes  Mädchen,  leicht  an  diskreten  Pocken.  Ueber  die
Entstehung  wird  berichtet:  „Wahrscheinlich  hat  die  Mutter  der  Kranken  zwei  Wochen  vorher
einen  ganz  leichten,  als  solchen  nicht  diagnostizirten  Pockenanfall  gehabt.  Die  Mutter  hatte
häufigen  Verkehr  nach  der  russischen  Grenzstadt,  in  welcher  derzeit  eine  Pockenepidemie
herrschte.“  —  In  Gnesen  trat  ein  vereinzelter,  leichter  Pockenfall,  der  auch  auf  Einschleppung
  von  Rußland  zurückgeführt  wird,  bei  einer  46  jährigen,  27  Jahre  vorher  mit
Erfolg  wiedergeimpften  Frau  auf.

Im  Reg.-Bez.  Liegnitz  wurde  in  Neuen,  Kreis  Bunzlau,  die  Erkrankung  eines
14  jährigen,  ein  Jahr  vorher  mit  Erfolg  wiedergeimpften  Mädchens  angezeigt.  Nach  Feststellung
  des  Kreisphysikus  scheint  es  sich  bei  dem  sehr  leichten  Krankheitsfall,  dessen  Dauer
nur  9  Tage  betrug,  um  Windpocken,  nicht  um  wirkliche  Pocken  gehandelt  zu  haben.
Aehnlich  dürfte  die  aus  Löwenberg  gemeldete  leichte  Erkrankung  eines  13  Jahre  alten,
ein  Jahr  zuvor  mit  Erfolg  wiedergeimpften  Realschülers  zu  beurtheilen  sein.  —  In  Niesky,
Kreis  Rothenburg  i.  O.-L.,  erkrankte  am  10.  Februar  ein  32jähriger  Techniker,  welcher  mit
10  oder  12  Jahren  wiedergeimpft  war,  leicht  an  konfluirenden  Pocken.  Ueber  die  Ansteckung
  wird  berichtet:  „Die  Mutter  des  p.  J.,  welche  mit  böhmischen  Bettfedern
handelt  und  Betten  reinigt,  erkrankte  am  27.  Januar  1896  unter  den  Erscheinungen  eines
Magendarmkatarrhs  mit  Fieber;  im  Verlauf  der  Erkrankung  traten  Windpocken  ähnliche
Eruptionen  in  geringer  Zahl  rings  um  die  Taille  auf.“  Theils  durch  unmittelbare,  theils
durch  mittelbare  Uebertragung  von  diesem  Falle  1)  erkrankten  ferner  6  andere  Personen.
Schwer  war  der  Verlauf  bei  einer  70  jährigen  Rentiersfrau,  welche  angeblich  mit  12  Jahren
erfolgreich  geimpft  war,  aber  keine  Impfnarben  hatte,  ferner  bei  einer  71  jährigen,  im
17.  Jahre  mit  Erfolg  wiedergeimpften  Försterswittwe,  einer  38  jährigen,  mit  11  Jahren  erfolgreich
  wiedergeimpften  Frau,  tödtlich  bei  einer  70  jährigen  Lehrerswittwe,  die  im  12.  Jahre

1)  Hierbei  wird  erwähnt,  daß  die  6—8  Jahre  vorher  wiedergeimpfte  Pflegerin  eines  Kranken
den  Ansteckungsstoff  anderen  Personen  zuführte,  selbst  jedoch  nicht  erkrankte.
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        —  11  —

mit  Erfolg  wiedergeimpft  war.  Leicht  erkrankt  waren  eine  64  Jahre  alte  Försterswittwe
unbekannten  Impfzustandes  und  eine  70  jährige  Rentiersfrau,  Mutter  der  erkrankten
38  jährigen  Frau,  welche  als  Kind  mit  Erfolg  und  6  Tage  vor  Ausbruch  der  Krankheit,
also  nach  bereits  erfolgter  Ansteckung,  wiedergeimpft  war.

Im  Reg.-Bez.  Oppeln  erkrankte  in  Kostau,  Kreis  Kreuzburg,  am  6.,  10.  und
24.  August  ein  37  jähriger,  nur  einmal  als  Kind  geimpfter  Müller,  dessen  10  jähriger,
einmal  mit  Erfolg  geimpfter  Sohn  und  eine  in  der  Mühle  beschäftigte  Magd  im  Alter
von  20  Jahren,  die  im  12.  Lebensjahre  mit  Erfolg  wiedergeimpft  war;  der  Müller  und  sein
Sohn  hatten  sich  die  Krankheit  bei  der  in  Boleslawiec  verstorbenen  Frau  (vgl.  S.  9P)
zugezogen.  Der  Sohn  starb  an  einer  hinzugetretenen  Lungenentzündung,  der  Müller  war
mittelschwer,  die  Magd  leicht  von  diskreten  Pocken  betroffen.  In  Golkowitz  Sand,  ebenfalls
  Kreis  Kreuzburg,  erkrankte  am  2.  September  ein  36  jähriger,  nur  einmal  als  Kind
geimpfter  Mann,  welcher  sich  ebenfalls  in  dem  Gasthause  zu  Boleslawiec  angesteckt  hatte,
an  diskreten,  im  Gesicht  konfluirenden  Pocken.  —  In  Oppeln  traf  eine  27  jährige  Tagearbeiterin,
  welche  als  Kind  erfolgreich  geimpft,  im  12.  Lebensjahre  mit  unbekanntem  Erfolge
wiedergeimpft  war,  am  24.  August  bereits  krank  von  einer  Ziegelei  in  der  Nähe  von  Gleiwitz
ein;  die  Pocken  verliefen  bei  ihr  mittelschwer  und  waren  theilweise  hämorrhagisch.  Näheres
über  die  Ansteckung  ist  nicht  ermittelt.  —  In  Beuthen  erkrankten  am  25.  Juli  2  Kinder
eines  Bahnsteigschaffners  im  Alter  von  4  und  2  Jahren  leicht  an  diskreten  Pocken;  das
eine  war  im  Juli  1893,  das  andere  kurz  vor  der  Erkrankung  mit  Erfolg  geimpft.  Nach
Art  des  Berichtes  erscheint  es  für  diese  Fälle  zweifelhaft,  ob  wirkliche  Pocken  bestanden
haben,  desgleichen  in  2  Fällen  in  Chropaczow,  Landkreis  Beuthen,  wo  gleichzeitig  ein
12  Jahre  alter,  kurz  zuvor  erfolgreich  wiedergeimpfter  Knabe  und  dessen  11  Jahre  alte,
im  ersten  Lebensjahre  erfolgreich  geimpfte  Schwester  eine  Woche  lang  leicht  krank  waren,
ohne  daß  der  Ursprung  der  Ansteckung  festgestellt  werden  konnte.  —  In  Schwientochlowitz,
Landkreis  Beuthen,  traf  eine  52  jährige,  nur  einmal  als  Kind  geimpfte  Handelsfrau  krank
aus  Galizien  ein.  Der  Verlauf  der  Krankheit  war  schwer.

Im  Reg.-Bez.  Magdeburg  wurden  die  Pocken  in  Parey  a.  E.,  Kreis  Jerichow  II,
bei  dem  nicht  geimpften,  1  3¾4  Jahre  alten  Kinde  eines  russischen  Ziegeleiarbeiters  festgestellt.
Die  Mutter  war  mit  dem  Kinde  aus  einem  Dorfe  in  Rußland,  wo  zahlreiche  Pockenfälle
vorgekommen  waren,  zugereist;  die  Erkrankung  war  schon  auf  der  Reise  zum  Ausbruch  gekommen
  und  verlief  schwer.

Im  Reg.-Bez.  Hannover  erkrankten  in  Linden  2  Arbeiterinnen  einer  Federnfabrik
  im  Alter  von  19  und  24  Jahren,  die  6  bezw.  12  Jahre  zuvor  mit  Erfolg  wiedergeimpft
  waren,  leicht  an  diskreten  Pocken.  Die  Ansteckung  war  vermuthlich  durch  Bettfedern
  erfolgt,  beide  Arbeiterinnen  hatten  aus  den  nämlichen  Säcken  sortirt.

Gesammtübersicht  über  das  Lebensalter  und  den  Impfzustand  der  in  Preußen
Erkrankten.

Nach  der  umstehenden  Tabelle  erkrankten  im  ersten  Lebensjahre  6  ungeimpfte
Kinder,  von  denen  2  starben.  Im  2.  Lebensjahre  waren  2  ungeimpfte  Kinder  schwer
erkrankt.  Im  Alter  von  3—5  Jahren  waren  5  Kinder  leicht  erkrankt,  von  denen  1
ungeimpft,  1  nach  bereits  erfolgter  Ansteckung,  also  zu  spät,  und  3  rechtzeitig  geimpft
waren.  Im  Alter  vom  6.—10.  Lebensjahre  standen  9  der  Erkrankten,  1  ungeimpftes
Kind  starb,  8  Kinder  waren  leicht  bezw.  sehr  leicht  krank,  davon  waren  1  ungeimpft,  6
einmal  geimpft  und  1  nach  bereits  erfolgter  Ansteckung  wiedergeimpft.  In  das  Alter  von
        <pb n="14" />
        —  12
Lebensjahr  Diagnose
Bu-Impfzustand

  Verlauf  SIEEEETsa-  *  r"..
Mmammmalmalm—ms

IEEIEEIEIEE  ———

HEEEEEEEIE  *  S.

gestorben  2———1I———I4  3

ungeimpft  schwer  bezw.  mittelschher22  ——212  —  8  1  61
leicht  2—2)1□  1———658
gestorben  ———190-.ç  1  ...
einmqlalDKinbschwerbezw.mittelichwer—i——————2122  7  3  111

geimpft  leicht  bezw.  sehr  leicht————–22112

genesen,  Verlauf  unbe.  +——————————1—  11|1L  1—
gestorben  ——————11—

wiedergeimpft  schwer  bezw.  mittelschher—M——I————111—  1  4  2  1
leicht  ———3%

unbekannten  gestorben  ————Z  11..  1
Impfzustandes  leichtt  ———I2  2  —  —
6259958i  5wT%
D.  (13  ohne  Angabe)

11—15  Jahren  fielen  ebenfalls  9  Erkrankungen.  Ein  einmal  mit  Erfolg  geimpftes  Kind
von  10  /4  Jahren  starb  infolge  einer  hinzugetretenen  Lungenentzündung,  die  übrigen  waren
leicht  befallen;  von  diesen  war  1  unbekannten  Impfzustandes,  4  waren  einmal  geimpft  und  3
erst  kurze  Zeit  vorher  mit  Erfolg  wiedergeimpft.  Der  Altersklasse  vom  16.—20.  Lebensjahre
  gehörten  5  Kranke  an.  Ein  ungeimpfter,  aus  Rußland  stammender  Arbeiter  im  Alter
von  18  Jahren  war  mittelschwer,  der  17jährige  Sohn  eines  amerikanischen  Farmers,  welcher  zu
spät  geimpft  war,  schwer,  3  im  12.  bezw.  13.  Jahre  wiedergeimpfte  Personen  von  15,  16  und
19  Jahren  waren  leicht  erkrankt.  Im  Alter  von  21—30  Jahren  erkrankten  8  Personen,
davon  2  ungeimpfte,  in  Rußland  geborene  schwer,  eine  vor  etwa  16  Jahren  wiedergeimpfte  mittelschwer
  und  5  vor  9  bis  13  Jahren  wiedergeimpfte  leicht.  In  der  Altersklasse  vom  31.—40.
Lebensjahre  standen  10  Erkrankte.  Eine  vor  etwa  18  Jahren  wiedergeimpfte  Frau  starb,
eine  vor  28  Jahren  wiedergeimpfte  war  schwer,  ein  vor  13  Jahren  wiedergeimpfter  Arbeiter
und  2  nur  einmal  geimpfte  Personen  waren  mittelschwer,  ein  37  jähriger,  nicht  geimpfter
Mann  und  3  vor  16,  20  oder  24  Jahren  wiedergeimpfte  Personen  waren  leicht  erkrankt.
Bei  einem  36  jährigen,  einmal  geimpften  Manne  ist  der  Verlauf  der  Krankheit  nicht  angegeben,
  jedoch  war  der  Ausgang  nicht  tödtlich.  In  der  Altersklasse  vom  41.—50.  Lebensjahre
  starb  ein  ungeimpfter  Arbeiter;  eine  nur  einmal  als  Kind  geimpfte  Frau  war  schwer,
2  wiedergeimpfte  Personen  waren  leicht  erkrankt.  Im  Alter  von  51—60  Jahren  erkrankten
  5  Personen.  Ein  Mann  unbekannten  Impfzustandes  starb  infolge  einer  hinzugetretenen
  Lungenentzündung.  Von  den  übrigen  4  Personen,  welche  alle  nur  einmal  in  der
Kindheit  geimpft  waren,  sind  2  schwer  und  2  leicht  krank  gewesen.  Ueber  60  Jahre
alt  waren  7  Kranke.  Eine  70  jährige  Frau,  welche  im  12.  Jahre  wiedergeimpft  war,  starb;
3  Frauen  im  Alter  von  63,  70  und  71  Jahren,  von  denen  eine  zweimal,  die  beiden  andern
nur  einmal  geimpft  waren,  erkrankten  schwer;  3  Frauen  im  Alter  von  60,  64  und  70  Jahren,
von  denen  eine  zweimal,  eine  einmal  geimpft  und  eine  unbekannten  Impfzustandes  war,
wurden  leicht  bezw.  sehr  leicht  befallen.

1)  Davon  je  1  zu  spät  geimpft.  —  2)  Infolge  von  Lungenentzündung  gestorben.  —  3)  Davon  je
1  zu  spät  geimpft.
        <pb n="15" />
        —  13  —

Berücksichtigt  man  die  bereits  im  Vorjahre  berichteten  Fälle  aus  dem  Kreise  Oppeln  (vgl.  S.  7),
so  treten  an  den  vorstehenden  Zahlen  folgende  Anderungen  ein:  1.  Lebensjahr:  7  ungeimpfte  Kinder,
von  denen  2  starben,  2.  Lebensjahr:  2  ungeimpfte  Kinder  schwer,  1  geimpftes  Kind  leicht  erkrankt,  8.—5.
Lebensjahr:  8  Kinder  leicht  erkrankt,  davon  1  nicht,  1  zu  spät,  6  rechtzeitig  geimpft,  6.—10.  Lebensjahr:
  11  Kranke,  davon  1  ungeimpftes  Kind  gestorben,  1  ungeimpftes  und  9  geimpfte  Kinder  leicht  erkrankt.

Sieht  man  jedoch  von  jenen  und  den  vorstehend  berichteten  11  Fällen  in  Griesen,  Kreis  Oletzko,
Zolandowo,  Landkreis  Bromberg,  Neuen,  Kreis  Bunzlau,  Löwenberg,  Beuthen  und  Chropaczow,  Landkreis
  Beuthen,  ab,  da  die  sämmtlich  sehr  leichten  Erkrankungen  vermuthlich  irrthümlich  als  Pocken  angezeigt
worden  sind,  so  bleiben  für  das  Alter  bis  zu  2  Jahren  die  Mittheilungen  auf  S.  11  bestehen,  im
Alter  von  3—5  Jahren  sind  dagegen  nur  2  Kinder  leicht  erkrankt  gewesen,  von  denen  1  nicht,  das  andere
geimpft  war.  Im  Alter  von  6—10  Jahren  standen  6  Kranke,  von  denen  1  ungeimpftes  Kind  starb,
1  ungeimpftes  und  4  geimpfte  Kinder  leicht  erkrankten.  Der  Altersklasse  vom  11.—15.  Jahre  gehörten
5  Kinder  an,  davon  starb  1,  welches  einmal  mit  Erfolg  geimpft  war,  an  Lungenentzündung,  1  Kind  unbekannten
  Impfzustandes  und  3  einmal  geimpfte  Kinder  waren  leicht  krank.  Im  Alter  vom  16.—20.  Jahre
standen  4  Kranke,  davon  waren  2  nicht  geimpfte  Personen  schwer  bezw.  mittelschwer,  2  wiedergeimpfte
leicht  erkrankt.

Gestorben  sind  8  Personen,  von  denen  4,  nämlich  2  Kinder  des  ersten  Lebensjahres,
1  Kind  von  7  und  ein  Arbeiter  von  45  Jahren  ungeimpft  waren;  ein  an  Lungenentzündung
verstorbenes  Kind  von  10  ¾  Jahren  war  einmal  geimpft,  eine  30  jährige  und  70  jährige
Frau  waren  vor  18  bezw.  58  Jahren  wiedergeimpft,  bei  dem  an  Lungenentzündung  nach
Pocken  gestorbenen  55  jährigen  Manne  war  über  den  Impfzustand  nichts  zu  ermitteln.
Von  den  rechtzeitig  geimpften  bezw.  wiedergeimpften  Personen  im  Alter  unter  30  Jahren
war  ein  Kind  von  10  ¾  Jahren  an  Lungenentzündung  gestorben,  eine  vor  15  Jahren
wiedergeimpfte  Person  mittelschwer,  alle  übrigen  waren  leicht  erkrankt.

Soweit  Eintragungen  über  die  Art  und  Zahl  der  Impfnarben  gemacht  worden
sind,  ist  denselben  Folgendes  zu  entnehmen:
8  Kranke  hatten  1—2  deutliche  Impfnarben  (1  schwer,  7  leicht  erkrankt),
14  „  „  3—4  „  „  (3  schwer,  1  mittelschwer,  10  leicht  erkrankt),
10  „  „  5—6  „  »  (9leichtekktankt,1ohneAngabe),
3  „  „  über  6  „  „  (1  mittelschwer,  2  leicht  erkrankt),
4  „  „  in  unbestimmter  Zahl  deutliche  Impfnarben  (1  gestorben,  3  leicht  erkrank),,
2  „  „  undeutliche  Impfnarben  (1  mittelschwer,  1  leicht  erkrank),
5  „  „  keine  Impfnarben  (2  leicht,  3  schwer  erkrank),
8  „  „  keine  (nicht  geimpft)  Impfnarben  (4  gestorben,  6  schwer,  2  mittelschwer,

6  leicht  erkrankt).

1
        <pb n="16" />
        Ergebnisse  der  Todesursachenstatistik.
(Fortsetzung  aus  Band  IV  S.  35—78.)

Die  Sterbefälle  im  Deutschen  Reiche  während  des  Jahres  1895.
Mit  4  Uebersichtskarten.  Berichterstatter:  Geheimer  Reg.-Rath  Dr.  Raht  8.

Nach  den  amtlichen  Erhebungen  der  betheiligten  Bundesregierungen,  unter  theilweiser
(Abschn.  C  Mitbenutzung  der  aus  deutschen  Orten  mit  15000  oder  mehr  Einwohnern
direkt  im  Gesundheitsamte  eingehenden  Nachweise.

Einleitung.

Vergleich  der  Ergebnisse  von  1895  mit  denen  des  Jahres  1894;
Zunahme  der  Sterbefälle  in  der  jüngsten  und  ältesten  Altersklasse,
Abnahme  der  Sterbefälle  unter  Kindern  von  1—15  Jahren  und  unter  Erwachsenen
bis  zum  60.  Lebensjahre.

Die  dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  zugegangenen  behördlichen  Ausweise  über  die
Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895  und  über  das  Alter  der  Gestorbenen  erstrecken
sich  zwar  noch  nicht  auf  die  Gesammtbevölkerung  des  Deutschen  Reiches,  gestatten  jedoch
schon  recht  sichere  Schlüsse  auf  die  Sterblichkeitsverhältnisse  aller  Bewohner  desselben,  da
über  957  von  je  1000  im  gesammten  Reichsgebiet  gestorbenen  Personen  solche  Ausweise
eingelaufen  sind  und  verwerthet  werden  konnten.  Zu  denjenigen  elf  Staaten,  welche  bereits
für  das  Jahr  1894  Ausweise  geliefert  hatten,  sind  zunächst  das  Herzogthum  Sachsen-Meiningen,
  sowie  das  Fürstenthum  Schaumburg-Lippe  hinzugetreten;  danach  sind
von  der  Gesammtbevölkerung  des  Reiches  nur  4,,  %  an  den  einheitlich  stattfindenden  Erhebungen
  über  die  Ursachen  der  Sterbefälle  nicht  betheiligt  gewesen.  Da  der  Anschluß  einiger
weiterer  Bundesstaaten  vom  Jahre  1896  oder  1897  ab  in  Aussicht  steht,  wird  dieser
Bruchtheil  mit  jedem  der  nächsten  Berichtsjahre  geringer  werden.

Wer  nach  den  vom  Keiserlichen  Statistischen  Amte  bereits  veröffentlichten  Zahlen  1)
die  Sterbefälle  des  Jahres  1895  mit  denen  des  Vorjahres  vergleicht,  wird  leicht
zu  dem  Schlusse  verleitet,  das  Leben  der  Bewohner  des  Deutschen  Reiches  sei  im
Jahre  1895  stärker  als  im  Jahre  1894  gefährdet  gewesen;  denn  ein  solcher  Vergleich  ergiebt,
daß  im  ganzen  Reichsgebiet  nach  Abrechnung  der  todtgeborenen  Kinder  7157  Personen
mehr  als  im  Jahre  vorher  gestorben  sind.  Auf  die  an  den  erwähnten  Ausweisen  für  das

1)  S.  u.  a.  Statist.  Jahrbuch  f.  d.  Deutsche  Reich.  Jahrg.  XVIII  S.  25.
        <pb n="17" />
        —  15  —

Kaiserliche  Gesundheitsamt  betheiligten  elf  Staaten  entfällt  sogar  eine  noch  größere  Differenz,
ein  Mehr  von  8158  Todesfällen,  da  zufällig  gerade  außerhalb  dieser  elf  Staaten  —  z.  B.
in  den  mecklenburgischen  Landen  und  im  Großherzogthum  Oldenburg  —  die  Gesammtzahl
der  Todesfälle  etwas  geringer  als  die  des  Vorjahres  war.

Der  gedachte  Schluß,  daß  im  Berichtsjahre  1895  die  Sterblichkeitsverhältnisse  ungünstigere
  gewesen  seien,  erweist  sich  indessen  für  den  überwiegend  größten  Theil  der  Bevölkerung
  dieser  elf  Staaten  als  irrig.  Ein  Ansteigen  der  Sterbefälle  hat  sich  nämlich
nur  bei  Personen  der  höchsten  und  niedrigsten  Altersklasse  gezeigt,  d.  h.  bei  alten  Leuten
jenseits  des  60.  Lebensjahres  und  bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres,  welche  beiden  Altersklassen
  zusammen  wenig  mehr  als  den  zehnten  Theil  der  Gesammtbevölkerung  bilden;  dieselben
  sind  überdies  naturgemäß  immer  und  überall  weitaus  am  meisten  der  Sterbensgefahr
ausgesetzt.

Unter  allen  übrigen  Bewohnern  des  Reiches,  d.  h.  unter  den  an
Zahl  fast  neun  Mal  stärker  vertretenen  Personen  vom  vollendeten
ersten  bis  zum  vollendeten  60.  Lebensjahre,  wurden  im  Jahre  1895  erheblich
  weniger  Sterbefälle  als  im  Jahre  1894  festgestellt.  Folgende
Zahlenübersicht  erläutert  dies:

In  den  elf  Staaten  des  Deutschen  Reiches,  aus  denen  für  beide  Jahre  Ausweise
vorliegen,  starben:

—

1894  1895  also  im  Berichtsjahre:
a.  Kinder  des  ersten  Lebensjahrees  368  94  145  209  mehr:  36  268
b.  Personen  von  1—15  Jahren  199  5446  894  weniger:  32  651
c.  „  „  15—6E0  „  260  499257  135  weniger:  3364
d.  „  „  60  und  mehr  Jahren]  259  157  267  034  mehr:  7877
o  „  unbekannten  Alters.  481  509  mehr:  28

im  Ganzen1  088  623096  781  mehr:  8  158

im  Ganzen  auf  je  1000  der  Gesammtbevölkerung
  vom  2.  XII.  1895  .  .  .  22,0  2:2  mehr:  0,3  1%

Am  beträchtlichsten  hat  die  Zahl  der  Sterbefälle  abgenommen  unter  den  jugendlichen
  Personen  von  1—15  Jahren  (Altersklasse  b),  denn  hier  sank  sie  auf  83/6  %  der
vorjährigen  Zahl,  also  um  16,4  %.  Es  sei  vorweg  hervorgehoben,  daß  allein  die  Diphtherie,
  bezw.  die  unter  diesem  Namen  in  der  Statistik  zusammengefaßten  Krankheiten
23  708  Todesfälle  weniger  verursacht  haben.  Dies  ist  um  so  mehr  hervorzuheben,  als
bereits  für  das  Vorjahr  in  derselben  Altersklasse  eine  erhebliche  Abnahme  der  Dipyhtherietodesfälle
  gegenüber  dem  Jahre  1893  festgestellt  worden  war.  (Vergl.  Bd.  IV  S.  36).
Daneben  ist  ein  Sinken  der  Maserntodesfälle  in  dieser  Altersklasse  von  10  527  auf  6294
bemerkenswerth.

Unter  Personen  von  15—60  Jahren  (Alterklasse  c)  sind  während  des  Berichtsjahres
  3  364  Todesfälle  weniger  als  während  des  Vorjahres  beobachtet,  was  einem  Sinken
auf  98,,  %  der  vorjährigen  Zahl,  oder  einer  Abnahme  um  1,8  %  entspricht.  In  dieser
Altersklasse  entfiel  mehr  als  die  Hälfte  der  Differenz  auf  Sterbefälle  in  Folge  von  Lungentuberkulose,
  deren  Zahl  von  86  068  auf  84  302  gesunken  ist.  Solche  Abnahme  um
2  %  erscheint  ebenfalls  beachtenswerth,  zumal  wenn  man  berücksichtigt,  daß  von  1893  zu
1894  in  den  damals  betheiligten  zehn  Staaten  des  Reiches  die  Zahl  der  Todesfälle  an
        <pb n="18" />
        —  16  —

Lungentuberkulose  für  dieselbe  Altersklasse  nur  von  85  386  auf  85  271,  d.  h.  um  kaum
½2  %  abgenommen  hatte,  und  daß  von  1892  zu  1893  sogar  eine  Zunahme  der  Sterbefälle
an  Tuberkulose  in  dieser  Altersklasse  eingetreten  war.  1)

Unter  Personen  von  60  und  mehr  Jahren  ist  zwar  die  Gesammtzahl  der
Todesfälle  um  7  877,  d.  i.  um  3  %  der  vorjährigen  Zahl  gestiegen,  doch  ist  diese  Zunahme
  aus  dem  Grunde  als  Zeichen  ungünstiger  Lebensverhältnisse  nicht  anzusehen,  weil
mehr  als  die  Hälfte  der  Differenz  auf  Todesfälle  in  Folge  von  Altersschwäche  entfällt.
Diese  bezeichnen  aber  den  physiologisch-natürlichen,  also  günstigsten  Abschluß  des  menschlichen
Lebens,  und  deren  Zunahme  darf  nicht  als  ein  Zeichen  ungünstigerer  Daseinsverhältnisse
angesehen  werden.  An  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane,  welche  erfahrungsgemäß
  am  häufigsten  den  vorzeitigen  Tod  betagter  Leute  herbeiführen,  sind  in  dieser  Altersklasse
  1215  Personen  weniger  als  im  Vorjahre  gestorben,  trotzdem  ein  heftiges  Auftreten
der  Influenza  aus  mehreren  Gebieten  des  Reiches  im  März  und  April  1895  gemeldet
worden  war,  was  sonst  eine  Vermehrung  derartiger  Todesfälle  zur  Folge  zu  haben  pflegt.
(Vgl.  hierüber  Abschnitt  C.)

Von  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  sind  im  Jahre  1895  erheblich
mehr  als  im  Jahre  1894  gestorben.  Zwar  sind  in  den  elf  Staaten  des  Reiches  auch
35136  mehr  Kinder  lebend  geboren,  nämlich  im  Vorjahre  1  748  436,  im  Berichtsjahre
1  783572,  oder  auf  je  100  000  am  2.  Dezember  1895  gezählte  Einwohner:  im  Berichtsjahre
  3  605,  im  Vorjahre  nur  3534;  aber  die  Zahl  der  Todesfälle  im  ersten  Lebensjahre
hat  noch  stärker,  nämlich  wie  oben  bereits  erwähnt,  um  36  268  zugenommen,  und  die  auf
je  1000  Lebendgeborene  errechnete  Sterbeziffer  dieser  Altersklasse  der  „Säuglinge“  ist  von
211,0  auf  227  gestiegen.  Hauptsächlich  waren  es  Todesfälle  an  Magen=  und  Darmkatarrh
  und  an  Ruhr,  welche  im  Berichtsjahre  häufiger  auftraten.

Es  starben  von  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  in  den  elf  Staaten  des  Reiches:

1894  1895  also  im  Berichtsjahre:

an  Magen=  und  Darmkatarh9rnyn  118  5680  148861  mehr:  30  281  (+  23,5  0/0)
aus  angeborener  Lebensschwäche  531314156  473  mehr:  3342  (+  6,8  %)
an  Nutrrrr.  362  629  mehr:  267  (+  73,8  0%)
an  Tuberkulose.  ...  .......  ...  ..  ..  .....  ..  .  .  .  .  .  .  .  4155  4582  mehr:  377  (4  94  06)
an  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungs-Organe  31818  30431  weniger:  1  *ie
an  Keuchhusstteen  18786  11189  weniger:  2597  *  10
an  sonst  benannten  Krankheiten  133  338  137734  mehr:  4  401
aus  unbekannter  Ursacheenn  137776  15360  mehr:  1  584

im  Ganzen  368  941/405  200  mehr:  36268

Wie  in  der  höchsten  Altersklasse  haben  also  auch  bei  Säuglingen  die  entzündlichen
Krankheiten  der  Athmungsorgane,  zu  denen  hier  noch  der  Keuchhusten  tritt,  wen  iger  Todesfälle
  als  im  Vorjahre  herbeigeführt.

Unter  der  Gesammtbevölkerung  der  elf  Staaten  sank  von  1894  zu  1895
die  Zahl  der  Todesfälle

an  Diphtherie  (einschl.  Cronhy  von  63  701  auf  37  758,  d.  h.  um  25  943  (40,7  o),
„  Maserrn.  „  16  173  „  9  629,  „  „  „  6544  (40,5  ),
1)  Es  starben  Personen  von  15—60  Jahren:  1892  1893
an  Lungentuberkulose  in  9  Staaten  (ausschl.  Bayern)  .......  .  ..  ..  .  .  .  .  .  ..  71067  78  848
an  Tuberkulose  in  10  Staaten  (einschl.  Bahern)  ...........  ..  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  85  906  88  654
        <pb n="19" />
        —  17  —

an  Keuchhuseeeeen  von  21  521  auf  17  109,  d.  h.  um  4  412  (20,5  0),
Kindbettsiebrerern  „  3128  „  2698,  „  „  „  435  (13,9  u0),
„  anderen  Folgen  der  Geburtt  „  4  095  „  38  782,  „  „  „  313  (7,6  0),
"  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  „  135  332  „  127  336,  „  „  „  7996  (  5,9  00),
durch  Selbstmonnd  „  10  316  „  9717,  „„  „  599  (  5,8  0),
an  Scharlhtennn  „  8937  „  8  605,  „  „  „  332  (  3,7  00),
„  Typhsss  „  6373  „  6202.„  „  „  171  (•2,7  0),
„  Tuberkulsoaaaa  „  123  904  „  122  431,  „  „  „  1  473  (  1,7  Jog),
„  Pobken  „  85  „  27,  „„  „  58,
„Flecktyphus  .........................  .  ..  »  58  „  22,  „  „  36,
„  Milzbrabbl  „  29  .  19,  r  „  „  10,
„Tollwuth  ......  ................  .  ....  ...  2  „  0,  „  „  „  2,
„  Cholren  „  479,  1,  „„  „  478.

Abgesehen  von  den  fünf  zuletzt  genannten  Infektionskrankheiten,  welche  im  Deutschen
Reiche  gewöhnlich  geringe  Bedeutung  als  Todesursachen  haben,  sind  also,  wie  nach  dem
bereits  Mitgetheilten  zu  erwarten  war,  namentlich  die  durch  Diphtherie,  Masern  und
Keuchhusten  bedingten  Todesfälle  für  alle  Altersklassen  seltener  geworden.  Bei  den
Todesfällen  in  Folge  von  Tuberkulose  zeigte  sich  eine  Abnahme  nur  bei  der  Lungentuberkulose
  (um  1  939),  die  Tuberkulose  anderer  Organe  hat  in  den  elf  Staaten  dagegen
  466  Todesfälle  mehr  als  im  Vorjahre  verursacht.  Zugenommen  haben  außerdem
unter  der  Gesammtbevölkerung  der  elf  Staaten  des  Reiches  die  Todesfälle:

an  Magen-  und  Darmklatarrh  ............  ...  von  138  679  auf  172  013,  d.  h.  um  33  334  (24,0  00),
wegen  angeborener  Lebensschwäche  „  583  131  „  56  473,  „  „  „  3342  (bö,#  00,
„  Altersschwäüchee  „  100  226  „  104421,  „  „  „  4195  (  4,/  0),
an  Neubildunen  .  „  31  470  „  32423,  „  „  „  953  (B3%0  Jo),
„  Ruir  „  1  118  „  1996,  „  „  „  878  (78,8  00),
„  Genickstarenrn  ............  »  320«  322,,,,,,,  2(0,80,0),
»Syphilis..............................  «  451  „  470,  „  „  „  19  (4,2  J0),
„  Trichinsaso  „  3  „  4,  „  „  „  1,
„  nicht  im  Schema  aufgeführten  Krankheiten.  „  319  715  „  332214,  „  „  „  12  499  (  3,,  %),
durch  Verunglückunggen  „  18  176  „  18  475,  „  „  299  (1,6  00),
aus  unbekannter  Ursacch  „  81968  „  33  414,  „  „  „  1446  (  4,5  0).

Im  Anschlusse  hieran  ist  es  von  Interesse  festzustellen,  in  welchen  Staaten  bezw.
großen  Staatsgebieten  die  stärkste  Zunahme  oder  Abnahme  der  Sterbefälle  von  1894  zu
1895  beobachtet  worden  ist.

a.  Was  zunächst  die  Todesfälle  von  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  betrifft,
so  haben  dieselben  in  der  Bayerischen  Pfalz  und  im  Herzogthum  Gotha  um  mehr  als  20%
zugenommen,  demnächst  am  stärksten  (14—17  %)  im  Staate  Hamburg  und  der  Provinz
Hannover,  in  Schleswig-Holstein,  Pommern  und  der  Rheinprovinz,  endlich  um  mehr  als
10  %  noch  in  Sachsen,  Baden,  Württemberg,  Braunschweig,  Elsaß-Lothringen,  Hessen,  sowie
in  den  preußischen  Provinzen  Westpreußen,  Brandenburg  und  Westfalen.

Am  wenigsten  hat  die  Zahl  dieser  Sterbefälle  zugenommen  im  rechtsrheinischen
Bayern  (um  3,6  %  und  in  Hohenzollern  (1  %),  in  Ostpreußen,  Schlesien  und  im  Staate
Bremen  (6—7  00).

b.  Die  Sterbefälle  unter  Kindern  von  1—15  Jahren  haben  um  mehr  als

30  %  abgenommen  in  Württemberg  mit  Hohenzollern,  in  Baden  und  dem  Staate  Bremen;
Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  2
        <pb n="20" />
        —  18  —

demnächst  war  die  Abnahme  am  beträchtlichsten  (15—30  %)  in  Hessen-Nassau,  dem
rechtsrheinischen  Bayern,  in  Elsaß-Lothringen,  Hessen,  Schleswig-Holstein,  Hannover  und
der  Provinz  Sachsen,  sowie  in  Pommern,  Ostpreußen  und  der  Rheinprovinz;  relativ  gering
(5—88  ⅝%)  war  die  Abnahme  in  Posen,  Westpreußen,  im  Königreich  Sachsen  und  im
Hamburgischen  Staate.  In  Berlin  endlich  haben  sich,  wie  u.  a.  auch  in  Leipzig,  die  Sterbefälle
  aus  dieser  Altersklasse  sogar  etwas  vermehrt.

e.  Die  Sterbefälle  unter  Personen  von  15—60  Jahren  haben  auch  nicht
überall  abgenommen,  vielmehr  in  Berlin  um  664  zugenommen,  ebenso  in  Hamburg
um  205,  in  Bremen  um  128,  außerdem  noch  um  ein  Geringes  in  Hessen-Nassau,  Schleswig-Holstein,
  in  Westpreußen  und  im  Herzogthum  Coburg.  Eine  beträchtliche  Abnahme  ist  dagegen
  im  Elsaß  (um  10,70%),  eine  mäßige  (um  28—5,  1%/)  in  Hannover,  Baden,  Braunschweig,
Württemberg  und  Pommern,  sowie  in  der  Bayerischen  Pfalz  beobachtet;  in  den  übrigen  Gebieten
  waren  Todesfälle  unter  Personen  dieser  Altersklasse  i.  J.  1895  ziemlich  ebenso  häufig
wie  im  Vorjahre,  die  Differenz  betrug  Oo#s—20#%  der  vorjährigen  Zahl.

d.  Die  Sterbefälle  unter  Personen  der  höchsten  Altersklasse  von  60  und
mehr  Jahren  sind  nur  im  Südwesten  des  Reiches,  in  Elsaß-Lothringen,  Baden,  Württemberg
  und  Hohenzollern  seltener  als  im  Vorjahre  gewesen,  und  zwar  ist  es  auffällig,  daß
nur  in  einem  geographisch  genau  begrenzten  Gebiete  des  Südwestens  die  Zahl  dieser  Sterbefälle
  (um  2  885  =  10,4  %  der  vorjährigen  Zahl)  abgenommen  hat,  während  in  allen
Theilen  des  übrigen  Reichsgebietes  dieselbe  erhöht  war,  und  zwar  insgesammt  um  4,5  %
der  vorjährigen  Zahl.  Das  Gebiet  der  niedrigeren  Sterbeziffer  umfaßt  1)  die  Bezirke  Oberund
  Unterelsaß,  2)  die  badischen  Landeskommissariatsbezirke  Konstanz,  Freiburg,  Karlsruhe,
3)  in  Württemberg  den  Schwarzwald-,  Donau=  und  Jagstkreis,  4)  das  dazwischen  liegeude
preußische  Gebiet  Hohenzollern.

Die  Gesammtzahl  der  Sterbefälle  hat  am  meisten  abgenommen  in  Elsaß-Lothringen,
  Baden  und  Württemberg,  außerdem  innerhalb  Preußens  in  Hessen-Nassau,  Ostpreußen
  und  Hohenzollern,  innerhalb  Bayerns  in  Niederbayern,  der  Oberpfalz  und  den  3
fränkischen  Regierungsbezirken,  endlich  um  ein  Geringes  im  Großherzogthum  Hessen,  und  zwar
hauptsächlich  in  der  Provinz  Oberhessen.  In  den  übrigen  Staaten,  bezw  großen  Staatsgebieten
  des  Reiches  ist  unter  der  Gesammtbevölkerung  eine  Zunahme  der  Sterbefälle
eingetreten.  (Siehe  oben.)

Auch  die  Zahl  der  todtgeborenen  Kinder  ist  in  den  elf  Staaten  um  1  371  größer
als  im  Vorjahre  gewesen,  was  einer  Zunahme  um  2,,  %  der  vorjährigen  Zahl  entspricht;
abgenommen  hat  sie  nur  in  Braunschweig  und  Bremen.  Zieht  man  das  Verhältniß  der
todtgeborenen  zu  den  lebendgeborenen  Kindern  in  Betracht,  so  kommen  auf  je  1000  Lebendgeborene
  im  Berichtsjahre  34,,  dagegen  im  Vorjahre  nur  34,2  Todtgeborene;  von  je  10000
überhaupt  geborenen  Kindern  wurden  im  Berichtsjahre  332,  im  Vorjahre  kaum  331  als
todtgeboren  eingetragen.

A.  Die  Sterblichkeitsverhältnisse  nuter  der  ausschließlich  Kädtischen
Bevölkerung  der  Itadtkreise  nud  unmittelbaren  Itädte,  verglichen  mit
deuen  der  gemischten,  vorwiegend  in  Landgemeinden  und  Tandstädten

lebenden  Bevälkernug  der  übrigen  Kreise  bezw.  Seiirksämter.

Die  dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  zugehenden,  nach  Verwaltungsgebieten  gesonderten
  Ausweise  über  die  Sterblichkeitsverhältnisse  gestatten  nur  in  beschränktem  Maaße
einen  Vergleich  zwischen  der  Stadt=  und  Land  bevölkerung,  da  verhältnißmäßig  wenige,
        <pb n="21" />
        —  19  —

und  zwar  meist  größere  Städte,  eigene  Verwaltungsbezirke  bilden.  In  Preußen  sind  es  die
Stadtkreise,  im  rechtsrheinischen  Bayern  die  unmittelbaren  Städte,  welche  gesondert  betrachtet
werden  können,  in  Sachsen  haben  zwar  Dresden  und  Leipzig,  nicht  aber  z.  B.  Chemnitz
mit  seinen  168  000  Einwohnern  eigene  Medizinalbezirke,  also  eigene  Ausweise  eingesandt;
aus  Württemberg  liegt  nur  für  Stuttgart,  aus  Elsaß-Lothringen  für  Metz  und  für  Straßburg
  je  ein  Ausweis  vor,  welcher  ausschließlich  städtische  Bevölkerung  betrifft.  Sonst  ist
noch  in  Bremen  und  Hamburg  eine  vollständige  Scheidung  zwischen  Großstadt  und  übrigem
Staatsgebiet  durchgeführt.
Obwohl  sonach  für  das  gesammte,  an  der  Todesursachenstatistik  betheiligte  Reich  eine
gesonderte  Betrachtung  der  Stadt=  und  Landbevölkerung  vorläufig  nicht  möglich  ist,  so  ist
doch  wenigstens  für  große  Theile  des  Reichsgebietes  solcher  Vergleich  zu  ziehen  versucht,
allerdings  mit  der  gebotenen  Einschränkung,  daß  auch  die  Bewohner  vieler  Kleinstädte,  hier
und  da  sogar  einiger  Mittelstädte,  der  Landbevölkerung  zugerechnet  sind.  Zu  dem  Zwecke
ist  nachstehend  die  Bevölkerung  der  Stadtkreise  und  unmittelbaren  Städte  in
Preußen  und  Bayern  der  übrigen  Bevölkerung  gegenüber  gestellt,  es  ist  also  einerseits  eine
ausschließlich  in  größeren  Städten,  andrerseits  eine  vorwiegend  auf  dem
Lande,  in  Landgemeinden  und  Landstädten  lebende  Bevölkerung  in  Betracht  gezogen.
Der  Vergleich  ist  für  vier  räumlich  genau  begrenzte  Gebiete  im  Osten,  Westen,  Süden
und  in  der  Mitte  des  Reiches  durchgeführt,  nämlich:
I.  für  die  im  Osten,  etwa  östlich  der  Elbe  wohnende  Hälfte  der  Bevölkerung  des
Königreichs  Preußen,

II.  für  das  im  Westen,  etwa  westlich  der  Weser  wohnende  Drittel  der  Bevölkerung
Preußens,

III.  für  die  dazwischen,  im  Elb=  und  Wesergebiet,  wohnenden  6  ½  Millionen  Bewohner
  des  Preußischen  Staates,

IV.  für  die  Bevölkerung  des  rechtsrheinischen  Bayern.

Oestlich  der  Elbe  in  den  Provinzen  Ost=  und  Westpreußen,  Brandenburg  mit  Berlin,
Pommern,  Posen  und  Schlesien  leben  15,  Millionen  Menschen  auf  einer  Fläche  von  rund
200  000  dkm,  dieselben  nehmen  also  fast  3/5  der  Gesammtfläche  des  Königreichs  Preußen
ein;  es  entfallen  hier  auf  jeden  qkm  nur  etwa  78,  und,  wenn  man  Berlin  ausschließt,  sogar
nur  71  Bewohner.

Dieser  im  Ganzen  dünn  gesäten  Bevölkerung  gegenüber  wohnen  im  Westen  des
Königreichs,  in  den  Provinzen  Westfalen,  Hessen-Nassau  und  der  Rheinprovinz  ca.  9  ½
Millionen  Menschen  auf  einer  Fläche  von  kaum  70  000  qkm,  d.  h.  fast  ein  Drittel  der  Einwohner
  des  Gesammtstaates  wohnt  hier  auf  weniger  als  dem  fünften  Theile  der  Gesammtfläche
  des  Königreichs.

Da  sonach  im  Westen  auf  jeden  qkm  152  Bewohner,  etwa  doppelt  so  viel  als  im
Osten  kommen,  müssen,  wie  sich  auch  zeigen  wird,  die  eigenartigen  Verhältnisse  der  Landbevölkerung,
  d.  h.  der  weniger  gedrängt  lebenden  Bevölkerung,  im  Osten  weit  mehr  als  im
Westen  zum  Ausdruck  kommen.

In  den  drei  mittleren  Provinzen  des  Königreichs  Preußen,  Sachsen,  Hannover,
Schleswig-Holstein,  welche  kurz  als  Elbwesergebiet  bezeichnet  werden  sollen,  wohnen
ca.  6  ½  Millionen  Menschen  auf  82  763  qkm,  es  entfallen  also  annähernd  wie  im  Osten
77  Bewohner  auf  jeden  qkm.

Am  wenigsten  dicht  leben  die  Bewohner  des  an  letzter  Stelle  zu  betrachtenden  rechtsrheinischen

  Bayern,  denn  hier  kommen  durchschnittlich  nur  72  Bewohner  auf  1  qkm,
2*
        <pb n="22" />
        —  20  —

trotzdem  der  vierte  Theil  der  Bevölkerung  in  den  unmittelbaren  Städten  wohnt.  Nach  den
Zählungsergebnissen  von  1890  befand  sich  damals  auch  etwa  der  vierte  Theil  der  Bevölkerung
  des  rechtsrheinischen  Bayern  (28  ⅝%)  in  den  Groß-,  Mittel-  und  Kleinstädten.
Die  übrigen  77  0%  d.  h.  ein  der  Bevölkerung  aller  Bezirksämter  entsprechender
Theil,  lebte  also  in  den  „Landstädten“  und  Landgemeinden,  und  zwar  69,,  %  der  Gesammtbevölkerung
  in  Landgemeinden  (Gemeinden  mit  weniger  als  2000  Einw.),  72  %
in  Landstädten.

In  den  oben  zu  I.  bis  III.  bezeichneten  preußischen  Gebieten  war  das  Verhältniß
der  Bewohner  der  Stadtkreise  zu  denen  der  übrigen  Kreise  nicht  ganz  gleichartig.  Von  der
im  Osten  (zu  1.)  lebenden  Hälfte  der  Bevölkerung  Preußens  wohnt  etwa  der  fünfte  Theil
(20,,  ⅝%),  von  dem  im  Westen  (zu  II.)  lebenden  Drittel  der  Bevölkerung  etwas  mehr  als
ein  Fünftel  21,2  3%),  von  dem  Reste  (zu  III))  etwas  weniger  als  der  fünfte  Theil  (19,,  )
in  den  Stadkreisen.  Im  Ganzen  lebt  in  Preußen  reichlich  ½8  der  Bevölkerung  in  den
60  Stadtkreisen,  ebenso  wie  nach  den  in  Band  68  der  Statistik  des  Deutschen  Reiches
(S.  217  ff.)  veröffentlichten  Zählungsergebnissen  reichlich  8  der  Bevölkerung  (21,8  %)
in  den  Groß=  und  Mittelstädten  lebte.  )

Von  der  übrigen,  nicht  in  Groß=  oder  Mittelstädten  lebenden  Bevölkerung  Preußens
welche  man  hiernach  im  Ganzen  der  außerhalb  der  Stadtkreise  wohnenden  Bevölkerung
  gleichsetzen  darf,  wohnten  aber,  soweit  Angaben  vorliegen,  74  %  in  Landgemeinden
  (Gemeinden  bezw.  Wohnplätze  mit  weniger  als  2  000  Einw.),  11,7  %  in  Landstädten
  (2000  bis  unter  5  000  Einw.),  und  14,6  %  in  Kleinstädten  (5000  bis  unter
20  000  Einw.).  )  Läßt  man  dies  Verhältniß  auch  für  die  nachstehend  betrachtete,  außerhalb
der  Stadtkreise  wohnende  Bevölkerung  Preußens  gelten,  so  gehörten  von  derselben  86  %
zur  eigentlichen  Landbevölkerung,  sofern  man  unter  dieser  Bezeichnung  die  Bewohner
der  Landstädte  und  kleineren  Gemeinden  bezw.  Wohnplätze  zusammenfaßt.

Hiernach  ist  die  Annahme  begründet,  daß  die  Sterblichkeitsverhältnisse
der  außer  halb  der  Stadtkreise  lebenden  Bevölkerung  überwiegend  die  Sterblichkeitsverhältnisse
  der  Land  bevölkerung  zum  Ausdrucke  bringen.

Die  Alterszusammensetzung  der  Bevölkerung  sowohl  der  Stadtkreise  wie  der
anderen  Kreise  ist  nur  nach  den  vom  Königlich  preußischen  statistischen  Bureau  mitgetheilten
Ergebnissen  der  1890  er  Volkszählung  bekannt,  also  mußte  nach  diesem  Verhältniß  die

1)  Die  Bevölkerung  der  vier  hier  gesondert  betrachteten  Theile  von  Preußen  und  Bayern  war  in
folgender  Weise  einerseits  auf  Stadtkreise  und  sonstige  Kreise  (am  2.  XII.  1895),  andrerseits  auf  Großund
  Mittelstädte,  Kleinstädte  2c.  nach  den  zuletzt  veröffentlichten  Zählungsergebnissen  in  Bd.  68  der
Statistik  des  Deutschen  Reiches  vertheilt:

.  Juden  In  Groß-  In  In  In  Orten
Es  —  000  Be-  Stadt.üÜbrigen  u.  Mittel  Klein-  Land-  unter  2000
«  kreisen  Kreisen  städten  städten  städten  Einwohnern
I.  der  6  Ostprovinzen  einschl.  Berlin  208  792  222  105  81  592
II.  der  8  westlichen  Provinzen219  781  212  126  105  555
III.  der  3  mittleren  Provinzen193  807  195  112  102  591
unm.  Bezirks-Städten
  ämtern
IV.  des  rechtsrheinischen  Bayern  .  246  754  163  67  72  696
——
        <pb n="23" />
        —  21  —

Besetzung  der  einzelnen  Altersklassen  für  die  am  2.  Dezember  1895  ermittelte  Einwohnerzahl
  jeder  der  zu  I.  bis  III.  bezeichneten  Gruppen,  einerseits  für  die  Stadtkreise
andrerseits  für  die  übrigen  Kreise  bestimmt  werden.  Danach  lebten  z.  B.  am  2.  Dezember
  1895:

in  den  20  Stadtkreisen  in  den  220  übrigen
des  Ostens  Kreisen  des  Ostens
a.  im  Alter  von  0—  1  Jahrerer  88  843  =  25,4  0  385  675  =  30,8  Ooo
b.  „  „  „  1—15  Jahten  853  458  =  258,6  000  4218  785  =  336  0%
c.  „  „  „  15—600  2160  611  =  655%  oo  9?974  =  347,5  %
d.  „  „  „  60  und  mehr  Jahten  198  915  —  60,  000  1063  530  =  84,  0
zusammen,  einschl.  der  in  unbekanntem  Alter:  8297  459  12520  703

(Die  mit  schrägliegenden  Ziffern  gedruckten  Verhältnißzahlen  sind  nach  dem  Zählungsergebnisse
  vom  1.  Dezember  1890  ermittelt;  die  vor  diesen  Zahlen  gedruckten  geraden  Ziffern
sind  nach  jenen  Verhältnißzahlen  aus  der  durch  die  Zählung  vom  2.  Dezember  1895  festgestellten
  Gesammtsumme  errechnet.)

Anders  war  die  in  den  westlichen  Provinzen  Preußens  lebende  Bevölkerung  ihrem
Alter  nach  zusammengesetzt  und  noch  anders  die  in  den  unmittelbaren  Städten  und  Bezirksämtern
  Bayerns  lebende,  für  welche  vom  Königlich  bayerischen  statistischen  Bureau  ebenfalls
genaue  Angaben  nach  dem  Stande  vom  1.  Dezember  1890  geliefert  worden  sind.

Die  hiernach  stattgehabten  vergleichenden  Untersuchungen,  welche  also  einerseits  eine
rein  städtische  Bevölkerung,  andrerseits  eine  vorwiegend  ländliche,  nur  wenig  mit
städtischen  Bewohnern  vermischte  Bevölkerung  betreffen,  ergeben  im  Wesentlichen  Folgendes:

I.  Die  6  östlichen  Provinzen  Preußens  einschließlich  Berlin.
(Gebiet  östlich  der  Elbe.)

Im  Nordosten  des  Reiches  war  in  den  Stadtkreisen  die  Sterbeziffer  für  jede
Altersklasse  höher  als  außerhalb  derselben,  trotzdem  die  Gesammtsterbeziffer  der
Stadtkreise  niedriger  war.

Es  starben  während  des  Berichtsjahres

In  den  20In  den  220
Stadtkreisen  übrig.  Kreisen

der  östl.  Provinzen

a.  im  Alter  von  0—  1  Jahre  26  674  119  450
b.  „  „  „  1—15  Jahren  11  583  52  175
c.  „  „  „  15—60  „  21  132  58  269
d.  „  „  „  60  und  mehr  Jahren.  13  579  69  171
e.  in  unbekanntem  Alter  18  227

im  Ganzen  72  936  299  292

Gemäß  der  angegebenen  Alterszusammensetzung  und  unter  Berücksichtigung  der  Zahl
der  im  Jahre  1895  lebend  geborenen  Kinder  (in  den  20  Stadtkreisen  100  337,  in  den  220
übrigen  Kreisen  497  767)  ergeben  sich  hiernach  folgende  Sterbeziffern  für  jede  einzelne
Altersklasse:
        <pb n="24" />
        In  den  20  In  den  220

Es  starben  Stadtkreisen  übrig.  Kreisen
der  östl.  Provinzen
a.  im  ersten  Lebensjahre  auf  je  1000  Lebendgeboren  266  240
b.  im  Alter  von  1—15  Jahren  auf  je  1000  Lebende  der  Altersklasse..  13,6  12,%
c.  „  „  „  15—60  „  „  „  1000  „,  „  „  5  9,8  8,5
d.  „  „  „  60  u.  mehr  „  „  „  1000  "  «  »  68,5  65,0
im  Ganzen  auf  je  1000  Lebende  22,1  23,9

Es  verdient  ganz  besondere  Beachtung,  daß  die  Gesammtsterbeziffer  unter  der  rein
städtischen  Bevölkerung  niedriger  ist,  trotzdem  hier  für  jede  einzelne  Altersklasse  eine  höhere
Sterbeziffer  errechnet  werden  muß;  dies  Ergebniß  liefert  also  einen  recht  schlagenden  Beweis
dafür,  zu  wie  irrigen  Schlüssen  hinsichtlich  der  Lebensaussichten  der  Bewohner  man  gelangen
kann,  wenn  man  lediglich  die  Gesammtsterbeziffern  vergleicht.

Eine  Erklärung  findet  die  bemerkenswerthe  Beobachtung  in  dem  Umstande,  daß
außerhalb  der  Stadtkreise  weit  mehr  Personen  der  ältesten  und  der  beiden  jüngsten  Altersklassen
  leben,  und  daß  von  diesen  naturgemäß  ein  weit  größerer  Theil  —  auf  je  1000  Lebende
—  jährlich  stirbt,  als  von  den  weit  lebenskräftigeren  Personen  der  mittleren  Altersklasse  (von
15—60  Jahren),  welche  letzteren  in  den  Stadtkreisen,  d.  h.  den  Großstädten  und  Mittelstädten
  mehr  überwiegen.

In  den  6  östlichen  Provinzen  Preußens  gehörten  nach  den  hierüber  veröffentlichten
Ermittelungen  des  Statistischen  Amtes  von  je  1000  Bewohnern  der  Groß=  und  Mittelstädte
  86  und  von  je  1000  Bewohnern  der  Landgemeinden  und  Kleinstädte  116  den
beiden  dem  Sterben  zumeist  ausgesetzten  Altersklassen  von  0—1  und  von  60  und  mehr
Jahren  an.  Dem  entspricht  es  genau,  daß  in  den  20  Stadtkreisen  des  Ostens  914,  außerhalb
  der  Stadtkreise  aber  nur  884  von  je  1000  Bewohnern  auf  die  mittleren  Altersklassen
  entfallen.

Was  die  wichtigsten  Todesursachen  in  jeder  Altersklasse  betrifft,  so  sind  während
des  ersten  Lebensjahres  in  den  Stadtkreisen  des  Ostens  mehr  als  doppelt  so  viele  Kinder
an  Magen=  und  Darmkatarrh  und  fast  drei  Mal  so  viele  Kinder  an  entzündlichen
Krankheiten  ber  Athmungsorgane  gestorben.  Dagegen  haben  außerhalb  der  Stadtkreise
der  Keuchhusten  und  die  als  „Diphtherie“  registrirten  Krankheitsformen  ca.  4  Mal  mehr
Todesfälle  von  Säuglingen  herbeigeführt.  Angeborene  Lebensschwäche  hat  hier  wie  dort
etwa  die  gleiche  Anzahl  von  Todesfällen  auf  je  1000  Neugeborene  bedingt.

Auf  je  10  000  Lebendgeborene  starben  im  ersten  Lebensjahre:

In  den  20In  den  220

Stadtkreisen  übrig.  Kreisen
der  östl.  Provinzen
an  Magen=  und  Darmkatarhfrrgygy  1309  565
aus  angeborener  Lebensschwäche  345  324
an  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  292  106
„  Keuchhutten  31  115
„  Dihhtherie  (Croup,  Bräune)  ..........  ....  .  .  .  ..  17  73
sonst  an  benannten  Krankheien  619  1036
aus  unbekannter  Ursaccheee  45  180
im  Ganzen  2638  2400
        <pb n="25" />
        —  23  —

b.  Im  späteren  Kindesalter  von  1—15  Jahren  war  die  Diphtherie  einschließlich
„Croup“  und  „Bräune“  2c.  ebenfalls  außerhalb  der  Stadtkreise  eine  weit  häufigere  Todesursache,
  wogegen  Scharlach,  Masern,  Tuberkulose  und  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane
  relativ  mehr  Todesfälle  unter  der  rein  städtischen  Bevölkerung  dieses  Alters  bedingten.


Im  Alter  von  1—15  Jahren  starben  auf  je  10  000  Lebende:

In  den  20  In  den  220
Stadtkreisen  übrig.  Kreisen
der  östl.  Provinzen
an  Diphthereen  20  27
„  Scharlach  und  Masen  19  14
„Tuberkulose  .........................  ..  .  .  .  .  ..  11  4
„entzundlichen  Krankheiten  der  Achmungsorgane.  27  13
sonst  an  benannten  Krankheiten  57  58
aus  unbekannter  Ursaccheee  1  8
im  Ganzen  135  124

c.  Unter  Personen  von  15—60  Jahren  hat  namentlich  die  Tuberkulose  in  den
Stadtkreisen  des  Ostens  erheblich  mehr  Todesfälle  als  in  den  die  Landbevölkerung  repräsentirenden
  Kreisen  verursacht;  auch  an  Neubildungen  und  in  Folge  von  Selbstmord  starben
mehr  Personen  in  den  Stadtkreisen,  dagegen  haben  in  diesen  die  Lungenentzündungen,
sonstige  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane,  Unterleibstyphus,  sowie  Unglücksfälle
weniger  Todesfälle  herbeigeführt.

Auf  je  100  000  Lebende  im  Alter  von  15—60  Jahren  starben:

In  den  20|  In  den  220

Stadtkreisen  übrig.  Kreisen
der  östl.  Provinzen
an  Tuberkulose  (hauptsächlich  Lungentuberkulose)  321  239
„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  112  130
„  Unterleibstyphynnss  10  19
in  Folge  von  Neubildunen  84  44
„  „  „  Selbstmodddd  39  25
„  „  Unglücksfällen  27  42
sont  an  benannten  Krankheiten  377  316
aus  unbekannter  Ursaheeuuu  8  36
im  Ganzen  978  851

d.  In  der  höchsten  Altersklasse  ist  außerhalb  der  Stadtkreise  die  Todesursache
fünf  Mal  häufiger  unbekannt  geblieben,  und  doppelt  so  oft  ist  Altersschwäche  angegeben;
dagegen  sind  in  den  Stadtkreisen  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane  und  Neubildungen
  weit  häufiger  als  Todesursache  eingetragen,  und  auch  alle  sonst  benannten  Todesursachen
  waren  —  bis  auf  Verunglückungen  —  in  den  Stadtkreisen  häufiger.

[Siehe  Tabelle  auf  Seite  24.)

Von  allen  Sterbefällen  dieser  bejahrten  Personen  war  also  außerhalb  der  Stadtkreise

mehr  als  die  Hälfte  —  etwa  52  %  —  in  den  Stadtkreisen  kaum  der  vierte  Theil  —
etwa  24%  —  auf  „Altersschwäche“  oder  eine  unbekannte  Ursache  zurückgeführt.
        <pb n="26" />
        —  24  —

Auf  je  10000  Lebende  von  60  und  mehr  Jahren  starben:

In  den  20|  In  den  220
Stadtkreisen  übrig.  Kreisen
der  östl.  Provinzen
aus  Altersschwächneee'e  157  313
an  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  76
„  Neubildunen  65  23
durch  Selbstmodndnnnd  6  (6%)  5  (4)#)
„  Verunglückunngagaaa  5  (6,4)  6  (55)
sonst  aus  bekannter  Ursacheee  309  202
aus  unbekannter  Ursachee  5  25
im  Ganzen683  650

Aus  der  Thatsache,  daß  im  Osten  außerhalb  der  Stadtkreise  die  Altersschwäche  so
viel  häufiger  als  Todesursache  bejahrter  Personen  angegeben  ist,  darf  man  übrigens  folgern,
daß  hier  von  den  Verstorbenen  durchschnittlich  ein  höheres  Alter  erreicht  worden
ist  als  in  den  Stadtkreisen.  (Nach  Heft  145  der  Preußischen  Statistik  hatten  von  je
1000  nach  zurückgelegtem  60.  Lebensjahre  in  den  sechs  Ostprovinzen  einschließlich  in  Berlin
gestorbenen  Personen  ein  Alter  von  70  und  mehr  Jahren  erreicht:  in  den  6  Großstädten
  1)  nur  560,  dagegen  außerhalb  dieser  Großstädte  629  Personen.)

Es  ist  endlich  zu  erwähnen,  daß  in  den  Stadtkreisen  des  Ostens  18  und  unter  der
kaum  4  Mal  größeren  Bevölkerung  der  übrigen  Kreise  des  Ostens  nicht  weniger  als  227
Personen  unbekannten  Alters  gestorben  sind;  besonders  häufig  fehlte  die  Altersangabe
in  Schlesien  und  der  Provinz  Brandenburg,  niemals  in  der  Stadt  Berlin.

II.  Die  3  westlichen  Provinzen  Preußens.  (Gebiet  westlich  der  Weser.)

In  den  drei  Westprovinzen  des  Preußischen  Staates,  d.  h.  in  dem  etwa  westlich  der
Weser  befindlichen  Gebiet  desselben,  waren  die  Sterblichkeitsverhältnisse  der  Bevölkerung  in
mehrfacher  Hinsicht  andere  als  im  Osten,  und  dementsprechend  sind  auch  die  Unterschiede
zwischen  der  ausschließlich  städtischen  Bevölkerung  der  Stadtkreise  und  der  Bevölkerung  der
übrigen  Kreise  in  anderer  Weise  ausgeprägt,  namentlich  war  die  Sterbeziffer  der  Erwachsenen
  von  15—60  Jahren  in  den  Stadtkreisen  des  westlichen  Gebietes  niedriger
  als  außerhalb  derselben,  was  gegenüber  den  eben  geschilderten  Verhältnissen
des  Ostens  ganz  besonders  auffällt.

Die  Betrachtung  der  Gesammtsterbeziffern  läßt  solches  nicht  vermuthen,  giebt  also
auch  hier  zu  irrigen  Schlüssen  betreffs  der  Sterbenswahrscheinlichkeit  der  vorwiegend  erwerbsthätigen

  Bevölkerung  Anlaß.
(Siehe  Tabelle  auf  Seite  25.)

Was  die  Alterszusammensetzung  der  lebenden  Bevölkerung  im  Westen  betrifft,  so
kommen  auf  die  dem  Sterben  weitaus  am  meisten  ausgesetzte  älteste  und  jüngste  Altersklasse
  der  lebenden  Bevölkerung  innerhalb  der  Stadtkreise  —  nicht  86  wie  im  Osten  —
sondern  nur  81  von  je  1000  Bewohnern  und  außerhalb  der  Stadtkreise  nicht  116,  wie  im
Osten,  sondern  uur  102  von  je  1000,  es  ist  also  durchaus  natürlich,  daß  die  Gesammtsterbeziffern
  im  Westen  niedriger  sind  als  im  Osten.

1)  Berlin,  Breslau,  Königsberg,  Stettin,  Charlottenburg,  Danzig.  (Aus  den  14  anderen  Stadtkreisen
  liegen  Angaben  nicht  vor.)
        <pb n="27" />
        —  25  —
Es  starben  während  des  Berichtsjahres:

In  den  22  In  den  137
Stadtkreisen  übrig.  Kreisen

der  westl.  Provinzen

a.  im  ersten  Lebensjahre  auf  je  1000  Lebendgeboen  205,  159,5
b.  im  Alter  von  1—15  Jahren  auf  je  1000  Lebende  dieses  Alters  10,6  10%
c.  „  „  15—60  „  „  „  1000  „  "  „  9,5  9,6
d.  „  „  „  60  u.  mehr  „  „  „  1000  »  »  ,,......  70,9  69,1

im  Ganzen  auf  je  1000  Bewohner  19,7  19,7

Die  Unterschiede  im  Altersaufbau  sind  nicht  etwa  der  geringeren  Zahl  lebender  Säuglinge
  sondern  hauptsächlich  der  verhältnißmäßig  weit  geringeren  Zahl  der  bejahrten
  Leute  von  60  und  mehr  Jahren  im  Westen  zuzuschreiben,  denn  auf  je
1000  lebende  Bewohner  kamen  in  den  Stadtkreisen  des  Ostens  60,  in  denen  des  Westens
nur  52,  außerhalb  der  Stadtkreise  im  Osten  85,  im  Westen  nur  71  Personen  der  beregten
höchsten  Altersstufe.

Die  Säuglingssterblichkeit  war  in  den  drei  Westprovinzen  des  Preußischen  Staates
außerhalb  der  Stadtkreise  eine  äußerst  geringe,  und  zwar  soweit  Ausweise  vorliegen,
niedriger  als  in  irgend  einem  anderen  Bundesstaate  des  Reiches,  mit  Ausnahme  des  mitten
im  Gebiete  dieser  Provinzen  gelegenen  Fürstenthums  Schaumburg-Lippe.

In  den  Stadtkreisen  des  Westens  war  die  Säuglingssterblichkeit  schon  erheblich  höher
als  außerhalb  derselben,  obwohl  die  Geburtsziffer  um  2,  auf  je  1000  Bewohner  niedriger  war.

Eine  etwas  höhere  Sterblichkeit  der  Kinder  machte  sich  in  den  Stadtkreisen  auch  noch
im  Alter  von  1—15  Jahren  bemerklich;  endlich  waren,  wie  vorstehende  Zusammenstellung
der  Sterbeziffern  zeigt,  Personen  der  höchsten  Altersklasse,  ebenso  wie  im  Osten,  mehr  in  den
Stadtkreisen  als  außerhalb  derselben  dem  Sterben  ausgesetzt.

a.  Was  die  wichtigsten  Todesursachen  in  jeder  Altersklasse  betrifft,  so  sind  während
des  ersten  Lebensjahres  an  Magen=  und  Darmkatarrh  in  den  Stadtkreisen  drei  Mal
mehr  Säuglinge  auf  je  1000  Lebendgeborene  gestorben  als  in  den  anderen  Kreisen,  auch  an
entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  und  an  Lebensschwäche  weit  mehr,  dagegen
waren  wie  im  Osten  Keuchhusten  und  Bräune  (Diphtherie)  in  den  Stadtkreisen  seltener  als
Todesursache  angegeben.

Auf  je  10  000  Lebendgeborene  starben  im  ersten  Lebensjahre:

in  den  22  in  den  137
Stadtkreisen  übrig.  Kreisen

der  westl.  Provinzen

an  Magen-  und  Darmkatarhny  864  288
aus  angeborener  Lebensschwüche  265  195
an  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  206  127
„Keuchhusten  .  ...........  ............  ..  .  ..  ...  24  36
„Diphtherie  2c.  .........  .  .....  .  .  ....  ......  ...  14  27
sonst  an  benannten  Krankheiennr  665  880
aus  unbekannter  Ursache  ...  ..  ....  ..........  .  .  .  .  ..  10  43

im  Ganzen  2050  1595
        <pb n="28" />
        —  26  —

b.  Im  Alter  von  1—15  Jahren  waren  Tuberkulose  und  die  entzündlichen  Krankheiten
der  Athmungsorgane  in  den  Stadtkreisen  eine  häufigere  Todesursache,  dagegen  haben
Diyhtherie,  Scharlach,  Masern  außerhalb  der  Stadtkreise  mehr  Sterbefälle  bedingt.

Auf  je  10  000  Lebende  starben  im  Alter  von  1—15  Jahren:

in  den  22  in  den  137
Stadtkreisen  übrig.  Kreisen

der  westl.  Provinzen

an  Diphtherie  (Croup,  Bräunhhe  12  16
Scharlach  und  Masen  4  6

Tuberkulose  .................................  13  10

„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  26  17
sonst  an  benannten  Krankheiten  51  51

aus  unbekannter  Ursache  .........................  0,4  2
im  Ganzen  106  104

e.  Unter  der  Hauptmasse  der  Bevölkerung,  dem  im  Alter  von  15—60  Jahren  stehenden
Theile  derselben,  haben  außerhalb  der  Stadtkreise  hauptsächlich  Tuberkulose  und  entzündliche
  Krankheiten  der  Athmungsorgane  mehr  Todesfälle  als  in  den
Stadtkreisen  verursacht.  Auch  Unglücksfälle  und  Unterleibstyphus  waren  dort  eine  häufigere
Todesursache,  wogegen  u.  a.  Selbstmorde  und  Neubildungen  mehr  in  den  Stadtkreisen
  als  Todesursache  eingetragen  worden  sind.

Auf  je  100  000  Lebende  starben  im  Alter  von  15—60  Jahren:

—

in  den  22  in  den  187
Stadtkreisen  übrig.  Kreisen
der  westl.  Provinzen

an  Tuberkulose  .................................  338  377
„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  126  155
„  Neubildugen  75  32
„  Unterleibstypodss  16  16
in  Folge  von  Verunglückung  ..........  ........  .  ...  34  47
durch  Selbstmodddd  26  15
aus  sonst  benannter  Ursachen  -..............  315  295
„  unbekannter  Ursache  ....  ................  ..  ...  4  17
im  Ganzen  935  956

Die  Thatsache,  daß  im  Westen  des  Reiches  auf  dem  Lande  bezw.  außerhalb  der
Stadtkreise  mehr  Personen  von  15—60  Jahren  auf  je  1000  Lebende  gestorben  sind  als
in  den  Städten,  steht  wahrscheinlich  in  Zusammenhang  mit  der  bereits  erwähnten,  außerordentlich
  geringen  Säuglingssterblichkeit  außerhalb  der  Stadtkreise  (kaum  16  auf  100  Lebendgeborene);
  dieselbe  war  hier  noch  um  3—4  0%  niedriger  als  z.  B.  die  Säuglingssterblichkeit
in  der  angrenzenden  Bayerischen  Pfalz  und  in  Lothringen.  Außerdem  muß  darauf  hingewiesen
  werden,  daß  zu  der  außerhalb  der  Stadtkreise  wohnenden  Bevölkerung  gerade  im
westlichen  Preußen  auch  die  Bewohner  einiger  Mittelstädte,  wie  Solingen,  Mülheim  a./Rh.
und  anderer  dicht  bevölkerter  Orte  gehören,  für  welche,  da  sie  keine  eigenen  Stadtkreise
        <pb n="29" />
        27

bilden,  dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  besondere  Ausweise  nach  Altersklassen  nicht  vorliegen.
Im  Westen  bilden  also  nicht  nur  die  Bewohner  der  Landgemeinden  und  Landstädte,  )
sondern  auch  die  Bewohner  vieler  volksreicher  Städte  den  vorstehend  beregten  Gegensatz  zu
den  Bewohnern  der  22  größeren  Städte,  zu  denen  Köln,  Frankfurt,  Düsseldorf,  Elberfeld,
Dortmund,  Kassel  ꝛc.  bis  herab  zu  Hanau  gehören.

d.  Für  die  höchste  Altersstufe  von  60  und  mehr  Jahren  waren,  ähnlich  wie
im  Osten  des  Reiches,  die  Sterblichkeitsverhältnisse  außerhalb  der  Stadtkreise  insofern
günstiger,  als  das  Ableben  der  bejahrten  Personen  langsamer  erfolgte  und  Altersschwäche
weit  häufiger  die  Todesursache  war.

Auf  je  10  000  Lebende  starben  im  Alter  von  60  und  mehr  Jahren:

—““"''''

In  den  22  in  den  137
Stadtkreisen  übrig.  Kreisen

der  westl.  Provinzen

an  Altersschwäche

..............................  172  321

„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane6  103
„  Neubildugen  71  24
durch  Berunglücng  4  5

„Selbstmord  ................  ..........  .  ....  3  (34)  3  (2,8)

sonst  aus  benannter  Ursacchh  289  222
aus  unbekannter  Ursache  2  17
im  Ganzen99  691

III.  Elb-Weser-Gebiet.

In  den  drei  mittleren  Provinzen  des  Preußischen  Staates,  Sachsen,  Hannover  und
Schleswig-Holstein,  welche  als  Elbwesergebiet  zusammengefaßt  sind,  war  unter  der  ausschließlich
  städtischen  Bevölkerung  der  18  Stadtkreise  die  Sterbeziffer,  sowohl  im  Ganzen
wie  in  jeder  Altersklasse  höher  als  unter  der  übrigen,  vorwiegend  in  Landgemeinden
  lebenden  Bevölkerung.

In  den  18|  In  den  128

Es  starben:  Stadtkreisen  übrig.  Kreisen
des  Elbwesergebiets

a.  im  ersten  Lebensjahre  auf  je  1000  Lebendgeborene  223  182

b.  im  Alter  von  1—15  Jahren  auf  je  1000  Lebende  —  9,1
c.,  „  „  15—60  „  „  „  1000  „  91  6,2
d.  „  „  „  60  u.  mehr  „  „  „  1000  „  69,4  65.7
im  Ganzen  auf  je  1000  Lebende  20,5  19,#

a.  Während  des  ersten  Lebensjahres  starben  nicht  nur  an  Magen=  und  Darmkatarrh,
  sondern  auch  an  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  in  den  Stadtkreisen

1)  In  Orten  mit  weniger  als  2000  Einwohnern  lebten  in  den  6  Ostprovinzen  einschließlich
Berlin  59,8  %  der  Bevölkerung,  im  Elbwesergebiet  59,1  00,  in  den  3  Westprovinzen  nur  53,5  0%  der
Bewohner.
        <pb n="30" />
        —  28  —

fast  doppelt  so  viele  Kinder  auf  je  1000  Lebendgeborene;  dagegen  sind  Keuchhusten,  Bräune
(Diphtherie)  und  unbekannte  Todesursachen  ebenso  wie  im  Osten  und  Westen  des  Königreichs,
  außerhalb  der  Städte  häufiger  in  die  Sterbelisten  eingetragen.

Auf  je  10  000  Lebendgeborene  starben  im  ersten  Lebensjahre:

In  den  18
Stadtkreisen

In  den  128
übrig.  Kreisen

des  Elbwesergebiets

an  Magen-  und  Darmkatarrrree  805  41
aus  angeborener  Lebensschwäche  279  201
an  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  246  127
„  Keuchhutten  34  41
„  „Diphthereeee  20  27
„  sonstigen  benannten  Krankheien  829  922
aus  unbekannter  Ursache  16  81

im  Ganzen  2229  1820

b.  Für  die  heranwachsende  Jugend  von  1—15  Jahren  lagen  die  Verhältnisse
außerhalb  der  Stadtkreise  im  Elbwesergebiet  zwar  insofern  erheblich  günstiger,  als  Tuberkulose
  und  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane  weit  weniger  Todesfälle  herbeiführten;
  die  drei  in  diesem  Alter  besonders  zu  fürchtenden  Infektionskrankheiten,  Scharlach,
Masern  und  Dihhtherie  haben  aber  zusammen  innerhalb  wie  außerhalb  der  Stadtkreise  gleich
viel  Opfer  gefordert.

Auf  je  10  000  Lebende  starben  im  Alter  von  1—15  Jahren:

In  den  128
übrig.  Kreisen

In  den  18
Stadtkreisen

des  Elbwesergebiets

an  Diphtherie,  Croup  2e  8  19
Scharlach  und  Masen  5  4
„Tuberkulose  ............  .....  ......  .  .  ...  .  .  .  ..  12  5
„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  23  73
sonst  an  benannten  Krankheiten  52  47
aus  unbekannter  Ursahe  1  3

im  Ganzen  111  91

e.  Persouen  von  15—60  Jahren  waren  im  Elbwesergebiet  außerhalb  der  Stadtkreise
  weit  weniger  der  Sterbensgefahr  ausgesetzt,  d.  h.  die  Sterbeziffer  war  im  Berichtsjahre
  hier  nicht  unbeträchtlich  niedriger.  Anders  wie  in  den  westlichen  Provinzen  hat
namentlich  die  Tuberkulose  in  den  Stadtkreisen  mehr  Todesfälle  herbeigeführt.

(Siehe  Tabelle  auf  Seite  29.)

d.  Was  die  höchste  Altersstufe  betrifft,  so  war  das  Verhältniß  zwischen  Stadt
und  Land  hier  anscheinend  dasselbe  wie  im  Osten,  d.  h.  außerhalb  der  Stadtkreise  ging  das
Absterben  bejahrter  Personen,  wie  die  niedrigere  Sterbeziffer  erweist,  langsamer  vor  sich,
auch  waren  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane  und  Neubildungen  eine  seltenere
Todesursache;  dagegen  ist  Altersschwäche  außerhalb  der  Stadtkreise  weit  häufiger  als  Todes-
        <pb n="31" />
        —  29  —
Auf  je  100  000  Lebende  starben  im  Alter  von  15—60  Jahren:

In  den  18  In  den  128

Stadtkreisen  übrig.  Kreisen
des  Elbwesergebiets
an  Tuberkulsoaaaa  283  272
„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  100  123
„  Unterleibstyppoddss-.  16  16
in  Folge  von  Neubildunen  79  44
„  „  „  Unglücksfällen  ............  36  35
durch  Selbstmoddpppdd  45  33
sonst  aus  benannter  Ursaccheeee  345  279
aus  unbekannter  Ursache..................  ....  .  ...  2  22
im  Ganzen  906  924

ursache  angegeben,  was  wiederum  auf  ein  durchschnittlich  höheres  Lebensalter  der  Gestorbenen
schließen  läßt.
Auf  je  10  000  Lebende  im  Alter  von  60  und  mehr  Jahren  starben:

In  den  128
übrig.  Kreisen

In  den  18
Stadtkreisen

des  Elbwesergebiets

an  Altersschwüüchn  174  292
„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  147  95
in  Folge  von  Neubildunen  64  31
„  „  „  Unglücksfälllen  5  6
durch  Selbstmodddd  9  6
sonst  aus  benannter  Ursache  ....  .............  .  .  ...  293  207
aus  unbekannter  Ursaheee  2  16

im  Ganzen  694  657

IV.  Bayern  rechts  des  Nheins.

Im  rechtsrheinischen  Bayern,  für  dessen  Bevölkerung  ein  Vergleich  zwischen  Stadtund
  Landbewohnern  mit  der  Maßgabe  versucht  worden  ist,  daß  zu  ersteren  die  Bewohner  der  41
unmittelbaren  Städte,  zu  letzteren  alle  außerhalb  dieser  Städte  Wohnenden  gerechnet  worden
sind,  lebten  am  2.  Dezember  1895  insgesammt  5.052  553  Personen,  davon  ziemlich  genau
der  vierte  Theil  in  den  unmittelbaren  Städten.

Nach  der  —  zuletzt  am  1.  Dezember  1890  festgestellten  —  Alterszusammensetzung
entfielen  auf  die  beiden  immer  dem  Sterben  am  meisten  ausgesetzten  Altersklassen  von
0—1  und  von  60  und  mehr  Jahren

in  den  unmittelbaren  Städten  986,
außerhalb  derselben  127
von  je  1000  Lebenden.  Es  ist  daher  ganz  natürlich,  daß  die  Gesammtsterbeziffer  in  den
Städten  niedriger  ist,  trotzdem,  wie  sich  zeigen  wird,  die  Bewohner  der  unmittelbaren  Städte
nach  zurückgelegtem  ersten  Lebensjahre  in  jeder  Altersklasse  namentlich  bis  zum  60.  Lebensjahre
  eine  höhere  Sterbeziffer  hatten,  also  dem  Sterben  mehr  ausgesetzt  waren.
        <pb n="32" />
        30

—  —  —

Es  starben  nämlich  während  des  Berichtsjahres:

In  den  41  In  den  138
unm.  Städten  ]Bezirksämtern

des  rechtsrhein.  Bayern

a.  im  ersten  Lebensjahre  auf  je  1  000  Lebendgeboeen  294  292
b.  „  Alter  von  1—15  Jahren  auf  je  1  000  Lebende  dieses  Alters.  10,9  8,7
c.  „  „  „  15—60  „  „  „  1000  „  6  „  10,1  9,7
d.  „  „  „  60  u.  mehr  „  „  „  1000  „  %  ».......  73,6  73,
im  Ganzen  auf  je  1  000  Lebende  24,1  26,5

Das  Verhältniß  zwischen  der  rein  städtischen  und  der  gemischten,  vorwiegend  auf  dem
Lande  lebenden  Bevölkerung  war  hier  ganz  ähnlich  wie  in  den  Ostprovinzen  des  Preußischen
Staates,  nur  war  in  Bayern  —  anders  wie  in  allen  übrigen  betrachteten  Gebieten  —  die
Sterbeziffer  der  Kinder  des  ersten  Lebensjahres  in  den  Stadtbezirken  niedriger  als  außerhalb
  derselben,  was  muthmaßlich  mit  der  in  den  Bezirksämtern,  namentlich  Oberbayerns
und  Niederbayerns  sehr  hohen  Ziffer  außerehelicher  Geburten  )  zusammenhängt.

Die  höhere  Säuglingssterblichkeit  außerhalb  der  unmittelbaren  Städte  ging  auch  mit
einer  höheren  Geburtsziffer  einher,  da  im  Berichtsjahre  auf  je  10  000  Bewohner

in  den  unmittelbaren  Städten  326
außerhalb  derselben  371
Kinder  lebendgeboren  sind.  Die  auf  je  1000  Bewohner  reduzirte  Ziffer  der  todtgeborenen
  Kinder  war  außerhalb  der  unmittelbaren  Städte  ebenfalls,  aber  nur  um  ein  sehr
Geringes  höher,  nämlich  L,1#  gegen  1,.

Bezeichnend  ist  es,  daß  als  Ursache  der  höheren  Säuglingssterblichkeit  außerhalb  der
Städte  hauptsächlich  „angeborene  Lebensschwäche“  erscheint,  während  Magen=  und
Darmkatarrh,  sowie  namentlich  Tuberkulose  in  den  unmittelbaren  Städten  mehr  Todesfälle
von  Säuglingen  verursacht  haben.  Keuchhusten  und  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane
  waren  in  den  Städten  eine  seltenere,  Diphtherie  (Bräune  2c.)  eine  etwas  häufigere
Todesursache  als  außerhalb  derselben.

a.  Auf  je  10  000  Lebendgeborene  starben  im  ersten  Lebensjahre

—

In  den  41  In  den  138
unm.  Städten  Bezirksämtern
des  rechtsrhein.  Bayern

in  Folge  von  angeborener  Lebensschwäche  523  607
„  Magen-  und  Darmkatarhrll.  1462  1442
„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  315  330
.Keuchhusten  49  98
„  Tuberkulosfee  79  30
„  Diphtheree  15  14
sonst  an  benannten  Krankheiien  306  360
aus  unbekannter  Ursabhe  86  43
im  Ganzen  2838  2924

1)  In  Oberbayern  waren  i.  J.  1895  von  44188  lebendgeborenen  Kindern  8744  =  19,8  %  außerehelichen
  Ursprungs,  in  Niederbayern  von  27109  Lebendgeborenen  4362  =  16,1  %,  im  gesammten

Reichsgebiet  nur  168528  von  1876829  =  900  %.
        <pb n="33" />
        Die  auffallend  hohe  Zahl  von  Todesfällen  aus  unbekannter  Ursache  in  den  unmittelbaren
  Städten  ist  großentheils  auf  die  vielen  fehlenden  Angaben  aus  München
zurückzuführen.

b.  Aus  den  beiden  nächst  höheren  Altersklassen  von  1—15  und  15—60  Jahren  starben
in  den  unmittelbaren  Städten  hauptsächlich  an  Tuberkulose  mehr  Personen  als  außerhalb
derselben;  das  Verhältniß  war  also  ähnlich  wie  im  Osten  des  Preußischen  Staates,  aber
ganz  anders  als  in  dessen  westlichen  Provinzen,  wo  außerhalb  der  Stadtkreise  den  vielen
am  Leben  erhaltenen  Säuglingen  so  viel  mehr  tödtlich  verlaufene  Tuberkulosefälle  des  späteren
Alters  entsprechen.

Im  Alter  von  1—15  Jahren  starben  auf  je  10  000  Lebende:

In  den  41  In  den  138
unm.  Städten  Bezirksämtern
6  des  rechtsrhein.  Bayern

an  Tuberkulsoaa  23  12
„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  21  18
„  Keuchhusten  .........................  5  5
„  Diphtheerren  13  13
„  Scharlach  und  Masen  8  5
sonst  aus  benannten  Ursahen  34  33
aus  unbekannter  Ursache  .....................  .  ...  2  1
im  Ganzen  109  87

Die  Vortheile  der  niedrigeren  Säuglingssterblichkeit  gehen  hiernach  den  unmittelbaren
Städten  bald  verloren  durch  eine  um  so  höhere  Sterblichkeit  unter  älteren  Kindern,
namentlich  in  Folge  von  Tuberkulose,  Scharlach,  Masern  und  Lungenleiden.  Errechnet  man
Sterbeziffern  auf  eine  Altersklasse  aller  Lebenden  unter  15  Jahren,  so  stellt  sich  die  in  den
unmittelbaren  Städten  höher  als  die  außerhalb  derselben.

c.  Auf  je  100  000  Lebende  von  15—60  Jahren  starben:

In  den  41  In  den  138
unm.  Städten  Bezirksämtern
des  rechtsrhein.  Bayern

an  Tuberkulsooooe  390  357
„b  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  60  78
in  Folge  von  Neubildunen  100  80
„  „  eines  Unglücksfalls  .................  ..  ...  26  30
an  Unterleibstyphus  ................  ......  ..  .  ...  9  7
durch  Selbstmord  ........  ................  .  .  .  .  .  ..  22  14
sonst  an  benannten  Krankheitten  390  370
aus  unbekannter  Ursahe  .....  15  30
im  Ganzen  1014  966

Die  höhere  Sterbeziffer  in  den  Städten  war  hiernach,  soweit  ersichtlich,  durch  Tuberkulose,
  Neubildungen,  durch  mehr  Selbstmorde  und  etwas  häufigere  Todesfälle  an  Typhus
verursacht.

d.  In  der  höchsten  Altersklasse  ist  außerhalb  der  unmittelbaren  Städte  das  Absterben
der  bejahrten  Personen  etwas  langsamer  erfolgt,  doch  war  Altersschwäche  eine  weit  häufigere
        <pb n="34" />
        —  32  —

Ursache  der  Sterbefälle,  und  auch  tödtliche  Verunglückungen  waren  in  den  Bezirksämtern
verhältnißmäßig  häufiger  als  in  den  unmittelbaren  Städten.
Auf  je  10  000  Lebende  starben  im  Alter  von  60  und  mehr  Jahren:

#—  s:

7————

—

In  den  41  In  den  138
unm.  Städten  Bezirksämtern
·  des  rechtsrhein.  Bayern

an  Altersschwchnne  :  165  251
„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  75  70
„  Neubildunen  77  47
in  Folge  von  Verunglückkun  ..........  5  7
durch  Selbstmoddd).  4  3
sonst  aus  benannten  Ursahhhen  391  306
aus  unbekannter  Ursache  ..  ..  ............  .  ..  .  ..  ...  109  49
im  Ganzen  736  733

Die  Ergebnisse  der  Untersuchungen  über  die  Sterblichkeitsverhältnisse  einerseits  der
rein  städtischen,  andrerseits  der  gemischten,  aber  vorwiegend  aus  Landbewohnern  bestehenden
Bevölkerung  lassen  sich  in  folgenden  Sätzen,  welche  die  Diagramme  auf  S.  60  veranschaulichen,
  kurz  zusammenfassen.

a.  Das  Leben  von  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  war  in  den  Stadtkreisen
Preußens  namentlich  durch  tödtlich  ablaufende  Magen--  und  Darmkatarrhe  stärker  gefährdet
als  außerhalb  derselben;  in  den  Bezirksämtern  des  rechtsrheinischen  Bayern,  d.  h.  in  den
Gebieten  mit  überwiegender  Landbevölkerung  war  hingegen  umgekehrt  die  Sterbeziffer  der
Säuglinge  (29  auf  100  Lebendgeborene)  höher  als  in  den  Gebieten  mit  rein  städtischer
Bevölkerung.  Verhältnißmäßig  die  wenigsten  Säuglinge  starben,  soweit  ersichtlich,  unter
der  Landbevölkerung  der  westlichen  Provinzen  Preußens.

b.  Im  Alter  von  1—15  Jahren  starben  außerhalb  der  Stadtkreise  rc.  in  der  Regel
weniger  Personen;  eine  Ausnahme  findet  sich  in  den  westlichen  Provinzen  Preußens,  wo
die  eben  erwähnte  äußerst  geringe  Säuglingssterblichkeit  außerhalb  der  Stadtkreise  mit  einer
um  so  höheren  Sterbeziffer  der  älteren  Kinder  einherging.  In  demselben  Sinne,  aber  umgekehrt
  wurde  das  Minimum  der  Sterbefälle  dieser  Altersklasse  da  beobachtet,  wo  die
Säuglingssterblichkeit  ihr  Maximum  erreichte,  nämlich  in  den  Bezirksämtern  des  rechtsrheinischen
  Bayern.

Am  meisten  gefährdet  waren  diese  heranwachsenden  Personen  von  1—15  Jahren  in
den  preußischen  Provinzen  des  Ostens;  hier  sind  von  ihnen  außerhalb  und  innerhalb  der
Stadtkreise  mehr  als  anderswo  gestorben,  namentlich  an  Scharlach,  Masern,  entzündlichen
Krankheiten  der  Athmungsorgane  und  an  „Dipyhtherie“.  Den  vielen  Todesfällen  an  entzündlichen
  Krankheiten  der  Athmungsorgane  in  den  Stadtkreisen  des  Ostens  entsprechen
dort  außerhalb  der  Stadtkreise  ungewöhnlich  zahlreiche  Todesfälle  an  „Diphtherie“,  bezw.
„Bräune“.

c.  Im  Alter  von  15—60  Jahren  war  in  der  Regel  die  Sterblichkeit  da,  wo  die
Landbevölkerung  überwiegt,  geringer  als  unter  der  rein  städtischen,  ausgenommen  wiederum
im  Westen  des  Königreichs  Preußen,  woselbst  außerhalb  der  Stadtkreise  der  sehr  niedrigen
Säuglingssterblichkeit  eine  um  so  höhere  Sterbeziffer  nicht  nur  der  älteren  Kinder  (s.  o.  b.),
sondern  auch  der  Erwachsenen  von  15—60  Jahren  entsprach.  Insbesondere  hat  im  Westen
        <pb n="35" />
        33

die  Tuberkulose  —  entgegen  ihrem  Auftreten  in  den  drei  anderen  betrachteten  Gebieten  —
verhältnißmäßig  mehr  Erwachsene  außerhalb  der  Stadtkreise  dahingerafft.

Der  Unterleibstyphus  hat  unter  der  Bevölkerung  der  Stadtkreise  im  Allgemeinen
nicht  mehr  Todesfälle  als  außerhalb  derselben  verursacht,  nur  in  den  unmittelbaren  Städten
Bayerns  war  er  etwas  häufiger  als  in  den  Bezirksämtern;  in  den  Stadtkreisen  des  Ostens
war  er  bedeutend  seltener  als  außerhalb  derselben.

Selbstmorde  waren  in  diesem  Alter  unter  den  Bewohnern  der  Stadtkreise  im
Allgemeinen  weit  häufiger,  tödtliche  Verunglückungen  dagegen  etwas  seltener  als  unter  der
übrigen  Bevölkerung  (Ausnahme  im  Elbwesergebiet).

d.  Die  Sterbeziffer  der  ältesten  Personen  von  60  und  mehr  Jahren  war  unter  der
rein  städtischen  Bevölkerung  immer  höher.  In  den  Städten  wurden  entzündliche  Krankheiten
  der  Athmungsorgane  und  Neubildungen  häufiger,  Altersschwäche  dagegen  weit
seltener  als  Todesursache  bejahrter  Personen  eingetragen.

Im  Kindbett  starben  auf  dem  Lande  durchweg  mehr  Frauen  als  in  der  Stadt,
nämlich  auf  je  100  000  lebend=  oder  todtgeborene  Kinder  an  „Kindbettfieber  und  anderen
Folgen  der  Geburt“:

..—.——.—
in  den  Stadtkreisen  bezw.  unmittelbaren  Städten  26070211
außerhalb  derseen  39934%  41636

Der  Unterschied  zwischen  Stadt  und  Land  war  am  geringsten  im  Elbwesergebiet,  am
größten  im  rechtsrheinischen  Bayern.

Die  Zahl  der  todtgeborenen  Kinder,  welche  aus  naheliegenden  Gründen  im  Anschluß
  an  die  Kindbetttodesfälle  betrachtet  werden  muß,  war  in  den  unmittelbaren  Städten
Bayerns  beträchtlich  höher  als  in  den  Bezirksämtern,  dagegen  in  den  Stadtkreisen  des
westlichen  Preußen  geringer  als  außerhalb  derselben;  sonst  war  der  Unterschied  zwischen

Stadt  und  Land  in  dieser  Hinsicht  unbedeutend  oder  verschwindend.
Von  je  10  000  neugeborenen  Kindern  wurden  als  todtgeboren  eingetragen:

Innerhalb  des  Gebietes

1  I  III  IV
in  den  Stadtkreisen  bezw.  unmittelbaren  Städten  344303  344338
außerhalb  derselben  344  312  341  306

Es  sei  darauf  hingewiesen,  daß  die  sehr  geringe  Ziffer  der  „Todtgeburten“  in  den
Bezirksämtern  Bayerns  der  höchsten  Ziffer  der  Sterbefälle  von  Kindern  des  ersten  Lebensjahres
  entspricht,  was  an  das  umgekehrte,  aber  sinngemäß  gleiche  Verhältniß  in  den  Städten
Frankreichs  erinnert,  d.  h.  an  die  dort  außergewöhnlich  hohe  Zahl  von  „Todtgeburten“  bei
gleichzeitig  sehr  geringer  Säuglingssterblichkeit.  (Vgl.  Med.-stat.  Mitth.  Bd.  IV  S.  255.)

Wirft  man  zum  Schluß  einen  Blick  auf  die  Gesammtsterbeziffern,  so  ist  zuvörderst

im  Auge  zu  behalten,  daß  —  wie  schon  erwähnt  —  deren  Höhe  ganz  besonders  durch  die

Besetzung  der  jüngsten  und  ältesten  Altersklasse  unter  der  lebenden  Bevölkerung  beeinflußt
Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V.  3
        <pb n="36" />
        34

wird.  Diese  beiden  Aktersklassen  sind  aber  auf  dem  Lande  überall  weit  stärker  vertreten
als  in  den  Städten.
Auf  je  1000  Bewohner  entfielen  nämlich  Personen  von  60  und  mehr  Jahren:

Innerhalb  des  Gebietes

1  II  III  IV
in  den  Stadtkreisen  bezw.  unmittelbaren  Städten  60  52  59  75
außerhalb  derselbernrn  85  71  91  99

Die  Zahl  der  lebenden  Kinder  des  ersten  Lebensjahres  war  ebenfalls,  wie  schon  die
Geburtsziffern  vermuthen  lassen,  in  den  Städten  geringer,  nur  im  Elbwesergebiet  gleich,
und  zwar  innerhalb  wie  außerhalb  der  Stadtkreise  =  29:  1000  Bewohnern.

Dahingegen  war  die  widerstandsfähigste  Altersklasse  der  Bevölkerung,  diejenige  von
15—60  Jahren,  deren  starke  Besetzung  die  Gesammtsterbeziffer  immer  vermindert,  in  den
Großstädten  und  Mittelstädten  überall  mehr  vertreten  als  in  den  Kleinstädten,  Landstädten
und  Landgemeinden  und  demgemäß  in  den  Stadtkreisen  stärker  besetzt  als  in  den  übrigen
Kreisen.

Von  je  1000  Bewohnern  standen  im  Alter  von  15—60  Jahren:

#—s.—

—  —

Innerhalb  des  Gebietes

1  II  III  IV
in  den  Stadtkreisen  bezw.  unmittelbaren  Städten  6565%  6
außerhalb  derselen  544%  349  547  649

Diese  Verschiedenbeit  in  der  Alterszusammmensetzung  einerseits  der  in  größeren  Städten
lebenden,  andrerfeits  der  vorwiegend  auf  dem  Lande  lebenden  Bevölkerung  erklärt,  wie  nochmals
  hervorgehoben  sei,  die  erwähnte  auffällige  Thatsache,  daß  in  den  Ostprovinzen
Preußens  und  im  rechtsrheinischen  Bayern  die  Gesammtsterbeziffer  für  die  Bewohner
der  Stadtkreise  niedriger  als  für  die  übrige  Bevölkerung  war,  trotzdem  von  je  1000
Lebenden  über  ein  Jahr  und  unter  60  Jahren  in  den  Stadtkreisen  entschieden
mehr  als  außerhalb  derselben  gestorben  sind.

Die  Gesammtsterbeziffer,  auf  je  1000  der  Gesammtbevölkerung  reduzirt,  betrug:

Innerhalb  des  Gebietes

1  II  III  IV
für  die  Bevölkerung  der  Stadtkreise..........  ....  ...  22,1  18,7  20,6  24,1
„  „  übrige  Bevölkernnn  29  19,  26b,

B.  Die  Vänfigkeit  der  Sterbefälle  in  den  einzelnen  Lundesstaaten
und  deren  großen  Gebietstheilen.

Im  Gesammtgebiet  der  an  den  Erhebungen  für  das  Jahr  1895  betheiligten  13  Staaten
des  Deutschen  Reiches  hatte  wie  im  Jahre  1894  nicht  ganz  der  vierte  Theil  aller  Gestorbenen
  die  Altersgrenze  von  60  Jahren  überschritten,  immerhin  ein  etwas
größerer  Theil  als  im  Jahre  vorher;  denn  von  je  1000  Gestorbenen  waren  es  diesmal
        <pb n="37" />
        —  35

244,  im  Vorjahre  238.  Mehr  als  die  Hälfte  aller  Gestorbenen  hatte  —  ziemlich  ebenso
wie  im  Jahre  1894  —  das  fünfzehnte  Lebensjahr  noch  nicht  vollendet,  indessen  ist
ein  größerer  Theil  als  im  Vorjahre  bereits  während  der  ersten  zwölf  Monate  des  Lebens
gestorben.  Nachstehende  Uebersicht  veranschaulicht,  welcher  Antheil  von  der  Gesammtzahl
der  Gestorbenen  in  jedem  der  13  Staaten  2c.  auf  die  vier  Altersklassen  entfiel.

Tab.  A.
Von  je  1000  Gestorbenen  entfielen  auf  die  Altersklasse:
d.
in  F  b.  *#  60  und  mehr
10—1  Jahr  1—15  Jahre  15—60  Jahre  Jahre
Ostpreußen  370  187  194  248
Westpreußens  40  191  185  203
Berlen  348  170  308  174
Brandenbunrgg  411  142  214  232
Pommree  389  166  202  242
Posen.  411  200  186  202
Schlesen  391  166  216  227
Sachsen  ...........  .  ..  .  ..  .  .  .  ..  373  167  210  249
Schleswig-Holstein  312  128  245  313
Hannobenr  274  149  269  307
Westfalslsen  306  201  277  216
Hessen-Nassaa  243  147  316  294
der  Rheinproriz  336  179  257  228
Hohenzollen  349  102  256  293
Bayern  rechts  des  Rheins....  ....  406  109  219  266
Bayern  links  des  Rheins  326  164  263  247
dem  Königreich  Sachsen  469  127  208  196
Württembtre  388  116  230  266
Badrnrn  342  112  269  278
Hessen.  280  146  294  280
Braunschweiign  .  322  164  253  261
Sachsen--Meiningen  284  148  266  302
Sachsen-Coburg-Gotaa  313  146  247  295
Schaumburg-Lipen  154  140  319  374
Bremen  .  ..  ..  .  ..  ......  .  .  .  .  .  .  ...  278  129  341  258
Hamburg  «............  356  138  804  202
Elsaß-Lothrineen  301  124  258  322
dem  Deutschen  Reiche.........  ...  369  152  235  244
„  Königreich  Preußße  858  170  234  237
„  „  Bayern  398  115  223  264

Anm.:  Die  Maxima  und  Minima  jeder  Spalte  find  durch  abweichenden  Druck  gekennzeichnet.
Kinder  des  ersten  Lebensjahres  waren  am  meisten  im  Königreich  Sachsen,

in  Westpreußen,  Posen  und  Brandenburg  unter  den  Gestorbenen  vertreten.  Der  zweiten
Altersklasse  gehörten  besonders  in  Westfalen,  Posen  und  Westpreußen  viele  der  Gestorbenen
  an,  dagegen  waren  solche  jugendliche  Personen  am  wenigsten  im  Fürstenthum
Schaumburg-Lippe  und  in  Hessen-Nassau  unter  den  Gestorbenen  des  Berichtsjahres  zu
finden;  hier  hatten  ein  Alter  von  mehr  als  15  Jahren  61  bezw.  69  von  je  100  Gestorbenen
erreicht,  andrerseits  in  Posen  und  Westpreußen  nur  etwa  39,  im  Gesammtgebiete  des  Reiches
kaum  48.

3“7
        <pb n="38" />
        —  36  —

Ueber  die  Höhe  der  Sterbensgefahr,  welcher  Personen  jeder  Altersklasse  im  Berichtsjahre
  ausgesetzt  waren,  läßt  sich  indessen  aus  vorstehenden  Ziffern  ein  sicherer  Schluß  nicht
ziehen;  es  sind  zu  diesem  Zwecke  in  einer  zweiten  Uebersicht  (B)  Sterbeziffern  auf  1000
Lebende  der  Altersklassen  b,  c,  d,  nach  Maßgabe  der  über  die  Zahl  der  Lebenden
veröffentlichten  neuesten  Angaben,  für  die  jüngste  Altersklasse  aber  auf  je  1000  Lebendgeborene
  des  Jahres,  errechnet  und  nachstehend  zusammengestellt.

Tab.  B.
s—-mr  a.  b.  c.  d.  im  Onzen
erbeziffer  in
ziff  o—1  Jahr  1—15  Jahre  15—60  Jahre  60  *mr  aus  1000

Ostpreußen  292  13,  8,1  66  24,
Westpreußßen  317  13,  *  64  24,
Berlllin  313  14,0  9,os  62  20,0
Brandenburg.  ............  ...  323  10,  8,0  62  22,1
Pommen  291  11,  8,1  67  22,
Posen  273  12,  7.7  62  22,/
Schlesn  321  13,/  9,  72  26,0
Sachsen  271  11,  8,2  69  21,/
Schleswig-Holstien  198  7,4  8,0  61  18,.
Hannover  ..............  177  8.7  8,  69  18,
Westfalen  171  11/#  9.  72  19,
Hessen-Nassaas  156  8,  9,  73  18,0
der  Rheinprovrinnz  219  *  111  9,2  70  20,4
Hohenzollen  319  7,  10,  66  22,0
Bayern  rechts  des  Rheins  389  9,,  9,8  73  25,
Bayern  links  des  Rheins  233  9,r  9,8  74  20,
dem  Königreich  Sachsen  373  96  8,5  69  24,0
Württembreggg  348  8,n  9,6  71  23,
Badern  291  7,  10,  73  21,
Hessen  201  9,5  9,6  70  19,
Braunschweig  229  10,,  8,0  70  20,6
Sachsen-Meiningen  188  8,  9,n  78  19,/#
Sachsen-Coburg-Gotha  220  8,5  8,6  67  19,
Schaumburg-Lippe  107  6.  8,  70  15,6
Breze  198  7,6  10,0  I  78  18,0
Hamburg  .  .....  ........  ..  ...  238  9,5  9,0  "  63  18,
Elsaß-Lothringen  268  9  9.  69  21,
dem  Deutschen  Reichhe  283  10,%  9,1  68  22,1

„  Königreich  Preußen  255  11,/  8,0  67  21,

»  »  Bayern.......  367  9,2  9,s  73  25,1

Am  geringsten  war  hiernach  die  Sterblichkeit  der  Säuglinge  und  Kinder  bis
zum  vollendeten  15.  Lebensjahre  im  Fürstenthum  Schaumburg-Lippe,  welches  im
Berichtsjahre  zum  ersten  Male  an  den  Erhebungen  betheiligt  war;  demnächst  waren  in
Hessen-Nassau,  Westfalen,  Hannover,  Sachsen-Meiningen,  Bremen,  Schleswig-Holstein  die
Sterblichkeitsverhältnisse  dieser  jugendlichen  Personen  günstig,  dagegen  besonders  ungünstig  im
rechtsrheinischen  Bayern,  in  Sachsen  und  Württemberg,  ferner  in  Berlin  und  den  östlichsten
Provinzen  Preußens.  In  letzteren  waren  weniger  die  Sterbeziffern  der  Säuglinge  als  die
Sterbeziffern  derjenigen  Kinder,  welche  das  erste  Lebensjahr  bereits  überschritten  haben,  hoch.
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        —  37  —

Von  größerer  Bedeutung  zur  Beurtheilung  des  Standes  der  öffentlichen  Wohlfahrt
  sind  die  Sterblichkeitsverhältnisse  der  im  erwerbsthätigen  Alter  befindlichen  Personen
von  15—60  Jahren.  Diese  waren  am  günstigsten  in  den  preußischen  Provinzen
Posen,  Brandenburg,  Pommern,  Schleswig-Holstein  und  Sachsen;  außerhalb  Preußens  waren
Sterbeziffern  unter  dem  Durchschnitt  fürs  Reich  noch  in  Sachsen,  Schaumburg-Lippe,
Sachsen-Coburg-Gotha,  Braunschweig,  sowie  in  Hamburg  beobachtet,  und  zwar  innerhalb
Sachsens  namentlich  im  Reg.-Bez.  Zwickau  (8,  /0),  innerhalb  des  Herzogthums  Sachsen-Coburg-Gotha
  nur  im  Herzogthum  Gotha  (7,,  %).  Die  höchsten  Sterbeziffern  dieser
Altersklasse  wurden  für  das  Berichtsjahr  in  Hohenzollern,  im  Staate  Bremen  und  im
Großherzogthum  Baden  festgestellt,  hier  namentlich  in  dem  südlichsten  Landes-Komm.-Bezirke
Konstanz.  Erwähnt  sei  noch,  daß  die  Sterbeziffer  dieser  Altersklasse  in  der  Reichshauptstadt
(9,09)  etwas  unter  dem  Durchschnitt  fürs  Reich  blieb,  ebenso  in  Ost=  und  Westpreußen  und
in  der  Provinz  Hannover.  In  Bayern  hatte  der  Reg.-Bez.  Niederbayern  die  niedrigste
Sterbeziffer  dieser  Altersklasse  (9,0),  und  zwar  war  dieselbe  nur  hier  niedriger  als  die  Durchschnittsziffer
  für  das  Reich,  in  den  anderen  bayerischen,  namentlich  den  fränkischen  Regierungsbezirken
  höher.

Die  Sterblichkeit  der  Personen,  welche  das  60.  Leben  sjahr  bereits  zurückgelegt
  haben,  war  am  größten  in  Sachsen-Meiningen  und  im  Staate  Bremen,  am  geringsten
  in  Pommern  und  Schleswig-Holstein,  gering  auch  in  Hamburg,  Berlin,  Posen  und
Brandenburg.  Ein  Blick  auf  die  letzte  Spalte  der  Uebersicht  B  lehrt,  daß  die  Provinz
Schlesien  zwar  die  höchste  Gesammtsterbeziffer  aufweist,  daß  hier  jedoch  für  keine  der  vier
Altersklassen  eine  maximale  oder  dem  Maximum  sehr  nahe  Sterbeziffer  errechnet  ist.
Die  hohe  Gesammtsterbeziffer  für  Schlesien  ist  also  wesentlich  bedingt  durch
eine  ungünstige  Alterszusammensetzung  der  Bevölkerung,  d.  h.  dadurch,  daß  die
jüngste  und  älteste  Altersklasse  einen  größern  Theil  der  Bevölkerung  als  anderwärts  bilden;
insbesondere  war  die  Zahl  der  dort  lebenden  bejahrten  Personen  von  60  und  mehr  Jahren
groß,  ähnlich  wie  u.  a.  in  Schleswig-Holstein,  Ostpreußen,  Pommern.

Hierbei  sei  noch  auf  die  Tabellen  in  Heft  143  der  Preußischen  Statistik  S.  XXXII
bis  XXXV  verwiesen.  Auf  Grund  eines  weit  eingehenderen  Urmaterials  ist  daselbst  die
„Lebenserwartung“  der  männlichen  und  weiblichen  Personen  im  Preußischen  Staate,  seinen
Provinzen,  Regierungsbezirken,  sowie  seinen  16  Großstädten  für  mehrere  Altersklassen  errechnet,
daher  der  Vergleich  mit  den  Ergebnissen  der  vorstehend  bearbeiteten,  von  Reichs  wegen  angeregten
jährlichen  Erhebungen  nahe  liegend.  Es  zeigt  sich  —  zunächst  für  die  Jahre  1890  und  1891  —
daß  die  „Lebenserwartung"  nach  zurückgelegtem  20.  Lebensjahre  bei  beiden  Geschlechtern  am
kürzesten  in  Westfalen  war,  besonders  kurz  auch  in  Hessen-Nassau,  der  Rheinprovinz  und
Hannover,  daß  dagegen  Personen  beiderlei  Geschlechts  von  20  Jahren  noch  eine  sehr  lange
Lebensdauer  in  Pommern,  Westpreußen,  Posen  und  Brandenburg  erwarten  durften.  In  Berlin
war  die  zu  erwartende  Lebensdauer  nach  zuzückgelegtem  10.,  20.,  30.,  40.  Lebensjahre  für
Personen  weiblichen  Geschlechts  auffallend  lang,  für  Personen  männlichen  Geschlechts  dagegen
  besonders  kurz;  umgekehrt  war  in  Schleswig-Holstein  die  Zahl  für  das  männliche
Geschlecht  weit  günstiger  als  für  das  weibliche  2c.

Ein  weiteres  Eingehen  auf  jene  ausführlichen  Tabellen  verbietet  sich  an  dieser  Stelle;
mit  Bezug  auf  die  Ergebnisse  dieser  Arbeit  soll  nur  noch  hervorgehoben  werden,  daß  in
Hessen-Nassau  und  Hannover  die  Lebenserwartung  der  neugeborenen  Kinder  zwar  überaus
lang  erscheint,  daß  aber  schon  nach  vollendetem  zehnten  Lebensjahre  die  zu  erwartende  Lebensdauer,
  besonders  der  männlichen  Personen,  in  diesen  Provinzen  eine  relativ  sehr  kurze  ist.
        <pb n="40" />
        —  38  —

Als  Beispiel  sei  die  Tafel  der  Lebenserwartung  der  Personen  von  15  Jahren  —  in
anderer  Anordnung  —  hier  wiedergegeben;  Personen  dieses  Alters  hatten  danach,  ebenso
wie  nach  den  Ergebnissen  der  diesseitigen  Statistik  (vgl.  Med.-stat.  Mitth.
Bd.  III  S.  148),  in  Westfalen  die  ungünstigsten  Lebensaussichten;  Personen  weiblichen
Geschlechts  hatten  damals  durchweg  bessere  Aussichten  als  die  männlichen.

Tab.  C.

Tafel  der  Lebenserwartung:
A.  männlicher  Personen.  B.  weiblicher  Personen.

Die  halbe  Anzahl  der  Lebenden  im  Alter  von  15  Jahren  stirbt:

im  Staate  bis  zum  Ablauf  von  47,,  Jahren  im  Staate  bis  zum  Ablauf  von  50,  Jahren
in  Schleswig-Holstein  im  Berlauf  von  50,,  Jahren  in  Berlin  im  VBerlauf  von  52),  Jahren
„  Hohenzollern  2  „  „  50,  „  „  Brandenburg  6„  „  „  52,,  „
„  Pommern  „  „  „  49  „  „  Pommern  „  „  „  52,,  „
"0“  Posen  r  „  ½„  49,  7  r#  Westpreußen  7“  „  %  52,6
„  Westpreußen  „  „  „  49  „  „  Posen  „  „  „  52,
„Sachsen  „  „  „  48“  „  „Schleswig-Holstein  „  „  „  52,,

„  Brandenburg  „  „  48“  „  „  Ostpreußen  "„  „  „  51  „
„  Hannover  „  „  48  „  „  Sachsen  „  „  „  51,,  „
„  Ostpreußen  „  »  „  47,  „  „  Hohenzollern  „  „  „  50,  „
„der  Rheinprovinz  „  „  46,  „  „  Schlesien  »  ,,  ,,49,s,,
„  Hessen-Nassau  „  „  „  46,  „  „  der  Rheinprovinz  „  „  494  „
„  Schlesien  C„  „  „  456  „  „  Hannover  „  „  49,  „
„Berlin  „  „  „  456  „  „  Hessen-Nassau  „  48  „
„  BWestfalen  „  „  45,  „  „  Westfalen  „  „  47,  „

C.  Die  wichtigsten  Vodesursachen  in  den  einzelnen  Altersklassen.

a.  Bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres.

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  sollen  wie  in  den  früheren  diesseitigen  Berichten  wiederum
für  jede  Altersklasse  gesondert  betrachtet  werden.

a.  Im  ersten  Lebensjahre  waren,  soweit  Angaben  vorliegen,  Magen=  und
Darmkatarrhe  die  häufigste  Todesursache,  im  Ganzen  sind  sie  etwa  bei  38  von  je  100
Säuglingen,  deren  Todesursache  überhaupt  bekannt  war,  als  solche  genannt,  am  meisten,
wie  nachstehende  Uebersicht  zeigt,  in  Sachsen,  Württemberg,  Berlin  und  Bayern.  Angeborene
  Lebensschwäche  ist  besonders  häufig  in  Bayern  rechts  des  Rheins,  ferner  in
Württemberg  mit  Hohenzollern,  in  Hamburg,  Elsaß-Lothringen,  Baden,  Posen  und  Berlin
als  Todesursache  eingetragen,  durchschnittlich  bei  14,,  %  der  Gestorbenen,  )  Keuch  husten
war  in  so  frühem  Alter  namentlich  in  Ost=  und  Westpreußen,  Posen  und  Schlesien,  sonst
noch  in  Bayern  und  Elsaß-Lothringen  als  Todesursache  bedeutsam;  Tuberkulose  ist  nur
in  Bremen  und  Hamburg,  Hessen,  Westfalen  und  Bayern  ziemlich  häufig  als  Todesursache
von  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  genannt,  niemals  in  Schaumburg-Lippe,  selten
in  den  östlichen  Provinzen  des  Preußischen  Staates.  Von  je  1  000  Todesfällen  bei  Kindern

1)  Bei  derartigen  Prozentangaben,  die  aus  den  Gesammtzahlen  der  Gestorbenen  errechnet  sind,
ist  stets  die  Zahl  der  aus  unbekannter  Ursache  Gestorbenen  von  dieser  Gesammtzahl  vorher  in  Abzug
gebracht.
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        —  39  —

des  ersten  Lebensjahres  sind,  soweit  überhaupt  Angaben  über  die  Todesursache  gemacht
wurden,  auf  Tuberkulose  zurückgeführt:  im  Deutschen  Reiche  11,,,  in  Bremen  69,,  in
Hessen  50,,  in  Hamburg  34,1,  in  Westfalen  34,0,  in  Bayern  15,0.  Sowohl  im  rechts-Grheinischen
  Bayern  wie  in  den  östlichen  und  mittleren  Provinzen  Preußens  ist  in  den
städtischen  Bezirken  die  Tuberkulose  mindestens  doppelt  so  oft  wie  außerhalb  derselben  als
Todesursache  genannt;  denn  von  1000  Todesfällen  waren  auf  Tuberkulose  zurückgeführt  in
den  20  Stadtkreisen  des  Ostens  10,,  außerhalb  derselben  44,  im  Elbwesergebiet:
in  den  Stadtkreisen  17,2,  außerhalb  derselben  7,,,  im  rechtsrheinischen  Bayern:  in
den  unmittelbaren  Städten  28,8,  in  den  Bezirksämtern  10,6,  dagegen  in  den  3  westlichen
Provinzen  Preußens:  in  den  Stadtkreisen  20,  außerhalb  derselben  22.

Die  vorliegenden  Ausweise  liefern  aber,  wie  betont  werden  muß,  ein  höchst  unvollkommenes
  Bild  von  der  Häufigkeit  der  im  frühesten  Kindesalter  tödtlich  ablaufenden  tuberkulösen
  Prozesse;  denn  selbst  bei  sorgfältigster  Angabe  der  Todesursache  durch  Aerzte  läßt
es  sich  nicht  vermeiden,  daß  die  tuberkulöse  Gehirn=  oder  Hirnhautentzündung  der  Kinder
als  „Hirnleiden“,  nicht  als  „Tuberkulose“  geführt  und  in  die  Ausweise  übernommen
wird,  und  daß  die  in  außerdeutschen  Tabellen  so  viel  genannte  Darmschwindsucht
(tabes  meseraica,  tabes  mesenterica  2c.)  nicht  als  solche  oder  als  Darmtuberkulose,
sondern  als  „Abzehrung“,  „Atrophie“  in  die  Listen  gelangt,  in  welchem  Falle  das  Leiden
gemäß  Vereinbarung  den  Magen=  und  Darmkatarrhen  hinzugerechnet  wird.  Wahrscheinlich
müssen  außerdem  die  sogenannten  „Krämpfe“,  eine  nach  der  Preußischen  Statistik  besonders
häufige  Ursache  des  Todes  bei  kleinen  Kindern,  zum  Theil  auf  Hirn=  oder  Hirnhautleiden
entzündlicher  bezw.  tuberkulöser  Natur  zurückgeführt  werden,  allerdings  keineswegs  immer,
da  es  in  manchen  Gegenden  üblich  ist,  jedes  mit  zuckenden  Bewegungen,  d.  h.  mit  Schmerzen
einhergehende  Leiden  der  Säuglinge,  also  auch  Darmkrankheiten  dieses  Alters  mit  dem  Ausdruck
  „Krämpfe“  zu  bezeichnen.

Unter  solchen  Umständen  läßt  sich  über  die  Verbreitung  der  Tuberkulose  unter  Kindern
des  ersten  Lebensjahres  aus  den  benutzten  Sterbelisten  ein  sicheres  Urtheil  nicht  gewinnen,
und  Vergleiche  in  dieser  Hinsicht  namentlich  zwischen  städtischen  und  nichtstädtischen  Bezirken
  sind  nur  unter  Vorbehalten  anzustellen.

Oefter  als  Tuberkulose  ist  Lungenentzündung  oder  eine  „sonstige  entzündliche
Krankheit  der  Athmungsorgane"  die  Todesursache  bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres,
nämlich  im  Durchschnitt  bei  32  bezw.  46  von  je  1.000  gestorbenen  gewesen,  besonders  oft
in  Bayern,  Berlin,  Hamburg,  Bremen,  Hessen  und  Baden.  Nachstehende  Uebersicht  läßt
Näheres  erkennen,  doch  ist  zu  beachten,  daß  in  Hessen  und  in  Westpreußen  fast  beim  fünften
Theil  (19—20  %)  aller  Sterbefälle  dieses  Alters  die  Ursache  unbekannt  geblieben  ist,  in
der  Pfalz,  in  Hessen-Nassau,  Ostpreußen  und  Posen  bei  6—13  %,  sonst  bei  weniger  als

5  0%  der  Sterbefälle.
(Siehe  Tabelle  auf  Seite  40.)

b.  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  im  Alter  von  1—15  Jahren.

Im  Alter  von  1—15  Jahren  war  während  des  Jahres  1895  immer  noch
Diphtherie  die  bedeutsamste  Todesursache,  trotzdem  in  den  seit  1893  berichtenden  10
Staaten  des  Reiches  die  Zahl  der  Sterbefälle  aus  dieser  Ursache  von  65  384  im  Jahre
1893  auf  30  701  also  auf  weniger  als  die  Hälfte  heruntergegangen  ist.  Verhältnißmäßig
die  meisten  Kinder  —  mehr  als  2  auf  1000  Lebende  von  1—15  Jahren  —  starben  angeblich
  an  Diphtherie  in  den  östlichen  Provinzen  Preußens  (einschl.  der  Provinz  Sachsen)
        <pb n="42" />
        —  40  —
Tab.  D.

Im  ersten  Lebensjahre  starben  während  des  Jahres  1895  auf  je  1000  Lebendgeborene
  desselben  Jahres:

E  Im  Ganzen.  —  ·  I  spusgen  ans  z  szs  g
Jg  ZIZZYYZMEIMWMZZE  läg  entzündlt  Dib.t  22
28  in  Siheer  hez  "  ch  und  —  S  6  chen  Krank.  therie  G  2  0  t
33  lebende  Kin.  Darm-  m  *  .  gaten  der  und  55  r2  E
*  Wn]“¾äEgnt“n
9Ostpreußgßen  232  (292)  67  26  124  4%  5,  15,  4%  %  65  295
7  Westpreußn  242  (317)  60  29  18,0  44  36  10;  510,  68  45,
6  Berlln  248  (313)  125  88  3,  16,,  183,  1.  3,  28  44
4  Brandenburg  264  (8323)  94  29  5  9,s  2#0  2,0  1,  99  10%
8  Pommern  236  (291)  71  23  5,  6  4%  Lo  0%  106
12osen  215  (279)  49  4113  2  82  55.  1,
5  Schlesien  255  (321)  53  837/11%86„  4%  4,  2)7.  1,  123  8%
10  Sachsen  226  (271)  61  22  2,  7,  7,n  3„  1,  1  112  6,
20  Schleswig-Holstein171  (198)  61  27/66%//9  11%  1,  11  28  4  45
23  Hannoen  156  (177)  42  18  4,  8.Ü·  4  20  1  5,
24Westfalen  151  (171)  36  21  0  5,6  2  15  5%%66
25  Hessen-Nassau  139  (156)  32  15  2,  8,  8,1  2,8  1,  1,«4  59  80
18  der  Rheinprovinz.  18  (219)  46  23  3,7  7,:  5,5  2:  1  83  92
Ga)  Hohenzollen  249  (319)  84  56  42  65  100  9  3  25  59  7,
2  Bayern  rechts  d.  Rh..  290  (8389)  144  9  3,s  29,1  1.2,  4,1¼2  5,
160  llinks  d.  Rhh.190  (233))  89  29  62  717  2,  4%31911
1  dem  Königr.  Sachsen.291  (373)19  2911,  5,  6,  13m  1  2249  0,
3Württemberg  265  (348)  1444755  8„  1002%  2,  2,3814,
11  Laden  226  (291)  86  3442%½½%  12
19  Hessen  172  (201)  4717162  4,6  16,:  15  41%4
15  Braunschweig  195  (229)  58  19  1f0  H10  1582  8  28S7
22  Sachsen-Meiningen  (188)  26  163,  9,  3,  150  1  19  4,
17  Sachsen-Coburg-Gotha190  (220)  4330  2  70  6,  2,98  2%  8,5
26  Schaumburg-Lippe.  (107)  7  13—  I10%  4,r  —  —  —  48  3Ba
21  Bremee  166  (198)  64  26  2  10,  13,  0  0,  11.  37  0,
14  Hamburg  .  ..  .  .  .  .  ..  198  (238)  84  38  44  10,  16,  0,  0,  6,6  34  2,
18  Elsaß-Lothringen  .  .  .  /  212  (268)  84  34  62"  165  36  3„  255  55  483
im  Deutschen  Reiche227  (283)  83  82  66  7,  100  3  22  2  71866

„  Königr.  Preußen.12  (255)  58  27  6,“%  7,,  6,  4.  2,6  20,1  85  10,

..  „VBayern  2rs  36  137  55  84%%  274  1,  24  %  30J

namentlich  in  Ostpreußen,  Westpreußen  und  Posen,  sonst  noch  in  Württemberg  mit  Hohenzollern
  und  dem  größten  Theile  des  Königreichs  Sachsen.  Annähernd  läßt  sich  die  Vertheilung
  der  Diphtheriefälle  dieser  Altersklasse  aus  der  beigefügten  Karte  II  ersehen,  für
welche  allerdings  mit  Rücksicht  auf  das  Fehlen  vieler  Angaben  über  die  Alterszusammensetzung
  der  lebenden  Bevölkerung  in  den  Kreisen  2c.  nur  das  Verhältniß  aller  Dihhtheriesterbefälle
  jedes  Bezirks  zu  je  1000  Lebenden  aller  Altersklassen  berechnet  worden  ist.

In  den  Orten  des  Deutschen  Reiches  mit  15.000  und  mehr  Einwohnern,  welche  dem
Gesundheitsamte  monatliche  Sterblichkeitsausweise  einsenden,  hat  die  Zahl  der  Dipyhtherietodesfälle
  besonders  stark  abgenommen,  sie  sank  in  den  243  Berichtsorten  des  Vorjahres
von  13  804  auf  7634,  also  in  Jahresfrist  fast  auf  die  Hälfte.  Die  im  Jahre  1895  neu
        <pb n="43" />
        41

hinzugetretenen  17  Berichtsorte  haben  außerdem  268  Dihhtherietodesfälle  gemeldet.
(Bgl.  Veröffentl.  d.  K.  G.A.  1896,  S.  823—830  und  1897  S.  57—64
Tab.  E.
Im  Alter  von  1  bis  15  Jahren  starben  auf  je  1000  Lebende:
an  Lungen  on  in  Folge  an
Kt.  an  an  an  an  etenneg  Magen.  *10  sonstig.  aus
in  therie  Schar-  Keuch.  Tuber-entzündl.  und  fällen.  benann-  enbe
einschl.  lach  Masern  husten  kulose  Krankheiten  D--  einschl.  gien  Wiache
Croup  der  Ath-  Selbst-  "
mungtorg.  tarrh  mord  beiten
Ostpreußen  3,  0,  0,  0,  0,  1,2  1,  0,  2,  1/
Westpreußen  3,  1,  ·0,  0,6  0,  10o0  1,a  0,  2,o  1,2
VBerlin  2,2  1,  0,„  0,  1,5  3,0  1  "  „  0,  3,5  0,T
Brandenbuig  2,  0,  0,t  0,  0,  I  1.  0),#  2„  0,
Pommen  2,3  0,  0,  0,t  1W—2.7—  1%  0,  3,  0,
Posen  2,  1,  0,  0,  0,  1,  1),  0,#  29  0,
Schlesen  24  0,/  0,#  O,  0½%  1,  1  rP°T  0,  4,  0,8
Sachsen  -*  0,  0,  0  0,  1,  1,  0,  3,,  0,
Schleswig-Holstein  0,  0,,r  0,  0,#  0,  1,  1,0  0,  1,  0,,
Hannotbenrnr  1,  0,1  0,  0,  0,4  1,:  #  1,  0,  2,  XI
Westfalen  ................  1  5  0,  ·0,X  0,  1,2  2  1,  0,t  2  –P⅝[  0,
Hessen-Nassaaa  1361  [[2  0,  0,  1,«  0,  0,h  28  0,
der  Rheinprorinn  1.  0,,n  0,  0,  1.1  1,  1,0  0,a  3,  0,1
Hohenzollren  23  01  —  0,:  0,  0,  1.  0,  1,  0,:
Bayern  rechts  des  Rheins  1  0,  0,#  0,2  1,  1,  0,  0,  2,1  0,,
„  links  „  „  1  0O0,  0,  0,  r*svr  2,1  0,s  0,  29  0,
dem  Königreich  Sacheeon20  .  0,  0,  0,  1,  2,1  0,  22  0%
Württembtregggg  2  0,  0,  0,  1,1  1,3  0%  0,  1099  0,
Badeen  11  0,  0,  0,,  .,:  1,5  0,:  0,  2,a  O00%01
Hessen  1,  0,  0,  O#½½  1,6  1,  0,/  0,  2,0  0,6
Braunschwigg  1,  0,  0“  0,n  1,  2,1  0,  0,  4%  0)1
Sachsen-Meiningen  1#8  0,  0,  0,  0,  1,  0,:  0,/  2,8  0,,
Sachsen-Coburg-Gotha  1,  0,  0,  0,  1,0  1,  0,  0,  3.  0,,r
Schaumburg-Lipe  1,0  —  —  —  0,  1,  0,5  0,  2,29  0,
Brehzhemm  0,  0,  0,T  0,  2:  1.5  0,  0,  1"  0,T
Hamburg  .  ..  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  0,:  0o  0,  1  0,  1,4  2,  0,  0,  2,8  O,on
Elsaß-Lothringen  1,  0,T  O,  0,  1,5  1%  1,0  X  2,1  0,,r
dem  Deutschen  Reiche  1,n  0,6  0,T  0,t  0,,  *  1,  00  2,8  0,5
„  Königreich  Preußgee  2  0,e  0,4  "  0,  :½  #  "P“  1,  6  0,  3,1  0,
„  Bayern  —  0,  0,  0,  I,:  #  2,0  e  0,  2,1  0,:

Der  Scharlach  hat  besonders  in  Berlin,

die  höchste  Scharlachsterblichkeit  hatte.

Westpreußen,  Posen  viele  Todesfälle  unter
der  Altersklasse  von  1—15  Jahren  herbeigeführt;  dem  heftigen  Auftreten  dieser  Krankheit  in
der  letztgenannten  Provinz  entspricht  es,  daß  von  den  260  Berichtsorten  mit  15  000  und
mehr  Einwohnern  die  Stadt  Posen  im  Berichtsjahre  nächst  Zaborze,  Pankow  und  Hörde

Die  Masern  haben  verhältnißmäßig  die  meisten  Sterbefälle  dieser  Altersklasse  in
Hessen,  namentlich  in  Rheinhessen  und  der  Provinz  Starkenburg  verursacht.  In  Rheinhessen
  kamen  auch  nach  den  Jahresausweisen  der  größeren  Orte  unter  den  28611  —  am
2.  Dezember  1895  gezählten  —  Bewohnern  von  Worms  nicht  weniger  als  37  Masern-
        <pb n="44" />
        —  42  —

todesfälle  vor,  d.  h.  13:10  000  Einwohnern,  eine  Ziffer,  die  nur  in  5  von  den  260  Berichtsorten,
  nämlich  im  nahen  Ludigshafen  und  in  Bayreuth,  sonst  noch  in  Bottrop,  Malstatt-Burbach
  und  Neunkirchen  erreicht  bezw.  übertroffen  worden  ist.

Der  Tuberkulose  wurden  aus  der  Altersklasse  von  1—15  Jahren  die  meisten
Todesfälle  in  den  Staaten  Bremen  und  Hamburg  zugeschrieben,  demnächst  in  Hessen,  Bayern
und  Elsaß-Lothringen.  Während  im  Ganzen  nur  8—9  von  je  100  Todesfällen  dieses
Alters  (806  %)  durch  Tuberkulose  veranlaßt  waren,  sind  im  Staate  Bremen  nicht  weniger
als  30—31  (300/5  %%),  in  Hamburg  19—20  (19,5  %),  in  Oberhessen  ebenfalls  etwa  20,
in  Rheinhessen  gar  21,  in  Oberbayern  19,  in  Unterfranken  18,  im  Unter=  und  Oberelsaß
und  in  der  Pfalz  etwa  15  von  je  100  Sterbefällen  aus  bekannter  Ursache  der  Tuberkulose
zur  Last  gelegt;  auch  im  Neckarkreise  und  im  Herzogthum  Coburg  war  dieselbe  in  diesem
Alter  eine  relativ  häufige  Ursache  des  Todes.

Magen=  und  Darmkatarrhe  waren  im  Ganzen  bei  12  von  je  100  Sterbefällen
  dieser  Altersklasse  als  Todesursache  angegeben,  häufiger  im  Königreich  Sachsen  und
in  Schlesien,  besonders  in  dem  Regierungsbezirk  Zwickau  (bei  31  ).

Entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane  haben  vor  Vollendung
des  15.  Lebensjahres  die  meisten  Personen  in  Berlin,  Hamburg,  Westfalen,  in  der  Pfalz
und  im  Herzogthum  Braunschweig  dahingerafft,  was  in  den  meisten  dieser  Gebiete  einer
gleichzeitig  hohen  Sterblichkeit  an  Tuberkulose  entsprach.  Auf  je  10  000  Lebende  der  Altersklasse
  starben,  wie  umstehende  Uebersicht  erkennen  läßt,  im  Durchschnitt  16,  in  den  genannten
  fünf  Gebieten  aber  mehr  als  20,  in  Berlin  sogar  30  jugendliche  Personen  an
solchen  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane.

c.  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  bei  Erwachsenen  vom  zurückgelegten  15.
bis  zum  60.  Lebensjahre.

Bei  Personen  im  Alter  von  15—60  Jahren  war  während  des  Jahres  1895  wiederum
wie  auch  in  den  Vorjahren  die  Tuberkulose,  zumal  die  Lungentuberkulose,
weitaus  die  bedeutsamste  Todesursache.  Von  je  1000  in  den  13  Staaten  des  Reiches  aus
bekannter  Ursache  gestorbenen  Personen  dieses  Alters  sind  350  der  Tuberkulose,  darunter
335  der  Lungentuberkulose,  erlegen.

Im  Vergleich  zum  Vorjahre  hat  die  absolute  Zahl  der  Sterbefälle  an  Lungentuberkulose
  in  den  11  während  beider  Jahre  an  der  Statistik  betheiligten  Staaten  um  1766
abgenommen,  sie  sank  von  86  068  auf  84  302,  also  um  2  7%;  demgegenüber  stiegen
allerdings  die  Sterbefälle  an  Tuberkulose  anderer  Organe  von  3  480  auf  3  632  (um  44  %),
so  daß  die  Gesammtzahl  der  Tuberkulosefälle  seit  dem  Vorjahre  nur  um  1614  oder
ca.  1/#  %  gesunken  ist.

Am  stärksten  machte  sich  die  Abnahme  der  Todesfälle  an  Lungentuberkulose  im  Südwesten
  des  Reiches,  in  Baden  und  Elsaß-Lothringen  bemerklich,  dagegen  wurde  u.  a.  in
Bremen  ein  nicht  unbeträchtliches  Ansteigen  der  betr.  Todesfälle  von  377  auf  413,  also
um  9,6%  der  vorjährigen  Zahl  beobachtet.

Die  Sterbefälle  an  Lungentuberkulose  von  Personen  im  Alter  zwischen  15  und  60
Jahren  nahmen  ab:

in  Baden  um  344  (8,4  %)  in  Elsaß-Lothringen  um  239  (7,6  0/)
im  linksrhein.  Bayern  .  ..  „130  (6,  1%)  .  Württemberg  „  110  (3,7  00),
in  der  Prov.  Sachsen  „  197  (6,4  %)  „  der  Rheinproviz  „  148  (1,1  %)

„  „  „  Hannover  ..  „  188  (4,  00)  „  Braunschweig  „  52  (6,6  00).
        <pb n="45" />
        —  43  —

Auch  im  rechtsrheinischen  Bayern  und  Hessen,  in  Hessen-Nassau,  Westfalen,  Ost=  und
Westpreußen,  Brandenburg,  Schlesien,  Schleswig-Holstein,  Hohenzollern  ist  eine  geringe  Abnahme
  der  betr.  Sterbefälle  festgestellt,  am  unbedeutendsten  (um  0,2  %  im  Königreich
Sachsen.

Dagegen  starb  eine  größere  Zahl  von  Personen  dieses  Alters  als  im  Vorjahre  an
Lungentuberkulose  einmal  in  den  durch  ein  rasches  Wachsthum  der  Bewohnerzahl  sich
auszeichnenden  Gebieten  von  Berlin,  Hamburg,  Bremen,  sodann  in  Pommern  (—+  68),
Posen  (+  40)  und  im  Herzogthum  Sachsen-Coburg-Gotha  (+  29);  doch  ist  hierzu  zu
bemerken,  daß  in  den  drei  letzteren  Gebieten  während  des  Jahres  1894  eine  besonders  niedrige
Sterbeziffer  an  Tuberkulose  beobachtet  worden  war.  (Vgl.  Bd.  IV  S.  69.)

In  den  Orten  mit  15  000  und  mehr  Einwohnern  scheint  „Lungenschwindsucht"
als  Todesursache  noch  etwas  mehr  von  Bedeutung  zu  sein  als  in  kleineren  Wohnplätzen,
denn  von  je  1000  Gestorbenen  aller  Altersklassen  sind  in  260  solchen  Orten  116  der
Lungenschwindsucht  erlegen,  im  ganzen  Reiche  an  „Lungentuberkulose“,  soweit  Ausweise  und
Angaben  über  die  Todesursachen  vorliegen,  nur  107.1)

In  den  243  Berichtsorten,  welche  sowohl  1895  wie  auch  1894  Ausweise  dem  Gesundheitsamte
  monatlich  eingesendet  haben,  ist  unter  rund  14  Millionen  Bewohnern  die
Zahl  der  Todesfälle  an  „Lungenschwindsucht"  von  34  539  auf  34  285  gesunken;  aus  den
seit  1894  neu  hinzugetretenen  sieben  Berichtsorten  wurden  im  Berichtsjahre  737  solche
Fälle  gemeldet.

Eine  Zunahme  der  Todesfälle  an  Lungenschwindsucht  —  unter  Personen  jeden
Alters  —  ist  namentlich  in  folgenden  Berichtsorten  festgestellt:

1)  im  Westen  in  Trier  (+  48),  Barmen  (4  33),  Frankfurt  a./M.  (+  28),  Münster

(+  25),  Hagen  (+  21),  Solingen  (+  19),  Duisburg  (+  18),  Borbeck  (+  18),  und
Velbert  (+  17);  unerheblich  auch  in  Koblenz,  Düsseldorf,  Essen,  Bochum,  Neunkirchen
  u.  a.  Orten;

2)  im  Süden  des  Reiches  in  Würzburg  (+  70),  Ludwigshafen  (+  31),  Mainz
(+  60),  Pirmasens  (+  28),  Nürnberg  (+  44);

3)  im  Osten  u.  a.  in  Stettin  (+  56),  Görlitz  (+  837),  Graudenz  (+  25),  Königshütte
  (+  26),  sowie  in  der  Gesammtheit  der  20  Berichtsorte  der  Provinzen  Posen
und  Brandenburg  (+  165).  In  Berlin  einschl.  der  Vororte  war  die  Zunahme
unerheblich  (+  14).

Eine  Abnahme  der  Schwindsuchtstodesfälle  war  deutlich  ausgeprägt  in  den  18  Berichtsorten
  Schlesiens  (—  183),  den  17  der  Provinz  Sachsen  (—  148),  den  11  von
Hannover  (—  77)  und  den  9  von  Ost=  und  Westpreußen  (—  54),  ferner,  entsprechend
obigen  für  die  Staaten  gewonnenen  Ergebnissen,  in  den  4  Berichtsorten  Elsaß-Lothringens
(—29),  den  6  Badens  (—  24)  und  den  8  Württembergs  (—  27).  Unerheblich  verringerte
sich  die  Zahl  in  den  stark  bevölkerten  14  Städten  des  Königreichs  Sachsen  (von  2971  auf
2922),  etwa  ebenso  unerheblich,  d.  h.  um  2—3%  der  vorjährigen  Zahl  hat  sie  sich  in  den
19  Berichtsorten  Bayerns  erhöht  (von  3  843  auf  3931);  endlich  ist  sie  um  etwa  1  ½%
zurückgegangen  in  der  Gesammtheit  der  57  Berichtsorte  der  drei  westlichen  Provinzen

1)  Von  je  1000  an  Lungentuberkulose  gestorbenen  Personen  aller  Altersklassen  standen  im
ganzen  Reiche  745,  in  den  unmittelbaren  Städten  Bayerns  752,  in  den  Stadtkreisen  Preußens  788  im
Alter  von  15—60  Jahren.
        <pb n="46" />
        —  44  —

Preußens  (von  7  735  auf  7  651),  deren  einzelne,  wie  oben  bemerkt,  ein  beträchtliches  Ansteigen
  der  Fälle  aufwiesen.

Errechnet  man  die  Sterblichkeitsziffer  an  Lungenschwindsucht  für  einzelne  Gruppen
von  Berichtsorten  1)  nach  der  am  1.  Dezember  1895  ermittelten  Einwohnerzahl,  so  zeigt  sich,
daß  die  durchschnittlich  geringste  Sterblichkeitsziffer  an  Lungenschwindsucht  (weniger  als  2  ½%0)
sich  ergiebt

1)  für  die  in  Küstenbezirken  gelegenen  4  Berichtsorte  Mecklenburgs  (136:  100  000
Einw.),  und  5  Berichtsorte  Ostpreußens  (169:  100  000  Einw.),

2)  für  die  8  Berichtsorte  der  thüringischen  Staaten,  d.  i.  Sachsen-Weimars,  Sachsen-Altenburgs,
  Sachsen-Coburg-Gothas  und  der  Fürstenthümer  Reuß  (196:  100  000
Einw.).

Mit  einer  durchschnittlichen  Sterbeziffer  an  Lungenschwindsucht  von  200—220:100,000

Einwohnern  folgen  dann
3)  die  ebenfalls  in  der  Küstengegend  gelegenen  Berichtsorte  von  Schleswig-Holstein  und
Pommern  nebst  den  Städten  Oldenburg,  Lübeck,  Hambur  (einschließlich  Vororten),
4)  die  9  Berichtsorte  des  Königreichs  Württemberg  (205:100  000  Einw.),
5)  die  15  Berichtsorte  der  Provinz  Brandenburg  (216),
6)  die  17  Berichtsorte  der  Provinz  Sachsen  nebst  den  4  des  Herzogthums  Anhalt,
7)  (mit  rund  220:  100  000  Einw.)  die  4  Berichtsorte  Westpreußens.

Die  höchsten  Sterbeziffern  an  Lungenschwindsucht  (durchschnittlich  mehr  als  250  auf

je  100  000  Einwohner)  ließen  sich  feststellen  in
a)  den  4  Berichtsorten  der  Bayerischen  Pfalz  (351),
b)  „  15  »  des  rechtsrhein.  Bayern  (343),
e)  „18  „  Schlesiens  (291),
d)  „  2  „  des  Staates  Bremen  (287),
e)  „  6  „  des  Großh.  Baden  (287),
fD  „22  »  Westfalens  (274),
8)  „  5  „  des  Großh.  Hessen  (263),
h)  „  5  6„  der  Prov.  Hessen-Nassau  (259),
i)  „  37  der  Rheinprovinz  (258).

Nächst  der  Lungentuberkulose  waren  Lungenentzündung  und  sonstige  entzündliche
  Krankheiten  der  Athmungsorgane  die  wichtigsten  Todesursachen  in  der  Altersklasse
  von  15—60  Jahren.  Der  Lungenentzündung  erlagen  7,  den  anderen  bezeichneten
Krankheiten  noch  6  von  je  100  Gestorbenen  dieses  Alters,  so  daß  den  in  Rede  stehenden
Krankheiten  der  Athmungsorgane  einschl.  der  Tuberkulose  fast  die  Hälfte  aller  im  Alter
von  15—60  Jahren  eingetretenen  Todesfälle  zugeschrieben  werden  muß.  In  einzelnen
Gegenden  des  Deutschen  Reiches  bedingten  sie  sogar  mehr  als  die  Hälfte,  z.  B.  in  Westfalen
  57  von  je  100  aus  bekannter  Ursache  erfolgten  Todesfällen  dieses  Alters.

An  „Lungenentzündung"  starben,  wie  aus  nachstehender  Uebersicht  sich  ergiebt,
die  meisten  Personen  von  15—60  Jahren  in  Westfalen,  Schaumburg-Lippe  und  der  Rheinprovinz,
  demnächst  in  Ostpreußen,  Hessen-Nassau  und  Braunschweig.  Entzündliche  Krankheiten
  der  Athmungsorgane  einschl.  Lungenentzündungen  haben  in  denselben  6  Gebieten,
außerdem  noch  in  Schlesien,  Hannover,  Hohenzollern  und  Elsaß-Lothringen  viele  Erwachsene

1)  Die  Sterblichkeitszisfern  der  einzelnen  Berichtsorte  für  1895  sind  auf  S.  65—71  des  Jahrgangs
  1897  der  Veröffentlichungen  mitgetheilt.
        <pb n="47" />
        —  45  —

vor  Ablauf  des  60.  Lebensjahres  dahingerafft,  nämlich  hier  überall  mehr  als  125  von  je
10  000  Lebenden  der  Altersklasse  e.  Am  seltensten  waren  derartige  entzündliche  Krankheiten
der  Athmungsorgane  Ursache  des  vorzeitigen  Todes  erwachsener  Personen  in  Sachsen-Meiningen,
  Hamburg,  Bayern,  Sachsen  und  Hessen,  also  zum  Theil  in  Staaten,  welche,  wie
vorher  gezeigt  worden  ist,  durch  eine  besonders  hohe  Sterbeziffer  an  Tuberkulose  im  Berichtsjahre
  gekennnzeichnet  sind.

Diese  Wahrnehmung,  daß  hohe  Sterblichkeitsziffern  an  Tuberkulose  mit  niedrigen  an
entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  einhergehen,  und  daß  umgekehrt  relativ  wenige
Sterbefälle  an  Tuberkulose  da  beobachtet  sind,  wo  um  so  mehr  Sterbefälle  an  entzündlichen
Krankheiten  der  Athmungsorgane  vorkamen,  wie  z.  B.  in  Ostpreußen  und  Schaumburg-Lippe
giebt  Anlaß  zu  untersuchen,  wo  im  lebenskräftigsten  Alter  die  meisten  und  wo  die  wenigsten
Personen  an  Lungentuberkulose  und  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  (einschl.
Lungenentzündung)  gestorben  sind.

Tab.  F.

Auf  je  10  000  Lebende  im  Alter  von  15  bis  60  Jahren  starben  im  Jahre  1895:

sn————N——N23

in  kulose  Lungen-lichen  Krank  von  Verun.  von  aus  be.  unbe.

der  entzün-  cheiten  der  Neubil-  gla  aun.  Selbst.  kannter  rannter

Lungen  dung  urgané  dungen  gen  mord  ursache

Ostpreußßen  18  8,  %  4%  4%  281  6,
Westpreuhßßen  18  6,  3,  4,",  4,5  1,0  75  8,
Berlin  ........................  ..  .  .  ..  90  4  5,8  8,6  1,6  V3,r  90  0,t
Brandenbreg  28  5,2  6,0  566  3:  8,  79  1,
Pommien  28  5,6  5,1  6,1  3,6  2,  79  2,
Posen.  28  6.7  4,  4,0  8,6  1,  74  3,
Schlesen  31  7,0  7,6  4,r  4,8  3,2  98  1,
Sachsen  23  5,1  6,6  5,2  3,1  3,8  80  1,
Schleswig-Holsteten  24  5  3,t  6,1  4n  3,n  79  0,#
Hannoer  31  6,  6,0  45  3,3%  85  255
Westfalen  ......................  897  9,:  6,0  3.5  5,7  1,  96  1,
Hessen-Nassau  ...................  83  7,  7,2  4,4  8,0  2,8  93  2,8
der  Rheinprovinz  ................  ..  ...  35  8,5  5,«  4  45  L  9110
Hohenzollen  35  5,0  7.5  5,6  8,2  1338  101  1,
Bayern  rechts  des  Rheins  35  4rT  2,6  8,6  8,0  1,6  96  2,
„  links  „,  „„„„  41  4,6  3,  4,09  2,  2,  94  3,5
dem  Königreich  Sachseen  299  3,6  4,#  7,6  2,1  3,  85  0,
Württembee-n  28  50  40%  6,#  35  2,  95  0,
Baudn  38  5,1  4,1  8,2  4,0  2,5  101  0,2
Hessen  35  4,8  3,  7o%  27  8  92  3,7
Braunschmig  29  7,6  4,6  7,1  3,  4.  89  0,Z
Sachsen-Meininen  35  4,0  2,1  4%  3,  3,5  889.
Sachsen-Coburg-Gottaa  28  5,0  3,  4  1,  5,6  850:
Schaumburg-Lipren  18  8,  R  3,8  1,  0,  82  2,0
Brezeennmnmnmn  34  5,  683  77  4  55  100  0,
Hambunreg  ».............  26  -*  3,5  94  45  5,2  89  0,/
Elsaß-Lothringngen  80  6,1  7,  5095¾  4,8  1,  91  0,
dem  Deutschen  Reichaa  30  65  55  5%  3  2  8920
„  Königreich  Preußßßen  28  N%%  6,0  4,9  3,  2,6  87  2,2
»  Bayden  36  #  4,8  2,6  8,1  29  1,  „  96  2,1
        <pb n="48" />
        —  46  —

Vorstehende  tabellarische  Uebersicht  über  die  Häufigkeit  aller  von  Reichswegen  genannten
  Todesursachen  im  Alter  von  15—60  Jahren  läßt  ersehen,  daß  an  den  bezeichneten
Krankheiten  von  je  10  000  Lebenden  dieses  Alters  in  Westpreußen  kaum  29,  dagegen  im
linksrheinischen  Bayern  49  gestorben  sind  und  im  Mittel,  soweit  aus  Staaten  des  Deutschen
Reiches  Ausweise  vorliegen,  41,,  auf  je  10  000  Lebende.  In  Schaumburg-Lippe  sind
gegenüber  der  früher  erwähnten  hohen  Zahl  tödtlich  abgelaufener  Lungenentzündungen  besonders
  wenige  Todesfälle  an  „Tuberkulose“  vorgekommen.  Man  darf  annehmen,  daß
hier  auf  Lungenentzündung  viele  Sterbefälle  zurückgeführt  worden  sind,  welche  anderwärts
der  Tuberkulose  zur  Last  gelegt  wurden.

Die  Reihenfolge  der  27  in  der  Uebersicht  aufgeführten  Staaten  und  großen  Gebietstheile
  ist,  wenn  man  das  Gebiet  mit  der  höchsten  Ziffer  zuerst,  das  mit  der  niedrigsten
zuletzt  nennt,  folgende:

1.  Westfalen,  2.  Bayern  links  des  Rheins,  3.  Rheinprovinz,  4.  Hessen-Nassau,  5.  Hohenzollern,
  6.  Baden,  7.  Bremen,  8.  Schlesien,  9.  Hannover,  10.  Elsaß-Lothringen,  11.  Großherzogthum
  Hessen,  12.  Bayern  rechts  des  Rheins,  13.  Braunschweig,  14.  Sachsen-Meiningen,
15.  Berlin,  16.  Württemberg,  17.  Königreich  Sachsen,  18.  Sachsen-Coburg-Gotha,
19.  Provinz  Sachsen,  20.  Posen,  21.  Brandenburg,  22.  Ostpreußen,  23.  Pommern,  24.  Hamburg,
  25.  Schleswig-Holstein,  26.  Schaumburg-Lippe,  27.  Westpreußen.

Die  Sterblichkeit  der  Erwachsenen  vor  Ablauf  des  60.  Lebensjahres  in  Folge  der
bezeichneten  Lungenleiden  war  in  den  erstgenannten  zwölf  Gebieten  höher  als  im  Durchschnitt,
  dagegen  in  den  unter  No.  14  bis  27  aufgeführten  Gebieten  unter  der  Durchschnittsziffer
  von  41,6  /%0  der  Lebenden.

Es  ist  wohl  kein  Zufall,  daß  die  in  großer  Ausdehnung  an  das  Meer  grenzenden
Provinzen  Schleswig-Holstein,  Pommern,  Westpreußen,  Ostpreußen,  ebenso  wie  Hamburg
sehr  günstige  Ziffern  in  dieser  Hinsicht  aufweisen,  denn  auch  im  Vorjahre  waren  die  entsprechenden
  Ziffern  hier  günstig  (vgl.  Med.-stat.  Mitth.  Bd.  III  S.  69),  während  sie  im
linksrheinischen  Bayern,  in  Baden,  Westfalen,  Hessen-Nassau  und  der  Rheinprovinz  schon
im  Vorjahre  besonders  ungünstig  waren.

Was  die  früher  von  Einigen  behauptete  relative  Immunität  der  Gebirgsbewohner
im  Deutschen  Reiche  gegenüber  der  Lungenschwindsucht  und  verwandten  Leiden  betrifft,  so
ergiebt  eine  nähere  Prüfung  der  Verhältnisse  in  den  nach  obiger  Reihenfolge  an  8.,  9.
und  12.  Stelle  stehenden,  d.  h.  als  ziemlich  ungünstig  bezeichneten  Provinzen  Hannover,
Schlesien  und  dem  rechtsrheinischen  Bayern  eine  gewisse  Bestätigung  dieser  Ansicht,  denn
die  Regierungsbezirke  Liegnitz,  Hildesheim,  Oberbayern,  in  welchen-  die  Bewohner  des
Riesen=  und  Isergebirges,  des  Harzes  und  der  oberbayerischen  Berge  einen  beträchtlichen
  Theil  der  Bevölkerung  ausmachen,  zeichnen  sich  gegenüber  den  umliegenden  Landestheilen
  durch  niedrige  bez.  Sterblichkeitsziffern  (unter  40:  10  000  Lebenden)  aus.  In
noch  höherem  Maße  zeichnet  sich  aber  das  zum  großen  Theil  im  Thüringer  Walde
gelegene  Herzogthum  Gotha  in  dieser  Hinsicht  aus,  denn  hier  beläuft  sich  die  bez.  Ziffer
nur  auf  34,56  9%00,  wogegen  sie  im  nahen  Herzogthum  Coburg,  das  solche  Gebirgsformationen
  nicht  hat,  höher  als  die  Durchschnittsziffer  fürs  Reich  ist.  (Vgl.  Bd.  IV  S.  78).

In  ähnlicher  Weise  wie  vorstehend  geschehen  ist,  kann  man  die  aus  den  260  meist
städtischen  Berichtsorten  des  Reiches  mit  mehr  als  16  000  Einwohnern  vorliegenden  Ausweise
  daraufhin  prüfen,  wo  auf  je  10  000  Einwohner  aller  Altersklassen  Sterbefälle  an
        <pb n="49" />
        —  47  —

„Lungenschwindsucht“  und  „akuten  Erkrankungen  der  Athmungsorgane“  häufig  oder  selten
vorgekommen  sind.  Die  Ziffer  der  Sterbefälle  aus  beiden  Ursachen  zusammen  zu  ermitteln,
hat  auch  hier  besondern  Werth,  weil  in  den  betr.  Städten  ebenfalls  einer  sehr  hohen  Zahl
der  Schwindsuchtssterbefälle  nicht  selten  eine  auffallend  niedrige  der  Sterbefälle  an  akuten
Erkrankungen  der  Athmungswege  gegenüber  steht.  Während  z.  B.  in  sämmtlichen  Berichtsorten
  von  je  10  000  Einwohnern  rund  25  an  Lungenschwindsucht  und  25,6  an  akuten  Erkrankungen
  der  Athmungsorgane,  also  im  Mittel  etwa  gleichviel  Personen  aus  jeder  der
beiden  Ursachen  gestorben  sind,  starben  in  Velbert  45,,  %0  an  Lungenschwindsucht  aber
nur  9/6  an  akuten  Erkrankungen  der  Athmungsorgane,  umgekehrt  in  Zaborze  62,,  /%0  an
letzteren,  aber  nur  16,2  an  Lungenschwindsucht.  Hiernach  waren  die  Bewohner  von  Zaborze
—  trotz  der  so  geringen  Schwindsuchtssterbeziffer  —  viel  mehr  durch  tödtlich  endende  Lungenleiden
  gefährdet  als  die  von  Velbert,  und  muß  man  annehmen,  daß  der  Ausdruck  „Lungenschwindsucht“
  in  den  Sterbelisten  von  Zaborze  eine  zu  beschränkte  Anwendung  gefunden  hat,
in  denjenigen  von  Velbert  vielleicht  eine  ungewöhnlich  ausgedehnte.  Solche  Fehler  der  ersten
Eintragungen  werden  etwas  ausgeglichen,  wenn  man  nicht  ausschließlich  die  Sterbefälle  in
Folge  von  Lungenschwindsucht,  sondern  die  aus  beiden  Todesursachen  in  Vergleich  zieht,
ehe  man  sich  entscheidet,  wo  die  „Tuberkulose“  größere  Verheerungen  angerichtet  hat.

Was  zunächst  die  höchsten  Sterbeziffern  aus  beiden  Ursachen  betrifft,  so  starben  in
47  von  den  260  Berichtsorten  während  des  einen  Jahres  mehr  als  60  von  je  10  000
Einwohnern  an  „Lungenschwindsucht  und  akuten  Erkrankungen  der  Athmungsorgane“.
Obenan  steht  der  Berliner  Vorort  Tempelhof  mit  92  und  das  in  Westfalen  im  Landdkreise
Bochum  gelegene  Städtchen  Herne  mit  87  bez.  Todesfällen  auf  je  10  000  Einwohner.

Die  Reihenfolge  der  47  Orte  ist:

1.  Tempelhof,  2.  Herne,  3.  Borbeck,  Kr.  Essen,  4.  Ludwigshafen,  5.  Neustadt  i.  O.-Schl.,
6.  Hohen-Schönhausen  bei  Berlin,  7.  Halberstadt,  8.  Zaborze,  9.  Würzburg  (77,71,  10.
Langenbielau,  11.  Erlangen,  12.  Meiderich,  (74,1,  13.  Passau,  14.  Cöthen,  15.  Boxhagen-Rummelsburg
  bei  Berlin,  16.  Marburg,  17.  Speyer,  18.  Nürnberg,  19.  Bayreuth  (71/|,
20.  Kalk  im  Landkreis  Köln,  21.  M.-Gladbach,  22.  Breslau  (69,1],  23.  Linden  b.  Hannover,
24.  Heidelberg,  25.  Soest,  26.  Fürth,  27.  Burg,  28.  Tegel  bei  Berlin,  29.  Essen  (66,01,
30.  Landshut,  31.  Prenzlau,  32.  Beeck,  33.  Rixdorf,  34.  Lichtenberg  bei  Berlin,  35.  Görlitz,
36.  Amberg,  37.  Hörde,  38.  Bochum,  39.  Regensburg,  40.  Forst,  41.  Solingen,  42.  Bernburg,
  43.  Hagen,  44.  Greifswald,  45.  Herford,  46.  Brieg,  47.  Liegnitz  (6001.

Bemerkenswerth  ist,  daß  unter  diesen  47  Orten  allein  6  Universitätsstädte
—  Würzburg,  Erlangen,  Breslau,  Marburg,  Heidelberg,  Greifswald  —  sich  befinden,  was
zweifellos  in  erster  Linie  dem  Zudrang  schwerkranker  Personen  zu  den  Universitätskliniken
zuzuschreiben  ist,  ferner  6  Vororte  von  Berlin  —  Rixdorf,  Tempelhof,  Hohen-Schönhausen,
  Boxhagen-Rummelsburg,  Tegel,  Lichtenberg  —  und  von  im  Ganzen  19  bayerischen
Berichtsorten  11  Städte  aus  Bayern.  Von  den  59  Orten  Westfalens  und  der  Rheinprovinz
  find  12,  von  den  18  Berichtsorten  Schlesiens  sind  7  in  obiger  Reihe  enthalten,
dagegen  von  den  22  Berichtsorten  der  vier  Provinzen  Ost=  und  Westpreußen,  Pommern
und  Posen  außer  jener  Universitätsstadt  Greifswald  kein  einziger.

Die  niedrigsten  Sterblichkeitsziffern  an  Lungenschwindsucht  und  akuten  Erkrankungen
  der  Athmungsorgane  wurden  in  dem  bei  Essen  gelegenen  Orte  Altendorf  und
—  ebenso  wie  die  höchste  —  in  Vororten  Berlins  festgestellt,  und  zwar  in  Stralau,  Steglitz
und  Groß-Lichterfelde.  Außerdem  zeichneten  sich  durch  eine  niedrige  bez.  Sterblichkeitsziffer
bis  zu  3,56  %,  d.  h.  durch  weniger  als  35  Sterbefälle  an  den  genannten
        <pb n="50" />
        —  48  —

Krankheiten  auf  je  10000  Einwohner  noch  zwei  weitere  Vororte  Berlins,  Schöneberg
  und  Treptow,  und  folgende  26  Berichtsorte  aus,  deren  Reihenfolge  (einschl.  der  bereits
genannten),  wenn  man  mit  der  niedrigsten  Ziffer  beg  innt,  ist:

1.  Altendorf,  2.  Stralau,  3.  Steglitz,  4.  Groß-Lichterfelde,  5.  Zittau  (22,/,
6.  Eisenach  [(23,/],  7.  Wilhelmshaven,  8.  Ludwigsburg,  9.  Reichenbach,  10.  Harburg,
11.  Neumünster,  12.  Schneidemühl,  13.  Lübeck  [32,0],  14.  Eisleben,  15.  Schöneberg  (32,°1,
16.  Weimar,  17.  St.  Johann,  18.  Treptow,  19.  Reutlingen,  20.  Crimmitschau,  21.  Kattowitz
  (33/61,  22.  Naumburg  a.  S.,  23.  Ohligs,  24.  Eupen,  25.  Siegen,  26.  Minden,
27.  Wismar,  28.  Weißenfels  [34,5],  29.  Meißen,  30.  Apolda,  31.  Stuttgart,  32.  Küstrin.

Es  ist  hervorzuheben,  daß  sich  unter  diesen  27  Berichtsorten  (ausschl.  der  Berliner
Vororte)  mit  niedrigster  Sterbeziffer  5  Städte  des  Küstengebiets  und  6  Städte
Thüringens  (bezw.  des  angrenzenden  Theils  der  Provinz  Sachsen)  befinden,  einerseits
Wilhelmshaven,  Harburg,  Lübeck,  Wismar,  Neumünster,  andrerseits  Eisenach,  Weimar,
Apolda,  Eisleben,  Naumburg,  Weißenfels.

Von  den  9  Berichtsorten  Württembergs  sind  4  in  der  Reihe  enthalten,  dagegen
zeigte  kein  einziger  von  den  19  Berichtsorten  Bayerns,  von  den  16  Städten  Badens,
Hessens,  Elsaß-Lothringens  und  von  den  64  Berichtsorten  der  drei  westlichen  Provinzen
Preußens  eine  so  niedrige  Sterblichkeitsziffer.

Das  Ergebniß  der  Untersuchung  läßt  sich  für  1895  kurz  dahin  zusammenfassen,
daß  an  Lungentuberkulose  und  den  sonstigen  bezeichneten  Lungenleiden
in  den  Küsten  gebieten  des  Reiches,  fer  ner  in  Thüringen  entschieden  weniger
Personen  gestorben  sind  als  im  Westen  und  Süden  des  Reiches.  Ausnahmen
bildeten  im  Nordwesten  der  Staat  Bremen  mit  einer  sehr  hohen,  und  im  Süden  das
Königreich  Württemberg  mit  einer  unter  dem  Durchschnitt  bleibenden  Sterbeziffer.

Nächst  der  Lungentuberkulose,  der  Lungenentzündung  und  sonstigen  entzündlichen
Krankheiten  der  Athmungsorgane,  welche  zusammen  46,5  0,  d.  i.  fast  die  Hälfte  aller
Todesfälle  der  im  Alter  von  15—60  Jahren  gestorbenen  Personen  veranlaßt  haben,  sind
noch  bedeutsame  Todesursachen  für  diese  Altersklasse  gewesen  die  Neubildungen,  die  Unglücksfälle
  und  die  Selbstmorde.

Während  der  gefürchtete  Typhus  im  Deutschen  Reiche  nur  bei  16  von  je  tausend
Todesfällen  und  sonstige  in  den  Ausweisen  genannte  Infektionskrankheiten,  wie  Diphtherie,
Scharlach,  Ruhr,  Genickstarre,  Pocken,  Masern,  Keuchhusten  r2c.  bei  kaum  58  von  je  zehntausend
  Todesfällen  als  Ursache  genannt  worden  sind,  gingen  in  Folge  von  Neubildungen
  im  ganzen  Reiche  66,  in  Hamburg  sogar  mehr  als  100  von  je  1000  Gestorbenen
und  in  Folge  von  Verunglückungen  oder  Selbstmord  71  von  je  1000  Gestorbenen  dieses
Alters  zu  Grunde.

In  Folge  von  Neubildungen  starben  auf  je  1000  Lebende  mehr  als  im  Durchschnitt
  außer  in  Hamburg,  das  bereits  genannt  wurde,  u.  a.  in  Bremen,  Schleswig-Holstein,
Pommern,  also  in  gewissen  an  der  Meeresküste  gelegenen  Bezirken;  die  wenigsten
Personen  auf  je  1000  Lebende  starben  aus  solcher  Ursache  im  mittleren  Deutschland,
namentlich  in  Westfalen  und  den  beiden  thüringischen  Herzogthümern.  (Vergl.  vorst.  Tab.  F.)

Eine  Verunglückung  führte  bei  41,  ein  Selbstmord  bei  30  von  je  tausend  im
Alter  von  50—60  Jahren  Gestorbenen  den  Tod  herbei,  letzterer  war  aber  zweifellos  bei
männlichen  Personen  noch  weit  häufiger.  Tödtliche  Verunglückungen  waren  auffallend
selten  in  Berlin,  sehr  häufig  dagegen  in  Hamburg  und  Bremen,  noch  häufiger  in  West-
        <pb n="51" />
        —  49  —

falen.  Die  hohe  Ziffer  solcher  Unglücksfälle  im  industriereichen  westfälischen  Reg.-Bez.
Arnsberg  —  7,2  auf  10000  Lebende  —  steht  in  bemerkenswerthem  Gegensatz  zu  der  sehr
viel  geringeren  bez.  Ziffer  im  benachbarten  ebenso  industriereichen  Reg.-Bez.  Düsseldorf,
in  welchem  sie  mit  4,5  den  Durchschnitt  fürs  Reich  nur  wenig  überstieg.  Allerdings
kamen  dafür  auf  je  100  tödtlich  verlaufene  Unglücksfälle  im  Reg.-Bez.  Düsseldorf  etwa  39,
im  Reg.-Bez.  Arnsberg  nur  24  Selbstmorde  von  Personen  desselben  Alters.

Ueberhaupt  muß  darauf  hingewiesen  werden,  daß  Jahr  für  Jahr  unter  den  auf
gewaltsame  Weise  herbeigeführten  Todesfällen  in  einem  Theile  der  Staaten  2c.  die  Selbstmorde,
  in  dem  andern  die  tödtlichen  Unglücksfälle  überwiegen;  erstere  überwiegen  z.  B.  in
Hamburg,  Bremen,  Berlin,  den  preußischen  Provinzen  Sachsen  und  Brandenburg,  ferner
außerhalb  Preußens  in  Sachsen-Coburg-Gotha,  Braunschweig,  Sachsen-Meiningen,  im
Königreich  Sachsen,  in  Hessen  (ausgenommen  in  Oberhessen)  und  auch  in  der  Bayerischen
Pfalz,  dagegen  haben  in  allen  übrigen  Theilen  des  Reiches,  insbesondere  im  rechtsrheinischen
Bayern,  in  Württemberg,  Baden,  Elsaß-Lothringen,  sowie  in  den  westlich  und  östlich  von
Brandenburg-Sachsen  gelegenen  preußischen  Provinzen  tödtliche  Verunglückungen  häufiger
als  Selbstmorde  zum  Tode  im  lebenskräftigsten  Alter  geführt.  So  kamen  in  den  Regierungsbezirken
  Koblenz,  Trier  und  Aachen  auf  446  tödtliche  Unglücksfälle  109  Selbstmorde
(4:  1),  wogegen  im  Herzogthum  Sachsen-Coburg-Gotha  17  Verunglückte  auf  71  Selbstmörder
  kamen,  also  das  umgekehrte  Verhältniß  (1:  4)  beobachtet  worden  ist.

Diese  erhebliche,  in  ähnlicher  Weise  auch  früher  schon  festgestellte  Differenz1)  muß
zwar  zum  Theil  durch  eine  größere  Neigung  zum  Selbstmord  im  mittleren  Deutschland
erklärt  werden,  indessen  legt  sie  auch  die  Vermuthung  nahe,  daß  in  jenen  Bezirken  am
Rhein  mancher  Todesfall  als  „Unglücksfall“  in  die  Sterbelisten  eingetragen  sein  mag,  welcher
anderwärts  unbedenklich  als  Selbstmord  bezeichnet  worden  wäre.

Durch  eine  hohe  Selbstmordziffer  fällt  in  dem  letzterwähnten  thüringischen  Staate
namentlich  das  Herzogthum  Coburg  auf,  denn  hier  sind  von  377  zwischen  dem  fünfzehnten
und  dem  sechzigsten  Lebensjahre  gestorbenen  Personen  nicht  weniger  als  27  —  d.  h.  7  von
je  100  Gestorbenen  —  durch  Selbstmord  um's  Leben  gekommen.  In  den  Staaten  Bremen
und  Hamburg  war  Selbstmord  als  Todesursache  bei  56  bezw.  5,6  Prozent  der  Gestorbenen,
dagegen  im  rechtsrheinischen  Bayern  nur  bei  1,7%  und  im  Reg.-Bez.  Aachen  sogar  nur
bei  0,76  %  der  Gestorbenen  dieser  Altersklasse  verzeichnet.

d.  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  in  der  höchsten  Altersklasse.

Bei  Personen,  welche  nach  Vollendung  des  60.  Lebensjahres  gestorben  sind,  ist  sehr
oft  Altersschwäche  als  Todesursache  genannt,  und  zwar  in  rund  40  von  je  100  Sterbefällen,
  in  Posen  und  Westpreußen  sogar  bei  mehr  als  der  Hälfte,  in  Pommern  und  Ostpreußen
  bei  nahezu  der  Hälfte  (rund  49—50  %)  der  Sterbefälle.  Im  Allgemeinen  ist
Altersschwäche  in  Norddeutschland  häufiger  als  in  den  süddeutschen  Staaten  als  Todesursache
  eingetragen,  ausgenommen  Berlin,  Hamburg  und  Bremen,  wo  dies  überhaupt  am
seltensten  geschah.

Nächst  dieser  den  natürlichen  Ablauf  des  Lebens  bezeichnenden  Todesursache  sind  besonders
  häufig  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane  bei  bejahrten
Personen  als  Ursache  des  Todes  eingetragen,  und  zwar  haben  „Lungenentzündungen“  angeblich
  61,,  sonstige  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane  durchschnittlich  84,  von

1)  vergl.  Med.  statist.  Mittheilungen  Bd.  2.  S.  181.
Medigz.-stat.  Mitthell.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V.  4
        <pb n="52" />
        —  50  —

je  1000  Todesfällen  dieser  Personen  veranlaßt.  Durch  zahlreiche  Sterbefälle  in  Folge
solcher  Krankheiten  zeichneten  sich  aus:  im  Süden  Elsaß-Lothringen,  im  Norden  hauptsächlich
Berlin,  Bremen  und  Braunschweig,  demnächst  Westfalen  und  Hessen-Nassau.  Eine  höhere
bez.  Sterbeziffer,  als  dem  Durchschnitt  für's  Reich  entspricht,  hatten  außerdem  noch  Hamburg,
Schleswig-Holstein  und  Hannover  nebst  Theilen  der  Provinz  Sachsen  und  der  Rheinprovinz
  (Reg.-Bezirke  Magdeburg,  Erfurt,  Düsseldorf  (17,5),  Köln),  endlich  im  Süden:
Baden,  Hessen  und  ein  Theil  Bayerns,  nämlich  die  fränkischen  Regierungsbezirke  nebst  dem
Reg.-Bez.  Schwaben.
Tab.  6.

Von  je  100  Todesfällen  aus  bekannter  Ursache  im  Alter  von  60

und  mehr  Jahren  waren  verursacht:

entzündliche
.  durch  Krankheiten  Tuber-  Neuin
  Alters-  .
der  Athmungs.  kulose  bildungen
schwäche
organe

Ostpreußen  (11  339)  h  48,P  14,6  6,1  3,6
Westpreußen  (  6  761)  510  11,5  6.7  4,4
Berln  (  5803)  21,1  22,0  5,2  10,6
Brandenbutg  (14  113)  42,  13,2  5.6  5,4
Pommrenn  (  8262)  49,6  12,  5,6  5,4
Posen.  (7970)  56,6  9,  7,#  3,3
Schlesen  (25744)  44,.7  13,#  6,0  3,6
Sachsn  (14319)  42,7  14,  5,6  5,#
Schleswig-Holsten  (-7  305)  38,1  16,6  6,2  7.
Hannoben  (13  894)  45.1  16,2  7,8  4,7
Westfalen  (11  187)  44,  18,7  9,“  4,9
Hessen-Nafssina  (8  986)  40,6  18,0  7,6  4,7
der  Rheinprovrinz  (28  512)  44,1  15.3  8,8  4,8
Hohenzollen  (  437)  46,7  12,6  7,#  3,7
Preußen  (159  132)  44,3  14.2  6.6  4,6
Bayern  rechts  des  Rheins  (  32  599)  33/8  10,5  5,4  r*
„  links  des  Rheins  .  (3  703)  36,00  12,  9,6  7,0

dem  Königreich  Sachsen  .  .  (17710)  370  13,1  4,t  9,4.
Württemberreg  (12  882)  328  3,8  3  6,
Badern  (10  427)  300  17,6  5.2  8,7
Hessen  (5  185)  34%  16,9  5,7  9,9
Brounschweiig  (  2  328)  32!4  21,2  6.1  7,2
Sachsen-Meiningen  .....  ....  (  1209)  44,7  11,2  9,8  4,#
Sachsen-Coburg-Gotha  (  1250)  41,6  110  4,#  3,6
Schaumburg-Lippe  ....  ..  ...  (235)  46.,4  10,2  7,7  3,6
Brezmzme  (8893)  27,0  22,4  5,3  8,2
Hamburg  ..  ..  .  .  .  ....  ..  .  ...  (25591,)  21,0  16,9  4,7  12,1
Elsoß-Lothringen  (11.210)  33,7  22,8  455  5.7
im  Deutschen  Reiche  (261  325)  40,9  14,6  6,2m  6,0

Der  Tuberkulose  ist  in  so  hohem  Alter  durchschnittlich  kaum  der  fünfzehnte  Theil
(G,a  %)  der  Gestorbenen  erlegen;  durch  eine  höhere  Ziffer  (mehr  als  7,5  %)  fallen  gemäß

1)  Die  in  Klammern  neben  den  Namen  des  Staates  bezw.  der  Provinz  gesetzte  Zahl  bezeichnet
die  der  Berechnung  zu  Grunde  gelegte  Zahl  der  Todesfälle  aus  bekannter  Ursache.
        <pb n="53" />
        —  51  —

nachstehender  Uebersicht  besonders  auf:  die  Bayerische  Pfalz,  Sachsen-Meiningen  und  die
drei  westlichsten  Provinzen  Preußens  nebst  dem  Fürstenthum  Schaumburg-Lippe,  also  dieselben
  Staatsgebiete,  in  denen  auch  bei  jüngeren  Personen  Tuberkulose  sehr  oft  als  Todesursache
  genannt  ist.  Neubildungen,  hier  und  da  in  den  Ausweisen  schlechtweg  als
„Krebs“  bezeichnet,  haben  im  Ganzen  fast  ebenso  oft  wie  die  Tuberkulose  den  Tod  bejahrter
  Personen  herbeigeführt,  besonders  oft  in  Hamburg  und  Berlin,  wo  mehr  als  der
zehnte  Theil  der  Sterbefälle  dadurch  herbeigeführt  wurde.  Demnächst  zeichneten  sich  die
Staatsgebiete  von  Sachsen,  Hessen  und  Baden,  innerhalb  Preußens  noch  die  Provinz
Schleswig-Holstein,  innerhalb  Bayerns  die  Bezirke  Schwaben,  Oberbayern  und  Mittelfranken
  durch  verhältnißmäßig  viele  Todesfälle  in  Folge  von  Neubildungen  aus.

Anhang  (zu  c.  4.)  Das  Auftreten  der  Influenza  im  Jahre  1895.

Die  hier  und  da  recht  erhebliche  Zunahme  der  Sterbefälle  von  Personen  der  höchsten
Altersklasse  gegenüber  dem  Vorjahre  (vgl.  oben)  ist  zum  nicht  geringen  Theil  der  Influen
  za  zur  Last  zu  legen,  welche  während  des  Berichtsjahres  in  mehreren  Gebieten  des
Reiches  heftig  aufgetreten  ist,  wenn  auch  eine  epidemische  Ausbreitung  über  das  ganze
Reich,  wie  sie  während  der  Winter  1889/90,  1891/92  und  1893/94  beobachtet  ist,  nicht
festgestellt  werden  konnte.

Es  war  im  Monat  Februar  des  Jahres  1895,  als  die  öffentliche  Aufmerksamkeit
wiederum  auf  die  Influenza  gelenkt  wurde,  da  von  mehreren  Städten  des  Reiches  den
Tagesblättern  und  alsbald  auch  dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  Nachrichten  zugingen,
daß  die  gefürchtete  Seuche  zahlreiche  Erkrankungen  und  Todesfälle  verursache.  Besonders
betroffen  erschienen  damals  zunächst  Hamburg,  Nürnberg,  Berlin,  München,  später  Frankfurt
  a.  M.,  Frankfurt  a.  O.,  Köln,  Altona,  Dresden,  Leipzig.  In  der  Woche  vom  10.  bis
16.  Februar  wurden  aus  Hamburg  1193,  aus  Nürnberg  252,  aus  München  164  Erkrankungen
  an  Influenza  gemeldet,  in  der  folgenden  Woche  aus  Hamburg  1  485,  aus  Nürnberg
  1  691,  aus  München  noch  74.  Wie  hiernach  die  hohe  Erkrankungsziffer  in  München
alsbald  wieder  sank,  so  war  auch  in  den  beiden  erstgenannten  Städten  das  Maximum  bereits
  in  der  dritten  Februarwoche  erreicht;  in  den  6  folgenden  Wochen  wurden  aus  Hamburg
  noch  992,  458,  156,  64,  21,  17,  aus  Nürnberg  noch  886,  479,  266,  140,  114,  66
neue  Fälle  gemeldet,  während  aus  München  bis  zum  9.  März  nur  noch  73  Fälle  innerhalb
  zweier  Wochen  zur  Anzeige  gelangten.  Aus  Frankfurt  a.  O.,  welche  Stadt  sich  wie
in  früheren  Jahren  durch  sorgfältige  Registrirung  der  Influenzafälle  und  alsbaldige  Bekanntgabe
  der  Zahlen  an  das  Kaiserliche  Gesundheitsamt  hervorthat,  kamen  innerhalb  der
5  Wochen  vom  24.  Februar  bis  30.  März:  121,  139,  315,  341,  194,  d.  i.  im  Ganzen
1  110  Erkrankungsfälle  zur  Anzeige.  Eine  hohe  Zahl  der  Sterbefälle  an  Influenza
wurde  u.  a.  bekannt  gegeben  für  die  Woche  vom  17./2.—30./3.  aus  Berlin  (337),  Hamburg
(115),  Nürnberg  (53),  Frankfurt  a.  M.  (113),  Altona  (36),  für  die  Woche  vom  30./3.—6./4.
aus  Köln  (103)  und  Dresden  (70).

Prüft  man  die  aus  den  Bundesstaaten  eingegangenen  Jahresausweise  daraufhin,  wo
im  Vergleich  zum  Vorjahre  die  Zunahme  der  Sterbefälle  in  der  höchsten  Altersklasse  am
meisten  hervorgetreten  ist,  so  zeigt  sich  die  stärkste  im  Staate  Bremen,  nämlich  von  655
auf  894  (also  um  36  %  der  ersteren  Zahl),  demnächst  u.  a.  in  Mittelfranken  von  3989
auf  4612  (15,6  %),  im  Herzogthum  Gotha  von  822:  928  (12,,  %),  in  Berlin  von
5215:  5841  (12,0  %),  im  Staate  Hamburg  von  2331:2567  (10,1  %%),  in  Rheinhessen
von  1553:  1716  (10,5  %),  in  Brandenburg  von  13  342:  14  462  (8,  %),  in  Oberbayern

4*
        <pb n="54" />
        —  52  —

von  7312:  7904  (9,„  %),  in  Braunschweig  von  2157:  2328  (7,  %)  und  der  Provinz
Sachsen  von  13  613:  14  690  (7,  ).

Eine  Abnahme  der  Sterbefälle  unter  den  betagten  Personen  ist  dagegen  in  Württemberg,
  Baden  und  namentlich  im  Elsaß  beobachtet;  im  Ober=  und  Unterelsaß  sank  deren
Zahl  von  8922  auf  7310,  d.  h.  um  18,1  /%.  In  den  nicht  genannten  Staaten  und  Provinzen
  war  die  Zunahme  unbedeutender  als  oben  vermerkt,  z.  B.  im  Königreich  Sachsen
um  4,v  %  ber  vorjährigen  Zahl.

Im  Hinblick  auf  den  gewichtigen  Einfluß,  den  nach  früheren  Erfahrungen  die  Influenza
  auf  die  Sterbeziffer  bejahrter  Personen  ausübt,  war  zu  vermuthen,  daß  in  den
erstgenannten  Gebieten  das  Ansteigen  der  Sterbefälle  während  des  Jahres  1895  einem
heftigeren  Auftreten  der  Influenza  entspricht,  und  in  der  That  bestätigen  dies  im  Allgemeinen
  die  aus  mehreren  Staaten  des  Reiches  dem  Gesundheitsamte  zugegangenen  Berichte
  über  die  Influenza-Epidemie  des  Winters  1894/95.

Ein  übersichtliches  Bild  über  die  Verbreitung  der  Influenza  im  Deutschen  Reiche
während  der  Frühjahrsmonate  des  Jahres  1895  läßt  sich  nach  den  vorliegenden  Berichten
leider  nicht  zusammenstellen,  da  dieselben  auf  Grund  sehr  ungleichwerthiger  Ausweise  verfaßt
  sind  und  daher  nicht  Angaben  enthalten,  welche  unter  einander  vergleichbar  wären  (s.  u.)
Für  einen  Theil  der  Bundesstaaten  sind  in  den  von  den  Centralbehörden  derselben  herausgegebenen
  Jahresberichten  bereits  eingehende  Mittheilungen  über  das  letzte  Auftreten  der
Seuche  veröffentlicht  u.  a.  für  Preußen,  Baden,  Hessen,  Hamburg;  für  einige  weitere  steht
deren  Veröffentlichung  bevor,  nachdem  durch  Rundschreiben  des  Herrn  Reichskanzlers  vom
29.  März  1895  eine  derartige  Berichterstattung  angeregt  worden  ist.

Ueber  den  Charakter  der  neuerdings  fast  alljährlich  sich  zeigenden  Influenza,  über
die  Wege  ihrer  Verbreitung,  endlich  über  erfolgreiche,  ärztliche  Maßnahmen  gegen  dieselbe
enthalten  die  Berichte  im  Wesentlichen  nur  das,  was  durch  die  ärztliche  Fachpresse  bereits
in  die  Oeffentlichkeit  gedrungen  ist,  und  was  seit  jener  bedeutsamen  Pandemie  von  1889
allmählich  Gemeingut  der  betheiligten  Kreise  geworden  ist.

Am  meisten  scheinen  von  den  deutschen  Bundesstaaten  Bayern,  Hessen,  Bremen,  Hamburg
  und  einzelne  thüringische  Staaten  durch  die  Influenza  heimgesucht  gewesen  zu  sein.

Im  Königreich  Preußen  sind  nach  dem  mittlerweile  veröffentlichten  Ausweise
6509  Personen  im  Jahre  1895  an  der  Influenza  gestorben,  davon  2081  in  den  114
größeren  Orten  mit  mehr  als  20  000  Einwohnern;  es  entfällt  also  der  Rest  von  4428
Influenzatodesfällen  auf  die  ca.  23  Millionen  Bewohner  der  übrigen  Gemeinden  des  Königreichs.
  Von  der  Gesammtzahl  der  Gestorbenen  hatte  mehr  als  die  Hälfte  das
60.  Lebensjahr  überschritten,  kaum  der  sechste  Theil  gehörte  dem  jugendlichen  Alter
bis  zu  15  Jahren  an;  denn  1962  (30  %  )  der  Gestorbenen  hatten  ein  Alter  von  15—60
Jahren,  3518  (54%)  ein  Alter  von  60  und  mehr  Jahren  erreicht.  Auf  die  Monate
Februar,  März  und  April  entfielen  damals  4588  Sterbefälle  an  Influenza.  Aus  3  von
den  Großstädten  des  Preußischen  Staates,  und  zwar  aus  Berlin,  Köln,  Frankfurt  a.  M.,
waren  mehr  als  100  bez.  Todesfälle  (481—141—122)  gemeldet,  aus  Elberfeld  und  Barmen
zusammen  125,  aus  Hannover,  Altona,  Königsberg,  Breslau  je  50—54.  Der  Tod  nach  Influenza
  war  verursacht  durch  Komplikation  mit  Lungenentzündung  bei  614,  mit  Luftröhrenentzündung
  bei  118,  mit  Schwindsucht,  Brustfellentzündung  oder  sonstigen  Lungenkrankheiten
  bei  121,  mit  Herzkrankheiten  bei  57.

Im  Königreich  Bayern  sind  während  des  Berichtsjahres  1  184  Personen  an  Influenza
  gestorben,  von  denen  766  das  60.  Lebensjahr  überschritten  hatten.  Von  der  Ge-
        <pb n="55" />
        —  53  —

sammtzahl  entfielen  8325  auf  Oberbayern,  185  auf  Mittelfranken.  In  München  kamen
während  der  ersten  fünf  Monate  des  Jahres  4259  Erkrankungen  (und  167  Todesfälle)  an
Influenza  zur  Anzeige,  davon  3766  während  der  sechs  Wochen  vom  3.  Februar  bis
16.  März.  Von  einer  besonderen  Influenza-Epidemie  des  Jahres  1895  kann  indessen
in  Bayern  trotz  dieser  hohen  Zahlen  kaum  gesprochen  werden,  da  während  der  3  Vorjahre
durchschnittlich  weit  mehr  Todesfälle  an  Influenza  (4868—2399—1066)  dort  vorgekommen
sind,  mithin  die  Krankheit  entweder  eine  dauernde  Ausbreitung  gewonnen  hat,  oder  der
Namen  Influenza  sich  für  fast  alljährlich  in  gleicher  Heftigkeit  wiederkehrende  Krankheitsformen
  eingebürgert  hat.  Immerhin  verdient  Beachtung,  daß  die  Höhepunkte  der  Sterblichkeit
  an  Influenza  in  Bayern  während  des  Winters  1889/90  auf  die  Monate  Januar  und
Februar,  dann  i.  J.  1892  auf  Februar  und  März,  später  auf  November  und  Dezember
d.  J.  1893,  endlich  auf  März  und  April  d.  J.  1895  gefallen  sind.

Im  Königreich  Sachsen  betrug  die  tägliche  Durchschnittszahl  der  Sterbefälle  während
  der  ersten  Monate  des  Jahres  189ö:

unter  der  unter  Personen
Gesammt=  von  50  u.  mehr
bevölkerung  Lebensjahren

im  Januierrrr  217,2  64,0
Februar  ...  .....  ...  .  ...  226,  70,#
„  Mürz  253,5  82,0
„April  .  .....  ......  .  ...  263,%  79,#
"„  M——jjj  280,  65,

Das  erhebliche  Ansteigen  der  Sterbefälle  im  März  und  April  begründet  die  Annahme,
daß  auch  in  Sachsen  die  Influenza  damals  verbreitet  gewesen  ist.

Einem  Berichte  des  Landes-Medizinal-Kollegiums  zu  Dresden  über  das  Auftreten
der  Influenza  innerhalb  des  Königreichs  Sachsen  in  der  ersten  Hälfte  des  Jahres  1895,
welcher  dem  Reichskanzler  in  Gemäßheit  des  Rundschreibens  zugegangen  ist,  wird  die  Bemerkung
  vorangeschickt,  daß  die  in  den  amtsärztlichen  Berichten  enthaltenen  Angaben
„durchaus  nicht  ausreichen,  um  von  dem  Auftreten,  der  Verbreitung  und  dem  Charakter
der  1895er  Epidemie  ein  auch  nur  annähernd  richtiges  und  umfassendes  Bild  geben  zu
können,“  zumal  von  verschiedenen  Aerzten  bemerkt  sei,  daß  ihre  Berichte  auf  Vollständigkeit
und  Zuverlässigkeit  keinen  Anspruch  machen  können.  Im  Weiteren  wird  Folgendes  ausgeführt,
  was  auch  in  anderen  Bundesstaaten  Geltung  haben  dürfte:  „Für  die  Influenza-„Erkrankungen
  besteht  keine  Anzeigepflicht,  und  erhalten  daher  die  beamteten  Aerzte  (Be-„zirksärzte)
  von  dem  Auftreten  oder  der  Ausbreitung  der  Krankheit  zumeist  nur  gelegentlich,
„und  häufig  erst  spät,  Kenntniß.  Bei  den  Aerzten  hat  sich  das  während  der  Pandemie
„von  1889/90  in  hohem  Grade  angeregte  Interesse  für  die  Influenza  mit  der  seit  1890
„wiederholten  stärkeren  Ausbreitung  derselben,  und  da  auch  die  genannte  Krankheit  in
„vielen  Orten  endemisch  geworden  ist,  mehr  und  mehr  verloren.  Auch  werden  zu  den
„Erkrankungen,  namentlich  wenn  sie  leicht  verlaufen,  zumeist  Aerzte  nicht  zugezogen.  Ueber-„dem
  ist  die  Diagnose  „Influenza“  vielfach  eine  unsichere,  ja  häufig  ganz  willkürliche;  nicht
„nur  von  einem  großen  Theile  des  Publikums,  sondern  auch  von  vielen  Aerzten  werden
„alle  akuten  Erkrankungen  der  Athmungsorgane,  selbst  jeder  Schnupfen,  wie  auch  sonstige
„zur  Zeit  gehäuster  Influenzafälle  vorkommende  akute  Erkrankungen  mit  unklarer  Diagnose
„der  Influenza  zugerechnet,  während  andere  Aerzte  derartige  Fälle  als  Katarrhe  auffassen."
        <pb n="56" />
        —  54

Zur  Beleuchtung  dieser  Thatsache  wird  angeführt,  daß  von  den  beiden  gleich  tüchtigen
und  zuverlässigen  Aerzten  einer  (namhaft  gemachten)  sächsischen  Stadt  der  eine  die  Zahl
der  im  Winter  1894/95  an  Influenza  Erkrankten  auf  25  %%  der  Bevölkerung  geschätzt,  der
andere  dagegen  auf  die  bez.  Anfrage  erklärt  hatte,  er  vermöge  keine  Auskunft  zu  geben,  da
er  zur  betreffenden  Zeit  Influenzafälle  überhaupt  nicht  beobachtet  habe.

Im  Hinblick  auf  diese  Schilderung  der  Sachlage,  welche  zweifellos  auch  für  andere
Staaten  des  Deutschen  Reiches  vollkommen  zutrifft,  mußte  von  einer  Zusammenstellung  der
eingegangenen,  offenbar  auf  sehr  verschieden  zu  bewerthenden  ärztlichen  Aeußerungen  beruhenden
  Angaben  Abstand  genommen  werden.  Die  Veröffentlichung  desjenigen  Inhalts
ärztlicher  Berichte,  welcher  von  bleibendem  Werthe  ist,  wurde  den  Regierungen  der  einzelnen
Staaten  überlassen  und  ist,  wie  oben  erwähnt,  von  mehreren  derselben  bereits  erfolgt.

D.  Die  Sterbefälle  im  Nindbett.

Tab.  H.

Todesfälle  in  Folge  von  Geburten,  verglichen  mit  der  Zahl  der  Geborenen:
Zahl  der  in  Folge  Auf  je  10000  Ge-Z
  Bahl  der  lebend-einer  Geburt  gestor!  burten  kamen
r  in  und  todtgebore.  benen  Frauen  Todesfälle  in  Folge
r  nen  Kinder  (davon  an  Kindbett-  der  Geburt
S  feber)  18095  1894
1  Westpreueen  65  610  400  (147)  6,1  6,2
2  Posen  81  064  870  (100)  4,6  4,
8Schaumburg-Lipeenn  1  308  6  (  1)  4,6
4Ostpreußen  80  841  358  (65)  4,4  4,6
5  Hamburg  .  ........  ..  .  ........  ...  .  .  .  ..  28  698  98  (49)  4,1  4,4
6  Bayern  rechts  des  Rheins.  187  798  756  (815)  4%  4,4
7  Württembeee  73  508  297  (146)  4,0  4,t
8  HHessen.  34  226  188  (  64)  4,0  4,
9Badenanan  58220  224  (1122)  3,8  3,7

10.Elsaß-Lothringen  51  122  186  (  95)  8,6  4,6
11  ommen  59  568  209  (86)  3,6  4,2
12  Hannoger  82  096  288  (111)  3,5  47
13  Hessen-Nassca  .........  56  975  201  (67)  3,6  4,1
14  Bayern  links  des  Rheins  ..  ...  ..  .  .  .  ..  .  27  965  90  (  46)  3,2  3,7
15  dem  Königreich  Sachsen  151  473  483  (211)  3,  3,7
16Braunschweiig  15  182  48  (  23)  3,3  3,
17  Berlin  ....  ..  ..  ...  ..  ..  ..  .  .  .  .  .  .  48  886  152  (109)3,1  3,“
18Schlessn  182  811  555  (185)  3%  3,7
19  der  Rheinprovinz)  192  838  586  (272)  3,0  3,1
20  Brandenburg  .......  ...  .  ........  .  ...  100  701  294  (140)  2  3,2
21.Westfalen  ................  109865320(137)2,«  4,0
22  Sachsen-Meiningen.  .......  .....  ..  ...  8249  24  (  7)  2,0
28.  Schleswig-Holsten  4  547  124  (G65)2  2=24
  der  Provinz  Sachen  100  803  264  (128)2,  3,1
25  Bremzmemmm  .........  6089  15  (  5)  2,6  3,1
26Sachsen-Coburg-Gotha....  ....  ...  ...  7260  16  (  7)  2.  3,
dem  Deutschen  Reiche  1  854  308  6505  (270  1)  3,5  4,0
„  Königreich  Preußen  1  208  215  4124  (1610)  3,4  —
„  „  Bayern  215  76c68  846  (361)  4,#
*)  Hohenzollen  2160  8  (38)  3,  6“
        <pb n="57" />
        —  55  —

Will  man  erfahren,  wo  im  Berichtsjahre  die  meisten  Todesfälle  an  Kindbettfieber
und  anderen  Folgen  der  Geburt  festgestellt  sind,  so  empfiehlt  es  sich,  von  einer  Trennung
der  Gestorbenen  nach  Altersklassen  abzusehen,  vielmehr  die  Zahl  der  aus  solcher  Ursache  im
Jahre  gestorbenen  weiblichen  Personen  mit  der  Zahl  der  im  Jahre,  sei  es  lebend,  sei  es
todt  geborenen  Kinder  zu  vergleichen.  Die  vorstehende  Uebersicht,  in  der  auch  die  Verhältnißziffern
  errechnet  sind,  zeigt,  daß  die  höchste  Sterblichkeit  nach  Entbindungen  wie  im  Vorjahre
  in  Westpreußen  beobachtet  ist,  und  zwar  hier  namentlich  im  Reg.--Bez.  Danzig
(6,:  1000),  demnächst  in  Posen  und  Schaumburg-Lippe.  Seit  dem  Vorjahre  haben  sich
die  Sterblichkeitsverhältnisse  der  Wöchnerinnen  fast  durchweg  gebessert,  besonders  in
Sachsen-Coburg-Gotha,  Elsaß-Lothringen,  Hannover,  Westfalen,  Württemberg  und  Hohenzollern;
  etwas  ungünstiger  waren  sie  nur  im  Großherzogthum  Baden.  ·

Was  die  Häufigkeit  der  Kindbettfieber,  also  der  sicher  durch  Infektion  veranlaßten
Todesfälle  im  Wochenbett  betrifft,  so  war  in  Berlin,  Hamburg,  Schleswig-Holstein,  ferner
in  Baden,  Elsaß-Lothringen  und  der  Pfalz  mindestens  die  Hälfte  der  in  Folge  der  Entbindung
  eingetretenen  Todesfälle  durch  Kindbettfieber  verursacht,  in  Schlesien,  Hessen-Nassau

und  Bremen  der  dritte  Theil,  in  Ostpreußen  und  in  Schaumburg-Lippe  nicht  einmal  der
fünfte  Theil.

E.  Todtgeburten.  LTebendgeberene.  Neberschus  der  Geburten  über  die
Sterbefälle.

Die  Todesfälle  der  Mütter  im  Kindbette  legen  es  nahe,  auch  der  todtgeborenen
Kinder,  d.  h.  der  sonstigen  mit  dem  Geburtsakte  in  Verbindung  stehenden  Verluste  menschlicher
  Leben  zu  gedenken.

Im  Deutschen  Reiche  sind,  soweit  die  dem  Gesundheitsamte  zugegangenen  Ausweise
erkennen  lassen,  während  des  Berichtsjahres  33  von  je  tausend  neugeborenen  Kindern  als
todtgeboren  gemeldet,  d.  i.  verhältnißmäßig  ebenso  viele  wie  im  Jahre  vorher  (vgl.  S.  18),
aber  weniger  als  für's  gesammte  Deutsche  Reich  in  früheren  Jahrzehnten  festgestellt  worden
sind.  (vergl.  statist.  Jahrbuch  f.  d.  D.  Reich  Jahrg.  XVIII.  S.  27.)

Die  höchste  Ziffer  der  Todtgeburten,  ausgedrückt  in  Promille  aller  Geburten,  entfiel
i.  J.  1895  auf  das  Großherzogthum  Hessen  (38),  die  niedrigste  auf  Hohenzollern  (19)  und.
Schaumburg-Lippe  (22),  demnächst  auf  Baden  (27)  und  Bremen  (29);  im  Uebrigen  schwankte
diese  Ziffer  zwischen  30  und  37  %.

Lebend  geboren  wurden  im  Berichtsjahre,  wie  auch  im  Vorjahre,  verhältnißmäßig
die  meisten  Kinder  unter  der  mit  polnischen  Elementen  stark  durchsetzten  Bevölkerung  der
Provinzen  Posen,  Westpreußen  und  Schlesien,  die  wenigsten  unter  der  ausschließlich  großstädtischen
  Bevölkerung  von  Berlin.  Dort  kamen  rund  40  bis  43,  hier  nur  28  Lebendgeborene
  in  Jahresfrist  auf  je  1000  der  am  2.  Dezember  1895  gezählten  Einwohner.

Das  natürliche  Wachsthum  der  Bevölkerung,  d.  h.  der  Ueberschuß  der  Geburten
über  die  Sterbefälle  wird  zwar  in  der  Regel  mehr  durch  die  hohe  Zahl  der  Lebendgeborenen,
als  durch  die  niedrige  der  Gestorbenen  beeinflußt,  doch  ist  das  ungewöhnlich  starke  natürliche
  Wachsthum  im  Berichtsjahre  ausnahmsweise  mehr  der  niedrigen  Sterbeziffer  zuzuschreiben,
  da  die  Geburtsziffer  keineswegs  ungewöhnlich  hoch  gewesen  ist.

Im  ganzen  Deutschen  Reiche  einschl.  der  noch  nicht  an  der  Todesursachenstatistik  betheiligten
  Bundesstaaten  war  nach  den  vom  Kaiserlichen  Statistischen  Amte  veröffentlichten
Zahlen  der  Ueberschuß  der  Geburten  über  die  Sterbefälle  während  des  Jahres  1895  be-
        <pb n="58" />
        —  56  —

trächtlicher  als  in  jedem  der  vorangegangenen  18  Jahre,  er  ist  sogar  seit  1851,  also  in
den  letzten  41/,  Jahrzehnten  nur  einmal,  —  i.  J.  1876  —  höher  als  im  Berichtsjahre
gewesen.

Während  aber  die  Tabellen  des  statistischen  Jahrbuches  erkennen  lassen,  daß  der  beträchtliche
  Geburtenüberschuß  des  Jahres  1876  der  damals  ganz  ungewöhnlich  hohen  Geburtsziffer
  zu  verdanken  war,  ist  der  im  Berichtsjahre  beobachtete,  fast  ebenso  beträchtliche
Geburtenüberschuß  nur  einer  außerordentlich  niedrigen  Sterbeziffer  zuzuschreiben.  Auf
1000  Einwohner  kamen:

Geborene  1)  Gestorbene  1)  Differenz

im  Jahre  18760  42,6  26,1  14,5
"„  „  1895  97.4  23,4  14,0

Untersucht  man  aber  im  Einzelnen,  wo  innerhalb  des  Deutschen  Reiches  der
Geburtenüberschuß  während  des  Berichtsjahres  stärker  oder  geringer  als  im  Durchschnitt
war,  so  zeigt  es  sich,  daß  hierbei,  wie  oben  als  Regel  erwähnt  wurde,  weniger  die  Sterbeziffer
  als  die  Höhe  der  Geburtsziffer  von  Einfluß  gewesen  ist.

In  denjenigen  14  der  nachstehend  aufgeführten  Staaten  und  Provinzen,  welche
1895  ein  stärkeres  natürliches  Wachsthum  hatten,  als  dem  Durchschnitt  entspricht,  war
nämlich  8  Mal  die  Geburtsziffer  eine  besonders  hohe  bezw.  das  Mittel  übersteigende,  und
zwar  in  Posen  und  Westpreußen,  in  Westfalen  und  der  Rheinprovinz,  in  Ostpreußen  und
Pommern,  im  Königreich  Sachsen  und  in  der  Provinz  Sachsen;  in  5  von  den  14  Staaten  2c.
war  die  Geburtsziffer  eine  mittlere  (32,50—36)0)  und  nur  ein  Mal,  in  Schaumburg-Lippe,  eine
geringe.  Andrerseits  war  in  denjenigen  13  Gebieten  des  Reiches,  welche  ein  geringeres
natürliches  Wachsthum  hatten,  als  dem  Durchschnitt  entspricht,  auch  die  Geburtsziffer  7  Mal
niedriger  als  32,5  %  ,  also  gering  zu  nennen  und  weitere  4  Mal  erheblich  unter  dem
Mittel.  Nur  in  Schlesien  und  im  rechtsrheinischen  Bayern  ist  die  niedrige  Ziffer  des  Geburtenüberschusses
  wesentlich  durch  eine  hohe  Sterbeziffer  bedingt  gewesen.

(Siehe  Tabelle  auf  Seite  57.7  6

Wenn  man  das  gesundheitliche  Gedeihen  der  Bevölkerung  nach  dem  natürlichen
Wachsthum  derselben  beurtheilt,  dann  ist  also  im  Hinblick  auf  den  Zuwachs  von  725  790
Personen  das  Jahr  1895  als  ein  recht  günstiges  zu  bezeichnen,  denn  noch  nie  ist  in
einem  der  früheren  Jahre  eine  so  beträchtliche  Zunahme  beobachtet  und  der  durchschnittliche
jährliche  Zuwachs  der  5  Vorjahre  ist  um  98  799  überstiegen.

Schlußsältze.  ·

1.  Die  Gesammtzahl  der  Sterbefälle  war  zwar  im  Jahre  1895  etwas  größer  als  im
Jahre  vorher,  jedoch  haben  sich  nur  unter  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  und
unter  betagten  Personen  von  mindestens  60  Lebensjahren  die  Sterbefälle  vermehrt.

Unter  den  Personen,  welche  das  erste  Lebensjahr  zurückgelegt,  aber  das
60.  Lebensjahr  noch  nicht  vollendet  haben  —  und  welche  9/10  der  Gesammtbevölkerung
  bilden  —,  sind  erheblich  weniger  Sterbefälle  als  im  Jahre  1894
vorgekommen.

1)  Diese  dem  statistischen  Jahrbuche  für  das  Deutsche  Reich  entnommenen  Ziffern  sind  unter  Hinzurechnung
  der  Todtgeborenen  errechnet,  was  sonst  vorstehend  nie  geschehen  ist.
        <pb n="59" />
        —  57  —

Tab.  J.

Der  Ueberschuß  der  Geburten  über  die  Sterbefälle  war:

—  ..–..

in  00  der  am  Lebend  ge-#
  2.  XII.  1895  boren  wurden  auf
in  ·  1e1000derges
gezählten  Be,  ählten  Einwohner
wohner  (är.)
Posen  37472  20,  4%  (  1)
.  Westfalen  53549  19,8  39,  (  4)
WGBestpreußen  ..................·..  -2691018,o  42,4(2)
S  der  Rheinprovinz.  .....  ..  ....  .  ...  ..  ...  —  8261316,2  36,,  (  8)
Schaumburg-Lippre  —  640  31,0  (24)
Schleswig-Holstn  —  19  494  15,5  335  (17)
dem  Staate  Hamburtg  —  10  158  33,,  (16)
Bayern  links  des  Rheins  11203814  35,  (11)
&amp;amp;  dem  Königreich  Sachsen  55  418  14,6  38,9  (  0)
8  Ostpreußenn  —  29  133  14,6  39%  (5)
Sachsen-Meininen  ...  —  33983  14,  34  (14)
&amp;amp;  HPommerrn  .  .  .  .  .  22  61  3%  (7)
der  Provinz  Sachsen  38  426  1  8936,1  (9)
Hannorenrnrns  34  199  14,  32,  (19)
Schlesen  —  61  229  13,9  (73,687]9  (  3)
8  Hessen-Nassaanananaa  29538  13,  37,.,3  (28)
Braunschweiignn  —  57683  33  (15)
3  Sachsen-Coburg-Gothaaa  2759  324  (20)
Z  Brandenburg  ............  ..  .  ...  .  .  ...  34904  34,  (12)
-  dem  Großherzogthum  Hessen  —  12705%  51,.7  (22)
„  Staate  Brezenn  2376  12  30,1  (25)
&amp;amp;  Vaderrn.  —  19  139  1,  32,,  (18)
Württemberrgrg  22563  10,8  34,.,  (18)
Bayern  rechts  des  Rheins.  -.........  -5183910,«  36%  (10)
&amp;amp;  Hohenzollen.  —  609  32,  (21)
Elsaß-Lothringen  145656  68,9  30,1  (26)
VBelennnn  18557  29,7  (27)
den  13  betheiligten  Staatten  690  824%  (13,0360
dem  gesammten  Deutschen  Reiche  —  725  7903,8  35,o
2.  Die  Abnahme  der  Sterbefälle  zeigte  sich  am  deutlichsten  unter  den

heran  wachsenden  Personen  von  1  bis  15  Jahren;  allein  der  „Diphtherie“"
  sind  aus  dieser  Altersklasse  in  11  Bundesstaaten  28  708  Personen
weniger  als  im  Vorjahre  erlegen.
Unter  Personen  von  15  bis  60  Jahren  sind  nicht  nur  im  Ganzen,  sondern
namentlich  in  Folge  der  Lungentuberkulose  weniger  Todesfäle  als  im
Vorjahre  festgestellt.

Die  Abnahme  der  durch  Lungentuberkulose  verursachten  Todesfälle  trat
stärker  als  in  den  beiden  früheren  Jahren  zu  Tage.
Unter  denjenigen  Personen,  welche  das  60.  Lebensjahr  bereits  zurückgelegt  hatten,
find  zwar  mehr  Todesfälle  als  im  Vorjahre  beobachtet,  indessen  entfiel  mehr  als
die  Hälfte  der  Differenz  auf  Todesfälle  in  Folge  von  „Altersschwäche“.
Unter  Kindern  des  1.  Lebensjahres  sind  überall  mehr  Sterbefälle  als  im  Vorjahre
        <pb n="60" />
        10.

11.

12.

–  58  —

festgestellt,  namentlich  sind  mehr  Kinder  dieses  Alters  an  Krankheiten  der  Verdauungsorgane
  (Ruhr,  Magen=  und  Darmkatarrh)  gestorben.

Einem  Mehr  von  36  268  Sterbefällen  im  Säuglingsalter  entspricht  ein
Mehr  von  nur  35  136  Lebendgeborenen  in  den  11  Bundesstaaten.

Stadt=  und  Landbevölkerung.

(In  Preußen  lebt  etwa  der  fünfte  Theil  der  Bevölkerung  in  den  60  Stadtkreisen,
  im  rechtsrheinischen  Bayern  lebt  etwa  der  vierte  Theil  der  Gesammtbevölkerung
  in  den  unmittelbaren  Städten.  Mit  diesem  ausschließlich  städtischen
Theil  der  Bewohner  ist  die  übrige  Bevölkerung  beider  Staaten,  von  welcher  der
weitaus  größte  Theil  —  in  Preußen  ca.  86  2%  im  rechtsrheinischen  Bayern  noch
mehr  —  der  eigentlichen  Landbevölkerung  zugehört,  verglichen.)

Das  Leben  der  Kinder  des  ersten  Lebensjahres  war  in  den  Stadtkreisen
  Preußens  mehr  gefährdet  als  außerhalb  derselben,  insbesondere
durch  Magen=  und  Darmkatarrhe;  in  den  unmittelbaren  Städten  Bayerns
starben  hingegen  verhältnißmäßig  weniger  Kinder  dieses  Alters  als  in  den  Bezirksämtern.


Auch  im  weiteren  Wachsthumsalter  bis  zum  vollendeten  15.  Lebensjahre
starben  in  den  Stadtkreisen,  und  ganz  besonders  in  den  unmittelbaren  Städten
mehr  Personen  als  außerhalb  derselben,  zumal  mehr  an  Tuberkulose,
entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane,  Scharlach  und  Masern,
weniger  Personen  dagegen  an  Bräune  bezw.  Diphtherie.

Für  Personen  der  lebenskräftigsten  Altersklasse  von  15  bis  60  Jahren  war  die
Sterblichkeit  in  den  ausschließlich  städtischen  Verwaltungsbezirken  des  Ostens,
Südens  und  des  Elbwesergebiets  erheblich  größer,  namentlich  waren  Todesfälle
an  Tuberkulose,  durch  Selbstmord  und  in  Folge  von  Neubildungen  häufiger.
Nur  in  den  3  Westprovinzen  Preußens  starben  außerhalb  der  Stadtkreise  sowohl
im  Ganzen  wie  an  Tuberkulose  und  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane
  mehr  Personen  dieses  Alters.

Das  Absterben  der  ältesten  Leute  von  60  und  mehr  Jahren  ersolgte  in  den
Stadtkreisen  und  unmittelbaren  Städten  durchweg  schneller  und  Altersschwäche
war  daselbst  seltener  als  Todesursache  angegeben.

An  den  Folgen  der  Entbindung  starben  in  den  Stadtkreisen  und  unmittelbaren
  Städten  erheblich  weniger  Frauen  als  außerhalb  derselben,  dafür  kamen
Todtgeburten  unter  der  städtischen  Bevölkerung  im  Ganzen  häufiger  vor.
(Ausnahme  im  Westen  Preußens).

Die  bedeutsamste  Todesursache  im  ersten  Lebensjahre  war  neben  angeborener
Lebensschwäche  der  Magen=  und  Darmkatarrh,  erstere  war  bei  ca.  15,
letzterer  bei  88  von  je  100  aus  bekannter  Ursache  gestorbenen  Kindern  dieses  Alters
als  Ursache  des  Todes  angegeben.  Die  Zahl  der  Todesfälle  aus  beiden  Ursachen,
wie  auch  an  Ruhr,  hat  im  Vergleich  zum  Vorjahre  beträchtlich  zugenommen.

Kinder  im  Alter  von  l  bis  15  Jahren  starben  trotz  der  erheblichen  Abnahme
der  Diphtherietodesfälle  (siehe  Nr.  2)  immer  noch,  soweit  Angaben  vorliegen,
am  häufigsten  an  Diphtherie  bezw.  Bräune.  Die  „Tuberkulose"  war  in  diesem

Alter  eine  seltenere  Todesursache  als  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane
        <pb n="61" />
        13.

14.

16.

17.

18.

—  59  —

und  in  den  meisten  Staaten  auch  seltener  als  der  Magen=  und  Darmkatarrh.
In  Bremen  und  Hamburg,  ferner  u.  a.  in  Bayern,  Württemberg  und  Hessen  war
allerdings  Tuberkulose  häufiger  als  Todesursache  angegeben.

Von  den  nach  zurückgelegtem  15.  Lebensjahre  aber  vor  Ablauf  des  60.  Lebensjahres
  gestorbenen  Erwachsenen  starb,  soweit  eine  Todesursache  bekannt  war,  etwa
die  Hälfte  an  Lungentuberkulose  oder  entzündlichen  Krankheiten
der  Athmungsorgane,  und  zwar  verursachten  die  erstere  335,  die  letzteren
130  von  je  1000  Todesfällen  dieses  Alters.

Aus  beiden  Ursachen  zusammen  starben  die  meisten  Personen  des  bezeichneten  Alters
im  Westen  und  Südwesten  des  Reiches,  die  wenigsten  in  den  an  das  Meer
grenzenden  Provinzen  Preußens  und  in  Hamburg.  Einzelne  Gebirgsgegenden
(Thüringer  Wald,  Harz,  Riesen=  und  Isergebirge,  Oberbayern)  zeichneten  sich  beim
Vergleich  mit  Nachbargebieten  durch  besonders  niedrige  Sterbeziffern  in  dieser
Hinsicht  aus.

.  Die  aus  260  größeren  Ortschaften  des  Reiches  vorliegenden  Ausweise  ergeben

dementsprechend,  daß  aus  den  im  Westen  und  Süden  gelegenen  Orten  mehr  Todesfälle
  an  Lungenschwindsucht  und  akuten  Erkrankungen  der  Athmungsorgane
  gemeldet  worden  sind  als  aus  Orten  des  Küstengebiets  und  u.  a.  der
Gegend  von  Thüringen.

Durch  Selbstmord  sind  Todesfälle  vor  Ablauf  des  60.  Lebensjahres  am  häufigsten
in  Sachsen-Coburg-Gotha,  demnächst  in  den  Staaten  Bremen  und  Hamburg  herbeibeigeführt.
  Sehr  wenige  Selbstmorde  sind  aus  gewissen  Bezirken  gemeldet,  welche
durch  eine  hohe  Zahl  tödtlicher  „Unglücksfälle“  auffallen.

Im  höchsten  Lebensalter  von  60  Jahren  und  darüber  ist  bei  durchschnittlich
40  von  je  100  Gestorbenen  „Altersschwäche“  als  Todesursache  angegeben,  im
Norden  häufiger  als  im  Süden  des  Reiches.  Entzündliche  Krankheiten  der
Athmungsorgane  bedingten  14,  Neubildungen  und  Tuberkulose  je  6  von  100  Todesfällen
  aus  der  höchsten  Altersklasse.

Der  Ueberschuß  der  Geburten  über  die  Sterbe  fälle  war  im  Jahre  1895
der  absolut  größte  seit  der  Wiederaufrichtung  des  Reiches.  Im  Verhältniß  zur
jeweiligen  Bevölkerung  war  nur  der  Geburtenüberschuß  des  an  Geburten  besonders
reichen  Jahres  1876  etwas  größer  gewesen.
        <pb n="62" />
        A.  Uebersicht  über  die  wichtigsten  Todesurfachen  in  den  vier  Altersklassen,  einerseits
einer  ausschließlich  sädtischen  Bevölkerung,  audrerseits  einer  hauptsächlich  in  Laudgemeinben
  und  Laudstädten  lebenden  Bevölkerung.

a)  Bei  Kindern  des  1.  Lebensjahres
(auf  je  1000  Lebendgeborene).

230  7
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1  ---.
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2000  –4
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760  —.—272
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b)  Bei  Kindern  von  1—15  Jahren
(auf  je  10  000  Lebende).

—

I.  Unbekannte  Todesursachen.
II.  Diphtherie.
III.  Keuchhusten.
IV.  Entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane.

V.  Angeborene  Lebensschwäche.
VI.  Magen=  und  Darmkatarrh.

c)  Bei  Personen  von  15—60  Jahren
(auf  je  10  000  Lebende).

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d)  Bei  Personen  von  60  Jahren  und
darüber  (auf  je  1000  Lebende).

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VII.  Tuberkulose.
VIII.  Scharlach  und  Masern
IX.  Verunglückung.
X.  Selbstmord.
XI.  Neubildungen.
XII.  Gewaltsamer  Tod  überhaupt.
XIII.  Altersschwäche.
        <pb n="63" />
        —  61  —

B.  Uebersicht  über  die  Alterszusammensetzung  der  lebenden  Bevölkerung,  einerseits  in
den  Stadekreisen,  andrerseits  in  den  übrigen  Kreisen  der  östlichen  Hälfte  Prenstens.

Bevölkerung  der  Stadkkreise.  Uebrige  Bevölkerung.

a.  unter  1  Jahr;  b.  1—15  Jahre;  c.  15—60  Jahre;  d.  über  60  Jahre.

Erlduterungen  zu  den  Karten  und  Diagrammen.

1.  Die  erste  der  beigesügten  Karten  veranschaulicht  die  Häufigkeit  der  Sterbefälle  an  Tuberkulose
in  jedem  von  947  Verwaltungsbezirken  des  Reiches  1).  Da  neuerdings  die  Tuberkulose  anderer  Organe
als  der  Lungen  von  Jahr  zu  Jahr  häufiger  als  Todesursache  verzeichnet  wird,  namentlich  bei  jugendlichen
Personen  unter  15  Jahren,  und  da  sichere  Verhältnißziffern  für  1895  nur  auf  Lebende  aller  Altersklassen
errechnet  werden  konnten,  ist  diesmal  die  Häufigkeit  der  Tuberkulose  im  Allgemeinen  und  nicht  wie
in  den  Vorjahren  nur  die  Häufigkeit  der  Lungentuberkulose  zur  Anschauung  gebracht.

Die  947  Bezirke,  welche  meistens  an  Umfang  bezw.  Einwohnerzahl  etwa  den  preußischen  Kreisen
entsprechen,  sind  durch  Abstufung  des  Farbentons  nach  dem  Verhältniß  der  Sterbefälle  an  Tuberkulose  zu
je  10000  Einwohnern,  wie  deren  Zahl  die  Bolkszählung  des  Jahres  1895  ergeben  hat,  gekennzeichnet.

Bezeichnet  man  die  Sterbeziffer  derjenigen  Bezirke,  in  denen  auf  je  10000  Lebende  weniger  als
20  Menschen  im  Jahre  an  Tuberkulose  starben,  als  „niedrig",  andrerseits  diejenige  Sterbeziffer,  welche
ausdrückt,  daß  80  oder  mehr  auf  je  100000  Lebende  gestorben  find,  als  „hoch“,  so  hatten  etwa  2/  aller
Bezirke  —  genau  28,,  Prozent  —  eine  niedrige  und  29,,  Prozent  eine  hohe  Sterbeziffer,  während  in
403  Bezirken,  also  in  42,,  %  der  Gesammtzahl  die  Sterbeziffer  eine  mittlere  war,  d.  h.  20  bis  30  Sterbefällen
  auf  10000  Lebende  entsprach.

Die  niedrige  Sterbeziffer  findet  sich  in  mehr  als  der  Hälfte  der  Kreise  von  Ostpreußen
(hier  in  11/12  der  Kreise)  Westpreußen,  Pommern,  Posen  (#8  der  Kreise),  Brandenburg  und  der
Provinz  Sachsen.

In  3  Kreisen  Ostpreußens  und  je  einem  Kreise  Westpreußens  und  Posens  ist  sogar  die  sehr
geringe  Zahl  von  weniger  als  10  betr.  Sterbefällen  auf  je  10000  Einwohner  beobachtet.

Den  genannten  sechs  Provinzen  des  Preußischen  Staates  mit  Überwiegend  niedriger  Sterblichkeit
an  Tuberkulose  sind  solche  Staaten  und  Provinzen  gegenüberzustellen,  in  denen  diese  niedrige  Sterbeziffer
garnicht  oder  nur  wenig  vertreten  war.  Garnicht  findet  sie  sich  in  1.  Westfal  en,  2.  dem  linksrheinischen
  Bayern,  3.  im  Großherzogthum  Hessen,  4.  im  Bremischen  Staate?);  selten,  d.  h.  in  relativ
wenigen  Bezirken  ist  sie  festgestellt  worden  in  5.  der  Rheinprovinz  (wo  5%0%  der  Bezirke  sie  auf  der
Karte  erkennen  lassen),  6.  Elsaß-Lothringen,  7.  dem  rechtsrheinischen  Bayern  (9,6%  der  Bezirksämter
  und  unm.  Städte),  8.  dem  Großherzogthum  Baden  (18  o),  9.  Hessen-Nassau  (1700),
10.  Hannover  (220/0),  11.  dem  Königreich  Sachsen  (25  %),  12.  Württemberg  (28  0/0).

Um  aus  der  Karte  sicher  zu  entnehmen,  welche  Gebiete  von  der  Tuberkulose  am  meisten  und
welche  am  wenigsten  betroffen  waren,  empfiehlt  es  sich  ferner  noch  festzustellen,  wo  die  hohe  Sterbe-1)

  Welche  Bezirke  jedes  der  im  Vorjahre  an  den  Erhebungen  betheiligten  Bundesstaates  auf  den
Karten  gesondert  dargestellt  sind,  ist  in  Bd.  III.  der  Med.  stat.  Mittheilungen  S.  79  näher  erläutert.
(Vergl.  a.  Borbemerkungen  zu  den  Tabellen  S.  17.)

In  Sachsen-Meiningen,  das  erst  seit  1895  Theil  nimmt,  sind  4  Verwaltungsbezirke  unterschieden,
das  Fürstenthum  Schaumburg-Lippe  ist  in  Gemäßheit  des  einen  vorliegenden  Ausweises  als  ein  Verwaltungsbezirk
  dargestellt.

2)  Von  Schaumburg-Lippe,  das  in  Verwaltungsbezirke  nicht  geschieden  ist,  muß  bei  diesen  Zusammenstellungen
  abgesehen  werden;  die  Sterbeziffer  ist  daselbst  eine  mittlere.
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        —  62  —

ziffer  viel  oder  wenig  vorgekommen  ist.  Es  zeigt  sich,  daß  Bezirke  mit  hoher  Sterbeziffer  garnicht
in  Ostpreußen,  Westpreußen,  Pommern  und  Schleswig-Holstein  sich  finden,  relativ  selten  in  Posen
(in  1  von  42  Kreisen),  im  Königreich  Sachsen  (in  1  von  28  Bezirken),  in  der  Provinz  Sachsen  (1:  je
15  Kreisen)  und  in  Brandenburg  mit  Berlin  (1:  je  20).  Dagegen  hatten  alle  Bezirke  oder  die  über
wiegende  Mehrzahl  derselben  so  hohe  Sterbeziffern  im  Staate  Bremen  (alle  4  Bezirke),  im  linksrheinischen
  Bayern  (12  von  13),  im  Großherzogthum  Hessen  (7  von  je  9),  in  Westfalen  (31  von  43),
in  der  Rheinprovinz  (40  von  74)  und  auch  in  Theilen  des  recht  srheinischen  Bayern,  wie  namentlich
in  Unterfranken  (18  von  24)  und  Mittelfranken  (15  von  25).  Hier  im  rechtsrheinischen  Bayern
sind  die  4  höchsten  Sterbeziffern  an  Tuberkulose  (58,  53,  52,  51:  10  000  Leb.)  während  des  Berichtsjahres
  beobachtet  und  zwar  in  den  unmittelbaren  Städten  Günzburg,  Landsberg,  Weißenburg  und  Donauwörth.
  Die  Medizinalbezirke  der  kgl.  sächsischen  Anstalten,  von  denen  einzelne  —  wie  u.  a.  die  Heil-  und
Pflegeanstalten  zu  Colditz  und  Hubertusburg  —  noch  höhere  Sterbeziffern  ergaben,  sind  auf  der  Karte
nicht  dargestellt,  vielmehr  ist  wie  in  den  Vorjahren  die  Zahl  aus  einem  solchen  Anstaltsbezirk  derjenigen
des  geographisch  dazu  gehöhrigen,  größeren  Medizinalbezirks  hinzugerechnet.  (Vergl.  die  Vorbemerkungen
zu  den  Tabellen  S.  17.)

Außerhalb  Bayerns  zeichnen  sich  noch  folgende  größere  Verwaltungsbezirke,  d.  h.  Regierungsbezirke
  2c.  durch  das  Ueberwiegen  der  Kreise  2c.  mit  hoher  Sterbeziffer  aus:  1.  Der  Reg.-Bez.  Münster
und  2.  die  Provinz  Rheinhessen,  in  denen  alle  Kreise  sie  haben  (100  %),  3.  der  Reg.-Bez.  Köln  (920),
4.  die  hessische  Provinz  Starkenburg  (86  00),  5.  der  Reg.-Bez.  Osnabr  ück  (73%),  6.  der  Landeskommissariats-Bezirk
  Karlsruhe  (70  %),  7.  das  Oberelsaß  (67%),  endlich  8.  die  Reg.-Bez.  Arnsberg
  (67%  ),  9.  Wiesbaden  (56%),  10.  Minden  (55%),  11.  Aachen  (55%),  12.  Düsseldorf  (54½%).

II.  Die  zweite  Karte  veranschaulicht,  wie  viele  von  je  10  000  Einwohnern  jedes  engeren  Verwaltungsbezirks
  2c.  (s.  o.)  im  Jahre  1895  an  Diphtherie,  Croup,  Bräune,  bezw.  an  einer  unter  vorstehenden
Namen  eingetragenen  Krankheit  gestorben  sind.

Für  die  Gesammtheit  der  Bevölkerung  des  Reiches  war  Diphtherie  im  Berichtsjahre  eine  der
weniger  bedeutsamen  Todesursachen,  denn  nach  der  Karte  sind  in  694  von  den  947  Bezirken,  also  in
73,8  %  derselben,  weniger  als  10  Todesfälle  auf  je  10  000  Lebende  festgestellt,  d.  h.  nicht  einmal  ein
Diphtherietodes  fall  ist  im  Jahre  unter  je  1000  Bewohnern  vorgekommen.  Von  den  anderen
Bezirken  hatten  45,  d.  i.  4,8  %  der  Gesammtzahl,  20  oder  mehr  Diphtherietodesfälle  auf  je  10  000,  und
nur  aus  7  Bezirken  sind  deren  30  oder  mehr  auf  je  10000  Einwohner  gemeldet.  Von  diesen  7  Bezirken
gehören  6  den  östlichen  Provinzen  Preußens  an  (Kr.  Heydekrug,  Kr.  Mohrungen,  Kr.  Berent,  Kr.  Karthaus,
  Kr.  Pr.  Stargard,  Kr.  Schildberg)  und  einer  dem  südlichsten  Theile  Bayerns  (Bezirks-Amt  Sonthofen).
Drei  von  diesen  7  meistbetroffenen  Bezirken  hatten  schon  nach  der  für  1893  entworsenen  Karte  (vergl.
Bd.  III.  der  Med.  statist.  Mittheilungen  Tafel  II.)  eine  besonders  hohe  Diphtheriesterblichkeit  gehabt,  nämlich
  die  Kreise  Heydekrug,  Berent  und  Pr.  Stargard.  (Hinsichtlich  der  muthmaßlichen  Ursachen  der  so
häufigen  Eintragungen  von  „Diphtherie“"  bezw.  „Bräune“  in  die  Sterbelisten  der  östlichen  Provinzen
Preußens  sei  auf  die  Ausführungen  in  Band  III.  der  Med.  stat.  Mittheil.  S.  167  und  168  hingewiesen.)

Mit  Rücksicht  darauf,  daß  weitaus  die  meisten  Diphtherietodesfälle  Kinder  im  Alter  bis  zu
15  Jahren  betreffen,  war  für  die  Karte  von  1893  das  Verhältniß  der  Dipyhtherietodesfälle  auf  je  1000
Lebende  von  0—15  Jahren  errechnet,  für  das  Jahr  1895  mußte  von  der  Errechnung  gleicher  Verhältnißziffern
  abgesehen  werden,  weil  seit  1890  Erhebungen  über  die  Zahl  der  Lebenden  des  bezeichneten  Alters
nach  Kreisen  2c.  nicht  stattgefunden  haben,  bezw.  noch  nicht  veröffentlicht  worden  sind;  es  konnte  dies  Mal
nur  das  Berhältniß  der  Diphtherietodesfälle  zur  Gesammtzahl  der  Lebenden  v.  2.  XII.  1895  dargestellt
werden.  Folgende  Erwägungen  gestatten  indessen,  die  hier  beigefügte  Karte  für  1895  mit  derjenigen  von
1893  zu  vergleichen.

Von  je  1000  an  Diphtherie  gestorbenen  Personen  sind  166  im  ersten  Lebensjahre,  819  im  Alter
von  1  bis  15  Lebensjahren  gestorben,  d.  h.  985  von  je  1000  hatten  das  Alter  von  15  Jahren  nicht  erreicht;
  mit  Rücksicht  hierauf  darf  man,  ohne  der  Gefahr  erheblichen  Irrthums  ausgesetzt  zu  sein,  beim  Vergleich
der  Karten  voraussetzen,  daß  alle  Diphtherietodesfälle  in  jener  jugendlichen  Altersklasse  der  Lebenden  vorgekommen
  sind.  Zieht  man  ferner  in  Betracht,  daß  von  allen  Lebenden  bekannten  Alters  im  Deutschen
Reiche  etwa  der  dritte  Theil  —  genau  35,1  %0  —  auf  die  Altersklasse  von  0—15  Jahren  entfällt  —  in
städtischen  Bezirken  etwas  weniger,  in  vorwiegend  ländlichen  etwas  mehr  —  so  genügt  es,  daß  man  behufs
  vergleichender  Schätzung  der  Zu=  oder  Abnahme  die  auf  beigefügter  Karte  veranschaulichten  Sterbe-
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        —  63  —

ziffern  der  Gesammtbevölkerung  verdreifacht,  um  auch  für  1895  die  Sterbeziffern  des  erwähnten  jüngsten
Drittels  der  Bevölkerung  zu  erhalten,  wie  fie  damals  auf  der  Karte  für  1898  dargestellt  worden  sind.
Proben  haben  ergeben,  daß  man  zu  dem  Zwecke  jene  Ziffer  in  den  Landbezirken  mit  etwas  weniger  als
3,  in  den  Stadtbezirken  mit  etwas  mehr  als  3  multipliziren  muß.  1)  —

Die  beigefügte  Karte  läßt  endlich  ersehen,  daß  nur  noch  in  drei  Provinzen  des  äußersten  Nordostens
  die  Mehrzahl  der  Kreise  eine  Sterbeziffer  an  Diphtherie  von  mindestens  10  auf  je  10000  Einwohner
  gehabt  hat.  In  diesen  drei  Provinzen  (Ostpreußen,  Westpreußen  und  Posen)  sind  aber  ärztliche
Feststellungen  der  Todesursache  relativ  selten,  und  die  gemischten  Sprachverhältnisse  lassen  vermuthen,  daß
der  in  die  Sterbelisten  eingetragene  Ausdruck  „Bräune“,  „Diphtherie"  oder  „Croup“  nicht  immer  dem
wahren  Wesen  der  tödtlichen  Krankheit  entsprochen  hat.  In  der  Provinz  Sachsen  hat  fast  die  Hälfte  der
Kreise  (7/15  derselben)  die  hohe  Sterbeziffer  gehabt,  in  Schlesien  und  Pommern  25  der  Kreise,  in  Württemberg
  ½,  in  den  drei  westlichen  Provinzen  Preußens  durchschnittlich  ½,  im  Kgr.  Sachsen  ½,  in  Hessen  ½,
in  Elsaß-Lothringen  ½/11,  in  Baden  kaum  1/18  der  gesondert  dargestellten  Bezirke.  In  den  noch  nicht
genannten  sechs  kleineren  Bundesstaaten  hat  sich  ebenso  wie  in  Schleswig-Holstein  sogar  kein  einziger  Bezirk
  mit  einer  Sterbeziffer  von  1  00  oder  mehr  gefunden.

Faßt  man  das  Ergebniß  zusammen,  so  hat  während  des  Jahres  1895  die  Diphtherie  die
geringste  Bedeutung  als  Todesursache  gehabt:

innerhalb  Preußens  in  den  Regierungsbezirken  Schleswig,  Lüneburg,  Stade,  Aurich,
Düsseldorf,  Aachen,

innerhalb  Bayerns  in  der  Oberpfalz  und  in  Mittelfranken,

sonst  in  Braunschweig,  Sachsen-Meiningen,  Sachsen-Coburg-Gotha,  Schaumburg-Lippe,
  Bremen  und  Hamburg.

In  Schleswig--Holstein,  das  früher,  namentlich  im  Jahre  1885,  sehr  stark  von  der  Diphtherie
heimgesucht  war,  (vergl.  u.  a.  Veröffentl.  d.  K.  G.  A.  1887  S.  743  und  die  Ergebnisse  der  Heilanstaltsstatistik
  in  Bd.  IV  der  Arbeiten  a.  d.  K.  G.  A.  S.  265  und  266)  sind  jetzt  in  keinem  Kreise  mehr  als
10  auf  je  10  000  Lebende  aller  Altersklassen  gestorben,  und  in  der  ganzen  Provinz  sind  sogar  nicht  einmal
10  von  je  10  000  Lebenden  der  kindlichen  Altersklasse  bis  zu  15  Jahren  an  der  Diphtherie  gestorben.

III.  Die  dritte  der  beigefügten  Karten  soll  veranschaulichen,  welche  Verheerungen  die  Lungentuberkulose
  unter  Personen  von  15  bis  60  Lebensjahren  in  jedem  engeren  Verwaltungsbezirke  (Kreis,
Bezirksamt  2c.)  während  der  vier  Berichtsjahre  1892  bis  1895  angerichtet  hat.

Nach  den  Ergebnissen  der  Volkszählung  vom  1.  Dezember  1890  lebten  in  denjenigen  neun
Bundesstaaten,  welche  für  alle  4  Berichtsjahre  Ausweise  über  die  Todesfälle  an  Lungentuberkulose  eingesandt
haben,  23  192  179  Personen  im  Alter  von  15  bis  60  Jahren;  während  der  vier  Jahre  starben  in  denselben
  Staaten  an  Lungentuberkulose  71.067,  78  348,  73  090,  71  640  Personen  von  15  bis  60  Jahren,
also  im  Durchschnitt  jährlich  31  auf  je  10  000  damals  gezählte  Lebende.  Nimmt  man  an,  daß,  entsprechend
der  neuerdings  festgestellten  Zunahme  der  Gesammtbevölkerung  im  Deutschen  Reiche  um  die  Mitte  der
vierjährigen  Berichtszeit,  also  am  1.  Jannar  1894,  die  Zahl  der  Lebenden  in  der  beregten  Altersklasse
sich  auf  23  978  780  belausen  habe,  so  würde  als  jährliche  Durchschnittsziffer  30,1  sich  ergeben.

Um  ein  möglichst  vollständiges  Bild  über  die  Verbreitung  der  Lungenituberkulose  im  Deutschen
Reiche  zu  gewinnen,  sind  auf  der  Karte  auch  diejenigen  Bundesstaaten  berücksichtigt  worden,  welche  nur
für  3,  für  2,  oder  auch  nur  für  eins  der  4  Berichtsjahre  Ausweise  über  die  Zahl  der  Todesfälle  an
Lungentuberkulose  geliefert  haben,  also  auch  Bayern,  Braunschweig,  Sachsen-Meiningen  und  Schaumburg--Lippe.

In  Bayern  wurden  am  1.  Dezember  1890  in  der  Altersklasse  von  15—60  Jahren  3  189  030
Lebende  gezählt,  und  in  den  drei  Berichtsjahren,  für  welche  Ausweise  vorliegen,  starben  12  038,  12181,
11  917  Personen  des  gleichen  Alters  an  Lungentuberkulose,  mithin  im  Durchschnitt  jährlich  39  auf  je

1)  Bezeichnet  man  mit  G  die  Sterbeziffer  der  Gesammtbevölkerung  an  Diphtherie,  —  mit  J
die  betr.  Sterbeziffer  der  jugendlichen  Personen  von  0—15  Jahren,  so  ist,  wenn  man  beispielsweise
für  die  Stadt  Berlin  und  den  vorwiegend  von  einer  Landbevölkerung  bewohnten  Reg.-Bez.  Marienwerder
diese  Sterbeziffern  errechnet,  in  Berlin  G-  O,  J  —  2,¼  0%0,

im  Reg.-Bez.  Marienwerder  G=  1,,  J  —  3,w  0%,  »
also  J  in  ersterem  Falle  mehr  als  dreimal,  im  letzteren  Falle  weniger  als  dreimal  so  groß  wie  G.
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        —  64  —

10000  Lebendel).  In  Braunschweig,  woselbst  damals  235  109  Lebende  von  15—60  Jahren  gezählt  waren,
storben  in  den  zwei  Berichtsjahren  1  542,  also  jährlich  rund  33  auf  10000  Lebende  an  Lungentuberkulose,
endlich  in  Sachsen-Meiningen  und  Schaumburg-Lippe  sind  während  des  einen  Berichtsjahres  34  auf  je
10000  Lebende  gestorben.

Die  sechs  höchsten  Sterbeziffern,  welche  im  Durchschnitt  der  Berichtszeit  für  ein  Jahr  zu  errechnen
  waren,  entsprechen  65  bis  77  Sterbefallen  auf  je  10000  Lebende  der  Altersklasse  von  15—60
Jahren,  sie  wurden  beobachtet

1)  in  der  oberfraänkischen  unm.  Stadt  Forchheim  (77),

2)  im  hannoverschen  Kreise  Stolzenau  (72),
8)  im  badischen  Amtsbezirk  Schwetzingen  (70),
4)  in  der  schwäbischen  unm.  Stadt  Donauwörth  (69),
5)  im  oberfränkischen  Bez.-Amt  Lichtenfels  (68)
und  6)  im  hannoverschen  Kreise  Sulingen  (65).

Sucht  man  im  Weiteren  diejenigen  Verwaltungsbezirke  heraus,  in  denen  jährlich  mehr  als  50
Personen  im  Alter  von  15—60  Jahren  auf  je  10  000  Lebende  an  Lungentuberkulose  gestorben  sind,  d.  h.
die  Bezirke  mit  einer  durchschnittlichen  Sterbeziffer  von  51  und  darüber,  so  zeigt  es  sich,  daß  davon  8  in
der  Provinz  Hannover,  8  in  Westfalen,  6  in  Ober=  und  Mittelfranken,  5  im  Großherzogthum
Baden,  je  3  in  der  Rheinprovinz  und  im  Reg.-Bez.  Schwaben,  je  2  in  der  Pfalz  und  in
Niederbayern  und  1  in  der  Oberpfalz  liegen.

Die  niedrigsten  Sterbeziffern,  welche  ausdrücken,  daß  jährlich  nur  9  bis  15  Sterbefälle  an
Lungentuberkulose  auf  je  10000  Lebende  im  Alter  von  15—60  Jahren  kamen,  sind,  abgesehen  von  dem
zum  Staate  Hamburg  gehörigen  Landgebiet,  ausschließlich  im  Nordosten  des  Reiches  festgestellt,  und  zwar
die  Sterbeziffer  9  im  Kreise  Ortelsburg,

«-  «  12  „  „  Pr.  Eylau,

„  "  13  in  den  Kreisen  Tuchel  und  Karthaus,

„  „„  14  in  den  Kreisen  Gerdauen,  Friedland,  Osterode,  Rössel,  Oletzko,  Sensburg,

„  „  15  im  Landkr.  Königsberg,  in  den  Kreisen  Fischhausen,  Heiligenbeil,  Braunsberg,  Lyck,
Danziger  Niederung  und  im  Kreise  Posen-West.

Um  nun  aber  einen  allgemeinen  Ueberblick  zu  gewinnen,  wo  einerseits  Bezirke  mit  niedriger,
andrerseits  Bezirke  mit  hoher  Sterbeziffer  vorherrschen,  seien  diefenigen  Sterbeziffern,  welche  ausdrücken,
daß  jährlich  höchstens  20  auf  je  10000  Lebende  im  Alter  von  15—60  Jahren  an  Lungentuberkulose
starben,  als  niedrig  und  diejenigen,  nach  denen  im  gleichen  Sinne  mehr  als  35  flarben,  als  hoch
bezeichnet.  Die  beigefügte  Karte  (Tafel  III)  ergiebt  dann  Folgendes:

Die  niedrige  Sterbeziffer  hatten:

1)  in  Ost=  und  Westpreußen  48  von  63  Kreisen  d.  h.  76  0/0  derselben
2)  „  Posen  12  „  42  „  „  „  29%  „
3)  „  Brandenbutg  9  „  39  „  „  „"„  27  %%  2
4)  „  Sachsen..  8  „  45  „  ,  19%  „
5)  „Pommeen  4  „  30  „  „  „  13  0%  2

6)  „  Schleswig-Holstei...  3  „  23  „  „  77%  „

7)  „  Württembreg  6  „  64  Oberämtern  2c.  „  „  9%  „
8)  „  Elsaß-Lothringen  2  „  22  Kreisen  „  „  90%  »
9),,Schlefien..................  5  „  65  „  „  „"  8%  „
10)  „  Hannoenr  3  „  78  „  "  4%

Außerdem  ist  die  niedrige  Sterbeziffer  in  6  von  den  179  unmittelbaren  Städten  und  Bezirksämtern
  des  rechtsr  heinischen  Bayern,  in  1  der  28  Medizinalbezirke  des  Königreichs  Sachsen
(Med.-Bez.  Leipzig-Land)  und  während  des  einen  Berichtsjahres,  für  welches  ein  Ausweis  vorliegt,  im
Fürstenthum  Schaumburg-Lippe  beobachtet.

1)  Die  Berhältnißzisfer  für  Bayern  würde  vermuthlich  etwas  geringer  sein,  wenn  das  Jahr  1892
noch  in  Rechnung  gezogen  werden  könnte.  In  diesem  Jahre  starben  nämlich  im  Alter  von  15—60  Jahren
dort  nur  121483  Personen  an  Tuberkulose,  es  wären  also,  wie  nach  dem  Verhältniß  der  folgenden
drei  Jahre,  in  denen  95,84  0/0  solcher  Todesfälle  der  Lungen  tuberkulose  zur  Last  fielen,  anzunehmen  ist,
damals  muthmaßlich  nur  11  638  Personen  jenes  Alters  der  Lungentuberkulose  erlegen.
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        —  65  —

Die  hohe  Sterbeziffer  hatten:

1)  in  der  Bayerischen  Pfalz  ...............  .  ...  18  von  13  Bezirksämtern  2c.  d.  h.  100  0  derselben,
2)  „  Westfalen  35  „  43  Kreisen  „  "  891%  „
3)  „  der  Rheinprorig-=  55  „  74  „  „  „  74  %  „
4)  „  den  3  fränkischen  Regierungsbezirken  Bayerns  47  „  73  Bezirksämtern  2c.  „  „  64%  2
5)  im  übrigen  rechtsrheinischen  Bayrn  44  „  106  „  „  "  42  %  „
6)  „.  Großherzogthum  Baben  28  „  52  »  »,,540!0  ,,
7),,  ,,  Hessen  9  „  18  Kreisen  „  „  50  0  „
8)  in  der  Provinz  Hessen-Nasscnna  22  „  42  „  „  „  52%  „
9  „  „  %  Hannobenr  81  „  78  „  „  "„  40  %  „
10)  im  Herzogthum  Braunschwieg  2  „  6  dargestellten  Bez.  „  „  33  %  „
11)  in  Elsaß-Lothringen  6  „  22  Kreisen  „  „  27½%  „
12)  „  der  Provinz  Schlesen  18  „  65  „  „  „  20%  „
13)  im  Königreich  Sachen  4  „  28  Med.-Bez.  „  „  14%  „
14)  „  2  Württembetrrereg  7  „  64  Oberämtern  2c.  „  „  11  „
15)  in  der  Provinz  Sachsen  3  „  45  Kreisen  „  „  70%

16)  „  „  „  Brandenbutrtee  2  „  39  „  „  „"  56%  „

Außerdem  ist  die  hohe  Sterbeziffer  während  des  einen  Berichtsjahres,  für  welches  aus  Sachsen-Meiningen
  ein  Ausweis  vorliegt,  in  2  von  den  4  Kreisen  dieses  Herzogthums  beobachtet,  und  zwar  in
den  Kreisen  Sonneberg  (50)  und  Saalfeld  (44).

Im  Mittel  der  4  Berichtsjahre  findet  sich  eine  hohe  Sterbeziffer  noch  in  2  von  den  4  gesondert
bezeichneten  Theilen  des  Staates  Bremen,  nämlich  in  Begesack  (47)  und  Bremerhaven  (41),  ferner  in  2
von  den  4  Oberämtern  Hohenzollerns,  in  1  der  42  Kreise  der  Provinz  Posen  und  zwar  im  Stadtkreise
  Posen  (39),  endlich  in  1  von  den  5  auf  der  Karte  gesonderten  Theilen  des  Herzogthums  Sachsen-Coburg-Gotha,
  und  zwar  in  dem  Landbezirk  Coburg,  welchem  hier  zugleich  die  Städte  Königsberg,
Neustadt  und  Rodach  eingefügt  sind.

Die  Sterbeziffer  der  Stadt  Berlin  betrug  durchschnittlich  322,  kommt  also  etwa  der  mittleren
Sterbeziffer  der  Gesammtheit  aller  betheiligten  Staaten  (s.  o.)  gleich;  dabei  ist  es  bemerkenswerth,  daß
auch  in  dem  Berlin  unmittelbar  umgebenden  Theile  des  Reg.-Bez.  Potsdam  kein  einziger  Kreis  mit
einer  im  Sinne  des  Vorstehenden  „hohen“  Sterbeziffer  sich  findet.  Da  gerade  in  Stadtkreisen  und  unmittelbaren
  Städten  oder  in  deren  nächster  Umgebung  meist  eine  hohe  Sterbeziffer  an  Lungentuberkulose
unter  Erwachsenen  von  15—60  Jahren  während  der  vierjährigen  Berichtszeit  beobachtet  ist,  nimmt  also
Berlin  unter  den  rein  städtischen  Verwaltungsbezirken  eine  günstige  Stellung  ein.

Die  mittlere  Sterbeziffer  betrug  z.  B.  in  Hamburg  52,  in  München  38  (im  Bez.-Amt  München  1
45),  in  Leipzig  42,  Dresden  38,  Breslau  49,  Köln  38,  Bremen  35,  Straßburg  34,  dagegen  in  Königsberg
  i  Pr.  25,  Metz  25,  Danzig  27,  Kiel  27,  Stuttgart  29,  Flensburg  29,  Stettin  91,  Hannover  31.

Von  großen  oder  viel  genannten  Stadtkreisen  bezw.  unmittelbaren  Städten  mit  hoher  Sterbeziffer
der  Erwachsenen  mittleren  Lebensalters  an  Lungentuberkulose  seien  noch  genannt:  Erlangen  (51),  Würzburg
  (50),  Linden  (51),  Remscheid  (50),  Nürnberg  (48),  Fürth  (48),  Passau  (49),  Regensburg  (47),
Hagen  (47),  M.-Gladbach  (45),  Münster  (45),  Hanau  (43),  Bochum  (42),  Liegnitz  (42),  Bonn  (41),  und
von  solchen  mit  niedriger  Sterbeziffer  noch:  Celle  (24),  Stralsund  (26),  Charlottenburg  (27),  Bernburg
(27),  Kassel  (28),  Koblenz  (26),  Hildesheim  (29).

IV.  Die  4.  Karte  giebt  einen  Ueberblick  über  die  Zahl  derjenigen  Personen,  welche  im  Alter  von
15  bis  60  Jahren  der  Lungenentzündung  oder  anderen  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane
  erlegen  sind.  Für  jeden  Verwaltungsbezirk  (Kreis,  Bezirksamt,  unm.  Stadt  2c.)  ist,  wie  auf  der
vorigen  Karte,  die  jährliche  Durchschnittszahl  der  betr.  Sterbesälle  auf  je  10000  Lebende  des  gleichen
Alters  nach  der  Zählung  vom  1.  Dezember  1890  errechnet.  Aus  zehn  Staaten  konnten  die  Ergebnisse
von  vier  Jahren  zur  Bestimmung  der  Durchschnittszahl  benutzt  werden,  aus  Braunschweig  die  Ergebnisse
ron  zwei  Jahren,  aus  Sachsen-Meiningen  und  Schaumburg-Lippe  nur  die  für  1895  vorliegenden  Angaben.

Am  1.  Dezember  1890,  als  zum  letzten  Male  im  ganzen  Reichsgebiet  eine  Auszählung  der  Bevölkerung
  nach  Altersklassen  stattfand,  lebten  in  den  während  der  ganzen  vierjährigen  Berichtszeit  an  den
Erhebungen  betheiligten  zehn  Bundesstaaten  26  381  209  Personen  im  Alter  von  15  bis  60  Jahren.  In

Mediz-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V  5
        <pb n="68" />
        —  66  —

denselben  Staaten  starben  an  „Lungenentzündung“  und  an  „sonstigen  entzündlichen  Krankheiten  der
Athmungsorgane“  während  der  Jahre  1892  bis  1895  nacheinander:
40  036—43  023—833  841—32  436

Personen  im  Alter  von  15—60  Jahren,  mithin  sind  jährlich  auf  je  10  000  Lebende  des  bezeichneten
Alters  im  Durchschnitt  74  an  jenen  Krankheiten  gestorben.

Wie  ein  Vergleich  mit  den  Erläuterungen  zu  Tafel  3  ergiebt,  wären  diesen  entzündlichen  Krankheiten
  kaum  halb  so  viele  Menschen  des  lebenskräftigsten  Alters  erlegen  wie  der  Tuberkulose  der  Lungen,
doch  ist  das  Berhältniß  der  beiden  Todesursachen  zu  einander  keineswegs  überall  das  gleiche.  Im  rechtsrheinischen
  Bayern  kamen  z.  B.  während  der  Jahre  1893  bis  1895  auf  7248  Todesfälle  an  solchen  entzündlichen
  Krankheiten  30  720  Todesfälle  an  Tuberkulose  der  Lungen,  das  Verhältniß  war  hier  100:  424,
dagegen  kamen  z.  B.  in  Ostpreußen  während  derselben  Berichtszeit  auf  5  583  Todesfälle  an  entzündlichen
Krankheiten  nur  5  843  Todesfälle  an  Lungentuberkulose,  das  Berhältniß  war  hier  also  100:  105,  im  Jahre
1892  sogar  100:  86.  Vielleicht  wird  die  Bezeichnung  „Lungenschwindsucht“  (amtlich  =  „Lungentuberkulose“)
im  rechtsrheinischen  Bayern  bei  vielen  Verstorbenen  als  Todesursache  eingetragen,  welche  nach  den  anderwärts,
  z.  B.  bei  den  Standesbeamten  Ostpreußens,  üblichen  Bezeichnungen  als  „verstorben  an  entzündlichen
  Krankheiten  der  Lungen“  geführt  werden.

Möglicherweise  dient  dies  zur  Erklärung  dafür,  daß  z.  B.  auf  je  10000  Lebende  der  Alkersklasse
von  15  bis  60  Jahren  jährlich  gestorben  sind:

in  Regensburg  47  an  Tuberkulose  der  Lungen,  4  an  entzündl.  Krankh.  der  athm.  Organ,

im  Kreise  Oletzko  14  „  „  „  19  „  „

Während  also  in  der  bayerischen  Stadt  verhältnißmäßig  dreimal  mehr  Personen  an  Lungentuberkulose
  gestorben  sind  als  im  ostpreußischen  Kreise,  war  die  Gesammtzahl  der  aus  beiden  Ursachen  Gestorbenen
  dort  nur  um  die  Hälfte  höher.  ·

Das  vierte  Kartogramm  dürfte  hiernach  insofern  eine  Ergänzung  zu  der  Darstellung  der  Sterbefälle
  an  Lungentuberkulose  auf  Tafel  3  bilden,  als  nur  da  wo  die  auf  beiden  Karten  veranschaulichten
Sterbeziffern  hohe  sind,  für  die  Erwachsenen  der  mittleren  Altersklasse  große  Gefahr  besteht,  vorzeitig  an
einem  Lungenleiden,  —  sei  es  Tuberkulose,  sei  es  eine  entzündliche  Krankheit,  —  zu  sterben,  während
andrerseits  unter  besonders  günstigen  Verhältnissen  in  dieser  Hinsicht  nur  die  Bewohner  derjenigen  Gebietstheile
  leben,  in  denen  beide  Ziffern  niedrig  sind.

Bezeichnet  man  nach  dem  Farbenton  auf  der  Tafel  4  diejenige  Sterbeziffer  als  niedrig,  welche  ausdrückt,
  daß  jährlich  nicht  mehr  als  10  auf  je  10  000  Lebende  der  Altersklasse  von  15—60  Jahren  an
entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  starben,  andrerseits  diejenige  Sterbeziffer  als  hoch,  welche
ausdrückt,  daß  mehr  als  im  Mittel,  also  jährlich  mehr  als  15  auf  je  10.000  Lebende  starben,  so  ergeben
  sich  folgende  Reihen  nach  der  Höhe  der  Sterblichkeit:

Die  niedrige  Sterbeziffer  hatten  während  des  einen  Berichtsjahres,  für  welches  Ausweise  aus
Sachsen-Meinigen  vorliegen,
1)  alle  4  Kreise  dieses  Herzogthums  —  100  %  derselben,

ferner  während  der  vierjährigen  Berichtszeit  im  Durchschnitt  jährlich:

2)  in  Ober-  und  Niederbaheeen  54  von  56  Verwaltungsbezirken  —  96  00  derselben,
3)  „  der  Oberpfalz  und  Schwaben  836  „  50  —  72½%  2
4)  „  „  Bayerischen  Pfatz  8  „  183  6  —  62%  „
5)  „  den  fränkischen  Regierungs-Bezirken  34  „  73  „  —  4%  „
6)  im  Königreich  Sachsen  14  „  28  =  50  0%  „
7)  in  Sachsen-Coburg-Gotha  2  „  5  getrennten  Bezirken  —  40%  „
8)  „  Hessen.  7  „  18  Kreisen  39  %  „
9)  „  Schleswig-Holsten  6  „  28  „  —  26%  „
10)  „  Westprenßen  6  „  27  „  22%  „
11)  „  Württembtrreergggg  18  „  64  Oberämtern  20%  „
12)  „  Posen  7  „  42  Kreisen  —  1%  „
13)  „  Brandenbungggg  6  „  39  „  —  15%  „
14),  Baben  6  „  52  Bezirksämtern  12%  „
15)  „  Hannobenr  7  „  78  Kreisen  —  90so  »
16)  „  Pommen  2  „  30  „  —  9%  „
17)  „  Hessen-Nassar  2  „  42  —  6%  „
        <pb n="69" />
        —  67  —

In  den  Provinzen  Sachsen  und  Schlesien  wurde  die  niedrige  Sterbeziffer  nur  in  je  1  Kreise  unter
45  bezw.  65  festgestellt  und  im  Staate  Hamburg  nur  für  das  Landgebiet  desselben;  in  den  anderen
Staaten  und  Provinzen  aber,  also  in  Ostpreußen,  Westfalen,  der  Rheinprovinz,  in  Hohenzollern,  Braunschweig,
  Bremen,  Elsaß-Lothringen  fand  sie  sich  in  keinem  der  gesondert  dargestellten  Bezirke.
Die  hohe  Sterbeziffer  von  16  und  mehr  auf  10  000  Lebende  hatten
1)  in  Hohenzollern  alle  4  Oberämter,

2)  „  Westfaln  –?  40  von  43  Kreisen  —  983  00  derselben,
3)  „  Ostpreußen  31  „  386  „  =  86  %%  „
4)  „Hessen-Nassau  ......  ..  .  "............  34«42»-810j,  »
5)«EliaspLothringen..................  16,,22,,-730,»«
6),,berthnprovinz..................  47,,74«-6«40J0  »
7),,Schlesien.........................  41«65,,-680,s«0»
8),,Hannover.........................  47  „  78  „  =  60%  „
9)  „  der  Provinz  Sachsern  1l7  „  45  „  =  %  ,„
10)  „  BrandenbuttSrg  14  „  39  „  =  36%  „
11)  „  Braunschweiieg  2  „  6  „  --33%½  b
12)  „  Bo.bben  17  „  52  „  353%  (2
13)  „  Württembrtrtreggg  20  „  6c4  „  —  31%  „
14)  „  Hessen  ...............  5»18»--280J0,,

Die  durchschnittliche  Sterbeziffer  in  Berl  in  war  =  11,  also  unter  dem  Mittel  für's  ganze  Reich,
ebenso  hoch  war  sie  in  den  Stadtbezirken  Dresden,  Leipzig,  Düsseldorf,  Koblenz,  Flensburg.
Niedriger  war  die  Sterbeziffer  im  Stadtdirektionsbezirk  Stuttgart  (9)  und  u.  a.  in  folgenden,  große
oder  vielgenannte  Orte  umfassenden  unmittelbaren  Städten  und  Stadtkreisen:  Regensburg  (4),  München  (0),
Nürnberg  (6),  Passau  (7),  Augsburg  (8),  Würzburg  (9),  Fürth  (10),  Frankfurt  a.  O.  (8),  Altona  (9),
Frankfurt  a.  M.,  Magdeburg,  Hannover,  Potsdam,  Kassel,  Liegnitz  (10).

Eine  höhere  Sterbeziffer  als  in  Berlin  ist  u.  a.  in  folgenden  Bezirken  mit  rein  städtischer
Bevölkerung  beobachtet:

Bochum  (32),  Duisburg  (29),  Beuthen  (27),  Essen,  Guben  (27),  Telle,  Linden  (24),  Dortmund  (23),
Hildesheim  (22),  Osnabrück,  Hagen  (21),  Münster  (19),  Görlitz  (19),  Königsberg  i.  Pr.  (19),  Bielefeld,
Remscheid  (17),  Göttingen  (17),  Aachen,  Trier  (16),  Hamburg  (15),  Halle,  Breslau,  Bonn,  M.-Gladbach
  (15),  Köln,  Posen,  Kiel  (14),  Straßburg,  Metz,  Barmen,  Krefeld,  Stettin,  Danzig  (153),  Bremen,
Wiesbaden,  Charlottenburg,  Elberseld,  Hanau,  Lüneburg,  Spandau,  Erfurt,  Bromberg  (12).  In  Bayern
hatten  die  höhere  Sterbeziffer  nur  solgende  unm.  Städte:  Eichstädt  (26),  Amberg  (17),  Erlangen  (16),
Kulmbach  (14),  Bayreuth,  Hof,  Kanfbeuren  (13),  Rosenheim  (12).

Diagramme.

Zur  Erläuterung  der  Diagramme  dienen  die  nachstehenden  Zahlenreihen,  in  deren  Ueberschriften
die  römischen  Ziffern  I,  II,  III,  IV  folgende  Gebiete  bezeichnen:

1  bedeutet  den  östlich  der  Elbe  gelegenen  Theil  des  Königreichs  Preußen,  genauer  die  Provinzen

Ostpreußen,  Westpreußen,  Brandenburg  mit  Berlin,  Pommern,  Posen  und  Schlesien;

II  bedeutet  den  westlich  der  Weser  gelegenen  Theil  des  Königreichs  Preußen,  genauer  die  Provinzen

  Westfalen,  Hessen-Nassau  und  die  Rheinprovinz;

III  bedeutet  den  im  Elbwesergebiet  gelegenen  übrigen  Theil  des  Königreichs  Preußen,  d.  i.  die

Provinzen  Sachsen,  Schleswig-Holstein  und  Hannover;

IV  bedeutet  den  rechts  des  Rheins  gelegenen  Theil  des  Königreichs  Bayern,  d.  i.  Bayern,

ausschl.  des  Reg.-Bez.  Pfalz.

Ferner  bedeutet  St.  nachstehend,  daß  die  Zahlenangabe  auf  die  Bevölkerung  aller  Stadtkreise
oder  unmittelbaren  Städte  des  betreffenden  Gebietes  sich  bezieht;  L.  bedeutet,  daß  die  Zahlenangabe
auf  die  Bevölkerung  aller  Übrigen  Kreise  des  betr.  preußischen  Gebiets,  bezw.  (zu  IV)  auf  die  Bevölkerung
  aller  Bezirksämter  des  rechtsrheinischen  Bayern  Bezug  hat.

5
        <pb n="70" />
        Zum  Diagramm  Aa.

68

Es  starben  während  des  Jahres  1895  Kinder  des  ersten  Lebensjahres  auf  je

1000  Lebendgeborene:

Im  Gebiet
Pl  uuLll  MV
t.  Et.  8.  St.  St.  8.
an  Magen-  und  Darmklatarrh...  .....  .  .  ..  131  57  86  29  81  42  146  14
aus  angeborener  Lebensschwäche  85  32  27  20  28  20  52  61
an  entzündl.  Krankheiten  der  Mthmungsorg.  29  11!  21  138  25  13  32  33
„  euchhusten  3  12  2  4  4  5  10
„  Diphtherie  (Crouy,  Vräun,)  ..........  2  7  1  3  2  8  2  1
aus  unbekannter  Ursache  5  18  1  4  2  8  9  4
im  Ganzen266  240  205  160  28  182  284  202
Zum  Diagramm  Ab.
Es  starben  während  des  Jahres  1895  im  Alter  von  1  bis  15  Lebensjahren
auf  je  10  000  Lebende  dieses  Alters:
Im  Gebiet
Pl  *  I#I
St.  L.  St.  L.  St.  L.  St.  L.
an  Diphtherie  (Croup,  Bräune)  20  22  18118  19  13  13
„  Scharlach  und  Masen  19  14  4  6  5  4  8  5
„  entzündl.  Krankheiten  der  Athmungsorg.7  13  26  17  23  1324  18
„  Tuberkulseeooaaa  11  4  13  10  12  5  23  12
aus  unbekannter  Ursahe  1  8  0,  2  1  8  2  1
im  Ganzen  135  124  106  104  111  91  109  87

Zum  Diagramm  Ac.

Es  starben  während  des  Jahres  1895  im  Alter  von  15  bis  60  Jahren  auf  je

10  000  Lebende  dieses  Alters:

Im  Gebiet

il  T  I#“
St.  L.  St.  L.  St.  L.  St.  L.
an  Tuberkulsse  82  24  34  38  28  27  39  36
„  entzündl.  Krankheiten  der  Athmungsorg1  13  13  16  10  12  6  8
„  Neubildugen  8  4  8  3  8  4  10  8
durch  Selbstmord.  ............  ..  ..  ..  .  ...  4  8  3  2  5  38  2  1
.  Verunglückugsg  3  4  8  5  4  4  3  3
aus  unbekannter  Ursacbhe  1  4  0,  2  0,5  2  2  3
im  Ganzenh  85  94  966%  1  1001L
        <pb n="71" />
        —  69  —

Zum  Diagramm  Ad.

Es  starben  während  des  Jahres  1895  im  Alter  von  60  und  mehr  Jahren
auf  je  1000  Lebende  dieses  Alters:

Im  Gebiet
1  umr

St  L  St.  L  St  L.  St.  L

ans  Altersschwäche  16  31  17  32  17  29  17  25
an  entzündl.  Krankheiten  der  Athmungsorg.  14  8  17  10  15  10  8  7
„  Neubildunen  7  2  7  2  6  9  8  5
auf  gewaltsame  Weise  1  1  1  1  1  1  1  1
aus  unbekannter  Ursache  .............  ...  1  8  0,-  1  0,  2  2  5
im  Ganzen8  65  71  69  69  6674753

Zum  Diagramm  B.  (Altersgliederung  der  lebenden  Bevölkerung.)
Nach  den  letztveröffentlichten,  die  Altersverhältnisse  berücksichtigenden  Ergebnissen  der
Volkszählung  lebten  von  je  1000  Bewohnern:

des  Gebietes
1  n  II  IV
St  L.  St.  L  St  L  St.  L
in  der  Altersklasse  a.  (0O.—1  Jahr)  25  31  29  31  29  29  23  28
„  „  „  b.  (1—15  Jahren)59878308½00  4
„"  »  o.(15—-60  »)....655547616549621547652549
„  „  «  d.(60uudmehrsahreu)60  85  52  71  59  91  75  99

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Katserl.  Gefundheitsamte.  Band  V.  6
        <pb n="72" />
        <pb n="73" />
        Die  Ergebnisse  des  Impfgeschäfts  im  Deutschen  Reiche
für  das  Jahr  1895.

Zusammengestellt  aus  den  Mittheilungen  der  einzelnen  Bundesregierungen.
Berichterstatter:  Regierungsrath  Dr.  Kübler.

A.  Allgemeines.

Im  Deutschen  Reiche  waren  während  des  Jahres  1895  1  679  382  Erst=  und  1149  361
Wiederimpfpflichtige  vorzustellen.

Die  Zahl  der  aus  gesetzlichen  Gründen  von  der  Impfpflicht  Befreiten  betrug  von  jenen
82  856,  von  diesen  7  208;  es  blieben  mithin  1596  526  Kinder  erstimpfpflichtig  und
1142  153  wiederimpfpflichtig,  zusammen  2  738  679  Kinder,  gegen  2772  069  im  Vorjahre.

Hiervon  wurden  geimpft  1  403  192  Erstimpfpflichtige  und  1  110  708  Wiederimpfpflichtige,
  oder  12  173  mehr  bezw.  32  313  weniger  als  1894.  Ungeimpft  blieben  193  334
Erstimpfpflichtige  und  31  445  Wiederimpfpflichtige.

Vorschriftswidrige  Entziehungen  von  der  Impfung  wurden  verzeichnet  bei  den  Erstimpfpflichtigen
  38  374,  bei  den  Wiederimpfpflichtigen  6  491  (995  bezw.  748  weniger  als  im
Vorjahre).

Hinsichtlich  der  Art  der  zu  den  Impfungen  benutzten  Lymphe  ist  berichtet,  daß  geimpft

  wurden:
mit  Menschen-  mit  Thier=  mit  Lymphe  nicht

lymphe  lymphe  bezeichneter  Art
Erstimpfliuiten  272745  ½  1  410  758  1)  1  528
Wiederimpflinge.  975  1  109  259  474
zusammen.  ..  ....1720  2520017  2002
oder  von  je  100  Geimpften  überhaupt  **[#  99,85  Oes,
dagegen  im  Vorjaher  4053  2521.056  22898
von  je  10  O0  6  98/4  O,

Im  Ganzen  hat  R  die  Verwendung  der  Menschenlymphe  wie  auch  der  Lymphe  unbekannter
  Art  abgenommen,  der  Verbrauch  an  Thierlymphe  noch  mehr  als  bisher  zugenommen.


In  4953)  (im  Vorjahre  41)  der  hier  gesondert  behandelten  768)  Berichtsgebiete  wurde
Menschenlymphe  nicht  mehr  verwendet;  in  den  übrigen  27  Bezirken  betrug  die  betreffende

1)  Einschl.  von  9  839  in  6  bayerischen  Regierungsbezirken  geborenen  und  bereits  mit  Erfolg  geimpften
  Erstimpflingen.

2)  Von  diesen  Bezirken  hatten  6  (die  Reg.-Bezirke  Königsberg,  Potsdam,  Stettin,  Merseburg,
Schleswig  und  Schwaben)  zwar  Impfungen  mit  Menschenlymphe  nachgewiesen,  jedoch  in  so  geringer  Anzahl,
  daß  deren  Berhältnißziffer  bei  der  Abrundung  wegfiel.

8)  Vergl.  Mediz.-statist.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte  Bd.  III.  S.  250.  Anm.  4.  Zu
den  dort  bezeichneten  75  Bezirken  2c.  tritt  im  Berichtsjahre  Berlin  hinzu.

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte  Bd.  V.  7
        <pb n="74" />
        —  72  —

Verhältnißzahl  0,01  bis  1,5409/0,  während  im  Vorjahre  noch  2  preußische  Regierungsbezirke
mehr  als  2,,500%  nachgewiesen  hatten  und  2,00  die  höchste  Verhältnißziffer  darstellte.

Im  Besonderen  sind  nachstehende  statistische  Mittheilungen  über  das  Impfgeschäft  zu
berichten:

1.  Erstimpfungen.

I.  Zur  Erstimpfung  waren  vorzustellen  1  679  382  Kinder  —  3,28%  der  mittleren
Bevölkerung  oder  O0,03%  weniger  als  im  Vorjahre.  Unter  diesen  Kindern  wurden  von  der
Impfung  befreit:

a)  weil  sie  die  natürlichen  Blattern  überstanden  hatten  104
b)  weil  sie  bereits  im  Vorjahre  als  mit  Erfolg  geimpft
eingetragen  waren.  .  J79728

e)  weil  sie  bereits  in  vorhergehenden  Jahren  mit  Erfolg
geimpft  waren,  aber  erst  im  Berichthjahre  zur
Nachschau  erschienen  3024

zusammen  82  856.

Die  Zahl  der  wegen  Ueberstehens  der  natürlichen  Blattern  von  der  Erstimpfung  Befreiten
  ist  bisher  noch  nicht  so  niedrig  gewesen,  wie  im  Berichtsjahre;  gegen  das  Vorjahr
ist  dieselbe  um  38  zurückgegangen.  Am  zahlreichsten  waren  derartige  Befreiungen  im  Reg.
Bez.  Oberbayern  (29),  im  Bez.  Oberelsaß  (14),  in  den  Reg.-Bezirken  Gumbinnen  (9),  Unterfranken
  (8),  in  der  Kreishauptmannsch.  Leipzig  (7),  in  den  Reg.-Bezirken  Oppeln  (5)  und
Königsberg  (4).  Von  den  seit  einigen  Jahren  im  Gegensatz  zu  früher  anscheinend  weniger
bedrohten  östlichen  Grenzgebieten  ist  außer  den  vorstehend  genannten  Regierungsbezirken  nur
noch  Posen  mit  3  Befreiungen  zu  nennen.  Ferner  sind  aus  Niederbayern  1  Fall,  aus  den
Kreishauptmannschaften  Zwickau,  Dresden  und  Bautzen  3  bezw.  2  und  1  Fälle  gemeldet.

II.  Von  den  erstimpfpflichtig  gebliebenen  1596  526  Kindern  wurden

geimpft:

a)  mit  Erfoaag  13378446

b)  ohne  Erfolg  ..  21  400
e)  mit  unbekanntem  enrr  weil  ainn  zur  **

erschienen  .  .  3346

«  zusammen  1  403  192.

Zu  IIa:  1.  Der  Impfpflicht  genügt  haben  1  378  446  mit  Erfolg  geimpfte  und  933
zum  3.  Male  ohne  Erfolg  geimpfte,  zusammen  1  379  379  Erstimpfpflichtige  =  86/10  %  der
Gesammtzahl  (gegen  85,85%  im  Vorjahre).

Von  je  100  Erstimpfpflichtigen  wurden  mit  Erfolg  geimpft  86,,1%  oder  0,56  %%
mehr  als  im  Vorjahre.

Eine  Zunahme  der  erfolgreichen  Impfungen  Erstimpfpflichtiger  ergab  sich  in  57,
eine  Abnahme  in  26  von  83  Bezirken  (preußischen,  bayerischen  Regierungsbezirken,  süächsischen
Kreishauptmannschaften,  württembergischen  Kreisen,  badischen  Landeskommissariatsbezirken,
hessischen  Provinzen,  oldenburgischen  Landestheilen,  elsaß-lothringischen  Bezirken  und  Bundesstaaten
  ohne  Eintheilung  in  engere  Verwaltungsbezirke).  Am  erheblichsten  war  die  Zunahme
in  Hamburg  (um  6“/68  %),  Mecklenburg-Strelitz  (4/92),  im  Reg.-Bez.  Sigmaringen  (4/0),  im
Landeskomm.-Bez.  Mannheim  (3,8),  Reg.-Bez.  Mittelfranken  (3,,o0),  in  Mecklenburg-Schwerin
(3,66),  im  Reg.-Bez.  Köln  (3868)  u.  s.  w.,  am  geringsten  in  den  Reg.-Bezirken  Oppeln  und
Trier  (je  um  0,01  ½%),  Oberfranken  (0,02),  in  Waldeck  (0,o8),  im  Reg.-Bez.  Danzig  und  Landes-
        <pb n="75" />
        —  73  —

komm.-Bez.  Karlsruhe  (je  0,2),  in  der  Kreishauptmannsch.  Bautzen  (0,00),  in  den  Reg.-Bezirken
  Schwaben  (0,10),  Köslin  (O0,16)  und  in  Lübeck  (0,18).

Die  stärkste  Abnahme  ist  aus  dem  Bez.  Unterelsaß  (um  4/88  %),  Reg.-Bez.  Pfalz
(1,2),  aus  Bremen  (11/#6),  Reg.-Bez.  Potsdam  (1.60),  der  Kreishauptmannsch.  Zwickau  (1,18)
u.  s.  w.  gemeldet.

Von  den  impfpflichtigen  Kindern  wurdena)

  die  meisten  (über  93  %),  b)  die  wenigsten  (unter  80  %)
mit  Erfolg  geimpft  in  nachstehenden  Bezirken  2c.
a)  b)
Reg.-Bez.  Schwaben  96,,%  ½%  Reuß  j.  1919n9d  73,t%  0%
„  „  Oberfranken  95,#  „  Neckarkreeis  75/2%  „
Schaumburg-Lipern  94,  „  Kreishauptmannsch.  Zwickau  ...  .  ...  76,41,
Reg.-Bez.  Niederbaypten  94,6  „  Schwarzburg-Rudolstadt.  78,04  „
Livnvpdgn  94,%  „  Reußb  .  78,/06  „
Fürstenth.  Birkenfetkdd...  94,  „  Kreishauptmannsch.  Leipzig  78,,0  „
Reg.-Bez.  Sigmaringen  94/2½  „  Reg.-Bez.  Magdeburtg  78,%  „
„  „  Unterfranken  93,  „  VBerllinn  78,7  „
„  „  Osnabrük  98,8%  „  Hambuunnnegeg  u—
„  „  Stadeee  93,/%  „  Sachsen-Koburg-Gotha  79,  „
Waldeddgdg  93t0%  „  Fürstenth.  Lübeck  ................  79,66,
Reg.-Bez.  Posen  —.  Reg.-Bez.  Wiesbaden  79,88  „

Unter  den  vorstehend  mit  b  bezeichneten  Bezirken  befinden  sich  nur  zwei,  in  welchen
mehr  als  5  %  der  Impffpflichtigen  vorschriftswidrig  der  Impfung  entzogen  waren,  nämlich
der  Reg.-Bez.  Magdeburg  (11/8/5  %%)  und  Reuß  ä.  L.  (8,:  %).  Im  Uebrigen  sind  die
niedrigen  Erfolgsziffern  hauptsächlich  veranlaßt  durch  die  zahlreichen  Befreiungen  auf  Grund
ärztlicher  Atteste,  nur  im  Fürstenth.  Lübeck  waren  15,85  /%  der  Impfpflichtigen  unauffindbar
bezw.  ortsabwesend.

2.  Von  je  100  geimpften  Erstimpflingen  wurden  98,4  mit  Erfolg  geimpft,  im
Vorjahre  98,2.

Zugenommen  haben  die  erfolgreichen  Impfungen  in  43  Staaten  bezw.  Landestheilen;
am  stärksten  in  Mecklenburg-Strelitz  (um  5,/76  /0),  im  oldenburgischen  Fürstenthum  Lübeck
(400),  in  Mecklenburg-Schwerin  (8,24)  u.  s.  w.,  abgenommen  38  mal  und  zwar  im  Bez.
Unterelsaß  (um  3  92  %),  in  der  Kreishauptmannsch.  Zwickau  (2,03),  in  Bremen  (2//#2),  im
Reg.-Bez.  Breslau  (1,26),  sonst  um  weniger  als  1  0.

Am  günstigsten  waren  die  Erfolge  in  Waldeck,  wo  sämmtliche  Impfungen  erfolgreich
ausfielen;  ferner  in  Lippe  (99,,7%  Erfolge),  in  den  Reg.-Bezirken  Oberfranken  (99,88  0),
Sigmaringen  (99,62),  Mittelfranken  (99,65),  Unterfranken  (99,68),  Oberpfalz  (99,2),  im
Fürstenth.  Birkenfeld  (99,61),  Reg.-Bez.  Schwaben  (99,5),  mehr  als  99%  betrugen  sie
außerdem  noch  in  15,  mehr  als  95%%  in  56,  weniger  in  3  Bezirken,  darunter  im  Bez.
Lothringen  (mit  der  niedrigsten  Erfolgsziffer)  92,31  .

In  denjenigen  Bundesstaaten,  welche  in  engere  Verwaltungsbezirke  eingetheilt  sind,
wurden  im  Durchschnitt  wesentlich  von  der  Durchschnittsziffer  für  das  Reich  abweichende
Verhältnißzahlen  nicht  gefunden.  Im  Deutschen  Reiche  betrug  die  Zahl  der  erfolgreichen
Impfungen,  wie  erwähnt,  98,34%%  in  Preußen  98/,85  %  (um  0O,05  %  weniger  als  1894),
Bayern  9960  (+  0,06),  Sachsen  970//9  (—  0,69),  Württemberg  98,06  (+  0/12),  Baden  98,/
(4  079,  Hessen  98,u.  (+  0),  Oldenburg  97,68  (—  066)  und  Elsaß-Lothringen  94/
(—19).

7*
        <pb n="76" />
        —  74  —

In  den  36  preußischen  Regierungsbezirken  waren  die  Impfergebnisse  fast  gleichmäßig,
die  Erfolge  bewegten  sich  in  den  Grenzen  von  96,67  %  (Reg.-Bez.  Breslau)  bis  997  %%
(Reg.-Bez.  Sigmaringen);  mehr  noch  war  dies  in  den  8  bayerischen  Regierungs-Bezirken  der
Fall,  in  welchen  99,1o  bis  99,85  %  Erfolge  verzeichnet  sind.  In  den  drei  hessischen  Provinzen
  betrugen  die  Erfolge  98,22  bis  98,65  %.

Zu  IIb:  1.  Ohne  Erfolg  wurden  geimpft  21  400  Erstimpfpflichtige  —  1/84  %,  gegen
1##5  im  Vorjahre.  Die  im  Jahre  1894  eingetretene  Verminderung  der  erfolglosen  Erstimpfungen
  gegenüber  dem  Jahre  1893  hat  sich  mithin  im  Berichtsjahr  fortgesetzt.

Sie  zeigte  sich  im  Einzelnen  in  49  Bezirken,  namentlich  in  Mecklenburg-Strelitz  (Abnahme
der  erfolglosen  Impfungen  Erstimpfpflichtiger  um  5,/18  %,  im  Fürstenth.  Lübeck  (um  3/10  ½%),
in  Mecklenburg-Schwerin  (um  2,50),  Schwarzburg-Rudolstadt  (um  2/1),  dazu  waren  in  34  Bezirken
  die  erfolglosen  Impfungen  zahlreicher  als  im  Vorjahre;  am  erheblichsten  hatte  ihre
Menge  zugenommen  im  Bez.  Unterelsaß  (um  3,66  ),  in  Bremen  (um  1/,86  %),  Kreishauptmannsch.
  Zwickau  (1,66  %),  Reg.-Bez.  Breslau  (1,29  00).

2.  Im  Deutschen  Reiche  entfielen  auf  je  100  ausgeführte  Erstimpfungen  1866
ohne  Erfolg,  gegen  154  im  Vorjahre.  Auch  diese  Zahl,  welche  1894  schon  erheblich  gefallen
  war,  zeigte  einen  weiteren  geringen  Rückgang.

Die  niedrigsten  und  höchsten  Verhältnißziffern  sind  nachstehend  angegeben;  von  den
Erstimpfungen  waren  ohne  Erfolg:  "

in  Walde  .......  .  ...  0  0s0  im  Reg.-Bez.  Minden  2%6%  0%
„  Lpeeeee  Oc  „  in  Sachsen-Weimiernrnrr  2,0  „
im  Reg.-Bez.  Oberfrankeon  0u  „  „  Schaumburg-Lippen  2,62,
„  Fürstenth.  Birkenfeld  ...........  ..  .  0  „  „  Berln.  2,,“6  „
„  Reg.-Bez.  Köslln  0,  „  im  Reg.-Bez.  Liegniiigz  2,,06  „
„  „  „  Oberbayhheern  0,22  „  in  Hambrtrrgrgrgrg  3,%r  „
„  „  „  Unterfrankeon  0,%  „  „  der  Kreishauptmannsch.  Zwickau  .....  3,18,
„  „  „  Sigmaringgen  0,  „„  im  Reg-Bez.  Breslaoaoan  3,1%  „
„  „  „  Oberpflaz  0,8  „  „  Fürstenth.  Lübeck  ....  ..........  ...  8,62,
„„„Niittelfranken...........  .  0,s  „  in  Brezmzen  3/%  „
„  „  „  Trirrer  0  „:  „  „  Schwarzburg-Rudolstaddt  4%  „
„f„  „  „  Niederbaydheen  0,  s  „  „  Reuß  SSSSS  4,6  „
„  „  „  Stettn  —  im  Bez.  Unterelssse.  5r„:  „
„  „  „  Schwabnen  0  %%  %  „  „  Lothrinien  7,n4  „

Hiernach  hatte  Waldeck  erfolglose  Erstimpfungen  nicht  aufzuweisen;  allgemein  sind
unter  den  niedrigen  wie  auch  den  hohen  Verhältnißziffern  durchweg  kleinere  Werthe  festgestellt,
  als  im  Vorjahre,  in  welchem  das  Fürstenth.  Lübeck  mit  7,65  %  erfolglosen  Erstimpfungen
  die  schlechteste  Stelle  einnahm.

Zu  Ue:  Nicht  zur  Nachschau  erschienen  waren  im  Ganzen  0,31  %  der  Erstimpfpflichtigen,
  gegen  O0,  im  Vorjahre.

III.  Es  blieben  ungeimpft:

a)  weil  auf  Grund  ärztlicher  Zeugnisse  vorläufig  zurückgestellt  144270
b)  weil  nicht  aufzufinden  oder  zufällig  ortsabwesend  10690
e)  weil  vorschriftswidrig  der  Impfung  entzogen  38374
zusammen  193334
—  12,11  %  der  Erstimpfpflichtigen,  gegen  12/,8  %  im  Vorjahre.

Zu  IIIa:  Auf  Grund  ärztlicher  Zeugnisse  vorläufig  zurückgestellt  wurden

im  Berichtsjahre  904  ⅝%  der  Impfpflichtigen,  im  Vorjahre  9/5683  %.  Diese  Zahl  ist  nach
        <pb n="77" />
        —  75  —

vieljährigem,  fast  ununterbrochenem  Ansteigen  im  Berichtsjahre  wieder  etwas  herabgegangen.
Zugenommen  haben  die  Zurückstellungen  in  26  Bezirken  c.,  darunter  im  Reg.-Bez.
Hannover  (um  2,08%%),  in  Schwarzburg-Rudolstadt  (18/80),  im  Reg.-Bez.  Danzig  (0,,1)  u.  s.  w.,
abgenommen  in  56,  und  zwar  in  Sachsen-Altenburg  (um  5/68  %),  Hamburg  (3,#2),  im
Reg.-Bez.  Mittelfranken  (2,/2),  in  Reuß  ä.  L.  (2,/15),  im  Fürstenth.  Lübeck  (2,,o),  in  Sachsen-Koburg-Gotha
  (2,11),  in  der  Kreishauptmannsch.  Dresden  (22),  im  Reg.-Bez.  Breslau  (1,5),
in  Sachsen-Weimar  (1  /60),  in  der  Kreishauptmannsch.  Leipzig  (119),  in  den  Reg.-Bezirken
Sigmaringen  (1,u,),  Gumbinnen  (1  8),  im  Bez.  Oberelsaß  (1,2.),  im  Reg.-Bez.  Potsdam  (1/),
im  Landeskommiss.-Bez.  Karlsruhe  (1,18),  in  den  Reg.-Bezirken  Magdeburg  (1,09),  Unterfranken
  (1,04)  u.  s.  w.

Am  häufigsten  waren  die  Zurückstellungen  von  der  Impfung  nach  Beibringung
ärztlicher  Atteste  in  Reuß  j.  L.  (20,1  0/0),  in  den  Kreishauptmannschaften  Zwickau  (20,7)  und
Leipzig  (20,01),  im  Nekarkreise  (18,085),  in  Hamburg  (16,,5),  Berlin  (15,88),  Schwarzburg-Rudolstadt
  (15,35),  im  Jagstkreise  (15,01),  im  Reg.-Bez.  Wiesbaden  (14,1)  u.  s.  w.,  am  seltensten
in  den  Reg.-Bezirken  Stralsund,  Posen,  Bromberg,  Oppeln,  Stade,  Osnabrück,  Niederbayern,
Oberfranken,  Schwaben,  im  Herzogth.  Oldenburg,  im  Fürstenth.  Lübeck,  in  Schaumburg-Lippe,
Lippe,  Bremen,  in  den  Bezirken  Oberelsaß  und  Lothringen,  wo  sie  nur  1/0  (Fürstenth.
Lübeck)  bis  4//  %%  (Reg.-Bez.  Stade)  betrugen.

Zu  IIIb:  Weil  nicht  aufzufinden  oder  zufällig  ortsabwesend  blieben
10  690  =  07  %  der  Erstimpfpflichtigen  ungeimpft,  gegen  O##s  %  im  Vorjahre.

Zu  UIe:  Die  Zahl  der  vorschriftswidrigen  Entziehungen  von  der  Erstimpfung
betrug  38  374  =  2/10%  der  Impfpflichtigen,  gegen  39  369  =  2,47  %  im  Vorjahre.  Zugenommen
  haben  die  vorschriftswidrigen  Entziehungen  in  33  Bezirken,  besonders  in
Sachsen-Altenburg  (um  3/18  %),  im  Reg.-Bez.  Potsdam  (2½),  in  Sachsen-Weimar  (1,36),
Braunschweig  (1,#2),  Reuß  ä.  L.  (1,21);  Schwarzburg-Sondershausen,  welches  im  Vorjahre
Entziehungen  gar  nicht  zu  verzeichnen  hatte,  weist  diesmal  O/  %  nach.  Eine  Abnahme
fand  sich  in  48  Bezirken,  darunter  im  Landeskommiss.  Bez  Mannheim  (um  2  68  %%),  Reg.
Bez.  Hannover  (215),  in  Hamburg  (2,o8),  im  Reg.-Bez.  Sigmaringen  (1/86),  in  der  Prov.
Rheinhessen  (1,15),  Sachsen-Meiningen  (1,61),  in  der  Prov.  Starkenburg  (165),  im  Uebrigen
fast  überall  weniger  als  1%.  Im  Reg.-Bez.  Oberbayern  und  im  Fürstenth.  Lübeck  ist
eine  Veränderung  in  dieser  Hinsicht  nicht  eingetreten;  die  Verhältnißziffern  waren  dort  für
das  Vor=  und  Berichtsjahr  gleich,  nämlich  0,"1  %%  bezw.  O.  Aus  dem  Fürstenth.  Birkenfeld
wurden  für  das  Berichtsjahr  Entziehungen  nicht  mehr  gemeldet,  im  Vorjahr  0,7%.

Daß  hinsichtlich  der  vorschriftswidrigen  Entziehungen  in  einzelnen  Bundesstaaten  2c.
eine  gewisse  Gleichmäßigkeit  besteht,  ergiebt  sich  aus  der  folgenden  Tabelle,  welche  diejenigen
Bezirke  enthält,  in  denen  während  der  letzten  zehn  Jahre  mehr  als  5  %,  andererseits  05  %
der  Impfpflichtigen  und  weniger  der  Impfung  vorschriftswidrig  entzogen  wurden:

(Siehe  Tabelle  auf  Seite  76.
IV.  Betreffs  der  Art  der  verwendeten  Lmphe  ist  berichtet,  daß  mit

a)  Menschenlymphen  ..  745
b)  Thierlymphe  ..  .  .  1410768
e)  Lymphe  nicht  näher  bezeichneter  urt  ....  1528

zusammen  1  413  031
Erstimpfungen  ausgeführt  wurden.
Menschenlymphe  wurde  nur  noch  für  einen  verschwindenden  Theil  (0,o5  %  im
Vorjahr  0,#14  %)  sämmtlicher  Erstimpfungen  benutzt.  Ihre  Verwendung  beschränkte  sich  auf
        <pb n="78" />
        —  76

Von  je  100  Erstimpfpflichtigen  wurden  der  Impfung
Staaten  bezw.  Landestheile  vorschristswidrig  entzogen:
1895  1894  18931892  189111890  1889188S8  1887  1886
mehr  als  500:
Herzogth.  Oldenburg  18,07w12  6  9  111,%  %  11,01  13%  „
Reg.-Bez.  Magdeburg  1#1#8%  %  1
Reuß  2  8,0o!  6,8,  i81  "  7,10  618  6,#%
Reg.-Bez.  Potsd  7,“5  «  5,s7  «  «  ·  -  -
»«chllvvct»»»»  8,u8,oo9,189,08,»8,708,us,06,s15,75
Vtemen......»...».s...5,es6,705,io7,847,06,0  «  5,u  "  11/%½
Landeskomm.-Bez.  Mannheim.  7,55  7„
Neckarkrees.  5/76  "  "  "  5,rv  .
Reg.-Bez.  Aachen  51½8%  S,a  5,or  5,,15
„  Khln  5,1  4  «  «  «  ·  «  .
ROUHIL...»..»..«».»  «  5,u7,086,u
Sachsen-erg-Ootha»»»«  Z»  .  .  .  .
SchwarzburgiRudolftadt»«»  —  5,»,6,,-9,,,  z«,«
Prov.  Rheinhessen  5,1r  .
Reg.-Bez.  Marienwerden  «  5%  5,45
0,  %  und  weniger:
Reg.-Bez.  Stettn  0%%  c#ss  0#etnil
Mecklenburg-Schwerin  0,1½  .  .
SchwarzburgsSouverdhanfen».0,«—-  .  .  .  .
Req.-Bkz.DbckfksUIcU.«.0,ss0,480,so0,29  .  0,470,ia  .  .
Lippe.....................  0,so  «  0,800,17—0,050,100,200,n0,15
SchanmbnrgiLippe...........  0,«  -  o»  —  0,4q0,«-0,p2.-  .  .
Reg.-Bez.sukich.«»»»»  ·0,s(0,n0,o40,460,800,500,-50,u  s  ·
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Reg.-Bez.Stqdc...........  0,u0,850,4s0,00,00,170,u»0,i50,is0,xp
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«»Untckftqukcu»«0,u0,i00,100,n0,(10,800,n(),u  ·  0,u
«»«Schwcbcll«».«  0,180,100,4s  «  0,220,-00,100,270,100,n
»»Skgmctkugeu«»0,1o  «  «  0,440,1i0,1s0,240,oo—0,ap
Fürstenth.  Lübeck  —  —  —  —  —  —0Onuoä—  —  —
Birkenfedd  0,1½  O,os  —  —  #uno  ##rO#  Ouur
Reg.-Bez.  Oberpfalzz  u#s  ns  #oG%  «  «  ·  ·
SchwaczwåldW.».».»»«  0,47  «  «  «  »«««  «
Reg.-Bez.  Osnabrückk  u—m..  —  ——  "  #0o¼  0o  Ob#%  "
„  „  Niederbayern  0,“7  ·  «"0,so(),u  -0,-90,«0,1s
Landeskomm.-Bez.9onftanz»  ·  0,450,»0,«  -  0,«00,390,«-  ·
Reg.-Bez.Lüneburg»........  «  0,»0,si  ·  0,u  ·  "  tu  —.
Sachsen-AltenbuteBgß  ###ntnOssnsffos  «  ·  ·
Jügstkkcis».»»»»«.«»  «  0,«0,100,400,180,u  «  «
Reg.·Bez.Mittelstankeu..»  -  0,«00,«0,-70,u0,»0,»
Landeskomm.-Bez.  Freiburg  ...  —  ———.——..  «
Sachsen-Meiningen  «  «  0,4s  «  0,800,»
Landeskomm.-Bez.  Karlsruhe  r0#m0  %%  «
        <pb n="79" />
        281)  Bezirke  (im  Vorjahre  37).  Verhältnißmäßig  der  stärkste  Verbrauch  fiel  auf  Sachsen-Weimar
  (188  Fälle  =  2,04%),  Fürstenth.  Birkenfeld  (16  =  1,69%)  und  Bremen
(29  —  0,%).  381  Impfungen  wurden  von  Arm  zu  Arm  (davon  die  meisten  in  den
Reg.-Bezirken  Magdeburg  —  69,  Oberbayern  —  63  und  Trier  —  62),  68  mit  GElycerin-Menschenlymphe,
  296  mit  anders  aufbewahrter  Menschenlymphe  vorgenommen.

Mit  Thierlymphe  sind  im  Ganzen  1  410  758  =  99,84  90  sämmtlicher  Erstimpfungen
bewirkt  worden  (im  Vorjahre  98,68  %),  darunter

von  Körper  zu  Körbdenr  858
mit  Glycerin-Thierlynphe  1350  975
mit  anders  aufbewahrter  Thierlymphe  .....  58  925.

Die  Impfungen  durch  Uebertragung  der  Lymphe  vom  Thierkörper  auf  den  Arm
haben  sich  um  2  037,  diejenigen  mit  anders  aufbewahrter  um  3  350  vermindert,  während
Glycerinlymphe  zu  31  749  Erstimpfungen  mehr  als  im  Vorjahre  benutzt  wurde.

Ausschließlich  Thierlymphe  wurde  in  52  Bezirken  2c.  (im  Vorjahre  44)  verwendet;
von  den  im  Vorjahre  genannten  fielen  aus  die  Reg.-Bezirke  Frankfurt,  Köslin,  Bromberg,
Merseburg,  Hannover,  Stade,  Oberfranken  und  das  oldenburgische  Fürstenthum  Lübeck,
während  die  Reg.-Bezirke  Danzig,  Potsdam,  Stettin,  Oppeln,  Minden,  Arnsberg,  Wiesbaden,
Köln,  Mittelfranken,  Schwaben,  ferner  der  Schwarzwaldkreis,  die  Provinzen  Starkenburg,
Rheinhessen,  das  Herzogth.  Oldenburg,  Sachsen-Meiningen  und  der  Bez.  Oberelsaß  hinzukamen.
  Von  den  1  413  031  überhaupt  geimpften  Kindern  entfielen  allein  847366  —
59,/r  %  auf  solche  Bezirke,  in  denen  ausschließlich  Thierlymphe  verimpft  wurde.  Mehr  als
99%  fämmtlicher  Impfungen  wurden  ferner  noch  in  27  Bezirken  mit  Thierlymphe  vorgenommen,
  darunter  der  Reg.-Bez.  Merseburg  (1  Impfung  mit  Menschenlymphe)  mit  99/095  %,
sowie  Berlin  und  Mecklenburg  -Schwerin  mit  0/8  bezw.  0,01%½%  Impfungen  mit  unbekannter
  Lymphe;  weniger  als  99%  noch  im  Fürstenth.  Lübeck  (98,/11  %),  in  Sachsen-Weimar
  (97/86⅝%),  im  Reg.-Bez.  Schleswig  (97„,680/0)  und  in  Hamburg  (97/02  /9).  In
letzteren  beiden  wurden  2,82  bezw.  2,,8  %  Impfungen  mit  unbekannter  Lymphe  verzeichnet.

Zugenommen  haben  die  Impfungen  mit  Thierlymphe  in  33,  abgenommen  in
13  Bezirken,  während  37  mal  eine  Veränderung  nicht  eintrat.

Die  Zunahme  konnte  bei  der  schon  im  Vorjahre  ermittelten,  fast  ausschließlichen
Verwendung  der  Thierlymphe  nicht  mehr  auffällig  hervortreten;  sie  betrug  mehr  als  0,5  %
nur  in  den  Reg.-Bezirken  Wiesbaden  (0,58  %),  Osnabrück  (0,7),  Minden  (2  /86)  und
Münster  (2/66).  Eine  Ausnahme  machte  Berlin  (Zunahme  um  47,/3%),  wo  für  das
Vorjahr  48,87,  für  das  Berichtsjahr  aber  nur  0##6  %  Impfungen  mit  unbekanntem  Impfstoff
  gemeldet  wurden.  Die  Abnahme  betrug  im  Fürstenth.  Lübeck  1/69%%,  in  Sachsen-Weimar
  O,  im  Reg.-Bez.  Schleswig  0,u,  im  Uebrigen  weniger  als  0#%  %.

Wiederum  wurden  gegenüber  dem  Vorjahre  neben  einer  stärkeren  Verwendung  der
Thierlymphe  auch  häufig  bessere  Erfolgsziffern  ermittelt  (nämlich  in  19  der  vorbezeichneten
33  Staaten  bezw.  Landestheile);  andererseits  wurden  auch  in  7  von  13  Bezirken  bei  einem
verminderten  Verbrauch  an  Thierlymphe  schlechtere,  bei  dem  gleichen  Verbrauch  theilweise
erheblich  bessere  Erfolge  erzielt,  so  in  Mecklenburg-Strelitz  (Zunahme  der  Erfolge  um  5,76%),
Schwarzburg-Rudolstadt  (2/,6),  im  Jagstkreise  (2,24)  u.  s.  w.

1)  Im  Reg.-Bez.  Schleswig,  in  Mecklenburg-Schwerin  und  in  Hamburg,  wo  die  Benutzung  von
Menschenlymphe  nicht  gemeldet  wurde,  sind  2,,2  bezw.  0,01  und  2,,5  0  der  Erstimpfungen  mit  Lymphe
unbekannter  Art  ausgeführt  worden.
        <pb n="80" />
        —  78  —

Bei  ausschließlicher  Verwendung  von  Thierlymphe  ergaben  sich  in  Waldeck  die  besten
Impferfolge  (100  ⅝%),  die  minderwerthigsten  in  Reuß  ä.  L.  (94,62  %).

Die  Gesammtzahl  der  Erstimpfungen  mit  Lymphe  unbekannter  Abstammung
betrug  im  Berichtsjahre  nur  0,110.

2.  Wiederimpfungen.

I.  Zur  Wiederimpfung  waren  im  Jahre  1895  im  Deutschen  Reiche  vorzustellen
1149  361  Kinder  —  2,31%  der  mittleren  Bevölkerung  (gegen  1  186  674  =  2/81%  im
Vorjahre).

Von  der  Impfpflicht  waren  befreit:

a)  weil  sie  während  der  vorhergehenden  5  Jahre  die  natürlichen  Blattern
überstanden  hatten  14
b)  weil  sie  in  den  vorhergehenden  5  Jahren  mit  Erfolg  geimpft  waren.  7084
zusammen  7  208;
es  blieben  mithin  wiederimpfpflichtig  1  142  153  Kinder  (gegen  1  179  075  im  Vorjahre).

Die  Befreiungen  aus  Anlaß  des  Ueberstehens  der  natürlichen  Blattern  sind  seit  Beginn
der  Berichterstattung  noch  in  keinem  Jahre  so  wenig  zahlreich  gewesen,  als  im  Berichtsjahre.
Der  größte  Antheil  entfiel  auf  den  Reg.-Bez.  Oppeln  (30  Befreiungen),  dann  folgten  von
den  preußischen  Reg.-Bezirken:  Gumbinnen  (13),  Königsberg  (10),  Potsdam  (7),  Marienwerder,
  Stralsund,  Aachen  (je  5)  u.  s.  w.;  aus  Bayern  sind  nur  3  einzelne  Fälle  gemeldet,  aus
Sachsen  6  (darunter  aus  der  Kreishauptmannsch.  Bautzen  4),  aus  Württemberg  8  (darunter
  aus  dem  Schwarzwaldkreise  5),  aus  Mecklenburg-Schwerin  (2),  aus  der  Prov.  Starkenburg,
  dem  Herzogth.  Oldenburg  und  Bez.  Oberelsaß  (je  1).

II.  Von  den  wiederimpfpflichtig  gebllebenen?  Kindern  wurden  wiedergeimpft:
a)  mit  Erfog  16453  281
b)  ohne  Erfocg  ...  65  276
c)  mit  unbekanntem  Erfolge,  weil  nicht  zur  Nachschau  erschienen  2  151
zusammen  1  110  708.

Zu  IIa:  1.  Rechnet  man  zu  den  mit  Erfolg  geimpften  1  043  281  Kindern  noch
die  zum  dritten  Mal  ohne  Erfolg  geimpften  8  597  hinzu,  so  ergiebt  sich,  daß
1  051  878  —  9200%  der  Wiederimpfpflichtigen  den  Vorschriften  des  Impfgesetzes  nachgekommen
  sind  (gegen  1  083  629  =  91/51%  im  Vorjahre).

2.  Auf  je  100  Wiedergeimpfte  entfielen  93/t/8  erfolgreiche  Impfungen  (im  Vorjahre
  94,08).  Verhältnißmäßig  zahlreicher  als  im  Vorjahre  waren  die  erfolgreichen  Wiederimpfungen
  in  40,  seltener  in  43  Bezirken;  die  erheblichste  Zunahme  wurde  nachgewiesen:  im
Fürstenth.  Lübeck,  nämlich  um  6/062%%  (92,69  gegen  85#%'  %  im  Vorjahre),  in  Mecklenburg-Schwerin
  um  6/%4  (90,09  gegen  84165),  Mecklenburg-Strelitz  5,1  (90,08  gegen  8480),
Schwarzburg-Rudolstadt  4/86  (88,06  gegen  84,01),  im  Jagstkreise  3,/68  (99,//6  gegen  95,,2),
in  Sachsen-Weimar  3/65  (90,14  gegen  86½9),  im  Reg.-Bez.  Sigmaringen  3,¼1  (9415  gegen
90,),  in  der  Prov.  Starkenburg  3,1  (90,  gegen  8  716),  im  Uebrigen  um  weniger  als  3  %.

Die  erheblichste  Abnahme  fand  sich  in  Hamburg  (um  3,16⅝),  Schaumburg-Lippe
(2,1),  in  den  Reg.-Bezirken  Oppeln  (2,/6),  Wiesbaden  (2,2),  in  Schwarzburg-Sondershausen
(2920),  in  den  Kreishauptmannschaften  Leipzig  (2,16),  Zwickau  (2,12),  im  Reg.-Bez.  Magdeburg
(2,08),  im  Bez.  Unterelsaß  (2,2),  im  Reg.-Bez.  Liegnitz  (2)02).

Die  höchsten  Erfolgsziffern  wurden  gefunden  im  Neckarkreise  (99/40  %),  im  Reg.-Bez.
Oberfranken  (99,/6.),  im  Schwarzwaldkreise  (99,2),  Jagstkreife  (99,#0),  im  Fürstenth.  Birken-
        <pb n="81" />
        —  79  —

feld  (99,),  in  den  Reg.-Bezirken  Pfalz  (99,10)  und  Schwaben  (99,#2);  mehr  als  98  %  in  den
Reg.-Bezirken  Frankfurt,  Oberbayern,  Niederbayern,  Oberpfalz,  Mittelfranken,  im  Donaukreise,
in  den  Landeskommiss.-Bezirken  Konstanz,  Karlsruhe  und  in  Sachsen-Altenburg,  über  95
bis  98  %  28  mal,  über  90  bis  95%  33  mal,  90%  und  weniger  nur  11  mal,  darunter
als  niedrigste  Zahlen  in  Reuß  ä.  L.  80,67%  und  in  Hamburg  54/60  %.

Zu  IIb.  1.  Ohne  Erfolg  war  die  Wiederimpfung  bei  65276  =  5.72  5%  der
Wiederimpfpflichtigen  (gegen  5,0  im  Vorjahre).

Das  Berhältniß  gestaltete  sich  günstiger  durch  Abnahme  der  betreffenden  Prozentziffer
in  39  Bezirken,  ungünstiger  durch  Zunahme  in  44.

2.  Von  je  100  Wiedergeimpften  wurden  5/8  ohne  Erfolg  geimpft  (gegen  5,78
im  Vorjahre).

Wenngleich  im  Ganzen  die  erfolglosen  Wiederimpfungen  zugenommen  haben,  so  ist
doch  ein  günstiges  Verhältniß  (3%  der  Wiederimpfungen  und  weniger  erfolglos)  in  einer
größeren  Zahl  von  Bezirken  festgestellt  worden,  als  im  Vorjahre,  nämlich  in  24  gegen  22;
andererseits  wurde  nur  in  10  gegen  14  Bezirken  die  Verhältnißzahl  von  10%  und  mehr

festgestellt.
Von  je  100  Wiederimpfungen  waren  erfolglos:
6,  und  weniger  —  .(——..*  *  PP..-.

im  Schwarzwaldkreiie  u#ns  „  „  Stetin.  2,6
„  Neckarkreiiee  O,  „  „  „  Brombeegggyqg  26
„  Jagstkreisse  0,  "„  „  Kasslee  2,
.  Reg.-Bez.  Oberfranken  0,6#  in  der  Prov.  Oberhessen  -.
„  Landeskomm.-Bez.  Konstanz  0,“  im  Reg.-Bez.  Posen  2,/1
„  Reg.-Bez.  Pfasss  Di
„  Fürstenth.  Birkenfeltt.  0,8½  10)%  und  mehr:
„  Reg.-Bez.  Schwaben  0,“°%  im  Reg.-Bez.  Magdebutteg  10%
„  „  „  Oberbayrenn  .  .  .  .  ..  0/#8“  I  Schwarzburg-Rudolstadt  ...............  10,24
„  Donaukreiie  0,  im  Reg.-Bez.  Hildesheemm  1106
„  Reg.-Bez.  Mittelfranken  10414¼8  Bez.  Unterelsstete..  12,,8
..  Landeskomm.-Bez.  Karlsruhe  1%  kn  Schwarzburg-Sondershausen  12,,%

„  Reg.-Bez.  Niederbagdgen  1,50  im  Bez.  Lothrinngen  13,½%
in  Sachsen--Altenbr.rreeg  1,  in  Sachsen-Koburg-Gotoaaa  13%
im  Reg.-Bez.  Frankfuuüut  1#nm  im  Bez.  Oberelssseeeee  13/“
„  „  „  Oberpfasss  I#"in  Neuß  .  19,68
"  „  „  Unterfranken  2,1  .  Hambunnrrgrgrg  45%

Unter  den  Bezirken  der  ersteren  Art  sind  20,  unter  den  anderen  9  an  dieser  Stelle
auch  im  Vorjahre  schon  genannt  worden.
Zu  lHe:  Nicht  zur  Nachschau  erschienen  waren  0,19%  der  Wiederimpfpflichtigen,
gegen  0,18%  im  Jahre  1894.  Die  Zunahme  ist  mithin  nur  gering.
III.  Ungeimpft  geblieben  sind  31  445  —  2,75  %  der  Wiederimpfpflichtigen  (gegen
3/os  %  im  Vorjahre),  und  zwar
a)  weil  auf  Grund  ärztlicher  Zeugnisse  vorläufig  zurückgestellt..  14806
b)  wegen  Aufhörens  des  Besuches  einer  die  Impfpflicht  bedingenden  Lehranstait  7  386
e)  weil  nicht  aufzufinden  oder  zufällig  ortsabwesend  2762
d)  weil  vorschriftswidrig  der  Impfung  entzogen  6191
zusammen  31  445.
Zu  IIa.  Auf  Grund  ärztlicher  Zeugnisse  wurden  zurückgestellt  1,300/0  der  Wiederimpfpflichtigen,
  im  Vorjahre  1/14.  Diese  Ziffer  entspricht,  nachdem  sie  1893  auf  1  566  %
        <pb n="82" />
        —  80  —

angewachsen  war,  nunmehr  etwa  dem  während  einer  Reihe  von  Jahren  vor  1890  eingenommenen
  Stand.  Am  seltensten  waren  derartige  Zurückstellungen  im  Reg.-Bez.  Niederbayern
  (0,300/0  der  Wiederimpfpflichtigen),  Fürstenth.  Birkenfeld  (0,#1),  in  den  Reg.-Bezirken
Schwaben  (0,/66),  Oberfranken  (0,#),  in  Reuß  ä.  L.  (0,12);  am  zahlreichsten  in  Hamburg
(4,62),  im  Reg.-Bez.  Unterfranken  und  im  Neckarkreise  (je  2,82),  in  den  Reg.-Bezirken  Düsseldorf
  (2,“9),  Lüneburg  (265),  in  der  Prov.  Rheinhessen  (268),  in  Lübeck  (2,6t)  im  Reg.-Bez.
Münster  (2)68)  u.  s.  w.

Zu  UIh  und  c:  Wegen  Aufhörens  des  Besuches  einer  die  Impfpflicht  bedingenden
  Lehranstalt  blieben  7  386,  weil  nicht  aufzufin  den  oder  ortsabwesend
2762  Schulkinder,  oder  1  424  bezw.  282  weniger  ungeimpft  als  im  Vorjahre.

Zu  IIIA4:  Die  Zahl  der  der  Impfung  vorschriftswidrig  Entzogenen  betrug
0,57  %  der  Wiederimpfpflichtigen,  im  Vorjahre  0)61.

Eine  Zunahme  wurde  aus  31,  eine  Abnahme  aus  43  Bezirken  gemeldet;  9  mal  war
das  Verhällniß  dasselbe  wie  im  Vorjahre.  Die  erheblichste  Zunahme  der  vorschriftswidrigen
Entziehungen  ergab  sich  im  Reg.-Bez.  Aachen  (um  0,83%%),  in  Lübeck  (um  0),,0),  im  Reg.
Bez.  Gumbinnen  (um  0"8),  in  der  Prov.  Oberhessen  (um  0,#14),  in  Sachsen-Weimar  (um
0,2),  die  erheblichste  Abnahme  in  den  Reg.-Bezirken  Stralsund  (um  0,69  %%),  Marienwerder
  (um  0,5.0),  Sigmaringen  (um  0,/13),  in  Reuß  ä.  L.  (um  O,6),  im  Reg.-Bez.  Posen
(um  0,85),  in  Hamburg  (um  0,34),  im  Fürstenth.  Birkenfeld  (um  0),6),  in  der  Kreishauptmannsch.
  Dresden  (um  0),,3).

Die  wenigsten  Entziehungen  (unter  O0,10%  der  Wiederimpfpflichtigen)  kamen  vor  in
den  Reg.-Bezirken  Merseburg,  Oberbayern,  Oberfranken,  Unterfranken,  Schwaben,  im
Schwarzwald=  und  Donaukreise,  in  Anhalt,  Schwarzburg-Sondershausen  und  Reuß  ä.  L.,
die  meisten  im  Reg.-Bez.  Aachen  und  Herzogth.  Oldenburg  (je  2,78  /%“),  in  Bremen  (2,18),
in  Berlin  (2,00).  Aus  Waldeck  und  Schaumburg-Lippe  wurden  vorschriftswidrige  Entziehungen
nicht  nachgewiesen.

IV.  Von  den  Wiederimpfungen  wurden  ausgeführt:

mit  Menschenlympen  975
mit  Thierlympohte  11  09259
mit  Lymphe  nicht  bezeichneter  Art.  474.

Wie  bei  den  Erstimpfungen  0  so  ist  auch  bei  den  Wiederimpfungen  Menschenlymphe
fast  gar  nicht  mehr  in  Betracht  gekommen.  Im  Ganzen  wurden  nur  noch  O%  der
Wiederimpflinge  (im  Vorjahre  0,18)  mit  derselben  geimpft.  Solche  Lymphe  wurde  noch
angewendet  in  26  2)  Bezirken  rc.,  in  diesen  zum  Theil  bei  verschwindenden  Bruchtheilen  der
Wiedergeimpften  (0,  oos,  O,o0#,  O/01  %%),  am  häufigsten  im  Reg.-Bez.  Niederbayern  (3,32  0%),
Sachsen-Weimar  (22),  Sachsen-Koburg-Gotha  (0.69),  im  Reg-Bez.  Trier  (0,26)  u.  s.  w.  —
Wiederimpfungen  von  Arm  zu  Arm  wurden  687,  (davon  in  den  Reg.-Bezirken  Niederbayern
  471,  Trier  45,  Oberbayern  und  in  Sachsen-Koburg-Gotha  je  29  2c.),  mit  Glycerin=Menschenlymphe
  18,  mit  anders  aufbewahrter  Menschenlymphe  270  ausgeführt.

Thierlymphe  wurde  bei  99,87  %  der  Wiedergeimpften  (im  Vorjahre  bei  99,  0%)
angewendet.  Diese  Zahl  übersteigt  noch  diejenige  der  Erstimpfungen.

1)  Vergl.  S.  75.
2)  In  Mecklenburg-Schwerin  und  Hamburg,  wo  die  Verwendung  von  Menschenlymphe  nicht  nachgewiesen
  wurde,  sind  O,oꝛ  bezw.  1/0%%  der  Wiederimpfungen  mit  Lympyhe  nicht  bezeichneter  Art  vollzogen.
        <pb n="83" />
        —  81  —

Gegen  das  Vorjahr  ergab  sich  eine  Zunahme  in  20,  eine  Abnahme  in  13  Bezirken  2c.,
während  in  50  Bezirken  verhältnißmäßig  eben  soviel  Wiederimpfungen  mit  Thierlymphe
ausgeführt  wurden.

Von  ersteren  sind  hervorzuheben:  Berlin,  woselbst  im  Vorjahre  noch  12/0%  der
Wiederimpfungen  mit  unbekannter  Lymphe  ausgeführt  wurden,  (Zunahme  um  12,55%),  die
Reg.-Bezirke  Sigmaringen  (um  4/1:),  Minden  (2/  7e),  Münster  (1,/9),  das  Herzogthum
Oldenburg  (O,#8).  Eine  nennenswerthe  Abnahme  ergab  sich  nur  im  Reg.-Bez.  Niederbayern
(um  0,vo  ½%),  in  Sachsen-Weimar  (0,569);  im  Uebrigen  betrug  die  Abnahme  0po  und  weniger,
9  mal  sogar  unter  0)10  %.

In  55  von  83  Berichtsgebieten  wurden  sämmtliche  Wiederimpfungen  (100  %)  mit
Thierlymphe  vorgenommen,  während  diese  Ziffer  in  28  nicht  erreicht  wurde.  Weniger  als
100  bis  99  %  wurden  ermittelt  für  die  Reg.-Bezirke  Potsdam  (99/9%:),  Königsberg  (99/990),
Stettin,  Bromberg,  Breslau,  Osnabrück,  Unterfranken,  Schwaben  (je  99,/,5),  Köslin  (99,86),
für  Mecklenburg-Schwerin  1)  (99,,2),  den  Reg.-Bez.  Frankfurt  (99,p0),  den  Bez.  Lothringen
(99/9,  die  Reg.-Bezirke  Pfalz  (99,/8),  Hannover,  Münster,  (je  99,0),  Kassel  (99,/8),  Oberbayern
  (99/66),  für  Bremen  (99,/1),  die  Reg.-Bezirke  Magdeburg,  Sigmaringen,  Oberpfalz
(ie  99/60),  Trier  (99,74),  für  Berlin  2)  (99,6,),  Sachsen-Koburg-Gotha  (99,41)  und  den  Reg.-Bez.
  Schleswig  2)  (99,/9).  Die  niedrigsten  Verhältnißziffern  ergaben  sich  für  Hamburg!)
(98/,  1  %),  Sachsen-Weimar  (97,08)  und  Niederbayern  (9663).

Von  den  Wiederimpfungen  mit  Thierlymphe  waren  Impfungen

im  Berichtsjahre  (im  Vorjahre)
unmittelbar  vom  Thier  575  (22-13)
mit  Glycerinthierlynphe.  10  063501  (1  083  489)
mit  anders  aufbewahrter  Thierlymphe  .  ..  45  188  (50  958).

Demnach  verminderten  sich  die  Wiederimpfungen  mit  Thierlymphe  bei  jeder  der  drei
verschiedenen  Arten.

Von  je  100  mit  Thierlymphe  ausgeführten  Wiederimpfungen  entfielen  auf  Impfungen
im  Berichtsjahre  (im  Vorjahre)

unmittelbar  vom  Thiereer  O008  (O,#d)
mit  Glycerinthierlympe  .  95,8  (95,32)
mit  anders  aufbewahrter  Thierlymphe  407  (4,0).

Wenn  auch  im  Allgemeinen  die  Erfolgsziffer  für  die  Wiederimpfungen  um  ein  Geringes
  zurückgegangen  ist  (vergl.  Seite  78),  so  haben  doch  von  denjenigen  50  Bezirken,
welche  einen  ebenso  großen  Verbrauch  an  Thierlymphe  wie  im  Vorjahre  nachwiesen,  23
bessere  —  bis  um  6/68%  höhere  —  Erfolge  zu  verzeichnen  gehabt,  in  27  derselben  fielen
die  Erfolge  um  höchstens  2,61%.  In  denjenigen  20  Bezirken,  in  welchen  mehr  als  früher
mit  Thierlymphe  geimpft  wurde,  waren  die  Verhältnißziffern  11  mal  —  bis  um  6,04%  —
höher  und  9  mal  —  bis  um  2  ,62%  —  niedriger.  Diese  Angaben  sprechen  dafür,  daß  die
Thierlymphe  der  Menschenlymphe  in  der  Wirksamkeit  nicht  nachsteht.  In  18  Fällen  verminderten
  Thierlympheverbrauchs  trat  6  mal  eine  Besserung  der  Erfolge  bis  um  35  7%,
7  mal  ein  Rückgang  bis  um  3,16  %  ein.

1)  Vergl.  Anm.  2  auf  S.  80.
2)  In  Berlin  und  im  Reg.-Bez.  Schleswig,  wo  neben  der  Thierlymphe  auch  noch  Menschenlymphe
Verwendung  fand,  wurden  0,/8  bezw.  O,%%  der  Wiederimpflinge  mit  Thierlymphe  geimpft.
        <pb n="84" />
        —  82  —

Zur  Würdigung  des  Werthes  der  Thierlymphe  dient  folgende  Tabelle:
Es  betrugen  die  Verhältnißzahlen  für  die  Impfungen  mit  Thierlymphe  und  die  Impferfolge
  im  Deutschen  Reiche  für  die  Erst=  und  Wiederimpfungen  während  der  Jahre:

Erstimpfungen  Wiederimpfungen

Impsungen  erfolgg=  Impfungen  erffolzs=Thierlymphel)
  ziffer  Thierlymphel!)  hiffer

1879  2,  00  97,40  %  L,os  00  84,24  %
1880  8,10,  97,#1  „  2,10  „  85,8  „
1881  47  „  97,80  „  31  „  87,7  „„
1882  7,6  „„  95,%  „  6,/%  „  87,0  „
1888  11  „  96/  „  10%  „  88,1  „
1884  20,0%  „  96,6  „  17,7  „  88/  „
1885  33,  „  96,#%  „  32,  „  886  „
1886  53,6  „  95,86  „  54%  „  87,8  „
1887  67,%°  „  96%  „  68/%6  „  88%  „
1888  76,68  „  96,%  „  78t0/½6  „  90%  „
1889  88½  „  96,,  „  89#18  „  90,18  „
1890  92,“  „  97,  „  93,/4  „  91,26,
1891  96/68  „  97  „  97,  1  „  92,#  „
1892  98½6  „  97,30  „  98,  „  92,1  „
1893  98,  „  96,8  „  99,8  „/  —-1894
  98,  „  98,“8  „„  99,“4  „  94/%  „
1895  99,,  „/  98,4  „„  99,#  93,“  „

Lymphe  unbekannter  Art  wurde  im  Ganzen  nur  bei  0,0%4%  der  Wiederimpfungen
verwendet.

Auhang.

Mehrfach  wurde  im  Berichtsjahre  die  Nachimpfung  solcher  fremdländischen  Arbeiter  vorgenommen,
welche  nicht  nachweisen  konnten,  daß  sie  innerhalb  der  letzten  10  Jahre  geimpft  worden  waren.  2)  Ueber
solche  Impfungen  ist  aus  Sachsen  von  10  Impfärzten  bei  409  Personen,  jedoch  ohne  Erfolgsangaben,
berichtet  worden.  In  Dresden  stellten  sich  den  städtischen  Impfärzten  1852  Reichsausländer  vor;  von
diesen  wurden  1  578  nachgeimpft,  267  wegen  erfolgreicher  Impfung  in  den  letzten  Jahren  und  5  wegen
Krankheit  befreit,  7  verweigerten  die  Impfung.  Im  Anfang  wurden  die  Geimpften  zur  Nachschau  bestellt;
da  jedoch  Mehrere  dem  nicht  Folge  leisteten  und  behördlicherseits  späterhin  angeordnet  wurde,  daß  die
Ausländer  ihrer  Impfpflicht  auch  dann  genügt  hätten,  wenn  die  mit  nachweislich  wirksamer  Lymphe  ausgeführte
  Impfung  ohne  Erfolg  geblieben  sei,  so  wurde  den  betreffenden  Impflingen  fortan  die  vollzogene
Impfung  sofort  bestätigt  und  von  der  Nachschau  Abstand  genommen.  Von  498  Personen,  bei  denen  der  Erfolg
geprüft  werden  konnte,  waren  458  mit  Erfolg,  40  ohne  Erfolg  geimpft.  Im  Amtsbezirk  Bogen  (Reg.-Bez.
  Niederbayern)  wurde  wegen  der  Beschäftigung  zahlreicher  ausländischer,  meist  böhmischer  Arbeiter
beim  Bahnbau  eine  außerordentliche  Impfung  angeordnet.

In  Anhalt  wurden  199  fremdländische  Arbeiter  geimpft.

)  Wie  die  Berichte  ergaben,  ist  alljährlich  die  Herkunft  der  für  eine  nicht  erhebliche  Anzahl  von
Erst=  und  Wiederimpfungen  benutzten  Lymphe  nicht  bezeichnet  worden.  Da  es  sich  zum  Theil  wahrscheinlich
um  Thierlymphe  gehandelt  hat,  wird  man  die  Prozentziffern  für  den  Verbrauch  dieser  Lymphe  um  ein
Geringes  höher  annehmen  können.

2)  Vergl.  Beröff.  des  Kaiserl.  Gesundsheitsamtes  1895.  S.  238.
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        —  83  —

B.  Besondere  Mittheilungen.

Dauer  des  Impfgeschäfts.  Die  Impfungen  fanden,  abgesehen  von  besonderen  Fällen,
in  welchen  die  Termine  wegen  großer  Hitze  oder  aus  Anlaß  des  epidemischen  Auftretens  von
Krankheiten  oder  aus  anderen  zwingenden  Gründen  verlegt  werden  mußten,  in  der  Regel
überall  während  der  gesetzlich  vorgeschriebenen  Zeit  vom  Mai  bis  September  statt.  In
einigen  größeren  Städten,  z.  B.  Dresden  und  Hamburg,  war  auch  im  Winter  Gelegenheit  zu
öffentlichen  Impfungen  gegeben.  Außerordentliche  Impfungen  wurden  wegen  des  Auftretens
  von  Menschenpocken  in  Ringelheim,  Kreis  Goslar,  vorgenommen,  wo  2  Männer
und  2  Frauen  in  Folge  der  Einschleppung  der  Seuche  durch  einen  Maurer  aus  Rußland
erkrankt  waren,  ferner  in  München  und  in  den  bayerischen  Amtsbezirken  Reichenhall  (Bez.
Berchtesgaden),  Freyung  (Bez.  Wolfstein),  Kandel  (Bez.  Germersheim)  und  Waldmünchen,
sowie  in  dem  sächsischen  Medizinalbezirk  Bautzen.  In  Frankenhausen  (Schwarzburg-Rudolstadt)
  wurde  aus  gleichem  Anlaß  die  Vornahme  der  öffentlichen  Impfungen  beschleunigt.))

Hinsichtlich  der  Räumlichkeiten  für  die  Impftermine  kann  im  Allgemeinen  auf  das
in  den  früheren  Berichten  Gesagte  verwiesen  werden.  In  Hessen  haben  sich  die  bezüglichen
Verhältnisse  von  Jahr  zu  Jahr  gebessert,  da  die  Impfärzte  bei  Mißständen  stets  pflichtgemäß
auf  Abhülfe  hinwirkten.

Bezüglich  der  Betheiligung  der  beamteten  Aerzte  am  öffentlichen  Impfgeschäft
ist  gegenüber  den  früheren  Mittheilungen  )  anzuführen,  daß  im  Berichtsjahre  in  Baden  alle,
in  Reuß  ä.  L.  die  meisten  Impfärzte  beamtet  waren.  Die  Zahl  der  Privatimpfungen
hat  sich  in  Württemberg  wieder  von  4,6  %  sämmtlicher  Impfungen  im  Vorjahre  auf  4%%
vermehrt;  diese  Zunahme  betraf  nur  die  Erstimpfungen,  von  denen  8%  %  gegen  7,7  %  im
Vorjahre  durch  Privatärzte  ausgeführt  wurden;  die  Zahl  der  Privatwiederimpfungen  hat
sich  dagegen  von  1,,  %  im  Vorjahre  auf  1,#%  ermäßigt.  Im  Einzelnen  wird  darüber
aus  einigen  Berichten  Folgendes  angeführt:

In  Stuttgart  wurden  im  Berichtsjahr  1  156  Kinder  von  Privatärzten  geimpft,  im  Vorjahre  968,
im  Jahre  1891:  875.  In  einzelnen  Orten  des  Bezirks  Kirchheim  gingen  die  Homöopathen  von  Haus  zu
Haus,  um  von  der  öffentlichen  Impfung  abzurathen  und  zur  Privatimpfung  durch  den  homöopathischen
Arzt  zu  bestimmen.  In  Owen  wurde  diesem  das  Rathhaus  durch  Gemeinderathsbeschluß  zu  Privatimpfungen
  eingeräumt.  In  Aichelberg  erhielt  der  Distriktsarzt  in  Weilheim  ein  Fixum  unter  der  Verpflichtung,
  alle  Impflinge  in  Aichelberg  privatim  zu  impfen.  In  einem  Orte  des  Bezirks  Münsingen
wurden  die  meisten  Kinder  privatim  geimpft,  wobei  nur  2,  höchstens  8  Schnitte  gemacht  zu  werden  pflegten.

Im  Ulmer  Bezirk  betrug  der  Prozentsatz  der  Privatimpfungen  für  Erstimpflinge  in  der  Stadt  24  00,  auf
dem  Land  60,  im  ganzen  Oberamtsbezirk  15%.

Die  Impflisten  wurden  im  Allgemeinen  ordnungsgemäß  geführt.
In  einem  Orte  des  Kreises  Ortelsburg  versuchte  ein  Lehrer  an  Stelle  eines  bei  der  Nachschau  ausgebliebenen

  Impflings  zur  Erlangung  des  Impfscheines  einen  fremden  Impfling  unterzuschieben;  die  hierauf
gegen  den  Lehrer  eingeleitete  gerichtliche  Untersuchung  ist  noch  nicht  abgeschlossen.

Durch  Witterungseinflüsse  ist  das  Impfgeschäft  in  den  meisten  Bundesstaaten  wenig
gestört  worden.  Im  Reg.-Bez.  Oberfranken  blieben  am  18.  Mai  viele  Kinder  in  Folge
eines  heftigen  Schneesturmes  bei  den  Impf=  und  Nachschauterminen  aus.  In  den  höher
gelegenen  Gegenden  Württembergs  wurden  aus  gleichem  Anlaß  in  der  zweiten  Hälfte  des
Mai  einige  Impftermine  abbestellt  oder  verschoben.

Wegen  des  Auftretens  von  ansteckenden  Kraukheiten,  insbesondere  von  Masern,
Rötheln,  Scharlach,  Windpocken,  Diphtherie,  Keuchhusten,  Mumps,  Rose,  epidemischer  Genick-1)

  Bergl.  Mediz.-statist.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  IV,  S.  87  und  88.
2)  Ebenda.  Rd.  III,  S.  263.
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starre  (im  Reg.-Bez.  Sigmaringen),  Influenza  und  Unterleibstyphus  sind  hier  und  da
Termine  verlegt  oder  Kinder  aus  den  von  den  Krankheiten  betroffenen  Wohnungen  von
der  Impfung  zurückgestellt  worden.  Ein  Ausfall  der  Impfung  fand  vereinzelt  statt  wegen
Scharlach  im  Kreise  Berent  (Reg.-Bez.  Danzig),  wegen  Masern  in  den  Kreisen  Neidenburg
(Königsberg),  Johannisburg  und  Sensburg  (Gumbinnen)  und  Konitz  (Marienwerder),  wegen
Masein  und  Keuchhusten  im  Kreise  Schwetz  (Marienwerder),  wegen  Keuchhusten  auch  in
zwei  Impfbezirken  des  Großherzogthums  Mecklenburg-Schwerin,  wegen  Diphtherie  in  acht
anderen  dortigen  Bezirken,  ferner  im  Reg.-Bez.  Lüneburg,  in  den  badischen  Bezirken  Bonndorf
  und  Bretten.  In  dem  Orte  Ziegelei  Babenthal  (Reg.-Bez.  Danzig)  trat,  wie  sich
später  herausstellte,  zur  Zeit  der  Impfungen  das  Fleckfieber  auf;  doch  wurde  die  Krankheit
durch  das  Impfgeschäft  nicht  verbreitet.  Dagegen  sind  andere  Krankheiten  im  Berichtsjahre
in  einzelnen  Fällen,  durch  Kinder,  welche  daran  litten  und  dennoch  dem  Impfarzt  vorgeführt
worden  waren,  verschleppt  worden,  so  die  Masern  in  den  Kreisen  Tarnowitz  und  Rosenberg
(Reg.-Bez.  Oppeln)  und  die  Windpocken  in  den  hessischen  Kreisen  Alsfeld  und  Mainz.  Gelegentlich
  eines  Impftermins  in  Berlin  sind  2  Impflinge  vermuthlich  durch  Vermittelung
einer  Frau,  welche  für  ihr  masernkrankes  Kind  ein  Befreiungsattest  begehrte,  mit  dieser
Krankheit  angesteckt  worden.

Ueber  die  Impyftechnik,  die  Impfinstrumente  und  die  Reinlichkeit  bei  den
Impfungen  enthalten  die  Berichte  ähnliche  Angaben,  wie  in  den  früheren  Jahren.1)  Vielfach
  wurde  bereits  die  Einarmimpfung  angewandt.:)  Kreuz=  und  Gitterschnitte  sind  in  den
meisten  Bundesstaaten  nur  ausnahmsweise  ausgeführt  worden;  nur  aus  Bayern  wird  mitgetheilt,
  daß  vielfach  wieder  auf  solche  weniger  einfache  Impfverfahren  zurückgekommen  wurde.
Abweichend  von  den  Mittheilungen  aus  anderen  Bundesstaaten  erwähnt  der  bayerische
Bericht,  daß  die  Platin-Iridium-Lanzette  unter  den  dortigen  Impfärzten  eine  große  Verbreitung
  nicht  gewonnen  zu  haben  scheint.  Im  Kreise  Bomst  (Reg.-Bez.  Posen)  benutzte  der
Kreisphysikus  die  keimfrei  gemachten  Impfdoppelmesser  der  Firma  Wolff  Knippenberg  &amp;amp;  Co.
aus  Ichtershausen.  Mit  200  solchen  Instrumenten  können  je  400  Impfungen  an  einem
Tage  ausgeführt  werden.  Mehrere  Berichte  heben  hervor,  daß  es  sich  empfiehlt,  zur  Vermeidung
  starker  Reizerscheinungen  die  Impfschnittchen  nicht  zu  lang  und  nicht  zu  nahe  bei
einander  anzulegen.  In  Preußen  waren  die  Erfolge  der  Schnitt=  und  Stichimpfungen  im
Allgemeinen  gleich.

Als  Impfstoff  ist  Menschenlymphe  noch  weit  seltener  als  im  Vorjahre  verwendet
worden.  (Vergl.  Abschnitt  A.)  Im  Kreise  Tecklenburg  (Reg.-Bez.  Münster)  und  im  Königreich
  Sachsen  nahmen  je  ein  Impfarzt  aus  Anlaß  von  Fehlerfolgen  mit  Thierlymphe  einige
Nachimpfungen  mit  Menschenlymphe  vor,  in  Württemberg  kam  derartiger  Impfstoff  im
Berichtsjahre  überhaupt  nicht,  in  Hessen  bei  3  Erstimpfungen  zur  Anwendung;  in  Sachsen-Weimar
  impften  noch  zwei  Impfärzte  mit  Menschenlymphe.  In  einem  Impfbezirk  des
Unterelsaß  wurde  aus  Mangel  an  Thierlymphe  davon  Gebrauch  gemacht.  In  den  sonst
berichteten  Ausnahmefällen,  in  denen  Menschenlymphe  benutzt  wurde,  handelte  es  sich
entweder  um  die  Impfung  von  Nachzüglern,  welche  bei  den  Impfterminen  gefehlt  hatten,
oder  um  Autorevaccination  von  Kindern,  bei  welchen  nur  eine  Pustel  aufgegangen  war.
In  einem  Orte  des  Landkreises  Münster  wurden  8  Privatimpfungen  mit  solchem  Stoffe
ausgeführt,  weil  von  den  Eltern  der  Impflinge  die  Kosten  der  Thierlymphe  gescheut  wurden.

1)  Vergl.  Mediz.-statist.  Mittheil.  Band  IV,  S.  107  u.  108.
2)  Bergl.  Veröffentl.  des  Kaiserl.  Gesundheitsamtes  1896.  S.  8378—383.
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Die  Bezugsquellen  der  Thierlymphe  waren  im  Wesentlichen  die  gleichen  wie
im  Vorjahre.  )  Für  die  öffentlichen  Impfungen  scheint  der  Impfstoff  fast  durchweg
  aus  staatlichen  Anstalten  und  nur  selten  aus  Apotheken  oder  Privatinstituten  entnommen
  worden  zu  sein.  Außer  den  im  Vorjahre  erwähnten  Erzeugnissen  von  Privatanstalten
  sind  in  den  diesmaligen  Berichten  noch  hier  und  dort  angeführt:  Der  Impfstoff
von  Pissin,  Fürst,  A.  Küpers  (Berlin),  Quadflieg  (Aachen),  Aehle  (Lübeck),  Lahnsen,  Grober
(Bremen),  und  die  sogenannte  „keimfreie  Lymphe“  des  Dr.  Landmann,  welche  von  der  Firma
E.  Merck  in  Darmstadt  in  den  Handel  gebracht  wird.  Im  Bez.  Lothringen  wurde  im
Juli  und  August  aus  Mangel  an  einheimischem  Impfstoff  Thierlymphe  aus  Mailand
bezogen,  welche  jedoch  Mißerfolge  ergab.  Im  Uebrigen  sind  über  die  Reinheit  des  Impfstoffes
  nirgends,  über  die  Wirksamkeit  und  Haltbarkeit  der  Lymphe  nur  wenige  Klagen
laut  geworden.  In  einigen  Berichten  aus  den  Reg.-Bezirken  Liegnitz  und  Stettin  wurde
die  Wirksamkeit  der  Lymphe  aus  der  staatlichen  Anstalt  zu  Oppeln  und  dem  Aehleschen
Institut  in  Lübeck  bemängelt,  doch  lag  vielleicht  den  damit  erzielten  unzureichenden  Erfolgen
zum  Theil  eine  unvollkommene  Impftechnik  zu  Grunde;  die  Mißerfolge  im  Reg.-Bez.
Liegnitz  mit  der  Lymphe  aus  Oppeln  scheinen  nach  dem  Berichte  des  Regierungspräsidenten
auf  nicht  genügende  Mischung  des  Impfstoffs  mit  Glycerin  zurückzuführen  zu  sein.  Eine
Abschwächung  nach  längerem  Lagern  der  Lymphe  wurde  ferner  beobachtet  in  den  bayerischen
Impfbezirken  Altötting,  Mitterfels,  Landstuhl  (hier  nach  Verlauf  von  2  ½  Monaten),
Erbendorf  (nach  Verlauf  von  6  Wochen),  Burgebrach,  Neuburg  und  Memmingen.  In
einem  Dorfe  des  Impfbezirkes  Sandersleben  in  Anhalt  war  die  aus  der  Staatsanstalt  in
Bernburg  bezogene  Lymphe  bei  den  Erstimpfungen  aus  unbekannter  Ursache  unwirksam,  was
um  so  mehr  auffiel,  als  der  übrige,  von  dem  gleichen  Kalbe  abgenommene  Impfstoff  sonst
überall  gute  Erfolge  ergeben  hatte.

Zurückstellungen  von  der  Impfung  wegen  Krankheit  der  Impflinge,  namentlich
wegen  Skrophulose,  Rachitis  und  Syphilis  waren  nicht  selten.  Zuweilen  wurden  skrophulöse
oder  syphilitische  Kinder  auch  unter  genügenden  Vorsichtsmaßregeln  außerhalb  der  öffentlichen
Termine  ohne  Nachtheil  geimpft.  Nach  Beobachtung  einiger  bayerischen  Impfärzte  wurden
jedoch  die  nässenden  Ekzeme  von  der  Impfung  nicht  günstig  beeinflußt.  Dieselben  nahmen,
wo  die  Impfung  gewagt  wurde,  an  Heftigkeit  und  Ausbreitung  gewöhnlich  zu,  so  daß
manchmal  ihre  Pflege  viele  Mühe  machte.

Ueber  Widerstand  gegen  das  Impfgesetz  sind  den  Berichten  ähnliche  Angaben  wie
früher  zu  entnehmen.  Wenngleich  in  manchen,  in  den  Vorjahren  bereits  namhaft  gemachten
Landestheilen  in  gewissen  Kreisen  der  Bevölkerung  Abneigung  gegen  die  Impfung  bezeugt
wird  ?),  so  ist  es  doch  zu  ernsthafteren  Störungen  des  Impfgeschäfts  auch  im  Berichtsjahre
nirgends  gekommen.  Ueber  die  Zahl  der  vorschriftswidrig  der  Impfung  entzogenen  Kinder,
deren  Ausbleiben  übrigens  in  der  Mehrzahl  der  Fälle  nicht  auf  Böswilligkeit,  sondern  nur
auf  Versäumnisse  der  Eltern  zurückzuführen  ist,  ist  in  Abschnitt  A  berichtet.

2  Todesfälle,  welche  scheinbar  in  Folge  der  Impfung  eintraten  und  daher  als  Impfschädigungen
  gemeldet  wurden,  sind  aus  Sachsen  berichtet.  In  beiden  Fällen  handelte  es
sich  um  Spätrothlauf,  welcher  ohne  Zweifel  in  Folge  einer  Infektion  durch  unreinliche  Wäsche
oder  Kleidung  von  außen  eingetreten  war.  Der  eine  Fall  war  mit  einem  scharlachähnlichen
Ausschlag  verbunden,  der  andere  führte  zu  Blutvergistung.  In  einigen  sonstigen  Fällen,
in  denen  laut  Zeitungsnachrichten  Kinder  nach  der  Impfung  gestorben  waren,  wurde  festgestellt,
  daß  ein  Verschulden  der  Impfung  auszuschließen  war.

1)  Vergl.  Mediz.-statist.  Mittheil.  Band  IV,  S.  108.  —  2)  Ebenda.  S.  109.
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        —  86  —

Ein  Kind  (Blankenstein)  in  Goslar,  welches  einer  Zeitungsmittheilung  zufolge  als  ein  „Opfer  des
Impfzwangs"“  an  „Blutvergiftung“  gestorben  sein  sollte,  ist  in  Wirklichkeit  einer  Erkrankung  an  Darmtuberkulose
  erlegen.  Die  Impfung  selbst  ist  nach  Angabe  des  behandelnden  Arztes  völlig  normal  verlaufen.

In  Betzdorf,  Kreis  Altenkirchen,  Reg.-Bez.  Koblenz,  starb  ein  Kind  (Cäcilie  Hübsch)  am  7.  Tage
nach  der  Impfung  an  Lungenentzündung.  Die  ersten  Anzeichen  der  tödtlichen  Krankheit  waren  bereits  eine
Stunde  nach  der  Impfung  hervorgetreten,  nachdem  schon  vorher  Lungenverschleimung  bestanden  hatte.  Die
Impfung  selbst  blieb  ohne  Erfolg;  daß  eine  Impfschädigung  vorgelegen  hat,  wird  von  dem  Arzte,  welcher
das  Kind  in  seiner  Krankheit  behandelt  hat,  in  Abrede  gestellt  und  erscheint  auch  nach  dem  vorstehend  mitgetheilten
  Sachverhalt  ausgeschlossen.

In  Bamberg  starb  ein  Kind  (Philipp  Bezold)  an  einer  skorbutähnlichen  Krankheit;  auf  dem  Todtenschein
  war  ärztlicherseits  als  Ursache  „Impfschädigung“  vermerlt  worden.  Nach  amtlicher  Ermittelung  ist
der  Knabe  seinem  Lehrer  schon  lange  Zeit  durch  ein  nicht  gesundes  Aussehen,  namentlich  eine  gelbliche
Hautfarbe  aufgefallen.  Am  6.  Mai  geimpft,  besuchte  er  bis  zum  13.  Juli  noch  ununterbrochen  die  Schule,
ohne  daß,  abgesehen  von  einem  erst  1½  Monate  nach  der  Impfung  entstandenen  „Grind“  am  rechten
Nasenloche  besondere  Krankheitszeichen  an  ihm  bemerkt  wurden.  Ende  Juli  und  in  der  zweiten  Hälfte  des
August  wurde  er  ärztlich  behandelt,  das  erste  mal  an  Ekzem  des  rechten  Nasenlochs,  das  zweite  mal
außerdem  an  Elzem  über  dem  rechten  Schulterblatt.  Am  24.  August  war  die  Krankheit  geheilt.  Bom
4.  bis  22.  September  wurde  er  von  neuem  von  einem  dritten  Arzt  behandelt,  der  dann  die  erwähnte
Todesursache  auf  dem  Impfschein  vermerkt  hat.  Nach  den  Gutachten  des  Landgerichtsarztes  und  des
Bezirksarztes  ist  in  diesem  Falle  die  Annahme  einer  Impfschädigung  unberechtigt  und  durch  nichts  begründet.

In  Kaiserslautern  starb  ein  am  4.  Juni  geimyfter  Erstimpfling  (Otto  Münch)  8  Monate  später
an  Lungentuberkulose,  ohne  daß  ein  Zusammenhang  mit  der  Impfung  bestand.

In  Mogger,  Sachsen-Meiningen,  sollte  ein  wiedergeimpftes  Mädchen  (Rosa  Rau)  einer  Zeitungsnachricht
  zufolge  ein  „Opfer  des  Impfzwangs“  geworden  sein.  Thatsächlich  ist  das  Kind  an  einer  Nierenentzündung
  gestorben,  welche  sich  an  eine  mit  der  Impfung  außer  Zusammenhang  stehende  Scharlacherkrankung
  anschloß.

Ueber  Erkrankungen  nach  der  Impfung  ist  im  Uebrigen  Nachstehendes  zu  berichten:

Erheblichere  Hautentzündungen  in  der  Umgebung  der  Impfstelle  sind  wie
früher  auch  im  Berichtsjahre  von  vielen  Impfärzten  bei  einzelnen  Impflingen  beobachtet  worden.
Solche  Reizerscheinungen  sind  vielfach  Folge  einer  nicht  genügenden  Schonung  des  geimpften
Armes  und  kommen  daher  am  häusigsten  bei  Wiederimpflingen  vor;  in  anderen  Fällen  handelt
es  sich  um  eine  ungewöhnlich  große  Empfindlichkeit  des  Impflings,  ferner  kann  die  Wirksamkeit
  des  Impfstoffes  und  das  Impfverfahren  zuweilen  von  Einfluß  sein.  1)  Von  impfgegnerischer
  Seite  werden  derartige  entzündliche  Vorgänge  an  der  Impfstelle  trotz  des
günstigen  und  folgenlosen  Verlaufs  oft  als  ernste  Erkrankungen  hingestellt  und  zu  der  Behauptung
  verwerthet,  daß  alljährlich  Tausende  von  schweren  Impfschädigungen  vorkommen.

In  einem  hierher  gehörigen  Falle  (Kind  Schmidt  in  Rüscheid,  Kreis  Neuwied)  sollte  laut  einer
Zuschrift  an  ein  impfgegnerisches  Blatt  „der  rechte  Arm  bis  in  den  halben  Rücken  so  entzündet“  gewesen
sein,  „daß  man  es  fast  nicht  mehr  ansehen  konnte.“  Ein  hinzugezogener  Arzt  hatte  angeblich  „sogleich
die  Impfschädigung  bejaht.“  Auch  später  „ruhte  das  Gift  nicht,  die  Augen  wurden  krank  und  ein  rauher
Husten  befiel  das  Kind.“  Nach  amtlichen  Ermittelungen  hat  es  sich  lediglich  um  eine  etwas  stärkere
Röthung  und  Schwellung  in  der  Umgebung  der  Impfstelle  gehandelt.  Der  erwähnte  Arzt  hatte  auf  eine
Frage  über  die  Art  des  Leidens  den  Eltern  gesagt,  „iede  erfolgreiche  Impfung  bringe  eine  Reaktion,“  von
einer  Augenentzündung  und  von  Husten  übrigens  nichts  wahrgenommen.

In  Langenhain,  Kreis  Friedberg  (Hessen)  war  dem  Impfarzt  von  dem  Lehrer  gemeldet  worden,
fast  alle  wiedergeimpften  Schüler  seien  schwer  erkrankt.  Der  zur  Untersuchung  sofort  in  die  Gemeinde
geeilte  Impfarzt  fand  sämmtliche  „Schwerkranke“  nicht  zu  Hause,  sondern  auf  dem  Felde  mit  ländlichen
Arbeiten  beschäftigt.  Eine  mäßige  Ausbreitung  der  Randröthe  bei  einzelnen  Schülern  hatte  zu  dem  Gerüchte
Anlaß  gegeben.

Ueber  die  Häufigkeit  der  Hautentzündungen  enthält  nur  ein  Theil  der  Berichte  bestimmte
  Angaben,  die  meisten  Berichterstatter  begnügen  sich  mit  der  Angabe,  daß  solche

1)  Vergl.  S.  84,  ferner  Mediz.  statist.  Mittheil.  Band  IV.  S.  111.
        <pb n="89" />
        —  87  —

Vorkommnisse  „vereinzelt“,  „in  einigen  Fällen“,  „in  mehreren  Kreisen“  beobachtet
worden  sind.

Aus  Preußen  liegen  u.  a.  folgende  Zahlenangaben  vor.  In  Berlin  fanden  sich  Randentzündungen
bei  267  (im  Vorjahre  460)  von  36  528  1)  Erstimpflingen  und  bei  336  (573)  von  29  518  1)  Wiederimpflingen.
  Im  Reg.-Bez.  Kassel  betrug  die  größte  in  einem  Kreise  festgestellte  Zahl  solcher  Reizerscheinungen
  16.  In  Bayern  sind  aus  7  Amtsbezirken  32  und  aus  5  anderen  noch  einige  meitere  derartige
Fälle,  ferner  aus  4  Bezirken  insgesammt  80  Fälle  von  „Impfrothlauf“,  „Erysipel“  u.  dergl.  bei  Wiederimpflingen
  berichtet.  (Vergl.  weiter  unten  den  Bericht  über  die  Rothlauferkrankungen).  In  Sachsen
wurden  Entzündungen  der  Schnittstellen  nur  in  8  Berichten  als  häufig  bezeichnet  und  zwar  meist  bei
Wiederimpflingen.  Auch  50  aus  Württemberg  gemeldete  Fälle  betrafen  in  ihrer  Mehrzahl  Wiederimpflinge.
In  Hessen  fanden  sich  stärkere  Hautentzündungen  u.  dergl.  bei  30  von  1374  Wiederimpflingen  des  Impfbezirks
  Dieburg,  in  Mecklenburg-Schwerin  insgesammt  bei  118  von  15445  Erstimpflingen  und  176  von
13645  Wiederimpflingen,  in  2  Impfbezirken  in  Sachsen-Meiningen  bei  insgesammt  126,  in  Hamburg  bei
6  von  12500  Wiederimpflingen,  außerdem  bei  29  Kindern  in  2  Landorten.

Vorübergehende  Anschwellungen  der  der  Impfstelle  nächstgelegenen  Lymph-=drüsen
  sind,  meist  im  Zusammenhange  mit  Randentzündungen,  denen  sie  nach  Ursache  und
Bedeutung  gleich  zu  stellen  sind,  in  vielen  Impfbezirken  „vereinzelt“,  „nicht  eben  häufig“,
„mehrfach“,  „hin  und  wieder“  beobachtet  worden.

In  Berlin  wurden  insgesammt  16  Fälle  (im  Vorjahre  36)  bei  Erst=  und  43  (69)  bei  Wiederimpflingen
  festgestellt,  in  Württemberg  etwa  10,  in  Mecklenburg-Schwerin  69  (davon  62  bei  Wiederimpflingen),
  in  2  Impfbezirken  in  Sachsen-Meiningen  zusammen  15,  in  Sachsen-Altenburg  1,  im  Stadt=  und
Landgebiet  Hamburg  8.

Zur  Eiterung  von  Lymphdrüsen  kam  es  „in  einzelnen  Fällen“  im  Reg.-Bez.
Merseburg  und  im  Landkreise  Hagen  (Reg.-Bez.  Arnsberg),  in  2  Fällen  im  Reg.-Bez.  Wiesbaden,
  in  je  1  in  2  anderen  preußischen  Regierungsbezirken,  in  dem  hessischen  Kreise  Groß-Gerau,
  in  Hamburg  und  in  Elsaß-Lothringen.  Der  Ausgang  war  in  allen  diesen  Erkrankungen
  günstig.

Ueber  einen  in  Elberfeld  beobachteten  Fall  (Meta  Breider)  von  Drüsfeneiterung  ist  der  Mittheilung
in  einem  impfgegnerischen  Blatte  zu  entnehmen,  daß  die  Mutter  gleich  nach  der  Impfung  die  Wunden
ausgesaugt  hatte,  ohne  daß  dadurch  die  Entwickelung  der  Impfpusteln  verhindert  wurde.  Etwa  3  Wochen
nach  der  Impfung,  als  die  Pusteln  bereits  vernarbt  waren,  bildete  sich  unter  dem  rechten,  einige
Tage  später  unter  dem  linken  (nicht  geimpften)  Arme  ein  Knötchen.  Das  letztere  vereiterte  und  mußte
geöffnet  werden.  Bei  der  später  durch  den  Kreisphysikus  vorgenommenen  Untersuchung  war  das  Kind
kräftig  und  anscheinend  gesund;  auf  dem  rechten  Oberarm  fanden  sich  3  gut  entwickelte  Impfnarben,  in  der
linken  AUchselhöhle  eine  unbedeutende,  kaum  bemerkbare  Narbe.

Eiterung  des  Unterhautgewebes  wurde  beobachtet  in  den  preußischen  Reg.=Bezirken
  Danzig,  Potsdam,  Köslin  (je  1  Fall),  Magdeburg  (2  Fälle),  Erfurt  (vereinzelt
„Verschwärung"),  ferner  in  den  bayerischen  Impfbezirken  Erding  (2  Fälle),  Vohenstrauß
und  Lohr  (je  1  Fall),  in  2  sächsischen  Bezirken  (je  1  Fall),  in  Württemberg  (2  Fälle),
Mecklenburg-Schwerin  (3  Fälle),  Schwarzburg-Rudolstadt  (1  Erkrankung,  verursacht  durch
den  Druck  eines  zu  engen  Hemdärmels)  und  im  Oberelsaß  (1  Fall).

Von  den  unter  der  Bezeichnung  Rothlauf  mitgetheilten  Fällen  endeten  2,  über
welche  bereits  berichtet  ist,  tödtlich;  von  den  übrigen  sind  nur  wenige,  soweit  den  Berichten  zu
entnehmen  ist,  ernsterer  Natur  gewesen.  Hierher  gehört  die  Erkrankung  eines  Erstimpflings
in  Züllichau,  (Reg.-Bez.  Frankfurt),  bei  welchem  sich  8  Tage  nach  der  Impfung  die  Rose
einstellte  und  über  den  linken  Arm,  sowie  über  die  Hälfte  der  Brust  nach  hinten  bis  zum
Kreuzbein  fortschritt,  serner  je  eine  Erkrankung  in  Stade  und  in  Neresheim  (Württemberg).

In  letzterem  Orte  erkrankte  von  2  im  Alter  von  2½  Jahren  und  10  Monaten  stehenden,  am
gleichen  Tage  erfolgreich  geimpften  Geschwistern  das  jüngere  Kind  am  7.  Tage  nach  der  Impfung  mit

1)  Einschl.  Charlottenburg.
Mediz.  stat.  Mittell.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V.  8
        <pb n="90" />
        Rothlauf,  während  das  ältere  gesund  blieb.  Die  Rose  ging  von  einer  tags  zuvor  durch  das  Kind  aufgekratzten
  Impfpustel  des  linken  Armes  aus  und  wanderte  über  den  ganzen  linken  Arm  und  die  Brust.  Die
Krankheit  endete  nach  Ablauf  der  3.  Woche  günstig,  worauf  sich  das  Kind  verhältnißmäßig  rasch  erholte
und  wieder  vollkommen  gesund  wurde.

Außerdem  sind  einige  ernstere  Erkrankungen  an  Rose,  welche,  wie  die  vorstehende,
auf  eine  nachträgliche  Infektion  der  Impfstelle  zu  beziehen  sind  und  daher  der  Impfung
nur  mittelbar  zur  Last  gelegt  werden  können,  berichtet  in  je  einem  Falle  aus  dem  Kreise
Mayen  (Reg.-Bez.  Koblenz),  aus  Groß-Burgwedel,  (Reg.-Bez.  Lüneburg),  aus  den  bayerischen
Amtsbezirken  Heidenheim  und  Frankenthal  sowie  aus  dem  Impfbezirk  Heldburg  (Sachsen-Meiningen).
  Ueber  den  letzteren  Fall  ist  nichts  Näheres  mitgetheilt,  die  Erkrankung  im
Kreise  Mayen  entwickelte  sich  erst  4  Wochen,  der  Fall  in  Heidenheim  am  10.  Tage  nach  der
Impfung,  in  Frankenthal  wurde  ein  Erstimpfling  von  seiner  an  Gesichtsrose  leidenden  Mutter

angesteckt.  Der  Fall  in  Groß-Burgwedel  hat  zu  besonderen  Ermittelungen  Anlaß  gegeben.

Einem  impfgegnerischen  Blatte  zufolge  sollte  der  10  Monate  alte  Sohn  des  Pensionärs  Meyer  so
bedenklich  an  Rothlauf  erkrankt  sein,  daß  der  Impfarzt  ihn  vollständig  aufgegeben  hatte.  Ein  hinzugezogener
  anderer  Arzt  Dr.  D.  hatte  sich  angeblich  bereit  erklärt,  zu  bezeugen,  daß  die  Krankheit  eine
Folge  der  Impfung  gewesen  sei  und  den  Eltern  nahegelegt,  eine  Entschädigung  für  die  Kurkosten  zu
fordern.  Ferner  sollte  die  Mutter  und  eine  Nachbarin  sich  bei  dem  Kinde  angesteckt  haben,  so  daß  sich
bei  ihnen  Geschwüre  bildeten,  welche  in  ganz  gleicher  Weise  wie  die  Impfpusteln  vernarbten.  —  Der
amtlichen  Feststellung  zufolge  ist  das  Kind  kurze  Zeit  nach  der  Impfung  mit  einer  Anschwellung  in  der
Umgebung  der  Pusteln  erkrankt,  welche  der  hinzugezogene  Dr.  D.  für  „nicht  bedenklich“  hielt.  Erst
4  Wochen  später  wurde  derselbe  Arzt  wiedergerufen;  nunmehr  bestand  eine  neue  Erkrankung  an  Wanderrose,
  welche  nach  etwa  4  bis  5  Wochen  in  Genesung  endete.  Eine  Ursache  dieser  Erkrankung  vermochte
Dr.  D.  nicht  zu  bezeichnen.  Nach  Aussage  der  Mutter  ist  das  Kind  in  der  Zeit  zwischen  der  Impfung
und  dem  Auftreten  der  Rose  gesund  gewesen,  ein  Zusammenhang  der  letzteren  Erkrankung  und  der
Impfung  hat  nach  dem  Gutachten  des  Impfarztes  und  des  Kreisphysikus  nicht  bestanden.  Während  der
Krankheit  des  Kindes  hat  nach  Aussage  der  Mutter  die  Rose  in  ihrem  Hause  oder  der  Nachbarschaft
nicht  geherrscht.

Soweit  über  die  sonst  angezeigten  Fälle  von  Rose  Näheres  berichtet  ist,  scheint  es  sich
um  wenig  erhebliche  Erkrankungen,  meist  nicht  um  wirkliche  Wundrose,  sondern  nur  um

Reizerscheinungen  an  der  Impfstelle  gehandelt  zu  haben.

Bei  einem  Impfling  in  Hemer,  Kreis  Iserlohn  (Reg.-Bez.  Arnsberg),  welcher  laut  ärztlicher  Bescheinigung
  an  „Pockenrose  und  Eitervergistung“  erkrankt  sein  sollte,  fand  der  mit  der  amtlichen  Feststellung
beauftragte  Physikus  nur  eine  gewöhnliche  Entzündungsröthe  an  den  Impfpusteln,  welche  zu  Besorgnissen
nicht  Anlaß  gab.

Der  Bezirksarzt  von  Lahr  (Baden)  berichtete,  daß  „Rothlanf“  in  dem  Jahre  1895  seltener  und
zwar  nur  bei  Wiederimpflingen  beobachtet  wurde;  die  Erkrankungen  erstreckten  sich  nur  auf  den  Arm,  waren
sehr  selten  mit  Fieberbewegungen  verbunden  und  nicht  als  schwer  zu  betrachten.  Aehnlich  lauten  die
Berichte  der  Bezirksärzte  von  Baden,  Buchen,  Pfullendorf,  Oberkirch  und  Schopfheim  in  Baden.

In  Stuttgart  erstattete  ein  homöopathischer  Arzt  Anzeige,  daß  ein  am  1.  Juni  geimpftes  Kind  an
Impfrothlauf  schwer  erkrankt  sei.1)  Bei  der  hierauf  eingeleiteten  Untersuchung  fand  der  Stadtdirektionsarzt
  am  9.  Juni  an  dem  geimpften  Arme  eine  starke  örtlich-entzündliche  Reizung  sowie  einen  im  Abblassen
begriffenen,  masernähnlichen  Ausschlag,  den  Zustand  des  fieberlosen  Kindes  „durchaus  unbedenklich.“  Auf
eine  weitere,  am  21.  Juni  erfolgte  Anzeige  des  erstgenannten  Arztes,  daß  bei  dem  Kinde  über  den
ganzen  Körper  zerstreut  ein  stark  juckender  Ausschlag  bestehe,  fand  am  2.  Juli  nochmals  eine  Besichtigung
durch  den  Stadtdirektionsarzt  statt,  wobei  weder  ein  Ausschlag  noch  sonst  etwas  Krankhaftes  an  dem
Kinde  wahrgenommen  wurde.

Aus  19  von  36  preußischen  Regierungsbezirken,  ferner  aus  Sachsen-Weimar,

Mecklenburg-Strelitz,  Oldenburg,  Braunschweig,  Sachsen-Koburg-Gotha,  Anhalt,  Schwarz-1)

  Der  Fall  (Kind  Rübmann)  ist  von  impfgegnerischer  Seite  auch  in  mehreren  Zeitschriften  besprochen
  worden.
        <pb n="91" />
        —  89  —

burg-Sondershausen,  Reuß  ä.  L.,  Reuß  j.  L.,  Schaumburg-Lippe,  Lübeck,  Bremen  und
Elsaß-Lothringen  sind  Fälle  von  Rothlauf  nicht  berichtet,  in  den  übrigen  Bundesstaaten

und  Landestheilen  ist  die  Krankheit  nirgends  in  größerer  Verbreitung  beobachtet  worden.

In  Berlin  1)  wurden  bei  66046  Impfungen  1  Erkrankung  an  Späthrothlauf  und  11  roseähnliche
Fälle  angezeigt,  in  den  Reg.-Bezirken  Potsdam  eine  Erkrankung  (in  Baruth),  Frankfurt  außer  dem  bereits
erwähnten  Falle  in  Züllichau  eine  2  Wochen  nach  der  Impfung  von  aufgekratzten  Pusteln  ausgegangene
Erkrankung,  Stralsund  1  Späthrothlauferkrankung,  Oppeln  aus  8  Kreisen  insgesammt  8  Fälle,  davon  je  4
von  Früh-  und  Spätrothlauf,  welche  sämmtlich  auf  Unsauberkeit,  Reizung  der  Impfstelle  oder  sonstiges
unzweckmäßiges  Berhalten  zurückzuführen  waren  und  in  8—10  Tagen  heilten,  Magdeburg  aus  3  Kreisen
je  1  Fall  von  Späthrothlauf,  Merseburg  6  Fälle,  darunter  2  von  Spätrothlauf,  von  denen  der  eine  bei
einem  unsauber  gehaltenen  Kinde  in  der  3.  Woche  nach  der  Impfung  entstand,  Erfurt  und  Schleswig  je  1  Fall
von  Spätrothlauf,  Lüneburg  und  Stade  die  bereits  erwähnten  Fälle,  Minden  3  Fälle,  davon  1  an  Früh-,
2  an  Spätrothlauf,  Kassel  3—4  leichte  Fälle  in  der  Bezirkshauptstadt,  einzelne  in  5  Kreisen,  davon  die
meisten  (8)  im  Kreise  Fulda,  Koblenz  außer  dem  erwähnten  Falle  in  Mayen  aus  8,  Düsseldorf  aus
4  Kreisen  einige  wenige  Fälle,  Trier  vereinzelte,  bald  geheilte  Erkrankungen  und  Sigmaringen  4  Fälle,
darunter  3  von  Frührothlauf.  In  Bayern  wurde  „Impfrothlauf“  in  4  Amtsbezirken  bei  insgesammt
30  Wiederimpflingen  beobachtet,  ferner  erkrankten  in  6  Bezirken  17  und  in  2  anderen  Bezirken  einzelne
Erstimpflinge,  darunter  die  beiden  erwähnten  Kinder  in  Heidenheim  und  Frankenthal  an  Rose  oder  rothlaufähnlichen
  Erscheinungen.  In  Sachsen  ist  Rothlauf  in  „einigen“  bezw.  „wenigen“  oder  „vereinzelten“
Fällen  aus  9  Bezirken  berichtet,  in  Württemberg  nur  in  dem  angeführten  Falle,  in  Neresheim  in  Baden
bei  13  Erstimpflingen  und  4  Schülern  im  Bezirk  Bühl,  doch  scheint  es  sich  nach  der  Beschreibung  ebenso
wie  in  den  Fällen  in  Lahr  und  den  üÜbrigen  bereits  genannten  Bezirken  nur  um  stärkere  entzündliche
Erscheinungen  gehandelt  zu  haben.  Ferner  wurden  beobachtet  in  Hessen-  ein  „sehr  leichter“  Fall  von
Früherysipel,  in  Mecklenburg-Schwerin  5  Fälle  von  Späterysipel,  in  Sachsen-Meiningen  der  erwähnte  Fall
und  1  leichte  Erkrankung  an  Früherysipel  bei  einem  Wiederimpfling  im  Bezirk  Heldburg,  in  Sachsen-Altenburg
  13  Fälle  von  Spätrothlauf,  darunter  10  bei  Wiederimpflingen,  in  Schwarzburg-Rudolstadt
2  Fälle  von  Frührothlauf  bei  Wiederimpflingen,  in  Waldeck  1  und  in  Lippe  3  Fälle  von  Spätrothlauf,
endlich  in  Hamburg  2  schnell  geheilte  Fälle  von  Frührothlauf  ?.

Verschwärung  oder  brandige  Beschaffenheit  der  Impfstellen  wurde  in  den
preußischen  Reg.-Bezirken  Merseburg  in  8,  Münden  und  Düsseldorf  in  je  4,  Stade  in  3,
Köslin  in  2,  Potsdam  und  Schleswig  in  je  1,  Posen  und  Münster  in  einigen  Fällen  festgestellt.


Der  Fall  im  Reg.-Bez.  Potsdam,  über  welchen  eine  Mittheilung  bereits  seitens  eines  impfgegnerischen
Blattes  veröffentlicht  worden  ist,  betraf  ein  außerhalb  des  öffentlichen  Termines  in  Friedrichsberg  am
11.  Dezember  geimpftes  Kind  Rudolf  Roscher.  2  gleichzeitig  geimpfte  Kinder  blieben  gesund,  bei  dem
Kind  Roscher  entstanden  jedoch  aus  den  Pusteln  Geschwüre,  bis  zu  deren  Heilung  6  Wochen  verstrichen.
Nachtheilige  Folgen  sind  nicht  zurückgeblieben.

In  Sachsen  wurde  Verschwärung  der  Impfpusteln  in  einem  Bezirke  mehrfach,  in
je  2  Bezirken  2  mal  und  1  mal  beobachtet.  In  Hessen  sah  ein  Impfarzt  mehrmals  nach
starkem  Jucken  und  Kratzen  Geschwüre  an  Stelle  der  Impfpocken  auftreten.  Ferner  sind
berichtet  1  Fall  aus  Mecklenburg-Schwerin,  2  aus  Sachsen-Meiningen  (außerdem  bei
11  Kindern  eiterige  Beschaffenheit  der  Pusteln),  je  1  aus  Anhalt  und  Hamburg.  In  Waldeck
wurde  eine  Verschwärung  der  Impfpusteln  „stellenweise“,  im  Bezirk  Lothringen  infolge  von
Unreinlichkeit  der  Impflinge  oder  ihrer  Pfleger  mehrfach  verzeichnet.

Ueber  eine  von  dem  Steueraufseher  Dellinger  in  Bogen  (Reg.-Bez.  Niederbayern)  einem  impfgegnerischen
  Blatte  angezeigte  Erkrankung  seines  Kindes,  welche  in  eiteriger  Berschwärung,  Geschwüren  an
den  Fingern  und  Fersen  sowie  Ohrenfluß  bestanden  haben  soll,  vermochte  der  angeblich  behandelnde  Arzt
nichts  Näheres  anzugeben,  da  er  sich  nicht  erinnerte,  ob  er  das  Kind  selbst  gesehen  hatte.  Dem  Impfarzt
war  eine  derartige  Erkrankung  weder  bei  der  Nachschau  zu  Gesicht  gekommen  noch  nachträglich  mitgetheilt

1)  Einschl.  Charlottenburg.
2)  Vergl.  Mediz.-statist.  Mittheil.  Bd.  III.  S.  816.
8*
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        —  90  —

worden.  Andererseits  wurde  ermittelt,  daß  der  Vater  des  Impflings  ein  Anhänger  des  Kneipp'schen  Heilverfahrens
  war  und  das  zarte  Kind  bald  nach  der  Geburt  und  seitdem  täglich  in  kaltem  Wasser  gebadet
hatte,  so  daß  die  Nachbarschaft  durch  das  klägliche  Schreien  des  Kindes  belästigt  wurde.  Auch  wurden
dem  Kinde  Salzwasser-Wickelungen  (Salzhemd)  gemacht.  Nach  dem  Gutachten  des  Bezirksarztes  kann  bei
solcher  Behandlung  ein  Wundwerden  der  Haut  und  eine  Geschwürsbildung  wohl  eingetreten  sein,  zumal
das  Wasser  am  Orte  stark  kalkhaltig  ist.

Blutvergiftung  ist  in  einem  der  beiden  bereits  erwähnten  Todesfälle  aus  Sachsen
berichtet,  brheumatischer  Tetanus“  (Starrkrampf)  in  einem  mild  verlaufenen  Falle  aus
Sachsen-Weimar.  Fälle  von  Syphilis  sind  als  Folge  der  Impfung  im  Berichtsjahre  nicht
vorgekommen.

Das  Auftreten  von  Hautausschlägen,  wie  Quaddeln  (Urtikaria),  Papeln,  gleichmäßiger
  scharlachähnlicher  Röthung  (Erythemen),  masernähnlichen  Flecken  (Roseola)  nach  der
Impfung,  zum  Theil  in  Verbindung  mit  Fieber  und  Juckreiz,  ist  in  den  Berichten  verschiedentlich
  erwähnt.

Bei  einem  Erstimpfling  in  Berlin  wurden  auf  der  der  geimpften  Seite  entsprechenden  Hälfte  des
Gesichts,  des  Bauches,  des  Ober=  und  Unterschenkels  kleine  Blutaustritte  unter  die  Oberhaut  wahrgenommen,
welche  innerhalb  von  3  Tagen  wieder  verschwanden.  In  dem  bayerischen  Impfbezirk  Kusel  trat  zu  einem
nach  der  Impfung  entstandenen  Erythem  eine  Eiterung  in  der  Leistengegend  hinzu.

Die  Ursachen  und  die  Natur  derartiger  Reizerscheinungen  sind  bereits  in  früheren
Berichten  wiederholt  erörtert  worden  1).  Diese  in  der  Regel  harmlosen  und  schnell  vorübergehenden
  Ausschläge  werden  jedoch  immer  wieder  in  der  Presse  als  „Impfschädigungen“
dargestellt.  "

Im  November  des  Berichtsjahres  brachte  ein  naturärztliches  Blatt  in  Berlin  unter  der  Aufschrift
„Impschädigungen“  die  Notiz:  „Der  kleine  Sohn  des  Herrn  Paul  Kluge  ist  nach  der  Impfung  erkrankt,
  es  stellte  sich  Hitze  ein,  der  Körper  bedeckte  sich  mit  rothen  Flecken.“  Nach  amtlicher  Feststellung
ist  bei  dem  Kinde  etwa  4  Tage  nach  der  am  28.  Juli  vollzogenen  Impfung  unter  Hitze  ein  Ausschlag  in
Form  von  stecknadelknopfgroßen  „Pickeln“  aufgetreten  und  bereits  vor  dem  Nachschautage  wieder  verschwunden.
  Im  Uebrigen  war  der  Verlauf  der  Schutzpocken  ungestört.  Die  Mutter  hatte  dem  Ausschlag,
während  dessen  das  Kind  den  Appetit  nicht  verlor,  eine  Bedeutung  nicht  beigelegt,  ärztliche  Hülfe  nicht  in
Anspruch  genommen  und  auch  dem  Impfarzt  bei  der  Nachschau  nichts  davon  mitgetheilt.  Dem  Berichte

zufolge  hat  es  sich  vielleicht  nicht  einmal  um  einen  Impfausschlag  sondern  um  Schweißfrieseln  gehandelt,
deren  Auftreten  bei  der  damals  herrschenden  großen  Hitze  erklärlich  war.

Bläschen=  und  pustelförmige  Ausschläge,  in  den  Berichten  u.  a.  auch  als  generalisirte
Vaccine,  Herpes,  Pemphigus  oder  Furunkulosis  beschrieben,  sind  mitgetheilt  aus  Berlin?),
den  Kreisen  Rawitsch  und  Verden  (je  1  Fall),  dem  Reg.-Bez.  Lüneburg  (5  Fälle),  dem
Landkreise  Bromberg  (2  Fälle),  den  Bezirken  Vilshofen  (besonders  bei  Wiederimpflingen,
welche  bereits  wieder  schwere  Arbeit  verrichtet  hatten),  Kusel,  Bamberg  (1  bezw.  2  Fälle
von  Furunkulosis)  und  4  anderen  bayerischen  Amtsbezirken  (vereinzelt),  dem  Königreich  Sachsen
(5  Fälle)  ),  Württemberg  (ohne  Zahlenangabe),  Baden  (5  Fälle),  Sachsen-Weimar  (2  Fälle),
Sachsen-Altenburg  und  Reuß  ä.  L.  (je  1  Fall)  und  Hamburg  (4  Fälle).  Nach  der  Beschreibung
  hat  es  sich  in  jenen  Fällen,  namentlich  den  Erkrankungen  in  den  Kreisen  Rawitsch
und  Verden,  zum  Theil  nicht  um  Impfausschläge,  sondern  um  Windpocken  gehandelt,  deren
Entstehung  mit  der  Impfung  nicht  im  Zusammenhang  stand.  Sekundäre  Impfpusteln,
infolge  unmittelbarer  Uebertragung  des  Pustelinhalts  auf  andere  Körperstellen,  wurden  beobachtet
  in  Oldesloe,  (Reg.-Bez.  Schleswig),  wo  in  einem  Fall  am  Hodensack,  in  einem  anderen

1)  Vergl.  Mediz.-statist.  Mittheil.  Bd.  III.  S.  271  u.  Bd.  IV.  S.  114.

2)  Ebenda  Bd.  III.  S.  3138.

2)  Vergl.  Mediz.-statist.  Mittheil.  Bd.  III.  S.  315,  wo  zugleich  die  später  angeführten  Fälle  von
impetigoähnlichem  Ausschlag  erwähnt  sind.
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auf  dem  Leib  und  am  Bein  weitere  Pusteln  entstanden,  in  den  bayerischen  Amtsbezirken
Herzogenaurach  (1  Fall),  Kronach  (2  Fälle,  darunter  1  von  Uebertragung  auf  den  Rumpf),
im  Königreich  Sachsen  (2  Fälle)  und  in  Elsaß-Lothringen  (1  Fall  von  Uebertragung  auf
den  Hals).

Chronische  Hautausschläge  (Prurigo,  Ekzem),  für  welche  jedoch  vielfach  ein  Zusammenhang
  mit  der  vorausgegangenen  Impfung  nicht  als  wahrscheinlich  zu  bezeichnen  war,
sind  erwähnt  aus  den  preußischen  Reg.-Bezirken  Potsdam  (2),  Frankfurt  (1  Erkrankung  an
„sehr  bald  geheiltem  Ausschlag")  und  Hannover  (einzelne  Fälle),  aus  Sachsen  (4  Fälle  von
Ekzem  in  3  Bezirken,  vereinzelte  in  3  anderen  Bezirken,  2  Fälle  von  chronischem  Ausschlag,
8  von  Impetigo),  Württemberg  (2  Fälle  von  Ekzem),  Hessen  (mehrere  Fälle  von  Ekzem  im
Kreise  Bensheim,  2  in  Alzey),  Mecklenburg-Schwerin  (1  Fall),  Braunschweig  (2  Fälle),
Sachsen-Meiningen  (4  Fälle),  Sachsen-Koburg-Gotha  (1  Fall),  Hamburg  (1  Fall  von  Herpes
Zoster,  26  Fälle  von  Ekzem  1))  und  Elsaß-Lothringen  (1  Fall  von  Prurigo,  2  von  Ekzem).

Einer  der  Fälle  aus  dem  Reg.-Bez.  Potsdam  betraf  ein  12  Jahre  altes  Mädchen  (Alma  Zehl)
aus  Pankow,  deren  Erkrankung  einem  naturärztlichen  Blatte  zufolge  ein  „regelrechter  Pockenausschlag“
gewesen  sein  und  durch  Ansteckung  auch  die  2  Jahre  alte  Schwester  des  Mädchens  betroffen  haben  sollte.
Nach  amtlicher  Ermittelung  hat  bei  beiden  Kindern  mehrere  Monate  lang  ein  impetigoähnlicher  Ausschlag
am  Kopf  bestanden,  der  bei  dem  älteren  Kinde  am  Tage  nach  der  Nachschau  zuerst  im  Gesicht  auftrat.
Durch  den  Ausschlag,  der  von  einer  Nachbarin  als  „Patz“,  wie  er  bei  Kindern  vielfach  vorkommt,  bezeichnet
wurde,  war  das  Befinden  und  der  Appetit  der  Kinder  nicht  gestört.  Fieber  oder  besonderes  Hautjucken
bestanden  nicht,  der  Schulbesuch  des  älteren  Kindes  wurde  nicht  unterbrochen.  Bei  der  Besichtigung  durch
den  Kreisphysikus  waren  beide  Kinder  gesund;  Spuren  des  überstandenen  Ausschlages  oder  Pockennarben
wurden  im  Gesicht  und  am  Kopf  nicht  gefunden.

Ein  anderer  vorher  nicht  erwähnter  Fall  aus  demselben  Regierungsbezirk,  der  ebenfalls  in  einem
impfgegnerischen  Blatte  erörtert  worden  ist,  betraf  einen  Erstimpfling  (Wilhelm  Kunowsky)  in  Wilmersdorf.
Auch  hier  handelte  es  sich  um  einen  Ausschlag  am  Kopfe,  im  Berichte  als  „Kopfgrind“  bezeichnet,  der  bald
nach  dem  Nachschautage  aufgetreten  war,  und  zu  dem  später  Lymphdrüsenschwellungen  am  Halse  hinzutraten;
  eine  geschwollene  Drüse  wurde  ärztlicherseits  durch  Schnitt  eröffnet.  Späterhin  war  das  Kind
auch  infolge  eines  inneren  Leidens,  angeblich  einer  Erkrankung  der  Luftröhren  und  der  Lungen  bettlägerig.
Ein  Zusammenhang  dieser  bei  dem  von  Natur  skrophulösen  Kinde  aufgetretenen  Erkrankungen  mit  der
Impfung  wurde  nicht  festgestellt,  an  den  geimpften  Armen  fanden  sich  Impfnarben  von  gewöhnlicher  Beschaffenheit
  ohne  Spuren  etwaiger  Geschwüre  in  der  Umgebung.

In  einem  oben  nicht  angeführten  Falle  in  Dillenburg  (Reg.-Bez.  Wiesbaden)  sollte  ein  Erstimpfling
(Robert  Gellert)  nach  Mittheilung  eines  impfgegnerischen  Blattes  an  „Impfrothlauf“  erkrankt  sein.  Nach
amtlicher  Feststellung  litt  das  Kind  an  einem  skrophulösen  Hautausschlag,  der  schon  bald  nach  der  Geburt
hervorgetreten  war  und  nach  der  Impfung  noch  längere  Zeit  bestand,  schließlich  aber  abheilte,  ohne  daß
ärztliche  Hülse  in  Anspruch  genommen  wurde.

Bei  einem  Erstimpfling  in  Chemnitz,  bei  welchem  laut  Anzeige  der  Mutter  ein  Ausschlag  am  rechten
Ohre  und  beiden  Augen,  sowie  ein  Bläschenausschlag  auf  dem  Kopfe  nach  der  Impfung  ausgebrochen  sein
sollte,  fand  der  mit  der  Untersuchung  beauftragte  Arzt  nur  ein  Gerstenkorn  am  linken  Auge.  Ein  Zusammenhang
  mit  der  Impfung  war  bestimmt  auszuschließen.

Einer  der  aus  Württemberg  berichteten  Fälle  (Bertha  Bartholomaei  in  Stuttgart)  ist  nicht  nur
wiederholt  in  Zeitschriften  erörtert,  sondern  auch  zu  Petitionen  an  den  Reichstag  und  die  Württembergische
Kammer  der  Abgeordneten  verwerthet  worden.  In  der  Württembergischen  Kammer  theilte  am  11.  Dezember
1896  der  Staatsminister  des  Innern  v.  Pischeck  mit,  daß  nach  den  amtlichen  Ermittelungen  allerdings  in
ummittelbarem  zeitlichem  Anschluß  an  die  Impfung  bei  dem  Kinde  ein  allgemeiner  Ausschlag  ausgebrochen
war,  ein  Zusammenhang  desselben  mit  der  Impfung  aber  nicht  als  erwiesen  angenommen  werden  konnte,
ein  zufälliges  Zusammenfallen  von  Impfung  und  Ausschlag  vielmehr  zum  mindesten  ebenso  wahrscheinlich
war.  Auf  die  eingehende  Darlegung  der  näheren  Umstände  des  Falls  erklärte  ein  Abgeordneter,  welcher
als  Gegner  des  Impfzwangs  das  Wort  nahm,  auch  seiner  Ansicht  nach  bestehe  ein  ursächlicher  Zusammen-1)

  Vergl.  Mediz.-stat.  Mittheil.  Bd.  III.  S.  316  u.  317.
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        —  92  —

hang  zwischen  der  Impfung  und  der  Krankheit  des  Kindes  nicht.  Schließlich  beschloß  die  Kammer,  über
die  Eingabe  zur  Tagesordnung  überzugehen.

In  einer  der  aus  dem  Kreise  Bensheim  berichteten  Erkrankungen,  welche  seitens  der  Impfgegner
in  der  Presse  besprochen  wurde,  gehörte  der  von  einem  einfachen  Ekzem  betroffene  Erstimpfling  einem
schmutzigen  Haushalte  an  und  war  von  seinem  Großvater  und  einer  älteren  Schwester,  welche  beide
schon  vorher  mit  ähnlichem  Ausschlage  behaftet  waren,  während  des  Bestehens  der  Schutzpocken  viel  herumgetragen
  worden.

In  einem  der  Fälle  in  Alzey  handelte  es  sich  um  ein  Ekzem,  das  schon  vor  der  Impfung  unter
der  behaarten  Kopfhaut  hervorgetreten  war.

Ansteckende  Hautkrankheiten  nach  der  Impfung  sind  nur  im  Berichte  aus
Hamburg  in  4  vereinzelten  Fällen  erwähnt.  Auch  in  diesen  Fällen  war  ein  Zusammenhang
  mit  der  Impfung  theils  bestimmt  auszuschließen,  theils  nicht  wahrscheinlich.  1)

Ein  Fall  von  Hautausschlag,  welcher  im  Königreich  Sachsen  als  angebliche  Impfschädigung  zur
Anzeige  kam,  ergab  sich  als  Krätze,  womit  die  ganze  Familie  behaftet  war.

Außerdem  sind  noch  einige  sonstige  Erkrankungen  zu  erwähnen,  in  welchen  ein  Zusammenhang
  mit  einer  vorausgegangenen  Impfung  von  impfgegnerischer  Seite  angenommen,
durch  die  amtlichen  Ermittelungen  aber  nicht  festgestellt  wurde.

Im  Landkreise  Elbing  hatte  der  ärztliche  Leiter  einer  Naturheilanstalt  durch  eine  Hebamme  die
Bevölkerung  auf  den  augeblichen  Schaden  der  Impfung  hinweisen  und  zur  Mittheilung  etwaiger  Impfschädigungen
  an  ihn  auffordern  lassen.  Ueber  7  darauf  ihm  nachgewiesene  Fälle,  von  denen  3  tödtlich  verliefen,
  ist  dem  Berichte  des  zuständigen  Regierungs=  und  Medizinalraths  zu  entnehmen,  daß  es  sich  um
schwächliche  Kinder  gehandelt  hat,  welche  an  Verdauungsstörungen,  zum  Theil  auch  an  Ausschlägen  gelitten
haben.  Ein  Zusammenhang  mit  der  Impfung  bestand  nicht;  Verdauungsstörungen,  darunter  auch  tödtliche
Fälle,  waren  gleichzeitig  bei  nicht  geimpften  Kindern  desselben  Impfbezirks  vorgekommen.  Das  Auftreten
derartiger  Erkrankungen  war  bei  der  damals  herrschenden  warmen  Witterung  erklärlich;  bei  einem  der  erwähnten
  7  Kinder  war  kurz  zuvor  die  Nahrung  geändert  worden,  einige  andere  scheinen  nicht  reinlich  gehalten
  und  mangelhaft  gepflegt  worden  zu  sein.  Bei  der  Nachschau  nach  der  Impfung  waren  alle  Kinder
gesund  befunden  worden.

In  Charlottenburg  sollte  ein  Kind  (Marie  Jürgens)  einer  Mittheilung  in  einem  impfgegnerischen
Blatte  zufolge  etwa  8  Tage  nach  der  Impfung  erkrankt  sein.  Nach  amtlicher  Mittheilung  hat  das  im
ersten  Lebensjahre  stehende  Kind,  als  die  Impfpusteln  bereits  abgeheilt  waren,  Schnupfen,  Durchfall  und
kleine  Aphthen  im  Munde  bekommen  und  mehrere  Monate  später  vorübergehend  an  Luströhrenkatarrh  gelitten.
  Nach  Auskunft  des  behandelnden  Arztes  waren  die  Krankheitserscheinungen  nicht  erheblich,  irgend
ein  Zusammenhang  mit  der  Impfung  bestand  nicht.  Bei  einer  etwa  1  Jahr  nach  der  Impfung  vorgenammene
  Besichtigung  erschien  das  Kind  gesund,  blühend  und  in  außergewöhnlich  gutem  Ernährungszustand.
  .

In  dem  bayerischen  Amtsbezirke  Erbendorf  wurde  ein  Panaritium  (Fingergeschwür)  auf  die  Impfung
zurückgeführt;  jedoch  ergab  sich,  daß  die  Erkrankung  schon  8  Tage  vor  der  Impfung  bestanden  hatte.

Ferner  sind  wie  alljährlich,  eine  Anzahl  von  Kindern  kurz  nach  der  Impfung  an
Krankheiten,  wie  Brechdurchfall  oder  Darmkatarrhen,  Lungenentzündung,  Luftröhrenkatarrh,
Gehirnhautentzündung,  Nierenentzündung,  Masern,  Scharlach,  Diphtherie,  Croup,  Keuchhusten,
  Augenbindehautkatarrh  u.  a.  m.  erkrankt,  zum  Theil  auch  gestorben.  Hierin  können
in  der  Regel  Folgen  der  Impfung  nicht  erblickt  werden;  denn  solche  Erkrankungen  sind  dem
jugendlichen  Alter  eigenthümlich  und  kommen  daher,  wie  bei  nicht  geimpften,  so  auch  bei
geimpften  Kindern  vor.  In  den  im  Berichtsjahre  bekannt  gewordenen  derartigen  Erkrankungsfällen
  waren  besondere  Umstände,  aus  welchen  auf  einen  Zusammenhang  mit  der
vorausgegangenen  Impfung  hätte  geschlossen  werden  können,  nicht  zu  ermitteln.  Soweit
ein  solcher  von  den  Angehörigen  oder  von  anderer  Seite  vermuthet  worden  ist,  sind  die  Fälle
in  den  vorstehenden  Mittheilungen  besonders  angeführt  worden.

Besondere  Vorkommnisse.  Unempfänglich  für  die  Impfung  war  ein  Kind  im
)  Näheres  über  diese  Fälle  ist  bereits  in  Bd.  III,  S.  317  berichtet.
        <pb n="95" />
        —  93  —

Kreise  Schildberg  (Reg.-Bez.  Posen),  dessen  Mutter  während  der  Schwangerschaft  eine  Erkrankung
  an  ächten  Pocken  durchgemacht  hatte.  In  dem  bayerischen  Amtsbezirke  Grünstadt
wurde  in  einem  Falle  nur  eine  Pustel  und  bei  der  Nachimpfung  ein  weiterer  Erfolg  nicht
erzielt.  Die  Mutter  gab  an,  daß  bei  allen  ihren  Kindern  die  Impfung  entweder  ganz
erfolglos  blieb,  oder  sich  nur  wenige  Pusteln  entwickelten.  Im  Amtsbezirke  Aub  war  bei
dem  einzigen  erfolglos  geimpften  Erstimpfling  die  Impfung  bereits  zum  fünften  Male  erfolglos
  vorgenommen  worden.  Unter  diesen  Impfungen  befand  sich  auch  eine  erfolglose
Impfung  von  Arm  zu  Arm.  Auch  bei  der  Erstimpfung  von  2  Geschwistern  dieses  Kindes
mußten  mehrere  Impfungen  vorgenommen  werden,  bis  sich  ein  genügender  Erfolg  erzielen
ließ.  Im  Impfbezirke  Weiden  ergab  sich  bei  der  öffentlichen  Wiederimpfung  in  2  Gemeinden
  eine  auffallende  Zahl  von  Fehlimpfungen.  Zugleich  wurde  bemerkt,  daß  die  Kinder
dieser  Gemeinden  ungewöhnlich  ausgebreitete  und  tiefe  Narben  von  der  Erstimpfung  hatten.
In  einem  anderen  bayerischen  Impfbezirk  wurde  beobachtet,  daß  die  Pusteln  bei  den  Wiederimpflingen
  sich  um  so  zahlreicher  und  besser  entwickelten,  je  weniger  Narben  von  der  ersten
Impfung  sichtbar  waren.

Aus  Bayern  wird,  wie  in  früheren  Jahren,  berichtet,  daß  schwächliche,  in  Folge  von
durchgemachten  Krankheiten  herabgekommene  Impflinge  und  jüngere  Kinder  im  Ganzen
weniger  und  auch  nicht  so  volle  und  große  Pusteln  aufzuweisen  hatten,  wie  die  älteren  und
kräftiger  entwickelten  Kinder.  Verspätete  Pustelentwickelung  wurde  dort  nur  von  wenigen
Impfärzten  im  Berichtsjahre  beobachtet.  Viel  häufiger  wiederholte  sich  die  gegentheilige  Beobachtung,
  daß  die  Pusteln  im  Berichtsjahre  eine  außerordentlich  kräftige  und  frühzeitige
Entwickelung  zeigten.  Außerdem  sah  eine  große  Anzahl  von  Impfärzten  aus  je  einem
Schnitte  häufig  2  und  eine  Mehrzahl  von  Pusteln  sich  entwickeln.  Von  mehreren  Impfärzten
  wird  andererseits  hervorgehoben,  daß  die  Autorevaccinationen  im  Ganzen  kümmerliche
Ergebnisse  hatten.

Mehrere  Impfärzte  konnten  einen  gleichzeitigen,  ungestörten  Verlauf  der  Windpocken
neben  den  Schutzpocken  an  denselben  Kindern  beobachten.

In  dem  bayerischen  Impfbezirke  Sulzbach  infizirte  ein  Kind  seine  Mutter,  auf  deren
Wange  eine  Pustel  von  bedeutender  Ausdehnung  und  starker  Röthung  der  Umgebung  unter
begleitendem  Fieber  entstand;  dieselbe  trocknete  jedoch  nach  8  Tagen  wieder  ein.
        <pb n="96" />
        Die  Thätigkeit  der  im  Deutschen  Reiche  errichteten  staatlichen
Anstalten  zur  Gewinnung  von  Thierlymphe  währeud  des
Jahres  1897.

Nach  den  Jahresberichten  der  Vorstände  zusammengestellt  im  Kaiserlichen  Gesundheitsamte.

Zu  Beginn  des  Berichtsjahres  bestanden  im  Deutschen  Reiche  25  staatliche  Anstalten
zur  Gewinnung  von  Thierlymphe.  Während  des  Jahres  wurde  die  Anstalt  zu  Zwickau  aufgehoben,
  nachdem  der  langjährige  Leiter  derselben  im  Juli  verstorben  war.  Die  letzten
Lymphesendungen  dieser  Anstalt  gingen  im  September  ab.  In  Zukunft  wird  voraussichtlich
die  Kreishauptmannschaft  Zwickau  von  der  Anstalt  in  Dresden,  das  Herzogthum  Altenburg
von  derjenigen  in  Leipzig  mit  Lymphe  versorgt  werden.

1.  Allgemeine  Mittheilungen.

Das  Personal.

Der  Leiter  der  Königsberger  Anstalt,  Sanitätsrath  Dr.  Lipkau,  verstarb  nach
längerer  Krankheit  im  November  des  Berichtsjahres,  desgleichen  im  Juli  der  Vorstand  des
Impfinstituts  zu  Zwickau,  Medizinalrath  Dr.  Fickert,  nach  fast  25jähriger  Amtsthätigkeit.
Nach  seinem  Tode  übernahm  sein  Sohn,  welcher  schon  seit  1895  als  Assistent  der  Anstalt
thätig  war,  die  Abwickelung  der  Geschäfte.  In  Kassel  wechselte  die  Person  des  Assistenten;
in  Dresden  trat  seit  dem  1.  Januar  ein  neuer  Hülfsarzt  ein.  In  Bautzen  verstarb  der
Assistent  im  Mai  des  Berichtsjahres.  Zur  Hülfeleistung  wurde  statt  seiner  zunächst  ein
früherer  Oberkrankenwärter,  dessen  Verwendung  als  Gehülfe  in  Aussicht  steht,  angenommen.
Dem  Zentralimpfarzt  in  Stuttgart  wurde  ein  Assistenzart  beigegeben,  welcher  den  Umfang
und  die  Verantwortlichkeit  der  Geschäfte  in  der  Zentralimpfanstalt  kennen  lernen  sollte.  In
Bremen  wechselte  die  Person  des  Thierarztes.

Die  Räume  der  Anstalten.

In  Königsberg  i.  Pr.  wurde  während  des  Berichtsjahres  das  von  der  Stadt  auf
dem  städtischen  Schlachthof  in  Rosenau  bei  Königsberg  neuerbaute  Anstaltsgebäude  —  ein
Ziegelrohbau  im  Barackenstil  —  bezogen.  Für  die  Benutzung  wird  eine  jährliche  Miethe
von  70  der  Bausumme  gezahlt.

Aus  einem  geräumigen  Vorflur  gelangt  man  in  das  Arbeitszimmer  (5%  X  G,  as  m
groß,  3  88  m  hoch),  das  durch  5  Fenster  reichlich  Licht  erhält.  Neben  dem  Arbeitszimmer
liegt  die  Küche,  aus  der  man  in  den  Stall  tritt.  Letzterer,  ein  niedrigerer  Anbau  des  Gebäudes
  mit  einem  zweiten  Eingang  von  außen  her,  ist  geräumig,  leicht  zu  desinfiziren,  gut
gelüftet  und  heizbar.  Er  bietet  in  gesonderten  Abtheilungen  Raum  für  12  Impfthiere.  —
In  dem  geräumigen  neuen  Arbeitszimmer  kann  an  zwei  Operationstischen  gleichzeitig
gearbeitet  werden.  An  Einrichtungsgegenständen  2c.  sind  ein  zweiter  Operationstisch,  2
        <pb n="97" />
        —  95  —

kleinere  Tische  aus  Eisen  und  Glas,  1  kleiner  Instrumentenschrank  und  1  Dampfsterilisationsapparat
  beschafft  worden.  .

Die  Anstalt  in  Stettin  erhielt  einen  Csokor'schen  Abfüllapparat,  eine  Lymphe-Zentrifuge
  nebst  Vacuum,  einen  Dampfdesinfektionsapparat  und  einen  Heißluftsterilisator.

In  Oppeln  wurde  die  Dielung  im  Arbeitsraum  durch  einen  Asphaltfußboden
ersetzt,  welcher  später  noch  mit  Linoleum  belegt  werden  soll.  .

In  Halle  a.  S.  ist  nur  ein  Theil  des  Backsteinpflasters  im  Mittelgange  des  Kälberstalles
  erneuert  und  der  Platz  vor  dem  Stalleingang  mit  solchem  Pflaster  belegt  worden.

In  Kassel  wurde  zur  Fernhaltung  des  Luftzuges  von  den  Viehständen  bei  geöffneter
Stallthür  innerhalb  dieser  eine  etwa  1  m  hohe  Verschlagthür  angebracht.

In  Dresden  sind  die  hölzernen  Stände  des  Sommerstalls  durch  cementirte  Fachwände
  verbessert  worden.

Die  Anstalt  in  Bautzen  erhielt  einen  neuen  Raum  zur  Aufbewahrung  der  Holzwolle.

In  Stuttgart  wurden  verschiedene  Geräthschaften  und  Apparate  zur  Sterilisirung,
Abspülung  u.  dergl.  beschafft.

Die  Anstalt  in  Darmstadt  vervollständigte  ihre  Einrichtung  um  ein  Rückenpolster  zur
Lagerung  der  Thiere  und  ein  besseres  Kopfpolster.

In  Weimar  wurde  der  Impfstall  zwecks  Versorgung  der  Kälber  mit  Milch  unmittelbar
von  der  Kuh  in  ein  anderes  Gehöft  verlegt,  woselbst  der  Betrieb  für  die  Erzeugung  von  Kindermilch
  eingerichtet  ist  und  eine  thierärztliche  Ueberwachung  der  Kühe  stattfindet.  Die  Impfkälber
  stehen  in  besonderen  Abtheilungen  eines  großen  Rindviehstalles.  Durch  reichliche
Haferstrohstreu  wird  für  möglichste  Reinlichkeit  gesorgt.  Ein  passender,  oft  mit  Lauge  abgebürsteter
  Lattenrost  trennt  die  Kälber  vom  Stallboden.  Die  Zubereitung  der  Lymphe  erfolgt
  in  der  Privatwohnung  des  Vorstands.

In  Bernburg  ist  das  im  Vorjahre  errichtete  Anstaltsgebäude  1)  beim  Beginn  der
Impfperiode  des  Berichtsjahres  in  Benutzung  genommen  worden.  Es  ist  ein  vollständig
isolirtes,  massives,  einstöckiges  Haus  mit  Dachboden.  Die  im  Erdgeschoß  befindlichen  Räume
werden  durch  einen  breiten  Korridor  getrennt,  welchen  man  auf  der  Giebelseite  von  dem
zuführenden  Wege  aus  über  eine  3  Stufen  hohe  Freitreppe  betritt.  Der  Zugang  nach  der
Straße  sowie  nach  den  Gebäuden  und  Anlagen  des  Schlachthofes  ist  durch  eiserne  Gitterthore
verschlossen.  Das  Gebäude  ist  nach  allen  Seiten  hin  abgeschlossen.  Die  Impfthiere  kommen
bei  der  Einlieferung  mit  keinem  anderen  Thiere  und  außer  dem  Wärter  mit  keiner  Person
in  Berührung.  Das  Gebäude  ist  zwar  nicht  unterkellert,  aber  durch  reichliche  Sandschüttung
fast  1  m  hoch  über  das  umgebende  Erdreich  erhöht  und  daher  vollkommen  trocken.  Der
Korridor  theilt  die  Räume  im  Erdgeschoß;  nach  der  südlichen  Seite  liegen  die  beiden
Impfställe  (Sommer-=  und  Winterstall),  nach  der  nördlichen  das  Impf=  und  das  Arbeitszimmer.


Der  Sommerstall  kann  4  Kälber  aufnehmen,  hat  vorzügliche  Ventilation  in  der  Decke,
ist  sehr  geräumig,  hell  und  luftig.  Die  Wände  sind  mit  Emaille-Farbe  gestrichen.  Der
Asphaltfußboden  hat  eine  derartige  Neigung,  daß  alle  Flüssigkeit  nach  der  einen  Ecke  hinläuft,
  in  welcher  die  Eingangsöffnung  zu  dem  unterirdischen  Kanale  sich  befindet.  Die  Abspülung
  des  Fußbodens  kann  tadellos  erfolgen.  Das  Eindringen  von  Gerüchen  aus  dem
Kanale  verhindert  der  vorhandene  Wasserabschluß.  Die  4  angelegten  Buchten  werden  von
verzinnten  Eisenstäben  eingeschlossen.  Die  Kälber  stehen  darin  auf  Holzrosten.  An  der

Vergl.  Bd.  IV,  S.  120.
        <pb n="98" />
        —  96  —

Stirnseite  der  Buchten,  welche  an  der  Außenwand  des  Hauses  sich  befindet,  sind  große
Glastafeln  in  die  Wand  eingelassen,  welche  mit  Leichtigkeit  die  vollständigste  Reinigung  gestatten.
  Die  Eisenstäbe  und  Holzrosten  können  ohne  Mühe  herausgenommen  werden;  es
ist  im  Schlachthause  täglich  Gelegenheit,  dieselben  in  strömendem  Dampfe  zu  desinfiziren.

Die  sehr  dicken  aus  Bruchsteinen  aufgeführten  Mauern  des  Gebäudes  halten  den
Stall  im  Sommer  kühl.  Selbst  in  den  heißesten  Monaten  ist  die  Temperatur  nicht  über
16  °  R  gestiegen.  In  diesem  Stalle,  sowie  überhaupt  in  allen  Theilen  des  Gebäudes  befindet
  sich  die  Wasserleitung.  Mit  einem  Schlauche  kann  der  Fußboden  bis  in  jeden  Winkel
hinein  abgespült  werden.

Neben  dem  Sommerstalle  befindet  sich  der  wie  dieser  eingerichtete  Winterstall  für
3  Kälber,  welchem  jedoch  bisher  die  erwähnten  Glastafeln  noch  fehlen.  Für  die  Erwärmung
sorgt  ein  großer  Kachelofen.

Gasleitung  befindet  sich  nicht  in  den  Ställen.  Jeder  Stall  hat  besonderen  Zugang
vom  Korridor;  beide  Ställe  sind  durch  eine  Thür  verbunden.

Auf  der  Nordseite  des  Korridors  befindet  sich  das  sehr  große,  durch  3  Fenster  vorzüglich
  erhellte  Impfzimmer.  Auch  hier  ist  der  Asphaltfußboden  zum  Abspülen  eingerichtet.
Hier  befindet  sich  Gas=  und  Wasserleitung,  ein  Apparat  zum  Erwärmen  von  Wasser,  ein
Heißluft=  und  Wasserdampfsterilisator,  sowie  alle  übrigen  Geräthschaften.  Der  Imnpftisch
ist  beweglich,  kann  also  in  die  beste  Beleuchtung  gestellt  werden.  Die  Wände  sind  mit  Emaille-Farbe
  gestrichen.

Neben  dem  Impfzimmer,  mit  diesem  durch  eine  Thür  verbunden,  liegt  das  Arbeitszimmer,
  mäßig  groß,  sehr  hell,  gedielt.  Hier  ist  die  Lymphemühle  nach  Chalybaeus  aufgestellt,
  welche  durch  eine  von  der  Wasserleitung  gespeiste  Turbine  getrieben  wird,  unmittelbar
  daneben  ein  Csokor'sher  Füllapparat,  ferner  ein  Schrank  für  Instrumente  2c.

Der  Dachboden  des  Gebäudes  ist  zur  Aufnahme  von  Stroh  2c.  eingerichtet.

Das  neue  Impfhaus  entspricht  seinem  Zwecke  in  vollkommenster  Weise.

Die  Betriebskosten.

Nach  den  Berichten  hatten  die  Anstalten  folgenden  Kostenaufwand:
(Siehe  Tabelle  auf  Seite  97.7

2.  Die  Impfthiere.
Beschaffung  und  Einstellung.

In  Stettin  wurde  anstatt  des  Strohes  Holzwolle  mit  gutem  Erfolge  als  Streu
benutzt.

In  Oppeln  wurden  die  Kälber,  welche  die  4.  Lebenswoche  noch  nicht  vollendet
hatten,  erst  nach  Ablauf  mehrerer  Tage  geimpft,  ältere  Thiere  dagegen  1,  höchstens  2  Tage
nach  der  Einstellung.

In  Kassel  wurden  65  der  besten,  durch  Händler  auf  den  Viehmarkt  geführten
Kälber  für  3169,54  c“  eingekauft  und  später  nach  dem  Schlachtgewicht  für  2558,55  M
wieder  verkauft,  außerdem  wurden  6  Thiere  für  insgesammt  22  A  gemiethet.  Bei  den
beiden  ältesten  und  schwersten  Thieren,  welche  aus  Hannover  bezogen  waren,  stellten  sich
die  Unkosten,  selbst  abgesehen  von  den  Transportgebühren  erheblich  höher  (41  ci  bezw.
26,60  A),  als  bei  den  am  Ort  beschafften  (9,1  %),  weil  nur  der  ortsübliche  Ladenpreis
für  das  Fleisch  erzielt  werden  konnte.  Die  Thiere  wurden  meist  einige  Tage  vor  der
Impfung  eingestellt.  [Forts.  auf  S.  98.)
        <pb n="99" />
        Be-  .Heizung,  Beini-  Ergän
Remuneration  für  Miethe#]schaffung  pibeng  *-  s  *  Thier-  -  l-7
  für  der  und  tung  ssektions.rzt=  Ver  haltung  eilen  Sonstige
Stal-SImpf.Wartun  urlcheHackung,  de  des  lächliche
2  Anstalt  die  den  Schreib-  oht  ——  rl—  #entl  n  taut  Porto  ien  Bor.Kus.
ã  IEAä—  G#  —iee  dun  ktandess  gaben
ꝛc.  "  sorgung  Wasche  *  #
4  4  4  4  4  «  «  «  «  «  4  «
1  2  8  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15
II  Königsberg  i.  Pr.  Die  Betriebskosten  überschritten  den  Etat  der  Anstalt  nicht.  Die  Einnahme  für  die  an  Privatärzte  gelieferte
  Lyumphe  betrug  754  es.
Berlin  1)  5200  800  1000  825,%  2)  )146,1.  119,10  „"  Q  y3„  656,11  —  130  )
Stettin  )  375350  40024  k00o  6320  1475,„%  7120  %%  S)100  —  270,00  680,o0  —  1500,0
Oppeln)  Ausschließlich  der  Gehälter  für  die  Aerzte  betrug  der  Etat  der  Anstalt  5820  c“.
Halle  a.  S.  100.70  f.Sp.111  —  800  110  734,00  H85,/  12)6  7%  13)  !4)  22800  156,  4,„  430
Hannover  15)  .....  3750  500  55016)  800  17/660,%  1038%0  88,  150,  o0  —  00,  0  650,  00  19)  —
.a.  Sp.
Kasselel  .  .  .  754,5020)634,70  —  —  —  O,  0  —  —  49,60
8  Kölnt)  4500  500  60022)1300  840,00  2045,:  00  —  74,14  438,20  44
München2s)  4380  135  512  —  577  2333%  29  HT„344218  4
10  Dressen  165  1185,°%91„  928,2  25)  386%  593,21  200)  —  22,127)
11|  Leipzig  s.  Sp.  11  —  563,,529)29  8600170,04
12  Zwickau  31).......  s.  Sp.  11  100  32)%  )7,  1  3%  252,00  350,0025944  —
Bautzen  s.  Sp.  11  5011500%117%  S)  —  20,00%  34,.  8,00  19,60
Stuttgartt.  Die  Geschäftskoften  der  Anstalt  sind  durch  Anschaffung  von  Gerthschaften  und  Apparaten  (ergl.  Seite  95)
namhaft  gesteigert  worden;  auch  betrug  die  Leihgebühr  für  jedes  Thier  35  cl  im  Vorjahre  dagegen
25  esl.
Cannstatt  30)  k  5255875,00  409.8  9,rve  52  64,60  46,6
Karlsruhe  3)  3110  500  —  1950%  88)  191,02  125,01  —  I61,2.  148588—  —
Darmstadts9)  800  1200  —  39)  960  S02,  40)  41½Q  lSo6  K
Schweri  1700  21182—  260,00724,%  —  —  —  82800%  1)—  —  8399
Weimarx  .........  Die  Betriebskosten  bestanden  in  etwa  12  sA  Leihgebühr  für  jedes  Kalb  und  durchschnittlich  12  A  Kosten
für  die  Ernährung.
Bernburg  Die  Betriebskosten  haben  sich  nicht  geändert.
21  Lübeck..  ...  Die  Betriebskosten  betrugen  252,,6  esft.
Bremen  Es  sind  verausgabt:  350  4  Gehalt  des  Thierarztes,  210  und  168  MA  Lohn  der  beiden  Gehülfen,  119/1400
Wärterlohn,  700  ex  Leihgebühr  für  die  Kälber,  538/,6  e  für  Milch,  zusammen  2081  M,  oder  im
Durchschnitt  49,56  oA  für  jedes  Thier,  im  Vorjahre  50,/6  e“.
Hamburg  .  42)  —  —820  16551443)  1|  1.  1  150)%
Straßburg  i.  E  Die  Vetriebskosten  blieben  im  Allgemeinen  dieselben  wie  früher.
25  Metz  ............  Die  Betriebskosten  beliefen  sich  auf  1046  M.  Es  wurden  ausgegeben  635  MA  für  den  Schlachthofinspektor

und  Unterinspektor  und  2  Kälberwärter,  66,/76  c#  als  Differenz  zwischen  dem  Ein=  und  Verkauf  der
Impfthiere,  241,50  eA  für  Milch,  6  c“  für  Brennspiritus,  Seife,  Wäschereinigung  2c.,  11,50  %  für
Glycerin  und  Chemikalien,  28,26  e#  für  Glastuben,  Kapillaren  und  Siegellack,  12,/%  fuür  Briefumschläge
  und  Formulare,  1450  c#%  für  hölzerne  Versandtbüchsen,  35  c“  für  Porto  und  Postkarten.

H  Diesen  Ausgaben  steht  eine  Einnahme  aus  dem  Verkauf  von  Lymphe  im  Betrage  von  2570,/„  A

gegenüber.

2)  Einschl.  einer  Entschädigung  für  ein  verendetes  Thier.

8)  Hiervon  850,46  c%  Wärterlohn.

4)  Darunter  8  A  Vergütung  für  Abimpflinge.  5)  Spalten  9  bis  15  enthalten  runde  Angaben.  9)  Einschl.
Wasserversorgung.  7)  Davon  700  c“  für  den  Wärter  und  rund  240  e“  für  Beihülfe  beim  Abimpfen.
8)  Ausschl.  Wasserversorgung  s.  Sp.  6.  9  Von  Privatärzten  wurden  für  Lymphe  658  A  vereinnahmt.

(Forts.  umseitig.]
        <pb n="100" />
        —  98  —

10)  Die  Aerzte  der  Anstalt  trugen  die  durch  Impfung  zweier  Kälber  für  Militärzwecke  verursachten,  vorstehend
  eingerechneten  Kosten,  wodurch  sich  die  Ausgaben  um  91  M  ermäßigten.  Die  Einnahme  für
abgegebenen  Impfstoff  betrug  1111  A.  11)  Miethe  für  das  Präparir=  und  Schreibzimmer.  1)  Hiervon
entfallen  219,500%  auf  die  Löhnung  des  Wärters.  18)  Ausschl.  des  Wassers.  16)  Einschl.  des  Wassers.
15)  Eingerechnet  sind  die  durch  Beschaffung  der  Lymphe  zu  den  Militärimpfungen  entstandenen  Kosten  für
3  Kälber.  Die  Einnahme  aus  dem  Verkauf  von  Impfstoff  an  Privatärzte  betrug  921  c#.  16)  Einschl.
der  Vergütung  für  Hülfeleistung  bei  Bereitung  und  Versandt  der  Lymphe.  17)  Einschl.  des  Wasserverbrauchs
  und  der  Mitbenutzung  des  Kühlhauses.  18)  Davon  520  c#  Wärterlohn.  19)  Eingeschlossen  ist
die  bauliche  Unterhaltung  des  Impfhauses.  20)  Hiervon  entfallen  auf  Kosten  für  Beschaffung  der  Kälber
648  c,  auf  Verlust  durch  Schadhaftwerden  der  Häute  106,0°  cck  21)  Der  Impfstoff  zu  den  Militärimpfungen
  ist  in  den  Zahlen  nicht  berücksichtigt.  Bon  Privatärzten  wurden  für  abgegebene  Lymphe
1532  es  vereinnahmt.  22)  Einschl.  verschiedener  sonstiger  Arbeiten.  28)  Die  Betriebskosten  erhöhen  sich
um  einige  noch  unbekaonnte  unwesentliche  Beträge.  24)  Hiervon  für  Unrathabfuhr,  Kanalisationsgebühr
und  Kaminkehrlohn  22,51  c#  und  ein  namhafter  Theil  für  Bibliothekszwecke.  25)  Heizung,  Beleuchtung,  Eis,
Telephon.  26)  Material,  Instrumente,  Apparate.  27)  Hausgeräth,  Hausarbeit,  Reinigung.  28)  Die  Berpflegung
  kostete  64  c%„  Abwartung  und  Hülfeleistungen  175  A.  79)  Einschl.  der  Ausgaben  an  den  Barbier.
20)  Für  Steuern,  Reparaturen  2c.  31)  Zu  den  angegebenen  Betriebskosten  treten  noch  die  Kosten  für  die  erste
Ausstattung  des  Instituts  und  für  die  Gas=  und  Wasserleitungsanlage.  32)  Einschl.  Wasser.  33)  Einschl.
114,20  -A  Entschädigung  für  erkrankte  Thiere.  34)  Von  diesem  Betrage  sind  verausgabt:  für  Milch  419,00  %#e
Abkochen  derselben  50  —M,  Wartung  145  A,  Streu  50  c“l,  den  Barbier  61/°0  c,  35)  Davon  für  Milch
35,82  c“,  Pflege  und  Wartung  sowie  Transport  der  Milch  50  c“  Hülfe  beim  Impfen  2c.  16  M,  Hafermehl
  11,26  &amp;amp;A  und  Holzwolle  4,26  c“  36)  Für  abgegebene  Lymphe  wurden  180  c“  von  Privatätzten
vereinnahmt.  37)  Vereinnahmt  wurden  für  abgegebene  Lymphe  zu  Militärimpfungen  1159,/11  c“,  don
Aerzten  340  c“,  für  verkauften  Dung  3  M,  zusammen  1502,12  e“.  38)  Hiervon  erhielt  der  Diener
600  A  Gehalt.  39)  Die  Berzinsung  und  Amortisirung  des  Anlagekapitals  und  die  Kosten  für  Instandhaltung
  des  Gebäudes  sind  nicht  eingerechnet.  40)  Einschl.  des  Wärtergehaltes  von  287,50  K  und  der
Kosten  des  Henvorraths  für  das  Jahr  1898.  41)  Einschl.  180  s  für  Schreibmaterial.  42)  Vergl.  die  Angaben
für  das  Jahr  1895  im  III.  Bd.  S.  275  und  277.  43)  Davon  für  Milch  543/66  eA.  für  Stroh  111,8  M.

In  München  dauerte  nach  der  Menge  der  an  jedes  Thier  verfütterten  Milch  der
Aufenthalt  im  Stalle  der  Anstalt  durchschnittlich  8  Tage.  Nach  der  Schlachtung  wurde  das
Fleisch  in  der  Freibank  öffentlich  verkauft.  Gegen  den  Einkaufspreis  stellte  sich  zu  Ungunsten
der  Anstalt  eine  Differenz  von  durchschnittlich  16,7%#  heraus.  Das  in  der  Absicht,  einen
ausgedehnten  Versuch  mit  der  Züchtung  reiner  Thierlymphe  zu  machen,  begründete  Veilangen
  nach  möglichst  alten  und  schweren  Jungthieren  ließ  sich  bei  den  eigenartigen  örtlichen
Verhältnissen  nur  unvollkommen  erfüllen.  Das  höchste  Gewicht  der  Thiere  konnte  gegenüber
  dem  Vorjahre  nur  um  40,  das  Durchschnittsgewicht  um  6,  kg  gehoben  werden.

In  Leipzig  wurden  die  Thiere  2  Tage  im  Impfinstitut  beobachtet.

Für  Zwickau  sandte  ein  Viehhändler  vom  Viehmarkte  in  Rummelsburg  bei
Berlin  geeignete  pommersche  und  hannoversche  Kälber,  welche  Donnerstags  früh  ankamen;
die  besten  wurden  vom  Thierarzt  und  Assistenten  nach  Bedarf  ausgewählt.  Wegen  des
Fehlens  fester  Tische  konnten  alte  Thiere  nicht  geimpft  werden,  dennoch  mußte  für  einzelne
schwere  Thiere  erhöhte  Schlachtsteuer  gezahlt  werden.  An  kühlen  Tagen  wurde  mäßig
geheizt,  daneben  auch  ventilirt.

In  Stuttgart  verzögerte  der  Ausbruch  der  Maul=  und  Klauenseuche  auf  dem  Gehöft
  des  Thierlieferanten  in  Cannstatt  die  Beschaffung  der  ersten  Impfthiere.  Wenngleich
der  frühere  Lieferant  Ende  März  8  Thiere  stellte,  so  konnte  die  Anstalt  wegen  der  durchzumachenden
  Quarantäne  vor  Anfang  April  frische  Lymphe  nicht  erzeugen.  Während  der
Sperre  des  bezeichneten  Gehöfts  war  ein  anderer  Lieferant  nicht  zu  finden,  der  die  Thiere
im  abgeschlossenen  Stall  vorher  zur  Beobachtung  8  Tage  auf  eigene  Kosten  füttern  und
verpflegen  kassen  wollte.
        <pb n="101" />
        —  99  —

In  Cannstatt  kostete  jedes  Thier  35  X  Leihgebühr.  Da  Anfang  März  die  Maulund
  Klauenseuche  in  die  Ställe  des  Lieferanten,  woselbst  die  Thiere  die  8-tägige  Beobachtungsquarantäne
  durchzumachen  hatten,  eingeschleppt  wurde,  mußte  während  mehrerer  Wochen  ein
Miethsstall  benutzt  werden.  Als  Streu  diente  Gerstenstroh  oder  Holzwolle;  diese
Materialien  wurden  auf  hölzerne  Roste,  unter  denen  sich  Torfmull  befand,  aufgeschüttet.

In  Darmstadt  erschwerte  das  Herrschen  der  Maul=  und  Klauenseuche  die  Beschaffung
der  Thiere.  Das  Leihgeld  betrug  60  -—F.  Mittels  einer  mindestens  8-tägigen  Quarantäne,
welcher  die  Thiere  außerhalb  der  Anstalt  unterzogen  wurden,  gelang  es,  die  Seuche  vom
Stall  fernzuhalten.

Auch  in  Weimar  war  die  Beschaffung  passender  Kälber  durch  die  Maul-  und
Klauenseuche  einigemal  erschwert.  Die  Thiere  mußten  zum  Theil  recht  klein  genommen
werden.  Gleichzeitig  eingestellt  waren  höchstens  3  Kälber,  die  Dauer  der  Einstellung  überschritt
  5  Tage  nicht.

In  Lübeck  wurden  die  Kälber  aus  den  zum  Schlachthause  angetriebenen  Thieren
von  den  Händlern  gegen  eine  Vergütung  von  je  4%  geliehen.  Sie  wurden  meist  1  oder
2  Tage  vor  der  Impfung  eingestellt  und  verblieben  6  bis  7  Tage  in  der  Anstalt.

In  Bremen  betrug  die  Leihgebühr  anfangs  je  15  A,  bei  den  letzten  14
Thieren  20  M.

Die  Anstalt  in  Straßburg  i.  E.  stellte  ihre  Thiere  stets  einen  Tag  vor  der
Impfung  ein.

In  Metz  werden  die  Impfthiere  am  Donnerstag  auf  dem  stark  besuchten  Schlachtviehmarkte
  nach  thierärztlicher  Untersuchung  für  die  Anstalt  angekauft  und  nach  der  Lympheentnahme
  einem  Metzger  zur  sofortigen  Schlachtung  wieder  verkauft.  Im  Berichtsjahre
betrug  der  Verlust  für  jedes  Thier  im  Durchschnitt  etwa  2½  M.

Soweit  die  Berichte  sonstige  Mittheilungen  über  Beschaffung  und  Einstellung  der
Thiere  enthalten,  haben  sich  die  Verhältnisse  gar  nicht  oder  nicht  wesentlich  gegen  früher

geändert.
[Siehe  Tabelle  auf  den  Seiten  100  und  101.)

Die  Ernährung.

In  Königsberg  i.  Pr.  wurden  die  Kälber  wiederum  ausschließlich  mit  erwärmter  Vollmilch
  ernährt.  Die  nach  der  Größe  der  Thiere  bemessene  Menge  betrug  5  bis  13  I1  pro  Tag.

In  Berlin  verabfolgte  man  den  Thieren,  wie  im  Vorjahre,  gekochte  Milch  nebst
Eiern.  Sie  nahmen  dabei  im  Durchschnitt  um  1  kg  zu.  Die  höchste  Gewichtszunahme
stellte  sich  auf  8,  die  höchste  Abnahme  auf  1  kg.  «  «

Auch  in  Stettin  und  Oppeln  wurde  die  Ernährungsweise  nicht  geändert.  Die
Thiere  wurden  in  Stettin  durchschnittlich  um  1,3  kg  schwerer;  in  Oppeln  nahmen  99  Thiere
um  1  bis  5  kg,  im  Mittel  um  rund  2  kg  zu,  20  Kälber  nahmen  weder  zu  noch  ab,  2
zeigten  eine  Abnahme  von  je  1  kg.

In  Halle  a.  S.  verbrauchte  jedes  Thier  täglich  9  bis  12  1  Vollmilch,  welche  wie  früher
bezogen  und  erwärmt,  zuweilen  bei  fehlender  Sauflust  mit  etwas  Salz  vermischt  verabreicht
wurde.  Alle  Thiere  nahmen  bis  auf  eins,  welches  1,,  kg  verlor,  bis  zu  8,5  im  Durchschnitt
  um  4,/  kg  zu.

In  Hannover  bekamen  die  Thiere  fast  ausschließlich  gute  Vollmilch;  nur  einzelne
ältere  Kälber  erhielten  außerdem  etwas  Heu,  wenn  sie  daran  gewöhnt  waren.  Die  Thiere
wurden  nur  bei  der  Einstellung  gewogen.  [Forts.  auf  S.  102.)
        <pb n="102" />
        —  100  —
Anzahl  und  Beschaffenheit
Zeit  der  Einstellung  oder  Impfung,  Anzahl,  Geschlecht,  Rasse,  Alter

1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11
Monat  Königsberg
  1  Pr  Berlin  Stettin  Oppeln  Halle  a.  S.  Hannover  Kassell  Köln  München  Dresden  Leiyzig
Jannar  ...  .  .  ...  —  2  4  22  —  4  —  6  —  7  —
Februar  ........  —  1  6  22  8  16  —  7  9  —
März  —  9  12  19  18  26  18  16  29  810)  —
April  .......  ...  29  11  6  7  18  12  16  15  24  4  4
Mai  .......  .  ...  48  5  18  8  3  —  18  8  10  6  8
Juni.  24  8  —  8  —  —  16  14  4  4  2
Juli  .......  .  ...  —  —  1  4  —  —  1  9  4  —  1
August  .........  2  2  2  —  —  —  1  6  2  5  2
Septembeer  —  2  8  2  2  )  6  —  7  1  4  1
Oltober  ........  5  2  —  9  —  2  6  13  11  5  —
November  ...  ...  —  1  1  20  —  —  —  5  1  2  —
Dezember  —  2  —  59  —  —  —  3  —  5  —
Summe  981)  45.2  538)  121  5)  447)  66  71  109  )  90  9)  5910)  18
m.  .  .  57  —  6  76  29  nicht  ange-  45  —  82  31  18
Geschlecht  #  41  45  47  45  15  geben.  26  109  58  28  5
:  N  41  Holländer,  aͤnder.  75  Landrasse,40  der,  ver-  38  fri  33  Olden.  Ob  Meist  Ol-Angab
Rasse:  bolländer.  2  einer,  bolländer  43  L##desse,  „  E——  2  ##en  9.  d0cde  "r"  Fu#  Melst.  Ol  saßtent
1  holländer  3  Simmen-  afse.  rasse,  10  besst  e,  76  Nlede--  Gebirgs-  elten
Szanz,  auer.  15  Olden-  2  holländer  rungsrafse.  rassen  und  and-1
  fränkische  burger,  14  asse.  Pinzgauer,  rasse.  u.)
Rasse.  Oftfriesen,
7  Holländer,
1  Breiten
burger.
Alter:  5  bis  18  6  Kochen  #bis  18  96  Kälber  2  öis  6,  im  is  bis  1#  Meist  4,  45  bis  9,  Etwa  6  bis  Angaben  bis  8
Wochen.  bis  3/#  Wochen.  unter  4  15  Durchschnitt  Kerst  10  is  mal  6,  2  mal  durchschn.  9  Wochen.  fehlen.  Wochen.
Monate.  über  4  bis  8lüber  3  2  Wochen.]  8  bis  10  8  Wochen.
2  über  1Wochen.  Wochen.
Wochen,  2
waren  8  Monate.
  5Thiere
u.  1  Thier
Mon.  alt.
Gewicht:  58  bis  104,66  bis  131  m  Durch-  Nicht  unter  41,5  bis  82,82  bis  145,  51  bis  144,  62  bis  119.  50  bis  92,  82  bis  100,92  bis  135
#im  Mittel  im  Mittel  ms  von  5  sshwer.  im  Mittel  im  Mitte.  im  Mittel  im  Mittel  im  Mittel  eine  Kalbe  im  Mitte
71  kg.  9  kg.  Thieren  abh-  57,2  kg.  114  kg.  62,  kg.  76,4  kg.  7|6  kg.  400  kg#12)104  kg.
6  r5½m  wicht  155  Lg.

1)  Dies  ist  die  Zahl  der  geimpften  Kälber.  Die  Zahlen  der  im  April,  Mai  oder  Juni  geimpften  Thiere  sind  um  10  zu  hoch
angegeben.  Eine  Kälberimpfung  war  erfolglos.

2)  Zwei  weitere  Kälber  wurden  vor  der  Impfung  wegen  Gesundheitsstbrungen  aus  der  Anstalt  entfernt.  Von  den  geimpften
Thieren  verendete  eins  an  Entzündung  der  Harnwege.  Weiter  ging  eine  Ernte  wegen  Degeneration  der  Pusteln  verloren.

3)  39  Thiere  wurden  zur  Lympheerzeugung,  die  übrigen  zu  Versuchszwecken  benutzt.  Ein  Ertrag  wurde  wegen  des  Schlachtbefundes
  (Tuberkulose)  zu  Impfungen  nicht  verwendet.

4)  Die  gesammten  Thierimpfungen  beziehen  sich  auf  die  Zeit  vom  6.  Dezember  1896  bis  dahin  1897.

¾vn  iervon  war  je  eine  Ernte  wegen  Bindegewebzsabsceß  in  der  Leistengegend  und  Tuberkulose  nicht  verwerthbar.

6)  Für  Nilitärkwecke  geimpft.  —  7)  Außerdem  wurden  18  Thiere  zu  Versuchszwecken  eingestellt.

8)  Bon  diesen  Thieren  dienten  33  Bersuchs=  und  9  Militärzwecken.

")  Eine  Ernte  mußte  wegen  hochgradiger  Reizerscheinungen  auf  der  Impffläche  vernichtet  werden,  3mal  war  Variolois-Stoff,
Imal  Genfer  Lymphe  und  5  mal  Thierlymphe  erster  Abstammung  völlig  erfolglos  verimpft  worden.  Von  4  mit  Karlsruher,  2  mit
Genfer  und  10  mit  eigener  Thierlymphe  geimpften  Kälbern  waren  die  Erträge  wegen  ungenügender  Wirksamkeit  nicht  verwendbar.

10)  Außerdem  wurde  eine  ½2  Jahr  alte  Ziege  zu  einem  Versuch  eingestellt.  Von  den  59  Impfthieren  wurde  eins  wegen  zu
nehmender  Schwäche  ungeimpft  zurückgegeben,  eins  wegen  Lähmung  des  Hintertheils  und  eins  wegen  fast  vollständiger  Erfolglkosigkeit
der  Impfung  nicht  abgeimpft.

“  Von  einer  Kalbe  nicht  angegeben.  —  12)  Ausschl.  der  Ziege.  —  13)  Im  Dezember  1896.

14)  Ein  außerdem  eingestelltes  41.  Thier  mußte  wegen  Trommelsucht  vor  der  Impfung  nothgeschlachtet  werden.  Bon  den  geimpsten
  40  Thieren  gingen  4  aus  den  unter  „Gesundheitszustand“  angegebenen  Gründen  für  die  Lyomphegewinnung  verloren.  Außerdem
  beschaffte  der  Assistent  aus  eigenen  Mitteln  8  Thiere  zu  Versuchen.
        <pb n="103" />
        —  101  —
der  eingestellten  Thiere.
und  Gewicht  der  beschafften  Thiere  sind  in  folgender  Tabelle  enthalten:

12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24  25
Zwickan  Bautzen  Stuttgart  Cannstatt  ##  "  r  Schwerin]  Weimar  Bernburg  Lübeck  Bremen  f  in  Metz
–  —  .  —  1  —  —  —  1  —  —  1  —  —
r—’m½  .
—  —  7  4  1  —  —  —  —  —  —  —  —  —
18  —  5  6  6  4  9  5  1  —  —  5  —  2
15  8  8  4  2  4  10  9  2  6  4  2  4
—  —  2  8  9  3  —  11  11  6  10  4  2  4
8  2  2  2  5  2  9  1  9  4  10  6  1  6
—  —  *  —  —  1  2  —  2  —  11  7  —  2
—  —  z  —  2  —  —  1  8  —  3  3  —  1
—  —  —  4  —  2  1  5  —  2  7  1  6
—  —  8  —  2  2  —  2  4  —  —  2  1  2
—  E  z  —  —  —  —  –  2  —  —  1  —  —
415  —  2  —  —  1  —  —  1  —  —  1  —  —
4014)  10  64  15)  28  16)  34  17)  15  18)  2619)  8120)  48  1221)  42  4122)  7  2723)
26  Angaben  64  28  34  14  15  14  27  11  31  30  4  —
14  feblen.—  —  —  1  11  17  21  1  11  11  8  27
mmer  Olden  ·  42  Lim.  20  Lim  26  Sim  Simmen-  Landrafse.  Thuringt-36  Friesen,  6  Land.  Olden.  Meist  han]5  Sim-  Hreuzung
che  und  burger,  purger,  14  kurger,  menthaler,  thaler  sche  Land.  6Holländer,  rasse,  3  Holl  burger  noversche  menthaler  der  lothhannover=
  79  che,  Fieckol  „2  Kreuzungs  Landrasse,  Kreu-  rasse.  !  Land-  aͤnder,  Rasse.  und  holl]  un  ringer
sche  Rafsfe.  halbeng-  dieser  Kasse,  1  Kinz=  zungen.  schlag,  2  Breiten-  steinische  2  Land-  Landrasse
lische  Rasses  Kreuzung  2  Fleckoieh,  gzust  annoberbxurger,  Zucht.  rasse.  mit  fim.
oder  Kren,  ber  ein.  1  Kreuzung!  Allgäuer  che,  fim.  1  Kreuzung  menthaler
zungen.  färbigen  der  ein-  menthaler  bieser.  Stieren
Gebiregs.  W—WV7  u.  Harz-  oder
rasse,  1  ebirgs-  rasse  je  1.  Abkömmreine
  Ge-  rasse.  lingen
birgsrasse,  dies.
1  Ans-  zungen
bacher.
2  bis  4%¼3  bis  s  Angaben  Etwa  6  bis  36  bis  8  118  bis  25  bis  12,  Zum  Theil  Meist  3  u.  6  bis  88  bis  11  bis  424  bis  888  bis  12
Monate.  Wochen.  fehlen.  15  Monate.  Pabre,  Aabr.  durchschn.  srecht  iung  4  Wochen.  Wochen.  Wochen.  Monate.  Tage.  Wochen.
meist  (V)  9  Wochen.  nur  5
1½  und  11/  Thiere  5
Jahre  alt.  oder  6
BeGen  alt.
Messteoblan  bis  1644gl.  N#t,  *  Nicht  *  Nicht  et-  bis  129.50  bis  7  bis  (65  bis  102  Durch=  Angaben  57  bis  74,Im  Mittel
90  kg,  aus-  im  Mittel  gestellt.  gestellt.  gestellt.  *  Mittel  im  Mutei  61  ½  kg.  kg.  schnittlich  fehlen.  *  Mittel  103,6  kg.
nahmsweise137,9  kg.  1  kg.  528  kg.  1#0  kg.  4  66  kg.
mehr  oder
weniger.

15)  14  Thiere  gingen  wegen  pathologischer  Defekte  2rc.  für  die  Berwendung  verloren,  vergl.  „Gesundheitszustand“.

16)  Hiervon  wurden  8  Ther-  wegen  ekzematösen  Ausschlags  vor  der  Impfung  jurächge  eben.  Von  den  Übrigen  25  Thieren
mußte  eins  wegen  Blähsucht  geschlachtet  werden,  eins  hatte  Lebertuberkulose.  Von  weiteren  8  Thieren  mit  Hepatitis  indurativa.
distomatosa,  Milzanschwellung  und  Infiltration  wurde  die  Lymphe  verwendet;  Näheres  siehe  unter  „Gesundheitszustand“.  Bei  einem
Thiere  waren  die  Pusteln  wegen  Vertrocknung  nicht  zur  Abnahme  geeignet.

17)  In  Betracht  kamen  nur  32  Thiere,  da  ein  Ertrag  wegen  tuberkulösen  Schlachtbefundes  vernichtet  wurde  und  auf  einem
Thiere  nur  Abortivpusteln  ohne  Lympheinhalt  wuchsen.

18)  Eingestellt  waren  19  Thiere;  von  diesen  reagirten  8  auf  Tuberkulin,  eins  brach  sich  den  rechten  Hinterschenkel.  Bon  den
erhaltenen  15  Erträgen  war  einer  sehr  wenig  wirksam  und  wurde  nicht  abgegeben.  Das  betreffende  Thier  war  unmittelbar  vor  der
Impfung  von  einem  ekzematösen  Hautausschlage  geheilt.

19)  Dies  ist  die  Hohl  der  geimpften  Thiere.  Außerdem  wurde  ein  Kalb  wegen  Hautausschlags  zurückgewiesen.  Ein  Ertrag
wurde  wegen  Tuberkulose  verworfen,  ein  Thier  wegen  spärlicher  Pustelentwickelung  nicht  abgeerntet.

20)  Bei  zweien  dieser  Thiere  wurde  wegen  Diarrhoe  von  der  Abimpfung  abgesehen.

21)  5  Thiere  gingen  aus  den  unter  „Beschaffenheit  der  Impfpusteln“  angegebenen  Gründen  für  die  Verwerthung  verloren.

5l  2  Thiere  waren  krank  (1  an  Darmkatarrh,  1  an  Kuberkulos);  die  Erträge  waren  unbenutzbar.

28)  Bei  einem  dieser  Thiere  entstanden  nur  Abortivpusteln;  die  Lymphe  von  6  Thieren  wurde  wegen  ungenügender  Ergebaiss
der  Probeimpfungen  nicht  abgegeben,  die  Pusteln  eines  mit  Kinderlymphe  geimpften  Kalbes  wurden,  da  Retrovaccine  zu  Kinderkuhsngen
  nicht  abgegeben  wird,  nur  zu  Kälberimpfungen  verwendet  und  3  Thiere  zur  Gewinnung  bes  Impfstoffes  für  Rekrutenimpfungen
  des  16.  Armeekorps  benutzt.  Es  verblieben  somit  16  Thiere,  deren  Lymphe  abgegeben  werden  konnte.
        <pb n="104" />
        —  102  —

In  Kassel  dienten  Milch  und  Eier  zur  Ernährung  der  Thiere,  37  mal  wurde  eine
durchschnittliche  Zunahme  des  Gewichts  um  3/8,  G6mal  eine  Abnahme  um  1  bis  6  kg,  28  mal
keinerlei  Veränderung  ermittelt.

In  Köln  erfolgte  die  Ernährung  wie  früher  mit  bester  Vollmilch.  Die  Thiere
standen  ohne  Streu  einfach  auf  einem  hölzernen  Lattenrost.  Das  Gewicht  wuchs  um  1  bis
6,  im  Durchschnitt  um  36  kg.

In  München  sind  5  973  1  guter  Milch  in  erwärmtem  Zustande  verfüttert  worden;
meist  wurden  jedem  Thiere  täglich  8  1  gegeben.  Bei  bestehender  Diarrhoe  wurde  die  Menge
ermäßigt.  88  Thiere  nahmen  um  1  bis  7  kg  zu,  eins  um  1  kg  ab,  ein  erkranktes  wurde
zum  zweiten  mal  nicht  gewogen.

Der  Bericht  aus  Dresden  enthält  Angaben  über  die  Verpflegung  nicht.

In  Leipzig  bestand  die  Nahrung  aus  Kleien=  und  Mehltrank,  sowie  bestem  Heu.

In  Zwickau  erhielten  die  Thiere  täglich  10  1  Vollmilch,  welcher  auf  den  Liter
eine  Obertasse  eines  Gemisches  von  gleichen  Theilen  Hafermehl  und  Haferschrot,  mit  wenig
Milch  besonders  gekocht  und  gut  gequirlt,  zugesetzt  war.  Wegen  Säuerung  der  Milch  wurde
die  Bezugsquelle  2  mal  gewechselt.  —

In  Bautzen  geschah  die  Ernährung  mit  Milch  und  abgekochtem  Hafermehl.  Abgesehen
  von  einem  mit  Diarrhoe  behafteten  Thiere,  welches  2  kg  verlor,  nahm  das  Körpergewicht
  stets  um  O0,  bis  2  kg  zu.

Aus  Stuttgart  wird  über  eine  Aenderung  der  Nahrung  der  Thiere  nicht
berichtet.

In  Cannstatt  wurde  gutes  Heu  und  wenig  Futtermehl  gegeben.

In  der  Anstalt  zu  Karlsruhe  wurde  nur  Trockenfutter  gegeben.  Dasselbe  bestand
aus  gutem  Wiesenheu,  von  welchem  die  Thiere  nach  Belieben  fressen  konnten,  und  aus
mäßigen  Portionen  Hafer  oder  Gerste.  Dabei  blieben  die  Thiere  bei  gutem  Wohlbefinden
und  nahmen  merkbar  nicht  ab.  Das  großen  Schwankungen  unterworfene,  von  Zufälligkeiten,
  wie  Futter=  und  Wasseraufnahme,  sowie  Defäkation  abhängende  Gewicht  der  großen
Thiere  wurde  seit  Jahren  nicht  mehr  festgestellt.  Die  Fütterungskosten  erreichten  während
des  etwa  12tägigen  Anstaltsaufenthalts  12  bis  13  c#x“  für  jedes  Thier.

In  Darmstadt  bildete  Heu  das  Hauptfutter,  daneben  wurden  noch  Dickwurzeln  und
Kleie  gereicht.  Auf  die  Vornahme  von  Wägungen  ist  die  Anstalt  nicht  eingerichtet.

In  Schwerin  erhielten  die  Kälber  ausschließlich  Milch,  und  zwar  12  bis  15  I
täglich.  Im  Durchschnitt  betrug  die  Gewichtszunahme  3,6  kg;  im  Einzelnen  wurden  Gewichtsveränderungen
  bis  zu  118  kg  Zunahme  festgestellt,  3  Kälber  behielten  das  Anfangsgewicht,
  2  mal  unterblieb  die  Wägung  vor  der  Schlachtung.

Die  in  Weimar  benutzten  Impfthiere  bekamen  kuhwarme  Milch.  Die  Wartung  und
das  Stopfen  derselben  mit  täglich  je  6  Eiern  besorgte  der  Schweizer  der  Wirthschaft.  Die
Ernährung  kostete  durchschnittlich  12  für  jedes  Kalb.  Die  meisten  Thiere  nahmen  zu
(4  0,  bis  5,0  kg),  3  um  je  1  kg  ab;  3  erlitten  keine  Gewichtsveränderung  und  von  2
mit  Durchfall  behafteten  ist  nichts  gemeldet.

In  Bernburg  wurden  die  Thiere  wie  früher  ernährt;  sie  wurden  sämmtlich  in  den
Grenzen  von  0,  bis  5,  kg  schwerer.

In  Lübeck  wurden  jedem  Thiere  insgesammt  75  bis  100  1  angewärmte  Vollmilch
und  15  Eier  verabreicht.  Die  Kälber  nahmen  um  4  bis  7,  insgesammt  um  62,  im  Durchschnitt
  um  5,  kg  zu.

In  Bremen  erhielt  jedes  Thier  täglich  12  1  Vollmilch.
        <pb n="105" />
        —  103  —

An  die  Hamburger  Impfthiere  wurde  außer  täglich  je  14  1  Vollmilch  nichts
verfüttert.

Auch  in  Straßburg  i.  E.  gab  man  den  Kälbern  ganz  frische  Milch  von  Kühen,
die  zur  Schlachtung  vorräthig  standen  oder  gekaufte  Milch,  außerdem  warme  Suppen  und
Eier.  Das  Körpergewicht  gewann  dabei  um  1  bis  7,  im  Durchschnitt  um  etwa  3½  kg.

In  Metz  bestand  die  Nahrung  durchschnittlich  in  10  1  noch  kuhwarmer  Vollmilch,
welche  in  2  Portionen  täglich  gereicht  wurde.  Dabei  hatten  während  des  5=  bis  6tägigen
Aufenthalts  in  der  Anstalt  17  Kälber  um  0,  bis  6  kg  zugenommen,  9  um  0,  bis  5,  kg
abgenommen,  bei  einem  blieb  das  Gewicht  dasselbe.

Der  Gesundheitszustand  der  Impfthiere.

In  Königsberg  i.  Pr.  war  der  Gesundheitszustand  der  Impfthiere  gut;  nur  9
Thiere  erkrankten  an  mäßigem  Darmkatarrh.  Nach  der  Schlachtung  erwiesen  sich  sämmtliche
Organe  als  vollkommen  gesund.  Die  Körperwärme  betrug  vor  der  Impfung  38  bis  3960  C,
nach  der  Impfung  durchschnittlich  19  mehr;  sie  überstieg  40,00  nicht.

Von  den  beiden  in  Berlin  vor  der  Impfung  aus  der  Anstalt  entfernten  Thieren
hatte  eins  am  Nachmittag  des  Einstellungstages  Verdauungsstörungen  bekommen;  der  Schlachtbefund
  ergab:  Theilweise  Darmentzündung,  Leberschwellung  mit  Trübung  des  Organes.
Im  Zwerchfell  hochgradige,  im  Herzfleisch  und  in  der  Bauchmuskulatur  geringe  Aktinomykose
ungefährlicher  Form.  Das  andere  Thier  hatte  wegen  wiederholter  Aufblähung  dem  Schlachthause
  zugeführt  werden  müssen.

Bei  den  geimpften  Thieren  wurden  vor  der  Impfung  Temperaturen  von  40°  und
mehr  nicht  gefunden,  zur  Zeit  der  Abnahme  dagegen  mehrfach,  als  höchste  4030.  Am
Abend  des  Einstellungstages  erhielten  sämmtliche  Thiere  0,5  com  Tuberkulin  eingespritzt.
Reaktionen  traten  nicht  ein.  Ein  am  1.  April  geimpftes  Thier  verendete  am  4.  April  an
einer  Entzündung  des  Harnapparates.

In  Stettin  war  der  Gesundheitszustand  durchweg  gut.  Beim  Schlachten  wurde
ein  Kalb  mit  lokalisirter  Tuberkulose  der  Bronchialdrüsen  und  Lungen  behaftet  befunden.
Der  Impfstoff  wurde  nicht  zu  Impfungen  verwendet.  Die  Körperwärme  sämmtlicher  Thiere
betrug  meist  zwischen  38,'  und  39)0.

Von  den  in  Oppeln  geimpften  121  Thieren  waren  nur  je  1  an  Bindegewebsabsceß

in  der  Leistengegend  und  Tuberkulose  der  Bronchialdrüsen  erkrankt,  so  daß  die  Lymphe  nicht
verwerthet  werden  konnte.  Temperaturen  von  mehr  als  40%  wurden  nur  ausnahmsweise
bei  der  Abnahme  ermittelt.
,  In  Halle  a.  S.  hatten  von  den  zur  Gewinnung  von  Lymphe  bestimmten  44  Thieren
17  leichte  Verdauungsstörungen.  Aber  nur  ein  Thier  gab  beim  Schlachten  zu  Bedenken
Veranlassung.  Es  bekam  nach  der  Impfung  mäßigen  Durchfall  und  soff  schlecht;  dabei
bildeten  sich  keine  Pocken,  sondern  sämmtliche  Impfschnitte  liefen  sehr  schnell  aus.  Der
Schlachtbefund  ergab  gesunde  Organe,  welkes,  mageres  und  nicht  ganz  bankmäßiges  Fleisch.
Temperatur:  38,,  bis  41,0.  Im  Uebrigen  wurden  beim  Impfen  388/6  bis  39,,  beim  Abimpfen
  38,8  bis  4060  gemessen.

In  Hannover  waren  die  Thiere,  abgesehen  von  einzelnen  mäßigen  Durchfällen,  gesund.
  Die  Körperwärme  der  Impfthiere  betrug  bei  der  Einstellung  38,  bis  39,%%  und
stieg  am  Tage  der  Abimpfung  auf  39,  bis  41,67  C.  Wie  in  den  Vorjahren  hatten  die  mit
eigener  Lymphe  geimpften  Thiere  bei  normaler  Entwickelung  der  Pusteln  fast  ausnahmslos

vor  der  Abimpfung  eine  Temperatur  von  über  400,  nicht  selten  auch  noch  wenige  Zehntel
Mediz.stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V
        <pb n="106" />
        —  104  —

mehr  als  41,00.  Zmal  blieb  die  Temperatur  unter  40°%  (je  1mal  39,,  394  und  389,);
die  Pusteln  waren  jedesmal  in  der  Entwickelung  zurückgeblieben,  die  Ernte  ungenügend.
Im  Uebrigen  wurden  ermittelt  7mal  40%  bis  40,,  15  mal  40,  bis  40,  24mal  40,
bis  40,,  7mal  40,,  6mal  41,0,  2  mal  41,1  und  2mal  41,20.  Die  Impfthiere  mit  den
höchsten  Temperaturen  hatten  meist  die  bestentwickelten  Pusteln  und  gaben  die  höchsten
Erträge.  Es  wurden  deshalb  in  Hannover  im  Widerspruch  mit  der  Anweisung  zur
Gewinnung  rc.  von  Thierlymphe  (Bundesrathsbeschluß  vom  28.  April  1887)  auch  Impfkälber,
  welche  wenige  Zehntel  über  410  hatten,  zur  Benutzung  zugelassen,  vorausgesetzt,  daß
die  Thiere  sonst  ganz  frei  von  Krankheitserscheinungen  waren  und  die  Pocken  sich  völlig
normal  entwickelt  hatten.

Im  Berichtsjahre  fanden  sich  keinerlei  auf  eine  Krankheit  hinweisende  Schlachtbefunde.

In  Kassel  stellte  sich  nur  bei  2  Thieren  Durchfall  ein,  welcher  nach  Verabreichung
von  Eiern  verschwand,  ohne  auf  den  Gesundheitszustand  nachtheilig  eingewirkt  zu  haben.
An  den  geschlachteten  Thieren  fanden  sich  keinerlei  krankhafte  Veränderungen,  so  daß  Lymphe
und  Fleisch  verwendet  werden  konnten.

In  Köln  waren  sämmtliche  Thiere  bei  der  Eihstellung  gesund.  Auch  der  Schlachtbefund
  ergab  nichts  Anderes.

In  München  langten  die  Thiere,  nachdem  sie  den  schädigenden  Einflüssen  des  Transports
  ausgesetzt  gewesen  waren,  nicht  selten  in  unbefriedigendem  Gesundheitszustande  an.
Doch  verloren  sich  die  Diarrhoen;  auch  besserte  sich  das  Allgemeinbefinden  bei  der  guten
Pflege.  Ein  geimpftes  Thier  erkrankte  und  mußte  geschlachtet  werden.  Die  Beschau  ergab
Bauchfellentzündung.  Bei  den  übrigen  Thieren  war  ein  pathologischer  Befund  nicht
festzustellen.

In  Dresden  mußte  ein  Kalb  wegen  großer  zunehmender  Schwäche  ungeimpft
zurückgegeben  werden,  ein  anderes  wurde  wegen  Lähmung  des  Hintertheils  nicht  abgeimpft.

In  Leipzig  gaben  Gesundheitszustand  und  Schlachtbefund  der  Thiere  zu  Klagen
niemals  Anlaß.

Ein  in  Zwickau  eingestelltes,  noch  nicht  geimpftes  Thier  mußte  wegen  Trommelsucht
nothgeschlachtet  werden.  Die  Sektion  ergab  die  Veranlassung  nicht.  Das  Befinden  der
übrigen  (40)  Thiere  war  bis  auf  nachstehende  4  Ausnahmen  befriedigend.  Ein  Thier  stand
an  der  sehr  seltenen  Mesenterial-Verschlingung  um,  ein  anderes  Thier  wurde  wegen  großer
Hinfälligkeit  getödtet;  es  litt  an  einer  hochgradigen,  nicht  spezisischen  Entzündung  der  Nasengänge.
  Ferner  fand  sich  bei  einem  Thiere,  welches  zu  Versuchszwecken  2  mal  laparotomirt
worden  war,  trotz  tadellosem  Wohlbefinden  6  Tage  nach  der  2.  Laparotomie  eine  wenig
ausgebreitete,  saserige  Bauchfellentzündung.  Ein  viertes  Kalb  zeigte  beim  Abimpfen  41,10.
Die  geringe  Ernte  wurde  nicht  versendet.  Sonst  erwiesen  sich  alle  Kälber  bei  Lebzeiten
wie  auch  nach  dem  Schlachtbefund  gesund.  Durchfall  wurde  häufig  beobachtet  und  schien
vereinzelt  die  Saftfülle  der  Pusteln  zu  vermindern;  er  wurde  mit  Heidelbeeren,  rohen  Eiern
und  einmal  mit  thüringer  Kälberpillen  unbekannter  Zusammensetzung  behandelt.  Die  Pillen
wirkten  ohne  Beeinträchtigung  der  Pustelbildung  vorzüglich.

In  Bautzen  hatte  ein  Thier  Diarrhoe,  im  Uebrigen  war  der  Gesundheitszustand
gut.  Bei  Thier  1  fanden  sich  zwei  kleine  abgekapselte  Leberabscesse.  Alsbald  nach  dem
Abimpfen  wurden  die  Thiere  unter  Aussicht  des  Schlachthof-Thierarztes  geschlachtet  und  die
Befundscheine  an  den  Vorstand  gesandt.  «

In  Stuttgart  konnte  bis  zum  10.  Mai  ein  größerer  Vorrath  von  Lymphe  nicht
gesammelt  werden.  Um  so  mißlicher  wurde  die  Lage,  als  von  diesem  Tage  ab  bis  zum
        <pb n="107" />
        —  105  —

9.  Juni  eine  ganze  Reihe  von  8  Thieren  (Nr.  33  bis  36  und  38  bis  41)  wegen  pathologischer
  Defekte  thierärztlich  beanstandet  wurde;  nur  eins  (Nr.  37)  war  freigegeben  worden.
Vorher  waren  schon  3  Thiere  (Nr.  8,  17  und  18)  aus  dem  gleichen  Grunde  gesperrt.
Obgleich  3  der  Thiere,  welche  nicht  an  einer  infektiösen  Krankheit,  sondern  an  Milzschwellung
(Impffieber)  gelitten  hatten,  wieder  freigegeben  wurden,  mußte  die  Hülfe  der  Anstalt  zu
Cannstatt  in  Anspruch  genommen  werden.  —  Im  Ganzen  wurden  16  Thiere  beim  Schlachten
und  1  beim  Abimpfen  beanstandet  und  zwar  11  wegen  tuberkulöser  Erscheinungen  auf  der
Pleura  costalis,  in  Lungen,  Drüsen  oder  Bauchfell,  1  wegen  Absceß  in  der  Nabelgegend,
1  wegen  Hepatitis  distomatosa,  3  wegen  Milzschwellung  (Nr.  33,  38  und  39  —  später
wieder  freigegeben  —),  1  wegen  partiellen  Ausschlags  (10  linsengroße  oder  größere  gelbliche
Blasen  auf  der  Bauchhaug).

Von  den  für  Cann  statt  eingelieferten  28  Thieren  mußten  3  wegen  ekzematösen  Ausschlags
  vor  der  Impfung  zurückgegeben  werden;  die  übrigen  25  blieben  gesund  bis  auf
eins,  welches  wegen  Blähsucht  am  Tage  nach  der  Impfung  geschlachtet  wurde.  Im  Uebrigen
wurde  nach  der  Schlachtung  noch  bei  1  Thier  Lebertuberkulose  festgestellt,  ferner  I  mal
Hepatitis  indurativa  distomatosa,  3  mal  akute  Milzanschwellung,  4  mal  neben  letzterer
mehr  oder  weniger  ausgedehnte,  gelbsulzige  Infiltration  des  subperitonealen  Bindegewebes.
Die  Lymphe  wurde  in  den  letztbezeichneten  8  Fällen  verwendet,  in  den  letzten  7  Fällen,
nachdem  die  mikroskopische  Untersuchung  von  Ausstrichpräparaten  aus  der  Milz  von  4  Thieren
die  Anwesenheit  von  Mikroben  nicht  erkennen  ließ  und  weiße  Mäuse  nach  Uebertragung
nicht  krank  wurden,  und  endlich  weil  die  Lymphe  eines  ähnlich  erkrankten  Thieres  vor
einigen  Jahren  ohne  Schaden  verwendet  worden  war.  Die  Lymphe  erwies  sich  als  gut  und
wurde  gelobt.

Die  höchste  Temperatur  (40,09)  wurde  bei  der  Abimpfung  beobachtet;  die  höchste
Steigerung  2,,  bis  250  bei  3  Thieren  ohne  jeden  krankhaften  Befund.  Milzanschwellung  2c.
verursachte  ein  Ansteigen  der  Körperwärme  um  0,,  0/4  und  060,  sowie  4mal  um  18  bis
1,00,  die  letztere  Zunahme  bei  dem  Kalbe  mit  der  geringsten  Milzanschwellung  ohne  Infiltration.
  Bei  dem  tuberkulösen  Thier  stieg  die  Körperwärme  nur  um  0,60  C.

In  Karlsruhe  war  der  Gesundheitszustand  sämmtlicher  eingestellten  Farren,  mit
Ausnahme  des  einzigen,  bei  der  Schlachtung  tuberkulös  befundenen  Thieres,  durchaus  gut.
Alle  Thiere  zeigten  die  gehörige  Freßlust  und  Munterkeit.  Die  Eigenwärme,  zweimal  täglich
gemessen,  betrug  vor  der  Impfung  38  bis  39,  am  häufigsten  38,10,  sie  steigerte  sich  in
Ankündigung  der  erfolgreichen  Impfung  am  Ende  des  zweiten  oder  Anfang  des  dritten
Tages,  und  zeigte  gegen  Ende  des  vierten  Tages,  während  die  Pustelbildung  auf  der
Höhe  stand,  unmittelbar  vor  der  Abimpfung  meist  39,  bis  40,  ferner  40,  und  einmal
40  C.  «
In  Darmstadt  reagirten  von  den  eingestellten  19  Thieren  3  auf  Tuberkulin;  sie
wurden  nach  der  Verabredung  vom  Händler  ohne  Entschädigung  zurückgenommen.  Ein
viertes  konnte  wegen  Bruches  des  rechten  Hinterschenkels  nicht  geimpft  werden.  Die  übrigen
15  Thiere  waren  vor  der  Impfung  gesund  und  auch  nach  der  Impfung  ohne  krankhafte
Erscheinungen.  Ein  am  28.  April  eingestellter,  mit  ekzematösem  Hautausschlag  behafteter
Fasel  wurde  erst  geimpft,  nachdem  der  Ausschlag  —  am  17.  Mai  —  vollständig  geheilt
schien.  Der  erhaltene  Impfstoff  erwies  sich  bei  den  Probeimpfungen  als  wenig  wirksam
und  wurde  nicht  abgegeben.  Ein  anderes  Impfthier,  bei  welchem  eine  Tuberkulinreaktion
nicht  beobachtet  wurde,  hatte  bei  der  Sektion  in  zwei  Lymphdrüsen  mehrere  stecknadelkopfbis
  erbsengroße  verkalkte  Knötchen.  Dr.  Boström  in  Gießen  untersuchte  zahlreiche  Schnitte,

9*
        <pb n="108" />
        —  106  —

besonders  aus  der  Bronchialdrüse  auf  Tuberkelbacillen  mikroskopisch  und  glaubte  Tuberkulose
ausschließen  zu  können.  «

Temperaturfeststellungen  wurden  2  Tage  vor  der  Tuberkulinimpfung  (am  Einstellungsund
  folgenden  Tage)  je  2mal,  am  Tage  der  Tuberkulinimpfung,  einen  Tag  darauf  und
bei  den  geimpften  Thieren  am  Impftage  und  den  drei  nächsten  Tagen  je  3  mal,  sowie  am
Tage  vor  der  Abimpfung  je  1  mal  täglich  vorgenommen.  Bei  2  Thieren,  welche  vor  der
diagnostischen  Einspritzung  Temperaturen  von  38/6  bis  88,0  und  88,6  bis  3860  gezeigt  hatten,
trat  am  folgenden  Tage  eine  Erhöhung  auf  41,  bezw.  40,,0  C  ein.  Die  größte  Körperwärme
  betrug  nach  dem  Bericht  vor  der  Impfung  398,  vor  der  Abimpfung  4160  C;  über
40%  sind  Zmal  verzeichnet.  Die  niedrigen  Temperaturen  wurden  während  der  kühleren
Jahreszeit,  die  hohen  bei  Hitze  beobachtet.  Das  Thier  mit  41,/°  hatte  in  der  Nahrungsaufnahme
  nicht  wesentlich  nachgelassen  und  bot  Krankheitserscheinungen  nicht  dar.  Diejenigen
  beiden  Thiere,  welche  beim  Abimpfen  die  geringste  Körperwärme  hatten,  erbrachten
auch  die  kleinste  Ausbeute  (2,,  und  10,0  g  Rohstoff).  Merkliche  Temperatursteigerung  war
stets  in  den  letzten  24  Stunden  vor  der  Pustelreife  vorhanden.

In  Schwerin  wurde  ein  vom  Schlachter  geliefertes  Kalb  wegen  Hautausschlags  ungeimpft
  zurückgegeben.  Im  Allgemeinen  zeigten  die  übrigen  Thiere  recht  guten  Gesundheitszustand,
  doch  mußte  eine  Ernte  wegen  Tuberkulose  verworfen  werden.  Die  Schlachtung
erfolgte  am  5.  bis  10.  Tage  nach  der  Impfung.

In  Weimar  erkrankten  2  Impfkälber  an  Diarrhoe;  von  ihrer  Abimpfung  wurde  abgesehen.
  Im  Uebrigen  war  das  Befinden  der  Thiere  gut;  auffallende  Temperaturen  wurden
nicht  beobachtet.  Das  ruhige  Verhalten  wird  dem  Aufenthalt  in  dem  großen,  kühlen,  gemeinschaftlichen
  Kuhstall  zugeschrieben

In  Bernburg  kamen  Krankheiten  bei  den  Thieren  nicht  vor.  Beim  Impfen
wurden  39/%0  als  höchste  Temperatur  ermittelt.  Vor  der  Abnahme  stieg  die  Körperwärme
in  mehreren  Fällen  auf  einen  höheren  Stand  wie  in  den  früheren  Jahren  (1  mal  auf
40,8,  2  mal  auf  40,6,  6  mal  auf  40,50);  Abnormitäten  zeigten  die  betreffenden  Thiere
jedoch  nicht.  Die  Beschaffenheit  der  inneren  Organe  wird  stets  als  normal  bezeichnet.

In  Lübeck  zeigten  die  eingestellten  kräftigen  Thiere  gutes  Allgemeinbefinden,  unverändert
  auch  während  der  Pustelentwickelung.  Die  höchsten  Temperaturen  der  abgeimpften
  Thiere  waren  beim  Impfen  39,,  beim  Abimpfen  39,,0.  Sämmtliche  Organe
der  Brust=  und  Bauchhöhle,  sowie  Brust=  und  Bauchfell  waren  frei  von  pathologischen  Veränderungen.


In  Bremen  zeigten  die  Thiere  guten  Gesundheitszustand.  2  Kälber  bekamen  am
3.  Tage  Durchfall;  da  die  Eingeweide  nach  der  Schlachtung  nennenswerthe  Veränderungen
nicht  aufwiesen,  wurde  die  Lymphe  nicht  beanstandet.

In  Hamburg  waren  die  Thiere  gesund,  bis  auf  eins,  das  fieberhaften  Darmkatarrh
bekam  und  mit  40,0  geschlachtet  wurde  und  ein  anderes,  das  bei  der  Schlachtung  als
tuberkulös  befunden  wurde.  Der  Impfstoff  derselben  mußte  vernichtet  werden.  Die  Temperatur
  der  übrigen  Kälber  bewegte  sich  zwischen  395  und  3900  C.

Die  in  Straßburg  i.  E.  eingestellten  Kälber  hatten  einen  ungestörten  Gesundheitszustand.
  Der  Schlachthausdirektor  besichtigte  die  Thiere  vor  und  nach  der  Schlachtung,  bei
welcher  dieselben  sämmtlich  kerngesund  befunden  wurden.  Besonders  hohe  Körperwärme
fand  sich  nicht;  am  höchsten  (400  war  sie  beim  Abimpfen.

Auch  in  Metz  war  keinerlei  Gesundheitsstörung  zu  verzeichnen.  Die  Schlachtbeschau
ergab  überall  tadellosen  Befund.
        <pb n="109" />
        —  107  —

3.  Die  Impfung  der  Thiere  und  die  Entwickelung  der  Impfpusteln.
Der  benutzte  Impfstoff.

Die  Berichte  enthalten  über  den  zu  den  Thierimpfungen  benutzten  Impfstoff
folgende  Angaben:

Laufende  Nr.

Bemerkungen

#—

Imysthiere  wurden  geimpft  Gesammtmit

Anstalt  zahl  der
Menschen.  Thier.  Neuschen-geimpften
und  Thier-  Thiere
wmphe  lmphe  lymphe
Königsberg  i.  r6  92  —  98
Berlin.  ........  1  44  —  45
Stettin  ........  1  3838  —  89
Oppeln  ........  —  121  —  121
Halle  a.  S.  ....  2  42  —  41)
Hannover  —  66  —  66

1)  Weitere  18  Thiere  dienten  Versuchszwecken.

18  Kälber  wurden  mit  8  Monate  alter  Thierlymphe
  des  Vorjahres  geimpft.  Die  Pusteln
entwickelten  sich  normal  und  gut.  Bei  6  Kälbern
wurde  Kinderlymphe  verbraucht;  die  Erträge
dienten  fast  ganz  zu  weiteren  Kälberimpfungen.

Die  Trhunue  war  in  der  Anstalt  aus
Menschenlymphe  gezüchtet  und  kam  in  3
Stämmen  zur  Benutzung.  Der  erste  Stamm,
in  der  7.  Generation  verimpft,  war  1894
angelegt,  der  zweite  in  der  4.  Generation
verwendete  1896,  der  dritte  gegen  Ende  des
Berichtsjahres  aus  Menschemlymphe  gewonnen.


Zu  Beginn  der  öffentlichen  Impfungen  wurde

mit  Menschenlymphe  ein  neuer  Stamm  angezüchtet
  und  die  hierbei  gewonnene  Retrovaccine
  zur  Impfung  der  übrigen  Kälber
benutzt.  Daneben  wurden  die  alten  auf
Kälbern  fortgezüchteten  Stämme  ebenfalls
weiter  benutzt.

Die  Impfungen  wurden  durchweg  mit  Lymphe,
welche  aus  dem  vorjährigen  Stamme  aus
Holland  abgeleitet  war,  ausgeführt;  da  jedoch

uletzt  die  Pusteln  etwas  —  mal  wurden,
sand  an  einem  Kalbe  mit  sehr  gutem  Erfolge
  ein  Versuch  mit  Hamburger  Variolavaccine
  statt.

Es  wurde  im  Gegensatz  zu  früher  Kinderlymphe
  nicht  mehr,  sondern  mit  gutem  Erfolg
  hinsichtlich  der  Wirksamkeit  wie  auch
der  Ertragsmenge  nur  4  bis  6  Monate
alte  Retrovaccine  als  Aussaat  benutzt.  Ausgenommen
  sind  nur  die  beiden  letzten  Kälber
im  September  des  Berichtsjahres,  bei
welchen  Kinderlymphe  zur  Verwendung  kam
diese  lieferten  den  Impfstoff  für  Rekrutenimpfungen.


Sämmtliche  Kälber  wurden  mit  Thierlhmphe
geim,  welche  7  Jahre,  seit  Bestehen  der

nstalt,  ausschließlich  von  Thier  zu  Thier
bis  zur  38.  Generation  fortgezüchtet  ist,
ohne  daß  der  ursprünglich  durch  Hamburger
Variolavaccine  erzeugte  Stamm  eine  Abschwächung
  oder  Aenderung  der  Eigenschaften
erfuhr.  Die  Stammlymphe  war  in  einem
Fall  eine  Woche,  sonst  nicht  unter  6  Wochen,

meist  über  2  bis  12  Monate  alt.  Sämmtliche
  Impfungen  waren  erfolgreich.
        <pb n="110" />
        Laufende  Nr.

mit

Impfthiere  wurden  geimpft

Menschen-  Thierlymphe
  lymphe

Menschenund
  Thierlymphe


108  —

Gesammtzahl
  der

geimpften
Thiere

Bemerkungen

10

11

12

13

Kassel  ......  ...  —  69

Köln  ......  ....  76

München  24  63
und  3  mit  „

echtem
Pockenstoff
von
Variolois.

Zwickan  11  29

2

71

1091)

58

18

40

10

Zur  Verwendung  kam  Glheerin  Thierlhuphe
aus  den  Anstalten  in  Hannover  (bei  43
Kälbern)  und  Stettin  (13)  sowie  von  geeigneten
  Thieren  der  eigenen  Anstalt  (15).
Letzterer  war  bei  2  Thieren  zur  Erzielung
eines  höheren  Ertrages  *  he  zugesetzt.
  Ein  Erfolg  konnte  nicht  festgestellt
werden.  Wegen  der  bei  den  kleinen  Thieren
wiederum  beobachteten  Abschwächung  des
Impfstoffes  und  Abnahme  der  Ausbeute
mußte  wiederholt  aus  Hannover  und  Stettin
Lymphe  bezogen  werden.

Die  ersten  Kälber  wurden  wie  bisher  mit
Stettiner  Lymphe  geimpft;  der  Ertrag  wurde
mit  der  5  fachen  Menge  Glycerin  und
Wasser  verrieben  und  nur  zu  den  Kälberimpfungen
  aufbewahrt.

Während  im  Vorjahre  noch  größtentheils
Menschenlymphe  verwendet  wurde,  ist  dieselbe
  im  Berichtsjahr  seltener  zur  Verimpfung
  gelangt.  Bei  den  3  mit  Variolois
geimpften  Thieren  war  der  Stoff  mit  Glycerin
emulsionirt.  Die  Thierlymphe  war  4  mal
aus  Karlsruhe,  3  mal  aus  Laney  bei  Genf
bezogen,  56  mal  stammte  sie  aus  den  besten
Pusteln  von  Thieren  der  eigenen  Anstalt.

Sämmtliche  Thiere  wurden  mit  der  in  der  Anstalt
  selbst  gezüchteten  Thierlymphe  geimpft
und  zwar  mit  der  7.  bis  20.  Fortpflanzung
von  Kalb  zu  Kalb.

Es  wurde  überwiegend  Dresdener  Thierlymphe,
  daneben  auch  eigene  verwendet.
Letztere  stammte  anfangs  aus  dem  Vorjahre,
später  von  den  ersten  Kälbern  des  Berichtsjahres.
  Verwendungsalter:  Abis10  Wochen.—
Menschenlymphe  wurde  nur  auf  2  Kälber
in  gerger  -  aesirndft,  das  Proukt

  zur  theilweisen  weiterer
Kälber  benutzt.  mpfuns

Die  Menschenlymphe  war  von  dem  Polizeiarzt

  in  Zwickau  und  vom  Wsistenten  g
sammelt,  die  Thierlymphe  in  26  Fällen  im
Institut  meist  im  Dezember  gewonnen  und
ein  Produkt  zum  Theil  mehrfacher  Fortpflanzung,
  2  mal  stammte  sie  aus  Wien  und
1  mal  aus  Dresden.  Für  den  Versandt
kamen  nur  4  Ernten  I.,  sonst  mehrsacher
Generation  in  F

rage,
Außerdem  wurde  —  von  mittels

Laparotomie  geimpften  Organen  jedesmal
ohne  Erfolg  eingeimypft.

Bei  den  ersten  4  Thieren  wurde  neben
Menschenlymphe  auch  Thierlymphe  und
war  bei  Nr.  1  und  2  Dresdener,  bei
und  4  das  Produkt  der  ersten  Fortpflan-#ung

  dieser  Thierlymphe  verwendet.  Sonst
m  he  von  Thier  Nr.  1  oder  eine

spätere  Generation  derselben  zur  Berimpfung.

1)  Bon  diesen  Kälbern  dienten  76  mit  Thierlymphe  geimpfte  zur  Lympheerzeugung,  33  aber  zu  Versuchen.
        <pb n="111" />
        Laufende  Nr.  .

Anstalt

Impfthiere  wurden  geimpft

mit

Menschen
lymphe

Thierlymphe


Menschenund
  Thierlymphe


109  —

Gesammtzahl
  der

geimpften
Thiere

Bemerkungen

#—
—

—
S##

16

17

18

19

20

Stuttgart

Cannstatt

Karlsruhe

Darmstadt

Weimar.  ..  ..  ...

81

47

25

84

15

25

4

64

25

34

15

26

81

Soweit  bekannt,  wird  in  Stuttgart  Menschenlymphe
  nicht  mehr  benutzt.

2  Thiere  (Nr.  12  und  13)  wurden  mit
Wmhe  aus  Karlsruhe,  von  Variola  humana
abstammend,  geimpft  in  der  Absicht,  einen
frischen  Stamm  zu  züchten.  Der  Erfolg
war  mangelhaft.  Im  Uebrigen  wurde  in
der  Anstalt  gewonnene  Lymphe  gebraucht,
bei  den  ersten  5  Thieren  im  Vorijahre  er-Kugte,
  249—294  Tage  alte,  einmal  neue  40

age  alte,  sonst  eine  Mischung  von  vorjähriger
  und  neuer  Lymphe.  Hierbei  war
erstere  290  bis  408,  bies  31  bis  74  Tage  alt.

Der  Lymphestamm,  eine  Bariolavaccine
vom  Jahre  1886  (und  1890)  wurde  seit
einem  Jahrzehnt  erfolgreich  von  Thier  zu
Thier  fortgezüchtet,  blieb,  ohne  zu  entarten,
ungeschwächt  wirkfam  und  ist  schon  durch
nahezu  500  Thiere  gegangen.  Die  Beschaffung
  von  Menschenlymphe  (Retrovaccine)
wurde  gänzlich  aufgegeben.

Theils  wurde  im  eigenen  Institut  gewonnene
unvermischte  oder  von  2  Thieren  stammende
vermischte  Lymphe  verwendet,  theils  wurden
Versuche  mit  Wiener,  Stettiner  und  Karlsruher
  Lymphe  gemacht.  Die  Stettiner
Lymphe  erwies  sich  als  recht  kräftig.  Vor
der  Verimpfung  mußte  die  Lymphe  mindestens
  4  Wochen  oder  auch  länger  gelagert
haben.  Impfstoff  vom  10.  Juni  1896,  verimpft
  auf  1  Thier  am  19.  März  1897,  erab

  19g  dehte  von  sehr  guter  Wirksameit
  am  Menschen.

Die  25  mit  Thierlymphe  geimpften  Kälber
erforderten  durchschnittlich  je  132  Portionen.
Die  Menschenlymphe  war  12  Kindern  im
öffentlichen  Termin  entnommen.

Außer  den  im  Vorjahre  bezeichneten  Lieferanten
  der  benutzten  Kinderlymphe  werden
noch  der  Vorstand  und  Dr.  Meyerhoff  als
Sammler  solcher  Lymphe  für  die  Anstalt
bezeichnet.

Die  Fortzüchtung  eines  animalen  Stammes
ist  nach  vielen  früheren  vergeblichen  Versuchen
  auch  1897  nicht  geschehen,  da  die
kleinen  Kälber  hierzu  nicht  geeignet  sind.
Es  ist  beabsichtigt,  im  Jahre  1898  größere
Thiere  von  außerhalb  zu  beziehen.

Wie  bisher  ist  auch  im  Berichtsjahre  fast  ausnahmslos
  nderlhmme  verwendet  worden.
Sie  war  meist  frisch  bis  2  Tage,  selten  38,
vereinzelt  bis  zu  15  Tagen  alt.  Die  Gewinnung
  dieser  Lymphe  ist  im  IV.  Bande
auf  S.  162  beschrieben.

Die  in  einem  Falle  benutzte  Hierlhuyhe
war  aus  Hamburg  bezogen.  Die  Pusteln
berieihen  vorzüglich  (Ertrag:  6  -  Bei

er  Kinderimpfung  war  der  Erfolg  jedoch
fast  gleich  Null.
        <pb n="112" />
        l

Anstalt

Laufende  Nr.

—

Impfthiere  wurden  geimpft

mit

Menschenlymphe


Thier.
lymphe

Menschenund
  Thierlymphe


110

Gesammtzahl

  der

geimpften
Thiere.

Bemerkungen

2
—
#
S
2

—

22

Hamburg

Bremen

Straßburg  i.  E.

12

42

41

26

12

42

41

27

Bei  den  beiden  ersten  Thieren  wurde  Thierlumphe
  aus  der  Hamburger  Impfanstalt  benutzt,
  bei  Thier  Nr.  8  Lymphe  von  Nr.  1,
bei  Nr.  4  von  Nr.  2,  bei  Nr.  5  und  6  von
Nr.  4,  bei  Nr.  7  von  Nr.  6,  die  Thiere  8,
9  und  10  wurden  mit  Thierlymphe  von
Apotheker  Aehle,  Nr.  11  und  12  mit  solcher
aus  der  Staatsanstalt  zu  Hannover  geimpft.

Eingeleitet  wurden  die  Kälberimpfungen  mit
6  Monate  alter  wirksamer  Dauerlymphe
*  Stamm)  und  mit  Hannoverscher
rischer  Kälberlymphe;  hierbei  wurde  stets
nur  eine  Sorte  Lymphe  verwendet.

Zur  Impfung  diente  die  aus  dem  Jahre  1881
stammende  Hamburger  Variolavaccine.  Seit
1887  ist  keine  Retrovaccine  verwendet  worden.
Die  den  Kälbern  verimpfte  Emulsion  bestand
aus  einer  Mischung  von  1  Theil  Rohstoff
und  2  Theilen  Glycerin,  mit  oder  o

usatz  von  einem  Theile  Wasser.  In  der

hleren  Jahreszeit  war  dieser  Impfstoff
am  5.  Tage  den  reisenden  Pusteln  entnommen,
in  der  wärmeren  Jahreszeit  einen  Tag
früher.  Die  verimpfte  Lymphe  war  von
Kalb  zu  Kalb  übertragen  oder  bis  zu  63
Tagen  alt.  Einmal  wurde  132  Tage  alte
Lymphe  fast  ohne  Erfolg  versucht.

Sämmtliche  Thiere  scheinen  mit  Glycerin-Kinderlymphe
  geimpft  zu  sein.  Aus  dem
Bericht  ist  dies  nicht  bestimmt  ersichtlich.
Beim  ersten  war  im  Spätjahre  abgenommene
Lymphe  verwendet  worden.

Das  erste  Kalb  wurde  mit  5  Monate  alter
konzentrirter  Ableitung  1.  Generation  von
Dresdener  Stoff  mit  neyr  schönem  Erfolge
sowohl  auf  dem  Thier  als  auch  nach  den
Probeimpfungen,  Thiere  wurden  mit
frischer,  6  mit  älterer  Retrovaccine,  diese
gleichzeitig  mit  stärker  verdünnter,  etwa  5
Monate  alter  Kälberlymphe,  8  mit  3  Wochen
altem  konzentrirtem  Stoff  aus  den  schönsten
Thierpusteln,  2  mit  älterer  Dresdener,  4  mit
frischer  Dresdener  und  2  mit  frischer  Kasseler
Lymphe  geimpft.

Ein  nur  mit  Kinderlymphe  geimpftes  Kalb
lieferte  den  ausschließlich  zur  Impfung  von
3  Kälbern  verwendeten  Impfstoff.

Das  Impfverfahren.

In  Königsberg  i.  Pr.  erfolgte  die  Impfung  auf  der  wie  bisher  benutzten  Impffläche
  mittels  1  cm  auseinanderliegender  Schnitte  einen  bis  drei  Tage  nach  der  Einstellung.
In  Berlin  wurde  die  Impffläche  gereinigt  und  desinfizirt,  und  sodann  die  Impfung
nach  dem  bisherigen  Verfahren  ausgeführt.  Die  Skalpelle  hatten  metallene  Griffe,  waren
        <pb n="113" />
        —  111  —

bis  zum  Gebrauch  in  Alkohol  aufbewahrt  und  sodann  durch  die  Flamme  gezogen.  Es
wurden  vorwiegend  ausgedehnte  parallele  Längsschnitte,  Flächenimpfung  nur  zu  Demonstrationszwecken
  angewendet,  kurze  Schnitte  gelegentlich  aus  demselben  Grunde  oder  zu  Versuchen.
  Vereinzelt  wurden  Deckverbände  angelegt.  Das  bei  der  Impfung  thätige  Personal
hatte  sich  jedesmal  nach  den  Vorschriften  der  Antisepsis  gereinigt,  desinfizirt  und
gekleidet.  «

In  Stettin  reinigte  man  bei  einzelnen  Kälbern  die  Impffläche  mit  Lysollösung.
Bei  anderen  wurden  Deckverbände  nach  vorheriger  Abreibung  der  Impffläche  mit  absolutem
Alkohol  und  Aether  angelegt.  Wieder  in  anderen  Fällen  brauchte  man  wie  früher  steriles
Wasser  zum  Reinigen  der  Impffläche.

Aus  Oppeln  wird  berichtet,  daß  die  Kälber  wie  bisher  mit  dem  Risel'schen  Impfmesser
  auf  der  Bauchfläche  bis  etwa  Handbreite  über  Nabelhöhe  geimpft  wurden.

In  Halle  a.  S.  und  Kassel  wurde  die  Impfmethode  nicht  geändert.

In  Hannover  wurde  anstatt  des  3%  Karbolwassers  2%  Lysollösung  zur  Desinfektion
  der  Impffläche  benutzt.  Letztere  ist  deshalb  vorgezogen  worden,  weil  sie  des  Seifengehalts
  wegen  die  Impffläche  gleichmäßiger  benetzt.  Die  Aetherabwaschungen  wurden  seitdem
  aufgegeben.  Einige  Versuche,  auch  die  rechte  Brustseite  der  Thiere  —  zwischen  Nabel
und  Rücken  —  zu  beschicken  wurden  wegen  ungünstiger  Pustelentwickelung,  geringen  Ertrages
  und  wegen  der  der  Lymphe  auffallend  reichlich  beigemengten  Epidermisschuppen  nicht
fortgesetzt.

In  Köln  erfolgte,  nachdem  die  Kälber  innerhalb  der  ersten  24  Stunden  rasirt  waren,
zum  Beginn  des  2.  Tages  die  Impfung  am  Bauche,  an  der  Innenseite  der  Oberschenkel
und  am  Spiegel  nach  der  üblichen  Methode.  Die  zum  Abtrocknen  benutzte  Watte  sowie
die  Tücher  wurden  eine  Stunde  lang  im  strömenden  Wasserdampf  sterilisirt.

In  München  wurde  die  Elycerin-Menschenlymphe  mittelst  der  Flächenimpfung,  die
Thierlympheemulsion  ausschließlich  mittelst  kurzer,  etwa  1  cm  von  einander  entfernter
Schnitte  verimpft.  Die  Impfflächen  wurden  nur  mit  sterilisirtem  Wasser  und  zentrifugirter
Seife  gereinigt.  Desinfektionsmittel  und  Deckverbände  kamen,  letztere  wegen  wiederholter
schlechter  Erfahrungen,  nicht  zur  Anwendung.  Zur  Abtrocknung  dienten  sterilisirte  Gazetupfer.

Aus  Dresden  ist  über  das  Impfverfahren  nichts  Neues  berichtet,  auch  in  Leipzig
und  Bautzen  wurde  in  der  bisher  üblichen  Weise  geimpft.

In  Zwickau  wurde  die  Animpfung  nach  ein=  bis  dreitägiger  Beobachtung  gewöhnlich
  6  bis  24  Stunden  nach  dem  Rasiren  vorgenommen.  Als  Instrument  diente  von  der
6.  Impfung  ab  ausschließlich  das  anfangs  unerwünscht  scharfe  Platin-Iridiummesser,  als
dessen  Vorzug  der  lange,  leichte  und  ziemlich  dicke  Griff  im  Gegensatz  zu  Weichard's  dünnen
und  schweren  „Impfnadeln“  gilt.  Vereinzelt  wurde  das  Impffeld  mit  Aether  und  absolutem
Alkohol  desinfizirt  ohne  sichtbar  veränderte  Erfolge.

In  Stuttgart  wurde  hinsichtlich  der  Schnittführung  keine  Aenderung  eingeführt,  nur
wurde  wegen  der  Befürchtung  des  Thierarztes,  daß  die  Milzschwellung  bei  3  Thieren  eine
Folge  der  zu  starken  (extensiven)  Animpfung  bei  warmer  Witterung  gewesen  sein  könne,
das  Impffeld  bezw.  die  Zahl  der  Impfschnitte  eingeschränkt.

In  Cannstatt  wird  die  Mischung  von  alter  und  frischer  Lymphe  für  das  sicherste
Mittel  zur  Fortpflanzung  rein  thierischer  Lyumphe  gehalten.  Verwendung  nur  frischer
Lymphe  führe  bald  zu  Entartung,  mangelhafter  Entwickelung  und  Eintrocknung,  nur  alter
dagegen  ergebe  nicht  durchschnittlich  sichere  Resultate.  Einer  guten  vorjährigen  Lymphe  wird

dabei  etwa  1/10  frische  Lymphe  beigemischt.
        <pb n="114" />
        —  112  —

Geimpft  wurde  am  Hodensack,  am  Damm,  an  der  Schenkelinnenfläche  und  hinteren
Bauchfläche  mittelst  des  neuen  Chalybaeus'schen  Impfinstruments  durch  Anlegung  möglichst
unblutiger  Schnitte  und  Flächen.  Vorher  wurde  die  abrasirte  Impffläche  abgewaschen,  mit
Sublimatwasser  (1:2000  bis  3000)  desinfizirt,  nochmals  mit  abgekochtem  Wasser  abgespült
und  mit  Gaze  abgetrocknet.  Erfahrungsgemäß  entwickelten  sich  die  Pusteln  an  Hodensack
und  Damm  am  gleichmäßigsten  und  besten;  der  Vorstand  beabsichtigt  daher  künftig  auf
Bauch  und  Schenkelinnenfläche  zu  verzichten.

Als  Stammlymphe  dient  in  Karlsruhe  stets  die  Masse  aus  den  schönsten  Pusteln.
Sie  wird  in  unverdünntem  Glycerin  konservirt  und  später  verrieben.  Sie  lagert  mindestens
6  Wochen  in  Glhcerin,  ehe  sie  auf  die  Thiere  weiterverimpft  wird.  Diese  Lagerung  wird
als  das  wichtigste  Erforderniß  für  die  animale  Fortzucht  bezeichnet.  Geimpft  wurde  unter
Einhaltung  des  in  der  Anstalt  bewährten  seitherigen  Verfahrens.  Vor  der  Impfung  wurde
zur  Desinfektion  des  Impffeldes  eine  Waschung  mit  2%  Lysollösung  mit  nachfolgender  gründlicher
  Abspülung  mittels  abgekochtem  Wasser  vorgenommen.

In  Darmstadt  wurde  die  Reinigung  des  Impffeldes  gegen  früher  insofern  etwas
abgeändert,  als  statt  des  einfachen  Abseifens  mit  nachfolgender  Alkoholabwaschung  die  Anwendung
  von  Lysol  in  2%  Lösung  neben  jenen  in  Gebrauch  kam.  Bevorzugt  wurden
einfache  Längsschnitte;  Schraffirungen  und  Gitterschnitte  wurden  nur  einmal  in  geringem
Maße  angewendet.  Als  Instrument  diente  der  in  einen  Stahlfederhalter  eingesteckte
Vaccinostyle.  Die  Lymphe  wurde  nicht  besonders  eingerieben,  überflüssige  Lymphe  wurde
vom  Impffelde  mit  sterilisirten  Tupfern  wieder  entfernt.  Unter  einer  gleich  nach  der  Impfung
aufgetragenen  Epidermindecke  entwickelten  sich  die  Pusteln  vortrefflich.

In  Schwerin  vollzogen  sich  die  Thierimpfungen  am  Tage  nach  der  Impfung  technisch
genau  so  wie  in  den  Vorjahren.

In  Weimar  hat  sich  gegen  das  Vorjahr  nichts  geändert.  Die  Impfungen  fanden
einen  Tag  nach  der  Einstellung  statt.

In  Bernburg  war  das  Impfverfahren  annähernd  dem  früher  geübten  gleich.  Es
wurde  die  Flächenimpfung,  indessen  mit  weniger  dichter  Aneinanderreihung  der  Impfschnitte
angewendet.

Auch  in  Lübeck  entsprach  die  Methode  der  Impfung  der  in  den  Vorjahren  geübten.
Die  Impfschnitte  wurden  etwas  weitläufiger  angelegt;  ihre  Anzahl  betrug  50  bis  108.

In  Bremen  wurde  stets  am  Tage  nach  der  Einstellung  wie  früher  geimpft.  Dabei
wurden  120  bis  140  Schnitte  von  2  bis  2½  cm  Länge  in  Abständen  von  1½  em  angebracht.

Aus  Hamburg  ist  über  eine  Aenderung  des  dort  bei  den  Thierimpfungen  geübten
Verfahrens  nicht  berichtet.

In  Straßburg  i.  E.  ist  wie  früher  geimpft  worden.

In  Metz  wurden  ausschließlich  etwa  3  bis  4  cm  lange  Schnitte  angelegt;  diese
konnten,  da  die  Klemmpinzette  nicht  mehr  angewendet  wurde,  einander  auf  einen  knappen
Centimeter  genähert  werden.  Die  Reinigung  des  am  Bauch  von  Nabelhöhe  bis  auf  die
Innenflächen  der  Oberschenkel  reichenden  Impffeldes  sowohl  vor  der  Impfung  als  auch
vor  der  Abnahme  erfolgte  ohne  Anwendung  von  Desinfektionsmitteln  mechanisch  durch
Abreibung  mit  sterilisirtem  Seifenwasser  und  nachfolgender  Abspülung  mit  gekochtem  Wasser.

Die  Beschaffenheit  der  Impfpusteln.

In  Königsberg  i.  Pr.  entwickelten  sich  die  Pusteln  am  schnellsten  bei  denjenigen
Thieren,  welche  mit  frischer  Retrovaccine  geimpft  waren.
        <pb n="115" />
        —  113  —

Der  Bericht  aus  Berlin  bezeichnet  die  Pustelbildung  im  Allgemeinen  als  gut.  In
einem  Falle  wurde  die  gewonnene  Lymphe,  weil  die  Pustelbildung  eine  Entartung  erkennen
ließ,  nicht  verarbeitet.

In  Stettin  entwickelten  sich  die  Pusteln  unter  dem  Deckverbande  etwas  langsamer,
dagegen  wuchsen  die  Haare  rascher  nach,  als  außerhalb  desselben.  Hinterbacken  und  Dammgegend
  enthielten  die  besten  Pusteln.  Die  stärkere  Eintrocknung  der  Pusteln  in  der  Mitte
wurde  durch  den  Deckverband  nicht  wesentlich  gemindert.  Immun  war  kein.  Kalb.

In  Oppeln  betrug  die  kleinste  Ernte  1,,  die  größte  28  g  Rohstoff.

In  Halle  a.  S.  bekamen  25  Thiere  gleichmäßig  entwickelte  breite  und  tiefe,  7  gleichmäßige
  aber  etwas  schmale  und  trockene,  6  zum  Auslaufen  geneigte,  3  perlschnurartige,
zum  Theil  aber  sehr  große  Pocken,  einmal  waren  letztere  ausgelaufen.  Bei  den  beiden
im  September  mit  Glycerin-Kinderlymphe  geimpften  Kälbern  entwickelten  sich  die  Pusteln
befriedigend.

In  Hannover  waren  sämmtliche  Kälberimpfungen  erfolgreich;  seit  dem  Bestehen
der  Anstalt  war  keine  der  mit  eigener  Thierlymphe  ausgeführten  Kälberimpfungen  erfolglos.

Die  Pusteln  waren  meist  normal  entwickelt,  von  grauweiß  derber  Beschaffenheit,  dreimal,
  bei  weniger  als  40%  Körperwärme,  waren  sie  zurückgeblieben,  schmal  und  wenig  ergiebig.
  Die  Lymphe  eines  Thieres  (Nr.  7)  mit  stark  krustigen,  weichen,  gelblichen  Pusteln
war  nach  2  Monaten  ungenügend  wirksam.

In  Kassel  ließ  sich  wie  auch  schon  früher  feststellen,  daß  bei  den  jungen  Thieren
der  dortigen  Gegend  außer  einer  deutlichen  Abschwächung  des  Impfstoffes  mit  jeder  weiteren
Thierimpfung  eine  geringere  Ausbeute  gewonnen  wurde,  weshalb  wiederholt  frische  Kälberlymphe
  von  außerhalb  bezogen  werden  mußte.

Aus  München  ist  berichtet,  daß  die  Impfung  von  3  Thieren  mit  echtem  Variolois=Stoff,
  von  welchem  nur  eine  geringe  Menge  vorhanden  war,  völlig  erfolglos  verlief.

Vollkommener  Erfolg  trat  ein  bei  den  24  mit  Menschenlymphe  geimpften  Kälbern;  jedoch
mußte  eine  Ernte  (9650  Portionen)  wegen  hochgradiger  Reizerscheinungen  auf  der  Impffläche
  vernichtet  werden.  Die  übrige  Retrovaccine  (mehr  als  150  000  Portionen)  war
tadellos  und  wurde  bei  den  Militärimpfungen  mit  vorzüglichem  Erfolge  gebraucht.

Der  erste  größere  Versuch,  reine  Thierlymphe  zu  züchten,  verlief  unter  starken  Verlusten
  mißlich,  denn  es  waren  5  Kälber  mit  Thierlymphe  erster  Abstammung  erfolglos  geimpft
  worden.  4  mit  Karlsruher  Thierlymphe  geimpfte  Kälber  bekamen  zwar  gute  Pusteln;
wegen  der  kläglichen  Erfolge  der  Probeimpfungen  mit  der  gewonnenen  Lymphe  wurde
jedoch  der  gesammte  von  Karlsruher  Lymphe  abstammende  Impfstoff  vernichtet.  Erfolglos
war  auch  die  Impfung  bei  einem  der  3  mit  Genfer  Thierlymphe  geimpften  Thiere.  Der
Impfstoff  der  beiden  anderen  Thiere,  aus  guten  Pusteln  gewonnen,  mußte  wegen  mangelhafter
  Wirksamkeit  von  der  Verwendung  ausgeschlossen  und  vernichtet  werden.  Dasselbe
geschah  mit  dem  Stoffe  von  10  mit  eigener  Thierlymphe  geimpften  Kälbern  aus  dem
gleichen  Grunde.  Vernichtet  wurden  im  Ganzen  81  250  Portionen  Lymphe.

In  Dresden  konnte  ein  Thier  wegen  fast  völliger  Erfolglosigkeit  der  Impfung  nicht
abgeimpft  werden.

In  Leipzig  waren  die  Pusteln  von  durchgängig  guter  Beschaffenheit,  wenn  auch  die
Entwickelung  sowohl  bei  den  verschiedenen  Kälbern,  als  auch  beim  einzelnen  Kalbe  an  den
mit  verschiedener  Lymphe  geimpften  Stellen  sich  ungleich  verhielt.

Obgleich  in  Zwickau  im  Allgemeinen  über  die  Erfolge  der  thierischen  Fortpflanzung
der  Lymphe  nicht  geklagt  wurde,  schien  es  doch,  als  ob  Menschenlymphe  gleichmäßigere  und
        <pb n="116" />
        —  114  —

breitere  Eruptionen  hervorrief.  Auch  die  Wärme  und  Feuchtigkeit  der  Luft  wirkten  auf
die  Pustelentwickelung  mit  ein.  Ekzematöse  sekundäre  Pustelchen  wurden  sehr  wenig,  häufig
aber  auffallend  schöne  Pocken  in  der  Nähe  des  Nabels  beobachtet.  Eine  Fehlimpfung  ist
nicht  vorgekommen.

Nach  dem  Bericht  aus  Bautzen  waren  dort  die  Pusteln,  abgesehen  von  kleinen  Verschiedenheiten,
  im  Allgemeinen  gleichmäßig  und  schön  entwickelt;  nur  bei  Kalb  9  waren  sie
zurückgeblieben.  Die  Verschiedenheiten  bestanden  darin,  daß  Menschenlymphe  zum  Theil
weniger  kräftige,  zum  Theil  ebenso  schöne  Pusteln  erzeugte  als  Thierlymphe.  Bei  einem
mit  Menschen=  und  Thierlymphe  geimpften  Kalbe  waren  die  Pusteln  allgemein  weniger  ergiebig;
  wiederholt  fanden  sich  auch  in  der  Oberbauchgegend  recht  gute  kräftige  Pusteln.
Entzündung  der  Pustelumgebung  bestand  bei  keinem  Thiere.  Die  mit  dem  dreiklingigen
Messer  angelegten  Pusteln  waren  breit  und  ergiebig.

In  Stuttgart  waren  sämmtliche  Thiere  erfolgreich  geimpft.

In  Cannstatt  entwickelten  sich  die  Pusteln  bei  18  Thieren  gut,  bei  6  ziemlich  gut,
1  mal  vertrockneten  sie,  so  daß  die  Abnahme  unterblieb.

In  Karlsruhe  entwickelten  sich  die  Pusteln  bei  den  Thieren  durchgehends  vollkommen
  und  untadelhaft,  streng  charakteristisch,  nur  bei  einem  Thiere,  welches  im  Hochsommer
  bei  großer  Hitze  geimpft  worden  war,  entstanden  Abortivpusteln.

In  Darmstadt  war  die  Entwickelung  der  Pusteln  bei  3  Thieren  nicht  ganz  befriedigend,
  im  Uebrigen  gut  und  sehr  gut.  Die  mit  Lymphe  der  Wiener  Impfanstalt  erzeugten
  Pustelstreisen  waren  besonders  breit,  ähnlich  denjenigen,  welche  diese  Anstalt  in
Frankfurt  a.  M.  ausgestellt  hatte.  Bei  der  Fortzüchtung  nahm  jedoch  die  Breite
bald  ab.

In  Schwerin  mußte  die  Abnahme  des  Ertrages  eines  Thieres  wegen  spärlicher  Entwickelung
  der  Pusteln  unterbleiben.  Bei  den  meisten  übrigen  Kälbern  waren  die  Pocken
gut  entwickelt,  die  Wirksamkeit  der  Lymphe  aber  nicht  immer  dem  Aussehen  der  Pocken
und  der  Erwartung  entsprechend.

In  Weimar  war  der  Ertrag  mit  Rücksicht  auf  die  Kleinheit  der  Kälber  gering.  Bei
größeren  Thieren  war  der  Ertrag  stets  gleichmäßiger  als  bei  den  3  bis  4  Wochen  alten.

In  Bernburg  haben  sich  die  Pusteln  stets  schön  entwickelt;  nur  bei  einem  Thiere
erschienen  sie  spärlich.

Von  den  in  Lübeck  geimpften  12  Kälbern  gelangte  1  wegen  trockener,  1  wegen  zu
weit  entwickelter,  theils  bereits  abheilender  Pusteln  nicht  zur  Abnahme.  Bei  den  3  mit
Aehle'scher  Lymphe  geimpften  Kälbern  zeigte  sich  auf  den  Schnitten  trockene  grüngelbe  Borke.
Bei  Druck  von  beiden  Seiten  platzte  dieselbe  und  es  wurde  im  Grunde  grüner  ziemlich
dicker  Eiter  sichtbar.  Der  Impfstoff  wurde  nicht  abgenommen.  Im  Uebrigen  war  nur  noch
bei  einem  Thier  eine  große  Anzahl  Pusteln  zu  wenig  sastreich,  bei  einem  andern  heilten
einige  schon  ab,  bei  einem  weiteren  waren  einige  noch  zu  wenig  entwickelt.  Die  Mißerfolge
  der  3  mit  Aehle'scher  Lymphe  geimpften  Kälber  führten  zu  zweimaliger  außerordentlicher
  Reinigung  und  Desinfektion  der  Anstalt  und  sämmtlicher  Geräthe,  Instrumente  2c.,
wie  sie  vor  Beginn  der  ersten  Impfung  regelmäßig  vorgenommen  wird.

In  Bremen  kamen  entzündliche  Erscheinungen  auf  der  Impffläche  nicht  vor,  ebenso
nicht  eiterige  Pusteln.  Stark  eingetrocknete  Pusteln  zeigten  die  Kälber  10  und  12.

In  Hamburg  erwies  sich  die  Beschaffenheit  der  Kalbspusteln  im  Allgemeinen  als
recht  günstig,  jedoch  versagten  im  Juni  und  August  während  großer  Hitze  mehrere  Kälber
fast  gänzlich,  sodaß  kaum  66%  der  Gesammtzahl  der  Thiere  volle  Ernten  brachten.
        <pb n="117" />
        115

In  Straßburg  i.  E.  waren  die  Pusteln  bei  allen  Thieren  ausnahmsweise  schön
entwickelt.  Noch  in  keinem  der  bisherigen  Jahre  war  der  Erfolg  so  gut  als  im  Berichtsjahre.
2  Kälber  waren  besonders  ergiebig.  Nach  gründlicher  Abwaschung  mit  frisch  gekochtem
Wasser  lagen  die  Pusteln  als  prall  gefüllte  Blasen  mit  glänzendem  Schimmer  von  rosa  bis
leicht  gelblicher  Farbe,  mit  der  Spur  des  Schnittes  in  der  Mitte.  Beim  Abkratzen  bildete
sich  eine  tiefe  Furche  mit  seichten  Rändern  und  weißer  glatter  Grundfläche.

In  Metz  dauerte  die  Entwickelung  der  Pusteln  96  bis  100  Stunden.  Wiederholt
erwiesen  sich  Pusteln,  welche  am  4.  Tage  noch  mangelhaft  erschienen,  am  5.  als  Abortivpusteln;
  bei  einem  Thiere  entwickelten  sich  überhaupt  nur  solche.

4.  Gewinnung  des  Impfstoffes.
Menge  der  Erträge.
Die  Anstalten  gewannen  nachstehende  Mengen  Thierlymphe:

———!1  s#

Ertrag  an  Roh-*

  impfftoff
zanstalt  durch-.
  zu-  schnittlich
sammen  von  einem
Thier
.  —  —
1  Königsberg  i.  Pr.  2098  21,
2  Berlin  ........  517,  11,
3Stettin....  94  2t
4  Oppeln..  1  163,0  9,6
5  Halle  a.  S......  659,  16,1
und
325%1%
6  Hannover.  ..  ..  .  1057,0  16,0
7  Kassel  686,  9,
8  Köäln..  457,5  60
9München  562,“  7,0
10  Dresden  12,
11  Leipzig  101,  5,6
12  Bwickau  .......  269,0  7,5
13  Bautzen  115,  11,

Anzahl

Menge  ber  Kinder,
des  für  welche  der  -
zubereiteten  gewonnene  Bemerkungen
Impfstosfes  Impfstoff
zur  Impfung
ausreichte
—.
Abgabe  »
247800Eswurdeusrträgevon3,obtö
Pottivneu  42,0  g  gewonnen.
Abgabe
1)  262  0142)  Desgl.  3,0  bis  24,0  g.
300  000  Desgl.  11,  bis  59,/66  g.
5  815  etwa  Desgl.  1,5  bis  28,0  g.
363000
rund
1  9  092  206  000  5ö)  Desgl.  8,  bis  38  g.
etwa
6000  357000  Desgl.  5%  bis  28,  g.
mehr  als
9  438,  348  000  Desgl.  1,  bis  19,  g.
.·  450  000  Desgl.  1,  bis  14,  g.
539  100  Desgl.  0/18  bis  15/62  g.  Von  nebenbezeichneter
  Menge  wurden  81250
Portionen  vernichtet.

Es  wurden  Erträge  von  1,  bis
etwa  20,0  g  Rohlymphe  gewonnen.
750  50  bis  Desgl.  1,6  bis  7,6  g.
etwa  60  000
400  108000  Desgl.  8,«  bis  160  g.

etwa.
578,6  22000  Desgl.  5,6  bis  14  g.

1)  Es  wurden  hergestellt:  5897  g  Lymphe-Emulsion,  852  g  klare  zentrifugirte  Lymphe  und  181  g
aus  dem  Bodensatz  der  zentrifugirten  Lymphe.  3
2)  Außerdem  wurden  in  der  Anstalt  384  Kälber  geimpft;  größere  Mengen  zentrifugirter  Lymphe  sind
zu  wissenschaftlichen  Bersuchen  theils  abgegeben,  theils  in  der  Anstalt  verwendet.

3)  Bon  dieser  Menge  wurden  etwa  50  g  Rohstoff  zu  Kälberimpfungen  verwendet.

4)  Bon  den  beiden  im  September  mit  frischer  Glycerin-Kinderlymphe  geimpften  Thieren.

5)  Außerdem  gelangten  noch  57678  aus  dem  Herbst  1896  stammende  Portionen  Impfstoff  zur  Abgabe.
        <pb n="118" />
        —  116  —

Ertrag  an  Roh-  Anzahl
impfstoff  Menge  der  Kinder,  QU
*5  des  für  welche  de
2  Anstalt  durch.  zubereiteten  gewonnene  Bemerkungen
zu=  schnittlich  Impfstossess  Impfstoff
#  sammen  wvon  einem  zur  Impfung
Thier  ausreichte
8  mWm.-  .-14Stuttgakt......
  .  .  78000JmDurchschnittergabendieshicre
je  1560  Portionen  fertiger  Lymphe.
15  Cannstatt  ......  264)  12,0  705,  38  100  Die  Ernten  betrugen  5/0  bis  19,0
Rohstoff.
16  Karlsruhe  nicht  2  798  279  800  Das  niedrigste  Erträgniß  eines
gewogen  Thieres  waren  54,  das  höchste
154  g  fertiger  Lympbe.
17  Darmstadt  323,5  21,  1245  124  500  Desgl.  2,r  bezw.  48,°0  g  Rohlymphe.
18Schwerin  3221)  13,  50  870
bbe  etwa  .%
19  Weimar  .  .  .  ...  0000  Die  einzelnen  Thiere  lieferten  von
300  bis  4000  Portionen  fertiger
Lymphe.
20  Bernburg  296,  6,5  .  108000  Es  wurden  Erträge  von  10  bis
12,,  g  Rohlymphe  erzielt.
etwa
21  Lübeck  6200
22  Bremen  .  19  6  Gläser  3  .  Außerdem  wurde  noch  die  zur  Im-U—
  pfung  der  Kälber  verwendete  frische
-.  28  25  Lymphe  gewonnen.
—
u  1b
oungen
23Hamburg  234,2)  6,1  802,)4500
Abgabe
24  Straßburg  i.  E.  83  000  Die  kleinste  Ernte  war  30,  die  größte
72  g  reinen  Stoffes.
Abgabe
26  Metz  ......  .  ...  56  070

Abnahme  und  Aufbewahrung  des  Impfstoffes.

In  Königsberg  i.  Pr.  geschah  die  Abnahme  der  Lymphe  71  bis  95  Stunden
nach  der  Impfung.  Der  Rohstoff  wurde  auf  der  Mühle  durchschnittlich  mit  der  vierfachen
Menge  Glycerin  versetzt  und  sogleich  in  kleinen  Glasgefäßen  zu  50  und  100  Portionen  im
Eisschrank  aufbewahrt.

In  Berlin  wurde  vereinzelt  die  Impffläche  mit  Alkohol  oder  Holzin,  gelegentlich
auch  mit  Aether  behandelt,  meist  jedoch  nur  mit  Wasser  und  Seife  gereinigt.  Die  Abnahme
erfolgte  ohne  Aenderung  des  Verfahrens  nach  Verlauf  bis  zu  4  Tagen  16  mal,  in
der  ersten  Hälfte  des  5.  Tages  2mal,  in  der  zweiten  Hälfte  24  mal,  nach  ungefähr
5  Tagen  2  mal.

Die  Emulsion  wurde  durch  Zusatz  von  4  bis  15  Theilen  Glycerinwasser  zu  1  Theil
Rohlymphe  hergestellt.  Die  für  wissenschaftliche  Zwecke  bereitete  zentrifugirte  Lymphe  wurde
meist  noch  eingedickt.  In  einzelnen  Fällen  wurde  die  fertige  Lymphe  unmittelbar  in  Versandtgläser
  gefüllt,  meist  aber  in  Erlenmeyerschen  Kolben  im  Eisschrank  aufgehoben.

1)  Das  als  tuberkulös  befundene  Kalb  hatte  außerdem  19  g  Masse  geliefert.

2)  Außerdem  wurden  1,6  g  Rohlymphe  und  3  g  zubereiteten  Impfstoffes  wegen  Tuberkulose  des
Thieres  vernichtet.
        <pb n="119" />
        —  117  —

In  Stettin  wusch  man  wie  vor  der  Impfung,  so  auch  vor  der  Abimpfung  die  Impffläche
  mehrfach  mit  einer  Lysollösung  und  absolutem  sowie  verdünntem  Alkohol,  nachdem  die
Borken  theils  durch  Einreiben  der  Pockenfläche  mit  Vaselin,  theils  mit  einem  eigens  hierzu  hergestellten
  ösenartigen  Doppelmesser,  das  sich  nach  dem  Bericht  bewährt  hat,  entfernt  worden
waren.  —  Abgeimpft  wurde  nach  101  bis  113  Stunden.  Die  Verarbeitung  geschah  mittels  der
durch  gehärtete  Glaswalzen  verbesserten  Döring'schen  Mühle,  wobei  Vermischungen  nicht
vorgenommen  wurden.  Die  Rohlymphe  wurde  größtentheils  im  Verhältniß  von  1:9,  sonst
1:4  mit  Glocerinwasser  (aus  gleichen  Gewichtsmengen  von  Glycerin  und  sterilem  Wasser
bestehend)  verdinnt  und  nach  der  Zubereitung  in  Glastuben  von  100  und  50  Portionen
abgefüllt  und  im  Eisschrank  aufgehoben.

In  Oppeln  verflossen  zwischen  Impfung  und  Abnahme  der  Lymphe  durchweg  96
bis  98  Stunden.  Die  der  letzteren  vorangehenden  Verrichtungen  waren  folgende:  Mechanische
Reinigung  der  Impffläche  mit  warmem  Wasser  und  Seife  unter  Benutzung  eines  Pinsels,
Abwaschen  mit  ½%  Sublimatlösung,  Abspülen  mit  abgekochtem,  auf  etwa  250  abgekühltem
Wasser,  Abtrocknung  der  gereinigten  Fläche  durch  Bälle  aus  Holzwolle  und  Mull,  welche
vorher  mittelst  Dampf  sterilisirt  waren  und  nach  Benutzung  vernichtet  wurden.  Die  Holzwolle
  soll  sich  zu  diesem  Zweck  außerordentlich  gut  eignen.

Der  Rohstoff  blieb  möglichst  3  Monate,  bisweilen  auch  6  Monate  in  Glycerin
liegen,  sodann  wurde  er  unter  Zusatz  von  1  Theil  Wasser  und  3  Theilen  Glycerin  auf
1  Theil  Rohstoff  versandtfertig  hergestellt  und  in  Gläschen  gefüllt.

In  Halle  a.  S.  nahm  man  die  Lymphe  nach  101  bis  144,  im  Durchschnitt  nach
125  Stunden  ab.  Das  Verfahren  der  Zubereitung  des  Impfstoffes  wurde  nicht  geändert.
Das  zunächst  syrupdick  hergestellte  Präparat  wurde  in  sterilisirten  Glasgefäßen  (bis  zu
50  cem  Inhalt)  in  den  Eisschrank  gelegt.  Zur  Versendung  kamen  stets  die  ältesten
Präparate,  nachdem  die  ungefähr  gleichzeitig  abgenommenen  zur  Herstellung  einer  möglichst
gleichmäßigen  Wirksamkeit  vermischt  und  weiter  verdünnt  worden  waren.

Das  Wasserstrahlgebläse  vom  Mechaniker  Csokor  in  Wien  (nebst  Nebenapparaten)
bewährte  sich  bei  der  Vertheilung  der  Lymphe  auf  die  Versandtgefäße  durch  die  Sauberkeit
der  Handhabung  und  die  Möglichkeit  einer  genauen  Dosirung  des  Materials.

In  Hannover  wurde  die  Impffläche  nach  gründlicher  Reinigung  in  der  Regel,
d.  h.  falls  die  Pusteln  normale  Beschaffenheit  hatten,  noch  mit  2  %  Lysollösung  desinfizirt.
Eine  Beeinträchtigung  der  Wirksamkeit  der  Lymphe  wurde  nicht  bemerkt.  Bei  der  Zubereitung
  auf  der  Döring'schen  Mühle  wurden  meist  mehrere  Erträge  unter  Zusatz  der  4=  bis
8  fachen  Menge  von  Glycerinwasser  vermischt.  Der  zum  Füllen  der  Versandtgefäße  benutzte
Csokorsche  Apparat  bewährte  sich,  war  aber  noch  mit  dem  Mangel  behaftet,  daß  die  Regulirung
  des  Wasserzuflusses  oder  des  Luftdrucks  eine  zu  große  Aufmerksamkeit  erforderte.

In  Kassel  ließ  man  die  schon  früher  eingehaltene  Zeit  von  86  bis  88  Stunden
auch  im  Berichtsjahre  verstreichen,  bevor  die  Abnahme  stattfand.  Vor  der  Abnahme  hat
bisher  eine  Desinfektion  nicht  stattgefunden;  es  wird  aber  beabsichtigt,  später  mit  50%
Alkohol  zu  desinfiziren.

Zubereitung,  Verfüllung  und  Aufbewahrung  der  Lymphe  haben  sich  nicht  geändert.

In  Köln  fanden  Abnahme  und  Aufbewahrung  wie  bisher  statt.  Es  wurde  wiederum
der  Rohstoff  mit  der  15  fachen,  allmählich  zugesetzten  Menge  Wasser  und  Glycerin  ohne
Maschine  verrieben.  Nur  die  für  Militärzwecke  hergestellte  Lumphe  war  5  fach  verdünnt.

In  München  erfolgte  die  Abnahme  nach  78  bis  119  Stunden  und  zwar  38  mal
im  Verlaufe,  27  mal  am  Ende  des  4.  Tages,  15  mal  im  Verlaufe  des  5.  Tages.

In  Dresden  wurde  die  Lymphe  in  der  Regel  nach  4  Tagen,  1  mal  nach  4  ½,  10mal
        <pb n="120" />
        —  118  —

nach  5  Tagen  und  I1mal  zu  verschiedenen  Zeiten,  nach  4  und  5  Tagen,  abgenommen.
Zubereitung  und  Aufbewahrung  blieben  unverändert.

In  Leipzig  wurde  bis  Mitte  Mai  nach  96,  nachher  nach  etwa  84  Stunden  zur
Abnahme  der  Lymphe  geschritten,  da  mit  der  wärmeren  Jahreszeit  schnellere  Entwickelung
und  schnelleres  Reifen  der  Pusteln  eintraten.

Die  Verreibung  geschah  im  Handmörser.  Die  fertige  Lymphe  wurde  in  größere  Röhrchen
für  je  15  bis  75  Impfungen  und  in  kleine  Röhrchen  für  die  Zwecke  der  Privatärzte  gefüllt.

Aus  Zwickau  ist  berichtet,  daß,  da  die  Abnahme  mit  dem  scharfem  Löffel  zwar
eine  reiche  Ernte  ergiebt,  aber  eine  Qual  für  das  Thier  bedeutet,  wiederholt  dabei  Morphium
subkutan  (1cg)  gegeben  wurde.  Die  dreifache  Menge  genügte,  um  mittelst  Laparotomie
den  Darm  weit  fast  ohne  Zucken  des  Thieres  hervorholen  und  die  Verschließung  der  Bauchdecke
bewerkstelligen  zu  können.  Nach  dem  Abimpfen  wurde  das  Impffeld  abgewaschen,  getrocknet  und
das  Thier  spätestens  binnen  12  Stunden  geschlachtet.  Die  Lymphe  wurde  mit  etwas  Elycerin
gemengt  in  Glasdosen  im  dunklen,  kühlen  Raum  1  bis  2  Stunden  bis  zur  Verarbeitung  aufbewahrt.
  Nach  12=  bis  18stündiger  Aufbewahrung  soll  sich  das  Gewebe  besser  und  feiner
verrieben  haben.  Von  Menschenlymphe  gewonnene  Erträge  wurden  6=  bis  7fach,  Fortpflanzungsprodukte
  4-  bis  5  fach,  ausnahmsweise  10=  und  15  fach  mit  einem  Gemisch  von
5  vol.  Glycerin  zu  3  vol.  Wasser  verdünnt.  Als  Aufbewahrungsort  dient  gewöhnlich  der
Keller,  während  des  Winters  zur  Erhaltung  einer  möglichst  gleichmäßigen,  nicht  zu  niedrigen
Temperatur  ein  Kleiderschrank  im  Schlafzimmer.

In  Bautzen  wurde  während  des  Berichtsjahres  die  Abnahme  etwas  später  als
früher,  und  zwar  nach  96  Stunden,  mit  dem  halbscharfen  Löffel  vorgenommen.  Die  Fläche
war  vorher  mit  Alkohol  desinfizirt  und  mit  sterilem  Wasser  gereinigt.  Die  austretende  seröse
Flüssigkeit  wurde  nicht  mehr  benutzt.

Die  Verreibung  der  Rohlymphe  mit  Glycerin  im  Verhältniß  von  1:  4  geschah  mit
der  Hand  in  Reibeschalen.  Die  Gleichmäßigkeit  der  Verreibung  konnte  mit  der  Lupe  erkannt
werden.  Die  Aufbewahrungsgefäße  waren  Tuben  für  60  bis  70  Portionen  oder  kleine  3  cm
lange,  9  mm  weite  Gläser,  ferner  solche  für  20  bis  25,  für  etwa  10  und  Kapillaren  für  1
bis  3  Portionen;  letztere  erhielten  Privatärzte.

In  Stuttgart  wurde  die  möglichst  unblutige  Abnahme  der  Pocken  von  der  gespannten
  Haut  mit  dem  Löffel  beibehalten.

Während  in  Cannstatt  bei  der  ersten  Hälfte  der  Thiere  der  Abnahme  nur  eine
gründliche  Abseifung,  Abspülung  mit  gekochtem  Wasser  und  Abtrocknung  mit  Verbandgaze
voraufging,  folgten  bei  den  übrigen  Thieren  nach  der  ersten  Abseifung  und  Abspülung  eine
Desinfektion  der  Impffläche  mit  2  %  Lysollösung,  sodann  eine  zweite  gründliche  Abseifung
Abspülung  und  die  Abtrocknung.  «

Die  Wirksamkeit  der  Lymphe  wurde  nicht  beeinträchtigt,  doch  wurde  auch  nicht  verhindert,
  daß  einzelne  Impfärzte  recht  häufig  heftige  Reaktionserscheinungen  fahen.

Die  Rohlymphe  wurde  72  bis  97¾  Stunden  nach  der  Impfung  mit  dem  scharfen
Löffel  möglichst  unblutig  abgenommen.  In  der  kühleren  Jahreszeit  ging  die  Entwickelung
langsamer  vor  sich,  wobei  in  Cannstatt  die  Lymphe  wirksamer  und  dauerhafter  ist.  Zur
Verdünnung  in  der  Mühle  wurde  die  2-bis  3fache  Menge  einer  Mischung  von  100  Theilen
Glycerinwasser  und  0,4  Theilen  Salicylsäure  verwendet.  Auf  Versuche  mit  mehr  verdünnter
Lymphe  mußte  wegen  verschiedener  Störungen  des  Anstaltsbetriebes  verzichtet  werden.

Die  Aufbewahrung  der  fertigen  Lymphe  geschah  im  Keller  oder  Eiskasten  in  Kapillaren
  und  Cylindergläsern,  welche  sich  zwischen  Salicylwatte  innerhalb  Pappschachteln  in
einem  Blechbehälter  befanden.
        <pb n="121" />
        —  119  —

In  Karlsruhe  erfuhr  die  Technik  und  Zeit  der  Abnahme  des  Impfstoffes  keinerlei
Abänderung.  Die  Menge  des  der  Pustelmasse  beigemengten  Glycerins  betrug  etwa  5  Theile
auf  1  Theil  Stoff.  Die  Verreibung  geschah  im  Porzellanmörser,  die  gewonnene  Emulsion
wurde  durchgeseiht.

Zur  besseren  Konservirung  des  Vorraths  wurde  der  Lympheschrank  im  Keller  während
des  Sommers  anfangs  täglich,  später  jeden  zweiten  Tag  mit  2  kg  Eis  beschickt.  Die  Lymphe
hielt  sich  vorzüglich.

In  Darmstadt  erfolgte  die  Abnahme  in  der  Regel  am  4.  Tage,  meist  nach  85  ½
bis  90,  je  1  mal  nach  111  ½  und  120  Stunden.  Der  Zeitpunkt  wurde  für  jedes  Thier
besonders  gewählt.  Die  voraufgehende  Reinigung  des  Impffeldes  wurde  unter  Anwendung
von  Pinsel  und  Seife  möglichst  gründlich  vorgenommen.

Die  gewonnene  Pustelmasse  wurde  entweder  sofort  unter  Zusatz  von  Elycerinwasser
zur  Emulsion  verarbeitet  oder,  besonders  wenn  es  sich  um  Lymphe  zur  Fortpflanzung
handelte,  einige  Zeit  unter  Glycerinwasser  aufbewahrt  und  erst  später  verrieben  und  zwar,
da  die  Mühle  schadhaft  war,  während  1  ½  bis  2  Stunden  mit  der  Hand  im  Mörser.
Eine  Mischung  verschiedener  Erträge  fand  nen  statt.  Der  Zusatz  zum  Rohstoff  betrug  die
dreifache  Menge  einer  Mischung  von  Glycerin  und  sterilisirtem  Wasser  im  Verhältniß  von
3:  1.  Die  Aufbewahrung  geschah  wie  früher.

In  Schwerin  wurde  die  Lymphe  regelmäßig  nach  96  Stunden  abgenommen.  Zubereitung
  und  Aufbewahrung  geschahen  wie  in  den  Vorjahren.  Um  eine  gleichmäßige,  sicher
wirkende  Lymphe  zu  erzielen,  wurde  wiederum  das  gleichzeitig  gewonnene  Material  verschiedener
  Kälber  gemischt.  Die  Resultate  befriedigten  indeß  wenig.

In  Weimar  wurde  die  Lymphe  in  der  Regel  nach  96,  einigemal  schon  nach  84
Stunden  abgenommen.  Die  Methode  der  Abnahme  und  die  weitere  Behandlung  der  Lymphe
haben  sich  nicht  geändert.

In  Bernburg  fand  die  Abnahme  nach  90  bis  96  ½,  einmal  nach  120  Stunden
statt.  Zur  Herstellung  der  Emulsion  wurde  der  Rohstoff  mit  der  3=  bis  5  fachen  Menge
Glycerin  mittelst  der  Chalybäus'schen  Maschine  verrieben.

In  Lübeck  waren  nur  einmal  138,  im  Uebrigen  stets  120  Stunden  bis  zur  Abnahme
  verflossen.  Die  Vermischung  mit  2  bis  3  Theilen  Glycerin  zur  Emulsion  geschieht
durch  innige  Verreibung  im  Glasmörser.  Sodann  wird  die  Lymphe  in  Glasröhrchen  zu
40  und  15  bis  20  Portionen  gefüllt.  Das  Verfahren  bei  der  Abnahme  wurde  nicht  geändert.

In  Bremen  waren  die  Pusteln  nach  96  Stunden  abnahmereif.  Nach  der  Abnahme
wurde  die  Masse  mit  Glycerin  1:  1  bis  2½  in  einem  Porzellanmörser  energisch  gleichmäßig
verrieben  und  sofort  in  Gläser  (zu  10  g),  Pipetten  und  Röhrchen  gefüllt,  luftdicht  verschlossen
und  im  Kühlhause  des  Schlachthofs  aufbewahrt.

In  Hamburg  wurden  21  Thiere  5  mal  24  Stunden  nach  der  Impfung  und  20  Thiere
während  der  wärmeren  Jahreszeit  einen  Tag  früher  abgeimpft.  Sollten  einzelne  Pusteln  verwerthet
  werden,  so  wurde  die  Klemmpinzette  benutzt,  bei  den  auf  Schnittlinien  gewachsenen  der
scharfe  Löffel.  Zur  Herstellung  der  Emulsion  ist  eine  Lomphemühle  aus  Wien  angeschafft  worden.

In  Straßburg  i.  E.  wurde  die  Abnahme  in  der  üblichen  Art  nach  136  bis  144
Stunden  bewirkt.  Bei  der  Aufbewahrung  ist  keine  Aenderung  eingeführt  worden.

In  Metz  erfolgte  die  Abnahme  mittelst  des  scharfen  Löffels  in  raschem  Zuge.  Im
Porzellan=  bezw.  Achatmörser  wurde  die  gewonnene  Masse  mit  der  3=  bis  4fachen  Menge,  oder
soweit  sie  zu  Kälberimpfungen  bestimmt  war,  etwa  mit  der  doppelten  Menge  Glycerinwasser
in  2  bis  2  ½  Stunden  innig  verrieben.  Je  langsamer,  namentlich  anfangs,  der  Glycerin=Mediz.-stat.

  Mittheil.  a.  d.  Kalserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  10
        <pb n="122" />
        120

wasserzusatz  erfolgte,  um  so  gleichmäßiger  fiel  die  gewonnene  Emulsion  aus.  Die  gefüllten
Behälter  (Kapillaren)  für  je  30  bis  35,  20  bis  25,  10  bis  15  und  für  1  bis  5  Impfungen
wurden  mit  Siegellack  verschlossen  und  im  Keller  verwahrt.  Zur  Füllung  mittelst  Ansaugens
diente  ein  kleiner  Apparat  aus  zwei  dünnen  Gummischläuchen  mit  eingeschaltetem  knieförmig
  gebogenen  Glasrohre.

5.  Die  Abgabe  der  gewonnenen  Thierlymphe.
Versandte  Mengen  Impfstoff.

Die  Anstalten  gaben  von  ihrem  Erzeugniß  folgende  Mengen  ab  an:

adlenn  ahe  Privatärzte  Militärärzte
Monat  Bemerkungen
Sen-  Sen-  or-  Sen-  Pordungen
  Portionen  dungen  klonen  dungen  tionen
Königsberg  i.  Pr.
April.  ....  ...  8  2950  .  —  —  Außerdem  wurden  bei  den  Kälber-Mai
  ..  .  .  .  ...  324  127  980  —  —  impfungen  18  000  Portionen
Jun.....  276  86910  —-—  Wierlymphe  verwendet.
Julll  19  3860  —  —
August.  14  1  680  —  —
September  10  1  500  —  —
Oktobeer.  15  960  —  —
Summe  666225  790  4000—  —
Berlin.
Januar.  7  770  31  175—  —  Difzu  kuomäuku  die  "P*m  nensräteien
r  .  .  .  .  .  .  4  40  27  18935—  —  er  Anstaltsärzte  verbrauchten
—  7  398  Portionen,  einschl.  welcher
März  6  44  39  2700—  5  Versandt  und  Verbrauch  262  014
April  .........  60  8575  104  705  2  58  Portionen  betragen.  Außerdem
Mai  ....  .  ...  951  118  788308  2680  —  —  alurden  *  Kälber  gei  afft  und
Jun  988  98939992224  20600  71  rößere  Mengen  zentrifugirter
Jull  110  9869  761  816  —  —  zu  35
August.  46  3270657700  —  —  uchen  abgegeben  oder  ver-September.
  82  1266  276  1720  1  8
Oktobeerr  10  188  187110868½—  —
November  ..  ...  6  240  147  965  —  —
Dezember  ..  ...  7  61  141  7451  —  —
Summe  2227  241969  167612520  5  127
Stettin.
Januar  ..  .  .  .  .  .  2  400  9  554—  —  Es  wurden  ferner  abgegeben:
Februar  ......  —  —  8  152  25  an  andere  Impfanstalten  6  800,
März  4%205  14%  2606  145.  ach  fremden  Prooinzen  1  190,
.  wegen  Pockenausbruchs  50  und
April  ........  32  14  824  47  1  050  11  291  ur  Impfung  russischer  Ar-Ma
  388  16  8866  210|  17560  5  180  den  Gefangener  c.  1762
Juni  ......  ...  2393978676  92  820.  —  —  Portionen.
Julll.  26  8  156  39  245  8  180
August.  ..  .....  81  555  180  3  280
September.  ....  24  1  7270  4200  09
Oktobee.  9  974  43  235  40  21  930
November  .....  7  109  21  105  2  135
Dezember  .....  2  615  17  90  1  40
Summe169  52900  78.241
        <pb n="123" />
        121

Privatärzte  Militärärzte
Monat  Bemerkungen
sae  Portionen  rl  Portionen  duee  Portionen
Oppeln.

Januar  19  880  5  25  —  —  Im  Henzen  sind  25  4  nrtionen
brunr.  28  1  25  —  —  abge  n  worden  ervon
Februa  oso  2  (1  Sendung)  nach  der
März  242202  18  794  13  85  –  sisie  Provinz  Posen,  300  (1)  na  der
April  .......  164  38  678  57  480  —  —  Provinz  Brandenburg,  1310
Mai  ...  .....  927  132971  40  1  370  —  —  (14)  nach  Rußland,  der  übrige

Juni  ..  .  .  .  ..  486  55  7975  660  —  —  Stoff  innerhalb  Schlesiens.
Juli  88  7059  #  245  *  *)  Von  dieser  Lymphe  gingen  205
"""""  Portionen  in  6  Senbungen  im
August  .  49  4168  66  400  —  —  Dezember  1896  nach  Frrig-September
  4  52371599  1590  —  —  stellung  des  vorigen  Jahres-Oktober
  8  34%27  270—  —  berichts  ab.
November  8  130  14  140  —  —
Dezemberr—  —  77)  210)—  —
Summe7817  124  51  5  520  —  —
III-IT  Privatärzte  Militärärzte  Vor-Monat
  P  *  Bemerkungen
GIIIAELEEAAIXæII„
gen  chen  chengen  chen  chengen  chen  chen  sammt
Halle  a.  S.
Januar  4—  1812  12  1  —  1  180  Außer  den  na  u  abbruar
  ....  .  —  —  —  1  121  65  gegebenen  or-Februar
  1  tionen  wurden  in  Halle  bei
März  11—  522  —  481  —  ———  240  den  öffentlichen  Impfungen
April  .......  88  2141  281  66  —  1881  —  —  —  20655  verbraucht  8461,  als  Vor-Mai
  .  ...  .  ...  460  1009  20  161  —6  1  93  598  rath  übrig  behalten  95  000,
Juni  ...  .  .  ..  174  3861  141  62  —  l1os  —  SKS10  dies  ergiebt  zusammen
Jnli  18  19541¼¼¾  I  „-  2  Portionen.
——  Von  den  für  die  Civilbevölke-August
  ......  26  84  10  49  —  82  1  11—  8  265  rung  bestimmten.  Mengen
September  417  5316112—18„  5  055  elangten  in  die  Provinz
Oktobeer  10  5  11  .  6  %  6  aasen  —
Nöovenber.  1  S60  n  d  M  Swoye=Dezember.
  ...  —  —  —  5—  111  1  —  1  60  kommens  -  Werichen-Summe
  824  i  6124  6o1  H  SS  S  ios  2E04%%m:  *  Leturg
—i—Et
150  220  *)  5  555  9  485  Mehur  und  Rerse-’-
  urg),  ferner  in  an-165
  260  Portionen.  dere  preußische  Provinzen
Mengen  von  80  bis  3060,
andere  deutsche  Staaten
1465,  nach  Oesterreich  10
und  Süd-Amerika  50  Portionen.


6  Einschließlich  von  795  Portionen  für  die  Lehrer  der  Impftechnik  an  den  Universitäten  Halle  und
Greifswald  und  1000  Portionen,  welche  zur  Aushülfe  an  die  Anstalt  in  Bernburg  gegeben  wurden.

10“
        <pb n="124" />
        122

Aensche  Privatärzte  Militärärzte
Monat  5  Bemerkungen
burnrn  Portionen  burnn  Portionen  türn  Portionen
Hannover.
Januar  7  135  10  50  —  —  Verbrauch  und  Abgabe  betrugen,  un-Februar
  .....  5  620  13  70  —  —  ter  Einrechnung  von  etwa  27000
Mär  5  2165  16  85.  *  zu  den  Kälberimpfungen  und
53  etwa  4000  zu  Probeimpfungen
April  ...  .  ...  57  24  580  33  230  1  220  an  indern  verwendeten  Por-Ma
  28589615  101  880  1  130  **  insgesammt  270  915
Juni  .  .  .  .  ...  229  738750  74  685  —  —  ortionen.
Jull.  s8  12900  8  285  ,  von  10  Sendangen  ait
*2  orti
August.  41  11  695  48  310  —  Impfanstalten  und  1  Sendung
September  42  5  820  120  865  —  —  an  das  encs  e  Institut  zu
Oktober  9  1525689  680  111060  Kiel  behufs  bakteriologischer  Un-Novembee
  6o  46  g1  %0fersuchung.
Dezember.  4  20  97  205  1  25
Summe  746*)  222  9056)625  46057  12405
Kassel.
Januar  ..  ...  1  17  5  Im  Ganzen  *J  4  Sen,
bruar  .....  1  26  2  dungen  mit  ortionen
*  6  10  versendet.  Eine  erhebliche  Menge
.·"«"  verblieb  im  Vorrath.
April  .......  78  17  7
Mai  697  97  9
Juni  394  78  2
Juli  ....  .  ...  61  41  —  —
August  ......  35  41  —  —
September  50  118  2
Oktober  13  51  48
November  ...  2  30  82
Dezember.  ...  8  15  7
Summe  1841  286  1141  5  566  119  24124
Köln.
Januar  1  5  38  225  1  15  Insgesammt  sind  demnach  362315
Februar  .....  4  190128  1680—  —  Fortionen  abgegeben  worden,  zu
März.  ˙.4  1  5135  1701  2  170  lbertmfungen  wurden  an.
nähernd  50  000  Portionen  ver-April..
  17  2  6e22042  205  7  425wendet,  kleinere  Mengen  älterer
Mai  546  163  81059  1  630  2  170  .  Lymphe  wurden  vernichtet.  Der
Juni  ..  .  .  ...  459  107  456  102  1150  1  15an  450  000  Portionen  noch
Jull.  126  19  90082  71081  5  nhe  st  n  ist  zu  *
August  ieise  59  8  490  57  455  1  260  gebrauchten  Mengen  verwendet
September  64  7565.115  1  465  34  15425  worden.
Oktober  26  1965508S  885  46  24  915
November  4  215  42  260  8  995
Dezember....  4  80  57  355  1  45
Summe  I1811  312  255  855  7  620  104  42  440
        <pb n="125" />
        123

Privatarzte  ¶  Militararzte
Monat  Bemerkungen
*  Portionen  bire  Portionen  ser  Portionen
München.

Januar  1  100  2  40  2  10  ostt  wurden  un  W—  7
bruar  ....  .  2  28  8  9  2  17  ortionen  in  München  verimp
*  9  1  513  5  “  .  58  162  Portionen  gingen  als

5  Vorrath  auf  das  Jahr  1898  über.
April  —“—  88  90  003  8  960  10  276  (Die  Menge  der  vernichteten  Lymphe
Mai  .  ...  .  ...  311102  1898  12  3  940  20  562  betrug  81250  Portionen.)
Junn  98  8f4120  9  1880  8  14)  Diese  Zahlen  bezeichnen  die
Juli  48  5  872  5  700  1  150  Sendungen  an  das  Depot  der

««««««««  Anstalt,  welches  den  Einzelver-August.
  *92#5  5  6502  54¼  kanf  von  Lymphe  an  Privatärzte
September  .  .  15  1  075  8  980  —  —  besorgt.

Okltober  .....  9  644  7  850  60  26  859
November  3  805  1  100  57  9984
Dezmber..  6  1  210  2  110  5  14
Summe  599  8389  9988  67°“')10750%  162  37  940
Dresden.
Januar  5  59)0  —t  42  628  1  Ir  1ere  urd  8  di-  städtische
.....  16  159  6  33  —  mpfanstalt  zu  Dresden  gegen
*  1  105  "r  138  -1  1  1100  große  Röhrchen  abgegeben;

14  *  2  8  cicht  bezeichnete  Mengen  ge-April
  39  707  5  80  168  5  5  47  5  langten  an  auswärtige  Institute,
Mai  .....  ...  92  172  267  655  5  4  17%  zaurden  #als  Stammsiymohe  zu-.......

  781494"  825  2  12—  gestellt  oder  wegen  ge-—
  oMmn  ie  and  urgcherer  won-August
  34  249  5  5013  "  2  9  27  samkeit  vernichtet.
September  43  4592044  514
Oktober  19  141514271  1114460|S
November  9  51S8%2  —  *
Dezemberr11  253  -7  79  126  —  —  8

Summe  394  5822  ,1279  2780  „"„33232069  „

Leipzig.

April  ....  ...  17  40  41  89  —  —  Außerdem  wurden  noch  größere
Mai  .....  ...  1606563%  S8  —  Mengen  Lymphe  im  Impfbezirk

„  S  3  des  Vorstandes  und  zur  Weiter-Jun
  85  354  155  286  —  —

*  *  3  33  2  irrhns  zuf  Läber  verwendet

........  S–  —  *)  Ein  er  Abgabe  an  An-August.
  14  28  2  42  666  —  stalten.

September  52  17/E  7  —  —
Oktober  6  10104  —  —
Summe357-)1  4160),  44  —  —
Zwickan.  .
Upril.......  81  5  634  30  504  —  —  Auch  in  den  Wintermonaten
Mai  ....  .  ...  179  438404  114  2  006  —  —  —  veren  sier  GSendunger,
Juni  —xp.  138  36  362  62  864  —  –  wanderter  Arbeiter  oder  zu
Juli  ........  19  2740  22  218  —  —  Privatimpfungen  dienten,  abge-August
  ......  5  716  35  374  —  —  geben.
September  6  514  87  734  —  —
Summe373  89  37s50  4700  —  —
        <pb n="126" />
        124

*  Privatärzte  Militärärzte
Monat  1  Bemerkungen
Sen-  Sen-  SendungenVortionen
  dungen  Portionen  dungen  Portionen
.  Bautzen.
April  .......  11  67  4  18  —  —
Mai  ........  4%9/E  18  6o  —  —
Juni  ..  .  .  .  ..  37  186359  21  —  —
Jull..  5  4S.
August  .  ..  ...  422  3  s33—  —
September  6  8  d  1  18  —
Oktober  4  12  —’i-e  —  —  —
November  1  2  1  1  —  —
Summe  112622  „8  98  „  —  —
Stuttgart.

In  dem  Zeitraum  vom  22.  Mä

cinationen  in  den

r.

bis  zum  19.  Oktober  wurden  an  die  Physikate  zur  öffentlichen
Inwun  63  290,  an  das  württembergische  Armeekorps  10  495,  an  das  Kaiserliche  Gesundheitsamt  und
das  Medizinalkollegium  zu  Stuttgart  500,  an  Privatärzte  (684  Röhrchen  à  5)—3  170  und  zu  Revacndesgefängnissen

  750,  zusammen  mehr  a

Zu  öffentlichen  Imp

Cannstatt.

Januar  —  —  2  28  —  —
Februar  —  —  1  20  —  —
März  —  —  1  30  —  —
April  .......  22  5  216  4  31  —  —
Mai  .  ....  ...  58  12810  84  284  —  —
Juni  ...  .  ...  32  8535  29  200  —  —
Juli........  9  1170  14  74  —  —
August.  –  —  3  33  —  —
September  —  —  22  171  —  —
Oltober  .....  —  —  7  33  —  —
November.  .  —  —  2  6  —  —

Summe1  2773019  860  —  —

Karlsruhe.

Januar  ..  ...  1  100  4  104  1  5
Februar  1  100  5  134  1  8
März  18  4258  7  29  —  —
April  .......  77  18  170  10  54  8  391
Mai  ........  241  48  097  41  259  5  158
Junzi  117144  27  127  1  10
Juli  ....  .  ...  24  8471  8  98  2  106
August  24  4  150  8  19  1  18
September.  45  7826  25  112  —  —
Oltober  .....  12  1  380  90  111  844432983
November—  —  7  11  18  944

Summe  56022  1  058  66  14  928

78000  Portionen  Impfstoff  versandt.

Es  wurden  außerdem  abgegeben:  an

das  Kaiserliche  Gesundheitsamt
1400,  bas  Königlich  württemberische
  Medizinalkollegium  800,  die
Hrmltansensan  zu  Stuttgart
20,  8  Strafanstalten  390,  das
Physikat  Sonneberg  (Sachsen-Meiningen)
  200,  Dr.  Protze  in
Elberfeld  200,  zusammen  in  12
Sendungen  2710  Portionen.
Eine  weitere  Sendung  von  500
Portionen  an  die  Impfanstalt
Dr.  Szana  in  Temesvar
(Ungarn)  wurde,  vermuthlich
wegen  der  darauf  lastenden  Postnachnahme
  zurückgewiesen.
Hangen  im  Bea#t
  Cannstatt  wurden  2300,  zu
hierimpfungen  1000  Portionen
verbraucht,  als  Vorrath  verblieben
  3000  Portionen.

Außer  nebenbezeichneten  Mengen

wurden  abgegeben  an  6  andere
deutsche  Impfinstitute  (in  10
Sendungen)  7600  Portionen,
davon  allein  nach  Hamburg
4000,  an  bie  ungarischen  Impfinstitute
  zu  Pest  und  Bekes  Csaba
(4)  1800,  an  das  englische  Impfinstitut
  zu  Bradford  600,  das
Kaiserliche  Gesundheitsamt  450,
und  an  die  Impfinstitute  zu
Stockholm,  Jassy  und  Basel  je
300,  zusammen  in  19  Sendungen
  11350  Portionen;  die
Gesammtabgabe  betrug  135993
Portionen.
        <pb n="127" />
        125

M  Privatärzte  Militärärzte
Monat  Bemerkungen.
Sen  Por-  Sen-  Por-  sSen-  Pordungen
  tionen  dungen  tionen  dungen  tionen
Darmstadt.
Januar  10  540  24  605  —  —  Einschl.  der  in  den  ersten  Jahres-Februnarr
  6  9990  53  10  —  ongten  m—  En  06
em  Vorjahre  stammenden  Lymp
März.  21  1  500  16  480  1  30  (4405  Vortionen)  wurden  sommt
April  ....  ...  14  5230  17  510  —  —  82  535  Portionen  versendet.
Mai  ....  ....  58  191830  83  2490  —  —
Juni.  ...  ...  .  547500  61  1880  1  80
Juli  ..  .  .  .  ..  .  44  13150  48  1340  —  —
August  ......  88  6  260  47  1  320  –  —
September  16  9180  86  23880  —  —
Oltober  .....  5  430  39  920  —  —
November  ...  2  200  20  550  —  —
Dezember  ....  2  200  8  210  —  —
Summe  260  68810  50214165  2  60
Tivilärzte  Militärärzte
Monat  Bemerkungen
Sen-  Por-  Sen=  Pordungen
  tionen  dungen  tionen
Schwerin.
Januar  2  5  —  —  □rm  Ganzen  erhielten  226  Civil-  und  11  Militärärzte
Februaor  1  1  —  —  89204  Portionen;  zur  Kälberimpfung  wurden  425,
Mär  2  2  1  80  zur  Kinderimpfung  1018  Portionen  in  der  Anstalt
53  verwendet.  Bon  vorhandenen  Rest  sind  mehr
April  29  4053  5  231  als  9000  Portionen  wegen  ungenügender  Wirk-Mai
  ....  ....  15218880  2  36  samleit  beanstandet.
Ini  12812126  —  —
Juli  ........  66  9155  2  16
Angust  ......  42  9288  1  180
September  65  1952  1  12
Oltober  .....  19  180  —  —
November  ..  17  99  —  —
Dezember.  ...  8  8  —  —
Summe  526  88699  12  505
Weimar.

Im  Ganzen  wurden  etwa  70  000  Portionen  abgegeben.  In  Thüringen  entfiel  die  größte  Hälfte
der  öffentlichen  Impfungen  auf  die  Monate  April,  Mai  und  die  erste  Hälfte  des  Juni.  Während  der
heißen  Zeit  ruhte  die  Bersendung;  sie  wurde  Ende  August  und  im  Seytember  noch  einmal  ausgenommen.

Bernburg.

Nach  Ausweis  des  Versandtbuchs  erhielten  Bezirksimpfärzte  und  Privatärzte  innerhalb  des  Herzogthums
  Anhalt  in  400  Sendungen  20  957  Portionen;  serner  wurden  etwa  8  000  Portionen  zu  Militärimpfungen,
  20  000  Portionen  an  die  Impfärzte  des  Herzogthums  Braunschweig,  16  000  an  diejenigen  des
Großherzogthums  Oldenburg,  endlich  20  000  Portionen  anderweit  versendet.
        <pb n="128" />
        —  126  —

Lübeck.

Für  öffentliche  Impfungen  wurden  94  große  und  45  kleine,  an  Privatärzte  40  lleine,  an  das
Krankenhaus  zu  Lübeck  4  kleine  und  an  das  Kaiserliche  Gesundheitsamt  3  große  und  2  kleine  Röhrchen
abgegeben.

Bremen.

Auch  diesmal  ist  über  einen  Versandt  nicht  berichtet.  In  der  Stadt  Bremen  betrug  die  Zahl
der  Impfungen  3  818.  '
Hamburg.

Von  den  insgesammt  erzeugten  74  500  Portionen  wurde  allein  Stoff  für  29  076  Impfungen  und
Wiederimpfungen  in  der  Impfanstalt  und  ihren  Filialen  verbraucht.  Die  Distriktsärzte  auf  dem  Lande
erhielten  4720  Portionen.  Der  Rest  ging  an  Privatärzte  und  verschiedene  Anstalten:  das  Waisenhaus,
Krankenhäuser,  Schiffe  2c.  In  14  Fällen  wurden  zu  Versuchszwecken  oder  aushülfsweise  20  große  und  9  lleine
Büchsen  mit  etwa  1  960  Portionen  abgegeben.  Empfänger  waren  die  öffentlichen  Impfanstalten  zu  Oppeln,
Köln,  Stuttgart,  Bernburg,  Lübeck,  2  Privatanstalten  in  Berlin  und  Hamburg,  je  eine  auswärtige  Anstalt
in  Wien,  Jassy,  Bradford,  Stockholm,  Washington  und  Havana.

Straßburg  i.  E.

Die  Gesammtmenge  des  abgegebenen  Impfstoffes  betrug  88  000  Portionen,  wovon  etwa  18  000
auf  Militärimpfungen  entftelen,  für  Civilärzte  etwa  65  000  verblieben.  Von  den  562  Sendungen  gelangten
  an  öffentliche  Impfärzte  326,  Privatärzte,  Apotheker  und  Privatpersonen  in  Elsaß-Lothringen  182,
dieselben  außerhalb  28,  Mitglieder  der  Universität  12,  öffentliche  Austalten  8,  die  Impfanstalt  in  Metz
und  das  Kaiserliche  Gesundheitsamt  6.

öffentli
7  Privatärzte  Militärärzte
Monat  Bemerkungen.
wWe#Q  Portionen  bunenn  Portionen  bu  Portionen  «
Metz.
—  —  —  —  Außerdem  lieferte  die  Anstalt  etwa
Februar.  .  12  99  1700  Portionen  für  die  öffent-März.
  —  —  3  6  —  —  lichen  Impfungen  in  Metz;  die
April  .......  6  1504  8  5  —  —  Abgabe  beträgt  mithin  56  070
Mai  .......  46684  1872  151  1  Portionen.  »
Jumm»»  29  8138  5  13  Retrovaccine  wurde  —  Kinder-Jull
  22  6705  4  5  inpfungen  grundsätzlich  nicht  abr..———□—
  —  —  e  e  en.
September  16  030  8  67  5  925  zes
Oktober  13  1  545  82  30  9960
November  ...  2  262  1  2  1  230
Summe1  42  589  47  416  50  11  365

Art  der  Versendung  des  Impfstoffs.

Im  Allgemeinen  sind  wesentliche  Veränderungen  bei  der  Versendung  der  Lymphe  an
die  impfenden  Aerzte  nach  den  Berichten  nicht  eingeführt  worden.  Die  Anstalt  zu  Oppeln
beschaffte  für  die  Versendung  der  Lymphe  dunkle  Gläschen.  Der  Verfchluß  besteht  aus  in
Staniol  gehüllten  Korken  und  ist  durch  eine  Paraffin=  und  Wachsmischung  luftdicht  gemacht.
Beschädigungen  durch  Zerbrechen  der  Röhrchen  auf  dem  Wege  von  der  Anstalt  bis  zu  den
Empfängern  sind  nur  in  wenigen  Berichten  gemeldet.
        <pb n="129" />
        —  127  —

Beigabe  von  Zählkarten.

Wie  aus  den  meisten  Berichten  entnommen  werden  kann,  wurden  von  den  Anstalten
den  Lymphesendungen  Berichterstattungskarten  beigelegt.  Letztere  sind  indeß  wiederum  nur
theilweise  zurückgegeben  worden.  Selbst  mit  Briefmarken  versehene  Postkarten  blieben
zuweilen  aus,  wie  aus  Zwickau  berichtet  wird.  Als  besonders  säumig  werden  wiederum
die  Privatärzte  bezeichnet.

Hier  und  da  wurden  den  Impfärzten  mit  der  Lymphe  zugleich  noch  Anweisungen  für
deren  Verimpfung  und  Aufbewahrung  übermittelt.

Probeimpfungen.

Die  Mehrzahl  der  Berichte  erwähnt  der  Probeimpfungen;  theils  wurden  mit  der
Lymphe  jedes  frisch  abgeimpften  Thieres,  theils  auch  erst  vor  der  Versendung  oder  soweit
die  Möglichkeit  vorlag,  Probeimpfungen  vorgenommen.  In  Bernburg  konnte  die  Absicht,
Lymphe  nur  nach  Feststellung  des  Ergebnisses  der  Probeimpfungen  abzugeben,  häufig  nicht
durchgeführt  werden,  da  die  meisten  Impfärzte  ausdrücklich  frische  Lymphe  verlangten.  In
Metz  wurden  nach  dem  Ausfall  der  Probeimpfungen  die  Erträge  von  6  Thieren  nicht
versandt;  die  Lymphe  stammte  aus  anscheinend  sehr  schönen  Kälberpusteln,  brachte  aber  an
Menschen  nur  Abortivpusteln  hervor.  In  Berlin  wurde  zentrifugirte  Lymphe  im  Allgemeinen
  nicht  geprüft.  «

6.  Die  Wirksamkeit  des  thierischen  Impfftoffes.
Impfergebnisse.
Den  einzelnen  Berichten  sind  folgende  Angaben  entnommen:
I.  Personelle  Erfolge.

Erstimpfungen  giederimpfungen

Die  Impfungen  Mithi  Mithin
Anstalt  r*k  6  Ge-  Davon  en  leb  2  Ge-  Davonse  .  *W  #m  emerkungen
ausgeführt  durch  sammt-  mit  seus  o0  sammt-  mit  ün
zahl  Erfolg  8  zahl  Erfolg  en
0
Königsberg  75034  18  56850  5,0
i.  Pr.
Berlin  ....  öffentliche  Impfärzte,86  145  85  343  038  8156178118  4
Militärärzte,!)  Die  bei  der  Nachschau  Ausge-Gefängnißärzte
  bliebenen  sind  nicht  mitge-.
  A  rechnet.
Privatärzte  141445%2  848  285  18,10
Stettin.....  öffentliche  Impfärzte]  39952)  8966  „„  23422)  2805  1,68
84  6638)  88  292  15,62  1612818)  57  618  S,  1
Privatärzte  1071)2  384#7  125
980983)3051½%  1013)  68  3200
zusammen90088  88  600  I##%  64058  60  27351
Militärärzte  —  —  —  121566  19867  75,64

1)  Die  an  Militärärzte  abgegebenen  Mengen  Lymphe  wurden  hauptsächlich  zur  Impfung  von  Kadetten,  vereinzelt
auch  von  Soldatenkindern  benutzt.

2)  Mit  5  fach  verdünnter  Lymphe;  vergl.  S.  117.

8)  Mit  10  fach  verdünnter  Lymphe;  ebenda.
        <pb n="130" />
        Erstimpfungen  Biederimpfungen

128

Die  Impfungen  Mithin  Mithin
Anstalt  sind  Ge-  Davon  sergiebi  si  Ge-  Davon  sergiebt  sich  Bemerkungen
ein  per-  ein  perausgeführt
  durch  sammt=  mit  #sir  sammt-mit  Gnaer
4  1
zahl  Erfolg  von  zahl  Erfolg  von
o  r%
Oppeln.  öffentliche  Impfärzte  66897  65  608  1  58666  55  2156S/86
Privatärzte  412  410  0½%  88  83  5,  as
zusammen67309  66018  1  58754  55  298  565s
Halle  a.  S.  öffentliche  Impfärzte  71799  69  82  2,16  164626  58  086  100
Privatärzte  1648  1584  469  3841
zusammen  73447/71  4064258  65  0955  470
außerdem  durch  r.5231500  1938  1892  2
staltsärzte  in  der  "
Stadt  Halle
Hannover  ..  öffentliche  Impf=  und  86096  84  4588S%
Privatärzte
Militärärzte  —  —  —  110268  9295  99
Köälhn  öffentliche  Impfärzte  86  482  8,1  169  660  11,
Privatärzte  1119  8,6  167  17,
Militärärzte  —  —  —  23732  6,:
Dresden  ..  öffentliche  Impfärzte  17026  16  8822  0,6154564Sç%
Militärärzte  —  —  —  3999  388900  2,as
Leipzig  ...6  öffentliche  Impf-  und  19  966  19  782  0,62  15  082  14  052  6,,#  Ein  Theil  der  Wiedergeimpften
Privatärzte  bestand  aus  ausländischen
den  Vorstand  in  2024  201%  52462  99  Arbeitern,  also  Erwachsenen.
seinem  Impfbezirk
zusammen?1990  21799  0,  18  32816  996
Zwickau  ..  ..  27669  24982  9,4  2171619299111
Bautzen  .  784672381,»  6  588  6384
Stuttgart...  öffentliche  Impfärzte  33  205/30  813722080087  29  625  1,.
Cannstatt..öffentliche  Impfärzte  16  440  16  3070,11213  13  1922  0
Privatärzte  301  301  0  72  72  0
Karlsruhe  .  Impfärzte  des  gan-44  572  43  200  2  185  754  34196  1
zen  Landes
Militärärzte  1896/99  —  —  —  1183  o59  12  278  b,  s
Darmstadt.  öffentliche  Impfärzte23  212  22912  12%  21  58820  5858
Privatärzte  1  598  1514  Die  Angaben  sind  unvollständig.
Schwerin  17  560  6%  „15  435  .  18,16
Weimar  .  12092  11854  1%  10  9689  987  8,04
Hamburg  .  .  .in  der  Impfanstalt  15  939  0,611)  14  642  88,11
und  ihren  Stationen
durch  die  Distrikts.1437  4%  21  30%  Im  ersten  Impfgang.
ärzte

p  Ausschl.  der  Impfungen  mit  Spirituslymphe.
        <pb n="131" />
        Nach  dem

129

II.  Schnitterfolge.

bei  Erstimpfungen

bei  Wiederimpfungen

atten  di
Berichte  aus  hatten  die  Schnitte  Davon  mit  Schnitte  Davon  mit
angelegt  Erfolg  angelegt  Erfolg
Berlin..........  öffentlichen  Impfärzte,  Mi-/  864  160  341  682  =  93/68  00  367  481  303  759  =  82%%e  0%
litär=  u.  Gefängnißärzte
Privatärzte  5  960  5  401  =  90  „  1  720  1  211  =  70,1  „„
Stetttn  öffentlichen  Impfärzte  912  551)  910  876—  20.n  6  204  223)  2L1#  8  —  «
12)  5  028  —  88,24  7254  —  75,61  „
Privatärzte  4  8831  4320  =  88,  1  878y  995  =  52  „
.  1  3702)  1  241  =  90%  „  5102)  216  =  42,  „
——  zusammen  398  208  347  465  =  88,2  0%%  8  3  28  3  —  75%  2%
rärzte  —-  —  -,»»
Hallea.S......  öffentlichen  Impfärzte  319  093  266  652  =  83,7  „  302  080  200  037  =  66,  „
Privatärzte  7  4387  6  177  —  83,%  „  2  231  1259  —  56½  „
zusammen  326  530  272  829  —  88,06  004  311  201  296  =  66,  %  7%
##lsssr:  n  der  Stadt  9138  8807=  96  10  547  8  596  —  81,5%  „
alle  außerdem
Köh  öffentlichen  Impfärzte  350  14117  —  88  „285  830  —  73  „
Privatärzte  4466  —  90  „  718  —  76,  „
Stuttgart  öffentlichen  Impfärzte  132  820  117  160  —88,  „  120  3808  103  439=  85%  „
Cannstatt.  desgl.  65  235  59  054  =  60%  „  53  782  49  138  =  91%6  „
Darmstadt  öffentlichen  Impfärzte  94  8795)  86  544  =  91,/2  „„  96  006)76714  =  791  „
Privatärzte  6  524  5  768  —  88,  „  .  .  .
Beimqk........  .  49  654  4  961  =  90  54  932  38  559  =  70½  %.

III.  Besonders  günstige  Erfolge.))

Die  Berliner  Anstaltsärzte  impften  in  ihren  Bezirken  von  3  756  Erstimpflingen
99,6%  erfolgreich;  auf  15  024  Schnitten  entstanden  14  656  =  97,56  %  Pusteln.  Bei  den
weniger  günstig  ausgefallenen  Wiederimpfungen  waren  von  3642  90,28  %  erfolgreich,  von

14  568  angelegten  Schnitten  70,08%%

Hierbei  ist  zu  erwähnen,  daß,  da  die  Bezirke  der

Anstaltsärzte  großentheils  Unterrichtszwecken  dienen,  die  Impfungen  vielfach  von  ungeübten
Personen  ausgeführt  werden.

Besonders  günstig  waren  die  Schnitterfolge  in  Halle  a.  S.  Die  Anstaltsärzte
impften  dort  1523  Erstimpflinge,  davon  23  ohne  Erfolg.  Von  den  1500  erfolgreich  Geimpften
  waren  bei  1390  sämmtliche  6  Impfstellen  zur  Entwickelung  gekommen,  bei  den
übrig  bleibenden  110  weniger  als  6,  aber  immerhin  noch  durchschnittlich  42.  Auf  den  insgesammt

  angelegten  9  138  Schnitten  entstanden  8  807  oder  96/88  %  Pusteln.

Der  Vorstand  der  Leipziger  Anstalt  erzielte  bei  Erstimpflingen  97/6  %  Schnitterfolge.
In  Karlsruhe  impfte  der  Vorstand  in  der  Stadt  von  1  769  Erstimpflingen  nur
27  —  1/68  %  und  von  1347  Wiederimpflingen  nur  7  =  0),52  3%  erfolglos.  Im  Landbezirk
  Karlsruhe  fiel  von  898  Erstimpfungen  der  Erfolg  einmal,  und  von  781  Wiederimpfungen
  5  mal  aus.

1)  Mit  5  fach  verdünnter  Lymphe;  vergl.  S.  117.
2)  Mit  10  fach  verdünnter;  ebenda.

3)  Ohne  die  bei  erfolglos  geimpften  Kindern  angelegten  Schnitte.

4)  Vergl.  auch  die  zum  Theil  recht  günstigen  Erfolgsziffern  in  Tabelle  I.
        <pb n="132" />
        —  130  —

In  Darmstadt  impfte  der  Vorstand  in  seinem  Impfbezirk  736  Erstimpflinge  mit
2924  Schnitten  mit  einem  Erfolge  von  99,3  bezw.  94,6  %  und  893  Wiederimpflinge  mit
3  533  Schnitten,  davon  erfolgreich  98,%  bezw.  91,,  0.

Im  Landeszuchthause  zu  Marienschloß  und  im  Zellengefängniß  zu  Butzbach  waren
die  Wiederimpfungen  wie  schon  früher  so  auch  im  Berichtsjahre  ausnahmslos  erfolgreich.

Während  in  der  Stadt  Bremen  von  1574  öffentlichen  Erstimpfungen  156  —
9/91  %  erfolglos  waren,  beträgt  dieser  Antheil  unter  1  744  Wiederimpfungen  nur  26  —  1,/0%.

Von  den  in  Metz  eingelaufenen  Erfolgsanzeigen  lauten  die  meisten  über  97,  bis
100  %  personelle  Erfolge.  Auch  über  die  Schnitterfolge  sind  verschiedene  Angaben  gemacht,
z.  B.  bezifferten  sich  dieselben  bei  Anwendung  der  1  bis  2  Monate  alten  Lymphe  von
Kalb  1  auf  78,  und  84,  /%;  ½  bis  2  Monate  alte  Lymphe  des  Kalbes  5  erzielte  85,,  %,
½  bis  1½  Monate  alte  des  Kalbes  13  sogar  98,6  bis  100  %  Schnitterfolge.  Das  ⅛
bis  1  Monat  alte  Derivat  von  einige  Monate  alter  Kasseler  Lyumphe  ergab  100  0%  personelle
  und  98,0%%  Schnitterfolge.

Besondere  Mittheilungen  über  die  Wirksamkeit  des  Impfstoffes.

Bei  mit  Königsberger  Lymphe  geimpften  75  034  Erstimpflingen  fielen  8  %  der
Schnitte,  bei  56  850  Wiederimpflingen  21  %  aus.

Die  aus  Berlin  während  der  heißen  Jahreszeit  versandte  zentrifugirte  Lymphe  erzielte
  folgende,  in  den  vorstehenden  Tabellen  eingerechnete  Ergebnisse.  Bei  4  834  Erstimpfungen
  war  der  personelle  Erfolg  =  97,5  90,  der  Schnitterfolg  —  89  0%  bei  5.036
Wiederimpfungen  93  bezw.  71  .

Die  Lymphe  eines  in  Berlin  geimpften  Kalbes  ergab  schon  bei  den  Probeimpfungen
an  Schulkindern  unbefriedigende  Resultate,  weshalb  sie  nicht  zum  Versandt  kam.

Mit  der  im  Berichtsjahre  mehr  als  im  Vorjahre  1896  verdünnten  Lymphe-Emulsion
erzielten  einzelne,  minder  geübte  Impfärzte  nicht  günstige  Resultate.  Der  Bericht  empfiehlt
die  Beschränkung  des  Zusatzes  zu  1  Theil  Rohlymphe  auf  9  Theile  Glycerinwasser.

In  Stettin  war  den  Berichten  der  Impfärzte  zufolge  die  Wirksamkeit  der  in  stärkerem
Verhältniß  (1:9)  verdünnten  Lymphe  nicht  so  gut  wie  in  den  Vorjahren  mit  der  im
Mischungsverhältniß  1:4  hergestellten.

Nach  Oppeln  berichteten  nur  2  Aerzte  über  ein  auffallend  ungünstiges  Impfresultat,
so  daß  der  Bericht  wohl  mit  Recht  in  der  Impftechnik  die  Erklärung  sucht.

In  Hannover  erwies  sich  die  Lymphe,  abgesehen  von  derjenigen  des  Kalbes  Nr.  7
(vergl.  S.  113),  von  guter  Wirksamkeit  und  Haltbarkeit.  Nur  der  Rest  der  Lymphe  von
Kalb  44  (abgenommen  am  30.  März  1897)  verlor  nach  5  Monaten  rasch  an  Wirksamkeit.

Mehrere  Versuche  mit  sedimentirter  Lymphe  fielen  verschieden  aus,  zum  Theil  recht
gut,  zum  Theil  sehr  ungünstig.  Dieses  war  anscheinend  dann  der  Fall,  wenn  die  Sedimentirung
  vollkommen  war  und  die  Röhrchen  wirklich  nur  eine  klare  Flüssigkeit  enthielten,
in  welcher  sich  auch  bei  ziemlich  starker  Vergrößerung  durch  die  Lupe  keine  körperlichen
Bestandtheile  mehr  erkennen  ließen.

Jede  der  verwendeten  Lymphesorten  wurde  von  einer  Reihe  guter  Impfärzte  sowohl
bei  Erst=  wie  bei  Wiederimpfungen  mit  vollem  personellen  Ersolg  verimpft,  während  andere
alljährlich  schlechte  Resultate  verzeichnende  Impfärzte  mit  derselben  Lymphe  bei  Erstimpfungen
10  bis  20,  bei  Wiederimpfungen  30  bis  40  %  und  mehr  Fehlerfolge  hatten.  —  Hinsichtlich
der  mit  gleicher  Lymphe  und  gleichzeitig  ausgeführten  Rekrutenimpfungen  wurden  zum  Theil
volle  personelle  Erfolge,  jedoch  auch  über  50  %  Fehlerfolge  gemeldet.
        <pb n="133" />
        —  131  —

Bei  den  Impfungen  in  Kassel  blieb  die  Wirksamkeit  des  anstatt  mit  der  vierfachen
Menge  Glycerinwasser  fünffach  verdünnten  Impfstoffes  unverändert.

In  Köln  wurde  die  Wirksamkeit  der  Lymphe  durch  die  versuchsweise  zur  Durchführung
  der  Asepsis  und  Antisepsis  benutzten  chemischen  Mittel,  Alkohol  und  Formalingas,
ungünstig  beeinflußt.  Durch  die  Behandlung  des  Impffeldes  mit  Alkohol  wurde  der  Rohstoff
  zuweilen  ausgetrocknet  und  ließ  sich  dann  nicht  zu  einer  haltbaren  Emulsion  verreiben,
d.  h.  es  trat  bald  Trennung  der  flüssigen  von  den  festen  Elementen  ein.  Eine  solche
Lymphe  war  in  ihren  Erfolgen  ungleichmäßig.

In  München  stand  die  reine  Thierlymphe  hinter  der  Retrovaccine  insofern  zurück,
als  sie  meist  viel  stärkere  reaktive  Reizungen  zur  Folge  hatte  als  diese.  Einige  Sorten
Lymphe  mußten  freilich  während  der  Zeit  des  größten  Bedarfs  frisch  verbraucht  werden.

Der  Bericht  aus  Dresden  weist  darauf  hin,  welchen  Einfluß  die  Technik  auf  den
Erfolg  der  Impfung  hat.  Es  hatten  9  Impfärzte  von  1094  Erstimpfungen  96  Fehlerfolge;
  diese  Zahlen  von  denjenigen  in  der  vorstehenden  Tabelle  I  abgezogen  ergeben  auf
15  932  Erstimpfungen  nur  48  erfolglose.  Bei  den  Wiederimpfungen  verhält  es  sich,  abgesehen
  von  der  etwaigen  verschiedenen  Beurtheilung  des  Erfolgs,  ähnlich.

Da  nach  Zwickau  hinsichtlich  zweier  Ernten  ganz  entgegengesetzt  lautende  Erfolgsanzeigen
  erstattet  wurden,  konnte  die  betreffende  Lymphe  nicht  weiter  versendet  werden.

In  3  Fällen  wurde  Lymphe  wegen  des  Fehlens  von  Kapillaren  14  Tage  in  langhalsigen,
  gläsernen  Standkolben,  mit  Paraffin  luftdicht  verschlossen,  aufgehoben;  die  obere
klare  Flüssigkeit  ergab  nur  Fehlerfolge,  während  die  Lymphe  gemischt  sehr  gut  wirkte.

Der  Bericht  aus  Bautzen  bezeichnet  die  Wirksamkeit  der  Lymphe  als  sehr  gut  und
schreibt  dies  der  schwächeren  Verdünnung  und  dem  geringen  Zusatz  von  destillirtem  Wasser  zu.

Die  mit  Stuttgarter  Lymphe  erzielten  Impferfolge  stehen  hinter  früheren  zurück,
besonders  bei  den  Erstimpfungen  um  5%  gegen  das  Vorjahr.  Die  Mißerfolge  waren  um
so  empfindlicher,  als  sie  sich  nicht  gleichmäßig  vertheilten,  sondern,  gegen  die  Mitte  der  Impfzeit
  bei  den  Ernten  einzelner  Thiere  hervortretend,  nur  diejenigen  Aerzte  betrafen,  welche
später  mit  der  öffentlichen  Impfung  begannen  und  größere  Mengen  jener  Lymphesorten  erhalten
  hatten.

In  Darmstadt  wird  als  Ursache  der  gegen  das  Vorjahr  weniger  günstigen  Ergebnisse
  bei  den  Erstimpfungen  der  Umstand  bezeichnet,  daß  der  Impfstoff  nicht  frisch,  sondern
nach  mehrwöchentlicher  Ablagerung  zur  Versendung  kam.  Bei  den  Wiederimpfungen  waren
zwar  auch  die  personellen  Erfolge  geringer,  die  Schnitterfolge  aber  besser  als  früher.

Mit  den  in  Schwerin  hergestellten  Impfstoffmischungen  sind  die  erhofften  guten
Erfolge  nicht  erzielt  worden;  u.  a.  ergaben  sich  z.  B.  unter  den  4606,  2744  und  4182
Erstimpfungen,  welche  mit  den  Lymphemischungen  II,  III  und  IV  ausgeführt  wurden  10/,  4,
und  8,,%  Mißerfolge.  Ein  Theil  derselben  wird  auf  die  Technik  des  Impfens  zurückgeführt,
da  verschiedene  Aerzte  mit  derselben  Lymphe  ungleiche  Wirkungen  erzielten.  Die  Ursache
der  Abnahme  der  Wirksamkeit  konnte  nicht  ergründet  werden.  Nachdem  die  Anstalt  in
Stettin  gute  Stammlymphe  hergegeben  hatte,  womit  die  letzten  Kälber  beschickt  wurden,  und
ein  Thier  zur  Anzüchtung  eines  neuen  Stammes  mit  Kinderlymphe  geimpft  worden  war,
konnte  wieder  vorzüglich  wirksame  Lymphe  abgegeben  werden.  Nach  dem  Berichte  besteht
die  Absicht,  im  Jahre  1898  den  Impfstoff  des  im  Herbst  mit  Kinderlymphe  geimpften
Kalbes  weiter  zu  verimpfen,  ähnlich  wie  es  in  der  K.  K.  Impfstoffgewinnungsanstalt  zu
Wien  geschehe,  wo  stets  das  erste  Kalb  im  Januar  mit  Kinderlymphe  geimpft,  und  der
Ertrag  zur  Impfung  weiterer  Kälber  verwendet  werde.
        <pb n="134" />
        —  132  —

Ueber  die  Bernburger  Lymphe  liefen  zur  Zeit  der  größten  Inanspruchnahme  der
Anstalt  (im  Mai)  zahlreiche  Klagen  hinfichtlich  der  Wirksamkeit  ein,  obgleich  die  Probeimpfungen
  ganz  vorzügliche  Resultate  ergeben  hatten  und  die  Lymphe  erst  nach  deren  Feststellung
  versandt  war.  Die  Ursachen  sind  im  Abschnitt  7  mitgetheilt.

Der  Hamburger  Impfstoff  erwies  sich  bei  der  Erstimpfung  in  der  Impfanstalt  als
recht  befriedigend  wirksam,  aber  das  Durchschnittsresultat  des  ganzen  Jahres  litt  darunter,
daß  in  mehreren  großen  Impfterminen  des  Sommers  eine  mit  Spiritus  hergestellte  Vaccineemulsion
  verimpft  wurde,  welche  fast  ganz  unwirksam  war.  Im  Frühjahr  hatte  sich
ein  eben  solcher  Impfstoff  als  durchaus  haftsicher  bewährt.  (Vergl.  Abschnitt  7.)

Der  Ausfall  der  Wiederimpfungen  gestaltete  sich  beinahe  ebenso  dürftig  wie  in  allen
den  Jahren,  in  welchen  die  mit  Hamburger  Variolavaccine  geimpften  Kinder  als  Zwölfjährige
  zur  Wiederimpfung  kamen.  Zur  Ergründung  der  Ursache  dieser  Erscheinung  wurden
von  der  Impfanstalt  in  Karlsruhe  bezogene  6  000  Portionen  Lymphe  vergleichsweise  auf
Wiederimpflinge  verimpft.  Auch  gegen  diese  Lymphe  erwiesen  sich  die  Wiederimpflinge  auffallend
  refraktär.  (Vergl.  Abschnitt  7).

Auf  je  6  Impfschnittchen  wurden  in  der  Impfanstalt  bei  der  Erstimpfung  5/29  (im
Vorjahre  5,18,  1895:  5/6),  bei  der  Wiederimpfung  2,18  (1/68  bezw.  28/)  Pusteln  erzielt.

Von  1223  mit  Spirituslymphe  geimpften  Erstimpflingen  waren  80,,%,  von  80  Wiederimpflingen
  7,5  %  mit  personellem  Erfolg  geimpft.

Die  Straßburger  Lymyhe  hat  sich  hinsichtlich  der  Wirksamkeit  als  sehr  gut  erwiesen;
  früheren  Erfahrungen  gegenüber  hat  sie  nicht  abgenommen.  Ueber  die  nach  Süd-Afrika
  in  das  Basuto-Land  gesandte  Lymphe  ist  noch  keine  Nachricht  vorhanden.  Der  dort
im  Vorjahre  erzielte  Erfolg  wird  als  sehr  schön  bezeichnet.  Soweit  über  Militärimpfungen
genaue  Auskunft  vorhanden  war,  sind  bei  einem  Bataillon  100  %  personelle  Erfolge  und
auf  6  Schnitte  im  Mittel  5  Pusteln  erzielt  worden.

Die  Haltbarkeit  der  Thierlymphe.

Ein  aus  Berlin  mit  Lymphe  versehener  Impfarzt  impfte  mit  118  Tage  altem
Impfstoff  79  Erst=  und  55  Wiederimpflinge.  Der  Erfolg  betrug  24  und  36  %%.  Die
Schnitterfolge  waren  noch  erheblich  schlechter.  Ein  Privatarzt  verzeichnete  dagegen  vollen
personellen  Erfolg  seiner  Impfungen  mit  einer  ihm  am  49.  Tage  zugesandten  Lymphe  bis
zum  150.  Tage  nach  deren  Gewinnung.

Die  in  Stettin  erzeugte  Thierlymphe  erwies  sich  wie  im  Vorjahr  etwa  3  Monate
lang  gut  haltbar;  von  da  ab  wurden  die  Pocken  kleiner  und  der  Schnitterfolg  geringer.
Die  stärker  verdünnte  Lymphe  zeigte  früher  eine  Abnahme  der  Haftsicherheit.  Zu  den
öffentlichen  Impfungen  wurde  4  bis  69  Tage  alter  Stoff  abgegeben.

Die  in  Halle  a.  S.  im  Frühjahr  erzeugte  Lymphe  besaß  noch  im  Dezember  ausreichende
  Wirksamkeit.  Oeffentliche  Impfärzte  erhielten  die  1896er  Lymphe  im  Alter  von  188
bis  199,  die  im  Berichtsjahre  gewonnene  im  Alter  von  55  bis  204  Tagen.  An  Privatärzte
  ist  bis  zu  256  Tagen  alte  Lymphe  abgegeben  worden.

Aus  Hannover  ist  Näheres  über  die  Haltbarkeit  der  Thierlymphe  auf  S.  107  und
130  mitgetheilt.  Im  Uebrigen  wurde  Lymphe  niemals  abgegeben,  bevor  sie  nicht  2  Monate
alt  war;  mehr  als  ¾  des  Impfstoffes  war  bei  der  Verimpfung  3  bis  7,  ein  geringer
Theil  bis  12  Monate  alt.  Die  Rekrutenimpfungen  wurden  größtentheils  mit  erst  5  Wochen
alter  Lymphe  vollzogen.
        <pb n="135" />
        —  133  —

In  Kassel  war  ein  5  Monate  alter  Impfstoff  bei  Erstimpflingen  noch  wirksam,  allerdings
  nicht  mehr  in  vollem  Maße.

In  Köln  war  die  Haltbarkeit  der  Lymphe  weniger  befriedigend  als  früher;  als  Grund
werden  die  Temperaturverhältnisse  des  Sommers  und  die  auf  S.  131  angegebenen,  die  Wirksamkeit
  ungünstig  beeinflussenden  Umstände  angesehen.

Aus  Dresden  ist  berichtet  worden,  daß  das  Alter  des  Impfstoffes  bei  der  Versendung
10  bis  mehr  als  100  Tage  betrug.

Die  in  Zwickau  im  Dezember  gewonnene  Lymphe  hielt  sich  kaum  ½  Jahr,  Lymphe
aus  dem  Juni  war  bis  Ende  Oktober  kräftig  wie  frische.

Aus  Bautzen  wurde  die  Lymphe  in  der  Regel  nach  mehrwoöchentlicher  Lagerung  im
Eisschrank  abgegeben;  auch  3  bis  4  Monate  alte  Lymphe  hatte  guten  Erfolg.

In  Stuttgart  waren  einige  Sendungen  Impfstoff  von  dem  Assistenten,  verlockt  durch
die  anfänglich  guten  Erfolge,  zu  dünn  verrieben  1).  Bei  den  Probeimpfungen  entstanden
neben  einzelnen  ausgebliebenen  Schnitten  schöne  reine  Pusteln.  Die  Wirksamkeit  war
aber  nicht  von  Dauer.  Nachdem  Mißerfolge  eingetreten  waren,  übernahm  der  Vorstand
die  Verreibung  der  Lymphe  wieder  selbst.

Der  Bericht  aus  Cannstatt  enthält  die  Angabe,  daß  mit  241  Tage  alter  Thierlymphe
  vollständiger  Erfolg  erzielt  wurde;  bei  den  ersten  5  Thieren  haftete  249  bis  294
Tage  alter  Stoff.

Die  Lymphe  aus  Karlsruhe  behielt  ihre  Wirksamkeit  viele  Wochen  und  Monate.
Es  wurde,  angeregt  durch  die  Arbeiten  der  „Kommission  zur  Prüfung  der  Impfstoff-Frage“
stetig  die  Lomphe  3  bis  4  Wochen  lang  auf  Lager  (im  Keller,  im  hohen  Sommer  im  Eisschrank)
  zurückbehalten,  bevor  sie  an  die  Impfürzte  gelangte.  Dies  hat  sich  nach  den  Ergebnissen
  des  Impfgeschäfts  bewährt.

In  Darmstadt  wurde  der  Impfstoff  Nr.  X  vom  10.  Juni  1896  am  19.  März  1897
auf  1  Thier  verimpft,  also  über  9  Monate  alt.  Der  Ertrag  bestand  in  19  g  Rohlymphe.
Mit  dieser  Lymphe  ausgeführte  Erstimpfungen  hatten  zu  98/8%  personellen  und  zu  93,1%
Schnitterfolg,  Wiederimpfungen  zu  98,  bezw.  86%%.

Einzelne  Impfstoffnummern  wurden  noch  nach  vielen  Monaten  mit  Erfolg  verwendet.
Der  vorbezeichnete  Impfstoff  X  erzielte  noch  im  Februar  1897  absoluten  personellen  und
Schnitterfolg.  Eine  andere  Lymphe  vom  23.  Juni  1896  zeigte  erst  im  Juni  1897  erheblichen
  Nachlaß  (etwa  die  Hälfte  der  Impfungen  erfolglos),  eine  dritte  vom  23.  Juli  1896
gab  im  Mai  1897  noch  60  %  Erfolge.  Mit  einem  Impfstoff  vom  8.  März  1897  wurde
im  Oktober  noch  absoluter  Erfolg  erzielt.  Die  übrigen  Nummern  kamen  in  der  Regel  nach
2  bis  3  Monaten  zur  Verwendung.  Nr.  VI  erzielte  bei  verschiedenen  Aerzten  im  Oktober
noch  guten  Erfolg,  nur  zwei  Aerzte  klagten  über  einen  Nachlaß  im  Juli  und  September.

Die  Bernburger  Lymphe  ließ  vieles  zu  wünschen  übrig.  Wie  sich  herausstellte,
wurde  die  Haltbarkeit  durch  das  versuchsweise  eingeschlagene  Verfahren  der  Herstellung  beeinträchtigt
  (vergl.  S.  143).

In  Bremen  wurde  wiederum  6  Monate  alte  sogenannte  Dauerlymphe  zur  Einleitung
der  Kälberimpfungen  benutzt.

Hamburger  Lymphe  war  bei  der  Verimpfung  auf  Kälber  bis  zu  63  Tagen  alt.  In
einem  Falle  wurde  hierbei  Lymphe  im  Alter  von  132  Tagen  mit  fast  ganz  negativem  Erfolge

  versucht.

1)  Vergl.  die  VBorschläge  der  Königl.  preußischen  Kommission  zur  Prüfung  der  Impfstofffrage.
        <pb n="136" />
        —  134  —

Von  Straßburg  i.  E.  wurden  bis  zum  4.  Februar  18  Sendungen  Lymphe  von
dem  am  23.  November  des  Vorjahres  zuletzt  abgeimpften  Thiere,  also  bis  zu  73  Tagen
alt  versendet  und  erfolgreich  verimpft.  Der  Vorstand  verimpfte  bei  Erstimpflingen  3  Monate
alten  Impfstoff  gleichfalls  mit  gutem  Erfolg.

Aus  Metz  sind  einige  Mittheilungen  bereits  auf  Seite  130  gebracht.

Krankhafte  Erscheinungen  an  Menschen  nach  Verimpfung  der
Thierlymphe.

Die  Verwendung  von  Lymphe  aus  Königsberg  i.  Pr.,  Hannover,  München,
Stuttgart,  Karlsruhe,  Weimar,  Bernburg,  Lübeck  und  Bremen  gab,  soweit  bekannt,
  zu  Störungen  des  Impfverlaufes  nicht  Anlaß.

In  einem  von  Berlin  versorgten  Impfbezirke  sollen  längere  Zeit  nach  der  Inpfung
Ausschläge,  in  einem  anderen  sowohl  nach  Verwendung  der  Emurlsion  als  auch  der  zentrisugirten
  Lymphe  Enutzündungen  und  sogar  Geschwüre  entstanden  sein.  Die  Aerzte  der
Anstalt  beobachteten  bei  Erstimpflingen  Zmal  Schwellung  der  Achseldrüsen,  1  mal  Infiltration
  der  Hornhaut  drei  Tage  nach  der  Impfung,  1  mal  trockenes  Ekzem  im  Gesicht,
1  mal  eine  kleine  Ekzemkruste  an  der  Lippe,  1  mal  postvaccinales  Exanthem  mit  starker
Entzündung  in  der  Umgebung  der  Impfblattern.  Ein  Kind  wurde  3  Wochen  nach  der
Impfung  mit  einem  Abseesse  an  einer  bereits  vernarbten  Impfstelle  vorgestellt.  Bei  einem
Kinde,  daß  sich  vor  der  Impfung  den  linken  Daumen  mit  einer  schmutzigen  Nadel  verletzt
hatte,  entwickelte  sich  bis  zur  Nachschau  ein  Ausschlag  von  kleinen  wasserhellen  Bläschen
am  linken  Vorderarm  ohne  abnormen  Verlauf  der  Impfpocken.  Ein  Kind,  dessen
Mutter  Oelläppchen  aufgelegt  hatte,  zeigte  flache  Verschwärung  der  Impfpocken  und  einzelne
Nebenpocken.  Bei  Wiederimpflingen  wurde  je  1mal  Schwellung  der  Achseldrüsen  und  starke
Entzündung  in  der  Umgebung  der  Pusteln  gesehen.  Ein  Kind  bekam  Furunkel  am  Rücken.

Der  Bericht  aus  Stettin  meldet  nach  den  eingegangenen  Anzeigen  einen  Fall  von
Impferysipel,  vereinzelte  Fälle  stärkerer  Röthung  in  den  Bezirken  weniger  Impfärzte,  zahlzeiche
  Fälle  stärkerer  Entzündung  in  einem  Impfbezirk.

Nach  Oppeln  wurden  2  Fälle  von  „Impfrose“  und  2  Fälle  von  Augenbindehautentzündung,
  der  eine  Eruption  von  Varicellen  folgte,  ferner  1  weiterer  Fall  von  Varicellen  gemeldet.
  Durch  amtliche  Feststellungen  wurde  erwiesen,  daß  die  beiden  ersten  Erkrankungen
nur  in  einer  starken  Reaktion  bestanden.  Hinsichtlich  der  8  übrigen  Fälle  wird  mitgetheilt,
daß  Varicellen  sehr  häufig  vorkamen,  so  daß  die  Erkrankung  einiger  geimpfter  Kinder  daran
nicht  auffallen  konnte.  Im  Uebrigen  ist  nur  vereinzelt  „starke  Reaktion“  angezeigt.

Nach  Halle  a.  S.  ist  über  krankhafte  oder  außergewöhnliche  Erscheinungen  nicht  berichtet
  worden.  Am  Orte  selbst  wurden  beobachtet:  einmal  Früherysipel  am  geimpften  Arm,
jedoch  von  den  Fingern  ausgehend  und  nicht  bis  an  die  Impfstelle  reichend;  bei  einem  zweimal
  erfolglos  geimpften  Erstimpfling  8  Wochen  nach  der  zweiten  Impfung  ein  Ausschlag
(ähnlich  dem  Herpes  circinatus),  welcher  die  Impfstelle  ganz  frei  ließ;  bei  einem  Erstimpfling
  Krätze;  bei  mehreren  Erstimpflingen  waren  die  Schutzpocken  durch  Vaselinverbände  in
eiternde  Stellen  umgewandelt  worden.

In  Kassel  waren  andere  Erscheinungen  als  Röthung  um  die  Pusteln  nicht  zu  beobachten.
  Aeltere,  früher  kränklich  gewesene  und  daher  zurückgestellte  Kinder  zeigten  diese
Reizerscheinung  stärker  als  rechtzeitig  geimpfte.  4  bis  6  Wochen  alte  Lymphe  wirkte  reizloser
als  ganz  frische.

Nach  Köln  wurden  Impfkrankheiten  nicht  gemeldet,  auch  nicht  von  Seiten  der  Armee.
Ein  gutartiges  Erythem  am  linken  Fuß  stand  nach  dem  Bericht  des  Impfarztes  nicht  im
        <pb n="137" />
        —  136  —

Zusammenhang  mit  der  Impfung.  Bei  der  Nachschau  war  die  Pustelumgebung  nur  mäßig
entzündet.

Nach  Dresden  berichtete  ein  Impfarzt,  daß  verschiedentlich  starke  Entzündungen  der
Pustelumgebung  eingetreten  seien.

In  Leipzig  sah  der  Vorstand  außer  den  alljährlich  auftretenden  masernähnlichen
Exanthemen  bei  Wiederimpflingen  einmal  Absceßbildung  an  der  Impfstelle  und  einigemal
stärkere  Reaktionen  mit  Schwellung  des  Armes.  2  vereinzelte  Todesfälle  an  Erysipel
ereigneten  sich  so  spät  nach  der  Impfung,  daß  die  Krankheit  auf  die  Lymphe  nicht  bezogen
werden  konnte.

Nach  Zwickau  wurde  außer  stärkerer  Röthung  gemeldet:  bald  behobenes  Eryfipel,
besonders  bei  Wiedergeimpften,  2  Fälle  „generalisirter  Vaccine“,  je  1  Fall  von  Blasenbildung
und  „Impetigo  contagiosa“.  Letztere  Fälle  waren  jedoch  der  Lymphe  nicht  zuzuschreiben.

Auch  in  Bautzen  wurden  Fälle  stärkerer  Röthung  angezeigt.  Ein  ohne  Erfolg  geimpftes
Kind  in  Singwitz  sollte  in  Folge  der  Impfung  gestorben  sein.  In  Wirklichkeit  hat  es  an  einem
Ausschlag  2c.  gelitten,  welcher  nicht  von  der  Impfstelle,  sondern  von  Rücken  und  Hals  ausging.

Im  Cannstatter  Bericht  wird  die  Beobachtung  eines  Arztes  in  Stetten  erwähnt,
welcher  bei  einem  epileptischen,  am  7.  Tage  nach  der  Wiederimpfung  in  einem  Krampfanfalle
  gestorbenen  Knaben  eine  auffallend  große  Milz  fand  und  diese  Schwellung
mangels  einer  anderen  Ursache  der  vorausgegangenen  Impfung  zuschrieb.

Erkrankungen  von  Bedeutung  bei  Menschen  nach  der  Impfung  mit  Thierlymphe  sind
in  Cannstatt  nicht  bekannt  geworden.  Außer  den  auf  S.  118  bereits  erwähnten  Reaktionserscheinungen
  sind  nur  noch  3  Fälle  von  Erythem  und  1  Fall  von  papulösem  Exanthem
bei  einem  skrophulösen  Kinde,  sämmtlich  ohne  Folgen,  vorgekommen.  Ein  Erstimpfling  in
Uhlbach  starb  4  Tage  nach  der  Impfung.  Die  Eltern  brachten  diesen  Todesfall  nicht  in
Zusammenhang  mit  der  Impfung.  Wahrscheinlich  war  Stimmritzenkrampf  die  Todesursache.
In  Cannstatt  fielen  bei  einem  Kinde  am  14.  Tage  3  der  zu  Borken  vertrockneten  Pusteln
unter  Hinterlassung  einer  geschwürigen  Fläche  ab,  an  der  linken  Brustseite  entstand  nach
Absceßbildung  und  Incision  ein  halbhandgroßes  Erysipel.  Ausgang  nach  16  Tagen  in
Genesung.  In  2  Fällen  entstanden  Bläschen  oder  kleine  Eiterpusteln  im  Gesicht,  an  den
Händen  und  in  der  Kreuzbeingegend,  welche  ohne  Folgen  wieder  verschwanden.

In  der  Mehrzahl  der  nach  Darmstadt  gelangten  Berichte  ist  hervorgehoben,  daß
krankhafte  auf  Rechnung  der  Impfung  zu  setzende  Erscheinungen  nicht  beobachtet  wurden.
Stärkere  Randröthe  und  leichte  Anschwellungen  der  Achseldrüsen  wurden  einigemal  erwähnt.
Ferner  sind  vorgekommen  bei  Erstimpflingen:  einmal  einige  Tage  nach  der  Impfung
heftige  Gehirnerscheinungen  (wiederholte  Krampfanfälle).  4  Kinder  starben  etwa  5,  4  Wochen,
14  und  5  Tage  nach  der  Impfung  und  zwar  an  Krämpfen  2,  Brechdurchfall  und  Cholera
nostras  je  1  ohne  Zusammenhang  mit  der  Impfung.  Einmal  ist  die  Todesursache  nicht
angegeben;  der  behandelnde  Arzt  fand  jedoch  gleichfalls  keinen  Zusammenhang  mit  der
Impfung.  Starke  Entzündung  war  einmal  theils  auf  Verunreinigung  durch  ein  aufgelegtes
schmutziges  Leinwandläppchen,  theils  auf  mechanische  Reizung  durch  Kratzen  zurückzuführen.
2  Fälle  von  Verschwärung  und  Anschwellung  (davon  1  bei  einem  Wiederimpfling)  verliefen
günstig.  In  einem  Falle  war  der  Tod  eines  Kindes,  bei  dem  sich  sofort  nach  der  Impfung
Geschwüre  zeigten,  höchst  wahrscheinlich  auf  Tuberkulose  zurückzuführen,  welche  neben  der
Skrophulose  in  der  Familie  schon  öfter  aufgetreten  war.  Bei  Wiederimpflingen  traten
in  Mainz  häufig  zur  Zeit  der  Nachschau  Schulversäumnisse  angeblich  wegen  Fiebers,
Schwäche  oder  Ohnmachten  ein.  Hier  wie  anderwärts  waren  derartige  Ausflüchte  grundlos.

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V.  11
        <pb n="138" />
        —  136  —

Der  Bericht  aus  Schwerin  erwähnt  dreier  Meldungen  über  Späterysipel,  eine  über
Entzündung  und  Eiterung  des  Unterhautzellgewebes,  eine  über  Verschwärung  oder  brandige
Beschaffenheit  der  Impfpusteln  ohne  nähere  Angaben.  In  Schwerin  wurden  einige  Fälle
eines  ansteckenden  impetiginösen  Ausschlags  beobachtet,  für  welche  die  Lymphe  nicht  verantwortlich
  war.

Unter  den  in  Hamburg  vorhandenen  etwa  40  000  Geimpften  wurden  18  Fälle
stärkerer  Randentzündung  bei  Wiedergeimpften,  10  Fälle  nennenswerther  Achseldrüsenschwellung,
  1  mal  Achseldrüsenvereiterung,  1  mal  Eiterung  des  Unterhautzellgewebes,  1  mal
Augenbindehautentzündung,  je  einige  Fälle  von  Mundfäule  und  Varicellen,  je  1  Fall  von
Mumps,  Parulis  purulenta  und  Furunkel,  eine  Anzahl  von  Erkrankungen  an  verschiedenartigen
  Ausschlägen  und  einigemal  Impetigo  beobachtet.  Sämmtliche  Erkrankte  genasen;
bei  vielen  von  ihnen  bestand  kein  Zusammenhang  des  Leidens  mit  der  Impfung,  dasselbe
fiel  nur  zeitlich  mit  ihr  zusammen.  Todesfälle  in  Folge  der  Impfung  kamen  nicht  vor.

Eine  Straßburger  Zeitung  brachte  eine  Mittheilung  über  ungünstige  Folgen  der  Impfung
  in  Merzweiler  (Kreis  Hagenau).  Die  Untersuchung  ergab  die  Unrichtigkeit  der  Angaben.

Die  Anstalt  in  Metz  erhielt  in  keinem  der  eingelaufenen  Berichte  Mittheilungen  über
Erkrankung  von  Impflingen  nach  der  Impfung.  Nur  in  der  Stadt  Metz  wurden  vereinzelt
bei  Erst-  und  etwas  häufiger  bei  Wiederimpflingen,  bei  diesen  aus  oft  erwähnten  Ursachen,  entzündliche
  Erscheinungen  beobachtet.  Schwerere  Erkrankungen  kamen  nicht  vor.

7.  Ergebnisse  wissenschaftlicher  Untersuchungen.

Bei  Versuchen  mit  intraperitonealer  Verimpfung  von  Lymphe  in  Stettin  entstanden
am  Peritoneum  der  Impfkälber  flache  Auswüchse,  die  mit  Glycerin  und  Wasser  verrieben,
bei  der  Verimpfung  auf  andere  Kälber  sich  zwar  wirksam  erwiesen,  aber  nicht  gute  Stichpocken,
  sondern  mehr  perlschnurartig  aneinander  gereihte  und  vereinzelte  Pocken  zur  Entwickelung
  brachten.  Es  wurde  angenommen,  daß  in  den  peritonealen  Auswüchsen  wohl  noch
Reste  der  eingespritzten  Lymphe  gehaftet  haben.

Versuche,  die  Impfstelle  beim  Kinde  unmittelbar  nach  der  Impfung  mit  verschiedenartigen
  Pflastern  zu  decken  und  letztere  bis  zur  Ausbildung  der  Pocken  und  darüber  hinaus
haften  zu  lassen,  haben  weder  hinsichtlich  der  Entwickelung  und  Beschaffenheit  der  Pocken,
noch  der  Röthung  in  ihrer  Umgebung  einen  besonderen  günstigen  Einfluß  erkennen  lassen.

Aus  den  in  Oppeln  mit  jeder  Emulsion  angestellten  Kulturversuchen  ergab  sich  in
keinem  Falle  das  Vorhandensein  pathogener  Organismen.  Der  Keimgehalt  der  Lymphe
war  höchst  gering.  Die  Untersuchungen  fanden  in  der  Regel  erst  nach  längerem  Lagern
des  Rohstoffes  in  Glycerin  statt.

Nach  einer  Reihe  vergeblicher  Versuche  ließen  sich  schließlich  in  Schnittpräparaten  aus
den  Bronchialdrüsen  des  einen  erkrankten  Kalbes  1)  sicher  Tuberkelbacillen  nachweisen.  Es
gelang  jedoch  weder  aus  dem  Drüsenmaterial  noch  aus  der  von  dem  Kalbe  gewonnenen
Lymphe  Tuberkelkulturen  zu  erzielen.

Von  zwei  in  Halle  a.  S.  mit  Menschenpockenstoff  geimpften  3  Wochen  alten  Kälbern
reagirte  das  eine  (Nr.  44)  fast  gar  nicht,  das  andere  (Nr.  43)  bekam  eine  oberflächliche
Pocke  und  knötchenförmige  Anschwellungen.  Beide  Kälber  wurden  am  11.  Tage  mit  Kinderlymphe
  geimpft  und  zwar  das  erstere  mit  vollem  Erfolg,  das  andere  mit  einem
Erfolg  von  37  vereinzelten  aber  charakteristischen  Pusteln,  welche  am  5.  Tage  schon  einzutrocknen
  begannen.

1)  Vergl.  S.  103.
        <pb n="139" />
        —  137  —

Von  dem  zweiten  Kalbe  wurden  sowohl  die  mit  Variola  erzeugte  Pocke,  deren  Oberfläche
  verletzt  und  schorfbedeckt  war,  am  7.  Tage,  als  auch  die  vereinzelten  Pusteln  abgenommen
  und  mit  GElgycerin  verrieben  aufbewahrt.  Das  Material  aus  der  Variolapocke
wurde  4  Tage  alt  auf  ein  drittes  Kalb  erfolgreich  verimpft  und  am  5.  Tage  nach  der
Impfung  von  den  wegen  Durchfall  abtrocknenden  Pusteln  abgekratzt.  Mit  dem  Ertrag
wurden  auf  einem  weiteren  Kalbe  gleichmäßig  gut  entwickelte  Pusteln  erzielt;  letztere  wurden
am  5.  Tage  abgeerntet.  Auf  Menschen  fand  eine  Verimpfung  der  gewonnenen  Lymphe
noch  nicht  statt.

Bei  dem  dritten  Thier  bildeten  sich,  nachdem  der  Durchfall  nachgelassen,  am  6.  Tage
nochmals  Pocken  von  geringem  Umfange,  welche  in  gewöhnlicher  Weise  abheilten.  Die
vom  zweiten  Thiere  entnommene  Retrovaccine  ergab  auf  einem  Kalbe  perlschnurartige  aber
sonst  typische  Pusteln,  deren  geringer  Ertrag  zwar  zubereitet,  bisher  aber  noch  nicht  weiter
verimpft  wurde.  Auf  dem  letztbezeichneten  Thiere  haftete  die  Retrovaccine  des  zweiten
Kalbes  nach  dem  Bericht  unsicher.  Dieses  hatte  durch  die  voraufgegangene  Variolation
eine  gewisse  Immunität  erlangt;  daß  die  nachfolgende  Impfung  noch  anschlug,  wird  dadurch
erklärt,  daß  nur  eine  Variolapocke  entstanden  war,  und  daß  die  Impfung  schon  am  10.  Tage
nach  der  Variolation  vorgenommen  wurde.

Die  Ergebnisse  von  Versuchen  mit  Blutserum  faßt  der  Bericht  folgendermaßen  zuammen:


n  I.  „Bei  Kalb  51  ist  nach  der  subkutanen  Einspritzung  von  1020  cem  Serum,  das  einem  mit
vollem  Erfolge  vaccinirten  Kalbe  (Nr.  44)  19  Tage  nach  der  Impfung  entnommen  war,  eine  gegenüber
dem  Kontrolthiere  nur  rudimentäre  und  durch  schnellen  Verlauf  ausgezeichnete  Entwickelung  von  Pocken
eingetreten  und  späterhin  durch  eine  erfolglose  zweite  Vaccination  volle  Immunität  nachgewiesen  worden.
Ob  das  erste  Resultat  als  Wirkung  einer  spezifischen  Immunität  aufzufasfen  ist,  muß  bei  dem  Fehlen
eines  Kontrolversuches  mit  einer  gleich  großen  Menge  normalen  Serums  dahingestellt  bleiben.

II.  Bei  den  Kälbern  54,  55  und  56  ist  nach  der  Einspritzung  von  75  cem  Vaceine=  bezw.  normalem
Serum  die  Entwickelung  der  Impfstellen  zu  Pocken  nur  der  Zahl  nach  hinter  der  normalen  zurückgeblieben.
Es  dürfte  diese  Erscheinung  immerhin  als  eine  Folge  der  Serumeinspritzung  anzusehen  sein.  Denn  wenn
sie  auch  bei  dem  Kontrolthiere  in  gleicher  Weise  eintrat,  so  hat  sie  doch  wohl  bei  diesem,  in  Anbetracht
der  Seltenheit,  in  der  Kälber  mit  angeborener  Immunität  angetroffen  werden,  als  eine  zufällige  zu  gelten.

Jedenfalls  ist  aber  aus  den  Versuchsergebnissen  bei  diesen  3  Kälbern  zu  schließen  erlaubt,  daß
durch  Einspritzung  geringer  Mengen  von  Kälberserum  —  mag  es  sich  nun  um  normales  Serum  oder  um
Baccineserum,  das  während  des  Virulenzstadiums  des  Vaccineprozesses  oder  nach  Ablauf  desselben  gewonnen
  ist,  handeln  —  daß  durch  diese  Einspritzung,  wenn  durch  sie  überhaupt  eine  Immunität  gegen
Baccine  zu  erreichen  ist,  nur  eine  solche  von  geringer  Intensität  zu  erzielen  ist.  Inwieweit  diese
Immunität  als  eine  spezifische  oder  nicht  spezifische  zu  gelten  hat,  müssen  weitere  Versuche  entscheiden.“

Mehrere  in  Hann  over  angestellte  Versuche  mit  sedimentirter  Lymphe  fielen  sehr
ungleich  aus  (vergl.  S.  130).

Die  Ergebnisse  der  im  Vorjahre  1)  erwähnten  bakteriologischen  Untersuchungen  sämmtlicher
  vorjährigen  Lymphesorten  sind  inzwischen  vom  Oberstabsarzt  Prof.  Dr.  Kirchner  zu
Hannover  unter  dem  Titel:  „Ueber  den  Keimgehalt  animaler  Lymphe“  veröffentlicht.)  Zu
denselben  hebt  der  Bericht  hervor,  daß  —  abgesehen  von  den  Berichten  der  Impfärzte  —
nach  den  etwa  4  000  Probeimpfungen  der  Anstaltsärzte  an  Erstimpflingen  ein  Einfluß  des
größeren  oder  geringeren  Keimgehalts  auf  die  Wirksamkeit  und  Haltbarkeit  der  Lymphe,
wie  auch  auf  die  verursachten  entzündlichen  Reaktionen  in  keiner  Weise  zu  Tage  trat.

Die  Annahme,  daß  derbe,  unverletzte,  vor  der  völligen  Reife  abgenommene  Pusteln
weniger  Bakterien  enthalten  als  vorgeschrittenere,  später  abgenommene  Pocken  von  mitunter

1)  Bgl.  Bd.  IV,  S.  159.
2)  Vergl.  Zeitschrift  für  Hygiene  und  Infektionskrankheiten  Bd.  24,  S.  590  ff.

11°
        <pb n="140" />
        —  138  —

krustiger,  zum  Theil  weicher  gelblicher  Beschaffenheit,  deren  Oberfläche  nach  Entfernung  der
Krusten  nicht  völlig  unverletzt  erscheint,  traf  nicht  zu.

Als  bemerkenswerth  wird  ferner  bezeichnet,  daß  eine  Lymphe,  welche  gelbe  Staphylokokken
  enthielt,  sich  als  ein  hervorragend  guter  Impfstoff  erwies,  auch  ganz  frisch  bei
Probeimpfungen  abnorm  entzündliche  Reaktion  nicht  veranlaßte  und  nach  8  Wochen  verimpft
  vom  Lehrer  der  Impftechnik  an  der  Universität  Kiel  als  eine  „vorzügliche  Lymphe“
bezeichnet  wurde.  Der  Bericht  folgert  daraus,  daß  die  bakteriologischen  Untersuchungen  des
Impfstoffes  für  die  Praxis  kaum  einen  Zweck  haben  und  namentlich  dann  unnöthig
sind,  wenn  die  Lymphe  erst  nach  Ablagerung  von  2  und  mehr  Monaten  zur  Verwendung
gelangt.

Mit  einigen  Sorten  Lymphe  von  guter  Wirksamkeit  und  Haltbarkeit  wurden  während
der  letzten  drei  Jahre  Versuche  über  den  Einfluß  des  Lichts  auf  den  Vaccine-Erreger  angestellt.
Farblose  und  braune,  mit  Lymphe  gefüllte  Kapillarröhrchen  wurden  2  bis  8  Wochen  lang
im  mäßig  warmen  Zimmer  offen  vor's  Fenster  an  der  Westseite  gelegt,  wo  sie  auch  reichlich
direktes  Sonnenlicht  erhielten.  Zur  Kontrole  lagen  einige  in  Holzbüchsen  eingeschlossene,
mithin  vor  jeder  Belichtung  geschützte  Röhrchen  daneben.  Bei  den  wöchentlich  mit  jeder
Lymphesorte  vorgenommenen  5  bis  10  Probeimpfungen  an  Kindern  zeigte  sich  keinerlei  Unterschied
  in  der  Wirksamkeit  der  Lymphe.  Die  Versuche  fielen  in  die  Monate  März  und  April
1895,  März  bis  Mai  1896  und  Oktober  1897.  Die  Lymphe  war  zu  Beginn  derselben
5  bis  6,  bei  der  späteren  Verimpfung  6  bis  7  Monate  alt.

Ueber  den  Bakterienge  halt  des  Impfstoffes  der  außerpreußischen  Anstalten
haben  im  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  wissenschaftliche  Untersuchungen  stattgefunden,  deren
Ergebnisse  von  Stabsarzt  Dr.  Deeleman  im  1.  Hefte  des  XIV.  Bandes  der  Arbeiten  aus
dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  auf  den  Seiten  88  ff.  unter  dem  Titel:  Ueber  den
Bakteriengehalt  der  Schutzpockenlymphe  veröffentlicht  sind.

In  München  ist  die  bakterienfeindliche  Eigenschaft  des  Glycerins  durch  neue  Versuche
  bestätigt  worden.  Aus  einer  Lymphe  entwickelten  sich  am  18.  Dezember  1896  auf
Agar  (bei  37°)  12600,  auf  Gelatine  7  500  Kolonien  pro  cem.  Nach  2  Monaten  wurden
auf  Agar  in  1  cem  nur  noch  1.000,  auf  Gelatine  bei  220  sogar  nur  noch  150  Kolonien
gezählt.  Aus  einer  anderen  Lymphe  entwickelten  sich  an  dem  oben  bezeichneten  Tage
auf  Agar  17250,  auf  Gelatine  10  100  Kolonien,  2  Monate  später  nur  noch  800
bezw.  500.

In  Dresden  wurde  am  23.  März  eine  ½  Jahr  alte  Ziege  mit  3  Sorten  wirksamer
  Lymphe  geimpft.  Am  29.  März  wurden  die  entstandenen  theilweise  halblinsengroßen,
weißgrauen,  flachen,  weichen,  mit  hellrothem,  2  bis  3  mm  breitem  Hof  umgebenen  Bläschen
abgeschabt.  Die  Menge  des  Stoffes  war  gering.  Der  Grund  der  Bläschen  war  nicht  infiltrirt.
  Am  30.  März  waren  die  unverletzten  Pustelchen  eingetrocknet.  Der  abgenommene
Pustelstoff  wurde  auf  ein  Kalb,  bei  dem  gleichzeitig  verimpfte  Kälberlymphe  gut  haftete,
ohne  Erfolg  übertragen.

Ueber  die  im  Auftrage  des  Königlich  sächsischen  Landes-Medizinal-Kollegiums  für  das
Impfinstitut  zu  Dresden  vorgenommenen  Lympheuntersuchungen  berichtet  die  Königliche
Zentralstelle  für  öffentliche  Gesundheitspflege  in  dem  genannten  Orte  Folgendes:

„Bei  den  Lymphenntersuchungen  des  Jahres  1896  war  lediglich  die  Zahl  sämmtlicher  Bakterien,  die
sich  in  1  Tropfen  Lymphe  vorfanden,  durch  Aussäen  auf  Agar-Agarplatten  festgestellt  worden.  Infolge
der  verschiedenen  Weite  der  Lympheröhrchen  sowohl,  wie  auch  infolge  der  verschieden  dicken  Konsistenz  der
Lymphe  war  es  aber  nicht  zu  vermeiden,  daß  man  bei  der  einen  Untersuchung  mehr  Lymphematerial  auf
        <pb n="141" />
        —  139  —

den  Nährboden  bekam  als  bei  einer  anderen.  Ein  Bergleich  der  verschiedenen  Untersuchungsergebnisse
untereinander  war  daher  nicht  möglich.  ·

Um  diesen  Uebelstand  zu  heben,  ging  man  deshalb  bei  den  Untersuchungen  des  Jahres  1897  meist
in  folgender  Weise  vor.  Die  Lympheröhrchen  wurden,  nachdem  der  den  Siegellackverschluß  tragende  Theil
an  beiden  Seiten  mittels  eines  Glasmessers  abgeschnitten  worden  war,  auf  der  chemischen  Waage  genau
gewogen.  Sodann  wurde  1  Tropfen  aus  dem  Röhrchen  in  den  Nährboden  eingebracht  und  das  Gewicht
des  Röhrchens  hiernach  wiederum  festgestellt.  Daß  mit  möglichst  reinen  Instrumenten  und  Fingern  unter
Vermeidung  jedes  unnöthigen  Anfassens  der  Austropfstelle  vorgegangen  wurde,  ist  wohl  selbstverständlich.
Dennoch  ist  aber  bei  dem  immerhin  einige  Zeit  in  Anspruch  nehmenden  Abwägen  eine  Luftinfektion  der
Lymphe  nicht  gänzlich  zu  umgehen.  Bei  der  Menge  der  in  Betracht  kommenden  Bakterien  kann  dieser
Fehler  jedoch  wohl  übersehen  werden.

Das  auf  diese  Weise  festgestellte  Gewicht  eines  Tropfens  Lymphe  wurde  benutzt  um  die  in  demselben
festgestellten  Bakterien  auf  1  g  Lymphe  zu  berechnen.
Um  wieviel  das  Gewicht  eines  einzelnen  Tropfens  schwanken  kann,  mögen  folgende  Beispiele  beweisen:

1  Tropfen  Lymphe  von  Kalb  Nr.  6  wog:  O24  6
n  %  "  8  „  0,%%  „
»  „  „  „  11  „  O0  0%i18  „
„  »  „  „  „  13  „  O,  „
r  L  „  19  „  %%%  „
2  «  «·,,34»  0,ono,,
„  37  O,  ss

Das  Gewicht  eines  einzelnen  Tropfens  bewegt  sich  also  zwischen  10,  und  28%,  ma.

Die  Untersuchungen  des  Jahres  1896  hatten  als  hauptsächlichstes  Ergebniß  die  auch  anderwärts
beobachtete  Abnahme  der  Bakterienmenge  in  der  Lymphe  bei  längerem  Aufbewahren  der  letzteren  festgestellt
und  hatten  dargethan,  daß  die  Lymphe  nach  etwa  6  Wochen  keimfrei  wurde.

Beide  Beobachtungen  wurden  auch  in  diesem  Jahre  in  gleicher  Weise  wieder  gemacht.

Der  Bergleich  der  Bakterienzahlen,  wie  sie  in  der  umseitigen  Tabelle  aufgeführt  sind,  unter
einander  ergiebt  nun  das  interessante  Resultat,  daß  der  Anfangsgehalt  an  Bakterien  in  der  frisch  bereiteten
  Lymphe  äußerst  verschieden  ist.  Es  giebt  Lympheproben,  die  von  Anfang  an  einen  außerordentlich
hohen  Bakteriengehalt  haben,  wieder  andere  aber,  bei  denen  derselbe  ziemlich  niedrig  ist.  Es  seien  zum
Vergleich  die  folgenden  Zahlen  besonders  hervorgehoben:

1  g  Lymphe  von  Kalb  Nr.  12  enthielt  3  Tage  nach  der  Bereitung  10  200  Keime

„  „  „  „  13.  z„  „  „  2355  500  „
1  „  „  „  „  „  16  „  1  „  „  „  „  unzählbar  viele
1"  „  „"„  „  „  20  „  3  „  „  „  »  38  000  Keime
I  ,,  »,,87,,-1,,  ,,  50  000  „

Die  Tabelle  ergiebt  des  Weiteren,  daß  der  Anfangsgehalt  an  Bakterien  bei  der  Abnahme  der
Bakterienzahlen  gar  keine  Rolle  spielt.  Wir  haben  Lympheproben  untersucht,  deren  sehr  hoher  Anfangsgehalt
  rasch  eine  starke  Abminderung  erfuhr,  sodaß  die  Lymphe  ziemlich  bald  keimfrei  wurde  (vergl.  Kalb
Nr.  15  und  16  der  Tabelle),  während  andere  mit  relativ  geringem  Anfangsgehalt  ebenso  lange  oder  auch
noch  längere  Zeit  brauchten,  um  zu  demselben  Punkte  zu  gelangen.  (Vergl.  Kalb  Nr.  12  und  Nr.  46.)

Es  kommt  also  nicht  auf  die  Menge  der  der  Lymphe  beigemischten  Bakterien  an,  wie  lange  Zeit
verstreichen  muß,  um  dieselbe  keimfrei  zu  erhalten,  sondern  auf  die  vorhandenen  Bakterienarten.

Es  konnte  nun  festgestellt  werden,  daß  der  Einwirkung  des  Glycerins  den  größten  Widerstand  entgegenstellen
  und  sich  am  längsten  lebens=  und  entwickelungsfähig  erhielten  weiße  und  rosa  Hefe,  gelbe
Sarcine  und  zwei  Kokkenarten,  eine  weiße  und  eine  orauge,  von  denen  die  letztere  manchmal  die  Fähigkeit
besaß,  die  Gelatine  zu  verflüssigen,  manchmal  nicht.  «

DerinjedemFall,beiwelchemsichdieGelatinevetflüssigendeorangegefürbteKokkenkolonienauf
der  Platte  vorgefunden  hatten,  ausgeführte  Thierversuch  ist  niemals  positiv  ausgefallen,  so  daß  man
also  nicht  mit  Sicherheit  sagen  kann,  ob  man  es  in  diesen  Fällen  mit  Staphylococcus  aureus  zu
thun  hatte.

Andere  theils  mit  frischer,  theils  mit  älterer  Lymphe  vorgenommene  Thierversuche  wurden  in
folgender  Weise  ausgeführt.  Der  Inhalt  von  1  oder  2  Röhrchen  wurde  in  etwa  1  com  steriler  Bouillon
aufgeschwemmt  einem  Meerschweinchen  intraperitoneal  injizirt.  Das  Resultat  war  stets  negativ.  Die
Thiere  zeigten  auch  nicht  die  geringste  Reaktion.
        <pb n="142" />
        140  —

Bei  den  weiterhin  vorzunehmenden  Lympheuntersuchungen  wird  es  nicht  sowohl  darauf  ankommen,
zahlenmäßig  die  Abnahme  der  Bakterien  festzustellen,  man  wird  vielmehr  sein  Hauptaugenmerk  auf  die
verschiedenen  anwesenden  Bakterienarten  zu  richten  haben  und  sich  zu  vergewissern  suchen,  ob  pathogene
Keime  beigemischt  sind.“

Tabelle.
(Zu  Seite  139  gehörig.)
I
Platten  gegossen  Platten  gegossen
Kalb  7  Tage  nach  Anzahl  der  Keime  Kalb  °  Tage  nach  Anzahl  der  Keime
Nr.  Herstellung  der  in  1g  Lymphe  Nr.  Herstellung  der  in  18  Lymphe
Lymphe  Lymyhe.
1.  8  125  600  noch  18  8140
27  1720  15  u.  16.  30  120
39  480  89  keimfrei
56  420  18.  2  unzählbar
68  190  10  14  880
3  Monate  keimfrei  19.  3  172  o00
2.  27  2  060  15  6570
49  1960  25  150
56  1670  39  keimfrei
4  Monate  keimfrei  5  Monate  «
3.  21  1  110  20.  8  38  000
32  240  27.  1  500  000
40  230  25  18  200
56  80  41.  16  7350
6  u.  7  8  27  500  28  1760
14  32300  85  1176
21  2800  4.  6  25  950
28  928  14  25  300
3  Monate  keimfrei  21  7600
8  u.  9.  8  68  800  43.  14  500
14  37  250  27  480
21  9170  85  420
28  4300  42  keimfrei
35  4200  45.  8  6  530
42  1200  "„  14  2  130
10  u.  11a.  8  28  550  I  21  2  880
14  17  790  4636.  1  s51  000
21  12  610  14  1  800
12.  3  10  200  21  1  700
8  5  800  «  29  1120
21  1760  »  36  1180
28  1  800  57.  28  1480
42  keimfrei  47  keimfrei
18.  9  255  500  63.  28  5280
5  142  160  47  40
20  56  100  859.  28  5  060
27  28530  "  47  keimfrei
43  8000  S6E60o.  8  68  720
50  2  200  14  1880
57  660  28  5  650
15  u.  16.  1  unzählbar,  sicher  über  47  4120
1  Million  52  2180
        <pb n="143" />
        141

Hierzu  theilt  der  Vorstand  des  Impfinstituts  zu  Dresden  Nachstehendes  mit:

„An  diese  Tabelle  schließe  ich  folgende  Bemerkungen  an:

Von  den  Thieren,  deren  Lymphe  enthielt:

#  10  Ooo  bos  50  000  bis  100  000  bis  250  000  bis)  unzählige
bis  10  000  Keime  .  250  000  500  000  .
.  500009ume1000008eime  Keime  Keime  Keime
wurde  abgeimpft
I  am  12./1.  nach  4  Tagen  WI  u.  VII  am  VIII  u.  X  amik  IIl  am  28.2KKVII  am  Kvu.  XVIam
#,  12./1.  „  „  „  1./2.  nach  4  9./2.  nach  5  nach  5  Tagen  16./4.  nach  41.8.  nach  4
III  „  16./1.  „  „  „  Tagen.  Tagen.  IX  am  15./3|Tagen.  Tagen.
XLI  „  1./9.  „  „  „  Kmu.  XI  am  XVI  am  20./9]/  nach  4  Tagen  XVIII  am
XIIII  „  6.9.  „  „  „  15./2.  nach  4  nach  4  Tagen  .  18./3.  nach  4
XLV  „  20.9.  „  „  „  Tagen  am  21./12.  Tagen.
LVII.  „  14./12.  „  „  „  KlI  am  23./2/  nach  4  Tage
LVIII  „  14./12.  „  „  „  nach  5  Tagen
LIX  „  21./12.  „  „  „  K  am  15.|8
nach  4  Tagen
II  am  6.|9
nach  4  Tage
Die  Menge  des  abgenommenen  Impfstoffs  betrug:
bei  7%  8  6  id#m  668  xm  SEEiTVSKV  ½
II  13,6  „  VII  1064  K  3,,XNK  8%,  XVI  9%  „
III  3%  „  X  3,  XLVI  4%  XVIII  66  „
XII  13,  „  XI  7“,X  8,,
XLIII  7/8  „  XII  2  „
XLV  4,  „  XX  3,  „
LVII  3,  „  XLII  9½7½  „
LVIII  6,  „„
LIX  10,  „

Das  Verfahren  der  Abimpfung,  Präparirung  und  Aufbewahrung  war  überall  das  gleiche.  Bei
den  Kälbern  XV,  XVI  und  XVIII  jedoch,  in  deren  zubereitetem  Impfstoff  sich  anfänglich  unzählige  Keime
fanden,  wurde  die  mit  Glycerin  verriebene  Lymphe  durch  ein  feines  Sieb  getrieben  und  dabei  längere  Zeit
der  Verunreinigung  mit  Luftstaub  ausgesetzt.  In  den  Fällen,  wo  später  der  Impfstoff  wegen  Beimengung
von  Haaren  gleichfalls  durch  ein  Sieb  gehen  gelassen  wurde,  geschah  dies  unter  einer  die  Schalen  und
Siebe  verdeckenden  Glasscheibe.“

Aus  Zwickau  ist  berichtet  worden,  daß  10=  bis  15  fach  verdünnte,  zu  einzelnen
Probeimpfungen  abgegebene  Lymphe  oft  unwirksam  war,  und  daß  der  Gewebssaft  von
mittelst  Laparotomie  infizirten  Mesenterial-Lymphdrüsen,  nach  4  Tagen  vom  leicht  fiebernden
Kalbel)  entnommen,  auf  ein  anderes  Kalb  und  den  Arm  des  Assistenten  verimpft,  ohne  jeden
Erfolg  blieb.  Das  2  mal  laparotomirte  Kalb  war  gegen  kräftige,  am  Ohr  und  Perineum
übertragene  Menschenlymphe  unempfänglich.

Bakteriologische  Untersuchungen  ergaben,  daß  die  Ernten  von  3  Thieren,  von  denen
2  täglich  Waschungen  der  Impfstelle  mit  abgekochtem,  reinem  Wasser  und  sterilisirten

1)  Die  Narkose  erfolgte  bei  einem  Kalbe  mit  Aether,  wurde  aber  nicht  bis  zum  Schwinden  der
Reflexe  fortgesetzt,  sondern  durch  2  malige  Darreichung  von  1  cg  Morphium  (subkutan)  verstärkt,  wodurch
die  Laparotomie  fast  ohne  ein  Zucken  des  Thieres  vor  sich  ging.  Die  zweite  Laparotomie  an  demselben
Thiere  wurde  unter  Zuhülfenahme  von  3  mal  1  cg  Morphium  erledigt,  vergl.  auch  S.  118.
        <pb n="144" />
        —  142  —

Stupfern  erhielten,  nicht  wesentlich  verschiedene  Keimzahl  hatten.  —  Eine  etwa  1  Jahr
alte,  jedoch  noch  kräftig  wirksame  Lymphe  enthielt  im  Mittel  100  Keime  im  Gramm.

Injektionen  von  5  bis  10  cem  kräftiger  Lymphe  in  das  Parenchym  der  Hoden  ließen
makroskopisch  nach  5  Tagen  weder  am  Hoden  noch  sonst  eine  Veränderung  erkennen.  Gleichzeitig
  gerieth  auf  dem  Impffeld  stets  eine  tadellose  Ernte.

In  Stuttgart  wurde  die  Abwaschung  des  Impffeldes  mit  2%  Lysollösung  versucht.!),
  Die  Entwickelung  der  Pocken  wurde  dadurch  nicht  gehemmt.  Der  Bericht  bezeichnet
  jedoch  die  Frage,  ob  die  vor  der  Lympheabnahme  ausgeführte  Lysolabwaschung
nicht  abschwächend  oder  zerstörend  auf  die  Lymphe  einwirkte,  als  schwierig  zu  entscheiden,
  bei  der  Weiterimpfung  auf  Thiere  sei  dies  allerdings  nicht  bemerkbar  gewesen.
Im  Mai  hatte  Stuttgarter  Lymphe  am  Menschen  noch  guten  Erfolg.  Später  in  der
wärmeren  Jahreszeit  trat  ein  Nachlaß  der  Wirksamkeit  der  Stammlymphe  ein.  Das
Medizinalkollegium  hat  die  fernere  Verwendung  desinfizirender  Abwaschungen  untersagt.

Ein  Versuch,  den  Bauch  der  geimpften  Thiere  durch  Umwickelung  gegen  Verunreinigung
  zu  schützen,  verlief  unbefriedigend.  Dagegen  bewährte  sich  als  Deckmittel  ein
aus  Lanolin,  Glycerin  und  Gummi  arabikum  hergestelltes  Liniment  (sog.  Wachsliniment)
oder  Epidermin  besser  als  Zinkleim  oder  eine  Kautschuklösung.  Das  Liniment  haftete
4  Tage,  besonders  gut,  wenn  man  Schichten  loser  Verbandwolle  darauf  ankleben  ließ.
Auch  die  Pusteln  entwickelten  sich  unter  der  leicht  abwaschbaren  Schutzdecke  normal.  (Ein
Deckverband  kostet  2  bis  3  ci%).  Das  mit  dem  Spatel  aufzutragende  Epidermin  kostet  pro
Kilogramm  10  c,  100  g,  für  1  Thier,  kosten  1  co  Der  warm  mit  dem  Pinsel  aufgetragene
  Zinkleim  aus  Glycerin,  Gelatine  und  Zinkoxyd,  hielt  sich  als  Decke  nicht  an  allen
Stellen  4  volle  Tage.  Bei  einem  Thiere  gediehen  unter  seinem  Schutze  die  Pusteln  gut.
Eine  Kautschuklösung  in  Benzin  befriedigte  nach  einem  Versuch  als  Schutzverband  nicht,
reizte  vielmehr  die  Haut  und  ließ  die  Pusteln  nicht  zur  Entwickelung  kommen.

Die  Versuche  sind  nur  an  je  einem  Thiere  gemacht  worden.

Die  Anstalt  zu  Karlsruhe  hat  versuchsweise  eine  größere  Verdünnung  der  zum
Versandt  bestimmten  Lymphe  mit  Glycerin  im  Verhältniß  von  1:5  (statt  bisher  1:2  und
1:3)  eintreten  lassen.  Diese  Neuerung  hat  sich  nach  den  Endergebnissen  des  Impfgeschäfts
gut  bewährt,  ebenso  auch  die  mehrwöchentliche  Aufbewahrung  vor  der  Abgabe  (vergl.  S.  133).
Dagegen  bewährte  sich  die  sedimentirte  Lymphe  nicht.

Auf  Veranlassung  und  unter  Betheiligung  des  Anstaltsleiters  wurden  umfassende
Untersuchungen  über  den  Keimgehalt  der  Lymphe  sowohl  an  frischem  als  auch  an  wochenlang
  in  Glycerin  gelagertem  Impfstoff  von  27  Thieren  der  Anstalt  angestellt.  Die  Ergebnisse
  sind  in  den  „Arbeiten  aus  dem  bakteriologischen  Institut  der  technischen  Hochschule  zu
Karlsruhe"  unter  dem  Titel:  W.  Migula,  „Der  Keimgehalt  und  die  Widerstandsfähigkeit  der
Bakterien  der  animalen  Lymphe“  veröffentlicht.  Der  Bericht  hebt  daraus  hervor,  daß  in
sämmtlichen  Lympheproben  niemals  pathogene  Bakterienarten,  insbesondere  auch  nicht  die
gewöhnlichen  Eitererreger,  aufgefunden  wurden.  Weiter  bestätigte  sich  die  Fähigkeit  des
Glycerins,  den  Gehalt  der  Lymphe  an  fremden  Keimen  wesentlich  und  rasch  zu  vermindern,
ohne  die  eigentliche  Wirksamkeit  der  Lymphe  als  Vaccine-Erreger  zu  beeinträchtigen.

Sämmtliche  Impfstoffnummern  der  Darmstadter  Anstalt  wurden  frisch  und  mehr
oder  weniger  abgelagert  im  hygienischen  Laboratorium  der  Universität  Gießen  auf  ihren
Keimgehalt  untersucht.  Auch  wurden  mit  Lymphe  und  mit  aus  dieser  gewonnenen  Reinkulturen
  an  Thieren  und  am  menschlichen  Arm  Versuche  angestellt.  Der  über  diese  Unter-1)

  Vergl.  auch  die  Versuche  in  Cannstatt  S.  118.
        <pb n="145" />
        —  148  —

suchungen  rc.  von  dem  Assistenten  am  hygienischen  Institut  zu  Gießen,  Dr.  Dreyer,  erstattete
Bericht  ist  in  der  Zeitschrift  für  Hygiene  und  Infektionskrankheiten  veröffentlicht  worden.1)
Der  Berichterstatter  glaubt  den  Schluß  ziehen  zu  dürfen,  daß  sich  Anhaltspunkte  nicht  ergeben
  haben,  welche  die  Befürchtung  gerechtfertigt  erscheinen  lassen,  daß  die  animale  Lymphe
bei  ihrer  jetzigen  Herstellung  irgend  welche  ernstere  Schädigungen  für  die  Impflinge  bedingt.

In  Weimar  blieb  die  Impfung  zweier  Kälber  mit  dem  Stoff  anscheinend  vorzüglich
aufgekommener  Retrovaccinepocken  erfolglos.  Die  beiden  Kälber,  im  Impfstall  geboren,  hatten
etwa  8  Tage  mit  den  geimpften  Kälbern  zusammen  im  gleichen  Verschlage  des  gemeinschaftlichen
  Kuhstalles  gestanden.  Bei  einem  derselben  wurde  nachträglich  eine  Impfpocke  an
der  Innenseite  des  linken  Unterschenkels  gefunden.

Der  Anstaltsleiter  hat  in  dem  1.  Bande  der  II.  Auflage  des  „Handbuch's  der  Therapie
innerer  Krankheiten“  von  Pentzoldt  und  Stinzing  (Verlag  von  Gustav  Fischer  in  Jena
1897)  unter  dem  Titel:  „Behandlung  und  Prophylaxe  der  Blattern“  eine  Zusammenstellung
  über  den  heutigen  Stand  der  gesammten  Impffrage  veröffentlicht.

Aus  Bernburg  wurde  Folgendes  berichtet:

Wie  im  vorjährigen  Berichte  mitgetheilt?),  waren  nach  der  Verimpfung  der  frischen  Lymphe  in
verschiedenen  Fällen  sehr  starke  Reizerscheinungen  an  den  Impfpocken  beobachtet  worden.  Um  eine
Wiederholung  ähnlicher  höchst  unliebsamer  Vorfälle  zu  verhüten,  hatte  der  Borstand  schon  im  Vorjahre
versucht,  sog.  keimfreie  Lymphe  herzustellen  und  in  diesem  Sinne  das  Augenmerk  besonders  auf  die  Aussaat
und  die  Präparirung  der  Impffläche  gerichtet.  Die  angestellten  Bersuche  waren  günstig  ausgefallen.5)

Im  Berichtsjahre  ist  in  demselben  Sinne  weiter  operirt  worden.  Es  sollte  aber  versucht  werden,
noch  weiter  zu  gehen.  Da  die  Deckverbände  der  Impffläche  kein  befriedigendes  Resultat  ergeben,  wie  im
vorjährigen  Berichte  schon  angegeben  wurde,  so  wurde  versucht,  die  Impffläche  auf  andere  Weise  keimfrei
herzustellen;  sie  wurde  täglich  mit  Borlösung  und  anderen  antiseptischen  Mitteln  gereinigt,  auch  wurden
bei  der  Abnahme  des  Impfstoffes  in  reichlicher  Menge  desinfizirende  Mittel  verwendet.

Obwohl  hinterher  stets  eine  energische  und  sorgfältige  Abspülung  der  Impffläche  stattfand,  so  müssen
doch  Reste  der  antiseptischen  Lösungen  in  dem  Impfsloffe  verblieben  sein  und  nach  und  nach  auf  die
Wirksamkeit  der  gewonnenen  Lymphe  störend  eingewirkt  haben.  Es  zeigte  sich  nämlich,  daß  die  gewonnene
  Lymphe  frisch  verwendet  allemal  vorzügliche  Resultate  ergab,  in  manchen  Fällen  aber  nach  1  bis
2  Wochen  oder  schon  früher,  ja  schon  nach  wenigen  Tagen  an  Birulenz  auffallend  einbüßte.  So  zum
Beispiel  ergab  die  Lymphe  von  Kalb  Nr.  3,  welche  am  13.  April  entnommen  war,  bei  der  ersten  Probeimpfung
  am  14.  April  bei  9  Impflingen  100  %½%  Schnitterfolg,  bei  der  zweiten  Probeimpfung  am  21.  April
noch  950%  Schnitterfolg,  bei  der  dritten  Probeimpfung  am  28.  April  kaum  80%%  Erfolg.  Aehnlich  Nr.  4.
Ueber  die  Lymphe  von  diesen  beiden  Kälbern,  welche  anfangs  ganz  vorzüglich  wirksam  gewesen  war,  ist
gerade  von  den  Impfärzten  die  meiste  Klage  geführt  worden.  Sobald  die  Ursache  erkannt  war,  wurden
desinfizirende  Mittel  bei  der  Abnahme  des  Impfstoffs  nicht  mehr  angewendet  und  die  Impffläche  nur
aseptisch  mit  sterilem  Wasser  behandelt.  Dagegen  wurde  die  Desinfektion  der  Impffläche  vor  Ausführung
der  Impfung  noch  forgfältiger  ausgeführt,  als  bisher  schon  und  zwar  in  der  im  vorjährigen  Berichte  beschriebenen
  Weise.  Besonders  auf  Gewinnung  einer  keimfreien  Aussaat  ist  daneben  nach  wie  vor  der
größte  Werth  gelegt  worden,  ebenfalls  in  der  schon  früher  beschriebenen  Weise.  Es  dürfte  dies  vielleicht
ein  Punkt  sein,  der  die  größte  Aufmerksamkeit  verdient.  Da  es  leicht  ist,  völlig  keimfreie  humanisirte
Lymphe  zu  erhalten,  so  dürfte  auch  hierin  ein  Vorzug  der  Retrovaccine  vor  der  von  Thier  zu  Thier  fortgezüchteten
  Lymphe  zu  sinden  sein.

Die  Wirksamkeit  der  gewonnenen  Lymphe  ist  wieder  wie  in  früheren  Jahren  ausnahmslos  ganz
vorzüglich  gewesen,  seitdem  in  der  beschriebenen  Weise  verfahren  worden  ist.  (Keimfreie  Aussaat,  sorgfältige
  Desinfektion  der  Impffläche  vor  der  Impfung,  aseptische  Behandlung  der  Impffläche  ohne  Zusatz
besinfizirender  Mittel  bei  Abnahme  des  Impfstoffs.)

Wie  der  Vorstand  sich  regelmäßig  in  den  Imyfterminen  überzeugte,  hatten  sich  nach  Impfung  mit
solcher  Lymphe,  sofern  sie  frisch  verwendet  wurde,  ideal  schöne  typische  Pocken  ohne  irgend  welche  Reizerscheinungen
  bei  den  Impflingen  regelmäßig  entwickelt.

1)  Vergl.  dort  Bd.  27,  S.  116.
2)  Vergl.  Bd.  IV.  S.  158.  —  )  Ebenda,  S.  162.
        <pb n="146" />
        144

Der  Bericht  aus  Hamburg  enthält  die  nachstehenden  Mittheilungen  über  Versuche
mit  Spirituslymphe,  den  Impfschutz  durch  Variolavaccine  und  mit  keimfreier  Lymphe.

„a.  Spiritus-Lymphe.  Im  Auschluß  an  Untersuchungen,  welche  gleichzeitig  in  anderen  deutschen
Anstalten  vorgenommen  sind,  wurden  auch  in  Hamburg  Beobachtungen  über  die  Brauchbarkeit  eines  Zusatzes
  von  Spiritus  zum  Rohstoff  der  Kalbsvaccine  augestellt.

Zunächst  wurde  der  Rohstoff  mit  Wasser  sein  verrieben,  danach  Spiritus  in  verschiedenen  Mengen
hinzugefügt,  in  einigen  Fällen  auch  Glycerin  hinzugesetzt  und  alles  verrieben,  dann  die  Emulsion  in  die
üblichen  Glasbüchsen  gefüllt,  verkorkt,  mit  Paraffinwachs  verschlossen  und  kühl  aufbewahrt.

Laut  der  nachstehenden  Uebersicht  ist  das  Folgende  hervorzuheben:

CEin  Zusatz  von  6  Theilen  Spiritus  zu  einer  Mischung  von  einem  Theil  Rohstoff  und  einem  Theil
Wasser,  also  eine  75  %  Spiritusmischung  machte  den  Impfstoff  steril,  aber  auch  so  gut  wie  ganz  unwirksam.
  Ein  Spirituszusatz  von  11  bis  14%  zum  mit  Wasser  oder  mit  Glycerin  und  Wasser  verriebenen
Rohstoff,  lieserte  in  der  kühleren  Jahreszeit  einen  brauchbaren  Impfstoff,  der  sich  noch  nach  mehreren
Wochen  der  üblichen  Glycerinemulsion  ebenbürtig  an  die  Seite  stellen  ließ.

Aber  in  der  wärmeren  Jahreszeit  hat  sich  ein  solcher,  wie  auch  ein  mit  20  %  Spiritus  versetzter
Impfstoff  hier  in  Hamburg  ganz  schlecht  bewährt  und  bei  reichlicher  Verwendung  in  den  Impfterminen  die
Erfolgsziffer  der  diesjährigen  Erstimpfungen  erheblich  herabgedrückt.  Sie  lieferte  im  ersten  Impfgange
einen  persönlichen  Fehlerfolg  von  19,4  %.  Außerdem  bildet  der  in  Glasbüchsen  aufgehobene  Spiritusimpfstoff
  keine  gleichartige  Masse;  die  flüssigen  und  dicken  Theile  sondern  sich  von  einander  und  müssen
beim  Gebrauche  in  dem  Uhrschälchen  oder  auf  der  Glasplatte  erst  wieder  miteinander  verrieben  werden,
wenn  man  einen  gleichmäßigen  Impfstoff  verwenden  will.  Wesentlicher  ist  der  Uebelstand,  daß  die  ohne
Elycerin,  lediglich  mit  Wasserbeimischung  hergestellte  Spirituslymphe  auf  dem  Uhrschälchen  alsbald  verdunstet,
  also  nicht  ausgiebig  ausgenutzt  werden  kann.

Da  dieser  mit  Spiritus  hergestellte  Impsstoff  außerdem  nicht  steril  ist  (siehe  die  Uebersicht  bei
Kalb  2),  so  hat  es  keinen  Zweck,  unsere  durchaus  bewährte  Glycerin-Emulsion  aufzugeben,  um  solche
Spirituslymphe  an  ihre  Stelle  zu  setzen.

(Hier  folgt  die  Uebersicht  auf  Seite  145.7

b.  Impfschutz  durch  Variolavaceine.  Schon  in  den  letzten  8  Jahresberichten  ist  darauf  hingewiesen
  worden,  daß  die  Wiederimpfung  in  Hamburg  im  Vergleich  mit  den  Erfolgsziffern  anderer  deutscher
Impfanstalten  —  siehe  „Medizinalstatistische  Mittheilungen  aus  dem  Kaiserlichen  Gesundheiksamte“  Band  III
S.  307  —  außerordentlich  unwirksam  bleibt.  Diese  Hamburger  Erfolgsziffer  hängt  im  Wesentlichen  ab  von
der  Ansicht  des  Hamburger  Oberimpfarztes  über  das,  was  er  als  positiven  Erfolg  der  Wiederimpfung  ansieht,
  richtet  sich  aber  nach  den  Regeln  der  Wissenschaft  und  kann  wohl  um  einige  Prozente,  aber  nicht  um
viele  Prozente  diese  Ziffer  beeinflussen.  In  den  letzten  Jahren  aber,  und  zwar  seitdem  diejenigen  Kinder  in
das  Wiederimpfungsalter  traten,  welche  einst  in  ihrer  Kindheit  mit  der  Hamburger  Variolavaccine  des  Jahres
1881  geimpft  worden  waren,  haben  sich  die  Unterschiede  zwischen  den  Erfolgsziffern  der  in  Hamburg  und
der  im  übrigen  Deutschland  ausgeführten  Revaccinationen  so  erstaunlich  vergrößert,  daß  hier  entweder  die
Unwirksamkeit  unseres  jetzigen  Impfstoffes  oder  ein  besonderes  Walten  der  Immunität,  die  von  der  Erstimpfung
  abstammt,  vorliegen  muß.

In  der  Hamburger  Staatsimpfanstalt  stellten  sich  während  der  letzten  zehn  Jahre  die  im  ersten
Impfgang  der  Impfung  und  Wiederimpfung  erhaltenen  Erfolgsziffern,  wie  folgende  Tabelle  1)  zeigt:

In  den  Jahren
1888  1889  1890  1891118921893  1894  18951896  1897
Erster  Impfgang  der  ·
fung......«......  99,u99,8599,7499,4799,——99,st98,s-99,7599,2999,n
Wiederimpfung
a.  in  der  Impfanstalt.  83487!9S  89,1¼87y,,2  „  „66,59,.,,66,
b.  bei  den  Distriktsärzten  7  88“%  84,0  88,2  7,„68,  O
(alle  3  Impfgänge)

1)  Die  Zahlen  der  Tabelle  stimmen  mit  den  früher  veröffentlichten  entsprechenden  Zahlen  nicht  vollständig

  überein.
        <pb n="147" />
        Kalb  Nr.

Geimpft
am

145

Uebersicht  Üüber  die  Beobachtungen  mit  der  Spiritus-Lymphe.

[Zu  Selte  144  gehörig.)

Bekam
Pusteln

Der  dem  Kalbe  entnommene

  Impfstoff  wurde
zur  Emulsion  verrieben  mit

Ro
sto

Wasser

Spiritus


—.

Plattenkulturen

mit
Emulsion
beschickt

Erfolg  bei  Verimpfung  der
vaccinalen  Spiritus-Emulsion:

6./1.  1897

sehr
gute
Pusteln

75  %

Platten
blieben
steril

Wurde  bei  Ertimpflinzen  verwendet.
  Es  gab  keine  örtliche  Reaktion
an  der  Impfstelle,  aber  die  nachfolgende,
  mit  guter  Glycerinemulsion
  ausgeführte  zweite  Impfung
verlief  beschleunigt,  ähnlich  den
vaccinalen  Eruptionen,  welche  entstehen,
  wenn  beim  Vorhandensein
nur  einer  Impfpustel  die  Autorevaccination
  vorgenommen  wird.

10.  8.
1897

mittelgute
Pusteln

1/3

14,  /

n
ch  gelbe  Tage  alt  verimpft:  108  Schnitt

uf  den  G
atineplatten

nicht  ver-¾r
  gende
olonieen
und  weiße
Kolonieen

lieferten  107  Pusteln.

17.  8.
1897

mittelgute

Pusteln

1/  4

11,'  %½%

2  Tage  alt  verimpft:  vollständiger
Erfolg  bei  Erstimpflingen.  3
Wochen  später  verimpft  fielen
manche  Pusteln  aus.  Auf  Kalb
5  Übertragen  entstanden  sehr  gute
Pusteln.

28./8.
1897

sehr  gute
Pusteln

½

14,  ½7

Probeimpfung  lieferte  vollständigen
Erfolg.  Diese  Lymphe  ist  nach  4
bis  5  wöchentlicher  Aufbewahrun
vom  29.  April  bis  zum  8.  Ma
in  öffentlichen  Impfterminen  verimpft
  und  hat  sich  der  bisher  gebräuchlichen
  Glycerinemulsion  völlig
  eben  bürtig  erwiesen.

31./8.
1897

gute
Pusteln

1  1½

12  olf

Probeimpfung:  vollständiger  Erfolg.
Der  Stoff  brachte  nach  4  bis  8
wöchentlicher  Verwahrung  in  den
Impfterminen  verimpft,  ebenso  wie
bei  Kalb  5,  durchaus  befriedigendes
  Resultat.  Im  Juli  war  die
Plattenlymphe  völlig  eingetrocknet.

10.7.
1897

sehr  gute
Pusteln

4%

Nach  1  Woche  auf  ein  Kalb  übertragen,
  lieferte  dieser  Impfstoff
vortreffliche  Pusteln,  aber  bei  der
Probeimpfung  auf  Kinder  war  das
Resultat  unvollständig  und  14  Tage
später  in  den  Impfterminen  verbraucht,
  brachte  er  sehr  viele  völlige

Fehlimpfungen.

15./7.
1897

gute
Pusteln

20  %

15.7.
1897

gute
Pusteln

20  %

Die  Probeimpfung  bei  Kindern

ab  guten  Erfolg,  aber  bei  einem
Kan#s  nach  4)024  Stunden  überreise
  Pusteln.  Später  wurden
in  den  Impfterminen  mit  dem
Impfstoff  sehr  viele  Fehlimpfungen
  veranlaßt,  weshalb  der
det  vernichtet  wurde.
        <pb n="148" />
        —  146  —

Hiernach  ist  in  Hamburg  zur  Erstimpfung  immer  kräftige  Vaccine  verwendet  worden;  die  Ziffer
des  persönlichen  Erfolges  sank  unter  99%%  nur  im  Jahre  1894,  als  wir  den  Rohstoff  der  Kälber  mit
3  Theilen,  anstatt  wie  vor-  und  nachher  mit]  2  Theilen  Glycerin  verrieben  und  nun  den  reichlicheren
Impfstoff  wohl  zu  langsam  verbrauchten.  Gegenüber  dieser  Gleichartigkeit  des  Ausfalles  der  Erstimpfung
in  allen  den  Jahren  schwankt  der  Ausfall  der  Wiederimpfungen  außerordentlich.  Im  Jahre  1888  war
die  Ziffer  nur  88,4;  damals  wandte  man  noch  Sublimatabwaschungen  und  Thymolglycerin  an  und  aus
diesem  Grunde  war  die  Lymphe  schwächlicher.  Beides  fiel  weg  und  seit  dem  Jahre  1889  schwankt
die  Erfolgsziffer  der  Revaccination  zwischen  87  und  90,  bis  sie  im  Jahre  1898  anfing,  zu  sinken  und  im
Jahre  1896  die  Zahl  59  erreichte,  ohne  daß  diese  Erscheinung  von  einem  Sinken  der  Erfolgsziffer  der
Erstimpfung  begleitet  war,  also  ohne  daß  die  Wirksamkeit  des  Impfstoffes  gelitten  hatte.  Gleichfalls  seit
1893  sinken  die  von  den  Ansichten  des  Oberimpfarztes  ganz  unabhängig  gewonnenen  Ziffern  des  Erfolges
der  von  den  hamburgischen  Distriktsärzten  auf  dem  Lande  ausgeführten  Wiederimpfungen;  sie  sinken  von
88  und  84,,  %0  im  Jahre  1893  auf  78,,,  in  1894  auf  68,4  0,  um  sich  nachher  wieder  etwas  zu  heben.
Also  nicht  die  persönliche  Ansicht  des  Oberimpfarztes,  sondern  das  übereinstimmende  Urtheil  aller  hiesigen
im  Impfwesen  erfahrenen  Distriktsärzte  läßt  den  Beginn  dieser  auffallenden  Erfolglosigkeit  der  Wiederimpfungen
  in  Hamburg  zusammenfallen  mit  dem  Wiederimpfpflichtigwerden  derjenigen  Kinder,  welche  nach
ihrem  ersten  Lebensjahre  mit  der  damals  neuentstandenen  Hamburger  Variolavaccine  geimpft  worden  sind.
Dieser  Impfstoff  wurde  zuerst  im  Jahre  1882  verbraucht  und  war  von  ganz  hervorragender  Energie,  sodaß
  den  damaligen  Impflingen  von  vornherein  ein  reichliches  Maß  von  Immunität  zuzutrauen  war.
War  diese  Annahme  begründet,  so  mußte  im  Jahre  1898  die  Wiederimpfung  bei  diesen  Kindern  im
zwölften  Lebensjahre  schwächlich  anschlagen.  Das  ist  eingetroffen,  obwohl  kräftiger  Impfstoff  verwendet
wurde.  Dürfen  wir  aber  den  Mißerfolg  unserer  Wiederimpfungen  nicht  der  Schwächlichkeit  unseres  Hamburger
  Impfstoffes  zur  Last  legen,  so  könnten  ihm  doch  irgendwelche  Eigenschaften  innewohnen,  welche  ihn
gerade  für  unsere  Revaccinanden  ungeeignet  machten.  Daher  galt  es  neben  der  Hamburger  auch  noch
andere  Lymphe  zu  probiren.

Dieses  wurde  uns  ermöglicht  durch  die  Großherzoglich  badische  Impfanstalt  zu  Karlsruhe,  welcher
die  Ueberlassung  von  6  000  Portionen  Impfstoffs  zu  verdanken  ist.  Diese  Lymphe  wurde  auf  fast  ebenso
viele  Revaccinanden  verimpst,  während  anderen  6  000  Pflichtgenossen  Hamburger  Lymphe  inserirt  wurde.

(Hierzu  die  „Vergleichende  Liste“  auf  Seite  147.)

Die  uns  überlassene  Karlsruher  Lymphe  zeichnete  sich  günstig  vor  der  unserigen  aus  durch  eine  viel
feinere  Verreibung,  welche  das  Eindringen  des  Impfstoffs  in  die  Schnittchen  begünstigt,  sie  bewirkte  auch
in  der  That  etwas  zahlreichere  Efflorescenzen  als  die  unserige  und  entsprach  dem  Geleitsbrief  des  Herrn
Geheimraths  Fischer:  „Ich  denke,  sie  wird  schneidig  wirken.“

Trotz  dieser  kräftigen  Wirkung  stieg  ihr  Erfolg  bei  der  ersten  Wiederimpfung  unserer  Zwölfjährigen
auf  nicht  über  72,#  %0  gegenüber  einem  Erfolg  der  Hamburger  Lymphe  von  73,61  %0.  Diese  72,/,5  00
stehen  mit  den  im  Großherzogthum  Baden  erzielten  Erfolgen  der  Jahre  1895  und  1896  von  je  96,,  0  in
ganz  auffallendem  Widerspruch  (vergl.  „Medizinalstatistische  Mittheilungen  des  Kaiserlichen  Gesundheitsamts“
Band  III,  S.  307  und  IV,  S.  152),  der  sich  nicht  anders  erklären  läßt,  als  durch  eine  hervorragende
Immunität  der  Hamburger  Wiederimpflinge.

Diese  Immunität  bestand  im  zweiten  Impfgange  eine  zweite  Probe.  Karlsruher  und  Hamburger
Lymphe  wirkten  bei  der  zweiten  Wiederimpsung  nach  der  vorjährigen  erfolglosen  Revaccination  so  gut  wie
gleich  schwächlich.  Der  Erfolg  belief  sich  bei  der  einen  auf  12,,,  bei  der  anderen  auf  11,,  0.  Die  Hamburger
  Immnnität  hat  also  die  Probe  des  auswärtigen  Kontagiums  bestanden.

Auf  diese  Weise  glaube  ich  (der  Vorstand)  den  Nachweis  dafür  geliefert  zu  haben,  daß  nicht  jede  Vaccinesorte
  die  gleiche  Immunität  liefert  und  daß  wir  bestrebt  sein  müssen,  solche  Vaccine  zu  beschaffen,  welche
dauerhaft  schützt.  Daß  die  von  mir  (dem  Vorstand)  im  Jahre  1881  gewonnene  VariolavacBcine  diese  hervorragenden
  Eigenschaften,  die  ich  ihr  stets  zugetraut  habe,  wirklich  besessen  hat,  ist  jetzt  meiner  Meinung
nach  einwandfrei  nachgewiesen.  .

Diese  Beobachtung  scheint  mir  eine  dringende  Mahnung  zu  sein  dafür,  daß  wir  uns  dem  Studium
der  Variolavaccine  und  der  Weise,  dieselbe  sicherer  als  bisher  zu  gewinnen,  planmäßig  zuwenden.  Wir
dürfen  jetzt  die  noch  immer  aus  Paris  herübertönenden  Warnungsrufe  vor  der  Gefährlichkeit  und  der
Nutzlofigkeit  der  Züchtung  der  Variolavaccine  als  grundlos  zurückweisen.  Die  Gefahrkosigkeit  der
Bariolavaccine  ist  in  Deutschland  und  anderswo  vielfach  erwiesen,  ihr  Nutzen  aber  erhellt  aus  den  mit  der
Hamburger  Bariolavaccine  gemachten  Erfahrungen.  Wer  in  so  erstaunlicher  Weise  gegen  die  Vaceine-
        <pb n="149" />
        —  147  —

Vergleichende  Liste  über  die  Wirkung  der  Karlsruher  und  der  Hamburger  Lymphe  bei
den  Wiederimpfungen  in  der  Hamburger  Impfanstalt  während  des  April  und  Mai  1897:
[Zu  Seite  146  gehörig.)

Mit  Lymphe  Mit  Lymphe
Erste  Wiederimpfung  aus  Karlsruhe  aus  Hamburg
Schnitterfolg  d0  «............  917-27,»20x0  1159-26,s20,0
»1........  472  1449
5  222.  440  459
2  33.  446  939
f„  .  ..........  .  ..  .  .  ...  386  295
(2  55.  380  273
»  6....................  352  417
Total!  3393  4891
Efflorescenzen  2  1.
auf  je  6  Schnitte  pro  Kopf  „  «
Zweite  Wiederimpfung
(im  vorigen  Jahre  einmal  ohne  Erfolg
Geimpfter)
Schnitterfolg  O.................  ...  1  046  =  87,28  0  88%
»  1·...........  ......  ..  89  75
«  2....................  39  80
„  .  ..  ..  .  .  .  .  ...  .  .  .  .  ..  9  11
„  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  ..  9  10
„  .  .  .  .  .  ..  ...  ..  ...  .  ...  2  8
„  .  .  ..  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  8  7
Total  1197  1177
Dritte  Wiederimpfung
(im  vorigen  Jahre  zum  zweiten  Male
ohne  Erfolg  Wiedergeimpfter)
Schnitterfolg  O...................  595  —  94,,  0%  607  —  92,  0%
„  111.  29  29  —
»  2...................  6  12
3.1  1  4
„  4.  ......  .  .  ..  .  .  .  .  .  .  ..  0  1
Total  681  653
Sämmtliche  3  Gruppen  5221  6221
gaben  personellen  Erfolg  in  51,1  90  54,%  00

Wirkung  immun  gemacht  ist  wie  die  Hamburger  Bevölkerung,  der  besitzt  auch  einen  hervorragenden  Schutz
gegen  die  Pockengefahr.  -

aseimfkciesymphkDieFirmaqunuelMerckinDarmsiadtbringtuenerdingseinenkeims
freien  Impfstoff,  von  dem  der  hiesigen  Anstalt  eine  Probe  überlassen  worden  ist,  in  den  Handel.  Im
Dezember  gelangte  die  Anstalt  in  den  Besitz  von  6  ziemlich  geräumigen,  inhaltreichen,  beiderseits  zugeschmolzenen
  Kapillarröhrchen.  Aus  allen  6  Röhrchen  sind  im  hiesigen  Hygienischen  Institut  Proben  entnommen
  und  mit  dem  üblichen  Verfahren  auf  ihren  Keimgehalt  geprüft  worden.  Alle  Aussaaten  auf
frisch  bereiteten  Traubenzucker-Glycerin-Agar  und  auf  Löfflersches  Blutserum  lieferten  keine  Kolonien.
Demnach  muß  der  Inhalt  dieser  Röhrchen  als  frei  von  ungewollten  verunreinigenden,  auf  den  verwendeten
Nährböden  wachsenden  Keimen  angesehen  werden.

Nach  Beendigung  dieser  Untersuchung  wurde  der  übrig  gebliebene  Theil  dieses  Impfstoffes  einem
Kalbe  am  Damm  und  am  Ohr  verimpst.  Nach  5mal  24  Stunden  hatten  sich  am  Damm  gute,  am  Ohr
        <pb n="150" />
        —  148  —

kümmerliche  Pusteln  entwickelt.  Wir  hatten  das  Thier  gleichzeitig  auf  seiner  Rippenfläche  mit  guter
Vaccine  geimpft,  auch  diese  war  sehr  gut  gediehen.  Beide  Sorten  wurden  getrennt  abgeerntet,  jede  für
sich  auf  die  übliche  Weise  mit  Glycerin  verrieben  und  auf  Menschen  verimpft,  desgleichen  der  Rest  der
keimfreien  Lymphe  aus  Darmstadt.  Die  seit  mindestens  3  Wochen  in  Glasröhrchen  aufbewahrte  keimfreie
Lymphe  gab  an  7  Kindern  auf  21  Schnitt  21  Pusteln  von  untadeliger  Beschaffenheit.  In  einem  Falle
war  die  Areola  ziemlich  stark  geröthet,  obwohl  ein  sterilisirtes  Messer  mit  der  sogenannten  keimfreien
Lymphe  armirt  worden  war.

Nicht  minder  befriedigend  gedieh  der  Versuch  mit  der  aus  keimfreier  Lymphe  am  Kalbe  entstandenen
Baccine.  Es  wurden  10  Kinder  mit  je  6  Schnittchen  geimpft,  60  Pusteln  entwickelten  sich,  die  sich  von
den  aus  frischer  Hamburger  Vaccine  hervorgegangenen  Pusteln  nicht  unterscheiden  ließen.“

Auch  im  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  wurde  Mercksche  Lymphe  untersucht.  9  unmittelbar  von
der  Firma  E.  Merck  bezogene  Röhrchen,  auf  deren  mit  der  Bezeichnung:  Reine  animale  Lymphe  „Merck“.
versehenen  Umhüllung  sich  der  Vermerk  fand:  „Wurde  vor  Abgabe  bakteriologisch  untersucht  und  ist  frei
von  Bakterien“,  enthielten  sämmtlich  Bakterienkeime,  allerdings  in  geringer  Anzahl.  Schon  bei  Aussaat
auf  gewöhnlichem  Agar  wuchsen,  auf  das  Gramm  Lymphe  berechnet,  im  Minimum  40,  im  Maximum
120,  durchschnittlich  80  Kolonien.  Die  gefundenen  Keime  waren  ausschließlich  sporenbildende  Bakterien
aus  der  Gruppe  der  Heu-  und  Kartoffelbacillen.  Pathogene  Keime  wurden  nicht  gefunden,  ebensowenig
Staphylokokken  oder  Streptokokken  irgendwelcher  Art.  Weitere  2  Röhrchen  erhielt  der  Leiter  der  Königlichen
  Anstalt  zur  Gewinnung  thierischen  Impfstoffes  in  Berlin.  Bon  diesem  wurden  am  24.  April  1898
4  Erstimpflinge  mit  4  Schnitten  am  rechten  Arm  und  zwar  zu  je  2  Schnitten  mit  Merck'scher  und  Berliner
Lymphe  geimpft.  Eins  der  4  Kinder  fehlte  bei  der  Nachschau,  ein  anderes  bekam  nur  eine  Pustel  von
Berliner  Lymphe.  Von  den  übrigen  beiden  zeigte  das  eine  keinen  Unterschied  der  Einwirkung  beider
Impfstoffe;  die  Randröthe  war  nur  gering.  Beim  zweiten  entstand  lebhafte  Röthung,  welche  jedoch  an
den  mit  Merck'scher  Lymphe  beschickten  Stellen  entsprechend  einer  schwächeren  Entwickelung  der  Pusteln
etwas  weniger  umfangreich  war.
        <pb n="151" />
        Ergebnisse  der  Todesursachenstatistik.
(Fortsetzung  aus  Band  V  S.  14—69.)

Die  Sterbefälle  im  Deutschen  Reiche  während  des  Jahres  1896  im
Allgemeinen,  sowie  insbesondere  unter  der  Bevölkerung  der  Großstädte.
Mit  4  Uebersichtskarten  (Tasel  V—VIII).  Berichterstatter:  Geheimer  Reg.-Rath  Dr.  Rahts.

I.  Vergleich  mit  dem  Vorjahre.
A.  Allgemeines.

Aus  dem  Jahre  1896  sind  dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  behördliche  Ausweise
über  die  Ursache  des  Todes  und  das  Alter  der  Gestorbenen  für  976  von  je  1000  im  ganzen
Reichsgebiet  vorgekommenen  Sterbefällen  zugegangen,  denn  solche  Ausweise  liegen  aus  19
Staaten  des  Reiches  über  1.072  514  Sterbefälle  vor,  während  nach  den  Ermittelungen  des
Kaiserlichen  Statistischen  Amtes  in  allen  26  Staaten  des  Deutschen  Reiches  1  098  966
Personen  —  ausschl.  der  Todtgeborenen  —  gestorben  sind.  An  den  in  einheitlich  festgesetzter
  Art  stattfindenden,  genaueren  Erhebungen  waren  im  Jahre  1896  sieben  Bundesstaaten
  mit  etwa  dem  39.  Theile  (2,6%)  der  Gesammtbevölkerung  noch  nicht  betheiligt,
und  zwar  Sachsen-Weimar,  Mecklenburg-Strelitz,  Oldenburg,  Sachsen-Altenburg,  Schwarzburg-Rudolstadt,
  Reuß  j.  L.  und  Lippe;  indessen  haben  für  das  Berichtsjahr  1897  bereits
zwei  von  diesen  Staaten  gleichartige  Ausweise  wie  die  nicht  genannten  19  Staaten  eingesandt,
  so  daß  das  Bild,  welches  das  Kaiserliche  Gesundheitsamt  von  den  Sterblichkeitsverhältnissen
  im  Reiche  entwerfen  kann,  von  Jahr  zu  Jahr  ein  vollständigeres  wird.

Während  des  Jahres  1896  sind  im  Deutschen  Reiche  erheblich  weniger  Personen
als  im  Vorjahre,  und  noch  viel  weniger  als  im  Durchschnitt  der  fünf  Vorjahre,  gestorben,
  obgleich  die  letzten  Volkszählungen  eine  beträchtliche  Zunahme  der  lebenden  Bevölkerung
  im  Reiche  ergeben  haben.  Aus  denjenigen  13  Staaten  des  Reiches,  welche  für
die  beiden  Jahre  1895  und  1896  an  den  Erhebungen,  deren  Ergebnisse  hier  besprochen
werden,  betheiligt  waren,  sind  für  das  Berichtsjahr  50  299  Todesfälle  weniger  als  für
das  Vorjahr  gemeldet,  im  ganzen  Reichsgebiet  sind  52  522  Todesfälle  weniger  als  für  das
Vorjahr,  und  85  002  weniger  als  im  Durchschnitt  der  fünf  Vorjahre  festgestellt.  Da  auch
mehr  Kinder  im  Jahre  1896  geboren  wurden  als  in  jedem  der  Vorjahre,  hat  das  Berichtsjahr
durch  ein  ungewöhnlich  starkes  natürliches  Anwachsen  der  Bevölkerung,  wie  es
in  der  zweiten  Hälfte  dieses  Jahrhunderts  noch  nicht  beobachtet  worden  ist,  sich  ausgezeichnet.
Der  Ueberschuß  der  Geborenen  über  die  Gestorbenen  betrug  in  den  19  an  das  Kaiserliche
Gesundheitsamt  berichtenden  Staaten  793674  oder  etwa  156  auf  je  10  000  Einwohner,
im  ganzen  Reichsgebiet  —  nach  den  anderweitigen  Ausweisen  —  815  783,  d.  h.  ebenfalls
etwa  156  auf  je  10  000  Bewohner.  In  beiden  Fällen  ist  die  bei  der  letzten  Zählung  ermittelte

  Volkszahl  der  Rechnung  zu  Grunde  gelegt.
Mediz.stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V.  12
        <pb n="152" />
        —  150  —

Die  erwähnte  Abnahme  der  Sterbefälle  gegenüber  dem  Vorjahre  machte  sich  am
meisten  im  kindlichen  Alter,  namentlich  bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres,  am  wenigsten
bei  Personen  des  mittleren  Lebensalters  von  15—60  Jahren  bemerklich,  denn  in  den  13
Staaten,  welche  für  1895  und  für  1896  Ausweise  eingesandt  haben,  starben:

—.

1895  1896  Differenz:

Kinder  des  ersten  Lebensjahren  406  599364  513  —  42  086

„  im  Alter  von  1—15  Jahren  167  657  161  573  —  6084
Personen  „  „  „  15—60  „  258  549257642  —  007
«  „  „  „  60  und  mehr  Jahren268  645E  267  518  —  1127

„  im  unbekannten  Alter  521  46  —  95

Zieht  man  in  Betracht,  daß  während  des  Berichtsjahres  in  diesen  13  Staaten
1828  990  Kinder,  während  des  Vorjahres  aber  nur  1792795  Kinder  lebend  geboren
wurden,  so  ergiebt  sich,  daß  im  Berichtsjahre  auf  je  1000  Lebendgeborene  29  Kinder
des  ersten  Lebensjahres  weniger  gestorben  sind,  nämlich  199  gegen  227  im  Vorjahre.

Bezeichnend  für  das  Jahr  1896  ist  es  in  dieser  Hinsicht,  daß  die  Minderzahl  der
Todesfälle  hauptsächlich  auf  die  Monate  Juli,  August  und  September  entfällt,  welche  Monate
Kindern  des  ersten  Lebensjahres  am  gefährlichsten  zu  sein  pflegen.  (Nach  den  Veröffentlichungen
  des  Kaiserlichen  Statistischen  Amtes  sind  im  Deutschen  Reiche  während  der  genannten
  drei  heißesten  Monate  im  Berichtsjahre  40  927  Personen  aller  Altersklassen  weniger
als  im  Vorjahre  gestorben,  dagegen  sind  z.  B.  im  November  und  Dezember  des  Berichtsjahres
  11743  Personen  mehr  als  in  den  gleichen  Monaten  des  Vorjahres  gestorben.)

Unterschiede  in  gleichem  Sinne  sind  —  nach  den  dem  Keiserlichen  Gesundheitsamte
  monatlich  zugegangenen  Ausweisen  aus  etwa  260  Orten  des  Reiches  mit  15  000  und
mehr  Einwohnern  —  auch  in  der  Gesammtheit  dieser  größeren  Ortschaften  beobachtet  worden;
während  der  Monate  Juli  bis  September  1896  war  die  Zahl  der  Sterbefälle  in  der  Gesammtheit
  der  betheiligten  Orte,  d.  h.  unter  den  ca.  14  Millionen  Einwohnern  derselben,
erheblich  geringer,  dagegen  während  der  Monate  November  und  Dezember  erheblich  höher
als  in  den  gleichen  Monaten  des  Vorjahres  (vergl.  Veröff.  d.  K.  G.-A.  1896  S.  354  und
1897  S.  782).  Diese  Differenz  während  der  Sommermonate  machte  sich,  wie  die  genaueren
Angaben  aus  den  betreffenden  Ortschaften  erkennen  lassen,  hauptsächlich  bei  Kindern  des
ersten  Lebensjahres  bemerkbar.

Indessen  was  für  die  Gesammtheit  der  Orte  gilt,  trifft  nicht  für  alle  einzelnen  zu
eine  geringere  Sterblichkeit  in  den  Sommermonaten  und  eine  höhere  Sterblichkeit  in  den
Wintermonaten  war  bei  einem  Vergleich  mit  dem  Vorjahre  zwar  im  Gesammtbereiche,  aber
durchaus  nicht  für  jeden  einzelnen  Ort  2#c.  festzustellen,  es  ist  daher  auch  nicht  zu  erwarten,
daß  solcher  Umschwung  der  Sterblichkeitsverhältnisse  auf  allgemeine  Ursachen,  etwa  auf
die  anderen  Witterungsverhältnisse  zurückgeführt  werden  könnte.  Es  sei  erwähnt,  daß  z.  B.
in  Berlin  während  der  Monate  November  und  Dezember  1896,  d.  h.  zu  einer  Zeit,  als
im  Ganzen  die  Zahl  der  Sterbefälle  gegenüber  dem  Vorjahre  beträchtlich  erhöht  war,  383
Personen  weniger  als  zur  gleichen  Zeit  des  Vorjahres  gestorben  sind.  Ein  Einfluß  der
Witterung  wird  sich  demgemäß  immer  nur  für  engere  Bezirke,  nicht  aber  für's  ganze  Reich
nachweisen  lassen.

B.  Seltenere  und  häufigere  Todesursachen.

Was  die  einzelnen  Todesursachen  betrifft,  welche  in  den  zum  Vergleich  stehenden

13  Staaten  während  des  Berichtsjahres  häufiger  oder  seltener  festgestellt  sind,  so  hat  bei
        <pb n="153" />
        —  151  —

Kindern  des  ersten  Lebensjahres  die  Zahl  der  Todesfälle  an  Magen-  und  Darmkatarrh
  sich  von  149  080  auf  113  721,  d.  i.  um  23,7  %  der  vorjährigen  Zahl  verringert,
dagegen  haben  in  diesem  Alter  die  Masern,  der  Keuchhusten  und  die  entzündlichen  Krankheiten
  der  Athmungsorgane  5  011  Todesfälle  mehr  als  im  Vorjahre  herbeigeführt.  Die
Zahl  der  Diphtherietodesfälle  hat  ferner  bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  um  768,  d.  i.
um  12,,  %  der  vorjährigen  Zahl  abgenommen,  dagegen  sind  85  Kinder  mehr  in  diesem
Alter  tödtlich  verunglückt;  endlich  hat,  —  was  für  eine  zunehmende  Sorgfalt  bei  den  Erhebungen
  spricht,  —  die  Zahl  der  aus  nicht  angegebener,  also  aus  „unbekannter“  Ursache
eingetretenen  Sterbefälle  im  Säuglingsalter  um  1  239  (ca.  8%  ))  abgenommen.

Unter  Kindern  der  nächst  höheren  Altersklasse  von  1  bis  15  Jahren  hat  namentlich
  die  Diphtherie  erheblich  weniger  Opfer  gefordert,  ihr  erlagen  im  Berichtsjahre
25  796  Kinder  dieses  Alters  gegen  31  056  im  Jahre  vorher,  d.  h.  die  Zahl  der  betreffenden
Todesfälle  sank  auf  83  %  der  vorjährigen  Zahl.  Dem  Magen=  und  Darmkatarrh,  der
Ruhr,  der  Tuberkulose  und  dem  Scharlach  sind  ebenfalls  viel  weniger  Kinder  von  1  bis  15
Jahren  erlegen,  dagegen  haben  —  wie  bei  den  Säuglingen  —  die  Masern,  der  Keuchhusten
und  die  Lungenentzündung  auch  in  diesem  Alter  mehr  Todesfälle  als  im  Vorjahre  verursacht
(32447  gegen  26  232),  und  an  Genickstarre  sind  130  Kinder  mehr  zu  Grunde  gegangen.

Unter  Personen  von  15  bis  60  Jahren  haben  während  des  Berichtsjahres  hauptsächlich
  die  Lungentuberkulose,  der  Typhus  und  der  Magen=  und  Darmkatarrh  weniger
Sterbefälle  herbeigeführt;  die  Zahl  der  an  Lungentuberkulose  Gestorbenen  dieser  Altersklasse
  sank  von  84  806  auf  81  432,  mithin  um  etwa  4%,  und  die  Zahl  der  Typhustodesfälle
  sank  von  4  133  auf  3771,  mithin  um  ca.  9%.  Eine  Zunahme  der  Todesfälle
  an  „Lungenentzündung“  in  dieser  Altersklasse  (um  1058)  wird  durch  eine  Abnahme
  der  Todesfälle  an  „sonstigen  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane“  (um
991)  fast  ausgeglichen.  Beträchtlich  zugenommen  haben  unter  Personen  von  15  bis
60  Jahren  die  Todesfälle  in  Folge  von  Neubildungen  (von  16609  auf  17  260),  ferner
die  tödtlichen  Unglücksfälle  (von  10  412  auf  11.054)  und  die  Selbstmorde  (von  7  582
auf  7897).

In  der  höchsten  Altersklasse  bei  Personen  von  60  und  mehr  Jahren  sind
ebenfalls  mehr  Todesfälle  auf  gewaltsame  Weise,  und  zwar  60  Selbstmorde  und  135  tödtliche
  Unglücksfälle  mehr  als  im  Vorjahre,  auch  mehr  Todesfälle  in  Folge  von  Neubildungen
vorgekommen,  dagegen  sind  hier  weniger  Todesfälle  an  entzündlichen  Krankheiten  der
Athmungsorgane  (—  2101),  an  Tuberkulose  (—  530),  an  Magen=  und  Darmkatarrh
(—  173)  und  an  Altersschwäche  gemeldet.

Unter  der  Gesammtbevölkerung  der  13  Staaten  sank  von  1895  zu  1896  die  Zahl
der  Todesfälle:

an  Diphtherie  einschl.  Croboo  von  37  927  auf  31  836
„  Tuberkulose  der  Lunggen  „  113  786  „  108  710
(2  »  anvemOrgane-....»«  ,,  9373  „  9337
„  Magen=  und  Darmkatarrtr.  „  172  405  „  132  082
„  Nuhtrtrtrtrrr  „  1996  „  790
„  Typhuis  „  6246  „  5  700
„  Scharlagggggnn.  3  8617  „  8231
„  Altersschwäche  „  105  071  „  104  900

endlich  aus  unbekannt  gebliebener  Ursache  „  88  790  „  32293

Von  sonstigen  Infektionskrankheiten,  welche  im  Anschluß  hieran  zu  nennen  sind,  haben
die  Pocken  im  Ganzen  10  Todesfälle  —  17  weniger  als  im  Vorjahre  —  der  Flecktyphus
12•
        <pb n="154" />
        —  152  —

14  Todesfälle  —  9  weniger  als  im  Vorjahre  —  herbeigeführt,  und  an  Rotz  starben  3
Personen  gegen  4  im  Vorjahre.

Zugenommen  haben  von  1895  zu  1896  unter  der  Gesammtbevölkerung  der  13
Staaten  des  Reiches  mit  ihren  fast  50  Millionen  Bewohnern  die  Todesfälle:

an  Masen  von  9  659  auf  13  555

„  Keuchhusten  „  17160  „  19  657
„  entzündlichen  Krankh.  der  giimungsergene).  „  127  824  „  130  594

„  Genickstare  „  322  „  522
aus  angeborener  Lebensschwüüche  „  56  614  „  57087
in  Folge  von  Neubildugen  „  32548  „  34  102
durch  Verunglückuugg  „  18  570  „  19  512
durch  Selbstmoddd  „  9791  „  10  190

e)  Darunter  die  Todesfälle  an  Lungenentzündung  (croupöser)  „  60  602  66  933

Von  sonstigen  Infektionskrankheiten,  welche  außer  den  genannten  hier  in  Betracht
kommen,  hat  der  Milzbrand  34  Todesfälle  —  15  mehr  als  im  Vorjahre  —,  die
Trichinose  6  Todesfälle  —  2  mehr  als  im  Vorjahre  —  und  die  Tollwuth,  an  der  im
Vorjahre  keine  Person  gestorben  war,  4  Todesfälle  verursacht,  auch  wurden  auf  Syphilis
528  Todesfälle,  hauptsächlich  bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres,  58  mehr  als  im  Vorjahre,
  zurückgeführt.

Einer  geringen  Zunahme  der  Todesfälle  an  Kind  bettfieber  von  2701  auf  2707  steht
eine  stärkere  Abnahme  der  Todesfälle  an  „sonstigen  Folgen  der  Entbindung“  (von  3804  auf
3743)  gegenüber.  Die  auf  je  1000  geborene  Kinder  errechnete  Verhältnißziffer  der  im  Kindbett
  gestorbenen  Frauen  ist,  da  in  den  13  Staaten  36  195  lebende  und  643  todte
Kinder  mehr  als  während  des  Vorjahres  geboren  wurden  —  von  98  auf  3,4  —  gesunken.

C.  Abnahme  und  Zunahme  der  Todesfälle  in  den  einzelnen  Staatsgebieten.

Will  man  näher  darauf  eingehen,  in  welchen  Staaten  und  in  welchen  Gebietstheilen
  der  größeren  Staaten  die  stärkste  Abnahme  oder  Zunahme  der  Sterbefälle  beobachtet
worden  ist,  so  empfiehlt  es  sich,  die  Kinder  des  ersten  Lebensjahres,  die  sog.  „Säuglinge"“,
und  die  mehr  als  60  Lebensjahre  zählenden  Personen,  welche  zusammen  mit  jenen  Säuglingen
  nur  einen  geringen  Bruchtheil,  nicht  einmal  den  neunten  Theil  der  Reichsbevölkerung!)
bilden,  zunächst  außer  Betracht  zu  lassen.

Unter  den  im  Alter  von  1  bis  60  Lebensjahren  stehenden  Personen,  also  unter
der  Hauptmasse  der  Bevölkerung  und  demjenigen  Theile  derselben,  dessen  Daseinsverhältnisse
  vorwiegend  das  öffentliche  Interesse  beanspruchen,  hat  die  Zahl  der  Sterbefälle  seit
dem  Vorjahre  abgenommen,  und  zwar  am  stärksten:

1)  innerhalb  Norddeutschlands  in  Schleswig-Holstein,  von  8  790  auf  7  993  also  um  9,70/0  der  vorjährigen  Zahl,

im  Herzogthum  Braunschweig,  um  332  oder  „  8.9%  „  „
in  Berln  „  1249  „  „  78%  „  »  „
im  Staate  Hamburg  „  331  „  „  5.90/%0  „  »  »
indetPtovinzDannovek,»768,,»4-10fo«»  »  »-2)südlichdesMainsinWürttemberg,.................
  ,,828,,,,4,90!0»  »  ,,
nndimangkenzendenDohenzollern,.,,80,,,,I4-80!o»  »  „
im  linksrheinischen  Bayhern,  ...  ..  ...  „  328  „  „  4,90%  „  „  „
in  Elsaß-Lothringen  „  408  „  „  3,7%  „  »  »
in  Baden,  ...........  .....  n  332  "  r  2,5  /  15  ö5¼%  %  „
3)  im  Großherzogthum  Hessen  „  270  „  „  3%0%  „  „  »

I)NachdemletztenbezüglichenZählnngöerqebniß10,370J0derortsanwefendenBevöllernng(Statist.
Jahrb.  XVII.  S.  5).
        <pb n="155" />
        —  153  —

Hiernach  sind  es  zwei  geographisch  wohl  begrenzte  Gebiete,  in  denen  sich  die
Abnahme  der  Sterbefälle  hauptsächlich  zu  erkennen  giebt,  nämlich  der  Theil  des  nordwestlichen
  Deutschland,  welcher  etwa  zwischen  dem  9.  und  11.  Grade  östl.  Länge  gelegen
ist  und  der  südwestlichste  Theil  des  Reiches  bis  an  die  Westgrenze  des  rechtsrheinischen
Bayern.  Auch  in  Bayern  haben  die  betreffenden  Sterbefälle  abgenommen,  wenn  auch  nicht
im  ganzen  Bereiche,  so  doch  in  einzelnen  Theilen  des  Landes.  Prüft  man  nämlich  die
Sterblichkeitsverhältnisse  in  den  einzelnen  Regierungsbezirken  des  rechtsrheinischen  Bayern,
so  hat  in  dem  am  meisten  südwestlich  gelegenen  Regierungsbezirk  Schwaben  die  Zahl  der
Sterbefälle  unter  Personen  von  1—60  Jahren  beträchtlich,  und  zwar  von  6  009  auf  5601,
also  um  6,4  %  der  vorjährigen  Zahl,  abgenommen,  weiter  östlich  haben  Niederbayern  und
Oberfranken  noch  eine  ziemlich  starke,  Oberbayern,  die  Oberpfalz  und  Mittelfranken  eine  nur
mäßige  Abnahme,  Unterfranken  dagegen  hat  eine  erhebliche  Zunahme  der  betreffenden  Sterbefälle
  —  um  fast  3%  der  vorjährigen  Zahl  —  gezeigt.

In  Norddeutschland  ist  eine  bemerkenswerthe  Abnahme  außer  in  obengenannten  Gebieten
  noch  in  Ostpreußen  (um  2,  %,  dagegen  eine  Zunahme  der  Sterbefälle  unter  dem
in  Rede  stehenden  Theile  der  Bevölkerung  hauptsächlich  in  Schlesien,  in  der  Rheinprovinz,
in  Hessen-Nassan  und  im  Staate  Bremen  beobachtet.  Eine  geringe  Zunahme  in  der  Mark
Brandenburg  (um  42  =  0,2  %  läßt  sich  durch  den  lebhaften  Zuzug  aus  Berlin  in  die
Vororte  erklären,  denn  dieser  geringen  Zunahme  der  Sterbefälle  in  der  Mark  steht  eine
30  mal  größere  Abnahme  unter  der  gleichaltrigen  Bevölkerung  der  Stadt  Berlin  gegenüber
  (s.  o.).

Läßt  man  nicht  nur  die  ältesten  Personen  von  60  und  mehr  Jahren,  sowie  den  im
Säuglingsalter  stehenden  Theil  der  Bevölkerung,  sondern  auch  die  noch  in  weiterer  körperlicher
  Entwickelung  begriffenen  Kinder  bis  zum  vollendeten  15.  Lebensjahre  außer  Betracht
und  sucht  nur  festzustellen,  wo  im  lebenskräftigsten  Alter  von  15  bis  60  Jahren
weniger  Personen  gestorben  sind,  so  ergiebt  sich  Folgendes:  ·

Die  stärkste  Abnahme  ist  in  einer  bestimmten  Gegend  des  nordwestlichen  Deutschland,
welche  Schleswig-Holstein  mit  Hamburg  und  den  angrenzenden  Reg.-Bez.  Lüneburg  (Abnahme
  um  5,4  %  der  vorjährigen  Zahl),  ferner  Bremen,  Schaumburg-Lippe  und  die  Regierungs-Bezirke
  Münster  und  Minden  (Abnahme  um  2/  %%)  umfaßt,  außerdem  in  Ostpreußen
und  Sachsen-Coburg-Gotha,  beobachtet,  im  Süden  hauptsächlich  in  Hohenzollern,  dem  angrenzenden
  bayerischen  Reg.-Bez.  Schwaben  (Abnahme  um  3,,  %),  und  in  der  Oberpfalz
(Abnahme  um  2,„  %%).  Dagegen  ist  eine  Zunahme  der  Sterbefälle  unter  den  Personen
von  15—60  Jahren,  einerseits  im  nordwestlichen  Theile  Bayerns,  nämlich  den  Regierungsbezirken
  Unterfranken  (Zunahme  um  3,6  %%/),  Oberfranken,  Pfalz  und  Mittelfranken,  sowie
in  Niederbayern,  andererseits  im  Königreich  Sachsen  nebst  den  preußischen  Provinzen  Posen,
Schlesien,  Brandenburg,  Sachsen,  Pommern  beobachtet.

Die  Zahl  der  im  Alter  von  15—60  Jahren  Gestorbenen  verringerte  sich:

in  Schaumburg--Lippoo  um  36  —  17,7  00  der  vorjährigen  Zahl
„  Schleswig-Holstein  „  462  =  8%  %  „  „  „
im  Staate  Hambureg  .  „189  =  4½%%%  „  („  „
in  Hohenzolllen  „17—  4,4%  „  „  „
„  Ostpreußen  „  362  =  3  %  „  „  "
„  Sachsen-Coburg-Gotha  „  36  =  3),/  Oio  „  „  2
im  Staate  Bremmenn  „  38=  3,  %  „  „  „
in  Westfalen  „  306  =  2,1  %  „  „  „

„  Hannoben  „  246  =  2%  %  „  „  „  „
        <pb n="156" />
        —  154  —

ferner  um  1  bis  2%  noch  in  Baden,  Hessen-Nassau  und  dem  Großherzogthum  Hessen,  um
weniger  als  71%  in  Elsaß-Lothringen,  der  Rheinprovinz,  Braunschweig  und  Westpreußen,  ganz
unerheblich  (um  4  bis  8  Sterbefälle)  auch  in  Württemberg,  Sachsen-Meiningen  und  Berlin.

Dagegen  hat  die  Zahl  der  im  Alter  von  15—60  Jahren  Gestorbenen  zugenommen:

im  Königreich  Sacen  um  489  —=  2,5  00  der  vorjährigen  Zahl,
in  den  3  fränkischen  Regierungs-Bezirken  Bayerns  „  242  =  2,200,  „  „
„  Posen  „  164  =  2%  „  „  „
„  Schlesssen  „  397—  1/6%%  „  „  „
„  Brandenbrggagaggaaa  „  211  =  1#%  %  „  „  „
„  Pommien  „  104  =  1  %  „  „  „
„  der  Provinz  Sachsern  „  155  =  18  0  „  „  5„
im  linksrheinischen  Bahen  „  56  =  1,4%  „  „  „
in  Niederbahen  „  57—  1,7  %  „

Unter  den  noch  in  der  körperlichen  Entwickelung  befindlichen  Kindern  vom  vollendeten
  1.  bis  vollendetem  15.  Lebensjahre  waren  im  Berichtsjahre  die  Sterbefälle
im  Ganzen  weniger  zahlreich  als  im  Vorjahre,  was  um  so  mehr  hervorzuheben  ist,  als
bereits  von  1894  zu  1895  ein  beträchtliches  Sinken  der  Sterbeziffer  für  diese  Altersklasse
festgestellt  worden  war  (Bd.  V  S.  15).  Namentlich  in  Berlin,  dem  Herzogthum  Braunschweig,
  in  Württemberg  mit  Hohenzollern  und  in  Schleswig-Holstein  mit  Hamburg  waren,  wie
nachstehende  Uebersicht  zeigt,  die  betreffenden  Sterblichkeitsverhältnisse  wesentlich  günstiger
als  im  Vorjahre.  Dagegen  hat  sich  in  Schaumburg-Lippe,  Bremen,  Westfalen  und  u.  a.
in  Hessen-Nassau  —  im  Gegensatze  zu  jener  früher  erwähnten  Abnahme  der  Sterbefälle
unter  Erwachsenen  —  eine  mehr  oder  weniger  beträchtliche  Zunahme  der  Sterbefälle  unter
den  jüngeren  Personen  gezeigt.

Die  Zahl  der  im  Alter  von  1—15  Jahren  Gestorbenen  nahm  ab:

in  Hohenzollen  um  68  =  40,  0  der  vorjährigen  Zahl
„  VBerlllinn  „  1241  =  21,7%  „  2  "
„  Braunschwiig)  „  311  =  21,5  %  „  „  5„
„  Württembereg  „  822  —  14,6  %  „  „  „
im  linksrheinischen  Bayern  „  384  =  14,8  %  „  „  »
,,rechtsrheiniicheu»».»  ,,1829-12,«lo»  »  »
inSchledwigsholstein»»»»»  ,,885-11,10j0»  ,,  »
imStaatehqmbukg».»»»»  ,,l42-8,10!0,,  ,,  »
inhamwver.................  ,,522-7,8010,,  »  „
„  Elsaß-Lothringen  „  335—  7,7%  „  5„  „
„  Hesseeen„  „  207  =  0%  %  „  5„  „
im  Königreich  Sachsen  „  495  —  4,3  %  „  „  „
in  Baden  ...  ...........  .  .  ...  „  168  =  4%  %  „  „  „
„  Pofen  „  261  =  32%  „  „  »
„  Sachsen-Coburg-Gotha  „  18  =  2„  %  „  2  „
„  Pommien  „  154=  27%  „  7  "
„Brandenburg  ........  ...  ..  .  „  169  =  1%  „  „  „
„  der  Provinz  Sachsen  „  157=  1,6  %0  „  „  „
„  Ostpreußßeen  „  45  —  0,5  %  „  „  „
nahm  zu:
in  Schaumburg-Lipe  um  43  —  48#  00  der  vorjährigen  Zahl
„  Bremen  5.  56  =  12,,  %  „  „  2„
„  Hessen-Nassa  „  307—  6,6  %  „  5„  „
„  der  Rheiuprovinz  „  818  =  4,%  „  „  „
„  Sachsen-Meininggen  „  22=  3,#  %  „  „  2„
„  Westfalen  „  135  —  1,  %  „  „  „
„  Schlesn  „  161  =  60,60%0  „  „  „

„  Westpreußen  „"„  37—  05  %  „  „  „
        <pb n="157" />
        —  155  —

Für  diejenigen  betagten  Personen,  welche  bereits  60  oder  mehr  Lebensjahre
zurückgelegt  haben,  ist  das  Jahr  1896  im  Ganzen  ebenfalls  günstiger  als  das  Vorjahr
verlaufen,  da,  wie  oben  erwähnt,  in  den  13  Staaten  des  Reiches  1  127  Personen  dieser
höchsten  Altersklasse  weniger  als  während  des  Vorjahres  gestorben  sind;  indessen  ist  diese
Differenz  hier  von  geringer  Bedeutung,  da  sie  nur  0,4  %%  der  naturgemäß  immer  sehr  zahlreichen
  Sterbefälle  dieser  Altersklasse  beträgt.  Die  Abnahme  war  besonders  beträchtlich  in
Ostpreußen  (—  669),  in  Hannover  (—  366),  der  Provinz  Sachsen  (—  301),  im  Staate
Bremen  (—  183),  in  Schaumburg-Lippe  (—  36)  und  in  Sachsen-Meiningen  (—  135),
deutlich  auch  in  Bayern  (—  221),  Braunschweig  (—  85),  Elsaß-Lothringen  (—  159),  in
Berlin  (—  114),  Schleswig-Holstein  (—  135)  und  Westpreußen  (—  114),  weniger  in  Baden,
dem  Königreich  Sachsen  und  in  Westfalen;  dagegen  haben  die  Todesfälle  so  betagter
Personen  zugenommen  namentlich  in  Brandenburg  (+  526),  in  Posen  (+  224),  Pommern
(+  114),  Schlesien  (+  168),  in  Hessen-Nassau  (+  144),  der  Rheinprovinz  (+  231)  und
in  Hohenzollern  (+  51),  auch  in  Sachsen-Coburg-Gotha  (+  69)  und  in  Hessen  (+  26).

Das  erhebliche  Sinken  der  Sterblichkeit  unter  den  Kindern  des  ersten  Lebensjahres
  wird  weiter  unten,  zugleich  im  Hinblick  auf  die  Zahl  der  Lebendgeborenen  besprochen
werden.  Die  Zahl  der  todtgeborenen  Kinder  hat  in  den  13  Staaten  des  Reiches  seit
dem  Vorjahre  von  61  513  auf  62  156  mithin  um  643  —  1  %  der  vorjährigen  Zahl  zugenommen,
  am  stärksten  in  Bremen,  Braunschweig,  Baden,  Berlin  und  in  der  westlichen
Hälfte  Preußens,  einschl.  der  Provinz  Sachsen.

II.  Die  Sterbefälle  des  Jahres  1896  im  Verhältnuiß  zur  Zahl  der  bei
der  letzten  Volkszählung  ermittelten  Lebenden.

Im  Gesammtgebiet  der  an  den  Erhebungen  für  das  Jahr  1896  betheiligten  19
Staaten  des  Reiches  hatte  mehr  als  der  vierte  Theil  aller  Gestorbenen  die  Altersgrenze
von  60  Jahren  überschritten,  im  Ganzen  ein  größerer  Theil  als  in  den  Vorjahren  seit
Eingang  bezüglicher  Ausweise.  Von  je  1000  innerhalb  der  jeweilig  betheiligten  Staaten
des  Reiches  Gestorbenen  bekannten  Alters  hatten  ein  Lebensalter  von  60  Jahren  und

darüber  erreicht:  «
250  im  Berichtsjahre  1892,

249  „  ,,  1893,
238  ,  „  1894,
244  „  »  1895,
256,,  »  1896.

Das  Verhältniß  war  während  des  Berichtsjahres  am  günstigsten  in  den  Gebieten
der  Fürstenthümer  Waldeck  und  Schwarzburg-Sondershausen,  in  Mecklenburg-Schwerin  und
—  innerhalb  des  Königreichs  Preußen  —  in  Hohenzollern,  wo  überall  mehr  als  350  von
je  1  000  Gestorbenen  dies  hohe  Alter  erreicht  hatten.  Indessen  ist  zur  richtigen  Würdigung
dieser  Thatsache  darauf  hinzuweisen,  daß  in  Mecklenburg-Schwerin  wie  auch  in  Hohenzollern
verhältnißmäßig  die  meisten  Lebenden  so  hohen  Alters  nach  dem  letzten  bezüglichen
Zählungsergebniß  (s.  u.  Tab.  A.)  sich  befunden  haben;  in  diesen  beiden  Gebieten  hatte  mehr
als  der  zehnte  Theil,  im  übrigen  Reichsgebiet  nur  etwa  der  dreizehnte  Theil  der  Bewohner
das  60.  Lebensjahr  überschritten.

Nachstehende  Uebersicht  A  veranschaulicht:  I  welcher  Antheil  von  der  Gesammtzahl
der  Lebenden,  II  welcher  Antheil  von  der  Gesammtzahl  der  im  Berichtsjahr  Gestorbenen
(bekannten  Alters)  auf  die  drei  Altersklassen  von  1—15  Jahren,  von  15—60  Jahren,  von
60  und  mehr  Jahren  entfiel;  der  auf  Säuglinge  entfallende,  beträchtliche  Rest  der  Ge-
        <pb n="158" />
        —  156  —

storbenen  wird  später  besonders  besprochen  werden.  Die  Verhältnißziffern  zu  I1  sind  für
die  meisten  Staaten  und  Staatsgebiete  nach  den  Zählungsergebnissen  vom  2.  Dezember
1895  bestimmt,  nur  für  Bayern,  Württemberg,  Mecklenburg-Schwerin,  Anhalt,  Schaumburg-Lippe
  mußten  die  Verhältnißziffern  nach  der  Zählung  vom  1.  Dezember  1890  eingetragen
werden,  da  bei  der  neueren  Volkszählung  in  diesen  5  Staaten  die  Altersgliederung  der
Bewohner  in  erwünschtem  Umfange  nicht  festgestellt  worden  ist.

(Die  Maxima  und  Minima  jeder  Spalte  sind  durch  abweichenden  Druck  bezeichnet.)

A.
I.  Bon  je  1000  LebendenII.  Bon  je  1000  Gestorbenen
bekannten  Alters  entfielen  auf  die  des  Jahres  1896  entfielen  auf
Altersklasse  die  Altersklasse

b.  c.  d.  b.  c.  d.
von  von  von  von  von  von

1—15  15—6060  u.mehr115  15—60  60  u.  mehr

Jahren  Jahren  Jahren  Jahren]  Jahren  Jahren
in  Ostpreuße  "...........  833  544  91  196  197  247
„  Westpreußen  348  543  77  196  187  204
„  Berlin  4.244  678  50  147  338  187
„Brandenburg  .......  ............  302  587  82  144  225  250
„  Pommergen  827  556  87  166  211  252
„  Posen  854  539  73  196  192  210
„  Schlessen  321  565  83  169  222  232
„  Sachsernrn  330  561  79  174  224  257
„Schleswig--Holstei  .......  315  568  93  123  244  333
„  Hannoben  317  571  88  146  281  317
„  Westfalen  353  554  58  208  277  219
„  Hessen-Nassa  308  592  72  158  315  901
„  der  Rheinproring  330  572  67  191  261  237
„  Hohenzolen.  802  572  101  66  266  355
im  Königreich  Preuße  323  570  76  174  241  245
„  rechtsrheinischen  Baye  307  572  94  102  235  285
„  linksrheinischen  „  348  554  69  151  287  262
im  Königreich  Bayhen  312  570  91  107  241  282
„  „  Sachsen  816  585  68  128  225  207
in  Wurttemberg  ..........  ......  ...  828  559  87  110  258  294
„  Baaoeeeen  302  589  82  115  283  297
„  Hessen  298  597  78  140  800  291
„Mecklenburg-Schwerin  .....  ...  ....  305  568  102  137  235  366
„  Braunschwiegeg  312  585  74  141  275  276
„  Sachsen-Meininen  331  565  74  158  274  281
„  „  Coburg-Gotha  322  563  87  146  246  321
„  Anhat  332  560  78  158  226  279
„  Schwarzburg-Sondershausen  331  548  93  135  226  9355
„  Walde  345  542  86  167  271  368
„Reuß  ä.  L.  .  342  558  67  130  209  209
„  Schaumburg-Lippee  313  581  83  224  284  344
„  Lübee  303  584  86  128  270  316
„f„  Brezmennnn  306  610  58  152  346  211
„Hamburg  .....  .  .  .  .  .  .  .....  .  .  .  .  ..  281  632  60  136  311  217
„Elsaß-Lothringen  ................  280  599  96  123  269  340
im  Deutschen  Reiche  (19  Staaten).  .  ..  318  574  79  153  245  256
        <pb n="159" />
        —  157  —

Um  ein  Beispiel  anzuführen,  welche  Schlußfolgerungen  aus  dieser  Zahlenübersicht  gezogen
  werden  dürfen,  sei  darauf  hingewiesen,  daß  in  Waldeck,  Schaumburg-Lippe,  Lübeck
Hannover,  Hessen-Nassau  sehr  viele  der  Gestorbenen  —  mehr  als  30%  —  ein  Alter  von
mindestens  60  Jahren  erreicht  hatten,  obwohl  in  diesen  Gebieten  keineswegs  ein  besonders
großer  Theil  der  Lebenden  in  so  hohem  Alter  stand;  man  darf  also  schließen,  daß  hier
während  des  Berichtsjahres  die  Bewohner  unter  relativ  günstigen  Verhältnissen  hinsichtlich
der  erreichten  Lebensdauer  sich  befunden  haben.  Andererseits  hat  z.  B.  in  Berlin  nur  ein
sehr  geringer  Theil  der  Gestorbenen  das  60.  Lebensjahr  überschritten,  doch  haben  hier  auch
verhältnißmäßig  die  wenigsten  Leute  so  vorgeschrittenen  Alters  gelebt;  man  darf  also  aus
der  minimalen  Berliner  Zahl  der  letzten  Spalte  ungünstige  Schlüsse  auf  die  Sterblichkeitsverhältnisse
  der  Bewohner  Berlins  nicht  ziehen.

Kinder  des  ersten  Lebensjahres  waren  unter  der  Zahl  der  Gestorbenen  am
meisten  in  Reuß  ä.  L.  und  im  Königreich  Sachsen  vertreten,  dagegen  sehr  wenig  in  Westfalen,
  obwohl  bei  der  letzten  Volkszählung  in  Westfalen  verhältnißmäßig  mehr  Kinder  des
ersten  Lebensjahres  (34,7  %/%0  der  Bewohner)  als  in  Reuß  ä.  L.  (32,7  /%00)  und  im  Königreich
  Sachsen  (30,1  /%)  nachgewiesen  worden  sind.  Dies  erlaubt  also,  auf  besonders  günstige
Daseinsverhältnisse  der  Kinder  so  zarten  Alters  in  Westfalen  zu  schließen.

Indessen  läßt  sich  die  Höhe  der  Sterbensgefahr,  welcher  Personen  jeder  der  drei
Altersklassen  im  Berichtsjahre  ausgesetzt  waren,  aus  den  Verhältnißzahlen  vorstehender
Tabelle  A  nur  ausnahmsweise  richtig  abschätzen,  zu  solchem  Zwecke  ist  es  vielmehr  nöthig,
die  sog.  Sterbeziffern  zu  errechnen,  d.  h.  nach  den  letzten,  zu  Gebote  stehenden  Angaben
über  die  Zahl  der  Lebenden  zu  ermitteln,  wie  viele  Sterbefälle  im  Jahre  auf  je  1000
Lebende  jeder  Altersklasse  vorgekommen  sind.  Diese  Sterbeziffern  sind  nachstehend  in
der  Uebersicht  B  zusammengestellt,  mit  Ausnahme  der  Säuglingssterbeziffern,  welche  wie
üblich  auf  je  1000  Lebendgeborene  errechnet  sind  und  weiter  unten  im  Anschluß  an  die
Ursachen  der  Säuglingssterblichkeit  besprochen  werden  sollen.

[Siehe  Tabelle  auf  S.  158.)

Zu  Spalte  b.  Die  Sterbeziffern  in  Spalte  b  umstehender  Uebersicht  lassen  ersehen,
daß  diejenigen  Kinder,  welche  das  am  meisten  gefährdete  erste  Lebensjahr  überstanden
haben,  bis  zum  vollendeten  15.  Lebensjahre  der  geringsten  Sterbensgefahr  in
Schleswig--Holstein  mit  dem  benachbarten  Lübeck,  in  Württemberg  mit  Hohenzollern  und  in
Schwarzburg-Sondershausen  ausgesetzt  waren,  und  daß  auch  in  Baden,  Mecklenburg-Schwerin,
dem  rechtsrheinischen  Bayern,  in  Hannover  und  dem  benachbarten  Waldeck  relativ  wenige
Kinder  dieses  Alters  gestorben  sind;  dagegen  war  die  Sterblichkeit  vom  vollendeten  1.  bis
zum  vollendeten  15.  Lebensjahre  wie  im  Vorjahre  wiederum  sehr  groß  in  den  vier  östlichen
Provinzen  des  Preußischen  Staates,  Ostpreußen,  Schlesien,  Westpreußen,  Posen,  wo  mehr
als  12  auf  je  1000  gezählte  Lebende  dieser  Altersklasse  während  des  Berichtsjahres  gestorben
  sind.  Die  Thatsache,  daß  in  diesen  Provinzen  mit  die  wenigsten  Aerzte  auf  je
10  000  Einwohner  kommen,  ist  wahrscheinlich  nicht  ohne  Einfluß  auf  die  Höhe  dieser  Sterbeziffer
  gewesen.  Im  Fürstenthum  Schaumburg-Lippe  wich  die  Sterbeziffer  (10,)  erheblich
von  derjenigen  des  Vorjahres  (6)  ab,  im  Uebrigen  war  hinsichtlich  der  Sterbeziffern  dieser
Altersklasse  das  Verhältniß  der  Staaten  2c.  zu  einander  fast  dasselbe  wie  im  Vorjahre,  insofern
  als  die  Durchschnittsziffer  etwa  in  denselben  Staaten  bezw.  Provinzen  überschritten
und  in  denselben  Staaten  nicht  erreicht  wurde.  Nur  im  Herzogthum  Braunschweig,  wo
im  Jahre  1895  die  Sterbeziffer  höher  als  im  Reich  gewesen  war,  ist  sie  im  Berichtsjahre
um  1),  unter  dem  Durchschnit  geblieben.
        <pb n="160" />
        —  158  —

B.
Es  starben  im  Jahre  1896  auf  je  1000  Lebende  der  betreffenden  Altersklasse:

——

.  b.  Z.  d.
in  Caneen  von  1-15  von  15—60  von  60  Jahren
Jahren  Jahren  und  darüber

Ostpreußfßfen  23,  13,#  8.  63
Westpreußen  23,  13,  8,n5  63
Berlnn  18,  10,  9.,  61
Brandenburg.  ..  .  .  .  .  ......  *  21,#  10,1  8,1  65
Pommern  .  .  .  .  .  ...  ..........  21,6  11,  8,2  62
Posen  22,  12,  7.n  64
Schlesreen  25,7  13,,6  10,  72
Sachsen  20,  10,  8,5  68
Schleswig-Holsteen  16,  6,6  7,  60
Hannobenr  17,  8,0  8,6  67
Westfalen  ..  .  .  ..  .  ...  19,1  11,/  9,  72
Hessen-Nassiaa  17,8  9,  9,5  74
der  Rheinprovrig  19,  11,  X  71
Hohenzollen  21,  4%  9,8  74
Bayern  rechts  des  Rheins.  ....  24,0  7,  9,  73
„  links  „  „  19,  8,  X  73
dem  Königreich  Sachsen  22,6  9,  8,1  69
Württemberrr  21/  7n  9,  71
Baden  20,  7,7  9,  74
Hesseen  18,6  8,8  9,  71
Mecklenburg-Schweri.  17,  7,8  7,  63
Braunschweig  18,  8,  8,8  70
Sachsen-Meiningen  18,  9  9,,  71
Sachsen-Coburg-Gotha  19,  8.5  8,5  71
Anhalt  17,  8,6  7,  64
Schwarzburg-Sondershausen  ..  17,  7,0  7,1  66
Walde  16,  8,0  8,  71
Reuß  ä.  L.......  ...........  21,6  8,2  8,2  67
Schaumburg-Lipeoo  14,#  10,  7,0  59
Lubeck.....................  16,6  6,6  7,  61
Bremen  ...............  ..  .  ..  17,  8,  9,  62
Hamburg  ......  .  ..  .  .  .  .  .  .  .  ...  17,  8,4  8,6  63
Elsaß--Lothrineen  19,  8.5  8,0  70
im  Deutschen  Reiche  21,  10,  9  69
„  Königreich  Preußeen  20,  11,  8,8  67
„  „  Bahern  ..  ..  .  .  ..  28,2  8,0  9,  73

Zu  Spalte  c.  Was  die  Hauptmasse  der  Bevölkerung,  die  Personen  im  Alter  von
15  bis  60  Jahren  betrifft,  welche,  wie  die  Uebersicht  A  zeigte,  in  den  einzelnen  Theilen
des  Reichsgebiets  54  bis  68  %  der  Gesammtbevölkerung  ausmachen,  so  waren  für  diese  die
Sterblichkeitsverhältnisse  des  Berichtsjahres  am  günstigsten  in  den  beiden  Fürstenthümern
Schaumburg-Lippe  und  Schwarzburg-Sondershausen,  außerdem  in  Anhalt  und  in  Mecklenburg-Schwerin
  nebst  dem  anstoßenden  Schleswig-Holstein  und  Lübeck;  besser  als  im  Durchschnitt
  waren  sie  auch  noch  in  Reuß  ä.  L.,  Waldeck,  Sachsen-Coburg-Gotha,  —  namentlich  im
gothaischen  Theile  desselben,  wo  nur  76  auf  10  000  Lebende  starben  —,  ferner  in  Hamburg,
  Braunschweig,  dem  Königreich  Sachsen  und  in  Elsaß-Lothringen;  innerhalb  Preußens
        <pb n="161" />
        —  159  —

waren  sie  am  günstigsten  in  Schleswig-Holstein  und  Posen,  demnächst  in  den  Provinzen
Brandenburg,  Pommern,  Westpreußen,  Ostpreußen,  Sachsen  und  Hannover.

Die  höchste  Sterblichkeit  unter  Personen  dieser  Altersklasse  ist  demgegenüber  in
Schlesien  und  in  Bayern,  ferner  in  Baden,  Württemberg  mit  Hohenzollern  und  im  Staate
Bremen  beobachtet;  höhere  Sterbeziffern  als  die  durchschnittliche  finden  sich  auch  in  Hessen
und  Sachsen-Meiningen,  sowie  innerhalb  Preußens  in  der  Rheinprovinz,  in  Westfalen,  Hessen-Nassau
  und  Berlin.  In  Schlesien  ist  es  besonders  der  Reg.-Bez.  Breslau,  welcher  sich
durch  eine  hohe  Sterbeziffer  von  11,0%  0  in  ungünstiger  Weise  auszeichnete,  während  dieselbe
  im  Reg.-Bez.  Liegnitz  9,/  und  im  Reg.-Bez.  Oppeln  nur  9,56  %  betrug.  Innerhalb
des  Königreichs  Bayern  starben,  wenn  man  annimmt,  daß  der  Altersaufbau  der  Bevölkerung
  hier  seit  der  Volkszählung  vom  1.  Dezember  1890  durchweg  unverändert  geblieben
ist,  in  Unterfranken  10,,,  in  Schwaben  10,,  in  Mittelfranken,  ebenso  wie  in  der  Pfalz  99,
in  Oberbayern,  der  Oberpfalz  und  in  Oberfranken  9,,  endlich  in  Niederbayern  9/1  auf  je
1000  Lebende  der  Altersklasse.  Innerhalb  der  Rheinprovinz  war  die  betr.  Sterbeziffer
über  dem  Durchschnitt  für's  Reich  nur  im  Reg.-Bez.  Koblenz  (—  9,5)  und  in  den  Regierungsbezirken
  Köln  und  Trier  (S  9,2),  im  dichtest  bevölkerten  Reg.-Bez.  Düsseldorf  betrug
  sie  999  und  im  Reg.-Bezirk  Aachen  886%.  In  Württemberg  waren  die  Sterbeziffern
  des  Schwarzwaldkreises  (10,,)  und  des  Donankreises  (999)  erheblich  höher  als  die  des
Jagstkreises  (9#)  und  des  Neckarkreises  (9);  in  Baden  hatte  von  den  vier  Landeskommissariatsbezirken
  Mannheim  die  höchste  (10,1),  Freiburg  die  niedrigste  Sterbeziffer  (9,),
in  Hessen  war  es  nur  die  Provinz  Starkenburg,  welche  durch  eine  recht  hohe  Sterbeziffer
von  10  %  die  Nachbargebiete,  z.  B.  auch  die  Rheinpfalz  und  Hessen-Nassau  überragte,  in
Rheinhessen  und  Oberhessen  betrug  dieselbe  9#1%%  —  Elsaß-Lothringen  verdankt
seine,  gegenüber  anderen  Gebieten  Süddeutschlands,  günstigere  Stellung  in  der  Tabelle
hauptsächlich  der  niedrigen  bezüglichen  Sterbeziffer  Lothringens  (8,5);  im  Unter=  und  Ober-Elsaß
  war  dieselbe  wesentlich  höher  (9,1  bezw.  9,,).  Im  Königreich  Sachsen  endlich  war
die  Sterbeziffer  nicht  nur  im  Ganzen  sondern  auch  in  jeder  der  vier  Kreishauptmannschaften
unter  dem  Durchschnitt,  am  niedrigsten  in  der  dichtest  bevölkerten  Kreishauptmannschaft
Zwickau  (8.0.

Im  Allgemeinen  haben  sich  seit  dem  Vorjahre  die  Verhältnisse  in  den  einzelnen
Theilen  des  Reiches  wenig  geändert.  Von  denjenigen  14  großen  Staatsgebieten,  welche
im  Vorjahre  unter  Personen  dieser  Altersklasse  eine  höhere  Sterbeziffer  hatten,  als  damals
dem  Durchschnitt  für's  Reich  (9,1)  entsprach  —  vergl.  Bd.  V  S.  36  —  haben  im  Berichtsjahre
  dreizehn  wieder  eine  höhere  Sterbeziffer  als  die  durchschnittliche  gehabt,  nur  Elsaß-Lothringen,
  woselbst  im  Vorjahre  92  auf  je  10  000  Lebende  dieser  Altersklasse,  also  mehr
als  im  Durchschnitt,  gestorben  waren,  ist  für  das  Berichtsjahr  in  die  Reihe  der  Gebiete
mit  den  günstigeren  Sterblichkeitsverhältnissen  gerückt.  In  denjenigen  6  Bundesstaaten
endlich,  welche  für  1896  zum  ersten  Male  Ausweise  zur  Todesursachenstatistik  des  Reiches
geliefert  haben,  also  in  Mecklenburg-Schwerin,  Anhalt,  Schwarzburg-Sondershausen,  Waldeck,
Reuß  ä.  L.  und  Lübeck,  ist  durchweg  die  Sterbeziffer  der  Personen  von  15—60  Jahren
geringer  als  im  Durchschnitt  gewesen.  (Vergl.  hierzu  auch  die  Karte  Nr.  VIII).

Zu  Spalte  d.  Unter  den  im  Alter  am  meisten  vorgeschrittenen  Bewohnern  des
Deutschen  Reiches,  denjenigen,  welche  das  60.  Lebensjahr  überschritten  haben,  war  die
Sterbeziffer  während  des  Berichtsjahres  am  höchsten  im  Süden  und  Westen  des  Reiches,
ferner  in  Schlesien  und  einigen  mitteldeutschen  Gebieten,  denn  nach  obiger  Uebersicht  B
(Spalte  d)  sind  mehr  Personen  so  hohen  Alters  als  durchschnittlich  im  Reiche  einerseits  in
        <pb n="162" />
        —  160  —

Baden  mit  Hohenzollern,  in  Bayern,  Württemberg,  Elsaß-Lothringen,  Hessen,  Hessen-Nassau,
Westfalen  und  der  Rheinprovinz,  andererseits  in  Waldeck,  Sachsen-Meiningen,  Sachsen-Coburg-Gotha,
  Braunschweig,  endlich  östlich  der  Elbe  in  Schlesien  gestorben,  hier  aber,  wenn  man
genauer  prüft,  nur  in  den  Regierungsbezirken  Liegnitz  und  Breslau.

Besonders  günstig  scheinen  dagegen  die  Daseinsverhältnisse  so  betagter  Personen
außer  in  Schaumburg-Lippe  und  in  Berlin  im  ganzen  Küstengebiet  gewesen  zu  sein,  da  in
Schleswig-Holstein,  Mecklenburg-Schwerin,  Lübeck,  Bremen,  Hamburg,  Pommern,  Ost=  und
Westpreußen  durchweg  weniger  als  64  auf  je  1000  Lebende  so  hohen  Alters  gestorben
sind.  Indessen  kann  man  aus  der  Sterbeziffer  gerade  dieser  Altersklasse  leicht  irrige  Schlüsse
ziehen,  was  weiter  unten  gelegentlich  der  besonderen  Sterblichkeitsverhältnisse  in  den  Großstädten
  noch  ausgeführt  worden  ist.

Die  Höhe  der  Gesammtsterbeziffer  hat,  wie  ein  Vergleich  mit  den  Ziffern  der
anderen  Spalten  zeigt,  nur  ausnahmsweise  der  Sterblichkeit  unter  der  an  Personenzahl  und
an  wirthschaftlicher  Bedeutung  weitaus  überwiegenden  Altersklasse  von  15—60  Jahren
entsprochen.  So  findet  man  in  der  Rheinpfalz  fast  die  höchste  Sterbeziffer  dieser  Altersklasse,
  trotzdem  die  Gesammtsterbeziffer  ziemlich  niedrig  ist,  nämlich  um  2  %  unter  dem  Durchschnitt
  bleibt;  andererseits  sind  im  Nordosten  des  Reiches,  in  den  Provinzen  Ost=  und
Westpreußen,  Pommern,  Posen,  Brandenburg  trotz  einer  relativ  hohen  Gesammtsterbeziffer
aus  jener  mittleren  Altersklasse  verhältnißmäßig  weniger  als  durchschnittlich  im  Reiche
gestorben.  Da  nun,  wie  mehrfach  erwähnt,  diese  Personen  von  15—60  Jahren  fast  zwei
Drittel  der  Bevölkerung  ausmachen,  befand  sich  die  überwiegende  Mehrzahl  der  Bewohner,
und  gerade  der  in  wirthschaftlicher  Hinsicht  wichtigste  Theil  derselben,  im  Nordosten  des
Reiches  trotz  einer  hohen  Gesammtsterbeziffer  unter  relativ  günstigen  Daseinsverhältnissen,
  andererseits  sind  außer  in  der  bayerischen  Pfalz  auch  in  Westfalen,  Hessen-Nassau,
Bremen  die  Sterblichkeitsverhältnisse  für  jene  überwiegende  Mehrzahl  der  Bewohner  trotz
einer  niedrigen  Gesammtsterbeziffer  verhältnismäßig  ungünstig  gewesen.

Die  beigegebene  graphische  Darstellung  C  soll  in  möglichst  übersichtlicher  Weise  veranschaulichen,
  wie  verschieden  während  des  Berichtsjahres  die  Sterbensgefahr  der  Bewohner
eines  und  desselben  Staatsgebiets  rc.,  je  nach  dem  Lebensalter  gewesen  ist,  wie  wenig  demgemäß
  aus  der  Gesammtsterbeziffer  eines  Gebiets  auf  die  Sterbeziffern  der  einzelnen  Altersklassen
  geschlossen  werden  kann.  Um  die  Verhältnisse  deutlicher  übersehen  zu  lassen,  ist  jeder
Staat,  jede  Provinz  auf  der  Tafel  unter  Beiseitesetzung  der  kleinen  Verschiebungen,  die
sich  aus  den  einzelnen  Sterbeziffern  ergeben,  ausschließlich  mit  der  Ordnungszahl  eingesetzt,
welche  ihnen,  wenn  man  die  Staaten  2c.  je  nach  der  Höhe  der  Sterbeziffern  aneinander
reihen  wollte,  hinsichtlich  der  Gesammtsterblichkeit  oder  der  Sterblichkeit  der  einzelnen  Altersklassen
  zukommen  würde.

So  ist,  um  einige  Beispiele  anzuführen,  aus  der  Tafel  ersichtlich,  daß  Westpreußen

hinsichtlich  der  Gesammtsterbeziffer  die  3.,  d.  h.  eine  recht  hohe,
„  „  Säuglingssterblichkeit  a)  „  6.,  d.  h.  ebenfalls  eine  ziemlich  hohe,
„  „  Sterblichkeit  der
Kinder  von  1—15  Jahren.  .  (b)  „  3.,  d.  h.  eine  recht  hohe,
aber  hinsichtlich  der  Sterblichkeit  der
Erwachsenen  von  15—60  Jahren  (ch  „  23.,  d.  h.  eine  niedrige
und  hinsichtlich  der  Sterblichkeit  der
bejahrten  Personen  von  60  und
mehr  Jahtrtrten  (d)  „  24.,  d.  h.  eine  ebenfalls  niedrige
Stelle  in  der  Reihenfolge  der  Staaten  und  Provinzen  einnimmt.
        <pb n="163" />
        —  161  —

Ferner  sieht  man,  daß  in  Hohenzollern  die  geringste  Sterblichkeit  unter  Personen
von  1—15  Jahren,  aber  gleichzeitig  die  höchste  Sterblichkeit  unter  Personen  von  60  und
mehr  Jahren  beobachtet  ist,  und  obgleich  die  Gesammtsterbeziffer  in  Hohenzollern  gerade
dem  Durchschnitt  für's  Reich  entspricht,  sind  hier  in  drei  Altersklassen  verhältnißmäßig  mehr
als  durchschnittlich  im  Reiche  gestorben.  Aus  der  Höhe,  welche  die  Sterbeziffern  Westfalens
  einnehmen,  ersieht  man,  daß  hier  aus  fast  allen  Altersklassen  der  Bewohner  —
mit  alleiniger  Ausnahme  der  Säuglinge  —  verhältnißmäßig  mehr  als  durchschnittlich  im
Reiche  gestorben  sind,  trotzdem  ist  für  die  Gesammtbevölkerung  der  Provinz  eine  erheblich
(um  2  7%)  niedrigere  Sterbeziffer  als  durchschnittlich  in  allen  anderen  Theilen  des  Reiches
zu  errechnen  gewesen.  Aehnliche  weitere  Beispiele,  wonach  die  Gesammtsterbeziffer  ein  ganz
unrichtiges  Bild  von  der  Lebensgefährdung  eines  wichtigen  Theils  der  Bevölkerung  giebt,
sind  aus  der  graphischen  Darstellung  leicht  ersichtlich.

Im  Vergleich  zum  Vorjahre  hat  die  Gesammtsterbeziffer  überall  abgenommen,  am
stärksten  in  Württemberg  (um  2),"  %),  Berlin,  Braunschweig,  Hohenzollern  (um  1/  %0)
und  in  Bayern,  sowohl  rechts  des  Rheins  (1,),  wie  auch  links  des  Rheins  (1,)),  am
wenigsten  in  Posen  und  Hessen-Nassau  (0,),  sowie  in  Schlesien  und  Westfalen  (0,),  im
Mittel  um  1•%.

III.  Die  wichtigsten  Todesursachen  in  den  einzelnen  Altersklassen.

a.  Bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres.

Im  ersten  Lebensjahre  sind,  soweit  Angaben  vorliegen,  wiederum  Magen=  und
Darmkatarrhe  die  häufigste  Ursache  des  frühen  Todes  gewesen.  Unbekannt  blieb  die
Todesursache  im  Ganzen  bei  4  von  je  100  gestorbenen  Kindern  dieses  Alters,  bei  weitem
am  häufigsten  in  Westpreußen  (bei  20  %  der  Gestorbenen),  im  Großherzogthum  Hessen
(bei  19  %)  und  im  Fürstenthum  Waldeck  (bei  16,6  %).  In  der  Gesammtheit  der  18  Staaten:)
sind  Magen-  und  Darmkatarrhe  bei  32,  in  Bayern  bei  46  von  je  100  aus  bekannter  Ursache
  gestorbenen  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  als  Todesursache  angegeben,  während  des
Vorjahres  bei  38  bezw.  51  von  je  100.

Auf  je  1000  Lebendgeborene  des  Berichtsjahres  sind,  wie  nachstehende  Uebersicht
0D)  ersehen  läßt,  an  „Magen=  und  Darmkatarrh“  weitaus  die  meisten  Säuglinge  im  Königreich
  Sachsen,  Bayern  und  Württemberg  zu  Grunde  gegangen,  demnächst  in  Berlin  und
Reuß  ä.  L.;  am  seltensten  trat  der  Tod  aus  dieser  Ursache  angeblich  in  Schaumburg-Lippe,
Sachsen-Meiningen,  Sachsen-Coburg-Gotha,  Waldeck,  Hessen-Nassau  und  Westfalen  ein.
Im  Vergleich  zum  Vorjahre  haben  die  Magen=  und  Darmkatarrhe  den  Tod  von  Säuglingen
  fast  überall  erheblich  seltener  herbeigeführt,  wie  denn  auch  die  Ziffer  der  Säuglingssterblichkeit
  2  1000  Lebendgeborenen)  von  227  in  den  13  Staaten  des  Vorjahres  auf
199  in  den  19  Staaten  des  Berichtsjahres  gesunken  ist;  insbesondere  beim  Magen=  und
Darmkatarrh  sank  die  Verhältnißziffer  der  Sterbefälle  von  83  auf  62.

Angeborene  Lebensschwäche  ist  zwar  nur  bei  16  von  je  100  aus  bekannter
Ursache  gestorbenen  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  als  Todesursache  angegeben,  also  durchschnittlich
  nur  halb  so  oft,  wie  der  Magen=  und  Darmkatarrh,  indessen  trotzdem  muß  angeborene
  Lebensschwäche  als  häufigste  Ursache  des  im  frühesten  Lebensalter  eintretenden
Todes  von  Kindern  angesehen  werden.  Es  ist  hierbei  nämlich  zu  berücksichtigen,  daß  diese

1)  Aus  Mecklenburg-Schwerin  liegen  nähere  Angaben  über  die  Ursache  des  Todes  nicht  vor.
        <pb n="164" />
        —  162  —

Todesursache  gemäß  Uebereinkunft  nur  bei  Kindern  des  ersten  Leben  smonats  eingetragen
werden  darf,  und  daß  nach  den  Ergebnissen  genauerer  Erhebungen,  z.  B.  in  Preußen!)  und
Sachsen:),  etwa  26—31  Prozent  der  im  ersten  Lebensjahre  gestorbenen  Kinder  höchstens
einen  Monat  alt  geworden  sind.  Verallgemeinert  man  aber  das  in  Heft  149  der  Preußischen
Statistik  mitgetheilte  bezügliche  Ergebniß,  so  waren  von  den  353641  in  den  18  Staaten
aus  bekannter  Ursache  gestorbenen  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  rund  106  000  bereits
im  ersten  Lebensmonate  gestorben,  und  da  nur  auf  letzere  Zahl  die  Summe  der  57677  aus
angeborener  Lebensschwäche  gestorbenen  Kinder  bezogen  werden  darf,  ist  also  mehr  als  die
Hälfte  aller  in  diesem  frühesten  Lebensalter  zu  Grunde  gegangenen  Kinder  nach  den
Sterbelisten  einer  „angeborenen  Lebensschwäche“  erlegen.

Diphtherie,  Croup  oder  „Bräune"  ist  bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  hauptsächlich
in  Ostpreußen,  Westpreußen  und  Posen  als  Todesursache  genannt,  was,  wie  früher  erörtert  ist,
zum  Theil  durch  die  gemischten  Sprachverhältnisse  in  einem  großen  Theile  dieser  Provinzen
erklärt  werden  muß,  da  hier  den  Standesbeamten  Manches  mit  dem  Namen  „Bräune"  bezeichnet
  wird,  was  anderwärts  als  Lungenleiden,  Luftröhrenentzündung  u.  dergl.  gilt.  Dem
entspricht  es,  wie  hervorzuheben  ist,  daß  in  jenen  Provinzen  des  Ostens  angeblich  die
wenigsten  Kinder  des  ersten  Lebensjahres  an  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane
gestorben  sind  (vgl.  Spalte  7  und  8  Tab.  D).  Dagegen  ist  „Keuchhusten“  hier,  wie  auch
in  Schlesien,  als  eine  der  häufigsten  Ursachen  des  Todes  angegeben,  was  die  Vermuthung
nahe  legt,  daß  von  der  polnisch  und  litthauisch  sprechenden  Bevölkerung  auch  der  dem
deutschen  Worte  „Keuchhusten“  entsprechende  Ausdruck  dem  Standesbeamten  gar  zu  oft
als  Todesursache  genannt  wird,  jedenfalls  öfter  als  ein  Arzt  dieselbe  so  bezeichnen  würde.

Entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane,  einschl.  Lungenentzündung,
sind  am  häufigsten  im  rechtsrheinischen  Bayern,  in  Berlin,  Hamburg,  Sachsen-Meiningen
und  Baden  bei  Kindern  des  frühesten  Lebensalters  als  Todesursache  verzeichnet,  demnächst
starben  auch  in  der  Rheinpfalz  und  Elsaß-Lothringen,  in  Anhalt,  Braunschweig,  Hessen  und
Württemberg  sowie  in  Westfalen  und  Brandenburg  viele  Kinder  an  diesen  entzündlichen
Krankheiten,  welche,  wie  schon  erwähnt,  im  Osten  angeblich  nur  wenige  Opfer  unter  den
Säuglingen  gefordert  haben.

Tuberkulose  ist  in  diesem  frühen  Lebensalter  weitaus  am  meisten  in  Bremen,  Hessen
und  Hamburg,  demnächst  in  Westfalen  und  Lübeck  als  Todesursache  verzeichnet,  womit  die
Thatsache,  daß  in  allen  fünf  genannten  Gebieten  die  Säuglingssterblichkeit  beträchtlich  unter
dem  Durchschnitt  war,  wenig  im  Einklang  steht.  Wahrscheinlich  wird  hier  oft  als  „Darmschwindsucht"
  (—  Darmtuberkulose)  bezeichnet,  was  anderwärts  als  „Magen=  und  Darmkatarrh“
  gilt.

[Siehe  Tabelle  auf  S.  163.)7

Um  die  im  Berichtsjahre  beobachtete  Säuglingssterblichkeit  mit  derjenigen  des  Vorjahres
  vergleichen  zu  können,  sind  außerdem  I.  die  betheiligten  Staaten  des  Deutschen
Reiches  ausschl.  Preußen,  II.  die  14  Gebietstheile  des  Preußischen  Staates  nach  der  Höhe
der  in  Spalte  3  vorstehender  Uebersicht  angegebenen  Ziffer  der  Säuglingssterblichkeit  aneinandergereiht,
  und  die  entsprechenden  Ziffern  der  Säuglingssterblichkeit  des  Vorjahres  in
Klammern  beigefügt  (s.  umstehend).

1)  Preuß.  Statistik  Heft  149.
2)  Beitschr.  des  Kgl.  sächs.  statist.  Bureaus,  Jahrg.  Nr.  44.
        <pb n="165" />
        —  163  —

D.  Inm  ersten  Lebensjahre  starben  während  des  Jahres  1896  auf  je  1000  Lebendgeborene
  desselben  Jahres:

5#  Im  Ganzen]  an  1.  wonstigen  an  2  2883
2  katn.  8  Magen.8.  äeentzündll.  Dipb-  92#  z  V  z
z8  in  TIPe  Aster  bfe  und  2  #2  cen  Krank.,  terte  =
2  Kido  PerenbeDarm-  5s  heiten  der  und  58  &amp;amp;  Z2#
*  tb  tr  5
8  Ostpreußßen  213  (2691  56  26  11,,  4,  4,4  15,,  6,0  0,6324,1
6  Westpreußen  280  (304!]  52  3011%  4,  3,  88%  6446,
11#Berlln  207  269  88898,  155  oLn44%%  4A1
5  Brandenbunegeg  232  1288)  68  29  9,  2,.  25  %
7  Pommern  .  ....  ..  .  .  .  .  .  .  ..  217  (270)  53  2%%  „  00  909854
9r(#S#osen  210  (264)  42  4115  5%  3,  73761,%
4Schlesen  240  (3061!  44  8715  4,9  3,2  3%  1,1  112  6,
13Sachsen  197  (2388  412½6%  362  1½  1011½4
27Schleswig-Holstein  150  (1760]  47/26½%%  0%½%
30  Hannovbbrreeer  135  (1561  31  11111I7¼¼¼4  111  159
29  Westfaln  140  (1681  2522  4  1,  6,5  21½  4
31  Hessen-Naffsau  ........  ...  126  [148]  221510,  8,6  2#112%½
19  #er  Rheinproring  168  (1971)  3S224  44%  5.  2,1  8,2  8.  7810
12  Hohenzollen  202  (2681  C  2-1„—597%
3  Bayern  rechts  des  Rheins.  248  I8377]|111  66  L„S  294%
20  „  links  „  „  1560  (1991  68  29  4%  78  4  2%  382  15|
2  dem  Königreich  Sachsen.248  (330))  43288  1%  7,  1222„2%  52%
10  Wurttemberg  ............  209  (279  100  4,09,6  10  1%  25231
14  Vaden  184  /2311  60  88  25  199  m%  1,  59  —
22  Lesssen  156  118776  17/|/8  ,  17..  1,  8,  6  36  29,
28  Mecklenburg-Schwerin.156  (1781  0n
18Braunschweign  167  I19999842152%  %4
25  Sachsen-Meiningen  .......  158  [179)  17  1585  13,  12,8  4%%%  êB
21  Sachsen-Coburg-Gotha.59  11961  25818„  7,  25.
15  nhahltt  175  fissj  s8  82  5  %  2%%%  70%
26-Schwarzburg-Sondershausen152  [1270)]  28  858%66880  1  %  %0%
32  Waldek  106  (120]  19  20  0%4  2,8  28  11:10  267
1|Reuß  5  .  259  (9021  80  24  74  1,  2,  0  2  1306
33  Schaumburg-Lippo  67  (0951  212  0%—  —  —0#tun48H—
28  Lübekk.  145  (1781  42  30  7,  10,  —  6
24/emenn  156  #2111  53  303%%  01%%  55
17|Hambuegeg  169  12091  64  374%10  4¼13,  J———·—
16  Elsaß-Lothringen  ..  .  .  174  J121114  2"2%1
im  Deutschen  Reiche  199  12481  62  81168  9,  3,312  64  75
„  Königreich  Preußeen.191  [2841  44278,9.  6,  3“  36%¼%  %
„  Bahgyern  .  .  .  ..  233  (318.  105  52  64  1,  13  27

Während  des  Jahres  1896  (1895)  starben  im  ersten  Lebensjahre  auf  je
1000  Lebendgeborene:

1.  in  Reuß  5  S.1  259  (.)  1.  (2.)  in  Schlestern  240  (255)
2.  im  Königreich  Sachseen  249  (291)  (1.)  „  Brandenbung  232  (2é64)
**-  5  Bayer  237  (278)  3.  (5.)  „  Westpreußgen  230  (242)
4.  in  Württemberg  209  (265)  4.  (6.)  „Pommern  .  ..  .  .  .  .  .  ..  217  (230)
        <pb n="166" />
        5.  in  Bben  1894  (226)  5.  (7.)  in  Ostpreußße  213  (232)
6.  „  Anhalt  175  (.  )  6.  (9.)  „  Posen  210  (215)
7.  „  Elsaß-Lothringen  174  (212)  (4.)  Berlin  207  (249)
8.  im  Staate  Hamburg  169  (198)8.  (3.)  „  Hohenzolleen  202  (249)
9.  in  Braunschweig  167  (195)9.  (8.)  „  der  Provinz  Sachsen.  197  (226)
10.  „  Sachsen-Coburg-Gotha  1539  (190)  10.  (10.)  „  .  Rheinprovinz.  163  (188)
11.  „  Hessen  156  (172)  11.  (11.)  „  Schleswig-Holstein.  150  (177)
12.  „  Mecklenburg-Schwerin.  156  (.)  12.  (13.)  „  Westfallen  .  140  (151)
13.  im  Staate  Bremen  156  (16  13.  (12.)  „  Hannoben  135  (156)
14.  in  Sachsen-Meiningen  153  (163)  14.  (14.)  „  Hessen-Nassanu.  126  (139)
15.  i  warzburg-Sonders  1520
..  [  —....I(ç]t
17.  „  Waldek  106  (.)
18.  „  Schaumburg  -  Lippe  67  (7)  in  allen  19  Staaten  des  Reiches  ..  199

im  Mittel  (der  18  außerpreußischen  Staaten):  211

Es  zeigt  sich,  daß  hinsichtlich  der  Höhe  der  Säuglingssterblichkeit  die  Reihenfolge  der
in  beiden  Jahren  an  der  Statistik  betheiligten  Staaten  ziemlich  unverändert  geblieben  ist,
nur  die  Reihenfolge  der  preußischen  Gebietstheile  ist,  wie  die  in  Klammern  beigefügten
Reihenzahlen  des  Vorjahres  ersehen  lassen,  hier  und  da  eine  etwas  andere  als  im  Vorjahre
gewesen,  namentlich  sind  Berlin  und  Hohenzollern,  welche  im  Vorjahre  eine  recht  hohe
Säuglingssterblichkeit  hatten,  nunmehr  an  tiefere  Stellen  gerückt.

Im  Weiteren  zeigt  der  Vergleich  der  Sterblichkeitsziffern  des  Berichtsjahres  mit  denen
des  Vorjahres,  daß  überall  die  Säuglingssterblichkeit  abgenommen  hat,  am  stärksten  im
südlichen  Theile  des  Reiches  und  im  Königreich  Sachsen  sowie  in  Berlin,  weniger  in  den
übrigen  Gebieten  von  Mittel-  und  Norddeutschland,  am  wenigsten  in  der  Provinz  Posen.
Die  auf  je  1000  Lebendgeborene  des  betreffenden  Jahres  errechnete  Sterbeziffer  der  Kinder
des  ersten  Lebensjahres  war  nämlich  von  1895  zu  1896  gesunken:

in  Württembrreggg  um  56
„dem  rechtsrheinischen  Bayern  .  .  ..  „47
„  Hohenzollen  „  47
im  Königreich  Sachsen  „  43
in  B.en  „  42
„  Berlrnnn  „  41
„  Elsaß-Lothringen  „  38

dagegen  in  der  Provinz  Posen  nur  um  5,  in  den  übrigen  Staaten  des  Reiches  und
Provinzen  Preußens  um  10  bis  32  auf  je  10000  Lebendgeborene,  in  der  bayerischen  Pfalz
um  30.

Verhältniß  der  Säuglingssterblichkeit  zur  Geburtenhäufigkeit  in  den  einzeluen
Staaten.

Da  aus  naheliegenden  Gründen  die  Zahl  der  Sterbefälle  unter  den  neugeborenen
Kindern  eines  Bezirks  mit  der  Häufigkeit  der  Geburten  im  Bezirke  ansteigt  und  abnimmt,
soll  im  Anschluß  an  jene  Säuglingssterblichkeit  auch  die  Geburtenhäufigkeit  in  den
einzelnen  Theilen  des  Reiches,  d.  h.  das  Verhältniß  der  im  Jahre  lebendgeborenen  Kinder
zur  Einwohnerzahl,  in  Betracht  gezogen  werden.

Nachstehend  sind  demgemäß  I.  die  betheiligten  Staaten  des  Reiches  ausschl.  Preußen,
II.  die  14  Gebietstheile  des  Preußischen  Staates  nach  der  Höhe  der  Geburtsziffer  des  Berichtsjahres
  aneinandergereiht.
        <pb n="167" />
        —  165  —

Auf  je  10  000  (am  2.  XII.  1895  gezählte)  Bewohner  wurden  im  Jahre  1896
lebendgeboren:

1.  im  Königreich  Sachsen  402  Kinder  1.  in  Westpreuhßen  428  Kinder
2.  in  Reuß  ä.  L.  899.  381  „  2.  „  Posen  424  „
3.  ,  Bayhrrern  371  „  3.  „  Westfaln  405  „
4.  „  Sachsen-Meiningen  352  „  4.  „„  Schleseen  404  „
5.  „  Württembreg  346  „  5.  „  Ostpreußßen  390  „
6.  „  Braunschweigg  346  „  6.  „  der  Rheinprovriiz  37  „
7.  „  Hambureg  345  „  7.  ,  Pommen  369  „
8.  „  Sachsen-Coburg-Gotha  345  „  8.  „  der  Provinz  Sachsen  368  „
9.  ,  Anhalt  34  „  9.  „  Brandenbung  348  „
10.  ,  Baden  335  „  10.  „  Schleswig--Holsten..  339  „
11.  „  Lübkeg  334  „  11.  „  Hannobbenr  338  „
12.  „  Hessen  324  „  12.  „  Hohenzollen  327  „
13.  „  Schwarzburg-Sondershausen  321  „  13.  „  Hessen-Nassaa.  319  „
14.  „  Bremzmmemmm  320  „  14.  „  Berllliiln  288  „
15.  „  aumburg-Lippe  8316  „  "„
16.  ,  Schmnone  !*“  307  „  im  Königreich  Preuße  372  Kinder
4%  b  Sn.  .in  allen  19  Staaten  des  Reiches  365

im  Mittel  (der  18  Staaten):  357  Kinder

Der  Vergleich  mit  der  Uebersicht  auf  S.  164  ergiebt,  daß  allerdings  in  der  Regel
eine  hohe  Säuglingssterblichkeit  mit  einer  hohen  Geburtsziffer  und  eine  geringe  Säuglingssterblichkeit
  mit  einer  niedrigen  Geburtsziffer  einhergeht,  doch  finden  sich  auch  bemerkenswerthe
  Ausnahmen  von  dieser  Regel  vor.

So  entspricht  namentlich  in  Bayern,  im  Königreich  Sachsen,  Reuß  ä.  L.,  aber  auch
in  Schlesien  und  Westpreußen  der  hohen  Geburtsziffer  eine  hohe  Säuglingssterblichkeit,
und  ebenso  entspricht  namentlich  in  Waldeck  und  Schaumburg-Lippe,  aber  auch  in  Mecklenburg-Schwerin,
  Bremen,  Lübeck,  Hessen,  Hessen-Nassau,  Hannover,  Schleswig-Holstein  eine
niedrige  Geburtsziffer  der  geringen  Szuglingssterblichkeit,  dagegen  war  in  Westfalen
trotz  recht  hoher  Geburtsziffer  und  in  der  Rheinprovinz  trotz  einer  wenigstens  den  Durchschnitt
  beträchtlich  überragenden  Geburtsziffer  die  Säuglingssterblichkeit  gering,  und  umgekehrt
  nehmen  Baden  und  Elsaß-Lothringen,  Brandenburg,  Pommern,  Berlin  trotz  niedriger
Geburtsziffer  eine  relativ  hohe  Stelle  in  der  Reihe  der  nach  der  Höhe  der  Säuglingssterbeziffer
  geordneten  Staaten  bezw.  Provinzen  ein.

Säuglingssterblichkeit  in  den  größeren  Ortschaften  des  Reiches.

In  den  von  fast  zwei  Siebentel  der  Gesammtbevölkerung  des  Reiches  (von  27,7  %
der  Bevölkerung  aller  26  Staaten)  bewohnten  266  Ortschaften,  welche  dem  Kaiserlichen
Gesundheitsamte  monatlich  Ausweise  über  die  Sterblichkeitsverhältnisse  einsenden,  sind
während  des  Berichtsjahres  102  803  Kinder  des  ersten  Lebensjahres  auf  498  074  Lebendgeborene,
  d.  i.  206  auf  je  1000  (im  Vorjahre  2389:1000)  gestorben,  mithin  war  in  diesen
am  dichtesten  bevölkerten  Orten  die  Säuglingssterblichkeit  nur  wenig  höher  als  sonst  im
Reiche  (vgl.  Veröffentl.  des  K.  G.-A.  Jahrg.  1897  S.  1053—  1069).  Daß  die  Lebensaussichten
  der  neugeborenen  Kinder  gerade  in  diesen  Berichtsorten  sich  gegen  früher  wesentlich
  gebessert  haben,  zeigt  ein  Rückblick  auf  die  ersten  Jahre  der  Berichte  an  das  Gesundheitsamt.

  Während  der  Jahre  1877  bis  1880  starben  auf  je  1.000  Lebendgeborene
Mediz.-stat.  Mitthell.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V.  13
        <pb n="168" />
        —  166  —

jährlich  255  bis  274,  im  Durchschnitt  262  Kinder  des  ersten  Lebensjahres,  in  den  letzten
4  Jahren  1893  bis  1896  starben  dagegen  durchschnittlich  kaum  223  auf  je  1000  Lebendgeborene,
  mithin  werden,  wenn  man  die  jährliche  Zahl  der  an  diesen  Orten  lebendgeborenen
Kinder  auf  nur  480  000  schätzt,  jetzt  jährlich  18000  bis  19  000  Säuglinge  dort
mehr  am  Leben  erhalten  als  vor  15—19  Jahren.

Am  höchsten  war  die  Säuglingssterblichkeit  während  des  Berichtsjahres  in  einigen
Orten:

1.  des  Königreichs  Sachsen  (Meerane,  Pieschen,  Chemnitz,  Löbtau,  Werdau,  Glauchau),

2.  der  Provinz  Schlesien  (Liegnitz,  Langenbielau),

3.  des  rechtsrheinischen  Bayern  (Ingolstadt,  Landshut),

4.  Pommerns  (Stettin  und  Grabow),

5.  der  Mark  Brandenburg  (Prenzlau,  Brandenburg,  Köpenick  sowie  in  den  Vororten
Friedrichsfelde,  Weißensee,  Reinickendorf,  Plötzensee,  Boxhagen  -Rummelsburg),
sonst  in  Königsberg  i.  Pr.  und  in  Gera.

Durch  die  niedrigste  Säuglingssterblichkeit  (39—120:  1.000  Lebendgeborene)  zeichneten
  sich  aus:  die  Stadt  Oldenburg,  drei  Universitätsstädte  Mitteldeutschlands  (Göttingen,
Marburg,  Gießen),  der  Vorort  Friedenau  und  fünf  Städte  Westfalens  (Minden,  Herford,
Siegen,  Paderborn,  Osnabrüch).

Auf  Brechdurchfall  ist  der  Tod  der  Säuglinge  nach  den  Ausweisen  aus  den  266
größten  Ortschaften  des  Reiches  nur  bei  13  bis  14  von  je  100  Gestorbenen  zurückgeführt
worden,  mithin  kommen  auf  je  1000  Lebendgeborene  an  diesen  Orten  nur  28  Säuglingssterbefälle
  an  „Brechdurchfall“,  obgleich  doch  in  der  Gesammtheit  der  19  Staaten  des  Reiches
62  Sterbefälle  von  Säuglingen  an  „Magen=  und  Darmkutarrh“  auf  je  1000  Lebendgeborene
  entfielen.  Hieraus  ist  zu  entnehmen,  daß  mit  dem  Ausdruck  „Brechdurchfall"
nur  ein  kleiner  Theil,  durchschnittlich  nicht  einmal  die  Hälfte,  derjenigen  Verdauungsstörungen
  bezeichnet  wird,  welche  bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  so  häufig  zum  Tode
führen.  Vergleicht  man  die  von  einigen  großen  Städten  dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte
  unmittelbar  eingesandten  Jahresausweise  mit  den  aus  denselben  Stadtbezirken  für
die  von  Reichs  wegen  seit  1892  veranlaßte  Todesursachenstatistik  vorgelegten  Ausweisen,

so  ergeben  sich  folgende  Unterschiede.  Von  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  starben  im
Berichtsjahre:

an  an  Magen-  und

Darmkatarrh

Brechdurchfall  (Atrophie)
in  Berlin.  1  309  4263
„  Müncheen  178  1702
„  Dresdden  245  1322
„  Stuttgaert  142  489
„Hamburg  .  ..  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  .  .  .  .  .  ..  188  1886
„  Straßbuteg  298  410
in  den  sechs  Städbten  2360  9572

Mithin  entsprach  in  diesen  Großstädten  die  Zahl  der  Todesfälle  an  Brechdurchfall
durchschnittlich  kaum  dem  vierten  Theile  der  durch  Verdauungsstörungen  veranlaßten  Todesfälle
  von  Säuglingen,  und  es  erscheint  hiernach  bedenklich,  allein  aus  der  Häufigkeit  der
        <pb n="169" />
        —  167  —

tödtlichen  Fälle  von  „Brechdurchfall“  Rückschlüsse  auf  die  Ernährungsverhältnisse  der  Säuglinge
  zu  machen.

b.  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  im  Alter  von  1  bis  15  Jahren.

Soweit  in  den  dem  Gesundheitsamte  zugegangenen  Ausweisen  die  Ursachen  der
Sterbefälle  genannt  sind,  war  fast  überall  die  Diphtherie  (einschl.  des  Croup),  bezw.  die
Bräune  die  bedeutsamste  Todesursache  in  der  Altersklasse  von  1  bis  15  Jahren.  Von  je
1000  aus  bekannter  Ursache  verstorbenen  jugendlichen  Personen  dieses  Alters  sind  durchschnittlich
  164  der  Diphtherie  einschl.  Croup,  96  dem  Magen=  und  Darmkatarrh,  107  der
Lungenentzündung  und  77  einer  anderen  entzündlichen  Krankheit  der  Athmungsorgane,
ferner  85  der  Tuberkulose,  44  dem  Scharlach,  43  dem  Keuchhusten  und  56  den  Masern
erlegen.  Hiernach  haben  Diphtherie  und  die  unter  diesem  Namen  zusammengefaßten
Krankheiten  wie  „Bräune“  und  „Croup“  fast  doppelt  so  viele  Todesfälle  im  Alter  von
1—15  Jahren  herbeigeführt  als  die  Tuberkulose  und  fast  vier  Mal  so  viele  als  der
Scharlach.

Im  Verhältniß  zur  Zahl  der  Lebenden  erlagen  der  Diphtherie  2c.  die  meisten  Kinder
dieses  Alters  in  Ost=  und  Westpreußen,  im  Fürstenthum  Reuß  ä.  L.  und  in  der  Provinz
Sachsen,  die  wenigsten  in  Lübeck,  Mecklenburg-Schwerin,  Hamburg  und  Schleswig-Holstein.
Betreffs  der  Häufigkeit  der  Diphtherietodesfälle  in  Ost=  und  Westpreußen  muß  darauf  hingewiesen
  werden,  daß  hier  den  Standesbeamten,  wie  schon  früher  ausgeführt  ist,  (vgl.  u.  a.
med.  stat.  Mitth.  a.  d.  K.  G.-A.  Bd.  III  S.  167)  oft  Kinder  als  an  „Bräune"“  verstorben
angemeldet  werden,  sobald  nur  der  Tod  unter  Athemnohh  erfolgt  ist,  d.  h.  allgemein  wenn  ein
Leiden  der  Luftwege  vorgelegen  hat.  Hier  ist  demnach  wohl  seltener  als  anderwärts  „Bräune"
gleichbedeutend  mit  der  eigentlichen  Diphtherie  gewesen.

Die  Tuberkulose  hat  im  beregten  Alter  die  meisten  Verheerungen  in  Bremen  und
Hamburg,  demnächst  im  Großherzogthum  Hessen  angerichtet,  am  seltensten  ist  diese  Todesursache
  in  Ost=  und  Westpreußen  sowie  in  Hohenzollern  eingetragen  worden;  der  Scharlach
wiederum  hat  besonders  in  den  östlichen  Provinzen  des  Preußischen  Staates  häufig  zum
Tode  geführt,  auch  die  Masern  waren  ebendaselbst  eine  sehr  häufige  Ursache  des  Todes,
noch  mehr  in  Lübeck,  wo  fast  der  vierte  Theil  (24,6  %)  aller  im  bezeichneten  Alter  gestorbenen
  Kinder  den  Masern  erlegen  ist.  Magen=  und  Darmkatarrhe  finden  sich  am
häufigsten  in  Schlesien  und  dem  Königreich  Sachsen,  demnächst  in  Posen  und  Brandenburg
als  Ursache  des  Todes  dieser  dem  Säuglingsalter  schon  entwachsenen  Kinder  angegeben;  in
Hannover,  Lübeck  und  Hamburg  sind  ausnahmsweise  mehr  Kinder  an  Magen--  und  Darmkatarrh
  als  an  Dihyhtherie  gestorben.

[Siehe  Tabelle  auf  S.  168.)1

Sterblichkeit  au  Diphtherie,  Masern  und  Scharlach  in  den  größeren  Ortschaften
des  Reiches.

In  den  266  Orten  des  Reiches  mit  15000  und  mehr  Einwohnern  starben  während
des  Berichtsjahres  an  Diphtherie  und  Croup  aus  allen  Altersklassen  6  237  Personen,  d.  i.
43  auf  je  100  000  Bewohner  der  Orte;  während  des  Jahrzehnts  von  1886  bis  1895
waren  in  jedem  Jahre  durchschnittlich  98  von  je  100  000  Bewohnern  an  Dihhtherie

gestorben.
13°
        <pb n="170" />
        168

E.  Im  Alter  von  1—15  Jahren  starben  auf  je  1000  Lebende:

—

an  zunonn.  an  in  r*.  an
an  entzundun  von  Un-.
  Dis-Lan  an  m  an  u.  sonten  Nagenglackt-  lenn  2
in  tberie  Schar.  Keuch.  Tuber.  entzündl.  und  fällen  ten  (annter
einschl.  lach  Masern  husten  kulose  Krankheiten  Darm.  einschl.  grank.  ursache
Croup  «  derstbsIMCkkaelbsti  heiten
.  mungsorg.  mord
Ostporeußen  3,5  1,  1,h  00,  1,  1,  0,,  2,4  1,
Westpreußen  3t"O0  1,  0,  0,,  1,#  1,1  O,  2,2  2,1
Berlin  1.:  0,  0,#  0,  1,0  2,  0,t  0,:  3,:  O,.
Brandenburteg  15  0,0  0,—  .,t  0,  2,0  1,  0,,  2,0  *52
Pommen  2!  0,  0,  0,,  0,,.  1,  1.1  0,5  3,t  0,
Posen  2,:  1½  0,  0,  0,,  1,  1,  0,  -*.  0,,
Schlesen  1.  0,  0,.  1  0,  2,0  1,#  0,  4,2  0,
Sachen  2,  #  0,/,  0,  0,,  0  1,,  0%  0,D  3,t  0,
Schleswig-Holsten.  0,  0,,  0,  0,  0.t  1,  0,6  0,t  2,0  X
Hannober  1,0  O,1  0,  0,,  0,  1,  1,1  0,  2,6  X
Westfallen  1,t  ·0,  0,  0,  6  1,  2,6  0,s  0,s  2,,  .  0,
Hessen-Nassaa  1  0,,  0,  0:  0,  2,1  0,  0,t  2,6  0,
der  Rheinprovriz  18  0,  0,  0#  1  2,1  0,  0,  3,  X
Hohenzollern  .............  1!  —  —  0,  0,  1,0  0,,  0,—  1,1  0,—
Bayern  rechts  des  Rheins  .  1,0  0,  #  0,  *#  11,  1,  0  0,.  1,6  0,,
„  links  „  „  1%  0  06  0,  196  16  -o  %  1,  0,
dem  Königreich  Sachseern  15  0,  06,  0,  0O  1,%  156  02  2  O%
Württembreg  1,  0,.n  0:  0,  1,  1,2  0,  0,—  1,#  0,“:
Baden  0,  0,  0,  0,  0,:  -*.  0,  0,,  2,  0,  o04
Hessen  1,  0,  0,,  0,  149%o  1,  #  0,  290  0,0
Mecklenburg-Schwerin  0s  0,  „„  .  .  .  0,  ...
Vtllllnfchwcig»»»»»«  0,o  0,a  0,t  0,s  1,0  1,#  0,4  0,  3,  6  0,r
Sachsen--Meiningen  1,  0,  0,“  0,  1  0,  0,  2,8  0,,
Sachsen-Coburg-Gotha  1,5  0,,  0,t  0.  0s19/  0,  0  3,2  (7
Anhatt  10%0  0n  0  0,  1,  o  0,  2)  0,
Schwarzburg-Sondershausen  0  0,=  0,5  16  0,  0,5  2.2  0,0:
Waldekk  1,0  —  0,“  0,,n  0,  1  1.  0,P  1,  1,2
Reuß  ä.  L.  ..  ..........  ..  29  0:  0,  0,  0,  O,v  15%  0%  2"  0,/"
Schaumburg-Lipe  1,5  0:  0,  0,,  Oe  2,  0  O0  4,  —
Lübcckk  0,  —  1,n  —  1,5  14  0,/  —  0,
Brehzhzmenmm  0,  0,  0.  0,  2,“  1,v  0,2  0,  "  1,  0,T
Hamburg  oco  0%  0  0  I  2,  ru  c  2,  HOD,
Elsaß-Lothringen  1,5  1  0,  "  0,:  0,  1,  1,#  0,t  0,  2,8  0,
im  Deutschen  Reiche  1%  0.  0  0  0  e  0  2  0=„
  Königreich  Preußßßen  0  0,  0,  0,7  1,  1n1|  0,5  3  0,“4
„  5„  Bayern  1,1  0,:  #  0,  0,  #  1.:  1,8  0,6  3  0,T  1,#  —  *5
In  diesen  größeren  Orten  des  Reiches  richtete  also  die  Diphtherie

während  des  Berichtsjahres  kaum  halb  so  viele  Verheerungen  an  wie  in

jedem  der  zehn  Jahre  vorher.

Von  den  266  Orten  zeichneten  sich  im  Berichtsjahr  noch  immer  durch  eine  hohe

Diphtheriesterblichkeit  (entsprechend  mehr  als  720:  100  000  Einwohner)  aus:

im  Westen:  Düren  (354),  Bocholt  (274),  Kalk  (205),  Recklinghausen  (191),  Hörde  (135),
Schalke  (134),  M.-Gladbach  (127),  Viersen  (127),  St.  Johann  (125);
        <pb n="171" />
        —  169  —

im  Osten:  Kolberg  (218),  Grabow  (209),  Gnesen  (178),  Inowrazlaw  (176),  Insterburg
(15.2),  Königshütte  (133);

sonst:  Wurzen  (367),  Apolda  (250),  Merseburg  (137).

Die  Masern  haben  von  den  266  Berichtsorten  besonders  heftig  das  rheinische
Städtchen  Beeck,  ferner  Meerane,  Gießen,  Köln,  Hamm,  Ueckendorf,  Inowrazlaw,  Graudenz,
  Köpenick  und  Kreuznach  heimgesucht,  wo  ihnen  überall  10  bis  25  von  je  10  000
Einwohnern  zum  Opfer  fielen;  dem  Scharlach  sind  verhältnißmäßig  viele  Personen  in
Wittenberg,  (77:  10  000  Einw.),  Allenstein,  Schweidnitz,  Merseburg,  Jersitz  und  in  zahlreichen
  Orten  Westfalens  (namentlich  Ueckendorf,  Hörde,  Witten,  Herne,  Recklinghausen,
Bochum),  sowie  in  zwei  Vororten  Berlins  (Nieder-Schönhausen  und  Tegel)  erlegen.

Im  Ganzen  sind  den  drei  letztgenannten  Infektionskrankheiten  des  kindlichen  Alters
(Diphtherie,  Masern,  Scharlach)  außerhalb  der  266  größeren  Orte  des  Reiches  verhältnißmäßig
  mehr  Leben  zum  Opfer  gefallen  als  innerhalb  derselben,  was  zum  Theil  wohl  dem
Umstande  zuzuschreiben  ist,  daß  den  erkrankten  Kindern  in  den  Städten  weit  häufiger
ärztliche  Fürsorge  und  sachverständige  Pflege  zu  Theil  wird  als  auf  dem  Lande  oder  in
kleineren  Orten.

Auf  je  1  Million  Bewohner  starben  während  des  Berichtsjahres:

a.
b.
in  den  266  Ortschaften  .
.  im  ganzen  Reiche,
mit  einer  Einwohner-  soweit  es  an  den  Erzahl

  von  15  000  spebungen  betheiligt  sst

und  darüber
an  Diphtherie  (einschl.  Croup)  ....  ...  431  634
„  Masen  247  272
„Scharlach.  ...  .  .  .  ..  .  .  ..  ...  .  .  .  ...  138  164

Wie  weit  diese  Differenz  zu  Gunsten  der  städtischen  Bevölkerung  (im  Ganzen  —  254)
durch  eine  andere  Altersgliederung  der  Bevölkerung  in  den  größeren  Ortschaften  bedingt
wird,  läßt  sich  bei  dem  Mangel  genauer  Angaben  über  die  Altersverhältnisse  in  allen  diesen
Ortschaften  nicht  entscheiden,  doch  ist  es  wahrscheinlich,  daß  die  recht  wesentliche  Differenz
theilweise  darauf  beruht,  daß  außerhalb  der  größeren  Ortschaften  verhältnißmäßig  mehr
Kinder  als  innerhalb  derselben  leben,  und  daß  Kinder  eben  häufiger  an  diesen  Krankheiten
sterben.

e.  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  im  Alter  von  15—60  Jahren.

In  der  vorbezeichneten  mittleren  Altersklasse,  welche  naturgemäß  den  widerstandsfähigsten
  Theil  der  Reichsbevölkerung  bildet,  war  während  des  Berichtsjahres,  ebenso  wie  in
den  Vorjahren,  die  Tuberkulose,  zumal  die  Lungentuberkulose,  weitaus  die  bedeutsamste
Ursache  der  Sterbefälle,  denn  von  je  1000  Personen  dieses  Alters,  welche  in  den  achtzehn
an  den  bezüglichen  Erhebungen  betheiligten  Staaten  des  Deutschen  Reiches  aus  bekannter
Ursache  starben,  sind  823  der  Lungentuberkulose  und  weitere  14  bis  15  der  Tuberkulose
anderer  Organe  erlegen.  Mehr  als  der  dritte  Theil  (33/6  5%)  der  in  diesem  Lebensalter
eingetretenen  Todesfälle  war  also,  soweit  Erhebungen  angestellt  sind,  durch  Tuberkulose
verursacht.
        <pb n="172" />
        —  170  —
F.  Auf  je  10  000  Lebende  im  Alter  von  15  bis  60  dahren  starben  im  Jahre  1896:

„m  an  usonstigen  im  Ganzen
cnber.  an  entzünd--  in  Folge  in  beiten  Folge  **
in  kulose  Lungen  ·  lichen  Krank  von  Verun.  von  saus  be-  unbe
der  ent-  Lheten  ber-.  Keubtl.  glackn.  Selbst-  kannter  annter
Lungen  zundung  organe  dungen  gen  mord  Ursache
Ostpreußen  16  7,  7.  4  55  28  5,,
Westpreußen  18  7,  3,0  4,6  5,  1,6  74  8,4
Berlin  ...................  .....  ..  .  .  ..  29  4,6  55,  91  2,0  4,0  90  0,
Brandenbreg  21  5,6  6,“  45%344  80  2,0
Pommien  23  6,“  4,8  5,  “  -.  80  2,1
Posen  22  7%  5%  4%%  1.  75  4
Schlesen  31  6,  7,3  4,8  5,1  3,6  99  1,
Sachsen  23  5,  6,1  5,6  3,n  4,  81  1
Schleswig-Holsttten  22  5,0  35  6,68,  3,h  73  0,
Hannoernr  29  7,6  5,11  4,  4,1  2,  83  2,6
Westfalen.  ö  *  9,  ¾ór  4,5  6,0  1,6  94  1,
Hessen-Naffiaa  3  8,6  „6  4,1  2,1  2  92  2,
der  Rheinprobnz  33  9,  4,  4,6  4,0  1,6  90  0%
Hohenzolllen  31  5,1  8,  5,5  2,  1,6  95  2,
Bayern  rechts  des  Rheins  .....  ........  345,c  2,  83,  1,,  96  2,5
„  llinrkkssx;„  41  6,  8,  6,T  2,,  2,1.  95  3
dem  Königreich  Sachseen  28  38  4  8,1  2,0  4,  1  #  87  0,/
Württembrreggg  28  6,=  8,6  7,6  3,0  24  95  0,
Badeen  37  5%0  4%  8,1  4,0  28  97  0,-Hesseen
  32  5,  3,5  7,,  3  2,  91  3,
Mecklenburg-Schwierin  .  .  .  2,9  2,-i  72
Braunschhien  27  8,2  5,1  6,  3,  4,“  88  0,
Sachsen-Meiningen  .  .  ..  .  .  .  ....  34  8,0  8,1  4,0  2,1  1,4  83  8,n
Sachsen-Coburg-Gotoaaa  23  5,  3,  3,6  24  5,  82  0,,
Anhat  ..  28  5,1  8,2  6,“"3,0  8,  72  0,
Scwarhhurg-Sondershaufen  ............  195,1  4,0  50%  00  45%  710
Walkee  ..  .  ..  26  8,6  r  18  2,h  2,1  76  6,:
Reuß,  ä.  .  23  4,6  2,1  6,  2,  45  81  0,#
Schaumburg-Livo“a  28  3,6  2,1  —  28  .0,  69
Lübeg  21  2,,  2,6  9,,  3,0  5,8  75  1,
Brezenn  34  5,6  4,  9,  4,6  5,  97  0,
HambuncnnS-g-----=  26  4,  1,  9t  5,  4  85  0,:
Elsaß--Lothrinneeenn  29  5,,  6,  5  4  89
im  Deutschen  Reihbhbhe  28  6,#  .  4  6,0  8,8  2,8  88  2,0
„  Königreich  Preußen  27  7,  5,  5  41¼2%  86  2
„  Bayhen  35  5,8  2,  8,  8,0  1#8  96  2,

Im  Vergleich  zum  Vorjahre  hat  sich  fast  überall  die  Zahl  der  an  Lungentuberkulose
verstorbenen  eso  von  15—60  Jahren  beträchtlich  vermindert,  und  zwar  in  Preußen
um  2488  (—  o  der  vorjährigen  Zahl),  in  Bayern  um  334  (S—  2,,  ⅝%),  in  Sachsen
um  142  (—  *  8  u.  s.  w.,  verhältnißmäßig  am  beträchtlichsten  in  Sachsen-Coburg-Gotha
(19,  %),  Schleswig-Holstein  (I1,7%)  und  dem  Herzogthum  Braunschweig  (9,,  ½%).  Zugenommen
  hat  die  betreffende  Zahl  namentlich  in  Schaumburg-Lippe  (von  42  auf  54,  d.  h.
um  28,6  ½%).  Wie  vorstehende  Uebersicht  F  ersehen  läßt,  starben  auf  je  10000  Lebende
der  Altersklasse  an  Lungentuberkulose  die  meisten  —  mehr  als  36  —  in  der  bayerischen
        <pb n="173" />
        —  171  —

Pfalz  und  im  Großherzogthum  Baden,  die  wenigsten  —  weniger  als  20  —  in  Ost=  und
Westpreußen,  in  Schwarzburg-Sondershausen  und  wie  außerdem  hervorzuheben  ist,  im
gothaischen  Theile  des  Herzogthums  Sachsen-Coburg-Gotha.

Die  nächst  wichtige  Todesursache  in  diesem  Lebensalter  sind,  wie  auch  früher,  die
entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  gewesen.  Denselben  erlag  mehr
als  der  achte  Theil  aller  nach  dem  15.  und  vor  dem  60.  Lebensjahre  gestorbenen  Personen;
  von  je  1000  in  den  18  Staaten  Gestorbenen  dieses  Alters,  deren  Todesursache  bekannt
  geworden  ist,  sind  75  der  „Lungenentzündung“  und  56  „sonstigen  entzündlichen
Krankheiten  der  Athmungsorgane“  erlegen.

Im  Vergleich  zum  Vorjahre  hat  die  Zahl  der  aus  diesen  beiden  Ursachen  gestorbenen
Personen  der  Altersklasse  im  Ganzen  unerheblich  abgenommen,  denn  in  den  während  beider
Jahre  an  der  Statistik  betheiligten  Staaten  sind  daran  im  Berichtsjahre  32  935,  im  Vorjahre
  32  868  gestorben.  Zugenommen  hat  die  Zahl  der  betreffenden  Sterbefälle  namentlich
  in  Sachsen-Meiningen,  der  Rheinpfalz,  in  Braunschweig,  Westpreußen  und  im  rechtsrheinischen
  Bayern,  abgenommen  namentlich  in  Ostpreußen  (um  118),  in  Elsaß-Lothringen
(um  111),  in  Westfalen  (um  106),  Bremen  und  Hamburg.

Zieht  man  die  Verheerungen,  welche  nicht  nur  die  Lungentuberkulose  sondern  auch
die  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  unter  Personen  der  lebenskräftigsten
Altersklasse  verursacht  haben,  gemeinsam  in  Betracht,  so  zeigt  sich,  daß  auf  je  10  000
Lebende  der  Altersklasse  von  15—60  Jahren  während  des  Berichtsjahres  im  Durchschnitt
etwa  40  diesen  Leiden  erlegen  sind.  Weit  geringer  war  die  betreffende  Sterbeziffer  einerseits
  in  einigen  an  das  Meer  grenzenden  Gebieten,  namentlich  Lübeck  (25,"),  Schleswig-Holstein
  (30,)),  Hamburg  (32),  Westpreußen  (29,,),  Ostpreußen  (31,/),  andererseits  in
einigen  mitteldeutschen  Bundesstaaten,  wie  Schwarzburg-Sondershausen  (296),  Schaumburg-Lippe
  (26,4),  Reuß  ä.  L.  (80,0),  Anhalt  (31.,;)  und  Sachsen-Coburg-Gotha  (32,).
Die  größte  Sterblichkeit  an  den  bezeichneten  Krankheiten  der  Athmungsorgane  wurde  dagegen
  in  der  bayerischen  Pfalz  beobachtet,  wo  ihnen  mehr  als  50  auf  je  10  000  Lebende
der  Altersklasse  (50,,)  erlagen,  demnächst  in  Westfalen  (49,2),  der  Rheinprovinz  (47,1)  und
Hessen-Nassau  (46.).

Nächst  der  Lungentuberkulose,  der  Lungenentzündung  und  sonstigen  entzündlichen
Krankheiten  der  Athmungsorgane,  welche  zusammen  45,6  %,  also  wie  im  Vorjahre  fast  die
Hälfte  aller  im  Alter  von  15—60  Jahren  eingetretenen  Todesfälle  bekannter  Ursache  veranlaßt
  haben,  sind  noch  krankhafte  Geschwülste  („Neubildungen"),  Unglücksfälle  und
Selbstmorde  recht  bedeutsame  Todesursachen  in  diesem  Lebensalter  gewesen,  da  von  je
10  000  Gestorbenen,  über  welche  Nachrichten  vorliegen,  316  durch  Selbstmord,  437  durch
Verunglückung,  686  in  Folge  von  Neubildungen  zu  Grunde  gegangen  sind.  Die  drei
Ursachen  zusammen  haben  also  mehr  als  den  7.  Theil  der  in  diesem  Lebensalter  eingetretenen
Sterbefälle  herbeigeführt.

Neubildungen  sind  am  häufigsten  —  bei  mehr  als  9  auf  je  10.000  Lebende  der
Altersklasse  —  in  Bremen,  Lübeck,  Hamburg  und  Berlin  als  Todesursache  verzeichnet,  was
zum  Theil  wohl  dem  Umstande,  daß  in  den  dortigen  großen  Heilanstalten  viele  Kranke  der
Art  sich  ansammeln,  zuzuschreiben  ist.  Unglücksfälle  waren  besonders  oft  in  Westfalen
—  etwa  bei  6—7  von  je  100  Gestorbenen  dieses  Alters  —  Ursache  des  Todes,  demnächst
recht  häufig  —  nach  Tabelle  F  —  in  Hamburg,  Ostpreußen,  Westpreußen  und  Schlesien,  am
seltensten  in  Schwarzburg-Sondershausen  und  in  Berlin.  Die  Zahl  der  Selbstmorde
war  im  Verhältniß  zur  Zahl  der  bei  der  letzten  Volkszählung  ermittelten  Lebenden  der
        <pb n="174" />
        —  172  —

Altersklasse  am  höchsten  in  Sachsen-Coburg-Gotha,  Lübeck  und  Bremen,  demnächst  in
Schwarzburg-Sondershausen,  Braunschweig,  Reuß  ä.  L.  und  Hamburg.  Von  je  1000
Gestorbenen  der  in  Rede  stehenden  mittleren  Altersklasse  hatten  in  Sachsen-Coburg-Gotha
69,  im  Staate  Lübeck  gar  71  durch  Selbstmord  geendigt,  dagegen  war  z.  B.  im  rechtsrheinischen
  Bayern  das  Verhältniß  nur  —  19:1.000  und  in  der  Rheinprovinz  —
17,6:  1000.  Es  sei  noch  darauf  hingewiesen,  daß  in  dieser  Altersklasse  das  Verhältniß  der
Selbstmorde  zur  Zahl  der  tödtlichen  Unglücksfälle:

in  Westfalen  —  30:  100
im  rechtsrheinischen  Bayern..  —  59:  100
in  Württembtreeg  —  78:  100
im  Königreich  Sachssen  —  144:  100
in  Berrlln  —  213:  100
„  Sachsen-Coburg-Gotha  —  288:  100

„  Schwarzburg-Sondershausen  =  525:2  100
gewesen  ist.

Dem  Unterleibstyphus  erlagen  in  den  19  Staaten  einschl.  Mecklenburg-Schwerin
3845  Personen  von  15—60  Jahren,  d.  i.  15  von  je  1000  aus  bekannter  Ursache  Gestorbenen
  dieses  Alters  und  etwa  13  auf  je  100  000  Lebende.  Eine  relativ  häufige  Todesursache
  war  während  des  Berichtsjahres  der  Unterleibstyphus  in  Lothringen  und  im  benachbarten
  Reg.-Bez.  Trier,  wo  35—36  von  je  1.000  Gestorbenen  des  betreffenden  Alters  dieser
Krankheit  zum  Opfer  gefallen  waren;  sonst  war  Unterleibstyphus  noch  im  Reg.-Bez.  Erfurt,
sowie  in  Sachsen-Meiningen,  Reuß  ä.  L.  und  im  Herzogthum  Coburg,  endlich  in  einigen  Bezirken
  des  Ostens,  namentlich  den  Regierungsbezirken  Bromberg,  Marienwerder  und  Königsberg
  nach  Maßgabe  der  Todesursachenstatistik  stärker  verbreitet.

Von  weiteren,  im  Tabellenschema  genannten  Todesursachen  sind  im  Lebensalter  von
15—60  Jahren  nur  noch  die  Kindbettkrankheiten  von  Bedeutung,  deren  Häufigkeit
später  im  Anschluß  an  die  Geburten  kurz  besprochen  wird.

d.  Die  Ursachen  der  im  höchsten  Lebensalter  eingetretenen  Sterbefälle.

Für  denjenigen  Theil  der  Bevölkerung,  welcher  das  60.  Lebensjahr  bereits  überschritten
  hat,  somit  der  höchsten,  hier  zu  betrachtenden  Altersklasse  angehört,  sind  nach  den
vorliegenden  Ausweisen  die  bedeutsamsten  Todesursachen  gewesen:  1.  die  Altersschwäche,
2.  die  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane,  3.  die  Neubildungen,  von  denen  die
krebsartigen  Neubildungen,  bezw.  die  Krebsgeschwülste  wohl  am  häufigsten  zum  Tode  führen,
4.  die  Tuberkulofe,  auf  welche  letztere  Krankheit  in  diesem  Lebensalter  noch  6  Prozent  aller
aus  bekannter  Ursache  erfolgten  Todesfälle  zurückgeführt  worden  sind.

„Altersschwäche“  ist  in  Posen,  Westpreußen  und  Ostpreußen  bei  mehr  als  der
Hälfte  aller  in  so  hohem  Alter  eingetretenen  Sterbefälle,  dagegen  in  Berlin,  Hamburg  und
Lübeck  bei  weniger  als  einem  Viertel  derselben,  als  Todesursache  angegeben,  ein  Unterschied,
welcher  darauf  schließen  läßt,  daß  in  ersteren  Gebieten  die  Gestorbenen  dieser  Altersklasse
durchschnittlich  ein  höheres  Lebensalter  als  in  letzteren  erreicht  haben,  denn  je  älter  nach
den  genaueren  Ausweisen  der  Preußischen  Statistik  (Heft  149  2c.)  die  Leute  beim  Tode
sind,  um  so  häufiger  ist  dort  Altersschwäche  als  Todesursache  eingetragen.  Wie  nachstehende
Uebersicht  G  zeigt,  war  Altersschwäche  außer  im  Osten  des  Reiches  auch  in  den  Fürstenthümern
  Waldeck  und  Schwarzburg-Sondershausen,  sowie  in  Pommern  und  Hohenzollern
eine  verhältnißmäßig  häufige  Todesursache,  andererseits  eine  recht  seltene  —  bei  weniger  als
        <pb n="175" />
        —  173  —

dem  dritten  Theile  der  Gestorbenen  eingetragene  —  noch  in  Baden,  Württemberg,  Bremen,
Braunschweig  und  Elsaß-Lothringen.  Hier  in  Elsaß-Lothringen,  Braunschweig  und  Bremen
treten  dafür  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane  mehr  als  anderwärts
in  den  Vordergrund,  während  Tuberkulose  in  Sachsen-Meiningen,  der  Rheinpfalz  und  in
Westfalen  am  häufigsten  als  Ursache  der  Sterbefälle  auch  dieses  Alters  angegeben  ist.

G.  Von  je  100  Todesfällen  aus  bekannter  Ursache  im  Alter  von  60  und  mehr
Jahren  waren  verursacht:

—  —

durch
durch  entzundliche  dur  dur  dur
in  2  Ar  ankeiten  Wt  *  2  en.
schwaͤche  Athmungs-  kulose  bildungen  glückung  mord
organe

Ostpreußen  (10  663)1!)50,  13,0  6,  3,  1,06  0,«
Westpreußen  („  6  621)  10,“  6,  4,2  1,  0,
VBer7rlnnnn  (5695)10  17,0  4,  12,  0%  1,h5
Brandenburg  ...............  (14624)42,s  13,  5½  58  0,  1°
Pommen  (  8410)6,  12,0  5,5  6,0  1,0  0,
Posen  (  8205)5696  *l7*  7,0  8,1  1,  0,
Schlesen  (25  936ö)  45  12,  5,  8,h  0,  0,
Sachsen  14  100  3  14,  5,«  5,1  0,t  1,
Schleswig-Holsten  (7143)  15,t  5%  7,8  1,0  1,
Hannoben  (18012)  45,  14,  6,  5,1  1,.  0,s
Westfalen  .·.........  ·.....  (11115)42,2  17,«  8,-  5,2  o,-  0,.
bessert-Rassen.....................  (9070)41,p  17,0  7,  5,0  0,s  0%
der  Rheinprovrizz  (23  790)4  14.T  7,6  5,0  0,  0,
Hohenzolklflen  (487)  49,  14,  4,6  *  1,6  %
Bayern  rechts  des  Rhein.  (32607)  33,  10,  5,6  7.  1,0  0,
„  links  „  )  (  3649)7,  12,  9,  7,8  0,  *35
dem  Königreich  Sachsen  (17  6532)86.  12,  46%  9,n  0,  1,
Württembrrergggg–4  (12848)  18,0  4,0  6,  0,1  0,«
Baden  (10  386)  28,8  16,  5.  9,  1,  0,
Hesseen  (5  194)  34,0  15,6  5,8  9,8  0  0,
Mecklenburg-Schwerin  (3819)  .  .  .  .  0,o  0,-Braunschweiig
  (2236)382,  19,  6,  8,  0,6  1,
Sachsen-Meiningen  (lIlOoo)  10,  9,  5,5  0,  2,2
Sachsen-Coburg-Gota  (  1314)4  12,0  5½  4,  0,  18
Anhalt  ..  ..  ..  ..  .  ...  (1457)6  140%  46  8,0  *  1,
Schwarzburg-Sondershausen  (  478)  12,t  2,  6,h  0,  3,
Waldel  (□  38328)  50%  15,  4,—  4  %  1  0,
Reuß  5d  ..  (3807)35  9,  4,2  56  0,  1,
Schaumburg-Liperen  (201)4  10,  7,0  —  1,0  1,0
Lubeck..........  .....  ...  ...  .  .  ...  (□  426)2,  13,  1,.  14,“  0,  1,
Brzemm  (  710  18,2  5,  10,  1,5  1,
Hambrng  (2558)20  14,5  r*“'  12,  1  1,
Elsaß-Lothriinen  (11  014)3  20,  5,n  6,  1,6  *#
im  Deutschen  Reiche  (263  328)  40,a  13.  6,0  6,«  1,0  ·0,
„  Königreich  Preuße  (158  873)4  14,  6,  5,T  1,0  0,
½  „  Bayeen  (36  25604  10,  5  7,,  1,0  0,

1)  Die  in  Klammern  neben  den  Namen  des  Staates  bezw.  der  Provinz  rc.  gesetzte  Zahl  bezeichnet  die  der  Berechnung
  zu  Grunde  gelegte  Zahl  der  Todesfälle  aus  bekannter  Ursache.
        <pb n="176" />
        —  174  —

Neubildungen  haben  in  Berlin,  Hamburg,  Bremen  und  namentlich  in  Lübeck  recht
oft  —  bei  mehr  als  dem  zehnten  Theile  der  Gestorbenen  —  den  Tod  verursacht,  fast  ebenso
oft  im  Königreich  Sachsen,  in  Hessen  und  Baden,  anderwärts,  besonders  im  Osten  des
Reiches,  sind  sie  wesentlich  seltener  genannt.

Auf  gewaltsame  Weise,  d.  h.  durch  Verunglückung  oder  Selbstmord  sind  nach
zurückgelegtem  60.  Lebensjahre  in  den  19  Staaten  —  einschl.  Mecklenburg-Schwerin  —
4766,  d.  i.  etwa  18  von  je  1000  in  diesem  Alter  aus  bekannter  Ursache  Gestorbenen,  zu
Grunde  gegangen,  und  zwar  durch  Verunglückung  verhältnißmäßig  viele  in  Hohenzollern,
Elsaß-Lothringen  (hauptsächlich  im  Oberelsaß),  Posen,  Westpreußen,  Hamburg.

Selbstmorde  kamen  am  häufigsten  in  Schwarzburg-Sondershausen,  Sachsen-Meiningen
  und  im  gothaischen  Theile  des  Herzogthums  Sachsen-Coburg-Gotha,  also  in
bestimmten,  auch  sonst  durch  Häufigkeit  der  Selbstmorde  sich  auszeichnenden  Gebietstheilen
Thüringens  vor.

Anhang.
Die  Sterbefälle  im  Kindbett.

Todesfälle  von  Frauen  in  Folge  einer  Geburt  sind  während  des  Berichtsjahres  verhältnißmäßig
  am  häufigsten  in  Hohenzollern,  demnächst  in  den  Fürstenthümern  Waldeck  und
Schaumburg-Lippe  vorgekommen,  die  Gesamnmtzahl  der  aus  diesen  drei  Gebieten  gemeldeten,
bezüglichen  Todesfälle  —  41  auf  5  361  geborene  Kinder  —  war  jedoch  so  gering,  daß  hier
Zufälligkeiten  leicht  die  hohen  Verhältnißziffern  von  6  bis  9  auf  je  1000  geborene  Kinder
veranlaßt  haben  können.  Allerdings  sind  in  Schaumburg-Lippe  schon  während  des  Vorjahres
  verhältnißmäßig  viele  Todesfälle  im  Kindbett  —  6  auf  1  308  geborene  Kinder  —
vorgekommen.

Durch  eine  wie  im  Vorjahre  hohe  Verhältnißziffer  zeichnen  sich  ferner  Westpreußen
  und  Ostpreußen  aus,  woselbst  708  Wöchnerinnen  auf  147  024  geborene  Kinder,
d.  h.  von  je  1000  Entbundenen  —  wenn  man  die  in  den  Ausweisen  nicht  angegebene
Zahl  der  Mehrgeburten  außer  Rechnung  läßt  —  mehr  als  4  im  Kindbett  gestorben
  sind.

Immerhin  haben  in  Ost=  und  Westpreußen  die  Sterblichkeitsverhältnisse  der  Wöchnerinnen
  seit  dem  Vorjahre  sich  gebessert,  während  sie  in  Hohenzollern  und  Schaumburg-Lippe
sich  verschlechtert  haben.

Nachstehende  Zahlenzusammenstellung  H  giebt  eine  Uebersicht  über  die  Zahl  der  Todesfälle
  in  Folge  von  Geburten,  und  sind  die  einzelnen  Staaten  bezw.  preußischen  Provinzen
nach  dem  Verhältniß  dieser  Todesfälle  zur  Zahl  der  geborenen  Kinder  geordnet.  Der
Rückblick  auf  die  vorjährigen  Verhältnißziffern  (Spalte  6)  ergiebt,  daß  eine  wesentliche
Besserung  der  Sterblichkeitsverhältnisse  der  Wöchnerinnen  —  außer,  wie  erwähnt,  in  Ostund
  Westpreußen  —  namentlich  in  Baden  und  Sachsen-Meiningen  eingetreten  ist,  ferner
im  Staate  Hamburg,  in  der  Provinz  Posen,  in  Bremen  und  Schleswig-Holstein,  auch  in
Brandenburg,  Westfalen,  der  Rheinprovinz  und  im  Großherzogthum  Hessen.  Ungünstiger
als  im  Vorjahre  1895  lagen  die  Verhältnisse  —  außer,  wie  erwähnt,  in  Hohenzollern  und
Schaumburg-Lippe  —  namentlich  in  der  bayerischen  Pfalz,  in  Sachsen  -Coburg-Gotha,
im  Königreich  Sachsen  und  in  Elsaß-Lothringen;  in  den  nicht  genannten  Staaten  2c.  war
die  Differenz  gegenüber  dem  Vorjahre  unerheblich,  nur  etwa  —  1:  1000  geborenen  Kindern.
        <pb n="177" />
        —  175  —
H.  Todesfälle  in  Folge  von  Geburten,  verglichen  mit  der  Zahl  der  Geborenen:

s  Zahl  der  infolge  Auf  je  1000
"  Bahl  der  einer  Geburt  Geburten  kamen
2  in  lebend-  und  gestorbenen  Frauen  Todesfälle  in  Folge
“  todtgeborenen  (davon  der  Geburt
#  Kinder  an  Kindbettfieber)  1896  1895
1/Lohenzollen  2  194  20  (10)  9,1  3,
2  Waldekenn  1833  13  (3)  7,1  ç
3Schaumburg-Lippe  1  334  8  (  2)  6)0  4%
4  Westpreußen  66  136  374  (181)  5,  6,
5  Ostpreußen  80  888  334  (69)  4,T  4,
6  BPosen  .....................  ..  .  ...  80  102  323  (80)  4,0  4,6
7  JElsaß-Lothringen..............  ....  51  994  208  (85)  4,0  3,
8  OÖessen-Nassaa  58  051  232  (90)  4,0  3,
9  ZBayern  rechts  des  Rheinns...  194  054  761  (317)  3,  4,0
10  Wurttemberg......  ......  .  .......  74  560  288  (118)  3,  40%
11%8Schwarzburg-Sondershausen  2592  10  (5)  8,0  .
12Hessen..........................  34  955  134  (70)  8,  4,0
13  Bayern  links  des  Rheins  .....  ..  ...  28  479  107  (44)  3,8  3,h
14  Loommien  60  018  217  (107)  8,6  3,6
15  dem  Königreich  Sachsen  157  598  566  (251)  8,6  8,2
16  Hamburg  .  .  ...  ..  .  .....  .......  ....  24  301  86  (47)  “r  4,1
17  Hannover.  ..  ....  ..  .....  ...  ....  ...  83  571  281  (124)  3.“  8,
18  Braunschwieegng  15  527  52  (29)  8,8  8,
19  Schlesen  184  932  580  (209)  8,1  3,0
20  Reuß  ä.  L.  ..................  .  ...  2  665  8  („.4)  8,0  .
21Berlin..........................  50  082  148  (111)  *  3,
22  Lübesssa.  2  847  8  (#C1)  2,#  .
23derRheinprobinz.................  199  139  554  (240)  2,,  8,0
24%  Sachen  101  467  278  (132)  2,7  2,
25  GWestfaln  112  704  307  (160)  2,  2,
26Sachsen-Coburg-Gothaa  7727  21  (14,)  2,  2,2
27  Bodddeen  59  480  159  (83)  2,  3,
28  BrandenbucSkg  101  720  271  (114)  2,7  2,
29  Mecklenburg-Schwern  18  031  48  (32)  2,  .
30Schleöwigiholsteiu................  45108  112  (52)  2,6  2,
31/UAnhaaat.  10  394  24  (10)  2,n  .
32Bremen........................  6  497  14  (10)  2,  2,5
38  Sachsen-Meininmeenn  8538  15  (8,)  1,  2,,
im  Deutschen  Reiche  (bezw.  in  der  Gesammtheit
  d.  betheiligten  19  Staaten)929  508  6561  (2  762)  3,41)  .
im  Königr.  Preußen  .1226  107  4031  (1629)  3,  3,“
2  „  Bayren  222  533  868  (361)  8,0  3,

Was  die  Häufigkeit  der  Todesfälle  an  Kindbettfieber,  also  der  nach  Ansicht  des
Meldenden  zweifellos  durch  Infektion  verursachten  Todesfälle  im  Wochenbett  betrifft,  so
war  in  Berlin,  Bremen,  Hamburg,  Mecklenburg-Schwerin,  Braunschweig,  Sachsen-Meiningen,
Sachsen-Coburg-Gotha,  Hessen,  Baden,  Westfalen  mehr  als  die  Hälfte  der  in  Folge  der
Entbindung  eingetretenen  Todesfälle  durch  Kindbettfieber  verursacht,  dagegen  in  Lübeck,
Waldeck,  Ostpreußen,  Posen  durchschnittlich  etwa  der  vierte  Theil;  im  Ganzen  waren  42  von
je  100  betr.  Todesfällen,  etwa  ebensoviele  wie  im  Vorjahre  auf  „Kindbettfieber“  zurückgeführt.

1)  Die  Verhältnißziffer  für  die  Gesammtheit  der  sowohl  1896  wie  auch  1895  an  der  Statistik  betheiligten  13  Staaten
des  Reiches  betrug  1896:  J,4,  1895:  3.3.
        <pb n="178" />
        —  176  —

IV.  Todtgeburten.  Lebendgeborene.  Neberschuß  der  Geburten  über  die
Sterbefälle.

Im  Anschluß  an  die  Todesfälle  der  Mütter  im  Kindbett  soll  auch  der  todtgeborenen
Kinder  kurz  gedacht  werden.  In  der  Gesammtheit  der  an  das  Gesundheitsamt  unmittelbar
berichtenden  19  Staaten  des  Reiches  wurden  im  Berichtsjahre  von  je  10000  geborenen
Kindern  9072  als  lebend=  und  328  als  todtgeboren  gemeldet.  Am  höchsten  war  die  —
nachstehend  in  %  aller  Geborenen  ausgedrückte  —  Verhältnißziffer  der  Todtgeborenen  in
Hessen  (3,66)  und  in  Sachsen-Meiningen  (3,50,  sowie  innerhalb  Preußens  in  Schlesien  (3,#3),
Berlin  (36)  und  Brandenburg  (3,672),  am  geringsten  im  Staate  Lübeck  (2,11),  in  Schaumburg-Lippe
  (2.85)  und  Baden  (2,78),  sowie  innerhalb  Preußens  in  Hohenzollern  (27)  und
Westfalen  (3,0);  im  Uebrigen  schwankte  diese  Verhältnißziffer  zwischen  3%  und  3,6  (vgl.  a.
Statist.  Jahrb.  f.  d.  Deutsche  Reich.  XIX.  Jahrgang  S.  18).

Lebend  geboren  wurden  wie  im  Vorjahre  die  meisten  Kinder  auf  je  1000  Bewohner
  unter  der  mit  polnischen  Elementen  stark  durchsetzten  Bevölkerung  der  preußischen
Provinzen  Westpreußen,  Posen  und  Schlesien,  außerdem  in  Westfalen  und  im  Königreich
Sachsen,  hier  kamen  überall  mehr  als  40  Lebendgeborene  auf  je  1000  Einwohner;  in
Mecklenburg-Schwerin  und  in  Berlin  kamen  weniger  als  30,  sonst,  soweit  Nachrichten  vorliegen,
  30  bis  40  Lebendgeborene  auf  die  gleiche  Anzahl  Bewohner  (vgl.  die  letzte  Spalte
der  nachstehenden  Uebersicht  J.

lSiehe  Tabelle  auf  Seite  177.)

Das  natürliche  Wachsthum  der  Beölkerung  war  im  Berichtsjahre  entsprechend  der
im  Durchschnitt  um  0,7  7%  höheren  Geburtsziffer  und  der  etwas  geringeren  Sterbeziffer
beträchtlich  höher  als  im  Vorjahre.  Unter  der  Gesammtbevölkerung  der  während  beider
Jahre  an  der  Todesursachenstatistik  betheiligten  dreizehn  Staaten  des  Deutschen  Reiches
hat  die  Zahl  der  Lebendgeborenen  um  36  195  zugenommen  und  die  Zahl  der  Gestorbenen
um  50  299  abgenommen,  mithin  war  der  Ueberschuß  der  Geburten  über  die  Sterbefälle  um
86  494  größer  als  im  Vorjahre.  In  der  Gesammtheit  aller  19  Staaten  betrug  er
gemäß  nachstehender  Tabelle  J  793  674  oder  1  3558  auf  je  100  000  Einwohner,  während
im  Vorjahre  nur  1  389  auf  die  gleiche  Bewohnerzahl  kamen.

Innerhalb  des  Deutschen  Reiches  war  der  Geburtenüberschuß  in  der  Regel  da  am
beträchtlichsten,  wo  die  Geburtsziffer  den  Durchschnitt  am  meisten  überstieg,  und  dort  am
geringsten,  wo  die  Geburtsziffer  verhältnißmäßig  niedrig  war.  Ausnahmen  von  dieser  Regel
finden  sich  1.  in  Schlesien,  dem  rechtsrheinischen  Bayern,  in  Württemberg  und  u.  a.  in
Pommern  und  Brandenburg,  wo  trotz  hoher  Geburtsziffern  das  natürliche  Wachsthum  der
Bevölkerung  unter  dem  Durchschnitt  für's  Reich  geblieben  ist,  weil  die  Sterbeziffer  im
Berichtsjahre  ebenfalls  hoch  war,  2.  in  Schaumburg-Lippe,  Hannover,  Lübeck,  Schleswig-Holstein,
  wo  trotz  relativ  niedriger  Geburtsziffern  (unter  34%  )  das  natürliche  Wachsthum
der  Bevölkerung  in  Folge  einer  niedrigen  Sterbeziffer  höher  als  im  Durchschnitt  gewesen  ist.

Für  das  Gedeihen  der  Bevölkerung  des  Reiches  ist  das  Jahr  1896,  wenn  man  in
dem  sehr  beträchtlichen  Geburtenüberschuß  ein  in  dieser  Hinsicht  günstiges  Anzeichen  erblickt,
nicht  nur  günstiger  als  das  Vorjahr  1895  verlaufen,  sondern  nach  den  weit  zurückreichenden
bezüglichen  Ausweisen  im  Jahrgang  XVIII  des  Statistischen  Jahrbuches  für  das  Deutsche
Reich  (S.  27)  ist  das  Berichtsjahr  in  dieser  Hinsicht  das  günstigste  seit  der  Wiederaufrichtung
  des  Deutschen  Reiches  gewesen.
        <pb n="179" />
        —  177  —
T.  Der  Ueberschuß  der  Geburten  über  die  Sterbefälle  betrug:

"  —

in  000  der  am|  Lebend  geboren
·  2.  XxiI.  1895  wurden  auf  je
in  1000  der  gegezählten
  zählten  Einwohner
Einwohner  eihen  ·  Nr.)
Westfalen  57  804  106  (/3)
Posen.  —  36  9656  424  (2)
Westpreußen  282744  1412,  (  1)
dder  Rheinprorinnz  —  91319%  37,8  (8)
dem  Königreich  Sachhen  66  467v  40,2  (  5)
Schaumburg-Livpen  716  172  31,6  (29)
Hambunrng  11  687,  94,6  (17)
Schleswig-Holsten  21  816  833%  (20)
Lübegg  .......  —  1401  16  3835  (22)
hSBayern  links  des  Rheis.  —  12885  16,8  360  (12)
8  Anhalltt  —  4847  34,4  (19)
Sachsen-Meininen  38832  16,“  8935,2  (18)
&amp;amp;  Reuß  ö  29292929  —  1098  1  384  (7
Ostpreußen  .........................  -8174815,8  139,0(6)
Hauuovek..............................  -3880815,8  i;33,-(23)
Braunichweig»......  ...................  --685915,«  34,6  (10)
der  Provinz  Sachen  —  42008  13%  (15),  J6,  (11)
Sachsen-Coburg-Gottoaaaa  3346  15,“  N4,  (18)
Pommien  —  24098  15,3  8306,9  (10)
-  Schwarzburg-Sondershause  1166.4  832)/  (26)
—  Brmennnmnmn  —  29191,  #  32,0  (27)
Schleseen  ·...........  —  64790  14,  40%  ()
DHessen-Rafffn  24788  14,1  931,  (28)
Waldedeng  —  806  14,0  30,  (31)
Hessen  14  109  18,6  32,  (25)
&amp;amp;  Brandenbunssgsg  38  167|15  934,6  (14)
Württembtreegggggg  281411  94,6  (15)
Bayern  rechts  des  Rheis  67  158  13,  37  (  9)
8  Badhenrnrnrn  22  877  33/  (21)
Meckklenburg-Schweir  7  038  717,8  29  (32)
Hohenzollen  —  761  11,6  32,7  (24)
Elsaß-Lothrinnnnee  17  765  930  (80)
Verlln„  177611  28,  (83)
z1
im  Deutschen  Reiche,  soweit  hier  betheiligt  1)  —  793  674  5  (15,  8)  30,6
Koönigreich  Preußen  518  607  37.5
„  „  Bayhen  79  993  13,7  AT  37,1
1)  in  allen  26  Staaten  des  Deutschen  Reiches  =  815  783  15,4  .**3
1

V.  Die  besonderen  Sterblichkeitsverhältuisse  der  großstädtischen  Bevölkerung
  des  Reiches.

Nachdem  kürzlich  einige  Zahlenangaben  über  die  am  2.  Dezember  1895  festgestellte
Altersgliederung  der  in  Stadt=  und  Landgemeinden  lebenden  Bevölkerung  von  preußischer
        <pb n="180" />
        —  178  —

Seite  (in  Heft  148.  2  der  Preuß.  Statistik)  veröffentlicht  worden  sind,  ist  für  Untersuchungen,
  inwiefern  die  Sterblichkeitsverhältnisse  der  Stadtbevölkerung  von  denjenigen  der
Gesammtbevölkerung  des  Reiches  abweichen,  eingehenderes  Material  gegeben,  als  bei  Abschluß
  der  letzten  hierauf  bezüglichen  Arbeit  in  Band  V  der  med.-stat.  Mittheilungen  aus
dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  (S.  18  ff.)  zu  Gebote  stand.

Eine  befriedigende,  durchweg  nach  gleichen  Gesichtspunkten  durchgeführte  Trennung
der  gesammten  Stadtbevölkerung  von  der  übrigen  Bevölkerung  des  Reiches  ist  allerdings
nach  Lage  der  Verhältnisse  nicht  möglich,  auch  ist  eine  solche  Zweitheilung  der  Bevölkerung
für  medizinal-statistische  Untersuchungen  nicht  zweckmäßig.

Einerseits  liegen  über  das  Alter  der  Gestorbenen  und  über  die  Ursachen  der  Sterbesälle
  nicht  für  alle  Stadtgemeinden,  sondern  nur  für  einen  Theil  derselben  Ausweise  gleichen,
genügenden  Umfangs  vor,  andererseits  ist  —  hinsichtlich  der  Zweckmäßigkeit  der  Zweitheilung
  —  zu  erwägen,  daß  die  politische  Sonderung  von  Stadt=  und  Landgemeinden
durchaus  nicht  gewissen  feststehenden  Unterschieden  in  den  hygienischen  Verhältnissen  der
Ortschaften  entspricht,  sondern  nach  ganz  anderen  Grundsätzen  erfolgt  ist.  Die  Bewohner
der  Großstädte,  Mittelstädte,  Kleinstädte,  Landstädte,  welche  ja  alle  zusammen  die  „Stadtbevölkerung"
  bilden,  darf  man  in  sanitärer  Hinsicht  keineswegs  als  eine  besondere  Bevölkerungsklasse
  eigener  Art  zusammenfassen,  die  Bewohner  von  Städten  so  verschiedener  Größe  leben
vielmehr,  zumal  wenn  man  Städte  des  Ostens  und  des  Westens  vergleicht,  nicht  nur  unter
sehr  verschiedenen  Erwerbs=  und  Ernährungsverhältnissen,  sondern  auch  in  hygienischer  Hinsicht,
  z.  B.  betreffs  der  Art  der  Wasserversorgung  und  der  Beseitigung  der  Abfallstoffe,
unter  höchst  ungleichwerthigen  Daseinsbedingungen.  Wollte  man  daher  die  Gesammtheit
dieser  Städte-Bewohner  den  in  anderen  nichtstädtischen  Gemeinwesen  lebenden  Bewohnern
des  Reiches  gegenüberstellen,  so  würde  man  Fehlschlüssen  über  den  Einfluß  der  städtischen
Verhältnisse  auf  die  Sterblichkeit  und  die  Häufigkeit  einzelner  Todesursachen  Thür  und
Thor  öffnen.  '

Mit  Rücksicht  hierauf  ist  es  an  dieser  Stelle  vorgezogen  —  wie  auch  schon  in
Band  V  a.  a.  O.  begonnen  ist  —  einerseits  die  Sterbefälle  der  Bewohner  solcher  größeren
Gemeinden,  welche  zweifellos  unter  ausgesprochen  städtischen  Verhältnissen  leben,  zusammenfassend
  in  Betracht  zu  ziehen,  andererseits  denselben  die  Sterbefälle  der  Bewohner  solcher
Bezirke  gegenüberzustellen,  in  denen  gar  keine  oder  möglichst  wenige  städtische  Gemeinden
  sich  befinden.  Zum  Vergleich  müßten  dann  noch  in  dritter  Reihe  die  Sterblichkeitsverhältnisse
  einer  „gemischten  Bevölkerung",  oder  diejenigen  der  Gesammtbevölkerung
herangezogen  werden.

Die  erwähnten,  in  Heft  148  Th.  2  der  Preußischen  Statistik  kürzlich  mitgetheilten,
eingehenden  Altersangaben  für  die  Bewohner  von  114  Städten  und  großen  Landgemeinden
(mit  über  20  000  Einwohnern)  lassen  die  besonderen  Sterblichkeitsverhältnisse  in  allen  denjenigen
  preußischen  Städten,  welche  Stadtkreise  bilden  und  demgemäß  genaue  Ausweise
über  die  Ursachen  der  Sterbefälle  nach  dem  für  das  Reich  vereinbarten  Schema  für  vier
Altersklassen  an  das  Gesundheitsamt  gelangen  lassen,  zutreffender  beurtheilen,  als  bisher
möglich  war.  Da  nun  für  mehrere  außerpreußische  große  Städte  des  Reiches,  aus  denen
alljährlich  gleiche  Angaben  über  das  Alter  der  Gestorbenen  und  die  Todesursachen  gemacht
werden,  ebenfalls  genaue  Angaben  über  das  Alter  der  am  2.  Dezember  1895  gezählten
Bewohner  vorliegen,  so  konnten  nunmehr  zur  Prüfung  der  besonderen  Sterblichkeitsverhältnisse
  der  „Stadtbevölkerung“  in  diesem  Jahre  die  amtlichen  Ausweise  einer  ausgesprochen
städtischen  Bevölkerung  von  vielen  Millionen  benutzt  werden.
        <pb n="181" />
        —  179  —

Um  mit  einer  bestimmten  Größenklasse  der  Städte  abzuschließen,  ist  für  1896  zuvörderst
die  Gesammtzahl  derjenigen  Städte  in  Betracht  gezogen,  welche  bei  der  letzten  Volkszählung
mindestens  100  000  Einwohner  gehabt  haben,  welche  somit  dem  Sprachgebrauche  gemäß
unbedingten  Anspruch  auf  die  Bezeichnung  als  „Großstadt“  haben.

Mit  Rücksicht  auf  den  nicht  abzuleugnenden,  gegenwärtigen  Andrang  der  Bevölkerung
zu  den  Großstädten  sind  ja  Erhebungen  darüber,  in  welcher  Hinsicht  der  in  den  Großstädten
  wohnende  Theil  der  Reichsbevölkerung  eigenartige  Sterblichkeitsverhältnisse  bietet,
von  hervorragendem,  öffentlichen  Interesse,  auch  erscheint  es  zur  richtigen  Beurtheilung  vieler
zur  Hebung  des  Volkswohls  unternommenen  sanitären  Maßnahmen  nothwendig,  zunächst
festzustellen,  inwieweit  von  vorne  herein  ein  übler  oder  wohlthätiger  Einfluß  des  großstädtischen
  Lebens  und  Treibens  auf  das  Sterben  der  Bevölkerung  mit  Sicherheit  erwiesen
  werden  kann.

Der  gegenwärtige  Stand  der  Reichsmedizinalstatistik  gestattet  in  dieser  Hinsicht  eine
Prüfung,  1.  wo  das  Leben  der  Bewohner  während  vier  bestimmter  Altersstufen  mehr  gefährdet
  war,  2.  welche  Todesursachen  während  der  vier  Lebensperioden  mehr,  welche
weniger  Sterbefälle  in  den  Großstädten  herbeigeführt  haben.

In  denjenigen  28  Städten  des  Deutschen  Reiches,  welche  am  2.  Dezember  1895
mindestens  100  000  Einwohner  hatten,  wurden  an  diesem  Tage  insgesammt  7276  987  Bewohner
  gezählt,  in  ihnen  lebte  also  fast  der  siebente  Theil  (13/5  ⅝%)  der  Gesammtbevölkerung
des  Reiches,  indessen  konnten  leider  nicht  alle  diese  Großstädter  und  deren  Sterbefälle  nachstehend
  in  Rechnung  gezogen  werden,  da  für  drei  der  Städte  ausreichende  Mittheilungen
nicht  eingegangen  sind;  aus  Nürnberg  und  Stuttgart  fehlen  Angaben  über  die  Altersgliederung
  der  lebenden  Bevölkerung  vom  2.  Dezember  1895,  und  aus  Chemnitz  fehlen  genaue
Ausweise  über  das  Alter  der  in  der  Stadt  Gestorbenen.!)  Immerhin  konnte  für  6  795  263
Bewohner  von  25  Großstädten,  welche  also  mehr  als  den  achten  Theil  der  Reichsbevölkerung
(13  %)  bilden,  eine  Zusammenstellung  der  Sterbefälle  nach  deren  Ursache  und  zugleich  nach
dem  Alter  der  Gestorbenen  im  Hinblick  auf  die  Zahl  der  Lebenden  jeder  Altersklasse  gefertigt
  werden.  -

Was  zunächst  die  Altersverhältnisse  dieser  großstädtischen  Bevölkerung  von  rund
6,  Millionen  betrifft,  so  standen  etwa  zwei  Drittel  derselben  —  genauer  652  von  je  1000
—  im  lebenskräftigsten  Alter  von  15  bis  60  Jahren,  während  unter  der  Gesammtbevölkerung
der  an  der  Sterblichkeitsstatistik  betheiligten  19  Staaten  des  Reiches  nur  574,  und  unter
der  Bevölkerung  aller  preußischen  Landgemeinden  und  Gutsbezirke  nur  540  von  je  1000
Bewohnern  dieser  naturgemäß  am  wenigsten  dem  Sterben  ausgesetzten  Altersklasse  angehörten.
Des  Weiteren  entfielen  von  je  1  000  Lebenden:

auf  das  jüngste  auf  das  höchste
Lebensalter  bis  Lebensalter  von
zu  15  Jahren  60  u.  mehr  Jahren

in  den  25  Großstähdhden  290  58
„  der  Gesammtheit  der  19  Staafen  347  79
(„den  preußischen  Landgemeinden  und  Gutsbezirken  378  2)

1)  Aus  dem  Medizinalbezirk  Chemnitz  sind  zwar  in  demselben  Umfange  wie  aus  den  anderen  Verwaltungsbezirken
  Zahlenausweise  eingesandt,  dieselben  beziehen  sich  aber  auf  eine  fast  doppelt  so  große
Zahl  von  Lebenden  als  die  Stadt  Chemnitz  zählt,  ohne  daß  eine  Trennung  der  städtischen  von  der  nichtstädtischen
  Bevölkerung  des  Bezirks  geschehen  ist.
        <pb n="182" />
        —  180  —

Auf  diesen  erheblichen  Unterschied  im  Altersaufbau  der  lebenden  Bevölkerung  muß
nachdrücklich  hingewiesen  werden,  da  er  allein  schon  erklärt,  warum  unter  der  großstädtischen
Bevölkerung,  welche  zu  zwei  Dritteln  aus  Personen  des  widerstandsfähigsten  Lebensalters
besteht,  weit  weniger  Sterbefälle  im  Zeitraum  eines  Jahres  vorkommen  müssen  als
unter  der  übrigen,  außerhalb  der  Großstädte  lebenden  Masse  des  Volkes,  welche  viel  mehr
aus  hochbejahrten  Leuten  und  aus  Kindern,  also  aus  lebensschwächeren  Personen  besteht.

Auf  je  100  000  am  2.  Dezember  1895  gezählte  Lebende  wurden  demgemäß  während
des  Berichtsjahres

aus  den  25  Großstädten  des  Reiches  1  996,

aus  der  Gesammtheit  der  19  Staaten  des  Reiches  2  106
Sterbefälle  gemeldet.  Trotzdem  nun  diese  Differenz  scheinbar  zu  Gunsten  der  großstädtischen
Bevölkerung  spricht,  müssen  doch  die  Lebensaussichten  der  Großstädter,  schon  nach  einer
flüchtigen  Prüfung  des  Alters  der  Gestorbenen,  als  weniger  gut  bezeichnet  werden,  denn

1.  haben  in  der  Gesammtheit  der  Staaten  256,  in  den  Großstädten  nur  191  von

je  1000  Gestorbenen  ein  höheres  Lebensalter  als  sechzig  Jahre  erreicht;

2.  ist  in  der  Gesammtheit  der  Staaten  kaum  der  vierte  Theil  (24,6  %),  in  den  Großstädten

  aber  sind  mehr  als  drei  Zehntel  (30,6,%)  aller  Gestorbenen  gerade  im
lebenskräftigsten  Alter  zwischen  15  und  60  Jahren  vom  Tode  ereilt  worden  (s.  u.).

Wenn  hiernach  schon  behauptet  werden  darf,  daß  die  nach  der  Zahl  der  Sterbefälle
abzuschätzenden  Daseinsbedingungen  für  die  meisten  Bewohner  der  Großstädte  —  trotz  der  hier
niedrigeren  Gesammtsterbeziffer  —  ungünstigere  als  für  die  Gesammtbevölkerung  waren,
so  wird  Solches  einwandsfrei  erwiesen,  sobald  man  die  Sterbeziffern  auf  je  10  000  am
2.  Dezember  1895  gezählte  Lebende  der  vier  Altersklassen  errechnet.  Alsdann  ergiebt
  sich  Folgendes:

Es  starben  während  des  Berichtsjahres

in  der
in  den  außerhalb  der
Gesaommthett  der  25  Großstädten  25  Großstädte
auf  je  10  000  Lebende
des  ersten  Lebensjahrrss  2  491,6  27274  24149,6
von  1  bis  15  Lebensjahrtcgeeen  1075  115.5  99,6
von  15  bis  60  Lebensjahrten  89,3  *—  89.n
von  60  Jahren  und  darübhbr  685.6  659.6  68,5

Hiernach  ist  bis  zum  60.  Lebensjahre  die  Sterblichkeit  in  den  Großstädten  zweifellos
höher  als  außerhalb  derselben  gewesen,  und  nur  unter  der  höchsten  Altersklasse,  d.  h.  denjenigen
  betagten  Personen,  welche  das  60.  Lebensjahr  überschritten  hatten,  ist  das  Absterben
außerhalb  der  Großstädte  scheinbar  etwas  rascher  als  in  diesen  erfolgt.  Daß  auch  hieraus
nicht  ohne  Weiteres  auf  bessere  sanitäre  Verhältnisse  unter  den  ältesten  Bewohnern  der
Großstädte  geschlossen  werden  darf,  wird  weiter  unten  zu  erörtern  sein.

Die  Sterblichkeitsverhältnisse  der  im  mittleren  Lebensalter  von  15—60  Jahren
befindlichen  Personen  in  den  Großstädten.

Im  vorbezeichneten  Alter  lebten  in  den  25  Großstädten  des  Reiches  rund  4  ½
Millionen,  außerhalb  derselben  rund  24  ½  Millionen.  Da  nun  nach  obigen  Verhältnißziffern
  auf  jede  Million  Personen  dieses  Alters  in  den  Großstädten  rund  330  mehr  als  in
        <pb n="183" />
        —  181  —

der  Gesammtheit  der  19  Staaten  und  rund  380  mehr  als  außerhalb  der  Großstädte  innerhalb
  eines  Jahres  gestorben  sind,  da  also  auf  die  4  ½  Millionen  Großstädter  dieses  Alters
1710  Todesfälle  mehr  entfallen  sind  als  auf  ebenso  viele  Nicht-Großstädter,  so  darf  man
behaupten,  daß  die  besonderen  Verhältnisse  des  großstädtischen  Lebens  im  Berichtsjahre
  etwa  1700  Opfer  aus  der  lebenskräftigsten  Altersklasse  der  Reichsbevölkerung
erfordert  haben.  Ein  Theil  dieser  1700  Personen  von  15—60  Jahren,  welche  in  den
Großstädten  gewissermaßen  zu  viel  gestorben  sind,  fällt  vielleicht  den  großstädtischen  Heilanstalten
  zur  Last,  in  denen  ja  manche  nicht  zur  Ortsbevölkerung  gehörige  Kranke  sterben
und  meist  ohne  Weiteres  den  Gestorbenen  der  Stadt  zugezählt  werden.  Wie  groß  die  Zahl
solcher  in  den  Krankenhäusern  der  Großstädte  gestorbenen,  aber  in  keiner  Großstadt  ansäßigen
  Personen  von  15—60  Jahren  gewesen  ist,  entzieht  sich  vorläufig  der  Schätzung,  es
muß  genügen,  bei  den  mit  Heilanstalten  verhältnißmäßig  reichlich  versehenen  Großstädten,
z.  B.  bei  Halle,  Straßburg,  Königsberg  —  wo  die  zahlreichen  Universitätskliniken  sicherlich
mehr  als  z.  B.  in  Berlin,  München,  Leipzig  in's  Gewicht  fallen  —  diese  Fehlerquelle  im
Auge  zu  behalten.

Immerhin  sind  nach  obigen  Ziffern  trotz  des  Eifers,  mit  dem  man  seitens  der  großstädtischen
  Verwaltungs-Körperschaften  auf  eine  Besserung  der  örtlichen  hygienischen  Verhältnisse
  bedacht  ist,  die  Daseinsbedingungen  der  Bewohner  der  Großstädte,  soweit
man  aus  den  Sterbeziffern  Rückschlüsse  machen  darf,  entschieden  ungünstigere
als  außerhalb  derselben  gewesen  (anscheinend  bis  zum  60.  Lebensjahre).

Unter  den  25  Großstädten  des  Reiches,  welche  hier  näher  betrachtet  werden  konnten,
zeichneten  sich  durch  die  niedrigste  Sterbeziffer  der  Personen  von  15—60  Jahren
aus:  Charlottenburg  (77#  00),  Düsseldorf  (780/000),  Barmen  (79  0/%%0),  dann  kamen  Altona
(81),  Hannover  (82),  Magdeburg  und  Elberfeld  (je  85),  Hamburg  und  Krefeld  (ie  897),  Köln
(89),  Bremen  und  Nachen  (je  99).  In  Berlin,  Frankfurt  a.  /  M.,  Leipzig,  Dresden,  München,
Braunschweig  entsprach  die  Sterbeziffer  etwa  dem  Mittel  aller  25  Großstädte,  insofern  daselbst
  91  bis  94  auf  je  10  000  Lebende  der  in  Rede  stehenden  mittleren  Altersklasse  gestorben
  sind,  dagegen  starben  mehr  als  100  auf  10  000  in  Straßburg  (10.),  Dortmund
(102),  Halle  (104),  Stettin  (104),  Danzig  (105)  und  weitaus  die  meisten  in  Königsberg
(123)  und  Breslau  (126).

Von  den  Todesursachen,  welche  in  dieser  Altersklasse  von  Bedeutung  sind,  sei  zunächst
  der  Lungentuberkulose  und  der  Lungenentzündung  gedacht,  sowie  neben  letzterer  der
„sonstigen  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane“.,  In  den  18  Staaten  des
Reiches,  für  welche  hierauf  bezügliche  Ausweise  über  die  Zahl  der  Gestorbenen  vorliegen,
sind  aus  bekannter  Ursache  254  355  Personen  im  Alter  von  15—60  Jahren  während
des  Berichtsjahres  gestorben,  davon  in  den  25  Großstädten  41010.  Da  hiervon  ausweislich
  82  156  bezw.  13105  der  Lungentuberkulose  erlegen  sind,  so  hat  diese  Krankheit
im  Ganzen  mehr  als  32  Prozent  (genauer  32,0  ⅝%),  dagegen  in  den  Großstädten  etwas
weniger  als  32  Prozent  (genauer  31,5  5%)  aller  statistisch  verwerthbaren  Sterbefälle  dieser
Altersklasse  verursacht.  Diese  Differenz  spricht  aber  nur  scheinbar  zu  Gunsten  der  Großstädte,
  denn  auf  je  100  000  am  2.  Dezember  1895  gezählte  Lebende  der  Altersklasse  sind

im  Ganzen  284,

in  den  Großstädten  296
an  der  Lungentuberkulose  gestorben,  und  auch  der  Tuberkulose  anderer  Organe  erlagen  im
Ganzen  12,,  in  den  Großstädten  13,7  auf  je  100  000  Lebende  der  Altersklasse  (in  absol.

Zahl  3693  bezw.  606).
Mediz.stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V.  14
        <pb n="184" />
        —  182  —

Die  größten  Verheerungen  hat  die  Lungentuberkulose  unter  dieser  Altersklasse  in
Breslau  angerichtet,  woselbst  die  auf  je  10  000  Lebende  errechnete  betr.  Sterbeziffer  sich  auf
47  belief,  demnächst  1)  in  München  (54),  Dresden  (33),  Straßburg,  Krefeld,  Bremen  und
Leipzig  (je  31).  Die  niedrigsten  entsprechenden  Sterbeziffern  wurden  für  Charlottenburg
(19),  Königsberg  (23),  Dortmund  (23)  und  Altona  (24)  bestimmt.

Lungenentzündung  und  sonstige  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane
  haben  unter  Personen  von  15—60  Jahren  in  der  Gesammtheit  der  18  Staaten
18  958  +  14253  —  33  211  Todesfälle  oder  18  von  je  100,  davon  in  den  25  Großstädten
2215  42024  —  4239  Todesfälle  oder  etwas  über  10  von  je  100  derselben  herbeigeführt.

Da  auf  je  100  000  Lebende  der  Altersklasse  hiernach

im  Ganzen  115,
in  den  Großstädten  96  ·
Personen  an  den  genannten  Leiden  gestorben  sind,  so  wurden  die  größeren  Verheerungen,
welche  die  Tuberkulose  unter  der  großstädtischen  Bevölkerung  aurichtete,  durch  eine  größere
Seltenheit  der  Todesfälle  an  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  reichlich
aufgewogen.

Die  höchsten  Sterbeziffern  in  Bezug  auf  Lungenentzündung  und  sonstige  entzündliche
Krankheiten  der  Athmungsorgane  unter  Personen  von  15—60  Lebensjahren  ergeben  sich
für  Königsberg  und  Dortmund,  woselbst  19  bezw.  16  auf  je  10000  Lebende  der  Altersklasse
  solchen  Krankheiten  erlagen,  die  niedrigsten  für  München  (5),  Hamburg  (6),  Leipzig,
Düsseldorf,  Danzig,  Frankfurt,  Altona,  Bremen  (je  8),  Charlottenburg,  Dresden,  Straßburg,
  Magdeburg  (je  9).

Beachtenswerth  ist  hierbei,  daß  die  früher  hervorgehobenen,  besonders  niedrigen  Sterbeziffern
  an  Lungentuberkulose  in  Königsberg  und  Dortmund  durch  um  so  höhere  Sterbeziffern
  an  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  ausgeglichen  werden,  und  daß
umgekehrt  in  München,  Dresden,  Leipzig,  Bremen,  Straßburg  sehr  hohe  Tuberkuloseziffern
mit  besonders  niedrigen  Sterbeziffern  an  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane
einhergehen.

Diese  Beobachtung  weist  darauf  hin,  daß  der  Ausdruck  Lungentuberkulose  in  den
Sterberegistern  wahrscheinlich  oft  durch  Ausdrücke  wie  „chronische  Lungenentzündung“,
„chronisches  Lungenleiden“  und  dergl.  ersetzt  wird,  daß  daher  die  Häufigkeit  der
Schwindsuchtstodesfälle  vielfach  nur  dann  richtig  beurtheilt  werden  kann,
wenn  man  die  Zahl  der  an  anderen  Lungenleiden  Gestorbenen  neben  den  an
Lungentuberkulose  Gestorbenen  mit  in  Rechnung  zieht.

Die  Reihenfolge  der  25  Großstädte  hinsichtlich  der  Häufigkeit  der  im  mittleren
Lebensalter  eingetretenen  Sterbefälle  I.  an  Lungentuberkulose  und  II.  an  entzündlichen
Krankheiten  der  Athmungsorgane  war,  wenn  man  mit  der  niedrigsten  Sterbeziffer  beginnt
und  mit  der  höchsten  aufhört,

I.  hinsichtlich  der  Sterblichkeit  an  Lungentuberkulose:
1.  Charlottenburg,  2.  Königsberg,  3.  Dortmund,  4.  Altona,  5.  Magdeburg,  6.  Halle,
7.  Aachen,  8.  Hannover,  9.  Danzig,  10.  Düsseldorf,  11.  Hamburg,  12.  Barmen,  13.  Elber-1)

  Bon  allen  28  Großstädten  des  Reiches  dürfte  Nürnberg  die  zweite  Stelle  nächst  Breslau  einnehmen.
  Wenn  man  nämlich  nach  dem  Ergebniß  der  früheren  Volkszählung  die  Zahl  der  am  2.  XII.  95
in  Nürnberg  Lebenden  der  Altersklasse  auf  105  470,  d.  h.  wie  damals  auf  ca.  650  der  ermittelten  Gesammteinwohnerzahl,

  schätzt,  so  wären  daselbst  39  auf  je  10.000  Lebende  der  Altersklasse  an  Lungentuberkulose
  gestorben.
        <pb n="185" />
        —  183  —

feld,  14.  Stettin,  15.  Berlin,  16.  Braunschweig,  17.  Frankfurt,  18.  Köln,  19.  Krefeld,
20.  Bremen,  21.  Leipzig,  22.  Straßburg,  23.  Dresden,  24.  München,  25.  Breslau;

II.  hinsichtlich  der  Sterblichkeit  an  entzündlichen  Krankheiten  der
Athmungsorgane:

1.  München,  2.  Hamburg,  3.  Leipzig,  4.  Düsseldorf,  5.  Danzig,  6.  Frankfurt,  7.  Altona,
8.  Bremen,  9.  Straßburg,  10.  Dresden,  11.  Magdeburg,  12.  Charlottenburg,  13.  Hannover,
14.  Berlin,  15.  Barmen,  16.  Braunschweig,  17.  Halle,  18.  Krefeld,  19.  Köln,  20.  Stettin,
21.  Aachen,  22.  Breslau,  23.  Elberfeld,  24.  Dortmund,  25.  Königsberg.

Am  ungünstigsten  lagen  hiernach  während  des  Berichtsjahres  die  Verhältnisse  in
Breslau,  woselbst  beiden  Todesursachen  zusammen  60  Personen  der  mittleren  Altersklasse
auf  je  10  000  Lebende  erlagen,  verhältnißmäßig  am  günstigsten  waren  die  betr.  Sterblichkeitsverhätnisse
  in  Charlottenburg,  Hamburg  und  Altona,  Magdeburg,  Düsseldorf  und  Danzig,
wo  überall  weniger  als  35  auf  je  10.000  Lebende  der  mittleren  Altersklasse  gestorben  sind.

In  Anbetracht  dessen,  daß  vielsach  die  Häufigkeit  der  Typhustodesfälle  als  Maßstab
der  sanitären  Verhältnisse  eines  Wohnplatzes  gilt,  ist  es  von  Interesse,  auch  die  Zahl  der
an  Unterleibstyphus  gestorbenen  Personen  von  15—60  Jahren  näher  zu  betrachten.
Für  die  übrigen  Altersklassen  hat  der  Typhus  als  Todesursache  geringere  Bedeutung,
da  z.  B.  von  je  1000  nach  zurückgelegtem  60.  Lebensjahre  gestorbenen  Personen  kaum  2,
dagegen  von  je  1  000  im  mittleren  Lebensalter  von  15—60  Jahren  Gestorbenen  durchschnittlich
  15  (im  Berichtsjahre  14/,,)  dem  Typhus  erlegen  sind.

In  allen  25  Großstädten  zusammen  starben  370  Personen  des  mittleren  Lebensalters
am  Typhus,  d.  h.  auf  1000  Sterbefälle  dieses  Alters  kamen  9  und  auf  je  100  000  Lebende
8  (86))  Typhustodesfälle,  dagegen  kamen  außerhalb  der  25  Großstädte  in  den  19  Staaten
noch  3  475  Typhustodesfälle  unter  Personen  des  bezeichneten  Lebensalters  oder  14  auf  je
100  000  Lebende  vor,  man  darf  daher  nicht  behaupten,  daß  vorwiegend  Bewohner  der
Großstädte  dem  Typhus  erliegen.  Von  den  einzelnen  Großstädten  fallen  Königsberg,
Stettin,  Dortmund,  Aachen  und  Straßburg  durch  eine  hohe  Zahl  von  Typhustodesfällen
(mehr  als  17  auf  je  100.000  Lebende  errechnet)  auf,  während  die  geringste  bezügliche
Sterbeziffer  (unter  5  /%000)  sich  für  Altona,  München  und  Düsseldorf  ergiebt.  Vergleicht
man  hiermit  die  auf  je  10  000  der  Gesammteinwohnerzahl  errechneten  Typhussterbeziffern
von  1896  (S.  1061—1069  des  Jahrg.  1897  der  Veröffentl.,  des  Kais.  Ges.-Amtes)  so  stimmt
das  Ergebniß  insofern  mit  Vorstehendem  überein,  als  die  höchsten  Sterbeziffern  dort  für
die  Großstädte  Dortmund  (19),  Stettin  (19),  Königsberg  (16),  Straßburg  (74),  Aachen
(13),  die  niedrigsten  für  Chemnitz  (2),  München  (5),  Düsseldorf  (4),  Dresden  (4)  und
Nürnberg  (4)  errechnet  sind.

Wenn  hiernach  die  auf  die  Gesammteinwohnerzahl  errechneten  Ziffern  der  Typhussterblichkeit
  auch  ziemlich  dieselbe  Reihenfolge  der  Orte,  wie  die  aus  den  Todesfällen  der
mittleren  Altersklasse  errechneten  betr.  Ziffern  ergeben,  so  folgen  doch  hinsichtlich  der  Schwindsuchtssterblichkeit
  die  Großstädte  in  anderer  Reihe  auf  einander,  sobald  man  die  Zahl  der
Sterbefälle  an  Lungenschwindsucht  aus  allen  Altersklassen  in  Rechnung  zieht.

Die  Reihenfolge  der  28  Großstädte  nach  der  in  Klammern  vermerkten,  auf  je  10  000
Einwohner  umgerechneten  Zahl  aller  im  Jahre  1896  gemeldeten  Sterbefälle  an  Lungenschwindsucht
  ist,  wenn  man  mit  der  niedrigsten  Verhältnißziffer  beginnt,  (gemäß  Veröffentl.
des  K.  G-A.  1897  S.  1061—1069):

1.  Charlottenburg  (13,6),  2.  Dortmund  (14,,),  3.  Stuttgart  (18,v),  4.  Königsberg
14*
        <pb n="186" />
        —  184  —

(19,6),  5.  Halle  (19,8),  6.  Altona  (20,1),  7.  Düsseldorf  (20,5),  8.  Hamburg  (217),
9.  Danzig  (21,4),  10.  Magdeburg  (21,5),  11.  Aachen  (21,5)),  12.  Barmen  (21,7),  13.  Chemnitz
(21,"),  14.  Elberfeld  (22,,),  15.  Stettin  (226),  16.  Berlin  (22),  17.  Straßburg  (23,),
18.  Köln  (24%),  19.  Krefeld  (240),  20.  Braunschweig  (24,1),  21.  Hannover  (24,8),
22.  Leipzig  (24,,),  23.  Frankfurt  (26,0),  24.  Dresden  (26,7),  25.  Bremen  (26,7),
26.  München  (29,),  27.  Breslau  (34,),  28.  Nürnberg  (38,1).

Ein  Vergleich  mit  der  oben  mitgetheilten  Reihe  ergiebt,  sobald  man  die  Gesammtheit
  der  Schwindsuchtssterbefälle  in  Rechnung  zieht,  z.  B.  für  Bremen,  Frankfurt,  Braunschweig,
  Stettin  eine  ungünstigere,  für  Straßburg  eine  wesentlich  günstigere  Stellung,  als
wenn  man  nur  die  der  lebenskräftigsten  Altersklasse  von  15—60  Jahren  berücksichtigt.

Im  Anschluß  hieran  seien  auch  die  auf  je  10  000  der  Gesammteinwohnerzahl  errechneten
  Verhältnißziffern  aller  aus  dem  Jahre  1896  gemeldeten  Sterbefälle  an  „akuten
Erkrankungen  der  Athmungsorgane"  (val.  Veröff.  d.  K.  G.-A.  1897  S.  1061—1069)
angeführt.  Viele  Orte,  z.  B.  München  und  Magdeburg,  nehmen  alsdann  eine  wesentlich
andere  Stelle  in  der  Reihe  der  Großstädte  ein,  als  wenn  man  nur  die  betr.  Sterbefälle
unter  den  Personen  von  15—60  Jahren  in  Rechnung  zieht.  Die  niedrigste,  auf  je  10  000
der  Gesammteinwohnerzahl  errechnete  bezügliche  Sterbeziffer  betrug  17,5  und  wurde  für
Chemnitz,  die  höchste,  58,7,  wurde  für  Dortmund  errechnet;  im  Ubrigen  reihen  sich  die
28  Großstädte  wie  folgt  aneinander:

1.  Chemnitz  (17,5),  2.  Hannover  (16,4),  3.  Dresden  (189,,),  4.  Bremen  (1,,),
5.  Krefeld  (19,,),  6.  Danzig  (20,,),  7.  Stuttgart  (21,7),  8.  Frankfurt  (27,,),  9.  Berlin
(225),  10.  Stettin  (22,,),  11.  Düsseldorf  (26,4),  12.  Altona  (24,7),  13.  Straßburg  (24,2),
14.  Hamburg  (24,),  15.  Köln  (24,),  16.  Leipzig  (25,,),  17.  München  (27,1),  18.  Barmen
(27,0),  19.  Braunschweig  (29%),  20.  Charlottenburg  (29,0),  21.  Elberfeld  (29,),  22.  Halle
(30,,),  23.  Nürnberg  (31,7),  24.  Breslau  (32,,),  25.  Magdeburg  (33,,),  26.  Aachen  (38,7),
27.  Königsberg  (45,,),  28.  Dortmund  (58,).

In  Folge  von  „Neubildungen"  starben  in  den  25  Großstädten  während  des
Berichtsjahres  3972  Personen  von  15—60  Jahren  oder  9  auf  je  10  000  Lebende  dieses
Alters,  während  aus  den  18  Staaten  des  Reiches  insgesammt  17  461  Sterbefälle  von
Personen  gleichen  Alters,  oder  6  auf  je  10000  Lebende  aus  solcher  Ursache  gemeldet  sind.
Diese  größere  Häufigkeit  eines  tödtlichen  Ausgangs  der  Neubildungen  (Geschwülste)  in  den
Großstädten  beruht  wohl  zweifellos  auf  der  hier  sorgfältiger  stattfindenden  Ermittelung  der
Todesursachen  und  daneben  auf  der  Anhäufung  von  Kranken  mit  solchen  Leiden  in  den
Heilanstalten  der  großen  Städte.  Verhältnißmäßig  am  häufigsten  —  und  zwar  bei  11
bis  12  %%  der  aus  bekannter  Ursache  Gestorbenen  dieser  Altersklasse  —  führten  Neubildungen
in  München,  Halle  und  in  den  Küstenstädten  Altona,  Hamburg,  Danzig  zum  Tode,  am
seltensten  in  Elberfeld,  Krefeld  und  Charlottenburg.  Durchschnittlich  sind  in  den  Großstädten
fast  10  Prozent  (genau  9,/v  ½%),  in  der  Gesammtheit  der  18  Staaten  kaum  7  Prozent
6,,6  %)  aller  in  der  mittleren  Altersklasse  vorgekommenen  Todesfälle  aus  bekannter  Ursache
auf  Neubildungen  zurückgeführt  worden.

Auch  auf  gewaltsame  Weise  sind  in  den  Großstädten  etwas  mehr  Personen  von
15—60  Jahren  umgekommen  als  außerhalb  derselben,  indessen  waren  nur  die  Selbstmorde
in  den  Großstädten  erheblich  häufiger,  tödtliche  Unglücksfälle  waren  etwas  seltener.

Von  den  aus  den  25  Großstädten  gemeldeten  2078  Selbstmorden  und  2373  tödtlichen
  Unglücksfällen  betrafen  1773,  bezw.  1  480  Personen  im  Alter  von  15—60  Lebensjahren,
  und  auf  je  100  000  Lebende  dieser  Altersklasse  entfielen:
        <pb n="187" />
        —  185  —

in  den  19  Staaten  in  den
des  Reiches  25  Großstädten
Selbstmode  28  40
Todesfälle  durch  Verunglückung  38  33

Im  Ganzen  sind  von  den  Todesfällen  der  mittleren  Altersklasse  in  den  19  Staaten
75,8  /0,  in  den  25  Großstädten  79/,  /00  „auf  gewaltsame  Weise“  erfolgt.

Die  Sterblichkeitsverhältnisse  der  jüngeren  Personen  in  den  Großstädten  des  Reiches.

Für  Kinder  im  Alter  von  1—15  Jahren  war,  wie  bereits  oben  gezeigt  ist,  die
Sterbenswahrscheinlichkeit  in  den  Großstädten  etwas  höher  als  außerhalb  derselben,  da
auf  je  100  000  der  am  2.  Dezember  1895  gezählten  Lebenden  dieses  Alters

in  den  19  Staaten  des  Reiches  1015,
in  den  25  Großstädten  7  153

während  des  Berichtsjahres  gestorben  sind.  Innerhalb  der  einzelnen  Großstädte  herrschten
jedoch  hinsichtlich  der  Sterbeziffer  gerade  dieser  Altersklasse  sehr  beträchtliche  Unterschiede,
denn  es  starben  z.  B.  in  Königsberg  durchschnittlich  2½  mal  so  viele  Kinder  dieses  Alters
als  in  Danzig,  ferner  in  Dortmund  fast  2  ½  mal  so  viele  als  in  Bremen.  Die  durchschnittliche
  Sterbeziffer  von  71,,58  /%%  wurde  außer  in  Königsberg  und  Dortmund  auch  in
Köln  beträchtlich  überschritten,  während  namentlich  in  Danzig,  Bremen,  Hamburg,  Frankfurt
  die  Sterbeziffer  wesentlich  geringer  als  die  Durchschnittsziffer  war.  Die  Reihenfolge
der  25  Städte  nach  der  Sterbeziffer  dieser  Altersklasse  war,  wenn  man  mit  der  niedrigsten
beginnt:

1.  Danzig  (8,1),  2.  Bremen  (8,),  3.  Hamburg  (896),  4.  Frankfurt  (8,,),  5.  Elberfeld
(9,,),  6.  Braunschweig  (9,0),  7.  Charlottenburg  (9,4),  8.  Hannover  (9,),  9.  Dresden  (9,),
10.  Altona  (9,),  11.  Barmen  (70,,),  12.  Krefeld  (70,),  13.  Berlin  (10,),  14.  Aachen
(I12),  15.  Düsseldorf  (77,,)),  16.  Leipzig  (77,)),  17.  Straßburg  (717,)),  18.  München
(12,,),  19.  Magdeburg  (13,/),  20.  Breslau  (14,,),  21.  Stettin  (14,6),  22.  Halle  (74,,),
23.  Köln  (16,2),  24.  Dortmund  (20,,),  25.  Königsberg  (20,,).

Was  die  Ursachen  der  Sterbefälle  unter  Kindern  dieser  Altersklasse  betrifft,  so  tritt
die  Diphtherie  oder  Bräune  in  den  Großstädten  durchschnittlich  nicht  so  sehr  in  den
Vordergrund  wie  außerhalb  derselben,  denn  auf  je  100  000  Lebende  der  Altersklasse  starben
an  „Diphtherie“"  (Croup,  Bräune)

in  den  19  Staaten  762,
in  den  25  Großstädten  nur  1209  Kinder;
inwieweit  aber  diese  Differenz  zu  Gunsten  der  Großstädte  einer  besseren  ärztlichen  Fürsorge
für  die  erkrankten  Kinder,  inwieweit  sie  einer  richtigeren  Bezeichnung  der  Todesursache  zuzuschreiben
  ist,  muß  dahingestellt  bleiben.

Die  höchsten  betreffenden  Sterbeziffern  für  Diphtherie  fanden  sich  in  Halle,  Straßburg,
Magdeburg,  Königsberg,  Stettin  und  Leipzig,  also  u.  a.  in  vier  Universitätsstädten,  deren
Kliniken  sicherlich  im  Berichtsjahre  zahlreiche,  meist  schwerkranke  Kinder  mit  Diphtherie  auch
von  außerhalb  aufnehmen  mußten;  die  niedrigsten  betr.  Sterbeziffern  wurden  in  Altona
und  Hamburg  beobachtet.

Außer  der  Diphtherie  sind  auch  Unterleibstyphus,  Magen=  und  Darmkatarrh,
Keuchhusten  und  Verunglückungen  bei  den  Kindern  dieser  Altersklasse  in  den  Groß-
        <pb n="188" />
        —  186  —

städten  selten  er  als  Todesursache  genannt,  dagegen  haben  hier  namentlich  Tuberkulose,
entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane  und  Neubildungen  erheblich  häufiger,  Masern
und  Scharlach  ein  wenig  häufiger  den  Tod  herbeigeführt.  Von  je  1000  Todesfällen  solcher
Kinder  aus  bekannter  Ursache  waren  veranlaßt:

in  den  19  bezw.)  in  den  25

18  Staaten  .  Großstädten
durch  Diphtherie  (Bräünn))))g  164  118

„WUnterleibstyphus  .......  ...  .  ....  ....  .  .  .  .  ...  8  5  (4,6)
„  einen  Unglückssal  33  27
„  Scharlttgggagaa  4  46
„Tuberkulose  ............  .......  ..  ..  ..  ...  ...  .  ..  .  ..  84  122
„Lungenentzündung.  ..  ....  .  ..  ...  ..  ...  ..  ..  ....  ..  .  ...  107  133
„  sonstige  entzündl.  Krankheiten  der  Athmungs--Organe  77  100
„  Neubildugen  2  8
„  Masen  "....................  56  59
„  Keuchhuten  .  43  —  39
„  Magen=  und  Darmkatarrry  96  80

Es  sei  noch  erwähnt,  daß  die  Ur  sache  des  Todes  in  den  Großstädten  durchschnittlich
  nur  bei  69  von  je  10  000  Todesfällen  dieser  Altersklasse  unbekannt  geblieben  ist,  in
der  Gesammtheit  der  19  Staaten  aber  bei  nicht  weniger  als  320  von  je  10000  Todesfällen,
  woraus  auf  eine  größere  Zuverlässigkeit  der  Angaben  in  jenen  Großstädten  geschlossen
werden  darf,  zumal  nahezu  die  Hälfte  aller  in  den  25  Großstädten  vorgekommenen  Todesfälle
aus  unbekannter  Ursache  auf  nur  zwei  derselben  (München  und  Breslau)  entfiel,  also  in
den  übrigen  28  Städten  viel  weniger  Todesursachen  unbekannt  geblieben  sind.

Säuglingssterblichkeit.

Die  der  jüngsten  hier  zu  besprechenden  Altersklasse  angehörigen  Kinder  des  ersten
Lebensjahres  befanden  sich,  wie  bereits  erwähnt,  in  den  Großstädten  ebenfalls  unter  ungünstigeren
  Daseinsbedingungen  als  außerhalb  derselben,  denn  auf  je  100  000  der  am
2.  Dezember  1895  gezählten  Kinder  dieses  frühesten  Alters  starben  in  den  25  Großstädten
2456  mehr  als  in  der  Gesammtheit  der  19  Staaten.

Da  es  üblich  ist,  die  Zahl  der  im  ersten  Lebensjahre  gestorbenen  Kinder  auf  die
Zahl  der  während  des  gleichen  Zeitraumes  lebendgeborenen  zu  beziehen,  so  seien  einige
Angaben  über  die  in  den  Großstädten  geborenen  Kinder  und  über  den  durch  die  Geburtenzahl
  bedingten  natürlichen  Bevölkerungszuwachs  vorangeschickt.

Während  des  Berichtsjahres  wurden  lebengeboren:

in  den  25  Großstädten  227571,
in  den  19  Staaten  des  Reiches  1  866  188  Kinder,
darnach  kamen  auf  je  10  000  der  am  2.  Dezember  1895  gezählten  Bewohner:
in  den  25  Großstädten  335  und
in  den  19  Staaten  des  Reiches  366  Lebendgeborene.

In  den  Großstädten  hat  also  die  Bevölkerung  entschieden  weniger  durch  Geburten
sich  vermehrt  als  außerhalb  derselben,  und  zwar  beziffert  sich  —  unter  Abrechnung  der
Gestorbenen  des  Jahres  —  der  natürliche  Bevölkerungszuwachs  für  1896:

I.  in  den  19  Staaten  des  Reiches  auf  793  674  =  136:10  000  Einwohner,
II.  „  den  25  Großstädten  auf  92  588  —  730:  10  000  „
III.  außerhalb  der  25  Großstädte  auf  701  086  =  159  auf  je  10  000  Einwohner.
        <pb n="189" />
        —  187  —

Hiernach  hat,  wenn  man  von  dem  Bevölkerungswechsel  durch  Wanderungen  absieht,
in  Folge  des  stärkeren  Ueberschusses  der  Geburten  jede  Million  der  außerhalb  der
Großstädte  lebenden  Bewohner  des  Reiches  im  Jahre  um  rund  2  300  Personen
mehr  sich  vermehrt  als  jede  Million  der  Großstädter,  mit  anderen  Worten:  Die
außerhalb  der  Großstädte  lebenden  44  Millionen  Bewohner  des  Reiches  können
jährlich  mehr  als  100  000  Personen  an  die  Großstädte  abgeben,  ohne  daß  das
Verhältniß  der  großstädtischen  Bevölkerung  zur  Gesammtbevölkerung  sich
ändern  würde.

Die  Zahl  der  todtgeborenen  Kinder  betrug  in  den  19  Staaten  63  320,  in  den
25  Großstädten  7  898;  von  je  10  000  im  Berichtsjahre  geborenen  Kindern  kamen  also
in  den  25  Großstädten  337,
in  den  19  Staaten  329
als  todtgeboren  zur  Anmeldung,  d.  h.  Todtgeburten  waren  in  den  Großstädten
verhältnißmäßig  häufiger  als  außerhalb  derselben.
Während  des  ersten  Lebensjahres  starben  im  Berichtsjahre
in  den  25  Großstädten  47  151,
in  den  19  Staaten  370  648  Kinder,
also  auf  je  10  000  im  Berichtsjahre  Lebendgeborene
in  den  25  Großstädten  2  072,
in  den  19  Staaten  1  980.

Zieht  man  nach  anderweitig  eingegangenen  Ausweisen  auch  noch  die  drei  Großstädte
Nürnberg,  Chemnitz,  Stuttgart  in  Betracht,  so  erhöht  sich  die  Ziffer  der  großstädtischen
Säuglingssterblichkeit  auf  2  717,  also  um  45:10000,  und  zwar  hauptsächlich,  weil  Chemnitz
durch  die  ungewöhnlich  hohe  bezügliche  Ziffer  von  3274  vor  den  meisten  anderen  Großstädten
  sich  auszeichnet,  doch  übersteigen  auch  in  Nürnberg  und  Stuttgart  die  betr.  Ziffern
den  sonstigen  Durchschnitt  (s.  u.).

Die  niedrigste  Säuglingssterblichkeit  ist  in  Frankfurt  a.  M.  und  Elberfeld  beobachtet,
im  Uebrigen  folgen  die  28  Großstädte  in  folgender  Reihe  auf  einander:!)

1.  Frankfurt  (137),  2.  Elberfeld  (142),  3.  Barmen  (155),  4.  Bremen  (159),  5.  Altona
(7167),  6.  Hamburg  (170),  7.  Hannover  (173),  8.  Braunschweig  (178),  9.  Düsseldorf  (184),
10.  Krefeld  (184),  11.  Dortmund  (191),  12.  Straßburg  (194),  13.  Charlottenburg  (195),
14.  Dresden  (197),  15.  Halle  (206),  16.  Berlin  (206),  17.  Stuttgart  (211),  18.  Nürnberg
(215),  19.  Leipzig  (292),  20.  Köln  (229),  21.  Magdeburg  (239),  22.  Danzig  (2485),
23.  Aachen  (246),  24.  Breslau  (255),  25.  München  (256),  26.  Stettin  (304),  27.  Königsberg
  (307),  28.  Chemnitz  (327).

Was  die  Todesursachen  der  im  Berichtsjahre  gestorbenen  Kinder  des  ersten  Lebensjahres
  anbelangt,  so  waren  in  der  Gesammtheit  der  18  Staaten,  aus  denen  bezügliche  Angaben
  vorliegen,  324,  dagegen  in  den  25  Großstädten  durchschnitlich  443  von  je  1000
dieser  so  früh  gestorbenen  Kinder  an  „Magen=  und  Darmkatarrh“  oder  „Atrophie“  zu
Grunde  gegangen;  diese  Todesursachen  sind  also  außerhalb  der  Großstädte  —  wahrscheinlich
in  Folge  besserer  Ernährung  der  Säuglinge  —  weit  weniger  zur  Geltung  gekommen  als
innerhalb  derselben,  ja  auf  je  1  000  Lebendgeborene  starben  an  den  bezeichneten  Ernährungs-1)

  Die  in  Klammern  beigefügte  Verhältnißzahl  ist  den  Veröffentl.  des  Kaiserl.  Gesundheitsamtes
1897,  S.  1061  entnommen  und  giebt  an,  wie  viele  Kinder  des  ersten  Lebensjahres  auf  je  1  000  Lebendgeborene
  gestorben  sind.
        <pb n="190" />
        —  188  —

störungen  im  Ganzen  nur  62,  in  den  Großstäden  aber  durchschnittlich  91  Kinder  im  ersten
Lebensjahre.

Daß  die  Großstädte  unter  einander  auch  in  dieser  Hinsicht  erhebliche  Unterschiede
aufweisen,  ist  nach  den  bereits  mitgetheilten,  sehr  verschiedenen  Ziffern  der  Säuglingssterblichkeit
  zu  erwarten,  es  starben  z.  B.  auf  je  1000  Lebendgeborene  an  den  beregten  Ernährungsstörungen:
  in  Krefeld  kaum  40,  in  Elberfeld  und  Frankfurt  46,  in  Dortmund
49,  in  Bremen  59,  in  Hannover  63,  in  Braunschweig  und  Hamburg  64,  aber  in  Danzig
120,  in  Leipzig  127,  in  Stettin  162,  in  Königsberg  167  Kinder  des  ersten  Lebensjahres.
In  den  meisten  der  nicht  genannten  25  Großstädte  war  die  Abweichung  vom  Mittel  (91)
nicht  so  beträchtlich,  die  Ziffer  betrug  z.  B.  in  Berlin  §8,  in  München  116,  in  Dresden
117,  in  Köln  95,  in  Straßburg  96  u.  s.  w.

„Angeborene  Lebensschwäche“  ist  in  den  25  Großstädten  durchschnittlich  ebenso
häufig  als  Todesursache  genannt  wie  in  der  Gesammtheit  der  18  Staaten,  dagegen  sind
Diphtherie,  Keuchhusten,  Masern  und  Scharlach  seltener,  andererseits  Tuberkulose  und  Lungenentzündung
  nebst  den  sonstigen  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  sehr  viel
häufiger  als  Todesursache  genannt.  Von  je  1000  im  ersten  Lebensjahre  aus  bekannter
Ursache  gestorbenen  Kindern  hatten  nach  den  Sterbelisten  gelitten

in  der

Gesammtheit  in  den

der  19  bezw.  25  Großstädten

18  Staaten
an  Diphtherie  (Bräünnnnnneeeegg  16  5
„  Keuchhusen  36  19
„Scharlach  ...  ..  ...  .....  ..  .  ........  .  .  ..  ...  .  ...  ..  .  ...  3  1
„Masern  ....  .....  ....  ......  ............  ..  ....  .  .  ...  13  12
„  Tuberkulsoo  12  20
„  Lungenentzünndddnnaa  42  58
„  sonstigen  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  52  69
„  angeborener  Lebensschwäche  163  168

Die  Vermuthung  liegt  nahe,  daß  von  den  vielen  außerhalb  der  Großstädte  auf
„Keuchhusten“  oder  „Bräune“  zurückgeführten  Todesfällen  manche  thatsächlich  durch  Tuberkulose
  oder  Lungenentzündung  bedingt  gewesen  sind,  so  daß,  wenn  die  Eintragungen  dort
ebenso  oft  wie  in  den  Großstädten  ärztlich  bestätigt  worden  wären,  das  Verhältniß  dieser
vier  Todesursachen  zu  einander  so  große  Unterschiede  nicht  zeigen  würde.  Als  unbekannt
ist  die  Todesursache  im  Ganzen  bei  fast  39,  in  den  Großstädten  durchschnittlich  nur  bei  13
von  je  1000  gestorbenen  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  bezeichnet.

Die  Sterblichkeitsverhältnisse  in  den  Großstädten  nach  zurückgelegtem  60.  Lebensjahre.

Für  die  der  Altersklasse  4  angehörigen  Personen  von  60  und  mehr  Lebensjahren
war,  wie  bereits  erwähnt  (S.  180)  die  Sterbeziffer  in  den  25  Großstädten  des  Reiches
durchschnittlich  eine  etwas  geringere  als  außerhalb  derselben,  denn  während  des  Berichtsjahres
  sind  auf  je  10  000  Lebende  dieser  Altersklasse

in  der  Gesammtheit  der  19  Staaten  rund  666,

in  den  25  Großstädten  „  600
gestorben,  indessen  muß  dieser  Thatsache  eine  weniger  große  Bedeutung  beigelegt  werden,  da  ja
kaum  der  siebzehnte  Theil  der  großstädtischen  Bevölkerung  (5/76%  derselben)  auf  die  in  Rede
        <pb n="191" />
        —  189  —

stehende  Altersklasse  d  entfällt.  Es  kommt  hinzu,  daß  man  aus  einer  niedrigeren  Sterbeziffer
  in  dieser  Altersklasse  nicht  ohne  Weiteres  auf  günstigere  Daseinsbedingungen  schließen
darf,  denn  auch  die  Altersgliederung  der  Lebenden  hat  gerade  bei  so  bejahrten  Personen
einen  gewichtigen  Einfluß  auf  die  Höhe  der  Sterbeziffer.

Die  durchschnittlich  geringe  Höhe  der  Sterbeziffer  der  Altersklasse  d  in  den  Großstädten
  beruht  z.  B.  darauf,  daß  die  Lebenden  dieser  Altersklasse  in  den  Großstädten  mehr
als  anderwärts  aus  minder  betagten  Personen  des  siebenten  Lebensjahrzehnts  bestehen,
während  in  kleineren  Orten,  namentlich  auf  dem  Lande,  die  ältesten  Personen  des  achten,
neunten  und  höherer  Lebensjahrzehnte  stärker  vertreten  sind.  Da  nun  aber  diese  ältesten
Personen  naturgemäß  dem  Sterben  in  weit  höherem  Grade  ausgesetzt  sind,  muß  solche
andere  Altersgliederung  der  Lebenden  auf  die  Sterbeziffer  der  gesammten  Altersklasse  einen
wesentlichen  Einfluß  ausüben.

Folgende,  den  Tabellen  in  Heft  148.  2  der  Preußischen  Statistik  entnommene  Zahlen
erweisen  die  verschiedene  Zusammensetzung  der  Altersklasse  d.

In  den  18  Großstädten  des  Preußischen  Staates  lebten  am  2.  Dezember  1895  im
Ganzen  264  337  Personen  von  60  und  mehr  Jahren,  von  denen  101  094  im  Alter  von
60—65  Jahren  und  72  625  im  Alter  von  65—70  Jahren  sich  befanden.  In  den  Landgemeinden
  und  Gutsbezirken  des  Preußischen  Staates  lebten  damals  1  543  .070  Personen
von  60  und  mehr  Jahren,  deren  559  164  im  Alter  von  60—65  Jahren  und  421  541  im
Alter  von  65—70  Jahren  sich  befanden.  Von  je  10  000  Lebenden  der  Altersklasse  d
standen  also

in  den  in  den  Land-Großstädten
  gemeinden  2c.

im  Alter  von  60  bis  65  Jahten  7  824  3  624
„  „  „  65  „  70„  2  747  2732
„  „  „  70  und  mehr  Jahren  3  426  3644

Diese  Thatsache,  daß  auf  dem  Lande  mehr  Personen  der  höchsten  Altersstufen
  leben,  muß  aber  eine  hier  höhere  Sterbeziffer  der  Altersklasse  zur  Folge  haben,
und  zwar  leuchtet  dies  besonders  ein,  wenn  man  erwägt,  daß  nach  Vollendung  des  60.  Lebensjahres
  die  Sterbenswahrscheinlichkeit  mit  zunehmendem  Lebensalter  sehr  rasch  ansteigt.
Im  Königreich  Preußen  kamen  nach  Heft  149  der  Preußischen  Statistik  auf  je  10  000  am
2.  Dezember  1895  gezählte  Lebende

im  Alter  von  60—65  Jahren  .  .  340,
5  5  „  65—70  „  57%½,
„  „  „  70  und  mehr  Jahren  1  777  Sterbefälle  von

Personen  des  gleichen  Alters;  wenn  also  die  letzte  Altersstufe,  wie  oben  gezeigt,  auch  nur
um  2—  3  Prozent  in  den  Landgemeinden  stärker  vertreten  ist,  muß  hier  die  Sterbeziffer
der  gesammten  Altersklasse  d  schon  beträchtlich  höher  sein.

Auch  beim  Vergleich  zwischen  der  einen  und  der  anderen  Großstadt  läßt  sich  manche
Differenz  der  Sterbeziffern  dieser  Altersklasse  d  lediglich  dadurch  erklären,  daß  die  ältesten
Leute  in  der  einen  Großstadt  mehr  als  in  der  anderen  überwiegen.  So  sind  auf  je  1.000
Lebende  der  Altersklasse  während  des  Berichtsjahres  in  Breslau  73,  in  Barmen  nur  36
gestorben,  und  dem  entspricht  es,  daß  von  je  1000  Lebenden  der  Altersklasse  nach  der
letzten  Zählung  in  Breslau  330,  in  Barmen  317  das  höchste  Alter  von  70  und  mehr
        <pb n="192" />
        —  190  —

Jahren  erreicht  hatten,  ferner  läßt  sich  der  ebenfalls  erhebliche  Unterschied  der  betreffenden
Sterbeziffern  von  Königsberg  (67)  und  von  Charlottenburg  (58)  zum  Theil  dadurch  erklären,
daß  von  je  1.000  Lebenden  der  Altersklasse  in  Königsberg  3898,  in  Charlottenburg  nur  329
das  70.  Lebensjahr  überschritten  hatten  u.  s.  f.

Muthmaßlich  würde  eine  auf  mehrere  Jahre  sich  erstreckende  Sonderung  der  Sterbefälle
  nach  dem  Alter  der  Gestorbenen  diesen  Zusammenhang  zwischen  Sterbeziffer  und  Altersgliederung
  der  Lebenden  recht  häufig  erweisen,  ebenso  wie  der  gewichtige  Einfluß,  den  der
Altersaufbau  der  Bevölkerung  auf  die  Höhe  der  Gesammtsterbeziffer  ausübt,  um  so  deutlicher
  zu  Tage  tritt,  je  größer  der  Zeitraum  ist,  welchen  man  in's  Auge  faßt.

In  Anbetracht  der  besprochenen  Abhängigkeit  der  Sterbeziffern  der  Altersklasse  d
von  den  Altersverhältnissen  der  in  dieser  Altersklasse  Lebenden  ist  eine  weitere  Sonderung
der  Großstädte  nach  der  Höhe  dieser  Sterbeziffern  von  geringem  Interesse,  es  sei  nur  noch
erwähnt,  daß  unter  allen  25  Großstädten  Straßburg  durch  die  höchste  bezügliche  Sterbeziffer
  von  84  sich  auszeichnet.

Hiermit  steht  gemäß  obigen  Ausführungen  wiederum  die  Thatsache  in  Einklang,  daß
in  Elsaß-Lothringen,  soweit  die  bisherigen  Volkszählungen  ersehen  ließen,  die  höchsten  Altersstufen
  von  70  und  mehr  Jahren  weit  stärker  als  in  allen  anderen  Staaten  des  Deutschen
Reiches  mit  Ausnahme  von  Mecklenburg-Strelitz  vertreten  sind.  Nach  den  Ergebnissen  der
Volkszählung  vom  1.  Dezember  1890  hatten  von  je  1000  Einwohnern  ein  Alter  von  70
und  mehr  Jahren  erreicht:  im  Königreich  Sachsen  22,  in  Preußen  27,  in  Hessen  29,  in
Baden  29,  in  Württemberg  71,  in  Bayern  32,  aber  in  Elsaß-Lothringen  39,  und
in  Mecklenburg-Strelitz  40,  im  ganzen  Deutschen  Reiche  nur  29  (val.  auch  die  entsprechenden
  Ergebnisse  früherer  Zählungen  im  Statist.  Jahrbuche  f.  d.  Deutsche  Reich  IV.
S.  13;  IX.  S.  7.)

Die  Todesursache  war  in  den  Großstädten  bei  5,  dagegen  in  der  Gesammtheit  der
18  Staaten  bei  27  von  je  1000  Gestorbenen  der  Altersklasse  4  unbekannt  geblieben.
Altersschwäche  ist  als  Ursache  der  nach  Ablauf  des  60.  Lebensjahres  eingetretenen
Sterbefälle

unter  der  Bevölkerung  der  18  Staaten  in  ca.  2  Fünftel  der  Fälle,
„  „  „  „  25  Großstädte  „  „  1  „  „  „

also  in  letzteren  nur  etwa  halb  so  oft  eingetragen.  Diese  erhebliche  Differenz  dürfte  zwar
zum  Theil  auf  einer  sorgfältigeren  ärztlichen  Prüfung  der  Todesursachen  in  den  Großstädten,
zum  Theil  jedoch  auch  darauf  beruhen,  daß  außerhalb  der  Großstädte  die  Gestorbenen  durchschnittlich
  ein  höheres  Lebensalter  erreicht  haben,  denn,  je  älter  die  Sterbenden  sind,  um
so  augenfälliger  ist  die  allmähliche  Abnahme  der  Lebenskräfte  vor  dem  Tode,  und  um  so
häufiger  liegt  daher  begründeter  Anlaß  zur  Diagnose  „Altersschwäche“  vor.  Läßt  man
nun  die  Todesfälle  in  Folge  von  Altersschwäche  und  diejenigen  aus  unbekannter  Ursache
außer  Betracht,  so  war  in  den  Großstädten  noch  für  20  302,  in  der  Gesammtheit  der
18  Staaten  noch  für  157  290  Gestorbene  der  Altersklasse  d,  d.  h.  für  78/  bezw.  38,r  %
derselben  eine  Todesursache  dem  die  Sterberegister  führenden  Beamten  namhaft  gemacht.
Kaum  die  Hälfte  dieser  Todesfälle  ist  aber  auf  eine  der  im  Schema  genannten  Ursachen
zurückgeführt,  offenbar  sind  in  diesem  hohen  Alter  besonders  oft  andere  Todesursachen  wie
Schlagfluß,  Herzkrankheiten,  Nierenkrankheiten  („Wassersucht"“),  welche  nach  dem  von  den
Bundesregierungen  im  Jahre  1892  vereinbarten  Schema  nicht  besonders  genannt  sind,  in
die  Listen  eingetragen.
        <pb n="193" />
        —  191  —

Soweit  die  an  das  Gesundheitsamt  gelangten  Ausweise  nähere  Angaben  über  die
Todesursachen  jener  20  302  bezw.  157  290  Gestorbenen  der  Altersklasse  d  enthalten,  waren
von  diesen  gestorben:

in  den  25  Großstädten  in  den  18  Staaten
an  Tuberkulsa  1  475  =  73  von  je  1000  H15725  =  100  von  je  1  000
„  entzündl.  Krankheiten  der  Athmungsorgane4547  =  224  „  „  1000|6  523  -232  „  „  1000
„  Neubildugen  2964  =  146  „  „  100016722=  106  „  „  1000
durch  Verunglücknngngngng  229  =  11  „  „  1000|2566  =  16  „  „  1000
„  Selbstmodddd  278  =  14  „  „  10002146=  14  „  „  1000

Hiernach  sind  bei  den  nicht  aus  Altersschwäche  Gestorbenen  der  Altersklasse  d,  soweit
Angaben  vorliegen,  Neubildungen  eine  in  den  Großstädten  häufigere  Todesursache  gewesen;
  Unglücksfälle,  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane  und  namentlich  Tuberkulose
  waren  außerhalb  der  Großstädte  eine  häufigere  Todesursache.  Hervorzuheben  ist
noch,  daß  dem  Unterleibstyphus  in  den  Großstädten  40,  in  den  19  Staaten,  einschl.
Mecklenburg-Schwerin,  491  Personen  der  Altersklasse  d,  oder  auf  je  100  000  Lebende  derselben
  dort  10,  hier  12,  mithin  außerhalb  der  Großstädte  um  ½  mehr  erlegen  sind.  Durch
Selbstmord  starben  auf  je  100000  Lebende  dieser  Altersklasse  in  den  Großstädten  71,
in  der  Gesammtheit  der  19  Staaten  nur  54,  durch  Verunglückung  in  ersteren  56,  im
Ganzen  65.  Hiernach  scheinen  Personen  dieser,  wie  auch  der  vorigen  Altersklasse  vor  tödtlichen
  Unglücksfällen  in  den  Großstädten  besser  geschützt  zu  sein,  während  durch  Selbstmord
in  den  Großstädten  verhältnißmäßig  mehr  Personen,  sowohl  aus  dieser  wie  aus  der  vorigen
Altersklasse  gestorben  sind.

Todesfälle  im  Kindbett.

Ein  recht  beachtenswerther  Unterschied  zeigt  sich  zu  Gunsten  der  Großstädte,  wenn
man  die  an  Kindbettfieber  und  anderen  Folgen  der  Entbindung  eingetretenen  Todesfälle  in
Betracht  zieht.  Aus  solcher  Ursache  starben  in  den  25  Großstädten  573  Wöchnerinnen,
d.  h.  24  auf  je  10.000  lebend  oder  todt  geborene  Kinder,  dagegen  in  der  Gesammtheit  der
19  Staaten  6  561  Wöchnerinnen,  d.  h.  34  auf  je  10  000  lebend  oder  todt  geborene  Kinder,
die  Sterbensgefahr  war  also  für  entbundene  Frauen,  soweit  Kindbettleiden  in  Betracht
kommen,  in  den  Großstädten  um  ein  Beträchtliches  geringer  als  außerhalb  derselben.  Daß
von  je  100  Todesfällen  in  Folge  der  Entbindung  im  Ganzen  nur  42,  dagegen  in  den
Großstädten  62  auf  „Kindbettfieber“  zurückgeführt  worden  sind,  dürfte  auf  der  hier  genaueren,
ärztlich  häufiger  kontrolirten  Eintragung  der  Todesursachen  beruhen;  auf  dem  Lande  und
in  kleinen  Städten  ist  man  aus  naheliegenden  Gründen  mit  der  Diagnose  „Kindbettfieber"
bei  Anmeldung  des  Todesfalls  zurückhaltender  als  in  Großstädten.  So  sind  in  Altona  alle,
in  Berlin  ¾  der  in  Folge  der  Entbindung  eingetretenen  Todesfälle  als  durch  „Kindbettfieber“
  verursacht  eingetragen,  dagegen  in  der  Provinz  Posen,  in  Ostpreußen,  in  Waldeck
und  Schaumburg-Lippe  kaum  der  dritte  Theil  der  betreffenden  Fälle  (s.  o.).

In  nachstehender  Schlußübersicht  sind  für  die  Gesammtheit  der  25  Großstädte
des  Reiches  die  wichtigsten  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896  zusammengestellt,
aber  nach  Altersklassen  der  Gestorbenen  gesondert.  Die  Zahl  der  in  diesen  Großstädten
lebendgeborenen  Kinder  belief  sich  auf  227571,  die  der  todtgeborenen  auf  7  898.
        <pb n="194" />
        192

Einwohner4ahl  der  Die  Nach  den  vorliegenden  Angaben  waren  gestorben:
zahl  Gestor-Todes  an  L  2.in
nach  der  letztel  benen  ursache  53  *  2  Tuberkulose  -#sge  *vßwn  Folge  von
Volkszählung  Kausschl.  war  22  .  z  2  ss
ange.  6  sésE  s
(vom  2.  XII.Todtge-  —  C  EIBEHRIILLIEIIEHIE
89  6  gebenesn  3  der  sandere  mv#é2
1895)  orenen)  für5  s  Lungen  Organe  z  2  7  "%sn  m  83  #
6  ——
a.  172  881|  47  151146  526246  8955548  5015  5084128  44
b.  1  798  4210  727  0  5832  323  805|1  229  95593  142910862747/2053  1658  62  5485
c.  4  431  68141  24441010060—  1,  71  370  13  10  6062  215024  948  972  /1  480/1  773
d.  391  667  25  83445704  6  —  1—  .  40  1400  5  77296422997
e.  sis  27  271  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  7  12
l  I
i  «  i  Z  s
Sq.6795  263l184  983z1388502635g17001773z1  076s  518  16  a87  2170  3S  i0  0  22  012  2  3732  o7s

Schlußfätze.
Vergleich  mit  dem  Vorjahre.

Während  des  Jahres  1896  sind  im  Deutschen  Reiche  erheblich  weniger  Personen  als

während  des  Vorjahres  gestorben.  In  den  während  beider  Jahre  an  der  Statistik
betheiligten  Staaten  des  Reiches  war  die  Zahl  der  Sterbefälle  um  50  299  geringer,
dagegen  die  Zahl  der  lebendgeborenen  Kinder  um  36  195  größer  als  im  Vorjahre.

Die  Abnahme  der  Sterbefälle  gegenüber  dem  Vorjahre  machte  sich  am  meisten

unter  den  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  bemerklich,  demnächst  unter  jugendlichen
Personen  vom  2.  bis  zum  vollendeten  15.  Lebensjahre,  weniger  unter  betagten
Personen  von  60  und  mehr  Jahren,  am  wenigsten  unter  Personen  von  15—60  Jahren.

Oertlich  zeigte  sich  die  Abnahme  der  Sterbefälle  am  deutlichsten  in  einem  bestimmt

zu  umgrenzenden  Gebiete  des  nordwestlichen  Deutschland  und  im  Südwesten  des  Reiches.

.  Was  die  Ursachen  der  Sterbefälle  betrifft,  so  ist  hervorzuheben,  daß

a)  unter  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  die  Zahl  der  Todesfälle  an  Magenund
  Darmkatarrh  um  ca.  24%  geringer  als  im  Vorjahre  war,

b)  unter  Kindern  von  1—15  Jahren  die  Zahl  der  Todesfälle  an  Diphtherie
um  17  %  geringer  war,  nachdem  sie  bereits  von  1894  zu  1895  um  43%
abgenommen  hatte.

e)  Unter  Personen  von  15—60  Jahren  ist  die  Zahl  der  Todesfälle  an  Unterleibstyphus
  um  9%,  an  Lungentuberkulose  um  4%  gesunken.

d)  Aus  der  höchsten  Altersklasse  sind  weniger  Personen  als  im  Vorjahre  namentlich
  an  entzündlichen  Krankheiten  der  t  Athmungsorgone  und  an
Tuberkulose  gestorben.

—

h  Ferner  waren  gestorben:

7  606  Kinder  im  ersten  Lebensmonat,
5  402  Personen  von  60  oder  mehr  Jahren,

in  Folge  von  angeborener  Lebensschwäche.

„  „  „  Altersschwäche

an  Kindbettfieber  358  „

„  anderen  Folgen  der  Geburtt  345)  Frauen  im  Wochenbett,

„  näher  bezeichneten,  aber  nicht  im  Schema  genannten  Krankheiten:  a.  9  618,
c.  14  649,  d.  10  679,  e.  8,  Sa.:  40  538  Personen.

b.  5  584,
        <pb n="195" />
        C.  Graphische  Darstellung  der  verschiedenen  Sterbensgefahr  der  Bewohner  eines  und  desselben  Staatsgebiets  im  Lebensalter
a.  von  0—1  Jahr,  b.  von  1—15  Jahren,  e.  von  15—60  Jahren,  d.  von  60  und  mehr  Jahren.

(Zu  Seite  160.)

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        10.

11.

A.  12.

—  194  —
Alter  der  Gestorbenen.

.  Mehr  als  der  vierte  Theil  aller  Gestorbenen  des  Jahres  1896  hatte  die  Altersgrenze

  von  60  Jahren  überschritten.  Auch  in  dieser  Hinsicht  zeichnete  das  Berichtsjahr
  sich  vortheilhaft  aus,  da  der  Bruchtheil  der  in  so  hohem  Alter  Gestorbenen
in  jedem  der  vier  vorangegangenen  Jahre  kleiner  gewesen  war.

Am  meisten  waren  Personen  von  60  oder  mehr  Jahren  unter  den  Gestorbenen
des  Berichtsjahres  vertreten  in  Waldeck  und  Mecklenburg-Schwerin,  am  wenigsten
in  Berlin;  dort  hatten  etwa  37,  in  Berlin  nur  etwa  19  von  je  100  Gestorbenen
ein  Lebensalter  von  mindestens  60  Jahren  erreicht.

Die  Sterbensgesahr  war  während  des  Berichtsjahres  für  den  im  Alter  von

15—60  Jahren  stehenden  Theil  der  Bevölkerung,  d.  h.  für  mehr  als  die  Hälfte
der  Bewohner,  am  größten  in  Schlesien,  speziell  im  Reg.-Bez.  Breslau,  demnächst
  in  Bayern,  Württemberg  mit  Hohenzollern,  Baden  und  im  Staate  Bremen,
am  geringsten  in  Schaumburg-Lippe,  Schwarzburg-Sondershausen,  Anhalt,
Mecklenburg-Schwerin  und  Schleswig-Holstein.  Auf  je  10  000  Lebende  von  15
bis  60  Jahren  sind  in  jenen  Gebieten  mehr  als  95,  in  diesen  weniger  als  75
Personen  gleichen  Alters  gestorben.

Die  Sterbensgefahr  für  das  jugendliche  Alter  von  1—15  Jahren  war  am

größten  in  den  vier  östlichsten  Provinzen  des  Preußischen  Staates,  am  geringsten
in  Schleswig-Holstein  nebst  dem  angrenzenden  Staate  Lübeck,  in  Württemberg  nebst
Hohenzollern  und  in  Schwarzburg-Sondershausen.  Dort  starben  mehr  als  122,
hier  weniger  als  72  auf  je  10  000  Lebende  von  1—15  Jahren.

.Für  diejenigen  Personen,  welche  das  60.  Lebensjahr  überschritten  hatten,

war  die  Sterbeziffer  am  größten  in  Baden  mit  Hohenzollern,  in  Hessen-Nassau
und  demnächst  in  Bayern,  am  geringsten  in  Schaumburg-Lippe  und  Schleswig-Holstein,
  gering  auch  in  Lübeck,  Bremen  Hamburg,  Mecklenburg-Schwerin,  sowie

in  Berlin,  Pommern,  Ost=  und  Westpreußen,  denn  hier  überall  starben  weniger

als  64,  dort  starben  mehr  als  72  auf  je  1000  in  dieser  höchsten  Altersklasse  lebende
Personen.

Für  Lebendgeborene  war  die  Gefahr,  schon  im  ersten  Lebensjahre  zu  sterben,
am  größten  in  Reuß  ä.  L.  und  im  Königreich  Sachsen,  weitaus  am  geringsten
in  Schaumburg-Lippe;  dort  war  die  Zahl  der  im  ersten  Lebensjahre  gestorbenen
Kinder  nur  etwa  4  mal  kleiner,  in  Schaumburg-Lippe  war  sie  15  mal  kleiner  als
die  Zahl  der  im  Jahre  lebend  geborenen  Kinder.

Der  Ueberschuß  der  Geburten  über  die  Sterbefälle  war  trotz  der  zu  10.
erwähnten  Beobachtungen  im  Königreich  Sachsen  verhältnißmäßig  höher  als  im
Fürstenthum  Schaumburg-Lippe,  und  im  Fürstenthum  Reuß  ä.  L.  immer  noch
höher  als  durchschnittlich  in  der  Gesammtheit  der  19  Staaten  des  Reiches,  woraus
hervorgeht,  daß  das  natürliche  Anwachsen  der  Bevölkerung  durch  die  Höhe  der
Säuglingssterblichkeit  wenig  beeinflußt  wird.

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

Etwa  ein  Drittel  aller  Todesfälle  von  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  wurde
auf  Verdauungsstörungen  (Magen=  und  Darmkatarrh)  zurückgeführt.  Mit  dem
in  der  Stüädtestatistik  gebräuchlichen  Ausdruck  „Brechdurchfall“  wurde  nur  ein
        <pb n="197" />
        13.

14.

b.  15.

16.

17.

c.  18.

19.

20.

21.

d.  22.

—  195  —

geringer  Theil  —  vielfach  nur  der  vierte  Theil  —  derjenigen  Verdauungsstörungen
bezeichnet,  welche  bei  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  zum  Tode  geführt  haben.
Die  Säuglingssterblichkeit  hat  in  jedem  der  seit  1895  an  der  Statistik  betheiligten
Staaten  abgenommen,  am  stärksten  in  Süddeutschland,  doch  war  die  Reihenfolge
der  Staaten  hinsichtlich  der  Höhe  der  Säuglingssterblichkeit  im  Wesentlichen  dieselbe
wie  im  Vorjahre.

In  denjenigen  größeren  Ortschaften  des  Reiches,  deren  Einwohnerzahl  mindestens
15.000  betrug,  hat  die  Säuglingssterblichkeit  während  der  letztabgelaufenen  zwei
Jahrzehnte  so  erheblich  abgenommen,  daß  in  der  Gesammtheit  dieser  Ortschaften
nach  Schätzung  jetzt  18  000  bis  19000  Säuglinge  mehr  als  im  Mittel  vor
15—20  Jahren  dem  Leben  jährlich  erhalten  blieben.

Die  bedeutsamste  Todesursache  im  Alter  von  1—15  Jahren  war,  soweit  Ursachen
  genannt  sind,  immer  noch  die  Diphtherie,  trotzdem  die  Zahl  der  auf  diese
Ursache  zurückgeführten  Todesfälle  seit  1894  ununterbrochen  und  erheblich  abgenommen
  hat  (vgl.  Schlußsatz  Nr.  4.  b).

In  den  größeren  Ortschaften  des  Reiches  starben  während  des  Berichtsjahres  kaum
halb  so  viele  Personen  an  Diphtherie  als  im  Mittel  der  zehn  Jahre  vorher.
Die  drei  verheerendsten  akuten  Infektionskrankheiten  des  jugendlichen  Alters,  die
Diphtherie,  der  Scharlach  und  die  Masern,  haben  außerhalb  der  266  größten
Ortschaften  des  Reiches  weit  mehr  Todesfälle  als  innerhalb  derselben  auf  je  eine
Million  Bewohner  verursacht.

Von  den  im  Alter  zwischen  15  und  60  Jahren  gestorbenen  Personen  ist
fast  die  Hälfte  der  Lungentuberkulose,  Lungenentzündung  oder  einer  sonstigen  entzündlichen
  Krankheit  der  Athmungsorgane  erlegen.

Tuberkulose  ist  durchschnittlich  bei  dem  dritten  Theile  aller  in  diesem  Alter  aus
bekannter  Ursache  gestorbenen  Personen  als  Todesursache  angegeben,  bei  mehr  als
einem  Drittel  namentlich  in  der  bayerischen  Pfalz,  in  Sachsen-Meiningen,  im
Großherzogthum  Baden,  in  Bremen  und  Westfalen,  bei  viel  weniger  namentlich
in  Ost=  und  Westpreußen.

An  Lungentuberkulose  starben  in  diesem  Alter  auf  je  1  000  Lebende  die  meisten
in  der  bayerischen  Pfalz,  demnächst  in  Baden,  die  wenigsten  in  Ostpreußen,  demnächst
  in  Westpreußen,  Schwarzburg-Sondershausen  und  dem  gothaischen  Theile
des  Herzogthums  Sachsen-Coburg-Gotha.

In  Folge  von  Verunglückung  starben  aus  derselben  Altersklasse  verhältnißmäßig
die  meisten  in  Westfalen,  die  wenigsten  in  Schwarzburg-Sondershausen  und  in
Berlin.  Demgegenüber  ist  hervorzuheben,  daß  auf  je  2  Selbstmorde  von  Personen
dieses  Alters  in  Westfalen  etwa  7  tödtliche  Verunglückungen,  dagegen  in  Berlin
und  im  genannten  Fürstenthum  noch  nicht  einmal  1  tödtliche  Verunglückung  entfallen
  ist,  daß  also  neben  den  vielen  tödtlichen  Unglücksfällen  in  Westfalen  sehr
wenige  Selbstmorde,  neben  den  wenigen  Unglücksfällen  in  Berlin  recht  viele
Selbstmorde  vorgekommen  sind.

Bei  denjenigen  Gestorbenen,  welche  das  höchste  Lebensalter  von  60  oder  mehr
Jahren  erreicht  hatten,  ist  „Altersschwäche“  als  häufigste  Todesursache  —  durchschnittlich
  bei  ½8  der  Gestorbenen  —  genannt,  besonders  oft  in  Posen  und  Westpreußen,
  weitaus  am  seltensten  in  Hamburg,  Berlin,  Lübeck  und  Bremen.
        <pb n="198" />
        —  196  —

Etwa  der  fünfte  Theil  der  in  diesem  Alter  aus  bekannter  Ursache  eingetretenen
Todesfälle  ist  auf  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane  oder
Tuberkulose,  und  fast  der  dritte  Theil  auf  nicht  im  Schema  genannte
Krankheiten  (3.  B.  Schlagfluß,  Herzleiden,  Nierenleiden)  zurückgeführt.

Bei  etwa  dem  vierzigsten  Theile  der  Todesfälle  so  bejahrter  Personen  ist  die
Todesursache  unbekannt  geblieben.

Die  besonderen  Sterblichkeitsverhältnisse  unter  der  großstädtischen  Bevölkerung.

23.

24.

25.

26.

28.

In  den  Großstädten  des  Reiches  kamen  auf  je  1000  Bewohner  im  Jahre  weniger
Geburten  und  weniger  Sterbefälle  vor  als  unter  der  Gesammtbevölkerung
der  19  betheiligten  Staaten.

Sterbefälle  unter  Personen  von  15—60  Jahren.

Im  Alter  von  15—60  Jahren  starben  auf  jede  Million  Lebende  dieses  Alters  in
den  Großstädten  330  mehr  als  in  der  Gesammtheit  der  Staaten.

In  den  Großstädten  erlagen  mehr  Personen  dieses  Alters  der  Lungentuberkulose,
  jedoch  weniger  den  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane.
  Aus  beiden  Ursachen  zusammen  starben  in  der  Gesammtheit  der  Großstädte
  etwa  ebenso  viele  wie  außerhalb  derselben.

Dem  Typhus  erlagen  in  den  Großstädten  weniger,  den  Neubildungen
mehr  Personen.

In  den  Großstädten  war  die  Zahl  der  Selbstmorde  höher,  die  Zahl  der
tödtlichen  Verunglückungen  geringer  als  in  der  Gesammtheit  der  Staaten.

Sterbefälle  unter  Kindern  von  1—15  Jahren.

Im  Alter  von  1—15  Jahren  starben  auf  jede  Million  Lebende  dieses  Alters  in
den  Großstädten  1  3290  mehr  als  in  der  Gesammtheit  der  Staaten.

In  den  Großstädten  starben  an  Dipyhtherie,  Magen=  und  Darmkatarrh  sowie
durch  Verunglückung  weniger,  an  Tuberkulose  und  entzündlichen  Krankheiten  der
Athmungsorgane  mehr  Kinder  dieses  Alters  als  in  der  Gesammtheit  der  Staaten.
Sterbefälle  unter  Kindern  des  ersten  Lebensjahres.

Im  ersten  Lebensjahre  starben  auf  je  10  000  Lebendgeborene  in  den  Großstädten
86  Kinder  mehr  als  in  der  Gesammtheit  der  Staaten,  und  zwar  an  Magen=  und
Darmkatarrh,  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  und  an  Tuberkulose
mehr,  dagegen  u.  a.  an  „Keuchhusten“  weniger  Kinder.

Sterbefälle  im  Wochenbett  und  Todtgeburten.

An  den  Folgen  der  Entbindung  einschl.  Kindbettfieber  starben  in  den  Großstädten
verhältnißmäßig  weniger  Frauen  als  in  der  Gesammtheit  der  Staaten,  doch  ist
„Kindbettfieber“  in  den  Großstädten  weit  öfter  als  Todesursache  der  im  Wochenbette
Gestorbenen  angegeben.

Auf  je  10  000  geborene  Kinder  kamen  in  den  Großstädten  9  todtgeborene  mehr
als  in  der  Gesammtheit  der  Staaten.

Natürliche  Bevölkerungszunahme.

Der  Ueberschuß  der  Geburten  über  die  Sterbefälle  war  in  den  Großstädten
auf  jede  Million  Bewohner  um  1  959  geringer  als  in  der  Gesammtheit  der  Staaten
und  um  rund  2  300  geringer  als  außerhalb  der  Großstädte.
        <pb n="199" />
        —  197  —

Diagramm  1—5  (a.e.)

Uebersicht  über  die  Häufigkeit  der  wichtigsten  Todesursachen  während  der  vier  Lebensabschnitte:

  a.  von  der  Geburt  bis  zum  vollendeten  1.  Jahre,  b.  vom  2.  bis  zum  vollendeten

  15.  Jahre,  c.  vom  16.  bis  zum  vollendeten  60.  Jahre,  4.  von  60  Jahren  und
.  darüber.

A.  Unter  allen  Bewohnern  der  betheiligten  Staaten.
B.  Unter  den  Bewohnern  der  25  Großstädte.

a.  b.  c.
Auf  je  10  000  Lebendgeborene  Auf  je  100  000  Lebende  von  Auf  je  100  000  Lebende  von
starben  während  des  ersten  1—15  Jahren  starben  in  15—60  Jahren  starben  in
Lebensjahres  an:  diesem  Alter  an:  diesem  Alter  an:
l  3
1

(40%.

4

700%½%

I.  Unbekannte  Todesursachen.  IV.  Entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane.
II.  1.  Diphtherie,  Masern,  Scharlach  und  Keuch-  V.  Magen-  und  Darmkatarrh.
VI.  Angeborene  Lebensschwäche.

husten.
2.  Masern  und  Scharlach.  VII.  Verunglückung.
8.  Diphtherie.  VIII.  Selbstmord.
III.  1.  Tuberkulose.  IX.  Neubildungen.
X.  Unterleibstyphus.

2.  Lungentuberkulose.
d.  Von  je  10  000  Sterbefällen  unter  Personen  von  60  und  mehr  Jahren  waren  verursacht  durch:

4  5
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15

Mediz--stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  V.
        <pb n="200" />
        —  198  —

e.  Von  je  100  000  entbundenen  Frauen  starben  an  den  Folgen  der  Geburt

4  B
——.  goo
—  i7
2400  250
————.  –Ai23%—
Sansige  Folgem.  -½6
’r.  *
150  1  "354%z  —**
d  ber:  700  100
ettfieber:  *
Kindbettfieber:  ½  4
—  4
Diagramm  6.

Uebersicht  über  die  Alters  zusammensetzung  der  lebenden  Bevölkerung.

A.  In  der  Gesammtheit  der  betheiligten  Staaten.
B.  In  den  25  Großstädten.

Diagramm  7.

Uebersicht  über  die  Häufigkeit  der  Lebendgeburten,  Sterbefälle  und  Todtgeburten  (1)  auf
je  100  000  Bewohner,  sowie  über  die  Höhe  des  Geburtenülberschusses.

A.  In  der  Gesammtheit  der  betheiligten  Staaten.
B.  In  den  25  Großstädten.

—.  ****52
Lebondadnirten  Lehendgebu  A.
        <pb n="201" />
        —  199  —

Erläuterungen  zu  den  Karten  und  Diagrammen.

Auf  den  ersten  beiden  Karten  sind  966  Verwaltungsbezirke  2c.  der  Bundesstaaten  farbig  bezeichnet,
welche  an  Umfang  und  Einwohnerzahl  in  der  Regel  den  preußischen  Kreisen  entsprechen;  118  dieser  Bezirke
haben  eine  ausschließlich  städtische  Bevölkerung  und  sind  auf  den  Karten  durch  kleine  Kreise  dargestellt,
deren  Größe  nicht  weiter  mit  dem  Umfang  des  Stadtbezirks  wechselt.  Von  den  966  Bezirken  entfallen:

auf  Preußen  552,  darunter  die  62  Stadtkreise,

„  Bayern  192,  darunter  die  41  unmittelbaren  Städte,

„  Sachsen  28,  darunter  2  Stadtbezirke  (ugl.  die  Vorbemerkungen  zu  den  Tabellen),

„  Württemberg  64,  darunter  1  Stadtdirektionsbezirk  (Stuttgart),

„  Baden  52,  darunter  kein  rein  städtischer  Bezirk,

„  Hessen  18,  darunter  kein  rein  städtischer  Bezirk,

„  Braunschweig  7,  darunter  1  Stadtbezirk  (Braunschweig),

„  Elsaß-Lothringen  22,  darunter  2  Stadtbezirke  (Straßburg  und  Metz),
ferner  je  5  auf  Anhalt  und  Sachsen-Coburg-Gotha  (vgl.  die  Vorbemerkungen  zu  den  Tabellen),  je
4  auf  Sachsen-Meiningen  und  Waldeck,  je  3  auf  Schwarzburg-Sondershausen  und  Bremen
(Vegesack  ist  zum  Landgebiet  Bremen  gezogen),  je  2  auf  Reuß  ä.  L.,  Lübeck  und  Hamburg.  In  den
Staatsgebieten  der  drei  Freien  Städte  sind  noch  vier  rein  städtische  Bezirke  (Bremen,  Bremerhaven,  Hamburg
  und  Lübeck)  zur  Darstellung  gebracht.  Schaumburg-Lippe  konnte  nach  den  eingegangenen  Aus.
weisen  in  Verwaltungsgebiete  nicht  gesondert  werden,  ist  daher  auf  den  Karten  als  ein  Bezirk  dargestellt.
Aus  Mecklenburg-Schwerin  sind  zwar  Angaben  über  die  Zahl  der  Sterbefälle  im  Ganzen  und  nach
Altersklassen,  auch  nach  einzelnen  Todesursachen,  nicht  aber  Angaben  über  die  Sterbefälle  an  Lungentuberkulose,
  Lungenentzündung  und  Neubildungen  eingegangen,  so  daß  auf  den  ersten  drei  Karten  Mecklenburg-Schwerin
  ebenso  wenig  berücksichtigt  werden  konnte  wie  die  sieben  an  der  1896er  Todesursachenstatistik
noch  unbetheiligten  Staaten:  Sachsen-Weimar,  Mecklenburg-Strelitz,  Oldenburg,  Sachsen-Altenburg,  Schwarzburg.Rudolstadt,
  Reuß  j.  L.  und  Lippe.

I.  Die  erste  der  beigefügten  Karten  (Tafel  V)  soll  die  verschiedene  Hänfigkeit  der  Sterbefälle  an
Lungentuberkulose  in  den  966  Bezirken  der  18  Staaten  des  Reiches  veranschaulichen,  zu  welchem  Zwecke  die
auf  je  10000  Einwohner  des  Bezirks  errechnete  Verhältnißziffer  dieser  Sterbefälle  aus  dem  Berichtsjahre  in
sechs  Farbenstufen  so  zur  Anschauung  gebracht  ist,  daß  die  dunklere  Farbenstufe  immer  die  höhere  betr.
Sterbeziffer  bezeichnet  (vgl.  die  Erläuterung  der  Farben  auf  der  Karte).

Die  Karte  soll  u.  a.  den  Vergleich  mit  den  Sterbeziffern  an  Lungentuberkulose  aus  den  Jahren
1893  und  1894  erleichtern,  welche  auf  Tafel  I  zu  Band  III  und  auf  Tafel  III  zu  Band  IV  der  medizinalstatistischen
  Mittheilungen  in  ähnlicher  Weise  veranschaulicht  worden  sind.

Mit  dem  dunkelsten  Farbenton  sind  diejenigen  Bezirke  gekennzeichnet,  in  denen  während  des
Berichtsjahres  mindestens  36  Todesfälle  an  Lungentuberkulose  auf  je  10000  Bewohner  vorgekommen
sind.  Da  nun  erfahrungsgemäß  von  je  4  Sterbefällen  an  Lungentuberkulose,  8  auf  Personen  der  mittleren
Altersklasse  von  15—60  Jahren  entfallen  (genau  74,5#5  von  je  100),  während  dieser  Altersklasse  durchschnittlich
  doch  nur  57,4  %  aller  lebenden  Bewohner  angehören,  so  entspricht  obiges  Berhältniß  von
mindestens  36  Sterbefällen  auf  je  10  000  Bewohner  der  Thatsache,  daß  in  den  betr.  Bezirken  auf  je
10000  Lebende  von  15—60  Jahren  mindestens  47  der  Lungentuberkulose  erlegen  sind.  (Im  Mittel  für's
Reich  erlagen  diesem  Leiden  nur  28  auf  je  10000  Lebende  der  Altersklasse.)

Von  den  36  Bezirken,  welche  den  dunkelsten  Farbenton  zeigen,  entfallen  15  auf  Bayern,  14  auf
die  vier  westlichen  Provinzen  Preußens,  6  auf  Baden  und  1  aus  Schlesien.

Mit  dem  hellsten  Farbenton  sind  diejenigen  Bezirke  gekennzeichnet,  in  denen  während  des  Berichtsjahres
  höchstens  10  Todesfälle  an  Lungentuberkulose  auf  je  10  000  Einwohner  vorgekommen  sind,  was
etwa  13  solchen  Todesfällen  unter  je  10000  Lebenden  der  Altersklasse  von  15—60  Jahren  entspricht.

Bon  den  31  im  hellsten  Farbenton  gehaltenen  Bezirken  entfallen  16  auf  Ost=  und  BWestpreußen,
3  auf  Brandenburg  und  Pommern,  4  auf  Württemberg,  3  auf  Bayern,  2  auf  die  Provinz  Hannover,  je
1  auf  Baden,  Schwarzburg-Sondershausen  und  Reuß  ä.  L.

II.  Die  zweite  Karte  (Tafel  VI)  veranschaulicht,  wie  viele  von  je  10  000  Bewohnern  in  den  966  Verwaltungsbezirken
  an  Lungenentzündung  während  des  Berichtsjahres  1896  gestorben  sind.  Es  sind  hierbei
grundsätzlich  nur  die  Todesfälle  an  der  sog.  croupösen  Lungenentzündung,  welche  in  der  Regel  akut,  innerhalb
  weniger  Tage  oder  Wochen  verläuft,  berücksichtigt,  also  nicht  die  schleichend  verlaufenen,  chronischen
Fälle  der  Lungenentzündung;  letztere  Formen  sollten  vielmehr  gemäß  Vereinbarung  den  „sonstigen  entzündlichen
  Krankheiten  der  Athmungsorgane“  zugerechnet  werden.  15.
        <pb n="202" />
        —  200  —

Weniger  als  10  Sterbe  fälle  an  Lungentzündung  auf  je  10000  Einwohner  hatten  276  von
den  966  Bezirken,  d.  h.  im  Ganzen  nur  etwas  mehr  als  der  vierte  Theil  derselben,  dagegen  in  Bayern
und  Baden  etwa  die  Hälfte,  in  Reuß  ä.  L.  und  Lübeck  die  Hälfte  und  in  Sachsen,  Anhalt,  Schwarzburg-Sondershausen,
  Schaumburg-Lippe  sogar  mehr  als  die  Hälfte  der  Bezirke.  Mindestens  der  dritte  Theil
der  Kreise  erfreute  sich  einer  so  geringen  Sterbeziffer  an  Lungenentzündung  noch  in  Ostpreußen,  Westpreußen,
  Pommern,  Posen,  Hessen  und  Elsaß-Lothringen,  während  es  in  den  drei  westlichen  Provinzen
Preußens  nur  vereinzelt  Kreise  mit  einer  so  niedrigen  Sterbeziffer  (von  weniger  als  1%00)  gab.

Die  höchsten  Zahlen  der  betreffenden  Sterbefälle,  30  und  mehr  auf  je  10000  Einwohner,
sind  aus  je  einem  Kreise  Schlesiens  (Zabrze),  Hessen-Nassaus  (Gersfeld),  der  Rheinprovinz  (Ruhrort),  aus
einem  Bezirksamte  Mittelfrankens  (Weißenburg)  und  aus  sechs  Kreisen  Westfalens  (Dortmund  Stadt,
Gelsenkirchen  Stadt,  Dortmund  Land,  Recklinghausen,  Ahaus,  Bochum  Stadt)  gemeldet;  20  und  mehr
Sterbefälle  auf  je  10000  Einwohner  sind  im  Ganzen  in  117  Bezirken  beobachtet,  namentlich  in  relativ
vielen  Bezirken  Westfalens  (in  24  von  44),  Hessen-Nassaus  (15:  42),  der  Rheinprovinz  (23:75),  Braunschweigs
  (3:7),  Waldecks  (1:  4),  Hannovers  (13:  78),  Württembergs  (9:  64),  Schwabens  (4:  30)  und  der
fränkischen  Regierungsbezirke  Bayerns  (11:  78).

Ein  Vergleich  mit  der  entsprechenden  Karte  aus  dem  Jahre  1893  (Tafel  III  zu  Band  III  der
med.-stat.  Mitheilungen)  lehrt,  daß  jetzt  wie  damals:

1)  im  Osten  die  Bezirke  mit  einer  den  Durchschnitt  nicht  erreichenden  Sterbeziffer  überwiegen,

2)  im  Westen  und  Südwesten  die  Bezirke  mit  einer  den  Durchschnitt  übersteigenden  Sterbeziffer  überwiegen.

III.  Die  Tafel  VII  soll  veranschaulichen,  wie  häufig  während  der  fünf  Berichtsjahre  1892  bis  1896
in  jedem  der  9631)  Verwaltungsbezirke  Todesfälle  auf  Neubildungen,  wie  Krebs,  Sarkom  und  dergl.
zurückgeführt  worden  sind,  doch  konnten  für  Braunschweig  nur  die  Ausweise  von  drei  Jahren  (1894—1896),
für  Sachsen-Meiningen  und  Schaumburg-Lippe  die  Ausweise  aus  zwei  Jahren  (1895  und  1896),  für
Anhalt,  Schwarzburg-Sondershausen,  Waldeck,  Reuß  ä.  L.,  Lübeck  nur  der  Ausweis  aus  einem  Jahre
(1896)  benutzt  werden.  Im  Ganzen  kamen  während  des  Jahrfünfts  etwa  30  Todesfälle  in  Folge  von
Neubildungen  auf  je  1000  Todesfälle  aus  allen  Altersklassen  und  zwar  im  ersten  Berichtsjahre  nur  etwa
26,  im  letzten  Berichtsjahre  fast  34  auf  je  1000  Sterbefälle,  deren  Ursache  eingetragen  war,  was  entweder
auf  eine  beträchtliche  Zunahme  dieser  Leiden  oder  auf  eine  zunehmende  Berücksichtigung  derselben  bei  Eintragung
  der  Todesursachen  schließen  läßt.  Auf  je  100000  Lebende  aller  Altersklassen  sind  im  ersten
Berichtsjahre  etwa  60,  im  letzten  Berichtsjahre  reichlich  68  Personen  in  Folge  von  Neubildungen  gestorben.

Im  Durchschnitt  der  fünf  Berichtsjahre  sind  die  meisten  Todesfälle  aus  dieser  Ursache  —  24  auf
10000  Lebende  —  in  dem  bayerischen  Städtchen  Donauwörth  vorgekommen,  demnächst  in  der  Universitätsstadt
  Erlangen  (23:  10  000  Einwohner);  auch  andere  Universitätsstädte  z.  B.  Göttingen,  Bonn,  München,
Halle,  Kiel,  Würzburg,  Straßburg,  Breslau,  Königsberg  zeichnen  sich  durch  eine  hohe  Zahl  (mehr  als
10:  10000  Einwohnern)  solcher  Sterbefälle  aus.

Mehr  als  15  Sterbefälle  aus  dieser  Ursache  auf  je  10000  Einwohner  hatten  jährlich  13  Bezirke,
darunter  10  in  Bayern,  2  in  Baden  (Engen  und  Waldshut),  1  in  Preußen  (Stadt  Göttingen),  10  bis  15
Sterbefälle  auf  je  10  000  Bewohner  hatten  148  Bezirke,  darunter  in  ganz  Preußen  nur  16  Kreise  (die
Stadtkreise  Königsberg,  Danzig,  Stettin,  Stralsund,  Posen,  Breslau,  Halberstadt,  Halle,  Nordhausen,
Altona,  Flensburg,  Kiel,  Hanau,  Bonn,  Koblenz  und  der  Landkreis  Greifswald),  in  Bayern  74  Bezirksämter
  bezw.  unmittelbare  Städte,  in  Baden  20  Bezirksämter,  in  Württemberg  13  Oberämter,  im  Königreich
  Sachsen  11  Amtshauptma  unschaften,  in  Hessen  5  und  in  Elsaß-Lothringen  3  Kreise,  ferner  die  beiden
Gebiete  des  Staates  Lübeck,  sonst  noch  je  1  Bezirk  in  Braunschweig  (Stadt  Braunschweig),  Anhalt,
Schwarzburg-Sondershausen  und  Hamburg  (Stadt  Hamburg).  In  allen  anderen  802  auf  der  Karte  farbig
bezeichneten  Verwaltungsbezirken  ist  jährlich  nicht  einmal  ein  Todesfall  in  Folge  von  Neubildungen  auf
je  1000  Einwohner  vorgekommen,  und  selbst  in  dem  an  Heilanstalten  reichen  Berlin,  dessen  Einwohnerzahl
  am  1.  Dezember  1890  schon  1578794  betrug,  wurden  während  der  fünf  Berichtsjahre  nur  7541
Todesfälle  —  jährlich  im  Mittel  1508  —  auf  Neubildungen  zurückgeführt.

IV.  Die  vierte  Karte  (Tafel  VIII)  zeigt,  wo  die  Gefahr  vor  Ablauf  des  60.  Lebensjahres
zu  sterben  für  erwachsene  Personen,  d.  h.  nach  zurückgelegtem  15.  Lebensjahre,  einerseits  am  größten,
andererseits  am  geringsten  gewesen  ist,  und  zwar  sind  der  Darstellung  in  der  Regel  die  Ergebnisse  von
zwei  Berichtsjahren,  1895  und  1896,  zu  Grunde  gelegt,  ausnahmsweise  konnten  nur  die  Ausweise  des
einen  Jahres  1896  benutzt  werden  für  Mecklenburg-  Schwerin,  Anhalt,  Schwarzburg-Sondershausen,

1)  Obige  966  Verwaltungsbezirke,  ausschl.  der  8  neuerdings  erst  gebildeten  Stadtkreise  Tilsit,  Gelsenkirchen,
  Solingen.
        <pb n="203" />
        —  201  —

Waldeck,  Reuß  ä.  L.  und  Lübeck.  Die  betheiligten  Staaten  sind  auf  dieser  Karte  in  75  größere  Verwaltungsbezirke,
  welche  den  preußischen,  bayerischen,  sächsischen  Regierungsbezirken  entsprechen,  gesondert,
da  für  alle  kleineren  Bezirke,  (Kreise  2c.)  die  zur  Errechnung  der  betr.,  Sterbeziffern  erforderlichen  Ergebnisse
der  letzten  Bolkszählung  über  die  Alterszusammensetzung  der  Bewohner  noch  nicht  veröffentlicht  waren.

Am  günstigsten  waren  die  Sterblichkeitsverhältnisse  dieser  Personen  von  15—60  Jahren,  wenn
man  die  Ausweise  von  1895  und  1896  berücksichtigt,  in  den  Regierungsbezirken  Bromberg,  Schleswig,
Köslin,  ferner  im  Herzogthum  Gotha  und  in  Schaumburg-Lippe,  am  ungünstigsten  waren  sie  im  Reg.=Bez.
  Breslau,  im  Herzogthum  Coburg  und  in  den  Regierungsbezirken  Schwaben  und  Unterfranken  nebst
dem  an  Schwaben  grenzenden  Reg.-Bez.  Sigmaringen.  Zieht  man  aber,  wie  es  geschehen  ist,  auch  diejenigen
  Staaten  in  Betracht,  welche  nur  für  1896,  noch  nicht  für  1895,  Ausweise  zur  Sterbefallsstatistik
eingesandt  haben,  und  nimmt  an,  daß  in  ihnen  während  des  Jahres  1895  dieselben  Sterblichkeitsverhältnisse
  wie  im  Jahre  1896  geherrscht  haben,  so  gewinnt  man  nach  der  Höhe  der  Sterbeziffer  diejenigen
Reihennummern  der  Verwaltungsbezirke  (Nr.  1  bis  Nr.  75),  welche  weiter  unten  mitgetheilt  sind.

Betrachtet  man  auf  der  Karte  nach  einander  den  mittleren,  dann  den  östlichen  und  westlichen
Theil  des  Reiches,  so  zeichnen  sich  die  nachstehend  benannten  Staatsgebiete  durch  die  niedrigsten  Sterbeziffern
für  Erwachsene  mittleren  Lebensalters  aus  (unter  9,5  000)

1)  im  mittleren  Norddeutschland  (zwischen  Oder  und  Weser):  die  Bundesstaaten  Mecklenburg-Schwerin,
  Anhalt,  Schwarzburg-Sondershausen,  Reuß  ä.  L.,  Schaumburg-Lippe,
  Lübeck,  das  Herzogthum  Gotha,  die  preußischen  Regierungsbezirke  Schleswig,  Lüneburg,
  Magdeburg,  Merseburg,  Erfurt  und  die  sächsische  Kreishauptmannschaft  Zwickau:

2)  im  Osten  des  Reiches  (östlich  der  Elbe):  die  8  Regierungsbezirke  Gumbinnen,  Marienwerder,
  Bromberg,  Posen,  Potsdam,  Frankfurt,  Stettin  und  Köslin;

3)  im  Westen  und  Süden  nur  das  Fürstenthum  Waldeck,  der  Reg.-Bez.  Aachen  und  der  Bezirk
Lothringen;

4)  im  Nordwesten  der  Reg.-Bez.  Aurich.

Bon  den  entsprechenden  Verwaltungsbezirken  Bayerns,  Württembergs,  Badens,  Hessens  hat  kein

einziger  im  Durchschnitt  der  beiden  Berichtsjahre  eine  bezügliche  Sterbeziffer  unter  8,6  900  gehabt.

Andererseits  gehören  zu  den  auf  der  Karte  am  dunkelsten  bezeichneten  Gebieten,  hatten  also  die  höchste
Sterbeziffer  (mehr  als  9,48000):

1)  im  Süden  und  Südwesten  des  Reiches  alle  vier  Landeskommissariatsbezirke  Badens  und
von  den  acht  Regierungsbezirken  Bayerns  alle  außer  Niederbayern,  ferner  der  Schwarzwaldkreis
  nebst  dem  angrenzenden  Reg.-Bez.  Sigmaringen,  die  Provinz  Starkenburg
und  das  Oberelsaß;

2)  im  Westen  und  Nordwesten:  die  Regierungsbezirke  Münster,  Arnsberg,  Osnabrück,
Kassel,  Wiesbaden,  Koblenz  und  der  Staat  Bremen;

3)  im  Osten  die  Regierungsbezirke  Breslau  und  Liegnitz;

4)  in  Mitteldeutschland  nur  das  Herzothum  Coburg.

Eine  mittlere  Sterbeziffer  der  Erwachsenen  hatten  in  den  beiden  Berichtsjahren  u.  a.  Berlin,  der
Reg.-Bez.  Düsseldorf,  das  Herzogthum  Braunschweig  und  auch  der  größte  Theil  der  Königreiche
Sachsen  und  Württemberg,  denn  die  Reihenfolge  der  Gebiete  nach  der  Höhe  der  (in  Klammern  beigefügten)
Sterbeziffer  ist  folgende:

1.  Schwarzburg-Sondershausen  (7/05),  2.  Anhalt  (7,70,  3.  Mecklenburg-Schwerin  (7,84),  4.  Reg.-Bez.
Bromberg  (7.,56),  5.  Schleswig-Holstein  (7,66),  6.  Staat  Lübeck  (7,68),  7.  Herzogthum  Gotha  (7/69),
8.  Schaumburg-Lippe  (7,  ),  9.  Reg.-Bez.  Köslin  (7.,78),  10.  Reg.-Bez.  Aurich  (7,84),  11.  Reg.-Bez.
Marienwerder  (7,88),  12.  Reg.-Bez.  Potsdam  (7,01),  18.  Reg.-Bez.  Posen  (7,658),  14.  Reuß  ä.  L.  (8/02),
15.  Reg.-Bez.  Lüneburg  (8,06),  16.  Reg.-Bez.  Merseburg  (8,11),  17.  Reg.-Bez  Magdeburg  (8,42),  18.  Waldeck
(8,29),  19.  Reg.-Bez.  Frankfurt  (9,83),  20.  Kreishauptmannschaft  Zwickau  (8,65),  21.  Reg.-Bez.  Stettin  (8,89),
22.  Bezirk  Lothringen  (8,12),  23.  Reg.-Bez.  Aachen  (8,48),  24.  Reg.-Bez.  Gumbinnen  (8,68),  25.  Reg.-Bez.
Erfurt  (8,45),  26.  Reg.-Bez.  Stralsund  (8,67),  27.  Reg.-Bez.  Königsberg  (8,68),  28.  Kreishauptmannschaft
Leipzig  (8,,4),  29.  Kreishauptmannschaft  Bautzen  (8,69),  30.  Reg.-Bez.  Hildesheim  (§,78),  31.  Staat
Hamburg  (8,78),  32.  Reg.-Bez.  Hannover  (8,80),  33.  Reg.-Bez.  Danzig  (8,#5),  34.  Herzogthum  Braunschweig
(6,66),  35.  Kreishauptmannschaft  Dresden  (8,91),  36.  Reg.-Bez.  Stade  (8,97),  37.  Unter-Elsaß  (8,9),
38.  Reg.-Bez.  Düsseldorf  (8,02),  39.  Rheinhessen  (9,0),  40.  Stadtbezirk  Berlin  (9/09),  41.  Niederbayern  (9,10),
42.  Sachsen-Meiningen  (9,897),  43.  Neckarkreis  (9,28),  44.  Donaukreis  (9,58),  45.  Reg.-Bez.  Köln  (9,82),
46.  Jagstkreis  (9,#),  47.  Reg.-Bez.  Oppeln  (9,/“7),  48.  Reg.-Bez.  Minden  (9,##),  49.  Reg.-Bez.  Trier  (9,89),
        <pb n="204" />
        —  202  —

50.  Oberhessen  (8,48),  51.  Reg.-Bez.  Koblenz  (9,"4),  52.  Ober-Elsaß  (9,46),  53.  Reg.-Bez.  Wiesbaden  (8,46),
54.  Landeskommissariatsbezirk  Freiburg  (9,,4),  55.  Reg-Bez.  Kassel  (9,85),  56.  Reg.-Bez.  Osnabrück  (9,62),
57.  Reg.-Bez.  Arnsberg  (9,69),  58.  Reg.-Bez.  Liegnitz  (8,66),  59.  Oberfranken  (9,67),  60.  Pfalz  (9,84),
61.  Oberbayern  (9,63),  62.  Staat  Bremen  (9,/0),  63.  Mittelfranken  (9,82),  64.  Landeskommissariatsbezirk
Karlsruhe  (9,08),  65.  Reg.-Bez.  Münster  (9,8),  66.  Landeskommissariatsbezirk  Konstanz  (9,,4),  67.  Ober.
pfalz  (9,s),  68.  Provinz  Starkenburg  (9,,#8),  69.  Landeskommissariatsbezirk  Mannheim  (9,89),  70.  Schwarzwaldkreis
  (9,79),  71.  Unterfranken  (10,06),  72.  Reg.-Bez.  Schwaben  (10,79),  73.  Reg.-Bez.  Sigmaringen  (10,80),
74.  Herzogthum  Coburg  (10,46),  75.  Reg.-Bez.  Breslau  (100).

Vahlentabellen  zu  den  Diagrammen.
Zu  den  Diagrammen  a.  bis  e.
a.  Auf  je  10000  Lebendgeborene  starben  während  des  ersten  Lebensjahres:

A.  in  den  19  (18)  Staaten  B.  in  den  25  Großstädten
aus  angeborener  Lebensschwäche  (Vll))  512  334
an  Magen-  und  Darmkatarrh  (V)..  .  .  619  906
„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane
  (IV)  ........  ..  ...  179  259
„  Tuberkulose  (III,  11)  23  40
„Diophtherie,  Masern,  Scharlach  und
Keuchhusten  Ul))  129  29  +  2%  +  5  +  4%  7  +  „  „  +  2%  +  39)
aus  unbekannter  Ursache  l))  77  27
im  Ganzen7  986  2072
b.  Auf  je  100  000  Lebende  von  1—15  Jahren  starben  in  diesem  Alter:
A.  in  den  19  B.  in  den
(18)  Staaten  25  Großstädten
an  Diphtherie  (III,  33333333))))ccccü  162  (161,e1  129
„  Scharlach  und  Masern  (II,ß.)00  99  (434  +  55,71  121  (53.—+  681
„  Tuberkulose  (III,11)1)1)1))  83  (83,1  140
„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  (IVV.  US1  207
„  Magen=  und  Darmkatarrh  (V)  ................  ..  ...  94  [94,46)  92
durch  Verunglückung  (VIU)  ...  .  .  .  .  ...  ..  .  ...  32  181,#1  30
aus  unbekannter  Ursache  110  33  (32,8  8
im  Ganzen  1015  1163

e.  Auf  je  100  000  Lebende  von  15—60  Jahren  starben  Personen  dieses
Alters:

A.  in  den  19  B.  in  den
(18)  Staaten  25  Großstädten

an  Lungentuberkulose  (III,  2)  294  296
„  entzündlichen  Krankheiten  der  Athmungsorgane  (#W#)  113  96
„  Unterleibstyphuis  000000  ..  ..  13  8
„  Neubildungen  (IX)  ..  ......................  ....  60  90
durch  Selbstmord  (VIII)........................  ...  26  40

„  Berunglückung  (VI)  ..  .  .  .  ....................  88  33
aus  unbekannter  Ursache  1l11))  20  5

im  Ganzen  998  931
        <pb n="205" />
        203

—
——

d.  Von  je  10  000  Sterbefällen  unter  Personen  von  60  und  mehr  Lebensjahren,
  deren  Ursache  in  die  Sterberegister  eingetragen  worden  ist,  waren  veranlaßt:

durch  Altersschwäche
entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane
Tuberkulose  ...................
Neubildungen
Mageu-  und  Darmkatarrh
Verunglückung
Selbstmord

A.  in  den  19  B.  in  den
(18)  Staaten  25  Großstädten
.....  402  2  102
1397  71769
.....  Zw-  1984  574I  U«
.....  635  1  153.
.....  68  50
.....  97»  89
.  .  ..  l  779  ½  197

e.  Auf  je  100  000  lebend=  oder  todtgeborene  Kinder  (entbundene  Frauen)
kamen  Todesfälle  im  Wochenbett:

Zum  Diagramm  f.

Zum  Diagramm  g.

A.  in  den  B.  in  den
19  Staaten  25  Großstädten
an  Kindbettsieben  143  152
„  sonstigen  Folgen  der  Geburt  197  91
im  Ganzen  340  243
Auf  je  100  000  Bewohner  kamen:
A.  in  den  B.  in  den
19  Staaten  25  Großstädten
Lebendgeboen  3664  3349
Todtgebonen  124  116
Sterbefälle  (ausschl.  der  Todtgeborenen)  ..  2  106  1986
mehr  Geburten  als  Todesfälll  1  556  71  363
Von  je  1000  lebenden  Bewohnern  standen:
A.  innerhalb  der  B.  außerhalb  der
25  Großstädte  25  Großstädte
a.  im  ersten  Lebensjahrn  25  -
b.  „  Alter  von  1  bis  15  Jahren  265  326
o,  „  „  15  „„  60  „  652  562
d.  „  „  „  60  und  mehr  ....  58  92
        <pb n="206" />
        Ergebnisse  der  amtlichen  Pockentodesfallstatistik  im  Deutschen
Reiche  vom  Jahre  1897,  nebst  Auhang,  betreffend  die  Pockenerkrankungen
  im  Jahre  1897.

Berichterstatter:  Dr.  Brucke,
Königl.  preußischer  Stabsarzt,  kommandirt  zum  Kaiserlichen  Gesundheitsamte.

Die  Zahl  der  Pockentodesfälle  im  Deutschen  Reiche  ist  während  des  Jahres  1897
gegen  die  früheren  Jahre  noch  mehr  gesunken;  es  wurden  nur  5  Todesfälle  an  Pocken
festgestellt  gegen  10  im  Jahre  1896,  27  im  Jahre  1895  und  116  im  Durchschnitt  des
zehnjährigen  Zeitraums  1886/95.  Auf  je  eine  Million  Einwohner  kamen  Todesfälle  an
Pocken  im  Jahre  1897  0,6,  im  Jahre  1896  0/9,  im  Jahre  1895  0,2,  im  zehnjährigen
Durchschnitt  1886/95  2//4.

Die  5  Pockentodesfälle  !1)  des  Berichtsjahres  kamen  in  5  Gemeinden  von  Preußen
vor;  in  den  übrigen  Bundesstaaten  und  in  Elsaß-Lothringen  sind  Todesfälle  an  Pocken
nicht  zur  Anzeige  gelangt.

In  2  Gemeinden  (Gut  Schildeck  und  Ketzwalde)  des  nahe  der  russischen  Grenze
gelegenen  Kreises  Osterode  i.  Ostpr.  starb  ein  im  1.  und  ein  im  2.  Lebensjahre  stehendes
Mädchen  an  den  Pocken.  Ueber  den  Impfzustand  und  Entstehung  der  Krankheit  sind  Angaben
  nicht  gemacht.  In  Berlin  starb  eine  35  jährige  Frau,  die  im  12.  Jahre  mit  Erfolg
wiedergeimpft  war  (Angaben  über  die  Beschaffenheit  der  Impfnarben  fehlen),  in  der  dicht
an  der  österreichischen  Grenze  liegenden  Stadt  Hultschin,  Kreis  Ratibor,  ein  im  2.  Lebensjahre
  stehender,  ungeimpfter  Knabe,  welcher  11  Tage  vor  seiner  Erkrankung  aus  Oesterreich
zugereist  war,  und  in  Klein  -Schkorlopp,  Kreis  Merseburg,  ein  4jähriges  Mädchen,
welches  vor  etwa  3  Jahren  mit  Erfolg  geimpft  war,  aber  nur  2  undeutliche  Impfnarben  zeigte.

Näheres  über  die  Verbreitung  der  Pocken  ist  aus  dem  „Anhang,  betreffend  die  Pockenerkrankungen
  im  Jahre  1897“  zu  ersehen.

Zwei  Todesfälle  erfolgten  im  Mai,  je  einer  im  Juli,  August  und  Oktober.

Aus  außerdeutschen  europäischen  Staaten  liegen  über  die  Zahl  der  Pockentodesfälle
des  Jahres  1897  bis  jetzt  nur  Mittheilungen  für  einige  Städtegruppen  vor.  Die  betreffenden
Angaben  sind  in  nachstehender  Uebersicht  derjenigen  aus  dem  Deutschen  Reiche  und  aus

1)  Bei  einer  tödtlich  verlaufenen  pockenverdächtigen  Erkrankung  in  Rain,  Bezirksamt  Neuburg  a.  /  D.,
Königreich  Bayern,  ist  nach  Mittheilung  des  betreffenden  Amtsarztes  die  Diagnose  derart  zweiselhaft
geworden,  daß  der  Fall  in  die  allgemeine  Landesstatistik  nicht  ausgenommen  wurde.  Höchst  wahrscheinlich
hat  es  sich  um  Schälblasen  (Pemphigus)  gehandelt.  Die  Erkrankte,  ein  halbjähriges  Mädchen,  war
ungeimpft.  Irgend  eine  Möglichkeit  zur  Ansteckung  war  nicht  nachweisbar.
        <pb n="207" />
        205

der  Gruppe  der  größeren  (über  15  000  Einwohner)  Orte  des  Deutschen  Reiches  gegenüber

  gestellt.

Pockentodesfälle
in  270  in  57  in  15  in  72  Städ-  "6
im  Städten  ꝛc.  Städten  größeren  ten  Belgiens  K  guahere  tner
Deutschen  des  und  Städten  2c.  und  8  Vor-  Städten  Städten  Städten  der
Reiche  Deutschen  Gemeinden  der  orten  von
Keiches  OesterreichSchwelz  Praflel  Frankreichs  Englands  Niederlande
Bei  einer  Einwohnerzahl
  von  53  182  854/14  878  945/3  681  116  616  154  2332  1858  668  008  10  992  524  1  481  391
starben  im  Jahre
1897..  5  1  91  —  5  107  18  1
mithin  von  je  «
100  000  Einwohnern
  “*i  0,oi  2,41  —  0,21  L,28  O,i  O,oꝛ

Hiernach  sind  in  allen  Städtegruppen  des  Auslandes  mit  Ausnahme  der  der  Schweiz
durchschnittlich  weit  mehr  Pockentodesfälle  vorgekommen  als  in  derjenigen  des  Deutschen
Reiches.  Setzt  man  die  Verhältnißziffer  der  Pockentodesfälle  in  den  270  Städten  ꝛc.  des
Deutschen  Reiches  (0,1:  100  000  Einwohner)  als  Einheit,  so  entfiel  auf  die  Städte

der  Niederlande  etwa  die

Englands
Belgiens
Frankreichs
Oesterreichs

i  -

n  n

16

247

fache  Zahl

n

Ans  einzelnen  europäischen  Großstädten  und  einigen  mittelgroßen  Nachbarstädten
des  Deutschen  Reiches  liegen  ferner  folgende  Angaben  für  das  Jahr  1897  vor  1  (die  in
Klammern  stehenden  Ziffern  geben  das  Verhältniß  auf  je  100  000  Einwohner  an):
.....................  1

Bordeaux.................  1
Bristol...............  .  ...  1
Brüssel  mit  Vororten  .......  2
Budapest..................  2
Bularest  .............  ..  ...  88
Dubln  2
Edinburg  ..............  ...  8
Glasgow..................  8
Hull  ............  ..  ..  ...  1
Lemberg  ........  ......  .  ...  1
Lille  .....................  2
Lifsabon  ..................  318
Livonoon  1
Londaao  16

(0)
(106,,)
(10)
(0,)

Rom

Triest
Warschau

(0,)

175  (85,,)
4  (0,)
18  ((400))
838  (93899)
(0)

118  (29,9)
195  (139,)
11  (0,)
119  (9,,)
(0,)

(0,)

11  (699)
268  (48,t)

Demgegenüber  starb  zu  derselben  Zeit  innerhab  des  Deutschen  Reiches  an  den  Pocken

nur  in  einer  Großstadt  und  zwar

in  Berlin  1  (0,0).
In  allen  anderen  Städten  des  Deutschen  Reiches  mit  50  000  und  mehr  Einwohnern
ist  im  Berichtsjahre  ein  Pockentodesfall  nicht  vorgekommen.

1)  Aus  dem  „Bulletin  annnel  de  statistique  démographique  et  médicale,  dressé  d'après  les

documents  officiels  par  le  docteur  E.  Janssens“.

Année  1897.
        <pb n="208" />
        Anhang.
Die  Pockeuerkrankuugen  im  Jahre  1897.

Nach  den  für  das  Jahr  1897  beim  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  eingegangenen
Meldekarten  sind  in  den  24  außerpreußischen  Bundesstaaten  und  in  Elsaß-Lothringen  1)  im
Ganzen  16  Erkrankungen  an  Pocken  zur  amtlichen  Kenntniß  gelangt,  darunter  keine  mit
tödtlichem  Ausgang.:)  Unter  den  Erkrankten  befanden  sich  2  landwirthschaftliche  Arbeiterinnen
  und  1  Schüler,  welche  aus  ihrem  in  Rußland  gelegenen  Heimathsorte  krank  zugereist
waren,  sowie  1  in  Böhmen  geborener  Verkäufer,  der  sich  allerdings  schon  längere  Zeit  in
Deutschland  aufgehalten  hatte.  Da  die  Gesammtbevölkerung  des  Reiches  mit  Ausschluß  von
Preußen  sich  nach  der  letzten  Volkszählung  auf  20  424778  und  für  die  Mitte  des  Berichtsjahres
  nach  der  üblichen  Schätzung  auf  20  726  775  belief,  so  sind  auf  je  1  Million
Einwohner  innerhalb  Jahresfrist  nur  0##7  Personen  (im  Vorjahre  1,01)  an  den  Pocken  erkrankt.
Die  Verhältnißziffer  stellt  sich  noch  niedriger,  wenn  man  die  Ausländer  in  Abzug  bringt.

Von  den  16  Pockenerkrankungen  wurden  beobachtet:  8  in  Bayern,  4  im  Königreich
Sachsen,  je  2  in  Braunschweig  und  Schwarzburg-Rudolstadt.  In  20  Bundesstaaten  und
in  Elsaß-Lothringen  sind  Erkrankungen  an  Pocken  überhaupt  nicht  zur  Anzeige  gelangt.

In  Bayern  wurden  aus  München  4  und  aus  4  anderen  Gemeinden  je  1  Pockenerkrankung
  gemeldet.

In  München  erkrankten  Ende  Juni  die  32jährige,  nur  einmal  im  ersten  Lebensjahre
  geimpfte  Tochter  eines  Kaufmanns  und  am  1.  Juli  eine  ebenso  alte  Kaufmannsfrau,
welche  mit  11  Jahren  und  am  2.  Juli  (also  nach  ihrer  Erkrankung)  wiedergeimpft  war,
leicht  an  diskreten  Pocken.  In  beiden  Fällen  geben  die  Meldekarten  an,  daß  die  Ansteckung
  vermuthlich  durch  Familienangehörige  erfolgt  ist,  deren  im  Mai  bezw.  Juni  stattgehabten
  Erkrankungen  als  Varicellen  gedeutet  worden  waren  3).  Von  der  Kaufmannsfrau
wurde  die  Krankheit  auf  das  Hausmeister-Ehepaar  übertragen;  beide  Ehegatten  waren  über

1)  Die  aus  Preußen  eingegangenen  Meldekarten  werden  weiter  unten  besonders  besprochen.

2)  In  Oesterreich=  Ungarn  sind  nach  vorläufigen  Mittheilungen  während  des  Jahres  1897
4208  Pockenerkrankungen  mit  848  Todesfällen  (=  20,1  %  der  Erkrankten)  gemeldet  worden.  (Oesterr.
San.-W.  1898,  S.  419.)  Der  Impfzustand  ist  bei  8  976  mit  780  Todesfällen  bekannt;  hiervon  betrafen
2015  mit  163  (8,1)  geimpfte,  1961  mit  617  (31,8%)  ungeimpfte  Personen.  (Vergl.  Veröffentl.  d.
Kaiserl.  Gesundheitsamtes  1898  S.  1049).

9  Gemäß  eines  nach  der  Drucklegung  eingegangenen  Berichts  war  in  den  Münchener  Fällen  die
Ansteckung  durch  einen  Herrn,  der  in  Wien  die  Pocken  überstanden  hatte  und  von  dort  vor  vollendeter
Genesung  zurückgekehrt  war,  erfolgt.
        <pb n="209" />
        —  207  —

40  Jahre  alt  und  etwa  4  bezw.  6  Wochen  vor  ihrer  Erkrankung  ohne  Erfolg  wiedergeimpft.
Der  Verlauf  war  auch  bei  diesen  beiden  leicht.  —  In  Dietrichingen,  Bezirk  Zweibrücken,
waren  im  März  ein  43jähriger  Knecht,  der  nur  einmal  als  Kind  geimpft  war,  und  in
Landau  i.  d.  Pfalz  ein  24jähriger  Kanonier,  der  im  21.  Jahre  mit  Erfolg  wiedergeimpft
war,  leicht  an  diskreten  bezw.  modifizirten  Pocken  krank.  Ueber  die  Ansteckung  ist  nichts
ermittelt.  —  In  Nürnberg  wurde  ein  36jähriger  Kondukteur,  der  vor  etwa  15  Jahren
mit  Erfolg  wiedergeimpft  war,  ebenfalls  leicht  von  diskreten  Pocken  befallen;  die  Ansteckung
erfolgte  inhaltlich  der  Meldekarte  wahrscheinlich  im  Uebernachtungslokal  zu  Furth  i.  W.  —
In  Harburg,  Bezirk  Donauwörth,  war  ein  41jähriger  Gastwirth,  welcher  vor  20  Jahren
wieder  geimpft  war,  mittelschwer  an  konfluirenden  Pocken  erkrankt;  die  Ansteckungsquelle
blieb  unbekannt.

Im  Königreich  Sachsen  gelangte  aus  4  Gemeinden  je  1  Fall  zur  Anzeige.

In  Auerbach,  Kreishauptmannschaft  Zwickau,  erkrankte  Ende  Dezember  1896  ein
42jähriger,  im  Eisenbahndienst  beschäftigter  Packer,  der  angeblich  nur  einmal  als  Kind  geimpft
  war.  Es  wäre  anzunehmen,  daß  er,  als  er  vor  20  Jahren  Soldat  war,  in  dieser
Zeit  wiedergeimpft  wurde;  doch  findet  sich  auf  der  Meldekarte  die  ausdrückliche  Angabe,
daß  „von  der  Revaccination  wegen  zu  starker  Impfnarben  Abstand  genommen  wurde"“.
Betreffs  der  Ansteckung  konnte  nur  festgestellt  werden,  daß  er  auf  dem  Güterboden  mit
Haaren  und  Häuten  zu  thun  gehabt  hatte.  —  In  Leipzig  wurde  ein  18  jähriger  Schüler
einige  Tage  nach  der  Ankunft  aus  seiner  Heimath  Rußland  von  Variolois  leicht  befallen;
derselbe  war  nur  einmal  als  Kind  geimpft.  —  In  Plauen  i.  V.  bekam  ein  42  jähriger
Maschinensticker,  der  angeblich  nie  geimpft  war,  konfluirende  Pocken;  der  Verlauf  der  Krankheit
war  mittelschwer.  Ueber  die  Ansteckung  ist  nur  angegeben,  daß  der  Erkrankte  „Rohstoffe"
aus  Mülhausen  in  Elsaß  und  Untereppingen  in  Baden  verarbeitet  hat.  —  In  Altgersdorf,
Amtshauptmannschaft  Löbau,  erkrankte  ein  19jähriger,  aus  Böhmen  stammender  Verkäufer,
der  im  3.  Lebensjahre  mit  Erfolg  geimpft  war,  leicht  an  diskreten  Pocken.  Die  Ansteckungsquelle
  ließ  sich  nicht  nachweisen.

In  Braunschweig  wurde  in  der  Stadt  Braunschweig  ein  49jähriger  Eisenbahnschmied,
  der  vor  25  Jahren  wiedergeimpft  war,  leicht  von  diskreten  Pocken  befallen.  Bezüglich
  der  Ansteckung  läßt  sich  nur  die  ganz  unsichere  Vermuthung  aussprechen,  daß  sie
gelegentlich  der  Arbeit  in  einem  Eisenbahnwagen  4.  Klasse  erfolgte.  Von  diesem  wurde
die  Krankheit  auf  seine  5½jährige  Tochter,  die  vor  4¾  Jahren  mit  Erfolg  geimpft  war,
aber  keine  Impfnarben  zeigte,  übertragen;  ihr  Verlauf  war  bei  konfluirenden  Pocken  schwer.

In  Schwarzburg-Rudolstadt  erkrankte  in  Teichmühle  bei  Frankenhausen  eine
20  jährige,  russische  Arbeiterin  9  Tage  nach  der  Ankunft  aus  ihrer  Heimath,  wo  sie  sich
wahrscheinlich  angesteckt  hatte.  Von  dieser  wurde  die  Krankheit  auf  eine  andere  18jährige,
russische  Arbeiterin  übertragen.  Beide  waren  in  der  Kindheit  angeblich  mit  Erfolg  geimpft;
die  zuletzt  Erkrankte  war  außerdem  noch  9  Tage  vor  ihrer  Erkrankung,  also  im  Inkubations-=stadium,
  ohne  Erfolg  wiedergeimpft;  nebenbei  sei  bemerkt,  daß  sie  nachweislich  unmittelbar
nach  der  Impfung  die  Impfschnitte  ausgewaschen  hatte.  Der  Verlauf  der  Krankheit  war
bei  beiden  leicht,  die  Pocken  bei  der  ersten  diskret,  bei  der  anderen  theilweise  konfluirend.

Gesammtübersicht  über  das  Lebensalter  und  den  Impfzustand  der  Erkrankten.
(Siehe  Tabelle  auf  Seite  208.1
Hiernach  ist  im  Alter  bis  zu  15  Jahren  nur  ein  5½  Jahre  altes  Kind,  welches
im  1.  Lebensjahre  mit  Erfolg  geimpft  war,  aber  keine  Impfnarben  zeigte,  schwer  erkrankt.
        <pb n="210" />
        —  208  —

—  zu.  Diagnose

Impfzustand  Verlauf  EEEEEEEEIIIEE
12  13712321223423
EEEEEEEMEIEEEG

ungeimpft  mittelschwer  ......  ...  —1  ——  1—  1  —
schwer  ......  .  ..  .  ...  ——19□

einmal  als  Kind  eeinost  leicht.  ——————————2

.  ichwerbezmmittelichw————————1—«—-1—1—
wiedergeimpft  leicht  –19%  n’!  6  1.
3—  —AGN.’i.
(1  ohne  Ang.)

In  der  Altersklasse  vom  16.—20.  Lebensjahre  standen  8  aus  dem  Auslande  (2  aus
Rußland  und  1  aus  Böhmen)  zugereiste  Personen,  welche  einmal  in  der  Kindheit  geimpft
waren,  eine  davon  war  außerdem  noch  im  Inkubationsstadium,  aber  ohne  Erfolg,  wiedergeimpft;
  eine  hatte  undeutliche,  die  beiden  andern  deutliche  Impfnarben;  der  Verlauf  war
bei  allen  leicht.  Im  Alter  vom  21.—30.  Lebensjahre  waren  eine  russische  Arbeiterin
und  ein  Soldat  leicht  erkrankt;  erstere  war  angeblich  als  Kind  geimpft,  hatte  aber  nur  undeutliche
  Impfnarben,  letzterer  war  beim  Militär  mit  Erfolg  wiedergeimpft  und  hatte  deutliche
  Impfnarben.  Im  Alter  vom  31.—40.  Lebensjahre  waren  3  Personen  leicht
erkrankt;  von  diesen  war  1  einmal  als  Kind  geimpft,  2  rechtzeitig  wiedergeimpft  und  von
letzteren  eine  im  Inkubationsstadium  zum  3.  Male  geimpft;  zwei  zeigten  undeutliche,  eine
deutliche  Impfnarben.  In  der  Altersklasse  vom  41.—50.  Jahre  standen  7  Erkrankte.
Schwer  erkrankt  war  ein  42jähriger  Packer,  der  obwohl  Soldat  gewesen,  laut  ausdrücklicher
Angabe  der  Meldekarte  nicht  wiedergeimpft  war;  er  zeigte  sehr  deutliche  breite  Impfnarben.
Mittelschwer  war  der  Verlauf  bei  einem  44  jährigen  Maschinensticker,  der  angeblich  nicht  geimpft
war  und  auch  keine  Impfnarben  zeigte,  und  bei  einem  41jährigen  Gastwirth,  der  vor  mehr
als  20  Jahren  wiedergeimpft  war  und  deutliche  Impfnarben  aufwies.  Bei  den  übrigen  4  war
der  Verlauf  leicht;  von  diesen  war  1  einmal  geimpft  und  3  wiedergeimpft,  2  davon  einige
Wochen  vor  ihrer  Erkrankung  ohne  Erfolg;  drei  hatten  deutliche,  eine  undeutliche  Impfnarben.

Gestorben  ist  keine  Person,  schwer  erkrankt  war  das  5  ½jährige,  geimpfte  Mädchen  und  der
42jährige,  als  Kind  geimpfte  Packer,  mittelschwer  ein  44  jähriger,  ungeimpfter  und  ein  41  jähriger,
vor  mehr  als  20  Jahren  wiedergeimpfter  Mann;  alle  übrigen  waren  nur  leicht  betroffen.

Ueber  die  Art  und  Zahl  der  Impfnarben  ist  den  Eintragungen  Folgendes  zu

entnehmen:
3  Kranke  hatten  1—2  deutliche  Impfnarben  (3  leicht  erkrankt),
2  „  „  3—4  „  „  (1  schwer,  1  leicht  erkrankt),
2  „  „  5—6  „  „  (1  mittelschwer,  1  leicht  erkrank),
2  „  „  in  unbestimmter  Zahl  deutliche  Impfnarben  (2  leicht  erkrankt),
5  „  undeutliche  Impfnarben  (5  leicht  erkrankt),
1  Kranker  hatte  keine  Impfnarben  (schwer  erkrankt),
1  »  »  »(mchtgetmpnympfnarben(m1ttelschwererkrankt).

I)Davon1zuipätwiedergeimpft.—2)Dedgl.1zumdritteuMale.—8)Betrisstden40jährigen
Packer  in  Auerbach,  der  obwohl  Soldat  gewesen,  wegen  zu  starker  Impfnarben  nicht  wiedergeimpft  worden
war.  —  4)  2  ohne  Erfolg.
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        —  209  —

Aus  Preußen  ist  während  des  Jahres  1897  infolge  Erlasses  der  Minister  für
2c.  Medizinalangelegenheiten  und  des  Innern  vom  29.  Januar  18961)  über  29  Pockenerkrankungen
  berichtet  worden,  von  denen  5  (17,,  %)  tödtlich  verliefen.  Diese  Pockenfälle
ereigneten  sich  in  18  Ortschaften;  aus  11  derselben  sind  nur  je  1  Fall,  aus  4  je  2,  aus
2  je  3  und  aus  einem  Orte  4  Fälle  angezeigt.  Von  den  Pocken  betroffen  waren  die
Regierungsbezirke  Königsberg  (8  Orte  mit  3  Fällen),  Gumbinnen  (2  mit  insgesammt  4),
Marienwerder  (2  mit  2),  Berlin  (1  mit  2),  Posen  (1  mit  1),  Breslau  (2  mit  7),  Oppeln
(1  mit  2),  Merseburg  (3  mit  4)  und  Schleswig  (3  mit  4).  —  Unter  den  29  Erkrankten
befanden  sich  4  im  Ausland  geborene  Personen  und  2,  die  zwar  in  Deutschland  geboren,
aber  krank  aus  dem  Auslande  zugereist  waren;  9  Fälle  entfielen  auf  die  nahe  den  Grenzen
des  Reiches  gelegenen  Kreise.

Im  Reg.-Bez.  Königsberg  erkrankte  in  Pobethen,  Kreis  Fischhausen,  ein
10  jähriger  Knabe,  der  im  1.  Lebensjahre  mit  Erfolg  geimpft  worden  war  und  deutliche
Impfnarben  hatte,  leicht  an  diskreten  Pocken.  In  Ketzwalde  und  auf  Gut  Schildeck,
Kreis  Osterode  i.  Ostpr.,  erkrankte  und  starb  ein  im  1.  und  ein  im  2.  Lebensjahre  stehendes
Kind;  über  Verlauf  der  Krankheit  und  Impfzustand  ist  nichts  bekannt.  Die  Ansteckungsquelle
ließ  sich  in  keinem  Falle  nachweisen.

Im  Reg.-Bez.  Gumbinnen  kamen  4  Fälle  zur  Anzeige.  In  Szameitkehmen,
Kreis  Pillkallen,  wurden  3  Kinder  eines  Landwirths  im  Alter  von  6,  4  und  3  Jahren  von
leichten  Pocken  (Variolois)  befallen;  alle  3  waren  mit  Erfolg  geimpft  und  hatten  deutliche
Impfnarben.  Zuoerst  erkrankte  der  ältere  Bruder;  sieben  Tage  später  die  Schwester  und  der
jüngere  Bruder  gleichzeitig,  sodaß  Ansteckung  durch  den  älteren  Bruder  wegen  der  Kürze
der  zwischenliegenden  Zeit  nicht  angenommen  werden  kann.  Wie  die  Ansteckung  überhaupt
erfolgte,  blieb  unbekannt.  —  In  Kreutzofen,  Kreis  Johannisburg,  war  ein  17jähriger
Waldarbeiter,  der  im  12.  Jahre  mit  Erfolg  wiedergeimpft  war  und  deutliche  Impfnarben
hatte,  kaum  8  Tage  lang  leicht  krank.  Nach  Ansicht  des  Medizinalbeamten  hat  es  sich,  wenn
überhaupt  um  Pocken,  höchstens  um  leichte  Varioloiden  gehandelt,  da  bereits  2  Tage  nach
Beginn  der  Krankheit  kein  Ausschlag  mehr  sichtbar  war.  Auch  hier  ließ  sich  über  die
Entstehung  nichts  ermitteln.

Im  Reg.-Bez.  Marienwerder  erkrankte  in  Klein-Tromnau  bei  Riesenburg,
Kreis  Rosenberg,  ein  19jähriger,  russischer  Rübenarbeiter,  der  8  Tage  vorher,  also  im
Inkubationsstadium,  geimpft  war.  Die  Krankheit  verlief  leicht;  die  Ansteckung  ließ  sich
nicht  nachweisen.  —  In  Krojanke,  Kreis  Flatow,  wurde  ein  2  ½jähriges  Kind,  welches
vor  noch  nicht  2  Jahren  mit  Erfolg  geimpft  war  und  deutliche  Impfnarben  zeigte,  leicht  von
konfluirenden  Pocken  befallen.  Die  Entstehung  blieb  auch  hier  unbekannt.

In  Berlin  erkrankte  und  starb  eine  35  jährige  Frau,  welche  vor  mehr  als  20  Jahren
mit  Erfolg  wiedergeimpft  war,  an  schweren,  hämorrhagischen  Pocken.  Ueber  die  Ansteckung
wird  berichtet,  daß  etwa  8  Wochen  vor  Erkrankung  dieser  Frau  eine  aus  Wien  zugereiste
Dame  bei  der  Familie  Wohnung  genommen  hatte.  Diese  erkrankte  an  „Luftröhrenkatarrh
mit  leichtem  Ausschlag"“;  ferner  traten  bei  ihr  eine  Anzahl  „Wasserbläschen“  auf,  welche
eintrockneten.  —  Einen  Tag  nach  dem.  Tode  jener  Frau  wurde  in  demselben  Stadbttheile
ein  6jähriges  Mädchen,  welches  im  1.  Lebensjahre  mit  Erfolg  geimpft  war,  leicht  von  den
Pocken  befallen.  Ueber  die  Uebertragung  ließ  sich  nichts  ermitteln.

Im  Reg.-Bez.  Posen  erkrankte  in  Grabow,  Kreis  Schildberg,  ein  12jähriger

1)  Bgl.  Veröffentl.  des  Kaiserlichen  Gesundheitsamtes  1896,  S.  139.
        <pb n="212" />
        —  210  —

Knabe,  der  erst  einmal  mit  Erfolg  geimpft  war  und  deutliche  Impfnarben  zeigte,  leicht  an
diskreten  Pocken.  Auch  hier  blieb  die  Entstehung  unbekannt.

Im  Reg.-Bez.  Breslau  kam  eine  kleine  Epidemie  von  7  Erkrankungen  vor.  Zuerst
wurde  ein  58jähriger  Vogt  des  Dominiums  Lehsewitz,  Kreis  Steinau,  der  vor  mehr  als
30  Jahren  wiedergeimpft  war  und  deutliche  Impfnarben  hatte,  von  teils  diskreten,  teils
konfluirenden  Pocken  mittelschwer  befallen;  wo  er  sich  angesteckt  hatte,  ließ  sich  nicht  nachweisen.
  Von  diesem  wurde  die  Krankheit  auf  seine  27jährige  Tochter,  die  vor  15  Jahren
angeblich  mit  Erfolg  und  auf  den  38jährigen  Gutspächter,  der  vor  etwa  18  Jahren  angeblich
  ohne  Erfolg  wiedergeimpft  war,  übertragen;  beide,  mit  deutlichen  Impfnarben  versehen,
  erkrankten  sehr  leicht  an  diskreten  Pocken.  Der  Vogt  und  seine  Tochter  wurden  in
das  Krankenhaus  zu  Steinau  gebracht.  Hier  erkrankten  bald  darauf  3  schon  längere  Zeit
im  Krankenhause  befindliche  Patienten  und  zwar  ein  16jähriger,  im  Alter  von  12  Jahren
wiedergeimpfter,  mit  deutlichen  Impfnarben  versehener  Knecht,  ein  6jähriger  Schüler  und
ein  60  jähriger  Arbeiter,  letztere  beide  unbekannten  Impfzustandes  und  ohne  Impfnarben.
Außerdem  wurde  noch  ein  zum  Gesinde  des  Klosters  (Krankenhauses)  gehöriger  46  jähriger
Mann,  der,  soweit  sich  aus  der  Meldekarte  ersehen  läßt,  vermuthlich  erst  beim  Ausbruch  der
Pocken  im  Krankenhause,  also  zu  spät,  wiedergeimpft  war  und  deutliche  Impfnarben  zeigte,
betroffen.  Die  beiden  unbekannten  Impfzustandes  waren  schwer  befallen,  der  Schüler  von
diskreten,  der  Arbeiter  von  konfluirenden  Pocken,  die  anderen  leicht  von  diskreten  Pocken.

Im  Reg.-Bez.  Oppeln  erkrankten  in  Hultschin,  Kreis  Ratibor,  2  ungeimpfte
Kinder  eines  Schmelzers  im  Alter  von  1  und  5  Jahren  einige  Tage  nach  ihrer  Ankunft
aus  Ungarn  schwer  an  konfluirenden  Pocken;  das  jüngste  Kind  starb.  Die  Ansteckung  war
wahrscheinlich  während  der  Reise  im  Eisenbahnwagen  erfolgt,  wo  sie  mit  Zigeunern  und
ähnlichen  Personen  zusammenfuhren.

Im  Reg.-Bez.  Merseburg  wurden  4  Pockenfälle  angezeigt.  Ende  April  erkrankte
in  Kötzschau,  Kreis  Merseburg,  ein  18jähriger  Arbeiter,  der  aus  Russisch-Polen  stammte
und  nicht  geimpft  war,  mittelschwer  an  konfluirenden  Pocken.  Die  Uebertragung  ist  nach
Bericht  des  zuständigen  Medizinalbeamten  mit  größter  Wahrscheinlichkeit  auf  einen  ebenfalls
in  Kötzschau  arbeitenden  russischen,  ungeimpften  Arbeiter  zurückzuführen,  der  aus  einem  Pockendorf
  stammend  vom  13.  bis  25.  April  angeblich  an  sog.  Windpocken,  jedenfalls  aber  an  echten
Pocken  ärztlich  in  Kötzschau  behandelt  worden  ist.  —  Durch  unmittelbaren  bezw.  mittelbaren
Verkehr  mit  dem  Krankenwärter  des  Krankenhauses  in  Lützen,  der  den  vorgenannten
Kranken  gepflegt  hatte,  wurde  der  47  Jahre  alte  Waisenhausvater,  der  vor  29  Jahren  mit
Erfolg  wiedergeimpft  war  und  deutliche  Impfnarben  hatte,  und  ein  53jähriger  Maurer,  der
nicht  geimpft  war,  angesteckt.  Ersterer  war  leicht  von  diskreten,  letzterer  schwer  von
konfluirenden  Pocken  befallen.  —  In  Klein-Schkorlopp  erkrankte  schwer  an  hämorrhagischen
  Pocken  und  starb  im  August  ein  4jähriges  Mädchen,  das  vor  etwa  8  Jahren  mit
Erfolg  geimpft  war,  aber  nur  2  undeutliche  Impfnarben  hatte.  Nach  einem  Berichte  des
Königlichen  Regierungspräsidenten  ist  die  Uebertragung  von  den  in  Lützen  vorgekommenen
Fällen  zwar  nicht  ganz  ausgeschlossen,  aber  nicht  wahrscheinlich;  möglicherweise  hat  sich
das  Kind  in  Leipzig,  wo  es  sich  vom  18.  Juli  bis  7.  August  aufhielt,  zu  welcher  Zeit  in
dem  betreffenden  Hause  2  Kinder  an  „Spitzpocken“  erkrankt  gewesen  sein  sollen,  infizirt.

Im  Reg.-Bez.  Schleswig  kamen  ebenfalls  4  Fälle  vor.  In  Flensburg  kehrte
ein  42jähriger,  nur  einmal  in  der  Kindheit  geimpfter,  deutliche  Narben  zeigender  Maschinist
von  einer  Reise  nach  Tanger  (Marokko)  krank  zurück;  der  Verlauf  der  teils  diskreten,  teils
konfluirenden  Pocken  war  schwer.  —  In  Gaarden  bei  Kiel,  Kreis  Plön,  erkrankte  ein
        <pb n="213" />
        —  211  —

20  jähriger,  auf  der  Kaiserlichen  Werft  beschäftigter,  in  Frankreich  geborener  Mathematiker,
der  viermal  geimpft  war,  darunter  angeblich  nur  einmal  mit  Erfolg;  die  letzte  Impfung
hatte  mit  16  Jahren  stattgefunden,  er  hatte  deutliche  Impfnarben.  Derselbe  war  vor  etwa
3  Monaten  aus  seiner  Heimath  Montpellier  zugereist.  Die  Ansteckungsquelle  blieb  unbekamt.
  —  In  Bekhof,  Kreis  Steinburg,  erkrankten  an  einem  Tage  2  8jährige  Kinder
(Zwillinge)  eines  Landmannes,  die  beide  im  1.  Lebensjahre  mit  Erfolg  geimpft  waren  und

deutliche  Impfnarben  zeigten,  leicht  an  diskreten  Pocken.  Die  Entstehung  blieb  auch  hier
unbekannt.

Gesammtübersicht  über  das  Lebensalter  und  den  Impfzustand  der  in  Preußen

Erkrankten.

Lebensjahr  gu.  Diagnose

Impfzustand  Verlauf  ESSggI-  r
ur  IITTTTAE

ENEENSE  m55

geftorben  ...........  ...  —1—————————1—1—

ungeimpft  schwer  bezw.  mittelschwer..—  1—1———ULI3BS.
leicht  10  11444

gestorben  1  —  —  1

einmal  als  Kind  zenl  schmhen  —  1J—  l—I1  —
leicht  ——444  1)  1008  8111

gestorben  —  11—  1—11

wiedergeimpft  mittelschheer  —  —  ———1I1L-—11

leicht  bezw.  sehr  leicht  ——————2221H1T6é  5

———————J———————————'
12|4/E  #2  TD  T„n  „ST
(5  ohne  Ang.)

Nach  der  vorstehenden  Tabelle  erkrankte  und  starb  im  ersten  Lebensjahre  ein  Kind;
im  2.  Lebensjahre  starb  ein  ungeimpftes  Kind  und  1  unbekannten  Impfzustandes.  Im
Alter  von  3—5  Jahren  waren  4  mit  Erfolg  geimpfte  Kinder  befallen;  ein  Kind,  welches
nur  2  undeutliche  Impfnarben  hatte,  starb,  die  übrigen  8  waren  leicht  erkrankt.  Im  Alter
vom  6.—10.  Lebensjahre  standen  6  der  Erkrankten.  Ein  ungeimpftes  und  ein  Kind
unbekannten  Impfzustandes  waren  schwer,  4  mit  Erfolg  geimpfte  Kinder  leicht  erkrankt.
Im  Alter  vom  11.—15.  Lebensjahre  waren  2  einmal  mit  Erfolg  geimpfte  Kinder
leicht  befallen.  Der  Altersklasse  vom  16.—20.  Lebensjahre  gehörten  4  Kranke  an.
Ein  ungeimpfter,  aus  Rußland  stammender  Arbeiter  im  Alter  von  18  Jahren  war  mittelschwer,
  ein  19jähriger,  ebenfalls  aus  Rußland  stammender,  der  8  Tage  vor  seiner  Erkrankung,
  also  im  Inkubationsstadium,  geimpft  war,  und  2  mit  12  Jahren  wiedergeimpfte
Personen  von  16  bezw.  17  Jahren  waren  leicht  erkrankt.  In  der  Altersklasse  vom
21.—30.  Jahre  waren  ein  20jähriger,  aus  Frankreich  stammender  Mann  und  eine  27jjährige
Frau  leicht  bezw.  sehr  leicht  betroffen;  ersterer  war  mit  16  Jahren,  letzere  mit  12  Jahren
wiedergeimpft.  In  der  Altersklasse  vom  31.—40.  Jahre  starb  eine  35jährige  Frau,

)  Zu  spät  geimpft.  —  2)  Zu  spät  wiedergeimpft.
        <pb n="214" />
        —  212  —

ein  38jähriger  Mann  war  sehr  leicht  erkrankt;  erstere  war  vor  23,  letzterer  vor  18  Jahren
wiedergeimpft.  Im  Alter  vom  41.—  50.  Lebensjahre  standen  3  Kranke.  Ein  42jähriger,
nur  einmal  geimpfter  Maschinist  war  schwer,  ein  46  jähriger  Mann,  der  anscheinend  zu  spät
wiedergeimpft  war  (eine  genaue  Zeitangabe  ist  nicht  gemacht),  und  der  47jährige  Waisenhausvater,
  welcher  vor  29  Jahren  wiedergeimpft  war,  waren  leicht  erkrankt.  In  der  Altersklasse
  vom  51.—60.  Lebensjahre  war  ein  58jähriger,  ungeimpfter  Maurer  schwer  und
ein  58  jähriger,  vor  36  Jahren  wiedergeimpfter  Vogt  mittelschwer  befallen.  60  Jahre
alt  war  ein  Arbeiter  unbekannten  Impfzustandes;  der  Verlauf  der  Krankheit  war  bei
diesem  schwer.

Gestorben  sind  5  Personen,  von  denen  ein  Kind  im  1.  Lebensjahre  und  eins  im  2.
unbekannten  Impfzustandes  war;  1  Kind  im  2.  Lebensjahre  war  ungeimpft,  ein  4jähriges
vor  nicht  ganz  3  Jahren  mit  Erfolg  geimpft  und  eine  35  jährige  Frau  vor  23  Jahren  mit
Erfolg  wiedergeimpft.  Von  den  vorschriftsmäßig  geimpften  bezw.  wiedergeimpften  Personen
im  Alter  unter  30  Jahren  war  das  mehrfach  genannte  Kind  von  4  Jahren  gestorben,  alle
übrigen  waren  leicht  erkrankt.

Ueber  die  Art  und  Zahl  der  Impfnarben  ist  den  Eintragungen  Folgendes  zu

entnehmen:  .
7Krankehatten3—4deutlicheJmpfnarben(1fchwer,1mittelsschwer,öleichterkrankt),
9,,  „  5—6  „  ,„  (7  leicht,  2  sehr  leicht  erkrankt),

1  Kranker  hatte  8  „  "„  (leicht  erkrankt),

1  „  „  undeutliche  Impfnarben  (gestorben),  ·
9  Kranke  hatten  keine  (nicht  geimpft  bezw.  unbekannten  Impfzustandes)  Impfnarben
(3  gestorben,  4  schwer,  1  mittelschwer,  1  leicht  erkrankt).
Ueber  2  Kranke  fehlen  solche  Angaben  (1  gestorben,  1  leicht  erkrankt).
        <pb n="215" />
        Die  Ergebnisse  des  Impfgeschäfts  im  Deutschen  Reiche
für  das  Jahr  1896.

Zusammengestellt  aus  den  Mittheilungen  der  einzelnen  Bundesregierungen.

Berichterstatter:  Dr.  Brucke.
Königl.  preußischer  Stabsarzt,  kommandirt  zum  Kaiserlichen  Gesundheitsamte.

A.  Allgemeines.

Die  Zahl  der  im  Deutschen  Reiche  während  des  Jahres  1896  vorzustellenden  Erstimpfpflichtigen
  betrug  1  670  598,  diejenige  der  Wiederimpfpflichtigen  1  176  070.

Hiervon  waren  aus  gesetzlichen  Gründen  von  der  Impfpflicht  befreit  83  474  Erst=  und
6  497  Wiederimpfpflichtige,  so  daß  also  erst-  bezw.  wiederimpfpflichtig  blieben  1  587  124
und  1169  573,  zusammen  2756  697  Kinder,  gegen  2  738  679  im  Vorjahre.

Von  diesen  wurden  der  Impfung  unterzogen  1  394  396  Erst=  und  1  138  831  Wiederimpfpflichtige,
  mithin  8  796  weniger  bezw.  28  123  mehr  als  im  Vorjahre.  Ungeimpft
blieben  192  728  Erstimpfpflichtige  und  30741  Wiederimpfpflichtige.

Vorschriftswidrige  Entziehungen  wurden  bei  den  Erstimpfpflichtigen  35  595  (2779
weniger  als  im  Vorjahre)  und  bei  den  Wiederimpfpflichtigen  6  005  (486  weniger)  gezählt.

Es  wurden  geeimpft:
9  pft  mit  Menschen-  mit  Thier=  mit  Lympyhe  nicht

lymphe  lymphe  bezeichneter  Art
Erstimpflingge  12992)  1  396  7031!)  1109
Wiederimpflinuntete  5178  1  138  137  116
zusammen  1877  2534  840  1225
oder  von  je  100  Geimpften  überhauft  DO0#  99,88  Oos,
dagegen  im  Vorjaher  1720  2520  017  2002
von  je  10  Oor  99,85  0,  es.

Es  hat  sich  mithin  die  Prozentziffer  für  die  insgesammt  ausgeführten  Impfungen  mit
Menschenlymphe  nicht  verändert,  während  die  Impfungen  mit  Thierlymphe  unwesentlich  zu-,
diejenigen  mit  nicht  bezeichneter  Lymphe  ebensoviel  abgenommen  haben.

Aus  572)  von  83  3)  Berichtsgebieten  ist  gemeldet,  daß  Menschenlymphe  nicht  mehr
verwendet  wurde;  für  die  anderen  26  Bezirke  wurde  einmal  eine  die  vorjährige  höchste  Zahl

1)  Einschließlich  von  4715  in  drei  bayerischen  Regierungsbezirken  im  Berichtsjahre  geborenen
und  bereits  mit  Erfolg  geimpften  Erstimpflingen.

2)  Hierunter  befinden  sich  die  Reg.-Bezirke  Königsberg  und  Erfurt  mit  einer  so  geringen  Anzahl
von  Impfungen  mit  Menschenlymphe,  daß  deren  Verhältnißziffer  verschwindend  klein  ist.

8)  Da  die  den  früheren  Berichten  bis  einschließlich  über  das  Jahr  1894  in  Form  einer  kleinen
Karte  beigegebene  „Darstellung  der  mit  Menschenlymphe  ausgeführten  Impfungen  im  Deutschen  Reiche“
wegen  der  geringen  Zahl  solcher  Impfungen  dem  Bericht  für  das  Vorjahr  schon  nicht  mehr  beigefügt
wurde,  so  hat  die  Zusammenfassung  der  acht,  in  der  weggefallenen  Karte  gemeinsam  dargestellten  Thüringischen
  Staaten  diesmal  nicht  mehr  stattgefunden.  Die  Zahl  der  Berichtsgebiete  beträgt  daher  jetzt  83.

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kalserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  16
        <pb n="216" />
        —  214  —

von  1,54%  übersteigende  Verhältnißziffer  ermittelt,  nämlich  2,383%  für  Sachsen-Weimar,
im  Uebrigen  blieben  die  Impfungen  mit  Menschenlymphe  meist  weit  hinter  0,6%  zurück
und  überschritten  diese  Grenze  nur  noch  2  mal.

Aus  den  Berichten  sind  folgende  statistischen  Mittheilungen  zu  entnehmen:

1.  Erstimpfungen.
I.  Zur  Erstimpfung  waren  vorzustellen  1  670  598  Kinder  =  3/180  der  mittleren
Bevölkerung,  gegen  3,28%%  im  Vorjahre.  Hiervon  wurden  von  der  Impfung  befreit:

a)  weil  sie  die  natürlichen  Blattern  überstanden  hatte  84
b)  weil  sie  bereits  im  Vorjahre  als  mit  Erfolg  geimpft
eingetragen  waren  .  80  764

e)  weil  sie  bereits  in  vorhergehenden  Jahren  mit  Erfolg
geimpft,  aber  erst  im  Verichssahre  zur  Nachschau
erschienen  waren  .  2626

.  zusammen  83  474.

Wegen  Ueberstehens  der  natürlichen  Blattern  waren  20  Kinder  weniger  als  im  Vorjahre
  von  der  Erstimpfung  befreit.  War  ihre  Zahl  schon  im  Jahre  1895  die  bis  dahin
niedrigste,  so  ist  dieselbe  im  Berichtsjahre  noch  erheblich  zurückgegangen.  Am  häufigsten
waren  derartige  Befreiungen  in  den  Reg.-Bezirken  Oppeln  (12),  Gumbinnen  (10),  Düsseldorf
  (9),  Oberbayern  (5),  Frankfurt,  Bromberg,  Arnsberg  und  in  Sachsen-Weimar  (je  4),
im  Uebrigen  3  und  weniger.  In  ganz  Bayern  betrug  ihre  Zahl  8,  in  Sachsen  5.

II.  Es  waren  erstimpfpflichtig  geblieben  1  587  124  Kinder.

Von  diesen  wurden  geimpft:

a)  mit  Erfog  13359864

b)  ohne  Erfog  ...  31142

e)  mit  unbekanntem  Erolge  weil  rn  zur  zms
erschienen  .  ...  3390

zusammen  1  394  396.

Zu  Ia:  1.  Im  Ganzen  haben  der  Impfpflicht  genügt  1  359  864  mit  Erfolg  geimpfte
und  960  zum  dritten  Male  ohne  Erfolg  geimpfte,  zusammen  1  360  824  Erstimpfpflichtige
85,74%  der  Gesammtzahl  (gegen  86/40%  im  Vorjahre).

Von  je  100  Erstimpfpflichtigen  wurden  mit  Erfolg  geimpft  85,68  oder  O/6  weniger  als
im  Vorjahre.

Zugenommen  haben  die  erfolgreichen  Impfungen  Erstimpfpflichtiger  in  24,  abgenommen
  in  58  von  83  Bezirken  (preußischen,  bayerischen  Regierungsbezirken,  sächsischen
Kreishauptmannschaften,  württembergischen  Kreisen,  badischen  Landeskommissariatsbezirken,
hessischen  Provinzen,  oldenburgischen  Landestheilen,  elsaß-lothringischen  Bezirken  und  Bundesstaaten
  ohne  Eintheilung  in  engere  Verwaltungsbezirke);  einmal  (in  Braunschweig)  fand
weder  Zu-  noch  Abnahme  statt.  Die  stärkste  Zunahme  fand  sich  in  Sachsen-Altenburg
(um  4,55%%),  in  der  Kreishauptmannsch.  Zwickau  (2,56%),  in  den  Reg.-Bezirken  Aachen
(1,6890),  Hannover  (1/16⅝%),  Potsdam  (1,/4%%),  im  württembergischen  Jagstkreise  (1###8),
in  der  Prov.  Oberhessen  (1,110%),  die  geringste  im  Landeskomm.-Bez.  Konstanz  (um  0,01  ),
in  den  Reg.-Bezirken  Schleswig  (O,04%),  Sigmaringen  (O,#5  %),  Niederbayern  (0,18  %),
Oppeln  (0,10%).

Die  erheblichste  Abnahme  ergab  sich  im  Fürstenth.  Lübeck  (um  13/79%⅝%),  Bez.
        <pb n="217" />
        —  215  —

Lothringen  (8024%  ),  in  der  Kreishauptmannsch.  Bautzen  (7#1%%),  in  Bremen  (5/,9%),
Lübeck  (5,/40%%),  Sachsen-Koburg-Gotha  (408%%)  u.  s.  w.

Von  den  impfpflichtigen  Kindern  wurden

a)  die  meisten  (über  92%)  b)  die  wenigsten  (unter  80  %%)
mit  Erfolg  geimpft  in  nachstehenden  Bezirken  2c.:
à)  b)

Reg.-Bez.  Schwaben  95,,#%%%0,  Fürstenth.  Lübeckk.  65,77  0,
„  „  Niederbaypeen  94,73  0,  Reub  j.  2929292  71,s  0,

„  „  Obderfranken  94,88  0t,  Sachsen-Koburg-Gotha  75,  0%,
„  Sigmaringen  94,/6  0,  Neckarkreiis  76,r  0,
Fürstenth.  Birkenfeldt.  98,0  0o,  Schwarzburg-Rudolstadnt  76,  12  00,
Reg.-Bez.  Oberpfalz  98,  #  00,  Neußb  .  920920200441  77,14  00,
„  „  Osnabrück  92,,02  00,  Reg.-Bez.  Magdeburtg  77,60  0%,

"  „  Posen  92,60  b0h,  Hambugg  77,s  %,
„  „  Stade  92,#  00,  Bez.  Lothrinen  77,12  v,

„  „  Unterfranken  92,  00,  Berllilin  78,21  00.
Schaumburg-Lippdoaa  92,20  0.  Kreishauptmannsch.  Bautzen  78,  #  o,
»  Leipzig  78,60  00,

»  Zwickcu»...  79,000J0.

Wie  in  den  Vorjahren  waren  auch  im  Berichtsjahre  die  unter  b)  angegebenen
niedrigsten  Verhältnißzahlen  erfolgreich  geimpfter  Erstimpfpflichtiger  weniger  durch  vorschriftswidrige
  Entziehungen,  von  welchen  mehr  als  5%  nur  der  Reg.-Bez.  Magdeburg  (11/60  ⅝%)
und  Reuß  ä.  L.  (5,22f⅝%  )  nachwiesen,  als  vielmehr  durch  erfolglose  Impfungen  und  namentlich
  durch  Zurückstellungen  in  Folge  Beibringung  ärztlicher  Atteste  veranlaßt.  Im  oldenburgischen
  Fürstenthum  Lübeck  waren  27025⅝%  der  Impfpflichtigen  unauffindbar  bezw.
ortsabwesend.

2.  Von  je  100  geimpften  Erstimpflingen  wurden  mit  Erfolg  geimpft  97)62,
im  Vorjahre  98,24.

Zugenommen  haben  die  erfolgreichen  Erstimpfungen  in  13  Staaten  bezw.  Landestheilen,
  darunter  in  der  Kreishauptmannsch.  Zwickau  (um  0,72%),  im  Reg.-Bez.  Oppeln
(0,63%),  im  Uebrigen  um  weniger  als  05%;  abgenommen  70  mal,  und  zwar  am
meisten  in  der  Kreishauptmannsch.  Bautzen  (um  9/68%%),  im  Bez.  Lothringen  (9/8325%),
Fürstenth.  Lübeck  (440%),  in  Sachsen-Meiningen  (3,81%  „  Sachsen  =  Koburg-Gotha
(389%),  im  Landeskomm.-Bez.  Karlsruhe  (3,08%),  in  Schwarzburg-Rudolstadt  (2,79%),
in  Schwarzburg-Sondershausen  (2,74%),  Reuß  ä.  L.  (2/7%%),  Bremen  (2,/279%),  Lübeck
(2,o#8  3%  u.  s.  w.

Am  günstigsten  waren  die  Erfolge  im  Fürstenth.  Birkenfeld  (99,62%  der  Erstimpfungen
  erfolgreich),  ferner  in  den  Reg.-Bezirken  Sigmaringen  (99,29%%),  Trier  und
Oberfranken  (je  99,/f0⅝%),  in  der  Prov.  Oberhessen  (99/110°%),  im  Reg.-Bez.  Frankfurt  und
in  Waldeck  (je  99/01%%).  In  den  meisten  übrigen  Bezirken  betrugen  sie  zwischen  95  und
99%  und  nur  in  10  derselben  weniger  als  95%,  darunter  befindet  sich  der  Bez.
Lothringen  mit  der  ungünstigsten  Ziffer  von  83/%.

In  den  36  Regierungsbezirken  Preußens  bewegten  sich  die  Verhältnißzahlen  von
96,  12  bis  99,49%%  (Durchschnitt:  97,2),  in  den  8  Regierungsbezirken  Bayerns  von  98p#  bis
99,20%  (98,75),  in  den  4  Kreishauptmannschaften  Sachsens  von  88,2:  bis  98,08  %  (96,,3),
in  den  4  Kreisen  Württembergs  von  98,0  bis  98,71%  (98,45),  in  den  4  Landeskommissariatsbezirken

  Badens  von  94/68  bis  97,56%  (96,6:),  in  den  3  Provinzen  Hessens  von  98882  bis
16°
        <pb n="218" />
        —  216  —

99,100/0  (98,14),  in  den  3  Landestheilen  Oldenburgs  von  91)78  bis  99,62%  (07,06)  und  in
den  3  Bezirken  Elsaß-Lothringens  von  83,08  bis  96  /66%  (91,18).  Gleichmäßig  waren  die
Erfolge  mithin  in  Preußen  und  Baden,  am  gleichmäßigsten  in  Bayern,  Wüttemberg  und
Hessen.  "·

Zu  IIb:  1.  Ohne  Erfolg  wurden  geimpft  31142  Erstimpfpflichtige  —  1/96%
gegen  184%  im  Vorjahre.  Diese  Zahl  hat  sich  demnach  um  062%  ungünstiger  gestaltet,
nachdem  sie  sich  während  der  beiden  Vorjahre  in  fallender  Richtung  bewegt  hatte.

Vermindert  haben  sich  die  erfolglosen  Impfungen  Erstimpfpflichtiger,  d.  h.  es  trat
gegenüber  dem  Vorjahre  eine  Veränderung  im  günstigen  Sinne  ein  in  11  Bezirken,  darunter
  im  Reg.-Bez.  Oppeln  um  0,54%,  in  der  Kreishauptmannsch.  Zwickau  um  0,58%,  in
der  Prov.  Oberhessen  um  0„/18°%;  in  72  Bezirken  wurde  dagegen  eine  Vermehrung  verzeichnet,
so  besonders  im  Bez.  Lothringen  um  8,/0%,  in  der  Kreishauptmannsch.  Bautzen  um  88685%,
in  Sachsen-Meiningen  um  3%%%,  Sachsen-Koburg-Gotha  um  2,9%  ,  im  Landeskomm.=Bez.
  Karlsruhe  um  278⅝%,  in  Schwarzburg-Sondershausen  um  2)67%⅝%  ,  im  Fürstenth.
Lübeck  um  2  7%,  in  Schwarzburg-Rudolstadt  um  2,9%  ,  in  Reuß  ä.  L.  um  2121  %%.

2.  Im  Deutschen  Reiche  entfielen  auf  je  100  ausgeführte  Erstimpfungen  2,3
ohne  Erfolg,  gegen  1,58  im  Vorjahre.  Diese  Zahl  zeigt,  nachdem  sie  während  der  beiden
vorhergehenden  Jahre  erheblich  gefallen  war,  diesmal  ein  Anwachsen  um  Ogro,  erreicht  aber
noch  nicht  den  Stand  des  Jahres  1892  von  2/0.

Als  niedrigste  und  höchste  Verhältnißziffern  wurden  folgende  verzeichnet:
Von  den  ausgeführten  Erstimpfungen  waren  ohne  Erfolg:

im  Fürstenth.  Birkenfeldfdd..  02  00,  in  HambutiiSsesgg  4/%  00,
„  Reg.-Bez.  Sigmaringgen  05  2  o,  „  Sachsen-Meininngen  4,80  %,
"„  „  „  Trier  0er  0,  m  Landeskomm.-Bez.  Karlsruhe  5,12  0%,
in  der  Prov.  StarkenbuteBz  .0,  0,t,  in  Bremzennmmm  5,%  0,
im  Reg.-Bez.  Oberfranken  0n  ,“,  Sachsen-Koburg-Gotkhoaaaaa  6,,1  00
in  der  Prov.  Oberhessen  .0„#2r  0tt,  im  Bez.  Unterelsseeee  6,  s  00,
im  Reg.-Bez.  Marienwerder  ......  0,780!0,inSchwarzburgiRubolstadt............  6,e  00,
in  Walkedddg  Ome  %0tt,  m  Fürstenth.  Lübeg  7,  00,
im  Reg.-Bez.  Frankfurtt  0„  0,  in  Reuß  ä  ...........  ....  ....  .  .  ..  7,16  00,
„  „  „  Niederbayrgen  0,„5  %,  in  der  Kreishauptmannsch.  Bautzen  1166  o0,
„  „  „  Stade  052  0,  im  Bez.  Lothringen  6,,-  0.
„  „  „  Oderpfaz  0,  %

in  der  Kreishauptmannsch.  Leipzig  0,oe  %,

im  Reg.-Bez.  Unterfranken  0,os  0.

Zu  lle:  Nicht  zur  Nachschau  erschienen  waren  im  Ganzen  0/,#410%%  der  Erstimpfpflichtigen,
  ebensoviel  wie  im  Vorjahre.
III.  Esblieben  ungeimpft:
a)  weil  auf  Grund  ärztlicher  Zeugnisse  vorläufig  zurückgestellt.  145  625
b)  weil  nicht  aufzufinden  oder  zufällig  ortsabwesend.  .  11  508
I)  weil  vorschriftswidrig  der  Impfung  entzogen  35595
zusammen  192  728
—  12)1  von  je  100  Erstimpfpflichtigen,  gegen  12,  1  im  Vorjahre.
Zu  IIIa:  Es  wurden  auf  Grund  ärztlicher  Zeugnisse  vorläufig  zurückgestellt
  9,18%  der  Impfpflichtigen,  im  Vorjahre  9004%.  Es  zeigte  sich  somit  wieder
das  früher  fast  alljährlich  beobachtete,  im  Vorjahre  unterbrochene  Ansteigen  der  Verhältniß-
        <pb n="219" />
        —  217  —

ziffer;  indessen  ist  der  Stand  des  Jahres  1894,  welcher  9,39/0  betrug,  noch  nicht  wieder
erreicht.  Eine  Zunahme  der  Zurückstellungen  haben  50  Bezirke  nachgewiesen,  darunter
Lübeck  (um  3/9%%),  die  Reg.-Bezirke  Köln  (2,10%%),  Arnsberg  (1,61%),  ferner  Bremen
(1,669/0),  Reuß  j.  L.  (1,69%);  eine  Abnahme  ergab  sich  32  mal,  so  in  Sachsen-Altenburg
  (um  2,1°½),  in  den  Kreishauptmannschaften  Zwickau  (2,„0%⅝%),  Dresden  (1,69%),
im  Neckarkreise  (1#65⅝%)  u.  s.  w.  Im  Reg.-Bez.  Aachen  fand  weder  Zu-  noch  Abnahme
statt.

Die  meisten  Erstimpfpflichtigen  wurden  auf  Grund  ärztlicher  Atteste  zurückgestellt
in  Reuß  j.  L.  (22,10%),  in  den  Kreishauptmannschaften  Leipzig  (19,669%),  Zwickau  (17,8v),
im  Neckarkreise  (17,68%),  in  Hamburg  (16/68%%),  Berlin  (15,81%),  die  wenigsten  im
Fürstenth.  Lübeck  (1os⅝%),  in  Schaumburg-Lippe  (2,1%),  in  den  Reg.-Bezirken  Schwaben
(2/66%),  Niederbayern  (2,,/%),  im  Herzogth.  Oldenburg  (8)/68%⅝),  Reg.-Bez.  Oberfranken
(3/  5%),  u.  s.  w.

Zu  IIIb:  Weil  nicht  aufzufinden  oder  zufällig  ortsabwesend  blieben
11508  —  O,30/,  der  Erstimpfpflichtigen  ungeimpft,  gegen  0,67%%  im  Vorjahre.

Zu  IIIe:  Vorschriftswidrige  Entziehungen  von  der  Erstimpfung  wurden
35  595  =  2  %%  der  Impfpflichtigen  ermittelt,  im  Vorjahre  38  374  —  2/0%.  Vermehrt
  haben  sich  dieselben  in  31  Bezirken,  namentlich  in  Bremen  (um  2),07%),  Lippe
(11),  in  der  Prov.  Rheinhessen  (1,288  %%),  in  Schaumburg-Lippe  (1/286%),  vermindert
in  48,  so  in  Reuß  ä.  L.  (um  2  /56%),  Sachsen-Altenburg  (2,/7%%),  in  den  Reg.-Bezirken
Potsdam  (2,62%),  Aachen  (169%),  Wiesbaden  (1,20%  ),  in  Braunschweig  (1,11⅝%);  im
Uebrigen  betrug  sowohl  die  Vermehrung  als  auch  die  Verminderung  weniger  als  1,00%
Das  gleiche  Verhältniß  wie  im  Vorjahre  ergab  sich  im  Landeskomm.-Bez.  Mannheim
(465%  vorschriftswidriger  Entziehungen),  in  den  Reg.-Bezirken  Erfurt  (1  50%%)  und  Sigmaringen
  (0,10%  ),  ebenso  auch  im  Fürstenth.  Lübeck,  woselbst  wie  im  Vorjahre  Entziehungen
überhaupt  nicht  vorkamen.

Von  den  im  Jahre  1895  angeführten  6  Bezirken  2c.,  in  welchen  mehr  als  5%  der
Erstimpfpflichtigen  der  Impfung  vorschriftswidrig  entzogen  wurden,  fiel  im  Berichtsjahre
der  bereits  erwähnte  Reg.-Bez.  Potsdam,  in  dem  die  Verhältnißzahl  von  7/5  auf  4  /8  sank,
weg;  hinzugetreten  ist  kein  Bezirk.  Es  bleiben  5,  nämlich  das  Herzogth.  Oldenburg  (12,,6%),
der  Reg.-Bez.  Magdeburg  (11,60%),  ferner  Bremen  (7000%⅝),  der  Reg.-Bez.  Hannover
(5/856  %),  und  Reuß  ä.  L.  (5,32%).

In  folgenden  Bezirken  u.  s.  w.  betrug  die  Ziffer  005%  und  weniger:  Schwarzwaldkreis
  (0,/8⅝).  Reg.-Bezirke  Lüneburg  (O/6%),  Posen  (0,/4%%),  Donaukreis  (O0,0%),
Reg.-Bezirke  Aurich  (O0,#v%),  Oberfranken,  Stade  (je  0,360%),  Jagstkreis  (0,2⅝%),  Schwarz-=burg-Sondershausen
  und  Landeskomm.-Bez.  Freiburg  (je  0,81/),  Reg.-Bez.  Oberpfalz
(O,%%),  Sigmaringen  (O,19%),  ferner  Mecklenburg-Strelitz,  Fürstenth.  Birkenfeld,  welches
im  Vorjahre  Entziehungen  nicht  zu  verzeichnen  hatte,  (je  O,189/0),  Reg.-Bezirke  Oberbayern
(0,/⅝%),  Schwaben  (Ot#6⅝/),  Unterfranken  (O#1s%),  sowie  Anhalt  (0,/  1%)).  Im  Fürstenth.
Lübeck  kamen  seit  1890  Entziehungen  nicht  vor.  Die  im  Jahre  1895  noch  genannten  Bezirke
  2c.:  Reg.-Bez.  Stettin,  Mecklenburg-Schwerin,  Waldeck,  Schaumburg-Lippe  und  Lippe
konnten  wegen  Erhöhung  ihrer  Verhältnißziffer  auf  mehr  als  0,5  %  in  dieser  Gruppe  nicht
mehr  gezählt  werden,  die  durch  Sperrdruck  bezeichneten  traten  neu  hinzu.

IV.  Hinsichtlich  der  Art  des  benutzten  Impfstoffs  ergiebt  sich  aus  den  Berichten,
daß  mit
        <pb n="220" />
        —  218  —

a)  Menschenlymphe..  .....  12991)
b)  Thierlymphe  .  ..  ..  ..  13606703h
e)  Lymphe  nicht  näher  bezeichneter  Art  ....  1109

zusammen  13991111)
Erstimpfungen  ausgeführt  wurden.

Der  Verbrauch  an  Menschenlymphe  hat  sich  seit  dem  Vorjahre,  in  welchem  mit
derselben  745  Erstimpfungen  vorgenommen  wurden,  von  O,5%  auf  0,09%  gesteigert.  Sie
wurde  nur  noch  in  25  2)  Bezirken  (im  Vorjahre  in  28)  benutzt.  Die  meisten  Erstimpfungen
mit  Menschenlymphe  im  Verhältniß  zur  Gesammtzahl  wurden  wie  im  Vorjahre  vorgenommen
  in  Sachsen-Weimar  (4,"9%);  es  folgen  der  Reg.-Bez.  Frankfurt  (1,/29⅝%)  und
Sachsen-Koburg-Gotha  (00/2%%).  Die  höchsten  absoluten  Zahlen  derartiger  Impfungen
wiesen  auf:  Sachsen-Weimar  386  (1895:188),  die  Reg.-Bezirke  Frankfurt  364  (3),  Düsseldorf
  147  (0);  der  Zunahme  in  diesen  Bezirken  ist  in  der  Hauptsache  auch  das  Ansteigen
der  für  das  Reich  ermittelten  Verhältnißziffer  zuzuschreiben.  Von  den  insgesammt  517
Erstimpfungen  von  Arm  zu  Arm  entfielen  auf  Sachsen-Weimar  340,  den  Reg.-Bez.  Magdeburg
  45,  auf  Sachsen-Koburg-Gotha  38,  den  Reg.-Bez.  Aurich  33;  von  den  665  Impfungen
  mit  Glycerin-Menschenlymphe  auf  die  Reg.-Bezirke  Frankfurt  363,  Düsseldorf  147,
Kassel  81,  Niederbayern  31  und  auf  Sachsen-Weimar  30.  Anders  aufbewahrte  Menschenlymphe
  kam  in  117  Fällen  zur  Verwendung,  hiervon  im  Reg.-Bez.  Magdeburg  67  mal.

Mit  Thierlymphe  wurden  1  396  703  —  99),88%  sämmtlicher  Erstimpfungen  vollzogen
  (im  Vorjahre  99,84%%),  darunter

von  Körper  zu  Körbdernr  513
mit  Elycerin-Thierlympbhe  1349794
mit  anders  aufbewahrter  Thierlymphe  446896.

Gegen  das  Vorjahr  haben  die  Impfungen  mit  jeder  der  drei  bezeichneten  Arten  von  Thierlymphe
  um  345  bezw.  1  181  und  12529  abgenommen.  Zahlreich  waren  die  Impfungen  vom
Thierkörper  auf  den  Kindesarm  in  Sachsen-Weimar  (306)  und  im  Reg.-Bez.  Düsseldorf  (179).

Ausschließlich  Thierlymphe  wurde  in  562)  Bezirken  rc.  (im  Vorjahre  52)  verwendet;
es  sind  dies  die  folgenden:  die  Reg.-Bezirke  Königsberg,  Gumbinnen,  Danzig,  Marienwerder,
  Potsdam,  Stettin,  Köslin,  Stralsund,  Posen,  Bromberg,  Liegnitz,  Oppeln,  Merseburg,
  Hildesheim,  Arnsberg,  Wiesbaden,  Koblenz,  Köln,  Aachen,  Pfalz,  Oberfranken,  Mittelfranken,
  Unterfranken,  Schwaben,  die  4  sächsischen  Kreishauptmannschaften,  der  Neckar-,
Schwarzwald=  und  Donaukreis,  die  4  badischen  Landeskommissariats-Bezirke,  die  3  hessischen
Provinzen,  Mecklenburg-Strelitz,  die  drei  oldenburgischen  Landestheile,  Braunschweig,  Sachsen-Meiningen,
  Sachsen-Altenburg,  Anhalt,  Schwarzburg-Sondershausen,  Schwarzburg-Rudolstadt,
  Waldeck,  Reuß  ä.  L.,  Reuß  j.  L.,  Schaumburg-Lippe,  Lippe,  Lübeck,  die  Bezirke
Unter=  und  Ober-Elsaß.  Auf  diese  Bezirke  entfallen  von  den  überhaupt  vorgenommenen
1399  111  Impfungen  890  494  =  6365  %  Impfungen.

In  sämmtlichen  übrigen  Bezirken,  mit  Ausnahme  von  Sachsen-Weimars)  und  des
Reg.-Bezirks  Frankfurts)  sowie  von  Hamburg“)  betrug  die  Verhältnißzahl  der  mit  Thierlymphe
  geimpften  Erstimpflinge  mehr  als  99%.

1)  Vergl.  Anm.  1)  auf  S.  213.

2)  Außerdem  wurden  in  Berlin  und  Mecklenburg-Schwerin,  von  wo  Angaben  über  die  Benutzung  von
Menschenlymphe  fehlen,  02  bezw.  0,01  %  der  Erstimpfungen  mit  Lymphe  unbekannter  Art  ausgeführt.

3)  Vergl.  die  vorstehenden  Ausführungen  über  den  Verbrauch  an  Menschenlymphe.

)  In  Hamburg  wurden  4,02  00  der  Erstimpflinge  mit  unbekannter  Lymphe  geimpft.
        <pb n="221" />
        —  219  —

Zugenommen  haben  die  Impfungen  mit  Thierlymphe  in  21  Bezirken,  darunter
erheblich,  weil  fast  überall  schon  im  Vorjahre  ein  sehr  hoher  Prozentsatz  ermittelt  wurde,  nur
im  Reg.-Bez.  Schleswig  (um  1/0%⅝),  im  Fürstenth.  Lübeck  (um  1,69%)  und  in  Hamburg
(um  110%),  sonst  meist  um  weniger  als  010.  Eine  Abnahme  wurde  14  mal  festgestellt,
darunter  in  Sachsen-Weimar  (um  2,"5⅝%),  im  Reg.-Bez.  Frankfurt  (um  1,/68%);  in  12
Bezirken  war  der  Unterschied  geringfügig.  In  den  noch  verbleibenden  48  Bezirken  trat
eine  Veränderung  nicht  ein.

Unter  denjenigen  21  Bezirken,  in  welchen  die  Thierlymphe  zu  den  Erstimpfungen
häufiger  Verwendung  fand  als  im  Vorzjahre,  befanden  sich  3,  deren  Erfolgsziffern  sich  um
0,  u  bis  06%  verbessert  hatten.  Die  anderen  18  Bezirke  rc.  hatten  jedoch  zum  Theil
erheblich  weniger  Erfolge  zu  verzeichnen,  so  z.  B.  der  Bez.  Lothringen  (Abnahme  der  Erfolge
  um  9/22%),  das  Fürstenth.  Lübeck  (4/10%),  Bremen  (2,9%),  Hamburg  (1,79%),  der
Reg.-Bez.  Pfalz  (110⅝%)  u.  s.  w.  Diejenigen  14  Bezirke  mit  vermindertem  Thierlympheverbrauch
  konnten  durchweg  nur  niedrigere  Erfolgsziffern  erzielen  (um  O#u9  bis  1/3%  nur
in  Sachsen-Koburg-Gotha  um  3,09%).  Von  den  48  Bezirken,  in  welchen  ebenso  viel  Thierlymphe
  benutzt  wurde  wie  im  Vorjahre,  wurden  in  10  um  0,/##  bis  0,72%  bessere  Erfolge
festgestellt,  in  den  übrigen  dagegen  ein  Nachlaß  der  Erfolge  bis  um  9/68%  (vereinzelt  in
der  Kreishauptmannsch.  Bautzen).

Im  Fürstenth.  Birkenfeld,  aus  welchem  die  besten  überhaupt  erreichten  Impferfolge
(99,/62%)  gemeldet  wurden,  sind  sämmtliche  Impfungen  mit  Thierlymphe  vorgenommen
worden.  Die  schlechtesten  Erfolge  von  den  ausschließlich  Thierlymphe  verwendenden  Bezirken
hatte  der  Reg.-Bez.  Bautzen  (88.#832).

Die  Gesammtzahl  der  Erstimpfungen  mit  Lymphe  unbekannter  Abstammung
betrug  für  das  Reich  0,o83%  (im  Vorjahr  0,11%).  Solche  Impfungen  sind  nur  aus
Berlin  (0,62⅝%),  dem  Reg.-Bez.  Schleswig  (O,%%),  Mecklenburg-Schwerin  (O,1%%)  und
Hamburg  (4/02%%)  gemeldet.

Die  Zahl  der  im  Geschäftsjahre  geborenen  und  bereits  mit  Erfolg  geimpften  Kinder
beträgt  66  419.  Menschenlymphe  dürfte  bei  ihnen  fast  gar  nicht  verimpft  worden  sein.  In
der  angegebenen  Zahl  sind  die  in  den  Anmerkungen  1  auf  S.  218  u.  218  erwähnten  4  715
Kinder  mit  enthalten.

Außerdem  wurden  im  Reg.-Bez.  Niederbayern  noch  407  im  Berichtsjahre  geborene
Kinder  geimpft;  der  Erfolg  ist  nicht  bekannt.

2.  Wiederimpfungen.

I.  Zur  Wiederimpfung  waren  im  Jahre  1896  insgesammt  1176070  Kinder  —  2  %
der  mittleren  Bevölkerung  vorzustellen  (im  Vorjahre  1149  361  =  2)41  0).

Unter  diesen  wurden  von  der  Impfpflicht  befreit:
a)  weil  sie  während  der  vorhergehenden  5  Jahre  die  natürlichen

  Blattern  überstanden  hateten  164
„  b)  weil  sie  während  der  vorherhehenden  5  dehre  mit  Eifolg
geimpft  waren  .  .....6333

zusammen  6  497;
wiederimpfpflichtig  blieben  sonach  1  169  573  Kinder  (gegen  1142  153  im  Vorjahre).
        <pb n="222" />
        —  220  —

Die  Zahl  der  wegen  Ueberstehens  der  natürlichen  Blattern  Befreiten  hat,  nachdem
sie  im  Vorjahre  den  niedrigsten  Stand  erreicht  hatte,  eine  Zunahme  um  40  aufzuweisen.
Den  Hauptantheil  stellte  die  Kreishauptmannsch.  Bautzen  (46  Befreiungen),  demnächst  sind
zu  erwähnen  die  Reg.-Bezirke  Stettin  (27),  Oppeln  (16),  Gumbinnen  (9),  Köslin  (6).  Im
Uebrigen  waren  noch  30  Bezirke  rc.  mit  je  5  oder  weniger  Fällen  betheiligt,  hiervon  22
Bezirke  mit  ganz  vereinzelten  (1  oder  2)  Befreiungen.

II.  Von  den  wiederimpfpflichtig  gebliebenen  Kindern  wurden  wiedergeimpft:

a)  mit  ErfoooSggg  156656340

b)  ohne  Erfolg  ...  80  515

e)  mit  unbekanntem  Echl  weil  T  zur  ***
erschienen  ...  ...  1976

zusammen  1  138831.

Zu  II  a:  1.  Der  Impfpflicht  genügt  haben  die  mit  Erfolg  geimpften  1  056  340  und
die  zum  dritten  Male  ohne  Erfolg  geimpften  8991,  zusammen  1  065  331  Kinder
—  91/  %  der  Wiederimpfpflichtigen  (im  Vorjahre  1051  878  =  92,10%%).

2.  Von  je  100  vorgenommenen  Wiederimpfungen  waren  erfolgreich  92e
(gegen  93/0  im  Vorjahre).

Höhere  Verhältnißzahlen  für  die  erfolgreichen  Wiederimpfungen  wurden  in  17,  niedrigere
in  64  Bezirken  gefunden,  in  2  Bezirken  (im  Neckar=  und  Jagstkreise)  fand  eine  Veränderung
nicht  statt.  Die  stärkste  Zunahme  wurde  verzeichnet  in  Schwarzburg-Rudolstadt  (um  4,02  %),
der  Prov.  Starkenburg  (3/,/7/  %),  im  Landeskomm.-Bez.  Freiburg  (1/,66  /),  in  der  Prov.  Rheinhessen
  (1/81  %),  im  Reg.-Bez.  Minden  (101  %)  u.  s.  w.,  die  erheblichste  Abnahme  in
Reuß  ä.  L.  (um  80/19  %),  Hamburg  (7)85  %),  der  Kreishauptmannsch.  Bautzen  (6  /#8  %),  in
Schaumburg-Lippe  (4,7  /%),  Sachsen-Meiningen  (4,#6  ⅝%),  im  Reg.-Bez.  Koblenz  (3,5c6%),
Bez.  Lothringen  (3/328  %),  in  den  Reg.-Bezirken  Posen  (3,4%),  Wiesbaden  (3010%  ),  im
oldenburgischen  Fürstenthum  Birkenfeld  (3/041  %),  im  Uebrigen  um  weniger  als  3  %.

Die  höchsten  Erfolgsziffern  wurden  ermittelt  im  Schwarzwaldkreise  (99,50  1%),  Neckarkreise
  (99,40%),  Jagstkreise  (99,60%),  mehr  als  98  %  ferner  in  den  Reg.-Bezirken  Oberbayern,
  Niederbayern,  Pfalz,  Oberfranken,  Unterfranken,  Schwaben,  im  Donaukreise,  im
Landeskomm.-Bez.  Konstanz  und  in  Sachsen-Altenburg,  über  95  bis  98%  17  mal,  über
90  bis  95  %  39  mal,  90  %  und  weniger  15  malij  unter  letzteren  befinden  sich  Reuß  ä.  L.
und  Hamburg  mit  den  niedrigsten  Erfolgsziffern:  71/88  bezw.  46,81  %.

Zu  II  b.  1.  Ohne  Erfolg  war  die  Wiederimpfung  bei  80  515  =  668%  der
Wiederimpfpflichtigen  (gegen  5,72  %  im  Vorjahre).

Das  Verhältniß  gestaltete  sich  günstiger,  d.  h.  die  erfolglosen  Impfungen  haben  abgenommen
  in  15  Bezirken,  ungünstiger  in  68  Bezirken.

Von  je  100  Wiedergeimpften  wurden  7,0’  ohne  Erfolg  geimpft  (gegen  5,/8  im
Vorjahre).  Im  Ganzen  hat  also  eine  Zunahme  der  erfolglosen  Impfungen  stattgefunden.
Dies  zeigte  sich  auch  im  Einzelnen  dadurch,  daß  einerseits  die  Zahl  der  Bezirke  mit  3  %
und  weniger  erfolglosen  Wiederimpfungen  von  24  im  Vorjahre  auf  18  im  Berichtsjahre
siel  und  daß  andererseits  die  Zahl  der  Bezirke  mit  10%  und  mehr  Ausfällen  von  10
auf  15  anwuchs.
        <pb n="223" />
        —  221  —
Von  je  100  Wiederimpfungen  waren  erfolglos:

8,0  %  und  weniger:  10,0  %  und  mehr:
im  Schwarzwaldkreisee  0,#e  0,  im  Reg.-Bez.  Schleswiiga  10  11  %,
„Neckarkreiieeen  0,0  o,  in  Sachsen-Weimier  10,  #  00,
„  Jagstkreisee  O,  os  00,  der  Kreishauptmannsch.  Bautzen  10,„%  0%,
„  Landeskomm.-Bez.  Konstanz  0,  0,  m  Reg.-Bez.  Hildeshereenn  10,ss  0%,
„  Reg.-Bez.  Pflassslszszs  Liaa  %0,  in  Lübea  11,20  00,
„  Donaukreiifste  Lis  %0,  im  Reg.-Bez.  Magdebunteg  11,.0  %%,
„  Reg.-Bez.  Oberfranrken  1°5%  0,  in  Mecklenburg-Schwern  11/,  00,
in  Sachsen-Altenbreg  Las  0,  im  Bez.  Unterelas  12,61  00,
im  Reg.-Bez.  Schwaben  1s  o0bt,  Reg.-Bez.  Wiesbadern  18,04  00,
„  „  „  Oberbayrnrn  1,16  0,  in  Schwarzburg-Sondershausen  15,  vo,
„  „  „  Unterfranken  1r  00,  im  Bez  Oberelseaae  156  Uo,
„  „  „  Niäiiederbayren  1,a1  %o,  in  Sachsen-Koburg-Gotha  16,21  0%
„  Mittelfranken  2,12  0,  m  Bez.  Lothrinen  16,80  00,
in  der  Prov.  Oberhessen  2,18  00,  in  Reuß  ä  95K  28,o1  00
„  „  „  Rlheinhessen  2,62  00)  „  Hambuiegeg  58,10  0%.
im  Reg.-Bez.  Oberpfasz  2,,6  00
"„  „  „  Kasse  „„„43  2,#r  0,
„  Landeskomm.-Bez.  Karlsruhe  2,88  0.

Ein  Vergleich  mit  dem  Vorjahre  ergiebt,  daß  bei  der  ersten  Gruppe  im  Berichtsjahre
die  Reg.-Bezirke  Frankfurt,  Stettin,  Köslin,  Posen,  Bromberg,  Trier  und  das  Fürstenth.
Birkenfeld  fortgefallen  sind,  die  Prov.  Rheinhessen  dagegen  hinzugetreten  ist.  Bei  der  zweiten
Gruppe  kam  nur  Schwarzburg-Rudolstadt  in  Wegfall,  während  die  Reg.-Bezirke  Schleswig,
Wiesbaden,  die  Kreishauptmannsch.  Bautzen,  ferner  Mecklenburg-Schwerin,  Sachsen-Weimar
und  Lübeck  hinzukamen.

Zu  II  :  Nicht  zur  Nachschau  erschienen  waren  0,17  0%  der  Wiederimpfpflichtigen,
gegen  0,119%  im  Vorjahre.  Diese  Ziffer  erhält  sich  andauernd  auf  annähernd  derselben
geringen  Höhe.

III.  Es  blieben  ungeimpft:

a)  weil  auf  Grund  ärztlicher  Zeugnisse  vorläufig  zurückgestellt.  15  357
b)  wegen  Aufhörens  des  Besuches  einer  die  Impfpflicht  bedingenden
  Lehranstalt  ..  6817931
e)  weil  nicht  aufzufinden  oder  zufällig  ortsabwesend  26648
d)  weil  vorschriftswidrig  der  Impfung  entzogeen  56005,
zusammen  30741  =  2%66  %  der  Wiederimpfpflichtigen  (gegen  2,756%%  im  Vorjahre).

Zu  III  a:  Auf  Grund  ärztlicher  Zeugnisse  wurden  zurückgestellt  1,81  %  der
Wiederimpfpflichtigen,  im  Vorjahre  1,#30  %.  Gegen  das  Vorjahr  zeigten  41  Bezirke  eine
Zunahme,  und  zwar  um  mehr  als  0,50  %:  Lübeck  (176  /%),  Sachsen-Koburg-Gotha  (0,,4.%)
und  Reuß  ä.  L.  (0,67%),  41  eine  Abnahme  der  ärztlich  zurückgestellten  Wiederimpfpflichtigen,
und  zwar  um  mehr  als  0,,50%:  die  Reg.-Bezirke  Unterfranken  (1,18  %),  Lüneburg  (0,#6  %),
Schaumburg-Lippe  (0,,2  %),  der  Reg.-Bez.  Aurich  (0,80  %),  das  Fürstenth.  Lübeck  (O,o  %),
der  Reg.-Bez.  Sigmaringen  (0,65  %/)  und  die  Prov.  Rheinhessen  (0,67  /%)  Die  meisten  vorläufigen
  Befreiungen  wurden  verzeichnet  in  Lübeck  und  Hamburg  (je  4,68  %),  im  Neckarkreise
(2  89  %),  in  Sachsen-Koburg-Gotha  (2),81  5%),  im  Reg.-Bez.  Düsseldorf  (2,69%  ),  die  wenigsten
  in  Schaumburg-Lippe  (0,219/0),  in  den  Reg.-Bezirken  Niederbayern  (0,„6  %),  Oberfranken
  (0,89  940),  Sigmaringen  (O#uu%%½)  und  Schwaben  (O##00).

Zu  III  b  und  e:  Wegen  Aufhörens  des  Besuches  einer  die  Impfpflicht
        <pb n="224" />
        —  222  —

bedingenden  Lehranstalt  blieben  6731,  weil  nicht  aufzufinden  oder  ortsabwesend
2648  Schulkinder,  oder  665  bezw.  114  weniger  als  im  Vorjahre  ungeimpft.

Zu  III  d:  Im  Ganzen  wurden  der  Impfung  vorschriftswidrig  entzogen  0,,1%
der  Wiederimpfpflichtigen,  im  Vorjahre  0,57%  .  Diese  Verhältnißziffer  bewegt  sich,  nachdem
sie  1891  bis  1898  unverändert  0/73  %  betragen  hatte,  seither  in  absteigender  Richtung.

Vermehrt  haben  sich  die  vorschriftswidrigen  Entziehungen  in  36,  vermindert  in  48
Bezirken;  4  mal  ergab  sich  dieselbe  Verhältnißziffer  wie  im  Vorjahre.  Die  stärkste  Vermehrung
  erfuhren  die  in  Rede  stehenden  Entziehungen  in  Bremen  (um  176  %),  Schaumburg-Lippe
  (0,68⅝%),  im  Bez.  Oberelsaß  (0,86  %),  Reg.-Bez.  Münster  (O0,6  ),  im  Herzogth.
Oldenburg  (0,240/0),  die  stärkste  Verminderung  in  den  Reg.-Bezirken  Aachen  (um  2  %),
Danzig  und  Potsdam  (je  0,88  /"),  Marienwerder  (0,61%),  in  Sachsen-Koburg-Gotha  (O0„  %),
in  den  Reg.-Bezirken  Düsseldorf  (0,„c  ⅝%),  Magdeburg  (O/25  %),  ferner  in  der  Prov.  Oberhessen
  (0,2409/0)  u.  s.  w.  ·

WenigeralsCioohderWiederimpfpflichtigenwurdenderJmpfunginfolgendenls
(im  Vorjahre  12)  Bezirken  2c.  entzogen:  in  den  Reg.-Bezirken  Lüneburg,  Stade,  Aurich,  Oberbayern,
  Schwaben,  in  der  Kreishauptmannsch.  Leipzig,  im  Schwarzwald=  und  Jagstkreise,  in
den  Provinzen  Ober-  und  Rheinhessen,  in  Mecklenburg-Strelitz,  in  Sachsen-Altenburg,  Anhalt.
Gar  keine  Entziehungen  kamen  vor  in  4  Bezirken  (im  Vorjahre  2)  u.  zw.  im  Reg.-Bez.
Sigmaringen,  Fürstenth.  Lübeck,  in  Schwarzburg-Sondershausen  und  Waldeck.  Mehr  als

5  %  betrug  die  Ziffer  nur  in  Bremen  (3/08),  im  Herzogth.  Oldenburg  (3,02)  und  in
Berlin  (164  5/).
IV.  Von  den  Wiederimpfungen  wurden  vollzogen  mit

Menschenlyonddbe  578.
Thierlympbhe  ..  1138137,
Lymphe  nicht  näher  bezeichneter  Art  ......  116,

zusammen  1  138  831.
Hiernach  wurde  Weuschenlymyhe  nur  noch  bei  einem  außerordentlich  geringen  Theil
der  Wiederimpflinge  (O0,o5  %  gegen  0,09  %%  im  Vorjahre)  verwendet.  Betheiligt  waren  noch
151)  (26)  Bezirke  u.  zw.  der  Reg.-Bez.  Breslau  (mit  1/01  %),  Sachsen-Koburg-Gotha  (0,#),
die  Reg.--Bezirke  Köln  (0,#7),  Magdeburg  (0,22),  ferner  Bremen  (O,u#),  der  Reg.-Bez.  Koblenz
(0,100/0),  die  übrigen  9  Bezirke  in  einem  noch  niedrigeren  Verhältniß.

Wiederimpfungen  von  Arm  zu  Arm  fanden  93  statt,  von  welchen  47  auf  Sachsen-Koburg-Gotha,
  25  auf  den  Reg.-Bez.  Magdeburg,  8  auf  Oberbayern  und  7  auf  Bremen,
von  den  übrigen  6  je  1  auf  sechs  preußische  Regierungsbezirke  entfielen,  während  Glycerin=Menschenlymphe
  454  mal  u.  zw.  in  den  Reg.-Bezirken  Breslau  in  357,  Köln  in  69,  Koblenz
in  14,  Kassel  in  11  Fällen  und  3  mal  in  je  1  Falle  verwendet  wurde.  Mit  anders  aufbewahrter
  Menschenlymphe  sind  in  den  Reg.  Bezirken  Magdeburg  28  und  Königsberg  3,
zusammen  31  Wiederimpflinge  geimpft  worden.

Thierlymphe  wurde  bei  99.84%  der  Wiedergeimpften  benutzt  (im  Vorjahre  bei  99,7  ).
Diese  Zahl  übersteigt  wie  schon  seit  Jahren  die  entsprechende  bei  den  Erstimpfungen.

Zugenommen  haben  die  Wiederimpfungen  mit  Thierlymphe  in  23,  abgenommen
in  10  Bezirken,  50  mal  ergab  sich  keine  Aenderung  der  Verhältnißziffer.  Die  im  Ganzen
nicht  erhebliche  Zunahme  war  im  Allgemeinen  auch  in  den  einzelnen  Bezirken  nicht  bedeutend.

1)  In  Berlin,  dem  Reg.-Bez.  Schleswig  und  in  Mecklenburg-Schwerin,  woselbst  die  Verwendung

von  Menschenlymphe  nicht  nachgewiesen  wurde,  sind  0,z5  bezw.  O,os  und  O,05  00  der  Wiederimpfungen  mit
Lymphe  nicht  bezeichneter  Art  vollzogen  worden.
        <pb n="225" />
        —  223  —

Sie  überstieg  mit  Ausnahme  von  dem  Reg.-Bez.  Niederbayern  (3,32%  Zunahme),  von
Sachsen-Weimar  (2,,2  %),  Hamburg  (0,/1  %%)  und  dem  Reg.-Bez.  Schleswig  (0,68  %),  nicht
0,0  %0.  Eine  erhebliche  Abnahme  wies  nur  der  Reg.-Bez.  Breslau  (1,00  %  auf,  im  Uebrigen
betrug  die  Abnahme  stets  weniger  als  O,o  %.

In  65  Bezirken  (im  Vorjahre  55)  wurde  für  sämmtliche  Wiederimpfungen  Thierlymphe
  benutzt.  Nicht  ausschließlich  verwandt  wurde  Thierlymphe  in  18  Bezirken,  nämlich
in  den  Reg.-Bezirken  Königsberg,  Hannover,  Stade,  Münster,  Minden  (je  99/99  %),  Aurich
(99/98  %),  Oberbayern  (99,/6  %%),  ferner  in  Mecklenburg-Schwerin  (99,6  ½%),  den  Reg.=Bezirken
  Kassel  (99/,4  %),  Schleswig  (99,220/0),  Koblenz  (99/0  %),  sowie  in  Bremen,  Hamburg"1)
  (99,8/2  %%),  Berlin  (99,80  %%),  den  Reg.-Bezirken  Magdeburg  (99,18  9/0)  und  Köln
(92,68  %),  außerdem  in  Sachsen-Koburg-Gotha  (99,08  %)  und  im  Reg.-Bez.  Breslau  (98.090).
Mit  dieser  zuletzt  angegebenen  Verhältnißziffer  ist  zugleich  der  niedrigste  überhaupt  vorgekommene
  Prozentsatz  der  in  einem  Bezirke  2c.  mit  Thierlymphe  vorgenommenen  Wiederimpfungen
  bezeichnet.

Von  den  Wiederimpfungen  mit  Thierlymphe  waren  Impfungen

im  Berichtsjahre  «  (im  Vorjahre)
unmittelbar  vom  Thier  755  —  0),7  %  (576  —  0),5  %)
mit  Glylerinthierly»mphe  ..  .  10097809  =  9646%  (1.063  501  =  957  %)

mit  anders  aufbewahrter  Thierlymphe  39  573  =  3½8  %  (645  183  =  4)2%D.

Es  haben  also  nur  die  Wiederimpfungen  mit  anders  aufbewahrter  Thierlymphe  abgenommen,
  während  die  beiden  anderen  Arten  in  größerer  Anzahl  zur  Ausführung  gelangten.
Die  Impfungen  durch  Uebertragung  der  Lymphe  vom  Thierkörper  unmittelbar  auf  die  Arme
der  Wiederimpflinge  vertheilen  sich  auf  Sachsen-Weimar  (523  derartige  Impfungen),  die
Reg.-Bezirke  Koblenz  (122)  und  Düsseldorf  (96),  sowie  Sachsen-Koburg-Gotha  (14).

Obgleich  die  Gesammterfolgsziffer  etwas  zurückgegangen  ist,  so  spricht  dies  doch  nicht
dagegen,  daß  die  Thierlymphe  ebenso  wirksam  ist,  wie  die  Menschenlymphe.  Denn  bei
gleichem  Verbrauch  an  Thierlymphe  sind  im  Berichtsjahre  neben  schlechteren  auch  bessere
Erfolge  erzielt  worden,  als  im  Vorjahre  (so  in  12  von  50  Bezirken).  Vereinzelt  nahmen
die  Erfolgsziffern  auch  bei  stärkerem  Verbrauch  der  Thierlymphe  zu  und  bei  schwächerem
Verbrauch  (in  7  von  10  Fällen)  ab.

Lymphe  unbekannter  Art  wurde  im  Ganzen  bei  0,01%  der  Wiederimpfungen
verwendet.

Anhang.

Ueber  Impfungen,  welche  zur  Verhütung  der  Einschleppung  der  Pocken  an  fremdländischen  Arbeitern:)
vollzogen  wurden,  enthalten  die  Berichte  folgende  Angaben:

Im  Kreise  Ueckermünde,  Reg.-Bez.  Stettin,  wurden  84  solche  Arbeiter  einer  Dampfziegelei  geimpft;  es
stellte  sich  dabei  heraus,  daß  unter  ihnen  die  russisch-polnischen  Arbeiter  noch  gar  nicht  geimpft  waren,  während
die  galizischen  meist  deutliche  Impfnarben  trugen.  Im  Kreise  Warburg,  Reg.-Bez.  Minden,  wurden  25
polnische  Arbeiter  wiedergeimpft  und  in  Anhalt  147  ausländische  Arbeiter  der  Impfung  unterzogen.  Außerdem
  wurden  wiederholt  Wiederimpfungen  der  Insassen  von  Gefängnissen  u.  s.  w.  vorgenommen.  So  fand
in  Hessen  die  Wiederimpfung  von  etwa  400  Gefangenen  des  Zuchthauses  zu  Marienschloß  und  der  Zellenstrafanstalt
  zu  Butzbach  statt,  welche  während  der  letzten  5  Jahre  vor  der  Einlieferung  weder  wiedergeimpft
waren,  noch  die  Blattern  überstanden  hatten.  In  dem  bereits  genannten  Kreise  Ueckermünde  wurden  die  seit
10  Jahren  nicht  mit  Erfolg  wiedergeimpften  Insassen  der  Besserungsanstalt  mit  gutem  Erfolge  revaccinirt.

1)  In  Hamburg  wurden  außer  O2  %  mit  Menschenlymphe  ausgeführter  Wiederimpfungen  noch
0,150%  mit  nicht  bezeichneter  Lymphe  vorgenommen.

2)  Vergl.  Veröff.  des  Kaiserl.  Gesundheitsamts  Jahrg.  1893.  S.  480,  Jahrg.  1895,  S.  238,  467,  500
680  und  737.
        <pb n="226" />
        —  224  —

B.  Besondere  Mittheilungen.

Dauer  des  Impfgeschäfts.  Das  öffentliche  Impfgeschäft  ist  in  der  Hauptsache  innerhalb
  der  durch  das  Impfgesetz  bestimmten  Zeit  —.  Mai  bis  September  —  durchgeführt
worden;  nur  hier  und  da,  besonders  in  Württemberg  und  Baden,  begannen  die  Impfungen
bei  günstiger  Witterung  schon  im  April,  ganz  vereinzelt  sogar  schon  im  März,  wie  z.  B.
in  dem  letztgenannten  Staate,  woselbst  in  4  Bezirken  im  März  mit  der  Wiederimpfung
vorgegangen  wurde.  Abweichungen  von  der  Regel  wurden  zuweilen  durch  epidemische  Krankheiten,
  Erkrankung  oder  Tod  der  Impfärzte  und  dergl.  erforderlich.  So  wurde  die  Impfung
im  Kreise  Wreschen  wegen  mehrfacher  Pockenausbrüche  Mitte  April  begonnen  und  Anfang
Mai  abgeschlossen.  Zuweilen  wurde  die  Impfung  so  beschleunigt,  daß  sie  mit  Eintritt  der
wärmsten  Jahreszeit  bereits  beendet  war,  oder,  wie  in  Greiz  und  Dresden,  während  derselben
unterbrochen.  In  Bernburg,  Dresden  und  Hamburg  war  während  des  ganzen  Jahres
Gelegenheit  zur  Impfung  gegeben.  In  München  wurden  einmal  wegen  eines,  wie  sich  später
herausstellte,  irrthümlich  als  Variola  bezeichneten  Falles  von  Windpocken  die  Bewohner  eines
großen  Hauses  geimpft.  Wegen  eines  Blatternfalles  wurde  in  der  Gemeinde  Runding,
Amtsbezirk  Cham,  die  ordentliche  Impfung  mit  der  angeordneten  außerordentlichen
verbunden.

Die  Räumlichkeiten,  in  welchen  die  öffentlichen  Impfungen  vollzogen  wurden,  waren
nach  Lage  der  Verhältnisse  durchweg  etwa  dieselben  wie  früher.  Sie  lagen  in  Schulen
(auch  Turnhallen),  Wirthshäusern,  Rathhäusern,  Gemeindehäusern,  vereinzelt  auch  in  den
Wohnungen  von  Gemeindevorstehern  und  Aerzten  rc.;  in  der  Stadt  Hamburg  wurden  besondere
  Zimmer  der  Impfanstalt  benutzt.  Einmal  wurde  in  Elsaß-Lothringen  ein  Theatersaal
  und  einmal  ein  Gerichtssaal  gewählt.  In  Preußen  sind  im  Allgemeinen  die  Schulen
den  Wirthshäusern  vorgezogen  worden,  weil  durch  den  in  Wirthshäusern  herrschenden  Verkehr
  die  Uebertragung  ansteckender  Krankheiten  befürchtet  wurde,  und  auch  der  Bericht  aus
Bayern  hebt  hervor,  daß  die  Benutzung  von  Wirthshäusern  als  Impflolale  unter  Umständen
schwerwiegende  Mißstände  herbeiführen  kann.  Die  früher  stattgehabte  Benutzung  des  Krankenhauses
  einer  Stadt  im  Reg.--Bez.  Stettin  war  untersagt  worden.

Besondere  Warteräume  fehlten  vielfach,  jedoch  ergaben  sich  im  Allgemeinen,  namentlich
wenn  nur  eine  geringe  Zahl  von  Impflingen  vorhanden  war,  hieraus  keine  Uebelstände.

Als  Impfärzte  waren  zum  großen  Theil  beamtete  Aerzte  thätig.  In  den  Reg.=Bezirken
  Bromberg,  Köslin,  Merseburg,  Erfurt,  Arnsberg  waren  sämmtliche  Kreisphysiker
als  Impfärzte  betheiligt.  In  4  Kreisen  des  Reg.-Bezirks  Liegnitz  war  ausschließlich  den
Medizinalbeamten  das  öffentliche  Impfgeschäft  übertragen.  Im  Reg.-Bez.  Köln  wird  über
die  geringe  Mitwirkung  der  Medizinalbeamten  geklagt  und  darin  ein  Nachtheil  für  die  einheitliche
  Durchführung  und  regelmäßige  Erledigung  des  Impfgeschäfts  gesehen.  Nach  dem
Bericht  über  den  Reg.-Bez.  Trier  führt  häufiger  Wechsel  der  Impfärzte  an  kleinen  Orten
zu  Unzuträglichkeiten.  Im  Reg.-Bez.  Oppeln,  in  Bayern  und  Baden  wurde  beobachtet,
daß  die  Erfolge,  die  bei  der  Privatimpfung  erreicht  wurden,  denen  bei  der  öffentlichen
Impfung  nachstanden.  Im  Königreich  Sachsen  weist  das  letzte  Personalverzeichniß  438
Impfärzte  auf.  Hierunter  befanden  sich  104  beamtete  Aerzte  u.  zw.  18  Bezirksärzte,  84
Gerichtsassisten  zärzte  und  2  an  Landesanstalten  angestellte  Aerzte.  In  Württemberg  hat
die  Zahl  der  Privatimpfungen  wieder  etwas  zugenommen  (von  4,6  %  sämmtlicher  Impfungen
im  Vorjahr  auf  5%  ).  Von  den  100  öffentlichen  Impfärzten  waren  641)  Oberamtsärzte,

1)  Einschl.  des  Central-Impfarztes  in  Stuttgart.
        <pb n="227" />
        —  225  —

24  andere  approbirte  Aerzte  und  12  Wundärzte.  In  Baden  wurde  das  Impfgeschäft  in
den  meisten  Bezirken  ausschließlich  von  den  öffentlichen  Impfärzten,  als  welche  nur  beamtete
Aerzte  bestellt  sind,  vorgenommen;  in  den  Städten  haben  indessen  die  Privatimpfungen
zugenommen.  Auch  in  den  meisten  übrigen  Bundesstaaten  überwogen  die  durch  beamtete
Aerzte  ausgeführten  öffentlichen  Impfungen,  zum  Theil  erheblich,  oder  es  wurden  nicht
beamtete  Aerzte  als  Impfärzte  überhaupt  nicht  angestellt.  Die  bereits  erwähnte  Zunahme
der  Privatimpfungen  in  einzelnen  Bezirken  beruht,  soweit  aus  den  Berichten  ersehen  werden
kann,  wesentlich  auf  einer  von  einzelnen  Aerzten  ausgehenden,  gegen  die  öfentlichen  Impftermine
  gerichteten  Agitation.

Eine  unvermuthete  Revision  einzelner  Impstermine  durch  die  Medizinalbeamten  der
Regierungen  hat  in  einzelnen  Bezirken  in  Preußen,  Württemberg  und  Baden  stattgefunden.
Derartige  Revisionen  sind  für  Preußen  nunmehr  durchgehends  laut  Erlasses  der  Minister
der  2c.  Medizinalangelegenheiten  und  des  Innern  vom  31.  März  1897  )  angeordnet  worden.

Die  Impflisten  gaben  im  Ganzen  zu  Bemängelungen  nur  selten  Anlaß.  Auch
konnte  die  Berichtigung  fehlerhafter  oder  die  Ergänzung  unvollständiger  Listen,  wie  einigemal
  erwähnt  wurde,  schon  während  des  Impftermins  bewirkt  werden.  Nur  über  schlecht
aufgestellte  und  ungenau  geführte  Privatimpflisten,  sowie  über  deren  unpünktliche  Einsendung
  enthalten  die  Berichte  häufiger  Klagen.

Die  Einflüsse  der  Witterung  störten  in  Preußen  den  Gang  des  Impfgeschäfts  mehr
als  in  früheren  Jahren.  So  mußten  in  den  Bezirken  Breslau,  Oppeln  und  Lüneburg
zu  Anfang  infolge  der  herrschenden  Kühle  und  Feuchtigkeit  die  Impfungen  mehrfach  hinausgeschoben,
  im  Bezirke  Koblenz  die  Impfräume  geheizt  werden.  Um  etwaigen  schädlichen
Einwirkungen  der  rauhen  Witterung  auf  die  Erstimpflinge  vorzubeugen,  wurden  die  Impfärzte
  des  Reg.-Bezirks  Bromberg  angewiesen,  nicht  vor  der  zweiten  Hälfte  des  Mai  zu
impfen.  Wiederholt  machte  die  Hitze  eine  Unterbrechung  des  Impfgeschäftes  nothwendig.
Im  Uebrigen  sind  nennenswerthe  Störungen  nicht  vorgekommen;  nur  einmal  mußte  wegen
eines  anhaltenden  Gewitters  die  Nachschau  in  den  Wohnungen  der  Impflinge  stattfinden,
ein  anderes  mal  machte  Hochwasser  die  Impfung  in  einer  Gemeinde  des  Amtsbezirks  Dorfen
(Bayern)  unmöglich.

Das  Auftreten  anfsteckender  Krankheiten  verursachte  auch  im  Berichtsjahre  zahlreiche
  Störungen  im  Verlauf  des  Impfgeschäftes.  Meist  wurde  jedoch  in  solchen  Fällen  nur
ein  Hinausschieben  der  Impftermine  nothwendig,  sodaß  die  Impfung  noch  in  demselben  Jahre
nachgeholt  werden  konnte.  Am  häufigsten  sind  in  den  Berichten  als  Ursache  hierfür  Masern
und  Keuchhusten  genannt,  die  in  zahlreichen  Bezirken  der  meisten  Bundesstaaten  aufgetreten
sind.  Seltener  sind  derartige  Störungen  durch  Scharlach,  Rötheln,  Diphtherie,  Genickstarre
herbeigeführt  worden,  vornehmlich  in  einzelnen  Bezirken  in  Sachsen,  Baden,  Hessen,  Mecklenburg-Schwerin
  und  Mecklenburg-Strelitz.  In  einzelnen  Bezirken,  in  denen  genannte  Krankheiten
in  geringerer  Ausdehnung  herrschten,  wurden  zwar  die  öffentlichen  Impftermine  abgehalten,
aber  die  Kinder  aus  den  Häusern  oder  Familien,  in  denen  das  Auftreten  der  Krankheit
festgestellt  war,  vom  Impftermine  ausgeschlossen  oder  für  sich  allein  geimpft.  Im  Kreise
Wreschen,  Reg.-Bez.  Posen,  wurden  die  Impflinge  zweier  Ortschaften,  in  denen  die  Pocken
ausgebrochen  waren,  für  sich  geimpft.  In  verschiedenen  Ortschaften  des  Kreises  Fallingbostel,
  wo  nach  bereits  stattgehabter  Impfung  der  Keuchhusten  eine  größere  Verbreitung  und
einen  bösartigen  Verlauf  annahm,  wurde  die  Nachschau  gesondert  abgehalten.

1)  Veröff.  des  Kaiserl.  Gesundheitsamts  1897,  S.  424.
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        —  226  —

Ein  Verschieben  der  Impfung  bis  zum  nächsten  Jahre  wurde  nur  nöthig  in  einigen
Ortschaften  der  Reg.-Bezirke  Königsberg,  Danzig,  Marienwerder,  Potsdam,  Frankfurt,  Köslin,
Schleswig,  Koblenz,  Düsseldorf,  Aachen,  in  einer  Gemeinde  in  Bayern,  in  drei  Ortschaften
des  Bezirks  Tauberbischofsheim  in  Baden,  in  sechs  Bezirken  in  Mecklenburg-Schwerin,  in
einer  Gemeinde  in  Elsaß-Lothringen,  und  zwar  meist  infolge  von  Masern  und  Keuchhusten,
seltener  in  Folge  von  Scharlach  oder  Diphtherie.  Impetigo  verursachte  in  Hamburg  zahlreiche
  Impfaufschübe.

Wiederholt  sind  Kinder,  die  an  Masern  oder  Scharlach  litten,  entgegen  den  Vorschriften
zum  öffentlichen  Impftermin  gebracht  worden.  Indeß  ist  nirgends  eine  Weiterverbreitung
durch  die  Impfung  zweifellos  festgestelltt  nur  bei  einem  im  Reg.-Bez.  Wiesbaden
an  Scharlach  erkrankten  und  gestorbenen  Kinde  ist  nicht  ausgeschlossen,  daß  es  sich  im  Impftermine
  angesteckt  hat.  ·

Hinsichtlich  der  Impfoperationen  ist  zu  erwähnen,  daß  mittels  Rundschreibens  des
Reichskanzlers  (Reichsamt  des  Innern)  vom  5.  Februar  1896  den  Bundesregierungen  noch
vor  Beginn  der  öffentlichen  Impfungen  anheim  gestellt  worden  ist,  mit  Rücksicht  auf  die
zuverlässige  Wirksamkeit  der  Thierlymphe,  durch  welche  auch  bei  verhältnißmäßig  wenigen
Impfschnitten  die  Entwickelung  einer  zum  Schutz  gegen  die  Pocken  ausreichenden  Zahl  von
Schutzblattern  verbürgt  wird,  von  der  Bestimmung,  daß  die  Erstimpfung  auf  beiden  Armen
der  Kinder  vorzunehmen  ist,  in  Zukunft  abzusehen  und  die  Impfung  auf  nur  einem  Arme
zuzulassen.

Dementsprechend  ist  bei  den  öffentlichen  Impfungen  hauptsächlich  die  Einarmimpfung
angewendet  worden;  sie  fand  besonders  den  Beifall  der  Mütter.

Kreuzschnitte  sind  in  Preußen  nur  ganz  vereinzelt,  in  Bayern  häufiger  als  bisher  bei
Erst=  und  Wiederimpflingen,  in  Reuß  ä.  L.  im  Impfbezirk  Greiz  nur  bei  Wiederimpflingen
in  Rücksicht  auf  die  verminderte  Anzahl  der  Schnitte  zur  Erzielung  einer  besseren  Wirkung
gemacht  worden.  Aus  demselben  Grunde  wurden  in  einem  Bezirk  in  Schaumburg-Lippe
bei  Wiederimpflingen  vier  Doppelschnitte  angelegt.

Die  Anzahl  der  Schnitte  betrug  im  Allgemeinen  4—6;  einzelne  Aerzte  machten,  besonders
  bei  schwächlichen  Kindern,  nur  3,  andere  besonders  bei  Wiederimpfungen  bis  zu
zehn  Schnitte.

Von  Impfinstrumenten  wurden  verwandt:  Die  Impfmesser  von  Risel,  Döring,
Chalybaeus,  Kerstein,  Pfeiffer,  Weichardt,  das  Krückmann'sche  Instrument,  einfache  Lanzetten,
das  Impfskalpell  oder  die  Impffeder  u.  a.  Die  doppelspitzigen,  vernickelten,  sterilisirbaren
Instrumente  der  Firma  Wolff,  Knippenberg  u.  Co.  zu  Ichtershausen  wurden  mehrfach  im
Reg.-Bez.  Posen,  besonders  von  den  beamteten  Aerzten  benutzt.  Die  Platin-Iridium-Messer
von  Lindenborn  und  Dröll  fanden  mehr  und  mehr  Aufnahme.  Oefsters  wurde  indeß  darüber
geklagt,  daß  ihre  vorschriftsmäßige  Behandlung  bei  großen  Terminen  sehr  zeitraubend  ist.
Die  Benutzung  des  Impfschneppers  ist  untersagt  worden,  wenn  nicht  die  peinlichste  Desinfektion
  nach  jeder  Impfung  verbürgt  werden  kann.  Impfstiche  sind  nur  ganz  vereinzelt
gemacht  worden.

Der  Reinigung  und  Desinfektion  der  Impfinstrumente  wurde  offenbar  die  größtmögliche
  Sorgfalt  zugewendet;  nur  einem  Arzt  im  Reg.-Bez.  Posen  mußten  wegen  mangelhafter
  Technik  und  Reinhaltung  der  Instrumente  r2c.  die  Geschäfte  des  Impfarztes  wieder
abgenommen  werden.

1)  Vergl.  Veröff.  des  Kaiserl.  Gesundheitsamts  1896,  S.  378  und  1897,  S.  409.
        <pb n="229" />
        —  227  —

Als  Impfftoff  ist  Menschenlymphe  auch  im  Berichtsjahre  sehr  selten  verwendet
worden.  Ofters  ist  bei  der  Wiederholung  von  vorher  erfolglos  gewesenen  Impfungen  und
auch  bei  Privatimpfungen  Menschenlymphe  benutzt  worden.  In  andern  Fällen  handelte  es
sich  um  Autorevaccinationen  oder  um  die  Impfung  von  Nachzüglern,  die  im  Nachschautermin,
  an  dem  Thierlymphe  nicht  zur  Verfügung  stand,  erschienen  waren.  In  Sachsen-Weimar
  verimpfte  ein  Impfarzt  neben  der  Thierlymphe  auch  noch  selbst  gesammelte  humanisirte
  Lymphe.  -

Die  zu  öffentlichen  Impfungen  benutzte  Thierlymphe  stammte  innerhalb  der  einzelnen
Bundesstaaten  vollständig  oder  größtenteils  aus  den  eigenen  staatlichen  Lymphegewinnungsanstalten
  oder  denjenigen  benachbarter  Staaten,  mit  welchen  entsprechende  Abkommen  getroffen
waren.  Aber  auch  zu  den  Privatimpfungen  fand  großentheils  Thierlymphe  aus  staatlichen
Anstalten  Verwendung.  Private  Bezugsquellen  für  Thierlymphe  werden  nur  selten  genannt.
Es  sind  dies  Aehle-Lübeck,  Bläsing-Elberfeld,  Böttcher-Halle,  Grober-Bremen,  Lahusen-Bremen,
  Pissin-Berlin,  Protze-Elberfeld.  In  Elsaß-Lothringen  wurde  auch  Pariser  Lymphe
benutzt.  Für  Preußen  ist,  da  der  Bedarf  an  thierischem  Impfstoff  nach  Errichtung  einer
ausreichenden  Zahl  von  staatlichen  Anstalten  zur  Gewinnung  solchen  Impfstoffes  leicht
und  in  genügender  Menge  jederzeit  gedeckt  werden  kann,  inzwischen  durch  Runderlaß  der
Herren  Minister  der  ꝛc.  Medizinalangelegenheiten  und  des  Innern  vom  31.  März  18971)
bestimmt  worden,  daß  in  Zukunft  für  die  öffentlichen  Impfungen  im  Allgemeinen  ausschließlich
  thierischer  Impfstoff  aus  den  Landesanstalten  zu  verwenden  ist.

Beweiskräftige  Thatsachen,  welche  gegen  die  Reinheit  des  Impfstoffes  sprechen,  sind
nicht  bekannt  geworden.  Bei  aus  Weimar  stammender  Lymphe  wurde  öfter  ein  beträchtlicher
  Grad  von  Randröthe,  bei  etwa  20  Erstimpflingen  ein  fleckiger  Hautausschlag  beobachtet.
  Es  haben  indessen  die  angestellten  Untersuchungen  die  Reinheit  des  Impfstoffs
  ergeben.  Dagegen  wurden  Wirksamkeit  und  Haltbarkeit  der  Lymphe
öfters  bemängelt.  So  soll  der  Impfstoff  nach  den  Berichten  einer  Anzahl  bayerischer
Amtsärzte  in  der  Wirkung  gegen  das  Vorjahr  etwas  nachgestanden,  sich  auch  in  2  Amtsbezirken
  nicht  genügend  haltbar  erwiesen  haben.  In  Braunschweig  wurden  14  Sendungen
von  mangelhafter  Beschaffenheit  festgestellt.  In  einigen  Staaten  zeigte  Thierlymphe  aus
Weimar  eine  verschiedene  und  mannigfach  unsichere  Wirksamkeit.  In  Elsaß-Lothringen
ließ  die  Lymphe  aus  Metz  wiederholt  zu  wünschen  übrig.  Ueber  die  Protze'sche  und
Aehle'sche  Lumphe  wurde  mehrfach  geklagt.  In  Hessen  vorgenommene  Versuche  mit  Landmann'scher
  bezw.  Merck-Landmann'scher,  sogenannter  keimfreier  Lymphe  hatten  schlechte
Erfolge.  Wo  sie  indeß  gut  anging,  sollen  dieselben  Reizerscheinungen  aufgetreten  sein,  wie
bei  der  Institutslymphe.

Ueber  in  Preußen  angestellte  Versuche  mit  centrifugirter,  verdünnter  und  keimfreier
Lymphe  enthält  der  betreffende  Bericht  folgende  Mittheilungen:

In  der  Beschaffenheit  der  in  den  staatlichen  Anstalten  fabrizirten  Lymphe  traten  im  Berichtsjahre
insofern  Aenderungen  ein,  als  einige  Anstalten  klare  und  verdünnte  Lymphe  abgaben.  Seitdem  es  in  der
staatlichen  Anstalt  zu  Köln  gelungen  war,  im  Berfolg  der  im  Frühjahr  1895  von  dem  Herrn  Minister
der  Medizinalangelegenheiten  angeordneten  Versuche  einen  klaren  und  doch  voll  wirksamen  Impfstoff  auf
dem  einfachen  Wege  der  Sedimentirung  zu  erzeugen,  und  nachdem  unabhängig  davon  der  praktische  Arzt
Dr.  Landmann  zu  Frankfurt  a.  M.  mit  seiner  sogenannten  keimfreien  Lymphe  hervorgetreten  war,  wurde
vom  Herrn  Minister  eine  Kommission  zur  Prüfung  der  Impfstofffrage  unter  dem  Vorsitz  des  Fachreferenten
im  Ministerium  für  geistliche  u.  s.  w.  Angelegenheiten  eingesetzt.  Auf  Anregung  dieser  Kommission  wurden
mehrfache  Impfversuche  mit  sedimentirter,  centrifugirter  und  verdünnter  Lymphe  angestellt,  auch  von

1)  Vergl.  Veröff.  des  Kaiserlichen  Gesundheitsamts  1897,  S.  424.
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einigen  staatlichen  Anstalten  centrifugirte  und  verdünnte  Lymphe  zu  dem  öffentlichen  Impfgeschäft  ausgegeben.
  Alle  Berichterstatter  sind  darüber  einig,  daß  die  Reizerscheinungen  bei  ihrer  Anwendung  ganz
erheblich  geringer  waren,  als  bei  gewöhnlicher  Lymphe;  außerdem  war  die  dünnere  Lymphe  leichter  aufzutragen.
  Dagegen  waren  die  Wirkungen  der  verdünnten  Lymphe  meist  schwächer;  ja  selbst  in  den  Fällen,
wo  die  Gesammtwirkung  wesentlich  nicht  beeinträchtigt  war,  wie  im  Reg.-Bez.  Köln,  ist  doch  die  Entwickelung
der  Pusteln  etwas  zurückgeblieben.  Diese  Minderwirkung  scheint  hauptsächlich  ihren  Grund  darin  gehabt
zu  haben,  daß  die  Impfärzte  bei  veränderter  Lymphe  dieselbe  Impftechnik  beobachtet  haben.  Wenigstens
haben  die  Leiter  der  staatlichen  Anstalten  in  Berlin,  Köln  und  Stettin,  welche  zu  der  erwähnten  Ministerial-Kommission
  gehörten,  bei  ihren  Versuchen  mit  centrifugirter  und  verdünnter  Lymphe  gute  Impferfolge
aufzuweisen  gehabt.  Mit  dieser  Annahme  stimmt  übrigens  auch  die  Beobachtung  eines  Arztes  im  Reg.-Bez.
  Aachen  überein.  Derselbe  bezeichnet  die  verdünnte  Lymphe  als  ebenso  wirksam  wie  die  frühere  konzentrirte,
  doch  müßten  bei  den  Wiederimpflingen  mehr  Schnitte  gemacht  und  die  Lymyhe  nicht  zu  sparsam
benutzt  werden.

Der  Leiter  der  staatlichen  Anstalt  in  Halle  a.  S.  hat  in  einzelnen  Fällen  bei  Erstimpfungen  zum
Vergleich  mit  der  dem  staatlichen  Institute  entlehnten  Lymphe,  sogenannte  keimfreie  Lymphe  von  Dr.  Landmann-Frankfurt
  a.  M.  oder  von  Dr.  Merck-Darmstadt  oder  centrifugirte  Lymphe  aus  der  Staatsimpfanstalt
  zu  Hamburg  verwendet,  dabei  will  er  aber  2,1  0  personellen  Ausfall  und  11,1  %  Schnittausfall
für  seine  Gesammtimpfungen  gehabt  haben.  Er  machte  bei  sämmtlichen  von  ihm  ausgeführten  Impfungen
6  Schnitte.  Die  Mißerfolge  legte  er  lediglich  den  von  auswärts  bezogenen  Lymphesorten  zur  Last  und
nimmt  an,  daß  in  der  keimfreien  Lymphe  mit  den  übrigen  Mikroorganismen  auch  die  VacMcinekeime  abgetödtet
  gewesen  sind  und  daß  in  der  centrifugirten  Lymphe  die  Zahl  der  Keime,  die  offenbar  von  vornherein
  in  nur  geringer  Menge  vorhanden  gewesen  seien,  durch  das  mit  dem  Lagern  des  Präparates  regelmäßig
  erfolgende  Absterben  so  verringert  worden  sind,  daß  die  Lymphe  gute  Erfolge  zu  erzeugen  nicht
mehr  im  Stande  war.

Nach  diesen  Beobachtuugen  wird  bei  der  verdünnten  Lymphe  ein  sorfältiges  Einstreichen  einer
größeren  Menge  von  Lymphe  in  die  Impfschnitte  als  erforderlich  angesehen.

Zurückstellungen  von  der  Impfung  wegen  Krankheit  der  Impfpflichtigen  kamen  im
Allgemeinen  oft  vor.  Die  Ursachen  für  das  Unterlassen  der  Impfung  waren  hauptsichlich
Skrofulose,  Rachitis,  Tuberkulose,  auch  Syphilis,  sobald  die  Kinder  dadurch  stark  geschwächt
waren,  ferner  allgemeine  Körperschwäche  und  schlechter  Ernährungszustand,  Hautausschläge,
Darmkatarrh,  Keuchhusten  und  akute  Krankheitszustände.  In  Berlin  blieben  2  Erstimpflinge
wegen  Impetigo,  in  der  Ost=  und  Westprignitz  (Reg.-Bez.  Potsdam)  je  1  Kind  wegen  Lupus
des  Gesichts  und  der  Arme,  ungeimpft.  Tuberkulöse,  skrofulöse,  rhachitische  und  syphilitische
Kinder,  welche  weniger  angegriffen  waren,  wurden  öster  mit  Zustimmung  oder  auf  Wunsch
der  Mütter  unter  Beobachtung  der  nöthigen  Vorsicht  ohne  irgend  einen  Nachtheil  geimpft.

Widerstand  gegen  das  Impfgesetz.  Die  Umtriebe  der  Impfgegner,  die  sich  von
jeher  hauptsächlich  gegen  die  Erstimpfung  gewendet  haben,  scheinen  im  Allgemeinen  im
Berichtsjahre  weniger  umfangreich  gewesen  zu  sein  als  im  Jahre  1895;  das  Impfgeschäft
wurde  durch  sie  nur  wenig  gestört.  Die  vorschriftswidrigen  Entziehungen  von  der  Erstimpfung
  (vergl.  Abschn.  A),  sind  übrigens  nicht  als  Widerstand  gegen  das  Impfgesetz  aufzufassen.
  Vielmehr  ergeben  die  darüber  angestellten  Nachforschungen  weit  häufiger  Nachlässigkeit
  seitens  der  Eltern,  Irrthümer  in  den  Listenführungen  u.  s.  w.  als  wirklich  beabsichtigte
  Impfentziehungen.

Wiederholt  äußerte  sich  der  Widerstand  gegen  das  Impfgesetz  lediglich  durch  eine  erhebliche
  Zunahme  der  Privatimpfungen  (z.  B.  in  der  Stadt  Ulm).  Versuche,  die  Impfung
durch  Abwischen  der  Lymphe,  Auswaschen  der  Schnitte  mit  heißem  Wasser  und  durch  Aussaugen
  zu  entfernen,  wurden  in  den  Reg.-Bezirken  Wiesbaden  und  Koblenz  und  in  Bayern
beobachtet.

Einzelne  Fälle  von  Impfweigerung  kamen  in  sämmtlichen  bayerischen  Regierungsbezirken
  zur  Anzeige;  besonders  häufig  waren  sie  im  Reg.-Bez.  Mittelfranken;  fast  durch-
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weg  handelte  es  sich  um  Kinder  von  Impfgegnern,  von  denen  ein  Theil  schon  in  den  Vorjahren
  der  Impfung  entzogen  worden  war.  In  Kaiferslautern  weigerten  sich  6  Eltern,
ihre  schon  einmal  erfolglos  geimpften  Kinder  nochmals  impfen  zu  lassen,  als  während  der
Impfzeit  abschreckende  Abbildungen  angeblicher  Impfschädigungen  verbreitet  worden  waren.
In  Württemberg  blieb  ein  deshalb  bereits  bestrafter  Mann  bei  seiner  Widersetzlichkeit.  Die
in  Ulm  wiederholt  ausgesprochene  Weigerung  einiger  Eltern,  die  Impfung  vollziehen  zu
lassen,  konnte  meist  auf  Einwirkung  Frankfurter  sogenannter  Naturärzte  zurückgeführt
werden.

Im  Uebrigen  sind  nur  ganz  vereinzelte  Fälle  von  Impfweigerung  berichtet.  Mehrfach
haben  frühere  Impfgegner  infolge  des  Zuspruchs  der  Impfärzte  und  auf  Grund  von  impffreundlichen
  Vorträgen  den  Widerstand  gegen  das  Impfgesetz  aufgegeben  (Erfurt,  Ellwangen,
Künzelsau);  oft  gelang  es  den  Impfärzten,  die  Besorgnisse  der  durch  Impfgegner  aufgestachelten
  Mütter  zu  beschwichtigen.

Todesfälle,  welche  längere  oder  kürzere  Zeit  nach  der  Impfung  auftraten,  mit  der
Impfung  selbst  in  Beziehung  gebracht  und  als  Impfschädigungen  angesehen  wurden,  sind
im  Ganzen  3  bekannt  geworden.

Aus  Sachsen  wird  berichtet,  daß  in  Leipzig  ein  Kind  an  Impfrothlauf  gestorben  sei;  nähere  Angaben
  hierüber  fehlen.

In  Wronke,  Reg.-Bez.  Posen,  entwickelte  sich  bei  einem  Kinde,  das  bei  der  Nachschau  nichts
Abweichendes  gezeigt  hatte,  am  Tage  darauf  in  der  Achselhöhle  des  geimpften  Armes  eine  entzündliche
Schwellung,  die  in  Eiterung  überging  und  eröffnet  werden  mußte.  Das  Fieber  blieb  bestehen  und  nach
2  Wochen  erlag  das  Kind.  Die  Leichenöffnung  ergab  einen  Erweichungsherd  im  Gehirn,  der  möglicherweise
  durch  Einschleppung  entzündlicher  Massen  von  der  Achselhöhle  her  verursacht  war.

In  St.  Ilgen,  Bezirk  Heidelberg,  erkrankte  ein  sonst  gesunder  und  kräftiger  Erstimpfling,  der  nur
leicht  an  Ekzem  litt,  fünf  Tage  nach  der  Impfung  unter  hohem  Fieber  an  Unterleibsstörungen  und  Hirnhautentzündung,
  gleichzeitig  breitete  sich  das  Ekzem  aus,  drei  Wochen  später  erfolgte  der  Tod.

Die  sonst  beobachteten  Todesfälle  sind,  wie  die  Nachforschungen  ergeben  haben,  nicht
der  Impfung  selbst  zur  Last  zu  legen.

In  Altenweddingen,  Reg.-Bez.  Magdeburg,  starb  ein  Kind,  das  bei  der  Nachschau  regelrechte  Pusteln
hatte,  vierzehn  Tage  nach  derselben  aber  dem  Arzte  mit  einem  thalergroßen  Geschwür  an  Stelle  der  Pusteln
wieder  vorgeführt  wurde,  nach  weiteren  14  Tagen  infolge  von  weiterer  Verbreitung  der  Verschwärung
in  die  Tiefe.

Es  hat  sich  hier,  soweit  aus  dem  Berichte  hervorgeht,  offenbar  um  eine  nachträgliche
  Verunreinigung  der  Impfstellen  gehandelt.

In  Reinfeld,  Reg.-Bez.  Schleswig,  traten  bei  einem  11  Monate  alten  Kinde,  das  am  Tage  der
Nachschau  (12.  Juni)  vollkommen  gesund  befunden  worden  war,  und  bei  dem  sich  auch  nach  Aussage  der
Mutter  noch  bis  zum  26.  Juni  keinerlei  Entzündung  an  den  Pocken  gezeigt  hatte,  am  23.  Juni  Krämpfe
auf.  Am  26.  Juni  entwickelte  sich  von  den  fast  vernarbten  Pusteln  aus  Rothlauf,  dem  das  Kind  am
6.  Juli  erlag.  Der  Arzt  hatte  bei  seiner  Ankunft  die  Impfstelle  mit  einem  der  Haut  fest  anhaftenden
grünen  Pflanzenblatt  bedeckt  gefunden.

In  Domnitz,  Reg.-Bez.  Merseburg,  wurde  ein  Mädchen  (Anna  Hermann)  am  29.  Mai  1896  geimpft.
  Die  Nachschau  am  5.  Juni  ergab  ein  ganz  gesundes  Kind  mit  4  bis  5  regelrecht  entwickelten  Pusteln
ohne  entzündliche  Röthung.  Am  9.  Juni  schwoll  der  Arm  an  und  war  entzündlich  geröthet.  Die  Röthe
dehnte  sich  nach  und  nach  bis  zur  Hand,  sodann  auf  die  linke  Brustseite  und  die  linke  Rückenhälfte  aus.
Nach  2=  bis  3tägigen  heftigen  Durchfällen  röthete  sich  auch  die  rechte  Hälfte  des  Oberkörpers  und  das  Gesicht.
  Schließlich  schwoll  der  ganze  Körper  an.  Am  29.  Juni  starb  das  Kind  unter  Krämpfen.

In  Depenbrock,  Kreis  Herford,  Reg.-Bez.  Minden,  sollte  angeblich  ein  Erstimpfling  an  den  Folgen
der  Impfung  verstorben  sein.  Wie  ermittelt,  war  der  Tod  durch  eiterige  Entzündung  des  Hüftgelenks
herbeigeführt  worden;  diese  hatte  sich  im  Anschluß  an  ein,  erst  acht  Wochen  nach  der  Impfung  aufgetretenes,
  von  den  stets  von  Neuem  abgekratzten,  noch  nicht  geheilten  Impfwunden  ausgegangenes

Späterysipel  entwickelt.
Mediz.-stat.  Mitthell.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  17
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        —  280  —

In  Greiz,  Reuß  ä.  L.  und  im  sächsischen  Medizinalbezirk  Löbau  erkrankte  je  ein  Kind  19  Tage
nach  der  Impfung  an  Rose,  die  von  den  Impfstellen  ausging.  Der  Tod  trat  24  Tage  bezw.  in  der
7.  Woche  nach  der  Impfung  ein.

Im  Kreise  Wittgenstein,  Reg.-Bez.  Arnsberg,  entwickelte  sich  bei  einem  Kinde  14  Tage  nach  der
Impfung,  als  bereits  die  Borken  absielen,  am  geimpften  Arm  eine  Wanderrose,  die  sich  allmählich  auf  den
ganzen  Arm  erstreckte  und  auch  auf  den  Rücken  übergriff  und  der  das  Kind  erlag.

Im  Oberlahnkreis,  Reg.-Bez.  Wiesbaden  entwickelte  sich  bei  einem  Erstimpfling  13  Tage  nach  der
Impfung  von  der  Impfstelle  aus  Rose,  die  nach  drei  Wochen  unter  wiederholten  Nachschüben  und  fortwährendem
  Fieber  zum  Tode  führte.

In  diesen  Fällen  hat  es  sich  nach  Lage  der  Umstände  um  „Späterysipele“  gehandelt,
um  Rothlauferkrankungen,  die  durch  nachträgliche,  der  Impfung  selbst  nicht  zur  Last  zu
legende  Verunreinigungen  der  noch  offenen  Impfstellen  verursacht  waren.  Auch  in  den
beiden  nachstehend  berichteten  Todesfällen  kann  als  Ursache  der  spät  einsetzenden  Erkrankung
nur  eine  nachträgliche  Verunreinigung  der  Impfstellen  angenommen  werden.

Ein  Erstimpfling  (Alfred  Kurt  Hellberg)  zu  Marienberg,  Kreishauptmannsch.  Zwickau,  geimpft
am  2.  Juni  1896,  erkrankte  am  15.  Juni  an  Entzündung  und  Blasenbildung  in  der  Umgebung  der  Impfpusteln,
  die  sich  in  ein  Geschwür  verwandelten.  Obwohl  die  brandige  Entzündung  sich  nicht  wesentlich
ausbreitete,  starb  das  Kind  am  18.  Juni.  Wie  die  Erhebungen  ergaben,  war  das  Kind  schwächlich  beanlagt
  und  hatte  früher  an  Ohrenlaufen  gelitten;  ein  Berschulden  für  die  Erkrankung  lag  von  keiner  Seite
vor;  der  Tod  mußte  einer  bösartigen  Wundinfektion  zugeschrieben  werden.

In  Chemnigz  sollte  zufolge  einer  Mittheilung  in  einer  „impfgegnerischen  Zeitschrift“  ein  Erstimpfling
(Johanne  Linke)  in  Folge  der  Impfung  verstorben  sein.  Am  Tage  der  Nachschau  war  das  Kind  gesund
befunden  worden.  Acht  Tage  darauf  entzündete  sich  der  rechte  Arm,  die  Drüsen  der  rechten  Achselhöhle
begannen  anzuschwellen.  Nach  weiteren  4  Tagen  stellte  der  behandelnde  Arzt  eine  Zellgewebsentzündung
fest.  Im  Krankenhause,  wohin  das  Kind  gebracht  worden  war,  zeigten  sich  2  Geschwürsflächen  an  dem
verdickten  rechten  Arm.  Am  5.  Juli,  genau  1  Monat  nach  der  Impfung,  trat  der  Tod  ein.  Die  Leichenöffnung
  ergab  Entzündung  des  rechten  Arms  und  der  Achselhöhle;  in  der  Luftröhre  war  zäher  Eiter  enthalten;
  die  Eingeweide  waren  gesund.  Von  einer  erheblichen  Anzahl  zugleich  geimpfter  Kinder  erkrankte
keins.  Nach  der  Annahme  der  Staatsanwaltschaft  trifft  den  Impfarzt  irgend  ein  Verschulden  nicht.  Das
Königliche  Oberlandesgericht  zu  Dresden  verwarf  die  gegen  den  Bescheid  der  Staatsanwaltschaft  gerichtete
Beschwerde  unterm  17.  September  1896  als  unbegründet.

Angeblich  als  Impfschädigung  sind  von  impfgegnerischer  Seite  noch  10  Todesfälle
öffentlich  besprochen  worden,  von  denen  indeß  die  amtlichen  Nachforschungen  ergeben  haben,
daß  sie  entweder  mit  der  Impfung  überhaupt  außer  Zusammenhang  stehen  oder  daß  auch
ein  mittelbares  Verschulden  der  Impfung  ausgeschossen  werden  kann.

Marie  Anna  Welker  aus  Alsfeld,  Prov.  Oberhessen,  erkrankte  6  Stunden  nach  der  Impfung  an
Krämpfen;  Anhaltspunkte  dafür,  daß  der  19  Stunden  nach  der  Impfung  eingetretene  Tod  dieser  zur  Last
zu  legen  sei,  haben  die  genauen  amtlichen  Untersuchungen  nicht  ergeben;  es  wird  dies  auch  von  den  Eltern
selbst  nicht  behauptet.1)

Die  angeblich  infolge  der  Impfung  verstorbenen  Johannes  Kellers),  Josef  Gietze),  Johann  Becker)
sämmtlich  aus  Kaiserslautern,  erlagen  ohne  jeden  Zusammenhang  mit  der  Impfung  der  Eklampsie,  der
Diphtherie  (20  Tage  nach  der  Impfung),  einer  Brochitis  nach  Lungenentzündung  (3½  Monate  nach  der
Impfung).  Ebensowenig  kann  der  fünf  Monate  nach  der  Impfung  infolge  von  Abzehrung  erfolgte  Tod
des  Kindes  Georg  Kurt  Bäßler  aus  Chemnitz  mit  der  Impfung  in  Zusammenhang  gebracht  werden.

Laura  Aurelie  Rautenbach  aus  Eßlingen  erlag  10  Tage  nach  der  Impfung  wahrscheinlich  einer
Lungenentzündung.  Wilhelmine  Engel  aus  Hannover  starb  an  einer  Knochenhautentzündung  fünf  Wochen
nach  der  Impfung.

Katharina  Asel2)  aus  Kaiserslautern  hatte  am  1.  März  1896  eine  Einspritzung  von  Diyhtherieserum
  erhalten  und  starb  am  15.  April  1896  an  Lungenentzündung.  Sie  war  offenbar  überhaupt  nicht
geimpft  gewesen  als  der  Tod  eintrat.

1)  Vergl.  Mediz.-statist.  Mittheilungen  aus  dem  Kaiserl.  Gesundheitsamt  Bd.  IV,  S.  158.
2)  Bezüglich  dieser  Fälle  ist  nachträglich  im  „Impfgegner“  zugestanden,  daß  sie  mit  der  Impfung
nicht  zusammenhängen,  desgleichen  bezügl.  zweier  auf  S.  236  und  eines  auf  S.  238  erwähnten  Falles.
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        —  231  —

Katharina  Behrens  aus  Stade  starb  etwa  5  Wochen  nach  der  Impfung  an  den  Folgen  des  Keuchustens.


dust  Alexander  von  der  Heyde  ebendaher  soll  in  der  2.  Woche  nach  der  Impfung  mit  Ausschlag  am
Kopfe  erkrankt  sein.  Daß  der  etwa  6  Wochen  später  erfolgte  Tod  mit  der  Impfung  nicht  in  ursächlichen
Zusammenhang  zu  bringen  ist,  hat  die  amtliche  Nachforschung  ergeben.

In  jedem  Jahre  sterben  von  der  großen  Anzahl  geimpfter  Kinder  einzelne  in  den  auf
die  Impfung  folgenden  Tagen  und  Wochen  an  Krankheiten,  von  denen  sie  befallen  wurden,
ganz  unabhängig  davon,  daß  sie  zuvor  geimpft  worden  sind.

Derartige  Beobachtungen  sind  auch  im  Jahre  1896  gemacht  worden.  Die  Berichte
nennen  übereinstimmend  mit  den  früheren  Jahren  hierfür  hauptsächlich  Brechdurchfälle  und
Darmkatarrhe,  Lungenentzündung,  Luftröhren=  und  Lungenkatarrh,  Gehirnhaut-  und  Gehirnentzündung
  (nachweislich  öfters  in  Folge  von  Mittelohrkatarrh  entstanden),  Krämpfe  und
Kieferklemme,  Tuberkulose,  Masern,  Scharlach,  Diphtherie  u.  a.

Fünf  besonders  bezeichnende  Fälle,  in  denen  durch  eingehende  Erhebungen  jeder  Zusammenhang
  mit  der  Impfung  ausgeschlossen  werden  konnte,  seien  hier  beispielsweise  mitgetheilt.


Bei  dem  Erstimpfling  Karl  von  Knoblauch  aus  Giebichenstein,  Reg.-Bez.  Merseburg,  der  4½  Monat
nach  der  Impfung  starb,  war  der  Tod  eingetreten  infolge  ungewöhnlicher  Ausdehnung  einer  Impetigo
kontagiosa,  bei  der  es  zu  brandigem  Absterben  der  bloßgelegten  oberflächlichen  Schichten  der  Lederhaut  an
den  befallenen  Hautstellen  gekommen  war,  und  infolge  von  Luftröhren-  und  Lungenkatarrh.  Das  Impffeld
  zeigte  bei  der  Leichenöffnung  keinerlei  krankhafte  Veränderung.

Martha  Elsa  Kretschmar  aus  Chursdorf,  Kreishauptmannsch.  Leipzig,  war  4  Tage  nach  der

Impfung  infolge  einer  Gehirnhautentzündung  gestorben,  die  sich  im  Anschluß  an  einen  von  den  Eltern
nicht  beachteten  Mittelohrkatarrh  entwickelt  hatte.

Martha  Klara  Schöttel  aus  Mülsen,  Kreishauptmannsch.  Zwickau,  starb  fast  sechs  Monate  nach
der  Impfung  an  Darmtuberkulose.

Im  Reg.-Bez.  Schleswig  erkrankte  ein  künstlich  ernährtes  Kind  drei  Wochen  nach  dem  vollständigen
Abheilen  der  Pusteln  an  „Beulen“  und  starb  daran.  Ein  Zusammenhang  mit  der  Impfung  erscheint
nach  dem  Bericht  ausgeschlossen.  Zwei  Kinder  derselben  Leute  waren  bereits  früher,  vor  der  Impfung
gestorben.

In  Ebermannstadt  in  Bayern  entwickelte  sich  bei  einem  Erstimpfling,  während  die  Impfpusteln  in
regelrechter  Weise  abheilten,  vom  7.  Tage  nach  der  Impfung  an  ein  Anfangs  bläschenartiger,  später  zu
Furunkeln  und  Abscessen  führender  Ausschlag.  Das  Kind  erlag  nach  nicht  ganz  drei  Wochen  infolge  der
Erschöpfung.  Ein  Zusammenhang  mit  der  Impfung  ist  ausgeschlossen,  wahrscheinlich  hat  es  sich  um  die
Folgen  des  Genusses  von  Milch  an  Maul=  und  Klauenseuche  erkrankter  Thiere  gehandelt.

Ueber  Erkrankungen  nach  der  Impfung,  die  mit  der  Impfung  in  mittelbaren
oder  unmittelbaren  Zusammenhang  gebracht  werden  können,  sind  dem  Impfberichte  folgende

vielfach  durch  eingehende  amtliche  Erhebungen  vervollständigte  Angaben  zu  entnehmen.

Die  in  jedem  Jahre  beobachteten  Entzündungen  der  Haut  in  der  Umgebung
der  Impfpusteln  haben  sich  auch  im  Berichtsjahre,  meist  in  vereinzelten  Fällen  gezeigt;
gehäuft  wurden  sie  nur  selten  gesehen.  Außer  der  Anzahl  und  Art  der  Impfwunden  sowie
der  Wirksamkeit  des  Impfstoffes  ist  namentlich  das  Verhalten  der  Geimpften  auf  das  Zustandekommen
  derartiger  Entzündungen  angeblich  von  Einfluß  gewesen.  Da  besonders  bei
Wiederimpflingen  die  Impfstellen  äußeren  Einwirkungen  ausgesetzt  sind,  wurden  die  Entzündungen
  auch  hauptsächlich  bei  diesen  beobachtet.  Im  Allgemeinen  war  der  Verlauf  gutartig;
  es  verschwanden  die  Erscheinungen  gewöhnlich  mit  dem  Abheilen  der  Pusteln.  Wenn
auch  die  Heilung  sich  zuweilen  länger  hinzog,  so  sind  doch  dauernde  Gesundheitsstörungen
nicht  zurückgeblieben.  Bei  Verwendung  sehr  verdünnter  Lymphe  sind  solche  Entzündungen

seltener  beobachtet  worden.
17*
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Ueber  die  Häufigkeit  des  Auftretens  enthalten  die  Berichte  meist  nur  unbestimmte
Angaben  „vereinzelt“  „einigemal“.  So  weit  genaue  Zahlenangaben  vorliegen,  ist  ersichtlich,
daß  es  sich  mit  Ausnahme  einzelner  Bezirke  fast  immer  um  wenige  Fälle  gehandelt  hat.

So  sind  in  der  Stadt  Berlin  bei  32  349  Erstimpfungen  167  (im  Vorjahre  267)  und  bei  28  111
Wiederimpfungen  213  (886)  Fälle,  in  Mecklenburg-Schwerin  unter  14  585  Erst=  und  13  105  Wiederimpfungen
  131  bezw.  188  Fälle,  in  Sachsen-Altenburg  unter  5  304  Erst=  und  8  832  Wiederimpfungen  28
bezw.  29  Fälle  gesehen  worden.  Im  Reg.-Bez.  Köslin  hat  ein  Impfarzt  diese  sogenannten  Randentzündungen
  angeblich  bei  8%%,  ein  anderer  bei  250%  aller  Geimpften  beobachtet.  In  einem  Kreise  des
Reg.-Bezirks  Hannover  soll  mehr  als  ein  Drittel  der  Impflinge  hiervon  befallen  gewesen  sein.

Vielfach  wurden  diese  leichten  Entzündungen  von  impfgegnerischer  Seite  als  schwere

Erkrankungen  und  Schädigungen  der  Kinder  hingestellt.

So  sollten  die  Wiederimpflinge  Paul  Baarsch  aus  Berlin  und  Margarethe  Günther  aus  Rothenbach
  b.  Lauf  in  Mittelfranken  nach  der  Impfung  erkrankt  sein;  doch  ergaben  die  amtlichen  Erhebungen,  daß
die  Kinder  nur  an  einer  ungefährlichen  stärkeren  Randentzündung,  mit  welcher  eine  Anschwellung
des  Armes  verbunden  war,  gelitten  hatten.  Paul  Baarsch  hatte  den  Schulbesuch  nur  2  bis  3  Tage  ausgesetzt;
  bei  Margarethe  Günther  war  nicht  einmal  der  Rath  des  Impfarztes,  den  Arm  in  der  Binde  zu
tragen,  befolgt  worden,  wodurch  die  Abschwellung  des  Armes  verzögert  wurde.

Die  Anschwellungen  der  in  der  Nähe  der  Impfstellen  gelegenen  Lymphdrüsen,
welche  im  Ganzen  nur  vereinzelt  vorgekommen  sind,  traten  wie  früher  meist  im  Zusammenhang
  mit  Randentzündungen  auf,  mit  welchen  sie  eine  gemeinsame  Ursache  haben.  Bestimmte
  Zahlenangaben  sind  nur  in  wenigen  Berichten  mitgetheilt.

In  Berlin  wurde  Anschwellung  und  Entzündung  benachbarter  Lymphdrüsen  bei  27  Erstimpflingen
(im  Vorjahre  16)  und  bei  27  Wiederimpflingen  (48)  gezählt.  Im  Impfbezirk  Kremmen,  Reg.-Bez.  Potsdam,
  kamen  19  Fälle  vor,  in  einem  Kreise  des  Reg.-Bezirks  Kassel  21,  in  einem  anderen  9,  in  Württemberg,
  soweit  bekannt  geworden,  5,  in  Mecklenburg-Schwerin  20  bei  Erstgeimpften  und  50  bei  Wiedergeimpsten,
  im  Impfbezirk  Heldburg  (Sachsen-Meiningen)  7.  In  zwei  Fällen  in  Elsaß-Lothringen,  die  4
bezw.  5  Monate  alte  Erstimpflinge  betrafen,  wurden  dabei  eklamptische  Anfälle  beobachtet.

Auch  solche  einfachen,  fast  stets  in  kurzer  Zeit  vorübergehenden  Anschwellungen  sind
von  impfgegnerischer  Seite  mehrfach  als  angebliche  Impfbeschädigung  verwerthet  worden.

So  sollte  bei  dem  Erstimpfling  Kurt  Otto  Ettelt  aus  Chemnitz  Drüsenanschwellung,  Schwellung  des
linken  Arms  und  Ausschlag  bestanden  haben.  Es  wurde  indeß  weder  bei  der  Nachschau  etwas  Krankhaftes
bemerkt,  noch  überhaupt  ein  Arzt  hinzugezogen.  Im  Januar  1897  war  er,  wie  eine  ärztliche  Untersuchung
  auswies,  bis  auf  eine  ganz  kleine  grünliche,  dem  Abfallen  nahe  Borke  am  Kopf  vollständig  gesund.

Nur  in  seltenen  Fällen  ist  Vereiterung  der  entzündeten  Lymphdrüsen  beobachtet

  worden.

Je  ein  derartiger  Fall  wurde  berichtet  aus  Königsberg  i.  P.  bei  einem  Erstimpfling,  der  sich  die
Pocken  abgekratzt  hatte,  aus  dem  Reg.-Bez.  Merseburg,  aus  Greding  in  Bayern,  aus  Chemnitz,  aus
Anhalt,  Schaumburg-Lippe  und  Lippe,  je  zwei  aus  den  Reg.-Bezirken  Schleswig,  Kassel  und  Koblenz,  viermal
  bei  Erstimpflingen  aus  Hessen.  Ueber  einen  Todesfall  ist  bereits  auf  S.  229  berichtet.  In  allen
anderen  Fällen  erfolgte  nach  Entleerung  des  Eiters  Heilung  ohne  dauernde  Störung.

Auch  solche  Fälle  versuchten  die  Impfgegner  für  ihre  Zwecke  auszunutzen.

So  soll  der  Bater  des  in  Chemnitz  an  Vereiterung  der  rechten  Achseldrüsen  erkrankten  Knaben.
Neßler  eine  Entschädigungsklage  angestrengt  haben.  Die  amtlichen  Erhebungen  erwiesen,  daß  es  sich  um
ein  jedenfalls  durch  eine  Verletzung  der  Pusteln  bedingtes  Späterysipel  gehandelt  hatte,  in  dessen  Verlauf
die  Achseldrüsen  geschwollen  und  vereitert  waren.  Eine  fünf  Monate  nach  der  Impfung  vorgenommene
Untersuchung  erwies,  daß  das  Kind  vollständig  gesund  war  und  eine  in  der  rechten  Achselhöhle  zurückgebliebene
  Narbe  die  Bewegungen  des  Armes  in  keiner  Weise  störte.

Stärkere  Entzündung  oder  Entzündung  und  Vereiterung  des  Unterhautgewebes
  ist  beobachtet  in  Aachen  zehnmal,  in  den  Reg.-Bezirken  Erfurt  und  Trier
je  dreimal,  in  Berlin  und  im  Reg.-Bez.  Stralsund  je  zweimal,  im  Reg.-Bez.  Wiesbaden
einmal,  (hier  war  als  Krankheitsursache  mit  ziemlicher  Sicherheit  Verunreinigung  an-
        <pb n="235" />
        —  233  —

zunehmen),  mehrfach  in  zwei  Kreisen  des  Reg.«Bezirks  Kassel  und  in  einem  des  Reg.-Bezirks
Merseburg,  ferner  viermal  in  Mecklenburg-Schwerin,  je  einmal  in  Sachsen-Meiningen  und
Lübeck,  vereinzelt  in  sechs  sächsischen  Bezirken.  So  weit  sich  aus  den  Berichten  ersehen
läßt,  waren  wahrscheinlich  fast  immer  Verunreinigungen  und  Beschädigungen  des  Impfseldes
  oder  der  Impfpusteln  die  Ursachen  der  Erkrankung.  Ein  infolge  einer  Zellgewebsentzündung
  erfolgter,  von  impfgegnerischer  Seite  als  Impfschädigung  hingestellter  Todesfall
(Johanne  Linke,  Chemnitz)  ist  auf  S.  230  angeführt.

Hinsichtlich  der  als  Rose,  Impfrose,  Rothlauf,  rosenähnliche  Erkrankung  bezeichneten
  Fälle  ist  zu  unterscheiden  zwischen  solchen,  die  sich  unmittelbar  an  die  Impfung
selbst  anschließen,  und  solchen,  die  später  während  der  Bildung  und  Abheilung  der  Pusteln
eintreten.  Die  letzteren,  die  sogenannten  Späterysipele,  sind  im  Allgemeinen  auf  nachträgliche
Verunreinigungen  der  Impfpusteln  zurückzuführen  und  dürfen  daher  nicht  der  Impfung
selbst  zur  Last  gelegt  werden.

Von  den  ersteren  ist,  wie  aus  den  Berichten  hervorgeht,  bei  Weitem  der  größte  Theil
gar  nicht  als  echte  Rose  (Erysipelas)  anzusehen,  sondern  es  hat  sich  nur  um  stärkere  rosenartige
Randentzündungen  in  der  Umgebung  der  Impfpusteln  gehandelt.  Gar  keinen  Zusammenhang
  mit  der  Impfung  haben  diejenigen  Erkrankungen  an  Rose,  die  erst  einen  oder  mehrere

Monate  nach  der  Impfung  aufgetreten  sind.

Leichte  in  den  ersten  Tagen  nach  der  Impfung  aufgetretene  Fälle  von  sogenanntem  Rothlauf  sind
berichtet  aus  den  Reg.-Bezirken  Frankfurt  einmal,  Münster  mehrfach,  Köln  häusiger  (hier  besonders  bei
Wiedergeimpften),  Trier  siebenmal,  Aachen  sechsmal,  aus  Regensburg  einmal,  Württemberg  zweimal,  Bremen
sehr  wenig,  ferner  in  Berlin  fünfundsechszigmal  bei  Wiederimpflingen,  einmal  im  Reg.-Bez.  Stettin,
zweimal  in  Köln,  vereinzelt  in  Stralsund,  fünfmal  zusammen  in  4  sächsischen  Medizinalbezirken,  nur
einzelne  Fälle  in  zwei  anderen  sächsischen  Medizinalbezirken,  je  einmal  in  Mecklenburg--Schwerin  und
Schwarzburg-Rudolstadt  und  dreimal  in  Waldeck.  Alle  diese  Fälle  sind,  wie  die  Berichte  ergeben,  ohne
dauernde  Gesundheitsschädigung  geheilt.

Ein  schwerer,  mit  dem  Tode  endigender  Fall  aus  Leipzig  ist  bereits  auf  S.  229  angeführt.

Es  sind  ferner  auch  Erkrankungen  an  Rothlauf,  doch  ohne  Angabe  der  Zeit  des  ersten  Auftretens
berichtet  aus  Berlin  8,  den  Reg.-Bezirken  Schleswig,  Münster,  Arnsberg,  Koblenz,  Trier  je  1,  Köln  2,
Sigmaringen  3,  Kafsel  16  und  aus  3  Kreisen  einige,  Köslin,  Stralsund,  Magdeburg,  Merseburg,  Wiesbaden
je  „einige“,  aus  Hessen  u.  zw.  aus  Viernheim  ein  Fall  (Wiederimpfling),  aus  Friedberg  mehrere,  aus  Oldenburg
  1  und  Elsaß-Lothringen  2  (Wiederimpflinge).  Bei  einem  weiteren,  im  Amtsbezirk  Regensburg  beobachteten
  Fall  wurde  ein  Theil  der  Haut  der  rechten  Schulter  oberflächlich  brandig.  Besonders  zu  erwähnen
  ist,  daß  sich  bei  einem  der  in  Friedberg  beobachteten  Fälle  die  rosenartige  Röthung  während  der
Feldarbeit  entwickelte.  Dauernde  Gesundheitsschädigungen  sind  auch  bei  diesen  Fällen  nicht  berichtet.

Sogenannte  Späterysipele  sind  berichtet  aus  den  Reg.-Bezirken  Posen,  Köln,  Lüneburg,  Merseburg,
aus  dem  bayerischen  Amtsbezirk  Kusel,  aus  2  sächsischen  Medizinalbezirken,  aus  Mecklenburg-Strelitz,  Anhalt
und  Reuß  ä.  L.  in  je  1  Fall,  aus  3  sächsischen  Medizinalbezirken  und  aus  Mecklenburg-Schwerin  in  je  2  Fällen,
aus  dem  Reg.-Bez.  Minden  in  3,  aus  Sachsen-Altenburg  in  4  Fällen;  „wenige“,  veinige",  „einzelne“
Späterysipele  wurden  noch  beobachtet  in  den  Reg.-Bezirken  Köslin,  Koblenz  (in  1  Kreise),  in  Lippe  sowie  in
3  sächsischen  Medizinalbezirken,  in  3  anderen  sächsischen  Bezirken  mehrfache  Fälle.  In  einzelnen  dieser
Fälle  ist  die  Entstehung  durch  nachträgliche  Berunreinigung  der  Impfstellen  sicher  nachgewiesen;  so  muß
in  einem  Falle  in  Celle  die  Erkrankung  auf  das  Bestreichen  der  Impfwunden  mit  ungereinigtem  in  einem
Krämerladen  gekauften  Kammöl  zurückgeführt  werden.  In  dem  aus  dem  bayerischen  Amtsbezirke  Kusel
berichteten  Falle  hat  das  20  Tage  nach  der  Impfung  aufgetretene  Rothlauf  wahrscheinlich  von  einer  bereits
eingetrockneten,  mit  unreinen  Nägeln  aufgekratzten  Pustel  seinen  Ausgang  genommen.

Ueber  die  infolge  von  Späterysipel  eingetretenen  7  Todesfälle  ist  bereits  auf  S.  229  und  230  berichtet.  In
allen  andern  Fällen  sind  dauernde  Gesundheitsschädigungen  nach  Ausweis  der  Berichte  nicht  zurückgeblieben.

Einzelne  dieser  Späterysipele  sind  von  Impfgegnern  öffentlich  besprochen  und  zu
Agitationszwecken  verwendet  worden.  Ihr  Verlauf,  wie  er  nach  den  amtlichen  Ermittelungen
festgestellt  ist,  war  der  nachstehend  angegebene:
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        —  234  —

Paul  Bohlius,  am  8.  Juni  1898  in  Markranstädt,  Kreishauptmannsch.  Leipzig,  zum  ersten  Mal
geimpft,  erkrankte  am  29.  Juni  an  Impfrose,  die  von  dem  nässenden  Untergrunde  einer  Impfpustel  ausging;
der  Schorf  war  augeblich  von  selbst  abgefallen.  Die  Rose  verbreitete  sich  über  den  ganzen  Körper;  in
ihrem  Verlauf  trat  Nierenentzündung  auf  und  es  bildete  sich  eine  von  der  Knochenhaut  ausgehende  Eiteransammlung
  am  linken  Oberarm,  die  durch  Schnitte  entleert  wurde;  nachdem  der  Knabe  sich  bereits  auf
dem  Wege  der  Besserung  befand,  erfolgte  noch  ein  Rückfall  der  Wanderrose.  Erst  Ende  September  war
vollständige  Genesung  ohne  jede  zurückbleibende  Schädigung  der  Gesundbeit  eingetreten.

Hildegard  Martin  aus  Deuben,  Kreishauptmannsch.  Dresden,  nicht  öffentlich  geimpft  am  17.  Oktober
1896,  war  bei  der  Nachschau  gesund  befunden  worden.  Nach  dieser  soll  sie  nach  einander  an  Vereiterung
der  Impfstellen,  Röthung  und  Schwellung  unterhalb  der  Impfgegend  und  der  rechten  Brust,  hohem  Fieber,
Lähmung  des  rechten  Arms,  Starre  des  Nackens  und  des  ganzen  Körpers  und  Lähmung  des  linken  Arms
erkrankt  sein;  ärztliche  Behandlung  hatte  bis  zum  17.  November  nicht  stattgefunden.  Am  18.  November
stellte  der  Bezirksarzt  noch  eine  Halblähmung  des  linken  Arms  und  eine  Verschwärung  dreier  Impfstellen
feft.  Er  führt  die  Erkrankung  auf  eine  Spätinfektion  durch  die  aufgekratzten  Impfpusteln  zurück,  die  zunächst
  zu  einem  Späterysipel,  und  in  dessen  Verlauf  zu  den  geschilderten  schweren  Erscheinungen  führte.

Fritz  Schöne  aus  Chemnitz,  Erstimpfling,  geimpft  am  30.  Juni  1896,  erkrankte  nach  Anzeige  des
Baters  vom  30.  November  etwa  14  Tage  nach  der  Impfung.  Der  rechte  Arm  soll  von  der  Impfstelle
ausgehend  angeschwollen  und  entzündet  gewesen  sein.  Im  November  haben  sich  angeblich  am  ganzen
Körper  kleine  gelbe  Bläschen  sowie  beiderseitiger  Ohrenfluß  gezeigt  und  Athembeschwerden  eingestellt.  Bei
der  durch  den  Bezirksarzt  vorgenommenen  Untersuchung  war  der  Kuabe  gesund,  die  Bläschen  waren  verschwunden
  und  nur  noch  einzelne  stärker  gefärbte  Stellen  zu  sehen,  außerdem  im  Nacken  geschwollene
Lymphdrüsen  zu  sühlen.  Es  hat  sich  um  ein  Späterysipel  gehandelt,  das  ohne  jeden  Nachtheil  geheilt  war;
die  andern,  erst  lange  Zeit  nach  der  Impfung  aufgetretenen  Erkrankungen  sind  mit  dieser  nicht  in  Zusammenhang
  zu  bringen.

Eine  besondere  Stellung  nimmt  ein  in  Greiz  beobachteter,  übrigens  günstig  verlaufener
  Fall  ein,  in  dem  bei  einem  weiblichen  Erstimpfling  10  Tage  nach  der  Impfung
Rose  an  den  äußeren  Geschlechtstheilen  auftrat,  von  hier  auf  den  Unterleib  und  die  Oberschenkel
  überging.  Hier  kann  jeder  Zusammenhang  mit  der  Impfung  ausgeschlossen  werden.

Ein  auffällig  langsames  Abheilen  der  Impfpusteln,  wobei  in  einzelnen  Fällen
ihr  Grund  stärkere,  bisweilen  eiterige  Absonderung  zeigte,  ist  mehrfach  dann  beobachtet  worden,
wenn  ein  etwa  angelegter  Schutzverband  das  Impffeld  luftdicht  abschloß  (z.  B.  unter
Anwendung  eines  mit  Vaseline  bestrichenen  Läppchens).  Solche  Fälle  heilten  schnell,  sobald
ein  austrocknender  Verband  angewendet  wurde.

Verschwärung  oder  brandige  Beschaffenheit  der  Impfstellen  hat  sich,  soweit
aus  den  Berichten  zu  ersehen  ist,  fast  stets  auf  nachträgliche  Verunreinigung  der  Impfpusteln
  zurückführen  lassen  und  ist  dann  ebenso  zu  beurtheilen,  wie  das  Späterysipel.  In
einigen  andern  Fällen  hat  vielleicht  eine  skrofulöse  oder  schwächliche  Beschaffenheit  der  Kinder
begünstigend  gewirkt.  In  einem  in  Württemberg  beobachteten  Fall  kamen  am  Tage  nach
der  Nachschau  die  Masern  zum  Ausbruch  und  erst  im  Anschluß  hieran  vereiterten  die
Impfstellen.  In  zwei  bereits  auf  Seite  229  und  230  angeführten  Fällen  führte  die  Krankheit
zum  Tode,  in  allen  andern  Fällen  trat  Heilung  ohne  zurückbleibende  Gesundheitsschädigung
ein.  Die  ungünstige  Veränderung  der  Pusteln  wurde  in  Berlin  bei  12,  in  den  Reg.-Bezirken
  Schleswig  bei  9,  Aachen  bei  6,  in  7  anderen  preußischen  Regierungsbezirken  bei  zusammen
  11,  in  den  Reg.-Bezirken  Hannover  und  Münster  bei  mehreren  Impflingen  festgestellt.
  2  im  Reg.-Bez.  Koblenz  beobachtete  Fälle  gingen  mit  Vereiterung  der  benachbarten
Lymphdrüsen  einher.  Aus  Bayern  wurden  11  derartige,  in  7  Amtsbezirken  vorgekommene
Fälle  gemeldet;  in  2  hiervon  kam  es  ebenfalls  zur  Drüsenvereiterung.  Aus  Sachsen  sind
für  je  einen  Bezirk  5,  3  und  2,  für  je  2  Bezirke  je  1  bezw.  4  Fälle,  für  6  Bezirke  vereinzelte
  Fälle,  aus  Württemberg  2,  aus  Hessen  und  Mecklenburg-Schwerin  je  2,  aus
Braunschweig  5,  Anhalt  3,  Schwarzburg-Rudolstadt  1  —  gleichzeitig  mit  Impetigo  in
        <pb n="237" />
        —  235  —

der  Umgebung  der  Pusteln  —,  Hamburg  4,  Elsaß-Lothringen  8  Fälle  angezeigt.  Beispielsweise
  erwähnt  sei  folgender  Fall.

Ella  Weigel  aus  Leipzig  -Lindenau,  geboren  am  4.  Mai  1895,  geimpft  am  18.  September  1896,
zeigte  bei  der  Nachschau  nichts  Auffälliges.  Einen  Tag  darauf  schwoll  der  geimpfte  Oberarm  an,  wurde
roth  und  bedeckte  sich  mit  zahlreichen  stecknadelkopfgroßen,  jedoch  rasch  wieder  verschwindenden  Bläschen.
Die  Impfstellen  verwandelten  sich  in  schlecht  aussehende,  stark  eiternde  Geschwüre.  Wegen  des  Vorhandenseins
  eines  festen  antiseptischen  Verbandes  konnte  der  Zustand  des  Arms  durch  den  Bezirksarzt  zu  wiederholten
  Malen  nicht  untersucht  werden.  Am  20.  November  war  das  Kind  völlig  gesund.  An  Stelle  der
Pusteln  bezw.  Geschwüre  hatten  sich  blaßrothe  kräftige  Narben  gebildet.  Auch  in  diesem  Falle  muß  angenommen
  werden,  da  die  betreffende  Lymphe  im  Impfinstitut  reichlich  und  außerhalb  desselben  mindestens
zu  932  Erst=  und  Wiederimpfungen  verwendet  worden  war,  ohne  ungewöhnliche  Folgeerscheinungen  hervorzurufen,
  daß  die  Entzündungs=  und  Eitererreger  längere  Zeit  nach  der  Impfung  in  die  geplatzten  Impfpusteln
  gelangt  sind.

Uebertragung  von  Syphilis  durch  die  Impfung  ist  nicht  vorgekommen.

Die  Natur  und  die  Bedeutung  der  nach  der  Impfung  beobachteten  Hauterkrankungen
  ist  in  den  früheren  Berichten  wiederholt  ausführlich  besprochen  wordeny.
In  den  allermeisten  Fällen  hat  es  sich  um  ganz  harmlose  Ausschläge  gehandelt,  die,  ohne
das  Allgemeinbefinden  der  Impflinge  wesentlich  zu  stören,  nach  kurzer  Zeit  verschwanden.
In  andern  Fällen  war  nach  den  Berichten  jeder  Zusammenhang  mit  der  Impfung  auszuschließen.
  Trotzdem  sind  derartige  Vorfälle  wiederholt  öffentlich  als  schwere  Impfschädigungen
  bezeichnet  worden.

Babette  Frisch  aus  Röthenbach  bei  Lauf  in  Mittelfranken  sollte  nach  der  Impfung  von  einem
„garstigen“  Ausschlag  befallen  worden  sein.  Thatsächlich  ist  nur,  daß  am  zweiten  Tage  nach  der  Impfung
ein  über  den  ganzen  Körper  zerstreuter  Knötchenausschlag  mit  Jucken,  vom  Volksmund  als  „Friesel“  bezeichnet,
  mit  nur  geringer  Störung  des  Allgemeinbefindens  entstand.  Dieser  „Lichen  strophulus“,  häufig
bei  kleinen  Kindern  ohne  jeden  Zusammenhang  mit  der  Impfung  während  des  Zahnens  und  in  Folge
von  Unreinlichkeit  entstehend,  war  schon  nach  3  Tagen  wieder  verschwunden:).

Bei  Franziska  Heid,  ebendaher,  war  wenige  Tage  nach  der  Nachschau  ein  Ekzem=  und  Ekthyma-Ausschlag
  entstanden.  Der  Impfarzt  sah  denselben  in  einzelnen  Pusteln  in  der  linken  Achselhöhle,  an  der
linken  Brustseite,  am  Gesäß  und  an  der  Innenfläche  des  linken  Vorderarmes  und  führte  seine  Entstehung
auf  die  innerhalb  der  Wohnung  herrschende  außerordentliche  Unreinlichkeit  zurück.

Der  Knabe  Rittweger  zu  Berlin  ist  nach  seinen  eigenen  Angaben  nach  dem  Impfen  nicht  krank  gewesen.
  Erwiesen  ist,  daß  der  Arm  infolge  von  Randentzündung  etwas  angeschwollen  war,  so  daß  er
wenige  Tage  in  der  Binde  getragen  werden  mußte.  Später  entwickelte  sich  ein  Ausschlag  im  Gesicht  #nach
Ansicht  der  Eltern:  Hitzpickeln).  Bei  einer  am  18.  Februar  1897  vorgenommenen  Untersuchung  sah  er
blühend  wohl  aus,  irgend  eine  krankhafte  Veränderung  der  Haut  bestand  nicht.8)

Das  Enkelkind  einer  Frau  Fleischer,  Otto  Julius  Schmidt  zu  Meerane,  erkrankte  27  Tage  nach  der
Impfung  an  einem  pustelartigen  Ausschlage  am  ganzen  Körper.  Nach  weiteren  6  Tagen  war  das  Kind
wieder  gesund.  Der  Bezirksarzt,  welcher  das  Kind  jetzt  untersuchte,  fand  an  verschiedenen  Körpertheilen
ganz  vereinzelte  kleine  Krusten,  welche  er  für  Ueberreste  abgelaufener  Varicellen,  vielleicht  auch  eines  unbedeutenden
  Ekzems  ansprach.

Der  bei  Kurt  Windisch  aus  Hilbersdorf  bei  Chemnitz  aufgetretene  Hautausschlag  im  Gesicht  und  am
Kopf  (Ekzem)  war  nach  den  vorgenommenen  Erhebungen  ganz  unabhängig  von  der  Impfung.

Bei  Eduard  Nüsse  in  Hannover  zeigten  sich  einige  Wochen  nach  der  Impfung  weiße,  später  roth
werdende  Flecke,  die  sich  nach  und  nach  über  den  ganzen  Körper  verbreiteten.  Von  drei  behandelnden
Aerzten  bezeichnete  der  erste  die  Krankheit  als  „Purigo“;  ein  zweiter  verzeichnete  in  seinem  Krankenjournal
„Pustulöses  Ekzem  (ähnelt  Syphilis).“  Alle  drei  aber  erklärten  die  Krankheit  als  nicht  im  ursächlichen

i)  Vergl.  Mediz.-statist.  Mittheil.  Bd.  I.  S.  271,  Bd.  III.  S.  271,  Bd.  IV.  S.  114,  Bd.  V.  S.  90.

2)  Dieser  Fall,  der  Fall  Günther  (S.  2832)  und  der  Fall  Heller  (S.  288)  sind  gegen  den  Willen  der
Eltern  von  einem  Naturheilkunde  treibenden  Lehrer  veröffentlicht  worden.

9  Dieser  Fall,  sowie  der  Fall  Baarsch  (S.  232)  sind  dem  Herausgeber  eines  impfgegnerischen  Blattes
ohne  Vorwissen  der  Eltern  durch  einen  Lehrer  bekannt  gegeben  worden.
        <pb n="238" />
        —  286  —

Zusammenhang  mit  der  Impfung  stehend.  Der  Vater  hat  die  Angelegenheit  dem  Verein  der  Impfgegner
nur  auf  dessen  Betreiben  mitgetheilt.

Auch  bei  dem  früher  rachitischen  Kinde  Wilhelm  Borchers  zu  Hannover  hat  es  sich  anscheinend  nur
um  ein  Ekzem  gehandelt,  welches  ohne  bleibende  Nachtheile  wieder  verschwand;  denn  an  dem  Kinde  waren
im  Mai  1898  weder  Narben  von  Ausschlägen  noch  sonst  auf  Krankheit  deutende  Anzeichen  zu  erblicken.
Ein  Zusammenhang  mit  der  Erstimpfung  ist  nicht  erwiesen.

Die  beiden  Erstimpflinge  Frieda  Clos  und  Peter  Schmidt  aus  Kaiserslautern  sollten  nach  der
Impfung  an  „Ausschlag“  gelitten  haben.  Thatsächlich  waren  sie  ohne  Zusammenhang  mit  der  Impfung
an  Windpocken  erkrankt  gewesenl).  -

DerKnabeAlfkedFaedetholdinBerlinsollteetwa14Tagenachberam8.Juuiausgeführten
Wiederimpfung  im  Gesicht,  am  Halse  und  an  den  Oberarmen  zahlreiche  eiterige  entzündete  Pusteln  bekommen
  haben.  Späterhin  entwickelte  sich  noch  eine  Auschwellung  auf  dem  behaarten  Theile  des  Vorderkopfes.
  Der  Ausschlag,  der  auch  auf  eine  14jährige  Schwester  übertragen  wurde,  erwies  sich  laut  Mittheilung
  des  Leiters  einer  Poliklinik  als  Impetigo  kontagiosa,  eine  in  Berlin  sowohl  Kinder  als  auch  Erwachsene
  häufig  befallende,  ohne  jeden  Zusammenhang  mit  der  Impfung  auftretende,  leicht  verlaufende,
ansteckende  Hautkrankheit.  Am  24.  Februar  1897  fanden  sich  bei  dem  gesunden  Knaben  auch  nicht  mehr
die  geringsten  Spuren  eines  früheren  Ausschlages.

Wie  bereits  erwähnt  ist  und  wie  auch  aus  Vorstehendem  hervorgeht,  sind  die  Hautausschläge
  fast  stets  leichter  Natur  gewesen.  In  einem  bereits  auf  S.  281  besprochenen  Fall
(von  Knoblauch)  führte  eine  ohne  Zusammenhang  mit  der  Impfung  aufgetretene  Impetigo
kontagiosa  infolge  ihrer  weiten  Ausdehnung  zum  Tode;  in  einem  S.  229  angeführten  Fall
starb  ein  Knabe  infolge  von  Verdauungsstörungen  und  Hirnhautentzündung  im  Verlauf  eines
Ekzems.

Was  die  einzelnen  Formen  der  beobachteten  Hautausschläge  anbelangt,  so
wurden  Quaddeln  (Urtikaria,  nesselartige  Ausschläge),  Papeln,  scharlach=  und  masernartige
Ausschläge  (Erytheme  und  Roseolen),  röthelnartige  Ausschläge,  ferner  mehr  großfleckige  und
frieselähnliche  Ausschläge  beobachtet.  Einzelne  derartige  Fälle  sind  gemeldet  aus  zehn
preußischen  Regierungsbezirken,  aus  Bayern,  Sachsen,  Württemberg,  Hessen,  Anhalt,  Schwarzburg-Rudolstadt,
  Waldeck,  Hamburg  und  Elsaß-Lothringen.  Im  Reg.-Bez.  Marienwerder
wurde  einmal  ein  der  purpura  hämorrhagica  ähnlicher  Ausschlag,  im  Reg.-Bez.
Lüneburg  einmal  eine  mäßige  eiterige  Entzündung  der  Haut  beobachtet.  Im  Reg.-Bez.
Breslau  bekam  ein  kräftiger  Knabe  14  Tage  nach  der  Impfung  eine  blaßrothe  wässerige  Anschwellung
  am  Glied  und  Ohr;  nach  2  Tagen  verschwand  sie,  doch  entwickelten  sich  rosarothe
  Flecke  am  Gesicht  und  den  Gliedmaßen.  Nach  drei  Tagen  war  alles  verschwunden.
Gleichzeitig  bestand  etwas  Durchfall,  das  Allgemeinbefinden  war  nicht  gestört.  Dauernde
Gesundheitsschädigungen  sind  nirgends  zurückgeblieben.

Wiederholt  sind  sekundäre  Impfpusteln  beobachtet  worden.

So  zeigte  ein  Impfling  im  Reg.-Bez.  Stralsund  am  Tage  der  Nachschau  4  linsengroße  grauweiß
belegte  Geschwürsbildungen  auf  der  Scheidenschleimhaut.  Die  Uebertragung  hat  offenbar  durch  die  Hände
des  Impflings  stattgefunden.  In  Bayern  erkrankte  ein  Erstimpfling,  der  sich  an  einer  ekzematösen  Stelle
des  Ohres  infizirt  hatte,  an  ziemlich  hochgradigem  Impfpustelausschlag  vornehmlich  des  Gesichts.  In
Eibau,  Kreishauptmannsch.  Bautzen,  hatte  sich  ein  Erstimpfling  durch  Kratzen  an  der  Hand  und  den
Geschlechtstheilen  die  Vaccine  an  diese  Stellen  übertragen.  In  Württemberg  hatte  sich  ein  unreinliches,
mit  Purigo  behaftetes  Kind  durch  Aufkratzen  der  Pusteln  und  nachfolgendes  Kratzen  der  Haut  überall
mit  Vaccine  infizirt.  In  allen  Fällen  erfolgte  baldige  Heilung  ohne  dauernde  Gesundheitsschädigung.

Bläschen=  und  pustelförmige  Ausschläge  (beschrieben  als  Herpes,  Pemphigus,
Furunkulosis)  sind  berichtet  aus  den  Reg.-Bezirken  Marienwerder  und  Potsdam,  aus

1)  S.  Anm.  2  auf  S.  230.
        <pb n="239" />
        —  237  —

Sachsen-Weimar,  Sachsen-Meiningen,  Reuß  ä.  L.  je  1  mal  (im  letztgenannten  Falle  entstand
  bläschenartiger  Ausschlag  des  Gesichts,  verbunden  mit  papulösem  Ausschlag  am
Rumpfe),  aus  dem  Reg.-Bez.  Merseburg  und  Hamburg  je  2  mal,  aus  Württemberg  3  mal,
aus  Bayern  2  mal  für  2  Amtsbezirke,  aus  Sachsen  8  mal  für  5  Bezirke  und  mehrfach
für  1  Bezirk,  aus  Elsaß-Lothringen  in  einigen  Fällen,  aus  Baden  für  mehrere  Bezirke,
aus  den  Reg.-Bezirken  Lüneburg  mehreremal  und  Posen  einigemal.

Wiederholt  betonen  die  Berichte  ausdrücklich,  daß  die  Ausschläge  bereits  vor  der
Impfung  sich  gezeigt  hätten  und  nicht  auf  die  Impfung  selbst  zurückgeführt  werden  können.
Einigemal  sind  nach  der  Impfung  auf  einem  größeren  Theil  des  Körpers  impfpustelähnliche
  Bläschen  beobachtet  worden,  die  in  den  Berichten  als  generalisirte  Vaccine  beschrieben
  werden  (Reg.-Bez.  Potsdam,  drei  bayerische  Amtsbezirke  und  Württemberg  je  einmal,
  Hamburg  zweimal,  ferner  mehrere  Bezirke  in  Baden).  Nur  bei  einem  in  Hamburg
erkrankten  skrofulösen  Kinde  dauerte  es  sechs  Wochen,  ehe  die  Pusteln  abgeheilt  waren,  in
allen  andern  Fällen  nur  kurze  Zeit;  dauernder  Schaden  ist  nie  erwachsen,  das  Allgemeinbefinden
  war  kaum  beeinträchtigt.

Windpocken  (Wasserpocken,  Varicellen),  deren  Auftreten  selbstverständlich  mit  der
Impfung  an  und  für  sich  ursächlich  nichts  zu  thun  hat  und  nur  ganz  zufällig  sich  zeitlich
an  diese  anschloß,  wurden  gemeldet  aus  den  Reg.-Bezirken  Breslau,  Bromberg  (je  1  Fall),
Posen  (3  Fälle),  Wiesbaden,  ferner  mehrfach  aus  Sachsen,  aus  sieben  bayerischen  Amtsbezirken
  und  Hamburg  (mehrere  Fälle).  Meist  traten  dieselben  mit  den  Impfpusteln  zugleich
auf.  Der  Verlauf  war  durchweg  gutartig;  eine  Störung  in  der  Entwickelung  der  Impfpusteln
  wurde  nicht  beobachtet.

Chronische  Hautausschläge  wurden  nach  der  Impfung  nur  selten  gesehen;  meist
handelte  es  sich  um  Prurigo  und  Ekzem,  ganz  vereinzelt  auch  um  schuppende,  psoriasisartige
  Ausschläge.  Oefters  ließ  sich  mit  Sicherheit  erweisen,  daß  der  Ausschlag  in  keinem
Zusammenhang  mit  der  Impfung  stand.  Es  wurden  gezählt  in  Berlin  4  Fälle,  in  den
Reg.-Bezirken  Merseburg  zwei  Fälle  von  nässendem  Ekzem,  Erfurt  ein  Fall  eines  psoriasisähnlichen
  Ausschlags,  Schleswig  2  Fälle  von  Ekzem  und  1  Fall  eines  chronischen  Hautausschlags,
  Hannover  einige  Fälle  von  Ekzem,  Stade  2  Fälle  von  Ekzem  und  vereinzelt
Prurigo,  Kassel  einzelne  Fälle  eines  chronischen  Ausschlags  in  einem  Impfbezirk  und  3
Fälle  von  Ekzem,  Trier  2  Fälle  eines  länger  dauernden  Ekzems.  Ferner  zeigten  sich  im
bayerischen  Amtsbezirke  Wunsiedel  bei  einigen  Erstimpflingen  Gesichtsekzeme,  in  Sachsen
nach  5  Berichten  10  Fälle  von  Ekzem,  nach  einem  mehrfach  Prurigo,  in  Württemberg  2
Fälle  von  Ekzem,  von  welchem  der  eine  ein  schon  früher  an  Ekzem  erkrankt  gewesenes,  der
andere  das  Kind  einer  skrofulösen  Mutter  betraf.  In  Württemberg  zeigte  eine  seit  sechs
Monaten  bei  einem  Erstimpfling  bestehende  psoriasisähnliche  Hautkrankheit  nach  der  Impfung
eine  Verschlimmerung.  Nach  14  Tagen  war  jedoch  der  Ausschlag  völlig  abgeheilt,  die  Pusteln
hatten  sich  regelrecht  entwickelt.  In  Hessen  beobachtete  der  Vorstand  der  Impfanstalt
unter  seinen  Impflingen  mehrfach  Ekzem,  in  Braunschweig  wurde  bei  einem  Kinde  gleichzeitiges
  Auftreten  von  Prurigo  und  Ekzem,  in  Sachsen-Meiningen  zwei  Fälle  von  Ekzem,
in  Sachsen-Altenburg  ein  Fall,  in  Schaumburg-Lippe  2  Fälle,  in  Lübeck  1  mal  schuppendes
Ekzem  bei  einem  skrofulösen  Kinde  beobachtet.  Aus  Hamburg  wurde  über  13  meist  in  den
heißen  Sommerwochen  aufgetretene  Fälle  von  Ekzem  berichtet,  7  davon  bedeuteten  nur  die
kurzdauernde  Verschlimmerung  eines  früheren  Ekzems;  in  einem  dieser  letzteren  Fälle  trat
auch  eine  kurze  Zeit  währende  Anschwellung  der  Achseldrüsen  ein.  Sie  betrafen  bis  auf

einen  Erstimpflinge  und  waren  in  wenigen  Wochen  geheilt.
Mediz.--stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  18
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        —  238  —

Von  ansteckenden  Hautkrankheiten  ist  mehrfach  über  Impetigo  kontagiosa  berichtet.
  An  drei  Orten  ist  sie  im  Jahre  1896  seuchenartig  aufgetreten,  doch  ist  hier  nach
amtlichen  Erhebungen  mit  Sicherheit  jeder  Zusammenhang  mit  der  Impfung  und  jede
Weiterverbreitung  durch  die  Impfung  auszuschließen.

Im  Dorfe  Wusterwitz,  Reg.-Bez.  Frankfurt,  sollte  nach  der  Impfung  eine  ansteckende  Ausschlagskrankheit
  aufgetreten  sein.  Die  amtliche  Untersuchung  stellte  fest,  daß  Impetigo  kontagiosa  vorlag,  welche
schon  seit  Dezember  1895  in  dem  Dorfe  herrschte.  —  In  Altenwalde,  Kreis  Neustettin,  Reg.-Bez.  Köslin,
entstand  im  Spätsommer  des  Berichtsjahres  eine  Epidemie  von  Impetigo  kontagiosa,  in  deren  Verlauf  bis
in  den  Winter  von  den  680  Bewohnern  des  Dorfes  64  Kinder  und  7  Erwachsene  erkrankten.  Unter  den
Kindern  der  ärmlichen  Bevölkerung  im  nördlichen  Theile  des  Kreises  Neustettin  herrscht  überhaupt  der
Ausschlag  seit  Jahren  und  nimmt  zeitweise  größere  Verbreitung  an.  —  In  Eibau,  Kreishauptmannsch.
Bautzen,  erkrankte  ein  Mädchen  (Frieda  Grünewald)  14  Tage  nach  der  anscheinend  sehr  schwach  ausgefallenen
Wiederimpfung  an  einer  Impetigo,  welche  nach  und  nach  auf  6  zur  Zeit  nicht  geimpfte  Kinder  und  eine
erwachsene  Person  derselben  Familie  und  3  nicht  geimpfte  Nachbarskinder  übertragen  wurde.  Späterhin
wurden  noch  2  Nachbarskinder  befallen;  auch  erschienen  bei  zwei  Erstimpflingen  (einmal  angeblich  bald
nach  der  Impfung)  impetigoähnliche  Pusteln  am  Körper.  82  audere  Schulkinder  und  etwa  80  kleine  Kinder,
welche  sämmtlich  mit  derselben  Lymphe  geimpft  waren,  blieben  frei  von  dem  Ausschlag  .

Außerdem  ist  Impetigo  und  Impetigo  kontagiosa  noch  vereinzelt  ausgetreten;  auch
hier  war  ein  Zusammenhang  mit  der  Impfung  auszuschließen  oder  wenigstens  unwahrscheinlich.
  Es  kamen  vor  in  Berlin  1  Fall,  in  den  Reg.-Bezirken  Schleswig  5  Fälle  (in
3  Orten  1  bezw.  2  und  2  Fälle),  Osnabrück  1  Fall,  in  Württemberg  1  Fall  gewöhnlicher
  Impetigo,  welcher  am  12.  Tage  nach  der  Impfung  mit  Fieber  auftrat  und  nach  8
Tagen  mit  Genesung  endigte.  In  Hamburg  wurden  7  Erstimpflinge  und  1  Wiederimpfling
von  der  Krankheit  befallen.  6  der  ersteren  waren,  soweit  festgestellt  werden  konnte,  schon
vor  der  Impfung  ekzematös  oder  impetiginös  erkrankt  gewesen  oder  unabhängig  von  der
Impfung  durch  die  in  Hamburg  im  Jahre  1896  auch  sonst  oft  vorkommende  Krankheit
infizirt.

Von  impfgegnerischer  Seite  sind  dann  noch  einzelne  andere  Krankheiten  öffentlich
als  Folge  der  Impfung  bezeichnet  worden.  Hierzu  gilt  ebenfalls  die  bereits  S.  231  gemachte
  Bemerkung,  daß  natürlich  Kinder,  die  eben  geimpft  sind,  den  dem  Kindesalter  überhaupt
  eigenthümlichen  Krankheiten  in  derselben  Weise  ausgesetzt  sind,  wie  andere  noch  nicht
oder  schon  vor  längerer  Zeit  geimpfte.  Einzelne  hierdurch  herbeigeführte  Todesfälle  sind
an  derselben  Stelle  besprochen.  Ueber  die  bekannt  gewordenen  Krankheitsfälle  haben  die
amtlichen  Nachforschungen  Folgendes  ergeben:

Paul  Heller  aus  Röthenbach  bei  Lauf  in  Mittelfranken  erkrankte  12  Tage  nach  der  Nachschan  an

Darmkatarrh,  die  Ursache  war  aber  nicht  die  Impfung,  sondern  der  Gebrauch  eines  mit  Zuckerbrei  gefüllten
Saugpfropfens.

Auguste  Börsig')  aus  Kaiserslautern  erkrankte  an  Furunkulose;  ein  Zusammenhang  mit  der  Impfung
war  nicht  nachweisbar.

Martha  Bach  aus  Hohenkirchen,  Kreishauptmannsch.  Leipzig,  war  angeblich  infolge  der  Impfung
erblindet.  Als  Ursache  erwies  sich  weit  vorgeschrittene  Sehnervenatrophie  (sog.  schwarzer  Staar);  sie  mußte
schon  lange  vor  der  Impfung  begonnen  haben.  Der  Bericht  weist  darauf  hin,  daß  allmähliche  Abnahme
des  Sehvermögens  bei  kleinen  Kindern  sehr  leicht  auch  von  den  Angehörigen  übersehen  wird,  sodaß  die
Angaben  über  den  Beginn  der  Erkrankung  leicht  unrichtig  werden.

Johanna  Prumbach  aus  Mülheim  a.  Rh.,  Reg.-Bez.  Köln,  sollte  am  Impfrothlanf,  dann  infolge
der  Impfung  an  zahlreichen  Geschwmren  am  ganzen  Körper,  die  zuletzt  die  Augen  ergriffen  und  fast  völlige
Erblindung  herbeigeführt  hätten,  erkrankt  sein.  Erwiesen  war,  daß  sich  au  die  Impfung  eine  unbedentende
Randentzündung  angeschlossen  hatte.  Außerdem  war  es  zum  Wundsein  des  Gesäßes  gekommen,  wie  es  bei

1)  Vergl.  mediz.  statist.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte  Bd.  IV,  S.  158.
2)  Bergl.  Anm.  2,  S.  230.
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        —  239  —

kleinen  Kindern  nicht  selten  ist;  von  hier  aus  waren  Eiterungen  am  Gesäß  entstanden,  die  sich  nach
andern  Körperstellen  übertragen  hatten.  Ganz  unabhängig  davon  und  von  der  Impfung  entwickelte  sich
ein  halbes  Jahr  nach  der  Impfung  skrofulöse  Hornhaut=  und  Bindehautentzündung.  Das  Kind  war
infolge  der  hierbei  auftretenden  kleinen  Hornhautgeschwüre  auch  nicht  „fast  erblindet“,  sondern  konnte  nach
eigener  Angabe  des  Vaters  ganz  gut  sehen.

Ein  gewisses  wissenschaftliches  Interesse  bietet  eine  aus  Bayern  berichtete,  fünf  Tage
nach  der  Impfung  bei  einem  Wiederimpfling  aufgetretene  Lähmung  der  unteren  Gliedmaßen.
Sie  erwies  sich  als  hysterischer  Natur  und  war  nach  fünftägiger  Behandlung  spurlos  verschwunden.


Besondere  Vorkommnisse:  Auf  einen  nicht  geimpften  ekzematösen  Lehrersohn  in
Luckenwalde,  Reg.-Bez.  Potsdam,  wurde  von  der  geimpften  Zwillingsschwester  mittelst  des
Badetuches  ein  Pustelausschlag  übertragen.  6

Immunität  gegen  Thierlymphe  fand  sich  in  Bayern  angeblich  bei  2  Kindern.  Das
eine  wurde  viermal,  stets  ohne  Erfolg,  mit  thierischer  Lymphe  geimpft.  Erst  durch  die
Impfung  von  Arm  zu  Arm  wurde  ein  Erfolg  erzielt.  Ein  anderes  ohne  Erfolg  geimpftes
Kind  war  schon  in  den  Jahren  1892—1895  jedesmal  erfolglos  geimpft  worden.  Bei  demselben
  blieb  auch  die  jedesmal  am  Nachschautage  theilweise  von  Arm  zu  Arm  erfolgte  Nachimpfung
  ohne  jeden  Erfolg.

Eine  verspätete  Pustelbildung  wurde  bei  6  Erstimpflingen  im  Kreise  Gostyn,  Reg.-Bez.
  Posen,  beobachtet.  Die  Pusteln  traten  erst  im  Laufe  der  zweiten  Woche  auf.  Auch
in  vielen  bayerischen  Amtsbezirken  sah  man  in  einzelnen  Fällen  bis  zu  4  Wochen  verstreichen,
  ehe  die  Pusteln  sich  entwickelten.

Einen  Impfschutz  von  nur  kurzer  Dauer  zeigte  die  Tochter  eines  Impfarztes  in  Jena.
Dieselbe  war  im  Jahre  1894  im  Alter  von  10  Jahren  mit  dem  Erfolg  von  5  regelrechten
Blattern  geimpft  worden;  im  Berichtsjahre,  also  nur  2  Jahr  später,  entwickelten  sich  bei
ihr  nach  einer  erneuten  Impfung  aus  5  Impfstichen  4  gute  Pusteln.

Ueber  die  Infektion  eines  Arztes  ist  aus  Bayern  berichtet  worden.  Der  Amtsarzt
von  Vilshofen  verletzte  sich  bei  der  Impfung  eines  unruhigen  Kindes  mit  der  Lanzette  am
linken  Handrücken;  trotz  sofortiger  Desinfektion  und  Auswaschung  der  kleinen  Schnittwunde
  mit  Sublimatlösung  entwickelte  sich  eine  große  Impfpustel.

18“
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        <pb n="243" />
        Tabellen.

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

Vorbemerkungen,  zugleich  für  die  Tafeln.

In  Spalte  2  der  Tabellen  A  und  B  ist  unter  der  Gesammteinwohnerzahl  auch  die  Zahl  der  Lebenden
von  15—60  Jahren  eingetragen  und  mit  dem  Buchstaben  C  bezeichnet.  Dieselbe  ist  für  Preußen,
Sachsen,  Baden,  Hessen,  Braunschweig,  Sachsen-Coburg-Gotha,  Bremen,  Hamburg,  Elsaß-Lothringen
durch  Zählung  festgestellt,  für  die  übrigen  Staaten  nach  der  Altersgliederung  von  1890  bestimmt.

2.  Ein  "  vor  dem  Namen  des  Verwaltungsbezirks  bedeutet,  daß  derselbe  ausschließlich  städtische
Bevölkerung  hat.

3.  Die  Summe  aller  je  an  einer  Todesursache  Gestorbenen  ist  mit  fetten  Lettern  gedruckt.  Es  bezeichnet
  a.  die  im  ersten  Lebensjahre,  b.  die  im  Alter  von  1—15  Jahren,  c.  die  im  Alter  von
15—60  Jahren,  d.  die  im  Alter  von  60  und  mehr  Jahren  Gestorbenen.  Die  Differenz  zwischen  der
Summe  der  in  Spalte  a  bis  d  eingetragenen  Zahlen  und  der  fettgedruckten  Zahl  ergiebt  in  Tabelle  C
die  in  unbekanntem  Alter  Gestorbenen.  Es  starben  z.  B.  im  Kreise  Helmstedt  insgesammt  1632  Personen,
  von  diesen  entfielen  auf  die  vier  genannten  Altersklassen:  639  +  237—M  371  +  388  =  1630,
mithin  standen  2  der  Gestorbenen  in  unbekanntem  Alter.

4.  Aus  dem  Königreich  Sachsen  sind  Ausweise  für  jeden  der  41  Medizinalbezirke  eingegangen

und  in  Tabelle  C  gesondert  veröffentlicht  worden.

Für  die  Tafeln  jedoch  ist  aus  äußeren  Gründen  das  Königreich  Sachsen  nicht  in  Medizinalbezirke,
  sondern  in  Amtshauptmannschaften  eingetheilt.  Hierzu  konnten  die  aus  den  Medizinalbezirken
  vorliegenden  Ausweise  größtentheils  unverändert  benutzt  werden,  doch  ist  Folgendes  zu
beachten:  Die  beiden  Amtshauptmannschaften  Dresden-Altstadt  und  Dresden-Neustadt  sind,  da  sie
nur  einen  Medizinalbezirk  bilden,  zusammen  als  ein  Bezirk  bezeichnet.

Die  Zahlen  aus  dem  Med.-Bezirk  Hainichen-Stadt  sind  denjenigen  des  Med.-Bezirks  Döbeln
hinzugerechnet,  desgleichen  diejenigen

—

aus  dem  Med.-Bezirk  Großhennersdorf  (Erz.-Anstalt)  denen  des  Med.-Bezirks  Löbau,

„  „  „  „  Hohenstein  (Corr.-Anstalt)  „  „  „  „  Pirna,

„  „  „  „  Sonnenstein  (Heil=  u.  Pfleg-Anstalt)  „  „  „  „  Pirna,

„  „  „  „  ÖSochweitsschen  (Heil=  u.  Psieg-Anstalt.  ,  „  „  „  Pöbeln,
„  „  „  „  Wealdheim  (Strafanstalt)  „  „  „  „  Döbeln,
„  „  „  „  Hubertusburg  (Heil-  u.  Pfleg-Anstalt)  „  „  „  „  Otschatz,
„  „  „  „  Colditz  (Heil-  u.  Pfleg-Anstalt)  „  „  „  „  Grimma,
„„  „  „ZZischadraß  (Heil.  u.  Pfleg-Anstall  „  „  „  GErimmo,
„  „  „  b„f  Zmwickau  (Strafanstalt)  „  „  „  „  Zamickau,
„  „  „  „  Hoheneck  (Strafanstalt)  „  „  „  Chemniß,
„  „  6„  „  Sachsenburg  (Straf=  u.  Corr.-Anstalt)  „  „  „  „  Flhbha,

2  Untergölczsch  (Heil-  u.  Pfleg-Anstalt)  „  Auerbach.

S#

.  In  dem  perzogthum  Braunschweig  sind  aus  äußeren  Gründen  vorläufig  der  Stadt=  und  der
Landbezirk  Braunschweig  auf  den  Tafeln  zu  einem  Kreise  zusammengefaßt.

6.  Innerhalb  des  Herzogthums  Sachsen-Coburg-Gotha  sind  auf  den  Tafeln  fünf  Bezirke  unterschieden;

es  sind  nämlich  vereinigt:  Mit  dem  Landrathsamtsbezirk  Coburg  die  Stadtbezirke  Königsberg,

Neustadt,  Rodach,  und  ebenso  mit  dem  gleichnamigen  Landrathsamtsbezirk  jeder  der  Stadtbezirke

Gotha,  Waltershausen,  Ohrdruf.  Die  Stadt  Coburg  tritt  als  fünfster  Bezirk  ()  zu  den  vier

Landbezirken:  Coburg,  Gotha,  Waltershausen  und  Ohrdruf.

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheltsamte.  Baud  V.
        <pb n="244" />
        27  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.
A.  In  den  einzelnen  Staaten,  sowie  in  den  einzelnen
Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
"*bPrv½
Staaten  Einwohnerzahll  Lebend--  Todt.estorben  Z  #ß
15  m*s
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  rr-"6
  Geborene  sch  E  2#  5  95  97
Gebietstheile  1895  Todtgeborene  222  2
v7  ¶  s
2  "  2  5)Pv
as  3.  8  3  rs-1
  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11
a.  406  599  629211219  974  13284142  639
Mae
O  c.  58  54  1  35
TDeutsches  Reich)  49752  057|1792795  61  5ö51  2686  6  33  6666  rA1i  180
ro  5  —  —  —  1  —  1
zus.  1  110  971  K87927  17  160  8  617  9659  6246  2087
Nach
a.  247  138  5222|8077  831  2  0566120  627
31  855  123  b.  117264  22  40  141  1236006  40  1  885
1.  Preuße  1  167927  40  2888c.  161  317  400  49  225  371011  319
C.  18  166  980  d.  163  33  24  80  5  849  179
8.  4  —  —  —  —  1
zus.  689629  28054  123297  067  6184  14  681  2  011
a.  57  968  8121749  6S2  476  2  9
5  818  544  b.  16  7342  4085533680T7  59  6
2.  Bayhrrn  .  20885569080.  82  569  55  2  28  4  275  9
C.  3  316  297  d.  38511  —  1  1  8  33  3
o.  1  —  —  —  —  —  —
zus.  145  813276912  607  4271290369  27
a.  42  598  1911  261  18166  —  1
8  787  688  b.  11  49532421  1861  466  342  48  7
3.  Sachen  146  1600  5318  c.  18  878  16  —  14  —  150  8
C.  2  216  758  d.  17771  2.—  —  —  19  —
zus.  90742  12630  447  4988  65608  212  16
a-  18  802  204  392  27  117  2  —
2  081  151  b.  56471544  171  24  —
4.  Württembetrrrng  71  0752  48cc.  11  137  271—  7  8  1837  3
C.  1  163  256  d.  12  926  2  88—  —  26  1
zus.  48  515177  533  213  291  1809  4
a.  12  822  66  149  4  125  1  1
1  725  464  b.  4183  602  58  55.247  18  1
5.  Badrn  56  6562  68.  10  079  1—  8  5  116  4
C.  1  016  687  d.  10  429  1  2—  —  82  2
zuf.  37513685  2001  62  872  167  8
#.  5  670  49  88  5  131—  —
1039  020  b.  2942  432  78  50  265  4  —
6.  Hefsseen  3229211  30  5942  5In  158  1  54  1
C.  620  285  d.  5  662  11—  —  —  8  —
zus.  20  216  487  166  70  397  61  1

1)  Soweit  an  der  Statistik  beteiligt.  —  2)  Hierunter  21  Fälle  in  Hamburg,  bei  welchen  die  Altersklassen  nicht  fesftgestellt  fünd.
        <pb n="245" />
        Staaten.

Provinzen  Preußens  und  den  beiden  Gebietstheilen  Bayerns.

—

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahrrn,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)  In  Spalte  11  und  24
sind  einbegriffen
Tuberkulose  Fo|
I  8  i-—
  —1  —
x  S  32  5  —  r  #
’sa  g  ——  2  *55#
—  S  2.  753  258—  3  r  S  8  S  #  5  Sr  —*—  S  2  2
IIIEEIIEEEEIEIIIELEIIEIEIEIILE&amp;amp;SEL
rd2  EzZess  ss  62E  2222s
ihne64  *272½½88  405t
Z  s  EEEEEEE  .—  S.  2  1—
EIEIIEIEIEIEIIIIEIIIIIIIE  *  s  *
12  18  14  15  16  17  18  19  20  21  2  23  24  25  26
3  139|1  407|12  670|17  870149080  —  —  7256  614  550  —  127244/15  40991—  621□  50
10  311/|8  69114  11312  08119  586  1  3  2881  —  —  5045
84  806/8  660/17  739|15  1291  1871  2  699  800  16  609  —  —  10  412758283  250  5  55  818  1  294  41711
15  52615s|  181915  15  5781  105  0892  4092  040  190  73820  1  187—  13
8  5  5  3  1  64½—  3  1558  1  —
113  78619  37360  60267  222172  4  2701|  3  S0432  b  41%  071|18  57009  791|8333  998|33  7  7•23  11996  *  8229

Staaten.

2011  423  62713  2441400%  —  43  766  —  389  —31  20  20512210/8  1J/41%1—
6218/1  16910  74  6249  13716,  1  —  5—  —  331059  32  2254470%%  .  1—133
51  345/1  780|12  73610  911245  1%  42  51  8956  —  —  70  73%1  2
10  5114271/  10  27118  40o011  7  —  70  47981  25%  O0|CH
4  5).  3.—  1  1  —  20|  15  71//  1300  75

570  109  3  6434  “n“  81  615  1  610•  2  51416  **  740%  40  1  220  %  12%  2605  225  1  16  11  5  4  2  2
573278867  611  502  1200  7.—
1839739994  578  4X  304  421  —
11  91.566/1  580  873  2  68—  891.  –.  1
19913183|  1  967  276  —  2209—  3  —
211.  2  —  4–––
16  321/1  72527111182  54099  11  502  466
149718288919  4180  1141—  1—
531  5076  648  2  4  5———
6  3651  167—  *  2—
83113836489  1661  —  61#–
7  876/1007  3256  3362  4180  3011  xJ  —
5919  4335  2811
386644  681—  42
32429q  681  75—  63———  —  +3—  12
454140  928855  793—  4—  1½—
4141¼8202  62  43  1  5623  358  in-txi-  1—315
8137  1198  1946  5  —  1—
6%  6  5853  9  —  5––—  ——  —
373977509146  818—  15—  1  —  ——  —
52!)  1442610  906  —  n  1  —
4715  1  7371946  27—  1—  2–—
80|  14495  550  —  43  1121
19330919|  844  9  —  129—  —  —  1
2  113937%  43—  2301—  2
25513  561  475—  52  1170142IU
2671]  735  1678  9220  543  275  5194202  4

111111111111111111111

11111
        <pb n="246" />
        4*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

s—“““’

—  —

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von

**
Staaten  Einwohnerzahl!  Lebend.  Todt.Gestorbene.  1•s
u#  —.
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  ——
Geborene  ussch  *5  z  2
13  2  3  ae  8.EB  S  5
ZS2..  65  2  E  4
———  ss
*  &amp;amp;  3  2  E  E  5.
1  2  8  4  5  6  7  8  9  10  11
a.  2874  22  24  9  29  8  —
434  213  b.  1461  202  22  56  63  23  —
7.  Braunschweig  14701“8.  2260  7—  2  1  l  —
C.  2538  804  d.  2  328  —  —  —  —  6  —
e.  10  —  —  —  —  —  —
zus.  8  933  231  46  67  93  73  —
a.  1292  15  80  2  9  10  —
234  005  b.  674  140  21  9  21  28  —
8.  Sachsen-Meiningen  ...  7946  903  e.  1211  11—  1  —  5  1
C.  131217  d.  1373  —  —  —  —  —  —.
-*ö  8  —  —  —  —  —  —
zus.  4553  156  51  12  30  38  1
a.  1881  18  16  —  18  1  —
216  608  b.  620  81  18  11  26  7  3
9.  Sachsen-Coburg-Gotha  7  018  242  e.  1  051  11—  —  —  5  1
121  945  d.  1257  —  —  ———  .  —
zuf.  42595900  29  11141  4
a.  98  —  —  —  —  —  —
41224  b.  89  13  —  —  —  4  —
10.  Schaumburg-Lippe  1277  81  c.  208  —  —  —  —  1  —
C.  28  964  d.  288  —  —  —  —  1  —
r-*  9  —  —  —  —  —  —
zus.  637  13  —  —  —  6  —
a.  982  2  115  4  –
196  404  b.  455  35  15  28  8  1
11.  Brezme  5  913  176  e.  1206  8  —  8  —  8
C.  119  884  d.  894  —  —  —  –  —
zus.  3537  40  29  26  7  9
a  4  529  15  101  5  5  —  —
681  632  b  1756  128  72  105  14  10  1
12.  Hamburg  22  84  809  c.  3  874  8  4  —  62  5
C.  430  469  d  2567  —  —  —  —  —  1
zus.  12  726  46  17  114  7
a.  10  495  176  18  11148  3  1
1  640  986  b.  4837  648  163  9898271  72  1
13.  Elsaß-Lothringenn  .  49  466  4656  e.  8  822  12  —  1  —  2  2
C.  982  687  d.  11.247  3  —  —  —  13  4
zus.  34  901  830  481  50  419  356  8
Nach  Provinzen  und
Preußen.
a.  18  11408  972  100  254  12  148
2  006  689  b.  915922724477179  518  0O0  858
1.  Ostpreußen  ....  ..  ...  78142  269996.  9530  18  6  7J240  96
C.  1  092  090  d.  12  160  8  15  —  50  4
o.  46  —  —  —  —  —  1
zus.  49009  3496  1472  656  791  2408  647
        <pb n="247" />
        Staaten.  Preußen.  (Provinzen.)

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbelannt)

In  Spalte  11  und  24

sind  einbegriffen
Tuberkulose  r-*  grif
S  —4
J4  *  1  -'-i  "
z  2  r-'  —*  8  8  s  3  S  *-*-ie  7  *
3  BEREIIE  —  #2  W**-  2  ½  425  S  %.  5
S  oeesE&amp;amp;EE/s
2
2  5  brst  S.  s  &amp;amp;  —  8  KSES  SFKRETE|E  5
12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  2  B  24  25  26
24  121411  —  284  3  1273  2————
1090  231811100999  11|  —  27  —  9—————141
746  88  186  121  25  123  E  180  —85  110)  66861  5—————————24
180  11222  271  14  1700U00  2  2  699  5——1
—  —  —  —  —  —  —  1  —  —  —  1  2——
1008  7.740244GG□ZLCST
11  3  75  26  2120  —  —  125  —  1—  6
38  5  70714  11|
4602  1329  58—  Z2JJ
111  1198938  7  5  UuE¼  2  299  164—
—I  —  1  —  —  —  —  —  —  —  —  —  2——————
622  244%%%  S  UIL  0L  SC
22  3  49  48  304  ——  2210  —  7—  597AAlH-19
  20  62  4%  2  —  —  183  22280|
341  25  6  4926  N  1½½%%  —
50  4  67  7114  44  522  5  84  430  1.—.——3
468  52240  20548  998210  522  1072  670
—  —  2  6  9  —  16—  61  4——□—-7—
  9  11  7  ——  —  q5%  11  34  IEEEEEEEEE
42  11  20|  15  5  9  —  4244  7—□—-□
181  6  99—  10  1  57  3—  —
2—  —  2  s  1—  11  —  3—□———□—□
6  1  633  519  16  110  1114  4%
22  4%18  BSG“  —  1  2  3  —1219  81———————5
66760  41  2  —  —  20—  86  3——
41  25  6886  11  55  10  222—  52  712  31——1
4  8  5812  7  734211188  161291  1——————
512  15027  S9GC10+A
40112¼%%  2  66E6  66—
142  20|20  —  7  —  ——  79  331  5——-□—
1  124  9661444  4%  3%L  2R
1111B  144  1  3111  —538  29  4  6——□□□AC
1  41118%%  869  638  315  273/863910211—□
42  74%  —  216888.  28  —2
874  260  1556124  —  17J22  002  1D
2922  207|  589  70  39195  SO0HH  80
4890  464  64002  e4761K
3  827  58714240484H6
großen  Gebietstheilen.
38  2  858402  52272  271  22021L1s2¼½½S½H
198  15370  12  —  1—  277781126  1082L
19142  1897/  86o  28  68  less  58988  —  —  46  227|8155675  —  ——  5  ——41
6111481  1471011  4155548  118  59  2728  #21
1.(-  1-.—————  411  21610——-—1——————
283205227820856236052889002027555290429112506485521————216
        <pb n="248" />
        6°

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von

22
Staaten  Einwohnerzahl/  Lebend-  Todt.Gestorbene  ·  r  97w
—  —.
.  am  2.  XII.  ausschl.  -  .
bezw  m  Geborene  sch  —  E  1
Gebietstheile  1895  Todtgeborene  4“  S  Scs
!*s—  .  EEZE
—  —  ——  r—
z3  (  2  ke
26  .  8  32  zs
S  "7%  ESE
1  2  3  4  5  64  7  l*  9  10  11
a.  15821  654  821%  S  76
1  494  360  b.  69561657  302  795  224  71  136
Westpreußeen  60  3662244  c.  5602)  26  25  ½  1215  22.
C.  810  798  d.  7  88  1  13  —  —  29  21
o.  —  —  —  —  —  —
zus.  36  456  2338  114598833885  8323  291
a.  11  698  64  152  32126  6  4
1  677804  b.  5  721  886  138  748  199  31  6
.  Berttion  47152684  6.  10  335  244  —  88  1  80  6
C.  1  136  501  d.  5  841  1  —  —  —  7  8
zus.  33  595  975  290  818326  124  19
a.  25  596  241  547  42  153  7  26
2821  695  b  8  81178;  558  483  277  94  9
.  Brandenburtg  97  124  3577  c.  13  289  44  2  21  8  225  5
C.  1  656  916  d.  14  462  4  8881  —  87  2
o  56  —  —  —  —  —  —
zus.  62220  202½05638  363  12
a.  18  626  242  556  41  66  8  28
1  574147  b.  5805  1208  283  42052  90  26
Pommrgee  57  669  1909  .  7  085  80  8  14  5  172  6
C.  874  866  d.  8  454  1  71—1  1  24  2
r  18  —  —  —  —  —  —
zuf.  34988  11481  799  4  57
a.  16  838  640  1  061  180  253  8  88
1  828  658  b.  8  2001868114  605108  2  92  48
f.  PKosen  78  436  2628  b.  7  619  34  15  25  6  169  25
C.  985  598  d.  8  265  2  17  2  —  24  16
r“  1  —1  —  —  1  —  —
zuf.  40964  2537  1568  124528
a.  44  936  75811  937  1748  12  31
4  415  309  b.  19  0498846469  134  51
Schlesien  .........  ...  176  225  6586  c.  24  806  23  8  32  —  411  16
C.  2494  778  d.  26  141  4  17  1  1  44  16
r  64  —  —  —  —  —  —
zus.  114996  4126298311278831  601  114
àa.  22  010  319  264  2319  9  132
2698  549  b.  9878242004444  40
Sachsen.  97  420  3383  c.  12  360  60  1  13  1  240  10
C.  1  512  775  d.  14  690  2  2  V  —  1  26  12
r  56  —  —  —  —  —  —
aus.  589942  814411358  384  4606  194
a.  7838  56½70  7  48  5  8
1  286  416  b.  8  014  377  142  59  77  30  2
Schleswig-Holstein  4034  1518  e.  5776  25—  7  1  H110  5
C.  728  914  d.  7  *54  1  1  —  —  19  2
r  8  —  —  —  —  —  —
zus.  28540  469  413  73  121164  12
        <pb n="249" />
        Preußen.  (Provinzen.)

7*

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)

In  Spalte  11  und  24
sind  einbegriffen

Tuberkulose  e
S  ·*“½“⅝  *  -

–  S  —  2  *  z  —  --2

  188  ẽ  m23  5  *  -##

4%2  8  S  "  *  r  3  8
EEIBLEIIIEEHILIIIE  zZ  s  32  Zs
S  z  2  —  zZ  55  8  235252  235335  32
IEILIEILIIIIILIIILIII  *  SE0%
3  (6  “¼“6—2  z2EEE

S  8  L  E  3  *  8  SL  S  E  -*B  rE

*  *#  #  SE  G  SNG

12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  B  24  26

,  —

49  52178  220  8779  l  1S  23  4332
15026|  326  21489  —  7—  —  194
1484140  557  317  9ITNBNNBS3S  2  678  1—522  111  (
45111118  37110  300u  w  —  3450  66381599688–21|EL
11  1  —  3  16  12  10..
2132
78  44  792  645  5908  —  —  —  30  —  1825  104  ê½„.  65
2871038  753  441  531  +  11—  109  3¾  118204  22NN·2
3432  11150056  51%  T  ,,  204
29558  364  915  4  6288  —  1227  3  57  2262  383  –  4
1092  362  244192“57645244400  431  6121  122  37580%  1—  11187
1171  23  906952ê  4½2OU  MAE  GE6  3  24
287  668  SS  2465  224  22  571
3829148857  992  22/139115846587|x|/46322  81
79067  756  1  7658  i06  is4  i258  3151  —  2.  2
—5  1  1-—-—.——-—  21417147.—-————  Il-50262053336367110486140154162327806060965791210251782—1—41———220

8883018674074——51310—14—6123457—-——23L—51
19951380297711———8—-18441670172-—1-25———  ISF
1987785104481486123536——332.2082367176—3-8———42
45112444573  4  3  442  —  4086  723  25%  1882  ———12
————  2—  1  5  1  ——-—-————
26731491635168048038612399313104087727112248998—4—53———204
13343452033834——23238—15—556113182——86——1-—
25816416207998——7——251116784232-—-46———8—
223142661475221002»0398——35014123183872311711—41
5747350401  5s  «263——452683281672323-———16————1
—————-—1———  21  49—-—————————
31966917721286485910027067132384526701171112332410  11151  1—  *  2
196821  556848  9276  —  —  9HM  L  L
738889  1641791  2517  ——  1  494  ¾7  1—148
7658  322  1  74518999  49/1185/1370/11609  —  —  (1187  80/8475%
1  50445  1  3232  10U  28  "  0  917  11  508  253283  *P  1—1
—  —  1...  is  is  2  111—
10006  %  265  5  615  11870  185  3702  121|6576  11  5112  017/1067  439122950%1
101  41  702  694  5916  72120  —  32  —1087885653|□□3½7v
376106  769  59911224  17—  2599  2Oê
3483|148  856|980  14,1128  1140  791  —  —  4T5%%
77526  876125319  7605  6111105  20813
——  1——-—1--—  31812  912———-——————
4735321320435187173123141158021206114889806221941522———19211—2924
79424294752623——81180—17—19o71991——2k—  148
279  101  38111243440011  10  146  J.  44
1  764105  394½½  1  314  28918999552  28
41  12  495  7  5251  —  2782  78  104  21141  65s.  ..  3  —1
—  —  —  —25  81  5  —-256326010291092
  T  65  399741180  278  6  670]  5  i  *  —  7  55
        <pb n="250" />
        8*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
##rsß
Staaten  inwohnerzahl  Lebend--  Todt.estorbene  m  5:
—  —  S
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  -
"1  Geborene  sch  z  —  E
Gebietstheile  1895  Todtgeboreue
-  —
1  14.üüä  *558
#  S
AELIEIIIE  72##
1  2  8  4  5  6  7  8  9  10  u
a  12851  190  3387  11  55  5  28
24422  020  b  6  69210711228  90  142  70  16
10.  Hannoen  792172879  c  12  133  4—  11  4  228  8
C.  1383  240  d.  13  803  1—  —  1  22  13
¾l  45n—  —  —  —  —  —
zus.  4502441307  560  1122  325  65
a  16  056  2804  22  141  21  85
2  701  420  b  10  569184119991166361  136  153
Westsalen  106  088.8277  F"  14  552  25—  8  52838  67
C.  1  496  889  d  11  35  —  2  —  —  18  39
o  3à—  —  —  —  —  —
zus.  525392152  510  191  607  463  344
a.  7666455  149  18  89  5  6
—  1  756  802  b  4694835  100  .  3
.  Hessen-Nafsau  .......  55  078  1902  o  9958  11  1  3  38  160  6
C.  1  039  827  4  9  250  2  —  —  —  13  1
6·6  —  —  —  –  —  –  —
zus.  31  5351003  250  6F7  276216  16
a  356  066  4066098  22284  19  16
·  5  106  002  b  18  6152840  564  36
.  Rheinprovinz  .......  186  878  5  965  ce.  26751  85  4  22  472  11
C.  2  921  182  d  23  E  2  8  2  1  40  8
r  4  —  —  —  —  —  —
zus.  104  260/328812644%  71
a  527  19  9  2  5  —  11
65  752  b  154  50  10  2  —  —  1
uHohenzolleeen  2  118  42  0  388V  —  2  —  6  —
C.  87  606  d  442—  —  —  —  1  —
zuf.  1509  69  19  6  5  7  12
Bayern.
a  52  8852531579  5111380  2  6
.  Bagern  rechts  des  5  052  553  b  14148  2022  751  283612  40  5
heins  .........  181  889  5  909  e  28  424  51  2  22  4  210  8
C.  2892  037  4  34  615—  —  —  8  29  8
o  80  —  —  —  —  —  —
zus.  130  05602326233235699  281  22
a  5  133  591270  11  96  —  3
765  991  b  25911380104  58  195  19  1
.  Bayern  links  des  26  966  999  c  4145  4  —  6  —  65  1
C.  4424  260  d  3893  —  1  1  —  4  —
o  1—  —  —  —  —  —
zus.  15  763  4483  275  71  2091  88  5
        <pb n="251" />
        Preußen.  Bayern.  (Provinzen,  Gebietstheile.)

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)  In  Spalte  11  und  24
.  1  sind  einbegriffen
Tuberkulose  x  1
22  8
2  5  *  3  .-»-«-"·0·«ss
  2  **-'
S  G  5  □  S  S  *  A
—.  E  ——  22  2  E  —  S  S  2  ·
ESe’s-S  S  Z  —  SE2  «  s
äcsxzskgg--Jgiäds»gs»sLäg--»333»»-ngQ
g  ZZZEZZEJEEEYZBZZ  BE  Zog  Fäggåsssgks
*  IHEEEEE  —  55  S  s  8  B  s  2  E  S
2  -  —58  55  mb  .  26  z  Se  "  rx  EE2  EZE
—  Sr  "*  S*  S  ""  S’/SOSPSHSF  S·G
12  13  1  15  16  18ö  18  2  21  2  2  2  28
«  I  I
110  20  647  350  83321  —  —  11445.  —  20  —  5132  659—  2’S
3844  5771  366  105  —  —  16  —  —  2262  193373□JJTJ□J
42243  96  83  21111  11  6ß24  ——  —  486  412  3  5214
44%28  889  1182  27  I  623  —  604144  4
1|  —.—  4  14  5—.—
56722363  35  327344  –  65  –S111
480  52|1  1599958  8222111  30  15  GC  414  —  ——  32
1  042  246%0%  S2752  279645  1—150  —  ——  5—
5  5951801  456  908  30  %n  18n  520  —]  —  860|242  3862  192  1  1—  65
1  0244%  1811  468  —  4924  1141
—  —  1  11.—  —  —  —  —  —  42  122  3—  —  ——
14137  161  3  169  5  08SO  2205  4  287  1  5339  006
*
5  44  1  744B  ES44  18—  3267  442—  —6
325  83  534  3544385  —  —  6—  —  126—  1  418  3——4  1
3485  138  824  T  !1#%  134  —  309  ess  3086286—  %
648  8  843  8  »*  426  3642  76ö49  246471□LUL
1½  —  —  —  —  —  —  —  —  6  6  7—
1466  27/2JN3  1
542  12811  343  1086  8  582  —  —  10  4289  —  36—  17259401
1690  2482  092  10897424  —  —  22  —  —  481  4  64499  205  —  —  35—  1  86
10  17912852512|  1573  12  134  122—  —  1206410  7  864  4
1  89559  471  795806  10  i  1136—10372142766177275———38——3———
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  2517  7  21————  ——
113086JN1  426  37  S0  G84  2  —+16
6  1%  17  —  —  119  —  1—  1261q
8  5  1  28—  —  —  —  7  —  26  4——  11
130  7  218  15  3  52H  —  16  188  52
32  —  23  2  1  16  —  204  38  122  5————
176  8  62  95)  208  3  5  37  1100  204  23  9  2  30——1–N3N
519  282  659  5  293/26  866—  —  61s0  708  —  49  3836HS
1565  642  7402y  i  4  —  540  6  3245212..
10  16  441  386  730  912  sis  %  2477  S8359  471  9166  7  38—  ——  1——
1  675  93  595748  949  2499  —  11029  3820  182  12  5242019—
2  —  —  2  1  —  111d11  2  4  5  2—
13  937  1408  4380  10  016/29  333  315  441  5  024  10  708  11  040  1770  613  30  776  3913—57—  **s7  111—
53  4608  LUUIN44  5  5309  304
2744972  800  2255  —  6—  —  55  5  527  92——  ——  1—  —
1  741142%  981  46  1  4081  1  94997  114%9%  .
316  46  285  219  9311  261  —  1866  18  26  1
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —.  —  1  —  ——-.□  —  —
2384  314  891  11346  2817  46  4  1751  794  1366  176  129  3203  725  1  —  —  1—  —
l  i  ;
MMOOMIULQd.caiietl.0einnvheitsamte.Bands.  b
        <pb n="252" />
        10“

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.
B.  In  den  einzelnen  Regierungsbezirken

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von

.  Es
Staaten  Einwohnerzahl!  Lebend.  Todt.Gestorbene  ö“
—  Se
bezw.  am  2.  XI.  ausschl.  2#r#
Geborene  E  3.
Gebietsth  eile  1895  Todtgeborene  #n  4  S
Eri  E  „
Wi.b  z  23  t
55  5*m5
s  4  F  W  3  22
1  2  8  4  5  6  7  8  9  10  11
Preußen.  a.  10  566882  4999  5  41
1  204  849  b.  5072135428  278  201  74  119
1.  Königsbereg  ·  46341  1537  c.  5  791  9  2  5  2  168  28
C.  6658  921  d.  7  152  1  7  —  —  31  14
e.  —  —  —  —  —  1
zus.  286041996  203
a.  7566  571407  51  155  7  107
802340  b.  4  087  9182411270  29  82  289
2.  Gumbinnen  31  801  1  162  e.  3  739  9  4  3  5  72  68
C.  433  169  d.  4991  2  8  —  —  19  80
8.  —  —  —  —  —  —
zus.  20  406  1500  660  324  489  44
a.  6610  315412  88  57  1  43
618  090  b.  3049  740  146  436  105  32  96
8.  Danzig.  .............  25  452  841  e.  2996  11  5  19  1  88  39
C.  340  878  d.  3288  —  4  —  —  16  12
e.  17  —  —  —  —  —  —
aus.  15  910  1066  567  543  1631132  190
a.  8  711  389  409  74  108  7  33
876  270  b.  3  9007  91711635991119  89  40
4.  Marienwerder  37914  1  408  .  3  741  15  4  7  —  132  19
C.  469  920  d.  4  181  1  9  —  —  13  9
e.  6  —  —  —  —  —  —
zus.  205461272  678  440  222  191  101
a.  15749  97  285  28  76  8  5
1  651  976  b.  5  099  774  77  307165  59  6
6.  Potsdao  57190  1958  e.  7  825  24  —  12  8  129  5
C.  993515  d.  7  344  2  2  —  —  18  2
e.  9  —  —  —  —  —  —
zus.  36  556  899364  347  244  18
a.  9847  144  262  14  77  4  21
1  169  719  b.  3  718  964  726  176112  85  8
7.  Frankfurt  39  9341619  C.  5  464  20  2  9  —  96  —
C.  663  401  d.  6  613  2  1  —  —  19  —
6.  7  —  –—  ——.  –  —  —
zus.  25664130  341  199  189  1354  24
a.  7949  88  229  22  38  —  11
785  229  b.  2958  515  70  250  89  49  1
8.  Stettrn.  28860  929  C.  98717  12  3  11  1  92  1
C.  446  805  d.  4  1  8  —  1  14  —
e.  –  —  —  —  —  —
zus.  18  706  6113805  288  123  155  13
a.  3855  129266  15  25  2  9
574  513  b.  2  169  579  188  152  60  22  24
9.  Köslln  21  314  730  c.  2862  18  —  9  4  61  3
C.  306  9848  d.  3  ors  —  8  —  —  6  2
o.  —  —  —  —  —  —
zus.  11472  7211407  170  89  91  88
Die  in  dieser  Tabelle  feblenden  Angaben  für  Berlin,  die  preußischen  Regierungsbezirke  Schleswig  und  Sigmaringen  und  den

Unks  des  eedh  bereits  enthalten.
        <pb n="253" />
        Preußen.  (Regierungsbezirke.)  117
und  sonstigen  größeren  Verwaltungsbezirken?.

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)  In  Spalte  11  und  24
r'  sind  einbegriffen
Tuberkulose  "PR7
——  8  2  [  (  6
4  2  7  O"  8
Wr*.–  Zr  S  —  S  S  5  *  —  «
s--vs--s-ä»-Ezg-8  Fässssswssps
goss«ssf«k-Z»ZZZHIS-»ssssä»zsägä.
zdgsäågsgäsäggggkEåäsässsgksskå
ngkgssssszzsssåsZEISS-ZEIngng
Z  äcavgssåmcidgg  ges-w  56  ——————
13  1  15  10  17  18  1  P  21  2  2  „  26
11  27667  345  11186  |—2790|/111
12099  252  284  614  —  10  —  —  152  1  934U4
1162  22  55047  9  as  iss  335—  —  282  1541  983  3321—27—4—
368  6  421183  7  251  —  3065  78  835|1799121
1!  —  —  —  1  8  1  11  1—.—,  —
1662  39  1499  1731  4045  3  597  1180  3066  5414½
21  —  82  1385  1812  —  1  847  —  100—  2291
69  6  11881  —  3—  —  125  2  592  609
762  20  347  313  14  In  iss  188  —  —  184  738  117288  —  68  —  —  —1
318—  226  828  9  16111  2466  41  24  94539730
—  1—-———-———  31  59–
1170  26  744%½  1
19  5  141131½  432S
73  24  1540%  s—  88  —  5990
640  26  269  174  q  %  io  188  —  —  135  1,
198  1  2271204  5  17T  1381  5  19  888886/—□1
—  —  —  —  —  —  —  9—  8  ———
iso  56  788  650  2499  67  110  370111  267  93  45001
30  137  881602  —  2944—  11  —  23382  594-77|/2
  175  723880  A  ——  108  1  533877  1-  35  —-2
844  14  288  148  1|80  I14  155  —.0  2  10671  54811  —  —i8  1-  122
253  —  191169  5  12  —  2069  4%%%2
1—  —  1  8  7.—  4  10
120516  791  43  1998898980  4342826
82  20  646  6176576—  —  317600  —  19  —4968  564F5S2
182  60  5803599  sos  1  4  1533  51421
2178  82  537  528  16  19388175|  616  —  —  290  42526  63
382%9  468  659  7  489  —  2952  "5m  *  2532184
—  ——  —  —  —  —  —  —  1  12———
282471  22312163  7402|  51  75  1006  1  760  2952  525  335  1173140%8  i117  lo  e
353  260  52  9D  11020  —  8  —  4654¼  412-.L
102  1111236  H  —  44  128  4%%C:
1  651  66  320  464  6  .  56  1  79  330  —  —  247  186  18832  1
4144289  7  2822  —  3  ioß  51  651
—  —  1  1—  —  —  6  1  1  5——  —
2202  1  6171020  8108  40  256  4  94½  1
23  51722242  —  481  8  ——83112———4
10528  154  159  44%  —  2  —  —  85  2887883  1|1-J’J2
1  061145  250  224  413%  2„  3189  132  1208  106  +1
2088213  310  1  224  18  u  55  351  996  125
—  —  —  —  —  —  —  11  —  —  50  ——
1397  88  829917/8311135  41%  .S075111·  11
44%SE  SD  —  398  —  5  —  2193914—
6111525  66  —  22  593  62NJ
6402  8  #  *  1532  —  —  10140%  2—  1
176  1158)  147  1  13  161  75  12751–-—
  —  —  —  11.—  1  3—————
881  35  564  4567  723  38  72  294408  552  1312531

bayerischen  Regkerungsbezirk  Pfalz  sind  in  Tabelle  A  unter  Nr.  3  (Berlin),  Nr.  9  (Schleswig-Holsteiu),  Nr.  14  (Hohenzollern)  und  Nr.  16
b'
        <pb n="254" />
        *
12  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
5
—.
Staaten  Einwohnerzahl  Lebend=  Todt.]Gestorbene  *
—W—  SSE.
bezw.  am  2.  XII.  Z  r-  *
ezw  Geborene  ausschl  #„  S
Gebietstheile  18951)  Todtgeborene  .  5rt
E  2  vrm
2  g.
—2  .s
&amp;amp;  S  G  EESS
2  3  4  5  6  7  8  9  10  11
a  1822  80  61  4  3  1  3
214  405  b  678  114  25  18  9  19  1
10.  Stralsund  485  250  c  1  006  5  —  —  —  19  2
C.  121  118  d  1802  —  1  —  —  4  —
o  2  —  —  —  —  —  —
zus.  4810  149  87  22  12  43  6
a  10  2038555  153  185  5  14
1  173211  b  54821188298  884  859  49  14
11.  Posen  49  485  1547  c  4  980  24  10  20  5  97  13
C.  629  253  d  5  489  2  11  1  —  11  7
·  —  —  —  —  —  —
zus.  26  1371569  949  1068  6549  162  48
a  6603  285  426  27  68  3  24
655  447  b  2719673  172154  88  43  34
12.  Bromberg  .....  .  .  ...  28951  1081  c  2689  10  5  5  1  72  12
C.  356  345  d  2  804  —  6  1  —  13  9
o  12  —  —  —  1  —  —
zus.  14827  968  609  187  131  79
a  17545%204  894  4081  1  6
1  687  885  b  6  7341194  2144  112  51  9
13.  Breslau.........  ...  61497  2657  F"  10  268  10  1  18  —  1562  5
C.  948  350  d  9959  8  4  1  1  7  6
o  30  —  —  —  —  —  —
zus.  445361  41116133560  194  221  26
a  10  584  88253  527  6  9
1  067  243  b  9029  6321  97  76  50  47  12
14.  Liegnit.  ....  36  389  2001  -"n  5  912  8  —  7  —  131  6
C.  616694  d  7648  —  8  —  —  23  3
o  19  —  —  —  —  —  —
zus.  27192  717353  88  77  207  30
a  16  807461  200  29  200  5  16
1  710  181  b  9286153116600  494  36  30
15.  Oppen  78339  1929  .  8626  5  7  7  1198  5
C.  929  734  d  8534  1  10  —  —  14  7
l  15  —  —  —  —  —  —
zus  43  2681998  1967  630  560  173  58
a  9343911110  60  6  51
1122  685  b  41244  73  97  66  68  17
16.  Magdeburg  ......  ..  .  39341  1324  c  5318  37  1  7  —  118  4
C.  449  778  d  5980  1  2  —  1  14  8
o  24  —  —  —  —  —  —
zus  24  793124446  110  97  201  75
a  993026120  15.71  8  79
1  129  259  b  425402  55  1914  36  23
17.  Merseburg  ...  .  .  .  .  ..  42581  11551  c  4964  18  —  4  1  65  4
C.  616  678  4  6  187  1  —  —  —  5  7
e  29  —  —  —  —  —  —
zus.  25  36411  168  175|  213)  220  109  113
        <pb n="255" />
        Prenßen.  (Regierungsbezirke.)

13*

1  bis  15  Jahren,  c.

von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)

In  Spalte  11  und  24
sind  einbegriffen

Tuberkulose
*  z3  8  2  "
——  *  S
3  —  i5  3  2  S  "  E  S
IEIILIIEIEIELEIEIE  —  23
S  AEBIIIEIE  5  8  Z  ——.  E  2
EIEEIIEEIIEIE  2  BE#8  5.250  E
Z  HIEBRIIEæIEILLLEIE  r22
““°“°“
r  S.2  Es8  8  #EEZEEZEEEI(E
:*  2  ESSE  S  EESS  SE  SNSSISESS
12  13  14  15  16  17  18  19  W  21  22  B  24  25  26
2  5%  s!  6838  rI1919  □□□
338  6116  26  —  1902—–
286  15  47  2  us  lol  2  —  z,  4  31  63152  —-—1—
678781162  83—4961I1640916—-——————1
-—  —..-  --  —...-  .-  —  .-  1—.——  .-..-.-·
39528242307703131010622749081471581135—-2—  ——12
9132131162285——12889—«9—83134831——18———1—
1589287189599——8——158111382002——12—-—6—
14822946036014  In  L  266  —  —206  78  14944%
375  1  155  —  3
—  —  —  —  #  —3—  —  —  1  4—
2106  45  120  890  2902  71  1  434  2369  3134  420  11  0o½%¼
444  1549  —  —1  869  6—  2248
100  7  i251  68  s359  NS40□□J□TJ2
790  320111  ½  Jus  180  —  —  T
19107  126  1  1½  BD  WHjJ
—  —  —  ——  +  ——  1  —  8385  –
1000  24  569306  1957  29  119½L%
9104%8  s41124½  —  28612  3886--68125
333  52  5398711689  —  10—  —  166  728
3259  186  628  o  inn  ös—  425  37836465  110A
5418  20  868556  68  4%  —  %  11  1132/%  —
—  T  1  6  ½  4—  —-4230222233224534480591119411781399974250418948703—1—24—1—2029

46122402172006——21034—16—6444179———9———11
11516233212272  —5——996112048———12———2——
1489783556483  #  18  =
285  988445  20  —  2244F%
—  1  4  1—  ——
1885  115  1162  1762  2287  55  %  342%3
60  668  IU
2900  214869  2081606  —1  —  255  22427
2960  108  762  462  33  zen  168°288  —  —  519  11092  688S|
671  11458  5664  2205  4½  4  1
—  3  111—  –
381  151  2772  1430%071  1685590  3761  4297  2%
52  19  869  2700  —  —  2  94  12  -  24834  272/  -  b
206  34  2  —  1  ¼3  —6
1358656'9  40  6074  —  188  244  1—1
328  140|  2  T  2886  45  9143  —  1-—L
  1  10  6  2  3  -*
2144132  1371  6123  3224  47  61  749  ?64  344  8883  669  ——  1—1310
36812  S912SIUOT  –
85  46307½22  0  S  -lo51296  180  –
1248  66815481  3  52192"  —  —  288  24%
299  614220  7  4  —  ann5410|/——
—ST  2  5  59
1662  127  1214/1  361  3009  32  59  584  891|2717|  407/344  10  221  7181—1——  –
        <pb n="256" />
        14*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
2#5
Staaten  Einwohnerzahl!  Lebend.  Todt.Gestorbene  S.
—  ——
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  S  —.
r  Geborene  sch  9  *  J  z
Gebietstheile  1895  Todtgeborene,  .  ““rm
WNGSHTEEER
——1  **  27  .
28  Z  S  —  S  z5
2—  GE  .  ESS
1  2  8  4  5  6  7  8  9  10  1
a.  2  783  54  34  2  18  82  2
446  655  b.  1500  38016  31  49  57  —
18.  Erfurt  15  498  508  cc.  2078  5  —  2  —  7  2
C.  246  319  d.  28523  —  —  —  —  —  2
o.  8  —  —  —  —  —  —
zus.  8  837  389  50  35  67  96  6
a.  3634  54  71  8  8  —  —
584  465  b.  1  844423  56  20  25  16  2
20.  Hannoee.  19  681  760  c.  3091  8  5—  47  3
C.  349  374  d.  2  908  —  —  —  1  2  2
e.  10  —  —  —  —  —  —
us.  11  487  385  127  28  34  7
a  2715  58  94  5  21  2  7
497  791  b.  1  508  259  40  25  40  12  1
21.  Hildeshemmm..  16  2141½0570  ce.  2  479  4  —  1  —  48  2
C.  282  792  d.  3008  —  —  —  —  6  1
e.  7  —  —  —  —  —  —
zus.  9717  3221134  31  61  68  11
a.  2267  27  44  8  2  19
445  937  b.  1  039  183  80  28  12  17  10
22.  Luneburg  ........  ...  13  613  469  c.  2161  14  —  1  —  64  2
C.  260  805  d.  2  689  —  —  —  —  5  8
e.  9  —  —  —  —  —  —
zuf.  8166  174  73  24  20  83  39
a.  1693  15  35  2  2  1  2
353  465  b.  888  80  28  11  12  15  —
23.  Stade  119271019  c.  1761  4%  —  2—  31  1
C.  193  474  d.  2  033  1  —  —  —  5  1
e.  11  —  —  —  —  —  —
zufs.  638610%  63  156  142  4
a.  1288  32  25  —  6  —  —
312  322  b.  849  229  19  5  15  6  2
24.  Osnabrück  10  3380858  c&amp;amp;h.  1  677  11  —  1  —  30  —
C.  174  084  d.  1836  —  —  —  —  1  1
e.  8  —  —  —  —  —  –
zuf.  5  648  272  44  6  A  37  8
a.  759  4  69  1  10  —  —
228  040  b.  564  47  50  6  38  4  1
25.  Auricg  7426  808  c.  964  4  —  1  .4  8  —
C.  122  711  d.  1329  —  —  —  —  3  —
o.  5  —  —  —  —  —  —
zus.  3621  55  119  8  52  15  1
a.  3  882  47  103  4  28  1  13
594  501  b.  2158  352  58  9  52  14  17
26.  Münster  22039  628  e.  3  364  6  —  1  8  47  12
C.  388  825  d.  3321  —  —  —  —  5  8
e.  8  —  —  —  —  —  —
zuf.  12  728  4056  156  14  88  67  50
        <pb n="257" />
        .  .  15*
Preußen.  (Regierungsbezirke.)

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahrrn,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)  In  Spalte  11  und  24
"  sind  einbegriffen
Tuberkulose  .
#  2  '
"  2  z
215  2.  5  S  B9b  -  5  2  z  2
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S  6  Ers  EESSE“EBEZEZHZEBEBEBE
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.  EEG  S3SSe  SZZEZBOE,SSE
2  G“G  333322
——l————“————————  1  –
12  18  14  15  16  11711  19  20  1  2  33  24  25  26
18  10  134  88781  —  282  —  8  —1233  74———2  3
85%2666  152  —  2  —  —  35  2  476  20  ————S
67720|  3  24  21  128  —  —  5483  679921———  2—
15446  159  231  4  117  1M06001
—  —  —  —  —  —  —  —  1  2  KT——
92979  62  613  5O  2  247  282  1060  118  118  3090  5
35101600095  117  —  —  —  849  —  5  —  1587  180  +–—
1080  18232120  256  —  6à  —  —  53  111555  58  ——2——21
11388  1923  18  5  27  47  179  —  —  1106  116  8310BN3
193  4  239  817  6  14  11793192S-ZO!
11  —  —  —  —  —  —  —  —  3  1  2  838—————
1  470  511864  1  27  47  319  3191179  198  152  365668S5––.-.  ö
35  4  167875  —  —  —  251  —  8  —  1228  28
84  10  199  74  175  —  5.—  —  37  1  435111—  1225311
7175.218196  5  20  82  134  —  —104  92–—1
157  9  257  815  4  1505  700  154———  1———
———————————  18  1—-———-——-—
9935884166071620  3228925111911731153148604———11———55
9  1  82  82  666  —  —  1..248  —  8  975  96——194
47  11  76  61  189  —  —  —  —  —  411185534E
682  33  151147  8  14  27  110  —  77100  8ll
124  8  172211  9  1382  —  12383  32  25  68457———8—
—  —  —  —  —  —  —  —  —  20—  2  5%—————
86ö2  481501  4  14  27251124881235  158  1272700  4SNS9
12  3  64  5181  —  —  —  245  —  2  —  56511————  2—1
47  2  91158  210  —  —  —  —  43  2589  49———————51
6811221241  4  27  26  70  —  —  82  47  486  6———  HH1
159  1  93  156  4  66—  92522  16  519  74t———11———
—  1  1  6——  1———————
84928  372  4088  27  26  136  245  926  155  63  1817  292  44(
21  2  97581  312  —  —  —  245  —  2  —  482  30  ————2
73  6  10440  —  —  8  —  —  24  —1387  9—  2——3—
70o2  16  171  81  4  115  325  837  4%  408  189  —
218  817732  8  77  —  7572  4  15#  12————  1I—
—  —  —  —  —  —  —  —  —  1  —  —  —  —  —  —  —  ——  ——
1000  32  5428444571  19  25167  245  758  112  331513700U
7—  79  16  114  —  —  —  107  —  —  —  30023
30  8  69  18  95  —  —  2  —  —  28  —  15008H–LU
354  8  49  51  —  4  20  42  —  —  48  36  32444——2
98  8  51  51  2  56  —  756  15  15  256  2——
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  4Z  110..
480  19248  136  211  4  20  102  107  7566690  51103111070  ——11.
16E2110  316  58  767  —  —  1  494  —  3  —17332:—1
3081033449  1219  —  —  20—  —  55%  5906
1  44140  23  362  183  9  28  36  87  —  165  32  852  78  -1  111—211
294  6  367  4  92  152527  7  688  70———  8——–
————-——————  21  5——————————
2204491399588999  28  36  182494  1525  252  40  3824  333  118
        <pb n="258" />
        *
16  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
s
Staaten  Einwohnerzahls  Lebend.  Todt-.Gestorbene  2  -
2  Ss  S
bezw.  am  2.  XII.  I.  -  .
.  Geborene  ausschc5  1
—
2  smv(ns
#l  O  N  EZ
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  1
A.  2  855  48  88  1  28  4  5
586  130  b  2  011  8346  44  2507  31  5
27.  Minden  20  820  695  F"  8  078  9—  —  1  55  1
C.  323  230  4  2908  —  2  —  —  2
o  3  —  —  —  –  —  —
zus.  10  855  398  134  26  136  91  13
a  9319  190118  17  85  16  67
1520  789  b  6  40  1149  102)0)  132202  91  131
28.  Arnsberg  63  229  1954  c  8  110  100—  2  1181  54
C.  8839  834  4  5  110  —  —  —  —  7  29
e  12  —  —  —  —  —  —
zus.  28  95613409220  151288  295  281
a  3  695  75  50  7  45  4
850  507  b  2271  44920  24  1138  18  2
29.  Kasse  27486  981  e  4639  6½  1  2  84
C.  485  722  4  4913  2  —  –  —  7  1
o  8  —  —  —  —  —  —
zus.  15  526  32  70  321160113  10
a.  9971  80  99  6  44  1  2
906  295  b  2368838680  27  71  20  1
30.  Wiesbaben  27  587  921  c  5  819  5  1  2  1  76  8
C.  554  105  d  4344  —  —  —  —  6  —
e  12  —  —  —  —  —  —
zuf.  16  000  471  180  356  116  1o08  6
a.  3  325  48  151  r-  11  5  —
650  558  b.  2100  382  96  35  28  28  1
31.  Koblenz  21  599  744.  3458  61  11—  683  —
C.  368  283  d.  3  561  —  —  —  —  4  1
o.  —  —  —  —  —  —
zus.  12  431  436  248  39  39  100  2
a.  14914  122  234  10  91  8  5
2191  359  b  787598512  77157  71  21
32.  Düsseldorfon  82  270  2658  c  11870  14  2  11  —  5  6
C.  1  255  032  d.  8  V18  —  1  —  16  4
6.  1  —  —  —  —
zus.  42894  1121  448  99  348260  36
a.  7365  69  114  3  51  2  7
905  510  b  39  520  51510  62  86  28  6
33.  Khn  38  5140  o0  5  078  6  1  8  —  76  —
C.  537  535  d  4210  2  1  1  —  4  —-o
  14  —  —  —  —  —  —
zus.  20  187592226  74  137/110  13
a.  4681  141  100  41120  3  3
768  451  b  3  328719  82  30  315  36  8
34.  Trirr  28820  934  c  4077  7  —  1  —  125  5
C.  426  516  d.  3  892  —  2  —  —  12  8
62  1  —  —  —  —  —  —
zus.  15929  867  184  35  435  176  19
        <pb n="259" />
        Preußen.  (Regierungsbezirke.)

177

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)  In  Spalte  11  und  24
sind  einbegriffen
Tuberkulose  2
83  653  *  7  "
-r  S  82  S  S
—EILEILIEIIIE  ——  3  *.

*  #  S  Si  S  2
duss2uubsss
2  ää  n  253  a  2  352521  2335353552682
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EIEIEIEEIEEEILEIIEIEIEIIIEEEEIIIEEEIE
12  13  14  15  16  17  18  19  W  21  2  23  24  25  26
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2788  38  655  48½  98504444
5788  4-16|44
29010  1154882  453  u-  33—  —  607  44
48919  456  50  4  2631  —2029  55  *  1169  sé  —299
—  —  —  1—  —  UM  —  5  EEEEEEEEE
4245  2572  864193231480|11448021
16  301  8  2%  7|—  2015  %E
119229  27  153O00  62  —  83
1494572  1  2  .  48  s5  208h  —  ,  164  115  1433  103  S52
254  18  411449  1  216—  212%4%EFL
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  4  411H
1913  107136½
411%SLLU..1|1
16  42  —  2—  —  64—U-194112
  51  10  49%—  5
so  13298  2  210—  1510  2283  128  161————

—  E  —  —  —  —  —  —  —  6  2  ——O
2553163|1203  1206  19  409  466  519  1510  248  208  4914  737  3  1  52416
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218  17  284  1051  S44é75T  AIH„!
1218  36  361  216  11  %10  10o——  134U
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—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  4  1—————  ——————
1792  64  1070  6461  5161  OS  503  1962s2
270  77  688  ê
729  102  1041  578  104  2„„ê  2482  50  –O5S4
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766  16  4  55535548
—  —  H  ———-——  93  41———-——--———-61893073554260859011098911761890335487426513977289———34411-1221

109862422421961——1745—  8—870867-———7————11
34198382198279——5——96—128826———6————2
199766382278—  4128  814  —  189  86
31910822  8  1  271-  !m  24———————
—  —  —  —  —  —  14  —  102  ——  —
27572101328104221144Söols1628SHNL
502  1881I  42  —579  -  6  —28781
266114½2%  E--  2  83HH
1  489  869KK  6991—  218  44
288  7224234  1  105  2096  211  41□-—
  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1  —  —  —.————  ———  ——
20906  561017  673  588  39  92  229  579  2096  310  2ILL–
Mediz.-Kat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Band  V  o
        <pb n="260" />
        18“

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von

“s
Staaten  Einwohnerzahll  Lebend.  Todt.Gestorbene  9  1
2  ——.—
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  S  E—
H  Geborene  sch  S
Gebiets  th  eile  1895  Todtgeborene  1  a  .  88  -
—  1  S
S  2
43
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1  2  8  4  5  6  7  8  9  10  1
a.  48#31  26  94  2  1111  1
590  124  b.  178899  64  9  26  15  —
35.  Aachen  20  644532  c.  2760688022—  1  —143  —
C.  333  816  .  d.  8  80  —  —  —  1  4  —
e.  —  —
zuf.12819267158  12  38  63  ,  1
Bayern.
a.  15071  58807  16  74  1  —
1186  950  b.  3321553  188  76  111  8  2
87.  Oberbayteen  44  1811  478  .  7060  11  1  8  —  42  —
C.  714804  d.  7904  —  —  —  1  8  1
e.  19  —  —  —  —  —  —
zus.  33  37  622  444  186  54  3
a.  9176  4111.23  2  23  —  2
673  523  b.  2029  248179  20  25  7  —
88.  Niederbayern  .....  ...  27104764  e.  3  318  4  —  —  —  85  1
C.  367  801  d.  52538  —  —  —  —  4  1
zus.  19776  288602  22  48  46  4
a.  6605  222271  10  19  —  —
546  834  b.  1578152  129  54  48  3  —
40.  Oberpfals  21447  719  o.  66081  2  —  6  128  1
C.  300  226  d.  3943  —  —  —  —  3  1
s.  2  —  —  —  —  —  —
zus.  15  159  176  400  70  68  34  2
a.  3  412  33118  12  93  —  —
586  061.  b.  175  59  58  201  4  —
41.  Oberfranken  18  920  641  .  3  158  4  —  8  2  13  1
C.  331  398  d.  3  ris  —  —  1  5  —
.  e.  —  ——  —  —  —  —
zus.  12041  287  1277  73  297  22  1
a.  6900  21191  4  79  —  —
787  181  b.  2080  288  121  85  96  5  —
42.  Mittelfranken  25  494  1080  e.  4259  5  —  1  1  26  1
C.  430  464  d.  4612  —  —  —  1  8  —
zus.  17801  314  312  40  177  84  1
a.  3804  29  92  1  88  1  1
682  588  b.  14861538  45  5  69  8  8
48.  Unterfranken  20  287  530  e.  3  538  3  —  1  —  27  8
C.  357  897  d.  4  150  —  —  —  —  4  —
e.  —  ——  ——  —
zuf.  12962  186  137  7  107  40  7
a.  7867  49  1277  6  54  —  3
689  416  b.  1940908  80  935  62  5  —
44.  Schwaben  24  456  697  e.  4  060  22  1  9  —  89  1
C.  891  282  d.  5  058  —  —  —  —  7  —
o.  —-  —  —  —  —  —
zus.  18  936  464258  44  116  51  4
        <pb n="261" />
        Preußen.  Bayern.  (Regierungsbezirke.)

19“

1  bis  15  Jahren,  c.

von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)

In  Spalte  11  und  24

«  sind  einbegriffen
Tuberkulose  2
3  z*  2  6  I
2  5  s  7  z  «
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12  20  17395%%  4  —  S5lllNI,BNCC
1051  %  25%  25666  38  „52|  si  3  ——
2244  129  T09  1L
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14607422L.□□U
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s341%y  BEE  1  641½¼
2  335  149241  192198  6  „  Ls  3
20/336642  issen  88  65——.
——2—-———  —  52  —□
3182  Ses  708  2622  8978  646%  1SSS□
78  6  3976746881  —  12050%  —  44  2  10
2822  43356316991  EIEIIEIEBIB—-ELEEEEHE
EIEIEMXEIEEEIEIEEIEILE—äâ—Z—
191414.  16541  29  1  1|L
168869874%%53200%□
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  2  130  41  826
116116  6  0  J229%  2
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16446%29  48610%  6f08  30  540L
3521  06  425  —  4  f  0
116  4644¼¾  44  J1  444444„
1180  28  11  „:  226—  —  87  69819+J□J[BJ□JJN□
2078  218  5  27139218
15681083  666  C.GS  104  3318  s22
1377172%  212771111½%  □
256418  ———d————————
1598  61½87  98  21  K  „  sel  —  882
280191  tt——.——
2221  161/1926  144036ö777  41%  %  5751  1271411242  1164140
2137|82  6G91686  11s  3360  .8□□
156  110072  —  2—  —  2  HHu1
182F  99  137  1i191/1/396%  A2  270|  ¼%
280  2728924105  ——i........
—1  —  —1727  1  U  —  —  ———□N
1880  278  530  1280/198  3
s87  28  109  652415—  —  11  1  11  4
19  97  1102548Ö%  6  W  O  „%
1286  2  C  T  86|  120  3365  1001—□
227  18254  29050  40  15
1743  210  670  %  SO  5885317131384251  26  4400  556—1
60
        <pb n="262" />
        4
20  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
2  E
Staaten  Einwohnerzahl!  Lebend.  TodtGestorbene  l-  4
—  S
bezw.  am  2.  XII.  l.  S  SFs
6  Geborene  aussch  E  z  5  *
Gebietstheile  1825  Tobtgebornee  2#
.  -x  #  Ees  *  .
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3s8s  8  E  S5
1  2  8  5  6  7  8  9  10  n
Sachsen.
a.  3146  21  28  1  8  —  1
385  080  b.  920  242  17  32  2  4  2
45.  Bautzzen  12  616  496  c.  1921  9  —  —  —  11  2
0.  223336  d-l  2  6041—  3—
zus.  8  591  267  45  33  5  18  5
a.  9  475  55  91  4  31  —  —
1  067  757  b.  2  825  631  69  101  66  6  —
46.  Dressssen  38745  1503  e.  5729  4  —  7  —  85  3
C.  645  377  d.  4971  —  —  —  —  8  —
zus.  23  000  6900  160  112  97  44  3
a.  9728  48  85  7  37  —  —
945  179  b.  8025  721  22  226  61  15  —
47.  Leipzig  34747  1247  14711  s  —  6—  50  —
C.  558  510  d.  4  163  —  —  —  —  7  —
zus.  21  62775  5723999872  —
a.  20  249  67  107  6  95  —  —
1  389  672  b.  4725  827  78  107213  18  .5
48.  gwichau  ....  ...  ..  .  ..  60  062/20611.  66517  3  —  1  654  3
C.  789  535  d  6  098  1  –  —  —  6  —
zus.  37524  898  185  14  78  8
Wurttemberg.
2  5  578  59  111  6  30  2  —
697  378  b  1644  387  50  29  49  8  —
49.  Neckarkrees.  22  812  862  F"  9  767  7  —  1  1  24  8
C.  399  963  4  9  718  —  1  —  —  5  1
zus.  14702  453  162  36  80  39  4
a.  49586  68  99  938.—  —
488  431  b.  1  623  478  60  71  44  5  —
50.  Schwarzwaldkreis  17755  639  c.  2  668  5.——  —  134  —
C.  268975  d.  3122  1  2  —  —  8  —
zus.  12  366  547  1  1  80  83  47  –
a.  3225  36  91  8  83  —  —
398  887  b.  1  089  272  88  43  44  5  —
51.  Jagstkreis  18  308  453  e.  2080  71—  3  —28  —
C.  214  151  d.  2648  1  —  —  —  6  —
zuf.  894216  129  64  77  39  —
a.  5046  46  91  4  16  —  —
496  460  b.  1341  407  50  36  84  6  —
52,  Donaulkreis  .........  172009  e.  2  672  8  —  8  1  51  —
C.  280  726  d.  8448  —  —  —  —  7  —
zus.  12  502  46141  431  —
Baden.
a.  1  818  11  28  2  5  —  —
285  459  b.  669  188  7  24  17  1  —
53.  Konstanz  ...........  8634  219  e.  1683  71—  1  —  13  —
C.  1565  554  d  2106  —  —  —  —  11  —
auf.  6276156  35  271  22  25  —
        <pb n="263" />
        1  bis  15  Jahren,  c.

Sachsen.  Württemberg.  Baden.  (Regierungsbezirke.)

von  15  bis  60  Jahrrn,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)

21*

In  Spalte  11  und  24
sind  einbegriffen

Tuberkulose  3.
:  8  e
S  E  1  4  —  .
—  r  2  #  S  "  4
—  zG  58  S  2  8*  8  *  il
S.  ——n———  8  S  *  "  S  2
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—  r  S  ZIEH—LIIEEIIIEIEIIEAEE
IIEIELEEIIEIIIIEIIIEIIIEIIIEELIä8IMQéE
12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  B  24  25  26
8  4865  72%NBêAUOEDDH
40  46%  988  110.  —  32  1  22  5141221
53  28644411%188444616993JI1-’-77½¼425
  1721  —  1140  27  18  859  5
668s  68895|  2320  12  |2
39  56  30iS  AL.
1593121NN  —  A4AHlilD  1
20602  782433283188  I  51  1  1991%  !
307  1024%  68  51—1542  8  -F
2  567  270992  84%  04FL
512%  6  %
119  185220  1811181—  1  94
15#4  .J13527
225  1819899  7  4566—  132783  5313711
1989  36887i110019%3  4  —
5116  203%%—2U  B„ONAZ
21368  2912|11143SS12
2166922823%  SSö—  .08  22
222%  5290|4118  518—  25355  582i  O0-N
2652  306066  12291273
305218820028  E  S3  —  8  6427□□———
131  168144142  44090  QSSS„S  ST.FJÜ
1  1190  104%%1%%  4524  —J1  3
12212289299  80  236|0  30  1—
1401/54¼  %
162  %  1|868-  5%139  11—
11149144881öSSqNJ
72  418811  EO  5s53  1125  U-J□q□J-äZ
88  624852  125122%
57  111791181552479JN8  3  S
5  llüll#ôG  i  2  682  ———1
72  44%%0%%  s88  2  —  —  877  %6
6055442400ö  21/138  ¼44K-5  3½½%
150  7191151  119  8690|
81211151686008  ½.!½E
8  1688|02  8086  é"—  11075——  8—389  7
72  105680  10464254  31112121
76  422  L3  42SG6  977  121—-——□—5|
115  151  200  24  266  —  1184%
1.  232424
6  329  218  654%  48  —  5—  4½%
4%  1  1  L□E□D□.
5221080  4  ½  FEäll  68—
68  1138  2056  21  6|10111111
640  1  268  4  26  G6  UA
        <pb n="264" />
        22*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von

"□—Y
Staaten  Einwohnerzahl!  Lebend-  TodtGestorbene  #  r“
.  m2.Xll.  .  233—
bezw  Geborene  ausschl  —  *
Gebietstheile  1895  Todtgeborene  2  y  e
S.  .
——  S  2
*i'-§81  O
3  6  8.  63  S
1  2  3  4  5  6  7  9  10  1
a.  2  811  18  64  —  20  —  —
480  664  b.  1040  156  24  7  49  2  —
54.  Freiburg  ...........  14  001  378  e.  2744  5  —  1  8  22  4
C.  283  447  d.  3210  —  —  —  —  8  2
zuf.  980517088888  72752  6
a.  3849  21  28  —  88  1  —
472  061  b.  1179  150  17  8  78  11  1
55.  Karlsruhe  16  126  447  e.  2849  2  —  —  2  86  —
C.  284  575  d.  2451  1  1  —  —  4  —
zus.  10  326  1744  111862
a.  4844  16  29  2  62  —  1
487  280  b.  1295  158  10  16  108  4  —
56.  Mannhem..  1799124  c.  2  803  2  —  1  —  45  —
C.  283  061  d.  2  6662  —  1  —  —  9  —
zus.  11104  176  40  19  165  58  1
Hessen.
a.  2813  22  40  2  49  —  —
444  562  b.  1210  174  86  9  127  1  —
57.  Starkenburtg  15  022  591  e.  2609  5  —  8  1  28  —
C.  262  584  -  d.  2284  —  —  —  —  1  —
zuf.  8911620  76  14  1772  380  —
a.  814  18  19  2  2  —  —
271  524  b.  658  178  15  27  18  1  —
58.  Oberhessen  .....  ..  ...  77768289  c.  150  81  1
C.  160  008  d.  1662  —  —  —  —  1  —
zus.  4693.191  34  37  20  12  1
a.  20438  14  29  1  80  —  —
322  934  b.  1074  80  27  14  120  2  —
59.  Rheinhessen  10  123  425  e.  177"  N  41  —
C.  197  698  d.  1716  1  —  —  —  1  —
zus.  6607  295  56  19.200  19  —
Sachs.-Coburg-Gotha.
a.  360  4  9—  11  —  —
62  498  b.  179  21  8  —  18  4  1
60.  Coburg.............  1964  70  c.  877  —  —  —  —  2  —
C.  35651  d.  829  —  —  —  —  —  —
zus.  1245  25  11—  29  6  1
a.  971  14  7  —  7  1  —
154  105  b.  441  60  5  11  8  8  2
61.  Gotha..............  5054  1272  e.674  1  UH  B  1
C.  86394  d.  928  —  —  —  —  —  —
⁊  zus.  3  14  75  12  11  15  7  3
Elsaß-Lothringen.
a.  4201  86  135  8  108  1  1
688  624  b.  1.830  327  50  17  195  16  —
62.  Unter-Elsaß.........  19  5187  c.  331  —4  1
C.  377  586  d.  4258  2—  —  6  8
zusf.  13  6371  421  185  25  308  117  5
        <pb n="265" />
        28*

Baden.  Hessen.  Sachs.-Coburg-Gotha.  Elsaß-Lothringen.  (Größere  Verwaltungsbezirke.)

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)

In  Spalte  11  und  24
sind  einbegriffen

Tuberkulose  #
B  -*sr  S
12  .  E—.—  *  1E  ————–.l1  *  7

rHzt
—  3  ES.  8B  35  i-  »  »-  o  S
S  5  "r(t  8  S  8  2  2#  r3  7E"Z2  “##
t  *½  "  20EEHEENG
*  2  SSBSéZ  "EZ"E  3  z8

12  13  1  13  16  1118  19  20  21  3#3  4  32  26
26  8  659  6802  1020  —  —  505  —  9  m122————
11889946  198  1  —  41  —  3806  35111
95591  20  207  1444%  31i0  S□1--D-’w
132  31268  320  21  310  961  815  29  120  11————  1
1227  4446900  938  1140S2  OS  10  |05  %L.
16  579  298134t8.  2  499  —  9  1510—  —  22
88  6  50.25699  —  ALESB
1100%  111%S  mN—/-□□q
167  4145  267  19  178  —  697  1721  929  1————
1  421  40389  9561479  3023GSO  T4  5——————
39  3  805  2IL  IL□-N
1122  7  —  56  —  10  2  4—
11168  1380  "  3  2422  —  —.  6%
160  8175  818  28  202  808  28  22  918  ——–——
1  427  21139  105820105  4è  SO  4———1—
42  7622  240  SFS  —  ——  287  —  2—  7097%
68  1011  58  4  287
948116  140  101  9  3o44  178  —  —  58  92  7601001-2„
101  18892  240  25  213  —  690  20  22  689  13————
115903111852  746900  32443
9  25  89  80  13  ——1  —  90  —  —  —  178  222————
4%%3êé%„O  b6  1  4
529  58  99  65  14  1442  115  —  —  88  57  465  7———1—11|
55  1215  152  10  110  —  828  1210  387“  10-637
  1744  332  179  14  12  227  90  628  611688  11770  510—.
2888  230%1111%%  2  —8582
81  1281  s56  14444%3SZ205  6  J□äJJJ□J□
666  SöSS/„  L  3—  ..KASsS  □□□□
99  1116  169  19  152  —  482  1920  508  14——————
875250816  600  692  2088  482  137  931579  692  ———
6  —  8  17  461  ——  2  67  —  8  —  166  21——-—
291110  1HH,  „  „  383  52  4—1—
134  1016  9  12  2  2  18  —  —  727  188  5.“——
24  114  19  4  13  —  138  1  8  111  1———————
187  15  65  71  2  3  33  67  138  1444%  4  31E–
16  8  41  266258  ——  —  14—  4—  43120————————
26  16  51  24  45  1  —  —  —  10  2  171  6  —  2—
218  15  46  39  14  5  34  —  —  1044  240  4———1——
.  26  8  53  51  20  81  —  884  481  319  6——————————
281  37  191  1400  337  5  6  65143  28  771161336————3–
13  29  48  34817880  —  1114  —  6  —  900  115———1—  1|16
162  100  54  275744H  —  —  68  —  855  28—————H5  1
1  099  78  187  299  11  685.  208  —  —  182  69  1088  18+J1L2  6
228  20  244  902  25  275  1  186  44%1912191913—3–
1502  236  533  1824  1998  36  z  2  4894  JNS  1A-J
        <pb n="266" />
        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
Staaten  Einwohnerzahll  Lebend-  Todt.Gestorbene  r“
E
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  2  S.
»  «  Geborene  S  bm
Gebietstheile  1895  Todtgeborene  "n“  #  Sr
2i.  z  3  —
Z’#
"s  2  5  2S255
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11
a.  3  426  711002  2  23  2  —
477  477  b.  134  232  66  16  25  34  —
63.  Ober-Elsaß  ......  ...  15  284646  e.  2728  2%0  —  1  —  69  —
C.  282  889  d.  3  052  1  —  —  —  8  —
zus.  10  550  306  168  19  48  108  —
a.  2868  19  81  1  17  —  —
524  885  b.  1  168  89  47  5  51  22  1
64.  Lothringen  14664  433  e.  2746  4  —  —  —  105  1
C.  822262  d.  3  937  —  —  —  —  4  1
zus.  10714  11228  6  68  131  3
C.  Ju  den  kleineren  Verwaltungsbezirken
4  1  Tulunn  1.  2  3  4  —  s
S*  ·  -  5  r
2  Verwalt.-Bez.  Einw.  geb.  T.=  Gestorbene  Diph-Keuch-  Schar-  Tuberkulose  der
#  "l  -  .  8
*  —  Zabiy  %  (ausschl.  Todtgeb.)  herie  hustenlach  Maserns  Typhu  Lungen
5  Be#  eborene  —  ,
Med.-Bezirk  rc.)  1885  Sa.  a.  b.  ece.  d.  So.]  b.  Sa.  a.Sa.]  b.  Sa.]  b.  Sa.  b.  c.  Sa.  a.])  b..  d.
Preußen.  1
R.-B.  Königsberg
  (20).  6
1/  Memelm  588092110  8|1630  675/262  299  39916  499  10  2  3  3114  1  7103  1  38318
2  Fischhausen  533502144  258  307110/61  260,  38  571  660—Ai2  4513
3Königsberg  1727960  5261  171  4526  1559  676  1282/10098  77  16  O0  951  4  21217  111322  10/  34  259/19
4  Königsberg  56830  2328  8311409  589273  213  33011181931  43713  66—  6  45|15
5  Laben  524372252  89372  508  238  275  350  99  48  8  611  616  4987  —  75624
6Wehlan  482341783S3571273|  415|18627y9  3939  671  5INTNTG  41s1  553  —  35921
7|  Gerdann  352861314  39737  263  96  146  2313622  10]  1  1L15  2  4„  é6D
8  Rastenburg  ..  .  .  ..  .  44873|1710  78|10553  363  191  224  2771  57  3831  42221  5  2132  231  916  73  115  4
9  Friedland  426161500  4076  343  154  184  285)  69  47  71441  2  1  11101  9  4  I  7
10  Preuß.  Eylau  52858  1811  58  1043  365  155  207  315|53/  41  23  151  1  L½  41112  8  L  29/21
11  Heiligenbeil.  45401165949  382  137  163UGONJ2¼  „.  3217
12  Braunsberg  53510  2048  58236  467211  215  343107  7430  211—  1  6113  4  68  —  3  4124
13  Heilsberrggge  535871873  41113736200|  213  363  80  60211810  1l16  5%S  47|28
14  Rössele  506420  2028  501132  383231  205  3131100763636  32  11|  6  8  1  4  3914
15  Allensten  81797|  8436  112  1712,  619  305  379  4021170  88  67/525.  324  17119  6  10  130|  2  88930
16  Ortelsbutg  735643508  12611745  748  377  2844335572  45|10713.  121  1616/|/6  10  18.  —3  13
17  Neidenburg  .  .  .  .  .  .  .  5794112600  1011555  572  434  260  288144  114  38  311  17O  5924  6  1F  ê
18,Osterode  i.  Ostpr.  72961/3152  102  1668  660  343  315  3491144  1071  76  491  N  1138  6  29  82  1
19  Mohrunggen  55007220592  458  254  217  317172  131  29  191  4  6  19
20  Preuß.  Holland  41846|151942  339  127  167  255  50  41123  161  3  L  I  63  12  43|17
R.-B.  Gumbinnen
  (16).  1  |D
21  Fpodeteig  ........  I425541831721371569242TZUHZIIIM672920  605372103  H7—4476
22iedekung..»....  558402474711535664260s  277j  331123673320  453  3754411118910724
23Tilsit............  7518927711022016814  302  408  49137  53  3129.65.5I  51139  4
24  Ragnit  550772203380|1293  482  195  245  369|  81  42|  29|  191  41  34  75|#1  782  +  3|  478#
        <pb n="267" />
        Elsaß-Lothringen.  (Größere  Berwaltungsbezirke.)  Preußen.  (Kreise.)

—.——  Jz-  ———“-——.......l.l——————.........—————  -P□PP--———.□—.——

1  bis  15  Jahren,  c.

von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)

In  Spalte  11  und  24
sind  einbegriffen

Tuberkulose  2
5  55
S  -  "  3  —“  S
3ZS#ss  7  2  -i-  28  «
ZZA  GDYDDU  8  r  S  m„  2  22
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HEEIIEIEEEIIIIEIIELIEIEIIIEELI*EE
—  S|  2  S.  —EEEZSEEZIZ
&amp;amp;SZESE  ZE  BSEES/SE/E/|
12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24  25  26
15  28  8824611470  —  —  1  4911—  7—866——  6
1114%  6½%  A  6  —  —  60  —  318  211
4%  0%  131  I30  312  20
16ö7842  3  2  1944—  865  18  1056  □-1267
  219  422  1099  1646  31  30  497  865  234  61  3073  J
10  —5777  —  10—%K
101  5886  168s81600  ——  65  —  50——2U—
849  4928  207  102%  1556  170  50%00  12
94  8  158  550  171  —  1731  66  12  4
10358  132  469  1125  1115  29  33  333  577  1731  295  62  3222  S;□□S—--N3
Kreisen,  Bezirksämtern,  Medizinalbezirken  u.  s.  w.).
3  7  8  10  11  12  13  145  16  17  1“  19
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  "  ss#  6„  —N  -“  2“
anderer  Lungenentzündung  liche  Krankheiten  der  und  58  28  *  3  z8  v“d  9  ss  72
Organe  Athmungs-Organe  Dormkatarrh  s3EEEENESZE
——  Sa#  b  Sabdea##  E/Sa  -SSS  %
*  1  .  *1
2  —  1.  1II2  34  22  38  288  6  2  172924  217  2.%
5—  1  4  4  S  9  8  30  3722%  1899  33411130199149140  831100  70|2
6426  6  1216  2E0%32
—  —  —70  15  17  22  16  0  1214  18  36  286  244  411  11  7  19112  71  551150  40  24)  3551  411  4
1  1  6|13  1%  é,8T3
3  —  —  13  6  12  31140  22  8186)  6569118428  101  855  45  6
1  —  —  126  3  4  11  8  232019  75  57  14%  S  S  3231  4517
1—  —  68  8112  29  19  522  2  9  21  2004  1110“  31  3661  391  8
1  13  3  82418  76  8  11|19  38  104  00  114#½
1  —  150  9  8  120  23  62  5  4  23  309%  113
2—  284  7  1%6  71%  1OS  111%  %3SÖE„  „SI
3  1  2164  12  1412117/85  16  11½7  81  186  155  2½½%
2  —  —  264  7  5.29  2376  §8  14  2½  S  OOBI  q.„
—  —  —  66  5|  7  26·  2865|  5  7  30,  291911086  2114511/3y
5  2  2s163  29  27  56151/106  23  13  22  4210|162  %½
—  —  —82  8|11  1123330  5  36C100  55  22  SiO  B  57  72125  5  147  860  16
2  1  —  I65  10  11  26  188  5  3  121  501  21181  18  12  51  84141127  4]  2421219117
—  686  10  11  32  167  10  8  23  2241/87  LISCNS  O316
1.—  ——45  4  5  13  2367  5|12  30  206531431347116  35|167/226466  43|19
*  —  12  40  1015  13%  -„8  8  13  %  72  L  BE„„EELGSOT
"/  #  .
2  —  3  3|30  567  1725  29  1010|15411%%y
1  —  &amp;amp;910  28/21½½81  21  12  26  22331293  3
1  —  —  168  5  5  41  17|1141.  2131  32  30313/279  3—11888  2214%
NM%  NSO3  157  26  3  195/164  3022¼8|  6930
Mediz.-stat.  Mitthell.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  d
        <pb n="268" />
        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

nl  1  —*  im  21
*  —
Verwal,  Ves.  *  Leb.  Gestorbene  Diph-  Keuch-MSchar-  Tuberkulose  der
S  n  .
Z  Bezirksamt,  2  Tll.  Vebonen  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  hustensach  Lungen
HMed.-Bezirk  r.)  1855  Sa.  a.  b.  C.  b.  Sa.  a.  Sa.  b.  Sa.  6  —*
VPillkallen  477411  1837  691153  390  207  215  706  23  61—27  382,
Stallupönen  45644OON,  345166  46|23  15  ss  3  1
Gumbinnen  519047  621023  347  156  200  3  5523  14  74  513  412
Insterbung  2673  7011670  565282  345  89  40  29  133  3108432.
Darkehmen  1315511N|  255/  108  129  6  3025|14  45—  3|  3210
Angerbunrg  1323)  41/  321  178  156  3  6338  25  16  13251
Goldapo  1682  61|1056  345|252  181  72  64  36  64  3  552
Oletzto  1589  79  **l  342  207  208  26  1531|13  13  —  529
Lock  2346,  99/1406  537  279  286  33171  42  46  18
Lözen  1742  91|1237  448  338.  202  5250  32  19  2  388  "„
Sensburg  2250  66/1339  546,  503  216  2  8227,  18  37  —  —  3803
Johannisburg  2413  41  233  8286  56  65—  —  51/¼
K.-B.  Danzig  (12).  1  1
„Elbing  123352|112  472  164  268  10|12  10  2  4—8  II
Elbinng  1619  6970  473  175  136  49  4  43  "5  441
Marienburg  i.  Wpr.  2519  9|1  4  18533  10116%%  7S!
Danzig  4102  1693202  1200  1338  841  36|32/20  5/1026  825  19485
Danzig  *  Nied.  1625  4:  146  127  18  20|0  52  1  531  2
Danzier  Höhe#  1970|  57  1100  616,  186,  155  «  443426  z25359134qjg
Dirichqu.........  17024um30  499,211  181  5133.27  1  9702  9  46|8
Preuß.  Stargard  2477  636  642  352  222  11073  56  2,  739  1  7  fll
Berent.  2053|85|12  42  344  220  185|  24  —  71  83  —  4
Karthaus  2897  92156642  465  15184.43  1569—  UIUE
Neustadt  i.  Westpr.  1862  441056  396  177242  462  44  3  56  4  1K
Putziig  ç  893  33  29  139158  97  19/25,  19  110—  1
R.-B.  Marien-  6  1
werder  (15).  s  ;
tuhm......·...  1671511tp50453186152«;:  -1056-723:-T-22
Marienwerder  2780  999  S66  —  54
Rolenber  i.  Wstpr.  194  8810981462  176196  26  4465  —  34418
Löbau  2484/104/1356  545  280  245  1982  5  5228
Strasturg  .  Bestpr.  2650/115/1124  627  298  231  7  652  312s8
Briesen  1976981002  484  160  177  1067)  2  5  5  7
Thonn  41972,  390  426  81|  7  3  11316
Kulm.  2133/8  562  185  210  7  93  8.6|  5821
Graudenz  3019/11311717  761  316  355  17/111.  9  8220
Schwe...  262/114  2064  954  40542  MEIELIIN
Tuchll  1282  395  212  119  107  41  r  2  2412
Konkoa  2262  11  493  393  259  66.  —  8  811!
Schlochau  2621  8311243  410  249  260  15  1  3  4821
Flatow..  2614  1141272  480  215269  11  —7  78n
Deutsch  Kerone  ..  ..  2424  841259  421  294  237  76  1  56561
R.-B.  Potsdam  E
i8).
Prenzlaun.  2170  641426  617231  272  :  5  1  14  28  105  2  388313
Templln  1639  5422  348  110,  166  22  1812  11  4  62  1|  16
Angermünde  227/,691  177|  611  181  314  2400O0  4  108—  .
Dberbaknim......  2973/114  2103  856  243  481  5  8  16  141  115  3  121/7
iederbernim  .....  æ92338A3,24zm0.-2«708461432  :10.:z221958  520  27  *
harlottenbung  13237/14141  1172286  936  348  617;  42  13  172  z  7/152  8
Teltow...  35881  712305  386933  84451170  1361  24  70  46%S  507  22  94
Beeskow.  Storkow  43661462|544  353  251  1  1  J3871  5725
Jüterbog-Luckenwm.  69181]  2052  1181407  447/  188  336  55110  781  5  140  4
Sauch--Belzig  78924329  445  1  1282  8
Potõdam  ......  584559  97  289  76  4  4  143  2  13108
»Spandau  .  ..  .....  55841/62  SS12  644  210  269  2068  7  8  S8  411887
Osthavelland  71499•  2680  10/1225  857,  247  268  320  1646  37v  .  j-97!2F66;22
Ismudeuhnkgqh42691375497t-«4s131ggsk-  32  2  1032  1
Westhavelland.  6187/  20366  567  169  287  330  1119°  151  3  3  181  6211
RNuppinn.  7742¾/2458/102/176/783  2281335  5:  3/26  20  7  11  416  26
Ostprignit  68118  51/28  258  6  971  I-Westpriggnig...
  75646|  2302/105|158472  168  330,  öl:  3428  231  0  5  2  Sl107—1|!
        <pb n="269" />
        Preußen.  (Kreise.)

7  8  9o  10  112  13  115  18117u8  1  18  *
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  «  .-.-·E  ,EE"»52»YEZ2-»
anderer  Lungenentzündung  liche  Krönzheiten  der  Magen=  und  38  *  Neu  EEzZZ  #
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrh  282  bildungen  z  HE  —  2
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—  —-45338  2310  ar  916  22  20  122  s82  451  —  10  20  19  10]  5891148  24  ,
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3—111269  15¼15  2/  11825  27  265115|1993|157/85659  6889
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2—  —  1  50  15  18  988  21  25%  6  58342!  %
2  —  265411  2/1922  281486“½%
4—  7.  25154456  46%½%%  0  551  8H1  86  21
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1—11N1N  1633  1½  3861818|10  433
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3—12f  10  1  22  30  8  208811q  6  338124962
2——248%  271  37  25169  4  39713968
51—–4  31  11  BI411974145528%  476  191685
—  –—  2112  3006
3—44  3962  4112
7—12  .4  451  51  4  20
375|161  189  61  3  iIS  SS6Ö9/255  288  66G|3  C
9—44  33294  5241|11  482  O  61
4317|1915  17  141311967/8958110S  1096  14541
2  1—1  2112341127  44
6  215  ê53218118H80  217|1  44
1——1  14443
10  12  10581|1922  621111  336]  15|75
6—  4  27  412%  BSCCê0%
66114  31875|1420|102¼2SOSO8
6  2338112|18114  4959C  1178
7——7  39454861917S0
111116  31  68  58|28  30912132923  55  430
3——565  2738562242880|
7  1  1  5  211  21  61  39118201  641228251  251  576  83182
        <pb n="270" />
        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

*  1  11  in  2  3  5  —
9Nerwalt.  Bez.  Einw.  Leb..  T.  Gestorbene  Diph-  Keuch.Schar-  Tuberkulose  der
—  (Kreis,  Sobt  v.U!  -  Masern  Typhus
2.  Bezirksamt,  2  lll.  Geborene  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  Lungen
Med.-Bezirk  2c.)  1895  Sa.  a.  b.  c.  a4.  IESa  b.Sa.  a.  Sa.]  b.  Sa.  L.  Sa.  b.  c.  Sa.  #u.  b.  WC.  4.
R.-B.  Mntfort  —  3  1
8  Konigsberg  i.  Neum.  99199  3352  2109  860  297  380  568  11118  3¼  410151  110  11525
Soldn  48753745  1054  448  167  162  281  143  JN3J
85/  Arnswalde  4561%  11|1  311%  T2  4
86  Friedeberg  i.  Neum  579742031  1375  554  242  220  359  41  40  12  81125  6102  566630
87/Landsberg  304831095  741  3101  93/202  135  96—  6T14
88|Landsberg  63356|2281  1367  601/2191222  325  7  7#8  910  5  5207  2  77
89  Lebos.  91101|8157  227½  940/322  397  616  1917/3.  11/6|—  H49  5/13|10180
90/  Frankfurt  a.  O.  59161|  1809  1354  523  185  340  305  71I951  1212022
91|  Weststernberg  45562  1691  88  1035  448  135  163  287  2  21  7  46  566  5  44215
92|Oststernberg  51158|1852  63/1099  463|130  227  279  6  4½  MNNII  3551“
93  Zällichau.Schwiebus  4919|1489  60/1004  374,105  212  312  1J1  18  G  H  1
ossen  60779203195|1312  446/210  269  387  15  14  1½UOS4
Guben  .  .  .  .  .  .  ...  31182  1066  4  —  ——  —4  63—  1|  56  6
96  Guuben  432891558  71109352  122  189271  99  2  122582  35523
Lübben  34102  1087  716  242  70  181223  111  5|11  „  79  15523
98Luckan  65711|2142  10|15221/229  3381436  8  6  356  1  ¼  3
99  Kalau  .......  ..  ..  66795|2474  1546  570  323/3181334  292536  1/1  529179623
100  Kottbus  380431152  710|283/106  227  123  99  —  1  11  3  1
101IKottbus  53499  1813  1145  428  150  279  277  IEIIEIEIEIEIIXI
10  Sorau  ...  ..  ..  .  ...  1110743577  2a24  768  310  673  577  109  71  111192  52713  623320
103  Spremberg  26740972  350  205  89  127.129  9  713  10  39  X
R.-B.  Stettin
(13).  .
10  Demmin  ...  .  .  .  .  ..  47588  1659  975390/143  184  268  22  1  1  2  3694  5  2  8
105  Antflam  ..  ..  .  .  .  ...  31706  1142  833  279  197  1501207  57  552  55  J  N3
106  Usedom-Wollin.  51404  1815  1220  507144  267  301  1  1188I]  444  16167  5
107  Ueckermündd  52680|2112  1291568/192  243/288  50  5  1nd  1.  1—  5921
108  Randow  ....  .  .  ...  118208|5167  3477/1729637  568  541  63  52272338191821912|23|166
109%  Stettnn  14072447  6ö759
110  Freifenhagen  50528178161182|473201  207  300  5  4145  00  T  7122
111  Pir  436321583  512  41  5½  4062  44
112  Saazig  7017024098¼  12  337  6/  6/  20  183  21
1134  Naugarnd.  54261865112  319  10  9921120  30|  10  L1  7921
114|  Kammin....  434501553  9281  188  189256  3  31—188
115|Greifenberg  35435|1286  679  276  89  140  174  3  1111  1LC"L  Gc
116|  Regenwalde  45426  1641  8u7  337  167  174  219  a6  311  11352  1  6|58|7
117  Schivelbein  19194  61  427  149  90  7|111½2  20215  „  4  “1  2¼
118  Dramburg  855701256  668200|  99  13485133
119|Neustettn  7582959  0  281  3851%%  1  122
120  Belgarrd  462601742  51]  845  292  134  181  238  8  2  4„„12
121  Kolberg-Körlin  545612002|  432432  66  141  9115  1528  17  55103  —  9  7816
122  Köslin  46448155|%%  31634  458
129  Bublitz  ..  ..  .  .  .  ...  20848  856  1402  147  72  75  107  15  18  20  15NHN
124  Schlaee  7318512584  951449  517  211  321  400  43  40  49  27)  1  11153  1214  112101  1  5  3/12
125/Rummelsburnrg  3367|135266650  282  141  125  15095/77/1  812  11  1  11145357  —  428  5
126  Stohb.  99922  364  5  1266G4461  SRS  èLC  -  14  111
127|  Lauenburg  i.  Pomm.  4427453555/  95  276  168212  2377  NLLL„B  87  —  10  60|17
128  Butom.....  ..  ...  246461041  24  472  180  75  105  11217  AULUNNN"4  2*
R.-B.  Ealind  1  -
5).
12  Nagen.  7.  .......  46728158461101:;«391;133E20628339213521321t«  6458127  34#
180%  Stralsund  30097/  879  20|/6/  222  78|160  17111JLJ  ¼NCN
131  Franzburtg  4104109%  531  357  121  164|  27|91  %  33N  „„  1  S4
132  Greifswald“l  61278/21346N393  513  204  821  355635|16  1312  119  8/8  2  5|122  3  4
13  Grimmen  35261379  43  339/142  155/21/81  *7  81  „I1  J  5  1  73  311  527
R.-B.  Posen  (28).  r*m.
13  wreschen  336561459  42  640  262  112  122  14  J21  12  3#65  14611  65/6  8010
135  Jarotschn  4685  5/219  57/  S  344  186  174  194155  4  39  26140  357  3  1  6  4  64  2  5  1
        <pb n="271" />
        Preußen.  (Kreise.)

7  8  11  9#  10  u.  2  14  S  N  „
Tuberkulose  Sonstige  entzünd  „r  —  ——  N
anderer  Lungenentzündung  liche  Krankheiten  der  9s  2  und*  —  *  E/SEEEESEZSE
Organe  Uhmunge-Organe  armiotarrh  ,  blungené  55
Sa.  a.  b.co.a.  aC  d.  Sa0.l.  u.  Sala.  ZEa.  c.  1.  R  6  —
51122)55  28  2122  4BE  30  S5TB  N  S  23  8024737  29754
1|—L56511SL  SS  LGLGLLS  L0,S  NN  S„  N/122|  4I1G  6  383/  49  8L
1—  —111293  4814  33  86  99115  78  58  2111  8  6  212411211  91  71  28511021  85
1—121  7217  2017  181  61  9112117231  133  104  28  11  81  O  3211511211111  5681  46  86
8  5388|16  87  48114  6116  121  125  120  28.22  16  6128158  69|2778I187
3—  2|S8  23  28  183  éTNTTN  TTNC  7C32QDZLQO0  341170121  71  6021  621  88
4—  —  4|10380  24222711823  2127  461  372  814563  5811871  311271  7721  62)  89
121  5  H5T7|I11  18  15  18112644  81  15  6C  315SSB  S  .„à44à.  69  B  12281  3831  831  90
2  1—  1  491  14%  37  10  4  81151  881  72  14  51  123%
4  ——41361  8,  81111  4%  891  70  19  21  51  2112  91  371153  9  5251  191  92
7—  —V722  35  9151  y  6  2¼  3O0  16  241146117  111  101
—  ——  —1426  3118  15  TT„,.4OOE  80  281  21  9S  „  O„O„%SS4C%„G
3——228  8  488  560  6  11180  91  62  5118989921919  10034314  6
2——  —2339  31511é9ê%C%„  19  2701  1
4—  ——  833  5  316  9êOD!  11L  6é  S  3  23  0  6  61  2251  1
7—  —4652  5  f5221910  15  0  7„S  57  1235  30  6  450
6  —  1580yOC  140  37  15T½LE  3B
1——  135910  18  3  40  110  1183%%  4  42
8  —  116149  15  318;  81  62  17  10  2114  1%%S  4  457%„%KC  45  101
I1  —1101109  15  332„  S  S  3114  47  28  18  921265  42  281  7981  38102
4—  414  231  439  4OC  54  45  4—  149  41271  7311831  61  2131  6é
3—  21114510  821L  59  14  7115  231  126  1183  13  21  2139  21  181  384112  13  91  3821
5—2121385  811141  41  9112  81121  129117  11  11  11  23112  111  281  80117  111  2641  39  105
5—  1  4604  10  2  06  51  13  6  20  121  126  10  171  51  JN„TT  421137  835  SCO  16  106
4  —  —4146  1018  14368.L%%%%%%½  4%OCOLCZy
8—16H15996  56  48  24  138  38  2830  42  872  761  10101%S
28  41211|69  29  3°366  862507188|  548710861978  10  5
4  —12137  7  10  1168111161442720“  168  861  11  ê3ê
2  1—  124  4  511%
100  —  4  449
4S  20  1620  38  5  512  %  104  80  28  4  2121112  81  341178  .D.%“G
7—  1  4169  6|156  46  410  90  6  „2  4444
2—  —  2399  91110358BHHH0|  !  5  6T  HOHH  61  29881  6115
4—31  20  712133333J  412  1065  118  41  3118  16226127129910  406

.
————-—19  3  7  41  5117  4  36GS  SSS4„O0  ECG  18L
2——  2332  2  315733649  87121  3681  3  41167  991111133ê
1|—  1%%%  TT6é6OH  191  502383135  0  O|H1119
1—  1  4  12%  6  1  1  36  1812  61  1211361  51  475  1710
10  —  3857|12  191511½  17  13158  4  —Z  8241  81  4883  201121
4  ——4164  8  11L  731  52  211  31  3132  15  171  571104  1  35681  51122
—  —  —  —22  2  4  115  102  U  111  43141  42  11|1  9  4|
6  1  28880  12  6%  42êS  5882  3  4  2?2113  462492339  618  301124
1|—3S  66ê%R  4  3ZDê  18H  S  LCL8
7—  488ü5  5  17  85  28  129  28  22  88  46)  180  4%  4  4ECO  V  L
—  —  4  H  381  5  38117  63]  49  14  81  71  2214  71  6C  11S
3—  1  125  1  [|1499  19  52  48127  189  8  218116  6181241  48  11444
5—  1437J7  4141  S!  11  31  29  14  48S  4„  19  129
7  12  41814  96691210  3  891  84  4  ê  00  S6  45  181  81  2121  4
2—  —  1458  15616  63910111  VUSSiOS  „,¼1„  1
91  3  499124  2218  8571|19122416238S2066  29  41  2167  C  4911019  181  45S
5—22  236  37  7  507  9  1321¼2L1220  119H9  10  3861104  12  8.  R  O
1——  1131  7|10  1000317  2913110]889110  4AA  411  58519111128  28|84
—  ———–58|111  1411  3151|14111  911170  19  5  5  9  8  185106892“2  48
        <pb n="272" />
        P

—  1  1  11  III  2  3  4  5  6
-Verwalt.-Bez.  Ginw.##.  Schar-(Kreis,
  Zahl  r.  Leb.  *r##  (quesal  —7  eb.  *  .  MasernTophas  s’*  der
2  Brzirksomt,  2.  TI  IGeorene  "  geb.  hu  ngen
Med.-Bezirk  ꝛc.)  18  Sa-#a  d.  c.  gaga  b.  .  Ea.  b.  e.  Eo.  1.  b.  e.  .
134chrodndaa  5394%13  S2  1195  486  252  215  2.  JA2z335:  3013  f1112  14  8110
13  Schrm  534112252  6195  503  237  180  v  79  42  1  —73.  1  11  5  6218
33  Posen  73239  2210  81871  563  340  563  K  1100  6  4  414333  2  17118628
Posen,  Ot  56192  2484  69  1310  618  333  214  19  11  26  I  1  Hlos  4  s  80  1
140  Posen,  West  35808  1728  391  308  212  141  I:  11  1368.  3  26.  H872  4  23  8
141|Obornik.  487502130  6  457  2  167  2  23  15540  2  111  3813  7  5321
Samter  58494  2676  235  244  2  2  644  4  4  94  3  2  7118
143  Dirnbaum.  .  .  .  .  2828500  44633  300  33  106  42  3  1  1  130  1  1  208
144  Schwerin  a.  W  22948  834  33811  221  73  s.  3.  31  1  1  12—  31—  —  1912
14  Meseritz.  5071118“2  54440  438  14  1  2  23  15  —  1  4  1  6  5720
148.  Neutomischel  33499  1522  62  355  91  I14  35  Jä11L––  1  3  3219
14Gräb  336501616  64  720  326  123  138  25  15123  113  32  1  68  4  5  4613
14  Bomt  607134  2475  *  1313  551  174  267  37  37  53J5  2  13222  4992
149  Fraustaddbt  28862  974  35  396  219  86  128  26  168  J5  221  57  2  3  3913
150  Schmiegel  3530  2  232  214  115  122  105  71  3—  s4  11  38  15
151  Kosten  12397/1755  44  32  28  185  13  S131  10%1%  7  4-  8310  16.  4710
15  Lissa  394181438  59  291  224  175..  ——————..p  411  2  1  W
153  Kawitsch  498968  65  3  150  225  2  421  15  52  —12  U  2  9##1I
154Gosftynyn  40060  41½  34  225  154  ½  36  1  11  SN  4  11  4912
5Koschmin  3152451  4  259  176  135  3%  1%  602  25  —  41  —  3.  35
15]Krotoscin  44698  1816  502  301  195  167  444  26137  2/1%  146  I  69  —  4  4711#
15Bleschen  3288/1  5  6  281  132  128  36  33  FS6  3912  5  L—-3  40  „
Ostrovor  3476  1513  D18  291  225  150  57  3  181  599  5  4  68  1  6  51|10
Abelnau  ..  ..  ..  ..  335344539  3  822  288  227  143  40  22  %  1/9  5575H  3  20  6
160  Schildberg.  340711712  54  63  4  6  1426  1882  J3  4  229  #V
Kempen  i.  Pos.  ..  347045  31  212  164  29  151  7  462  32  6010
R.-B.  Bromberg  .
1  i  -
..........  1342  116  304  128  133  136  28  9  531  751  5  3116
1558  6  829  369  203  143  16  133  262  3416  3  3  52  2  2  417
2689  91192  656  305  242  287  21  1531  31127  21118  71  i00  3  7  7020
...........  2703,9:-1217561»2102143.  52!34211S2—7——-Gs15:595318
.......  -1374·3.-.si94:«:16,125257  33121———3219s-2Z9;70t7
........  «37331251M1938302329  7512593132229101325F15H90322
.......  2062«s81(m7447173180-  26k15——-3—1731u763755215
......  327612  1553  792  258  264  23;  n  211  32  10  r*e
1732  65  423  175  126  140  426  19  J2  162  4  73512
1945  6/  966  446  145  17g  67!  462  .—  5  1  135  5  511
54159  4  166  298  166  136  29  21  211  1  3  6  1  7  30  7
1957  7  937  378  191  155.  13  27  6  113  364  2  8|  4014
1921  6  1110  438  250  232  92  1233  52  2  6217
1062  41  521  237  §  95  36  27  311——R  2  528  7
5  1396  555  337  152  164  2  15  IIä3  5½?
2031  100  1115  432  184  225  27  36  2  3—–  4106—  5  6932
2500  10  141  744  242  347  40  18  a4li6  411.  2  8  9835
1857  10  1413  581  185  263  38  27  4  6#11  1  6  7236
1679  8fI229  467  182  247  330  32  6  2  2  5  7736
1146  57  192  220  109  165  228  ⅜6  52—  M  3  38  8.
2:83  25  648  1  114  166  18  4  191  4—  1  3
1419  81100  370  146  228  358  24  14  *82  J91  1  5  6025
2242  SM  1465  594  238  264  367  22  13  5  44  1  8.  7927
12  4SMO10  3TLT  1.  21430  16  i  62oSLS
402  13144  26  20  11|  I1  M2  4  151312
2184  74  1643  618  350  320  353  119  1  *W#ilnn—  4  912
2138  9J1161  4  228  349  3  3  23  1  11  3  12  9224
1413  77/1021  369  182  220  248  12  —  2  J113  2  12  ESB
1259  7  :22  312  136  142  191  12  ————
126  4420  312  188  162  19  32  20  —11  1.  18  61|11
1621  41  3  146  26  34  2  6  —  N  S
1  7U  2  SS  21  411  508  1512  3113  3  N  136  U  9108  18
        <pb n="273" />
        Preußen.  (Kreise.)

31“

7  m„  8  9  10  1142  13  14  15  1617  18  19  Ex—
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  3r  —.EEE  EESB
anderer  Lungenentzündung  liche  Krankheiten  der  Magen-  und  8%  Zeu  SEEZ  *  2
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrh  bildunge  EE2
—  —  —  —  —  —  2  -E  S
Sa.  a.  b.  ce.  ISa.  a.  Sa.  a.  b.  c.  d.  S  S  E.  *i  E-2
  —  „  31  4  5  13  385  1391342111
3  3K  16  28  —II  1/  6  8  1161888  82
14  13  1012227  513  3  11  28  8  8  81140336  692  1
1  ——  1814  10  79  13  11  —5  845816300  13|
1  —  —  1  4  33  65  59|15  —  16  113746  11  1321  251140
2  1  159  33  13.  4  10  3812  11514320  212  414
1—  155  3113.7.  7  —  168174
14——  317  1322—  5  1  299710  3229  7|43
3  2  13  1  190  1  4  6  211  121  5668134
1  —  1132  2  31  4514  8313  35158144
—  ———1  16  —  16  35  89462
1——  —%  3586  12  —8  69661325
——  442½¼  86  97178  16  463
1—  1  8  21  4  8  —  2889  44239  51149
1  —  1—310  198  5  1  6511001
2  ——  2.  8  18  1  39  2.  1041096  2
1  11  63  2  7  36/|18  5½?  52125753811
3  11l  3N371  51  412  19  16  —2  9615611
P50  1  24  3  335  1071071111230
1—  —  126  )  31  3  2  18|13  114  868921
1  —  —  161  6  21  1—  10  10  41  63  106110  6
—  ——  3S  17  60  54  „  1  60  114%|  401
—  —  —12562  27  37|11  22  70|087021|1111
——33  81914148  16  4  7990  1444
—  —  196  7  2112  2110  143100  100815120
—  —9  21439  55  13414253|127  5|I11
1—  19|12  464%%  56  3918811  4162
2  —  —  227  6  215  9  83  2  117/154329%  3|
7  1  236  13  52  139  140  2|11  66140
——  44  25  64  69  —9  4987  31½883711
3  .2  12  6r  57  166011  5—  445915
6  1  4  17  58  15823|12  57  1064733|2
—  —  %  20  31  —  58  561212344
22.57|12  20  52  4  1115  413114188  2856  220|19
—  —42V  13  11  3122  2  4  35  498166
—  —  —20  8  37  8/10  5/  2111  75  108  184212
1—  —23  9  —  1  31  6641
1—  —  19  5  3175  711  1114  521  861  171  31  27411011  178
1  —  —  160  29  14  1  13  1  619319  36T7  41174
—  –——½  7  122  2  21  5970  11%
41  1  1215  38  5  6  1001  28  67  10%  1102SHG
1  ——  1I1’  21.  J1  2  1344  255  78142415826“  48|177
2  —  1  168  19  72  12  12  26122  417  70  17140  221  8341  171178
14  181  50  412  1  11  38188116  66631
5  1  44  52  10  3  181  —2  581622218
2  1  128  6  51  67  15|23  115  251271113]358  4s
4—  13|18  4  3  46  119  2  #  10885|13  828S8S30|H82
1  JL  55.  6  6  1726  11  3516519  59  913
3  —  8|7  9  79  913  27  30  11  451561919  T7371!|4
69  921  81/877  838204/180/155656  197|92  14921  10  —  4502918%
5  —8|88  33  13111  1831111  38  97204566  112122
7—  1618725|  28  1900.  151382  50  44  36168391271447,1
8  13  40  13  66  13158434  2  66601|
9  1½2  5  43915  19  1723|18  11  24129  1813  S  71189
2—  1  16  38  331220  —  4  2383611399  71190
5  J  6  10  17  612  154  11#1  37907  61  34331%
10  33463  912  71  12  9  28  27  632  —  6  51141  4%%  51„
16  —  2132  24  13611415|  809  169  1  6  9  107|1196|  2529  93119|199
        <pb n="274" />
        32*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

4  1  u.  III  1  2  3  4  5  6
Verwalt.-Bez.  Einw.=  „r  iob-  .  ·
g  (reis,  Sohl  v.  Leb.-T.“  Grstorben-  dio  Keuch  Scr  MasernTyphus  üheraloe  —
7  Bezirksamt,  2  Kul.  Geborene  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  ungen
Med.-Bezirk  2c.)  1  1895  Sa.  u.  b.  c.  d.  Sa  b.SSa.  a.a.]  b.  Sa.  b.Ea.)  b.Sa.  a.bb.T  .d.
194  Schweidnit  96795/|3737  161|2691  L00  408.  643/630|8¼  7919  v  26311
195  Striegau.  ...  ....  417089  1803  801201  534  213|  2282311  56  52  17  11  51  5—  —18  3  31  8  10  6810
196  Waldenburg  130997|6119  "  2517  524  907  701113  99154  3½11
19/Glatz  61804¼1948  991507  463  20324¼  16  2SH10
1981  Neurode  48952|17101312|3583  33½E
199  Habelschwerdt  59089  1853  74  1445  444  190  368  444  3811  %6LN  —12  i8120
R.-B.  Liegnitz  .  :  i  «
(21)  II  s  q,
200kaubekg.»»».  556231829i901227s4251»8.97036839  11844t—6g2213329  ,
201|  Freistat  5414217181  901131  379  110  296  345%  1  4
202  Sagan  .  .  ...  .  .  .  .  ..  50122  1716  10|1234  365  143,  2804451  66  46¼15|  1  2  *
208  Sprottau.....  ....  37002|1257  835  287  189  2771  17  55133  4
204  Giogau  ...  ..  .  .  .  ..  741732232  94  1752  587  242  4075150  11913|11½  17%¼  310196  2  10  7410
205  Lüben  320431058  765  295  109  14813|39  1  11—3  1Il  411¼N3
200  Bunzlau  616402124  135/1688  641  128  421  49782  6  2  1
207  Goldberg-Hainau0·  1511%%  %
208  Liegnitz  515181719  681259  510,  172  333.2441  2  16  6—13  6  6167  17/25.11114
209Liegntitz  42582  1577  85019  422  138  16928918  7  142  ½422  31
210  Jauer  35000  1188  870  350  124  159/23721  16  111  6  5  —  HNNS  11297
211  Schönn  24171796  657  260,  65  117/215  19,  11——  —„è  2D
212  Bolkenhain  301401011  877  842  122  159/|2541  54
213|  Landeshutt  49150/2086  95|17  300  35839FG  |4  1
214irschberg  72734704  16321790  217  485  516|51  42  3½  331
215L5wenberg  6051  067“  14  //96377162  398  62838  32  21  314  —½  S  38215
210  Sauban  ..  .  .  .  .  .  ..  68818  2465  142023  888  187  356  5942  31  203331113/3  M107  2  2  79821
217/8F  Görlis  70175|2069  103  1615  570  193  474  37|  4  2215
218  Görllzs.  53382  1789  117  1194  480  138  240  3363627/22  14376S
219  Kothenburg  i.  O.·C.  5306  1896  72/l0809  360  124296  307  55  114  311  117  25535  6  2  6215
220  Hoyerswerdd  351091258  723253  96  141/23  9  4  1111  13,  1331——94,10
R.-B.  Oppeln  (20).  I  ."
2219keuzhukg»....»  46331957611531421289253i240104  42302519866z1c54223
22Roieubekg........  4910234361242485099195261105105026230013;8—I——-88—2
22soppc1n..........  1291815471F296711285935616842083151107675568452213114264320
224GkoßsStteh1itz.».696630104751669611365I312L3801015755317668532—21561i5
2233ubciui.........  46259D202751131427031121226111357563616124—.-««19525
222ost-Geiwiy«.»  1124251-8«7481137-  48"  3784sz6.14095171312511—124g39
227Tamowip»..»..  575409141386555  5  248  22)  63  55|4  ü¾  19  1320  11  1  96  —  4
229/  Beuthen  42843  49  1200  458  302  148819  775121  1826  1441144
229  Beuthen  153195|8980  198422  19621255)  785/419  20  16E2  3/1614  6229  1114
230  Zabrze  91137/5452  10668  1226  760  435/246SORON/310  „  3  „„
281  Kattowmiz  145223/7662  168|3811  599|1018  725  468|131155
233  Ple  101979  4841  926086668  431|  500|13393L111BB0  2
233/Rybnik  8755  /4119  822152  423  455  4O  B  2  SS
234Ratibor  1414766249  110|  391815  60815  765  W  02  209  6¼47/90  6219  511|4487  32
2360|  Kose  706060/2949  75  1677)  598  290,  373416  42  31|9  4632  195—41  21
236  Leobschh.  86210/3266,  8/2166765  348  459  5933344  2Gé
23  Neustadt  i.  Oberschl.  98764/8737  1072303/729  456,  533.5840  84326  291  428
238  Falkenberg  3881011414  885|  310  124  188  26282  312  0—  N3O„  „
239  Reiße  100286|8255  11250118851  343  621  689182  32933|19  1110]|4  3315229
240  Grottlau  ......  .  42065|1466  68|1006|  843  12/88/  348  23168|  4  1  3120  12
R.-B.  Magde-  »«
burg  (160).  *  1
241sterdurg  452981446  51  1041  368  95  2247  %¼2
242  Salzwedel  5389¾502  60/1051/  2S  186  246/3819  27  4
7*n  Gardelegen  55710|1303  80/1221874  194  283  370|37  3  2  65  53  3112  2  109  88
Stendal  67895|2375  15171607  192  321  3944%  131180  212  2  911616  4
¾  Jerichom  ..  .  ...  7685612760  88  1681  668  256  334  414  9  1  184  3  11
246  Jerichow  Il.......  57269|1722  571117444%1  2  21q.  "H
24  Kalbe  102733933  122312887  462  446  516175  2  213  10|119  9  1191.8
248  Wanzlebeen  890132|3228  1191932  761  392  370/409s1.42  778  1|18  5  10/156  2|18
249  -Magdeburg  214424|7485  28  1782  2087  876  1131/  737299  13101410|18  513|66  16  58
250  Wolmirstedbt  52415|1840  7q1168  464  203.  209  290  90  2,  212  21  1|  1,  31941214
        <pb n="275" />
        Preußen.  (Kreise.)

33“

7  9  10  1112  13  14%  S

Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  nQ  #  S5  3515

anderer  Lungenentzündung  liche  igenaht  der  Magen-  und  7.  23  Neu  3  s  Ez  z5  3
Organe  Athmungs-Organe  Darmkotarrh  22#2  bildungesE  2:2

[Ü  U  –—  SSEZO  —5

Sa.  a.  b.c  Sa  u.  b.  c.  d.  Safa  b.elld.Sa  a.  b.  Sa  #.d.  Ss  10  Ei*nl

16  —  3/°1214726  48  5221158%  24|63  47194¼¼  1439  141½9BNDDNSIT
6  —  1  51010  1014.  6391517,  3132  110  19  11  11  1712  5  4B1%T  195
15  —  5/9|169  34  3967|29231443|  34%  3½%1
6  —  23  2  1  9222007  1116  30  40  121  9%  B  27  16  11  OGCSO  BS1
13  —  —  10  6  8  1110  171  75  10  92%  72  48  281  21  81  168181  7511731  15
9  —.—  9986  8  5%  2  9338  28  601222B2y419
3  1—  282  41116  24½  27  160  138  2  436  1119  53158  211%  61200
J  1½1  45  7241360  9  5  23  281  78  61  1151  20  13  71  461181  321181  4931  91201
6  1  1  46:  11  5201789  10  18  38  234  83  5327|13  1448
3  —  —  261  18  121422%  49  5  8116  20  54  45  51  512  513334120H199351
14  —  211  14  2917151153  17  16  71  49  143  112  318610  22  18702331%
2  1—  1278  79  3|S  4  5  12  1  460  33  1217J  6  I%  710|369  7205
13  —  —  11%  16  11.52  50|112,  103  17119  12  61205  1620818  15|206
8  111  515  9  121212  i9S  371  11  909  662  49
11  34  4  52  682  *lr  1335  21519  5110224  17  644
1.—  —  11426  916111  3¾1118  52  43  12D  8  71|14112117/|277  186  209
6  —  2  44  6  6  913  6118  (18129127108  23320  15644
2  —  I1  130  13  5  7534,  6,  17220  27  21  12211712  41  261  851  10101  4  211
1  —  —  1357  912  7152  4  7|19  20  63  57  1  5  21110  11,
5  —  —  5829  8191688  714132  359181  31430  191118115521161954  3213
7  —  3  288|14  15|352  42  2711201202  23132  OOI„I
14—  4212  10|20  30|%-%  111038/2116|  98|298  3228  959  15215
1—  —  40|  13  16192693(  11188341
116  2  7111123  2628  34  1  3360  3128  652  4871  381217
2—  —  17  15  10  10  121  72  37  SEôS2  3824168  265620021404
3  —  —  32  5  4  ·26  1  3  9  227  15  56  45  53821156  33126560B10
1  —  —  183  4111000  3512  14  29  26  11  4111  4733129115  429H4
2—  —I  284121  20258819  9  13  18  101  79  1191  15  8171106  13118
28—  1—  73  12  2827  10  218  98  166119  281813  5H445532L1
12  1  1  88223  ¾b7  65  58  46  100  1310  3S2  45  419  50  27  2112471832  9  „  581228
4  —  —  44  3  21  7125  15  103617729  2  3681832
2—  255  1312  822  52  10  5|14,  23120|]  91  25241  1311129110  44444
—81f015“  48  414  51  9132  19  128022S8O0514
—  —  —10  1%%3VNC%S3TS  9  SB  14Q6/  137  56  18  12  6118211181  271  21  83211  661227
I1—  10  3437  111  42  4  5116  171  231  139  —  1yU33B  61  3481  4|228
122  36  46  104138886  SG  1635  403  735457  516  7  414064
7  —  2  4232  75599500|8  18  6832  1811825448  6H5970|3O
9  27803  100/  1195  191  65  16  13  20  168630  36825581008  281440  5  23113  5050935442|21
1—  —1180  4849  29  70  91314434412  138  449  40  18  21D„Q
5—  —51|20  28  23  40  291  66.  22128  344  71440  2020|  25  416
13  —  18225  68  61  42  122  8|15133  66  240  162  2136  2125|206|9
4—  —  475‚  5  1231  51  3  4120  2J5  106  54.23|1211118  42  4T
6—  —  51124  26  2934  351  49  4  5231  8622  12  10  94  370  386  61  935136
17  —  1151H21  204  y1C  310  3418  15|1y31%  0  T  801287
3  11  143O3Z3  4è%O2  —  155  7841054444
2022  81686  9  20|23  18318  15S2
1  28  718  7  39  17  56  3  18|  17  2|6912  456  624
2  ——  —26  14  8  22  3540  4  832  85]  72  1118265114
6  118  56  3  92519986  2019  23  6  —  2381156  0  %%%
5  ——  46587  1715  19218  2J2Y  116  3458117T|211935|181113844
7  12  4s|107  4  18S  O  N  31  7440  1920  53  1692B  2444
3  ——  296  20  17|3128  2L  y  5  522219  4211813307  9  36245
5—  1  3  14  81125  19  13  6  6  244  211131  7  241191127  15  16  398  20746
99  17191  20  2823  20116½  116157181  261  871188  42
5  1  2111  1721  39  34  1048  25253106  152  2  6  60629269139%
50  19  2017217  67  66  40¼  S  0  1H  1SO  1069  108  13
2  —  —2s  60  12  8  17/23  61  7116  14  24  776981  113133  17|15  31118I171171]  4761  71|250

Mediz.-stat.  Mitheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundbeitsamte.  Band  V.
        <pb n="276" />
        *

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

1  II  II  1  2  3  5  6

*  —

:LVerwalt.-Besz.  Cinw.,Leb.=  T.  Gestorbene  Diph-  Keuch-Schar-  Tuberkulose  der

-7  (Kreis,  Zahl  .  Masern  Typhus

F  hahirtsamt,  2  zu.  conenn  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  Lungen

Med.-Bezirk  rc.)  1805  Sa.d.  Sa.  b.  ISa.  .  IEd.  b.  Sa.  b.  Sa]bie.)  Sa.  a.]  b.C.  td.

251|Neuhaldensleben.  68057241181428  5672612  40|3509  6  5BI  7|1  6  2  11172|11  8222

252|Oscherslebeen  5785622464803S21  „  —  183  7722

253/  Ascherslebben  8409  3059  94  1943  749  313  6  443  ¼E“  L  1220

254¼  Halberstadt  4130309  381  914  346  138  244  1861  28  2616  1  71  —  6  1  15  49  20

255|  Halberstat  42  1410  47870|272|176  202  219  40  31  4  122  198  5110  487—-23666

25  ernigerode  29418  872  3  535  152  68  137  188  1183EMA  6T95407

K.-B.  Merseburg
  (17).  1

257  Liebenwerde  51255  2069  1171|492  196  216  2415  6|14  11I1  2  2  5719

258  Torgau  ..........  56715  19467  865  4114  77  .2  1  2  5219

259  Schweinttz.  40208|  1279  906268  192  172  51  3127  24  16  132  —  —  6416

260|  Wittenberg  5767319259  1297  42625„2  246  371  9  6h66  621  4  31  9—  —  16620

261|  Bitterseld  61770  25401911  105  604  197  228875  7  48.  611181134  111  65|6

262  Saalkreis.  86707  3679  13342009883846  342431  8819  12171  6112  7186  110|857

263  Halle  a.  d.  S.  .  116304  3950  137/25590  36GC  750  73  6  327243511910  —  615212

264|  Delitzsch  65462½  3  213137T71|1  35  17

265/  Mansfelder  Gebkr.  654692736  8311381519  27924042  3419  11115  45  2  45524

266|  Mansfelder  Seekr.  94667  4006  133  2120|  887  503841  388  7937  28292444%3  22  852

267  Sangerhausen  718992416911264661223  811  431  413  21  45  5  G1  4  3723

268|  Eckartsbergga...  39807  1339  932311136181  304  41114  8  3|  1—  4215

269|  Querfurtt  594652199378  1361560  2011%9  251311  420  144  1  6  45|4

270  Merseburnrtg  78999  2967/85J  1866  715  298  891160  s-  4291s91066  2  2  89430

271|  Weißensels  93552|3832  120/2202  998  363  379460  H1410H3  TLS  514  4#1

272  Naumburg  35067997  718217618925„  EI  I—3  1646

2781  Seitz.  542282156|79120  500  161  252  287  253  1  C
R.-B.  Erfurt  (12).

274  Nordhausen  27536784  533  138  103  153  139  —  —117  151  R  6110  1  59  5069

275|Hohenstein  Grafsch  43365/1525  866|260  1281197|281  3  34L  259|1

2760  Worbbs  414151539  824¼212  160  22  —  3  26  3  —  6  7925

277  Heiligenstast  39312  1362  763  206116|1821259  3831111|186  —3  6622

278  7  .....  301171103  5792121071129131  3-—1114311.  71  4  2  18013

Mühlhausen  14289  1205  6711  1  1  1225  8|  53  72  —  8  8
Langensalzta  37046  1151  682205190  161226  6  212214  41724  3„„

281  Weißensee  .....  .  ..  24522  852  589205  108  115160  3366  3H|3  —  6|  L

*Erfutt  78174•2622  1511538256  396  820  201889  71512  5|1  .  1  16|13115
83  Erfurtt.  290641034  66424611|112  181  1  1—  ——  12  3  8  9
84  Biegenrück  16286  597  315  102  35  69109  2  1—  —  1—22|11  —  123
35|  Schleusingen  45531|1724  840214  171202  /253  65N3|%3  —  2  öon

R.-B.  Schleswig

(28).
aderslebeen  554531550  53  90  216  424  66  .  671  5136  3814  85
penrade  27823826  31530|12971111415  22145  4216T

Sonderburg  32019  839  221  557  107  54  124/272  22  1  52  85463

289½  Flensburg  40842666  47  800  222  896  229  3  111  11I  96  414  726
E#ensburg  ........  415941225471814977191300  74——21811192107

leswi........  64991187661187279122338448  242021—»——102E1361179919

Eetnföre.....«  4129914463575127897176199  159————74!  762

29Eidekstrdt.»..».  157814641274544951114  87211922————23—

294anum..........  370601119459413367145248  91371——542—189—

295  Tonden  55458  1761%  549y0402  —  L  1
Oldenburtg  4392914546¼72  95—  338263—
Plon  6168220671078392142222  321  121710  1  2  1

8tiel  85660  8228  122  1690  739  188  488  275  10158111114
Kiel  5575121377889  328,  152|  173|235  294  111  2  18.2  1957

300  Rendsburg  59588  84  1085  370|144  255  315  2621115——  3  874

301|  Norderdithmarschen  369841250  56720  232  96  179210  21612  4  4—  8  1|I  65  2

302  Süderdithmarschen  47278167868  829284  99  179  265  9  72  1  1101  8

Steinburgg  72838  2568  731380|  428  17493  484¼21191êS  „  UHH

Segeberg  393941254  41  662  176  96  130  259  19  12  211132D  —  76—

305  Stormaoarn  85329/  3116|103586603  186  376  420  2320  ——1  62
Pinneberg  85888  3040  110  1532  4911195  391  451  29125  131  3J  1114  11118  21135
        <pb n="277" />
        Preußen.  (Kreise.)  35“

7  ****½  n  9  10

J  1112  13  1444

Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  ,  —  ·  ZE»,52»35E2J
anderer  Lungeuentzüuduuqliche  Krankheitöen  der  Magen-  und  e  Neu  EREEEEzEESZ

Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrh  2Es  bildungesn  335  EP

.  -  —  —  —  N-35  ———  S  (9.  .  —  ·□

Safa.  b.  e.  Sa.  a.  b.  c.  d.Sa  b.  c.  d.S  a.  *  z  Sa.  C.  d.  “  *  55  “
2  ——2s112|2442  5  12  420127]  6o  134  16|12  O1  141251
5—  —  3s|90152221é%  21  4138  16  22134  41
1111226|118|2?12487|  5]CH  3O26  —  672589  72177|373O  6748
1314455  455  311  488016  00O0144
5  11  46  6  111117  589911022  171  5  28  321913|17110  U  34831  101255
2———  126  2„ST  „  444  423C  4  9125  871121  51  21256
II——I4s81  8118115  71  37)  6  4  S,  11158|  66  1723180#110  4551  101257
4—  1888  5014  —11  6SGSTT„O
3——238  6H013  348669118958  1828|1918|  1125  121  41  3401  171259
2—  —2417%L½½  188H7½1  (0|168  18116  6  181260
3  ——  833875|1118  55  45  1T1  121  40  19210  189171  60
4—  8  3  5871520  751958888  8607
4888|1822  214  68  22B2  O  N„SOCO  2
4—  1278|113281819  661910  5„1  5128|18  14
4—  1  2  62  7181522  6691441825|Q6  22-291316|  0128|174
1319  283|23  21|28|16|125|22  3  28B  32360248  888.2|22  20  B
5.—  28387|11  36  11224  1733  88  126  96  3481820
—656565|  H  65  8  JN%  é45  —  11T8NêSSLDSÖ  191268
3  —  1  2561117|118H10  6G67U0y1  3—20  1000  1  USGO
4—  2  26410620  18  102  1622„6  36  341915|922%
91—8881|  „NS„  „B  78  41|1922|4
8—  2  f126  7161121  5812  6  15  251  o9)  82  1226512
1222820|H18  13181185201½  443  1|  „  „  NUÜLBS1L
63I2„SS  GBTT)„SS  O  59  13|NTT1811  4%%C%
1|—  1466„O  181  52  44„êXN„"S  „  B  1121  2954
1|—  —68  81  59  40  10  8.2412  11  206  êU  6
4  31427  8114  %  27  8  5885  1281121  11  2351  10  y
11682  5514151  ——  911SO1
2—  1  189  110  8138B  312171111118  80  22  58.1|117126  6  259  4
2—  212|12H  118111f  261  17  —  —½  H  "H111111110
3—  —8339  710  12  10  2  0998129?H  20  1—  433114
21111  5112532  47  26  20114132  33  2155  321  298  2121781371401  711541526392|282
2—  1  1  2  131141411  61  7  101221101  s890  111117  611111685718j  206  26  283
—  ——106„Oê  914  21  1  184  1D
3——  3|4  2333  1110  125  „
211—9882515208  38  124488162616447
4  —  1H  66  18181321  6  63  21918199191114
3——3  40|691105  355  4  11446917|16120|  18
13  1181314216  7  5114  21-1  51120  187/116  99222  101288
3—  ——  18116N1  11#.L%„„SI|
12—  210%7  20  118  81015  14  22  40  1822  610|1665182ZBS  3671  1
71  2  48113  71018  56  17  11  —  0
6  12219  4448|  211  11112  4868210  44444·
7—  —  62ê  9882"  48  181  4  5121811398811114%  101284
9118  5H46  51118123  64  37l|3211417  111112515  24329  295
5  8  1511586  22  38829  1316  51|12422  1915  #
10  —  3O  #%E„(-E  —241
36  18  183  101133  51  20  34  21  51  1111358  51  86  4
925  25218H411015  62  19  12  11½1.3713244710915  1820B|  18|299
12118|10½0O0  1  %%  15117  248331319  65|143881535  8300
1011%  21  821814  444
10  10808„  "  64  SCE„  4  3223914  1112127  111  3001  81802
14413  53  6026  83440
1111|,A1sä½1  2  5212115110154  5  —  291  11110
1324|116  472121  58  57/  8027931872624415
1111  4  61108  25  182689  80|19  17  359229  4  144  2
        <pb n="278" />
        36“

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

4  1  u.  —  2321  s
E  Verwalt.-Bez  Einw.=  Leb.  Gestorbene  Tuberkulose  de
z  Creis,  Zahl  r.  (cnsschen  4  MasernTyphus
Bezirksamt,  2.  A.  MWu###  ·  geb.  Lungen
SMeb.-Bezirk  2c.)  1895  —  11  EF—5
307  AHono....  148944  5131  19113020  1l090  436  870/616  6  4
"1309  Herzgth.  Lauenburg  508811470|  49  212  374  1  1

R.-B.  Lannover
809  Diepholz  21481  64623  77  116  146  32|H
310  Syke.  3711241180  4  712173  169270  52  22
31|  oyna  25878  802  4¼¼2  144  185  ———2
312Nienburg  26450877880  138  166  166  7*32  1.—
313  Stolzenau  2707  8843  422  O  —2  211
814  Sulingen  17811853|37U,  127|117  —  —
315  Neustadt  a.  Rög  2920887935/618136  174204  108  „2
31  Hannover  209585/6904  278|3996  1521  616  1065/794  5123161100%  6
Wt———.  28220998  48  547  177  143  144  11
318  Linden  35851/155857|867  407  200  107  158  43  8
319  Linden  391214804  2  177  170  62  2412
320|  Springen  31065  10600  37/599  164  145.188  8
321  damenn....  556471838  621077  307  286  300  7—  —2  1

N.-V.  din  esheim  E

,  )-  »  «-3Psiue......
  40981545  774452  762!2B  5
323  Hildeshei.  389771124  801208  133239  221  11142  4  6
324/Hlldesheim..  2440859  460  158  103  135  10075  4  882
3  arienburg  i.  Han.38815|1337  716  228  138  235  302012  113  1  6
320  Gronu  19191579  364  112  80  116  33145  1½
827  Alfekedd  28280  75ö02½899  109  5996|139  76111  —3
328  Goslat  ..  46991  1588  236  246  129265  296  —2„  19#  #C
329|Osterode  a.  H.  39968|1280  81449  199|254  546  1  8
330|/Duderstadt  2565%946  502  151  108|159  730.——  6  2—
331|Göttingen  25508  9  71  1—2  *.
332  Göttingen  82530  980  25  169  164  205  64  195
331  Münden  ..  23205/  461  185  115  134  251811  16
384  Usler..  1780  628  370  107  73111  2013—  —  334
335/  Einbecekc..  25724  852  523129  122/164  63  1  2
336Northeim...  805604  536|178  130/173  332  1  4
337gellerfed  29089  816  567129V  159  204  33  1  –2
888  Ilfeld  15119  508  28117  62  99  ——  2  3

R.-B.  bneburt  «
assme...........  19438646  36194  101123  5  3—  4131
340  Celll  30849¼825  46098  137  177/1613  1
341  Gifhonn  ....  323100999  563  140  166|187  82QSSSq
349  Burgdorf..  379111148  647  169  169/237/  20  14  92  21l1  11
34Isenhagen  1704  492  2188  68  117  2——2  24
344  Fallingbostel  .  27106793  41½  13716225  20  F#„.-.
45  Soltao....  181173  342  91  104  118  43  11-  2153  41½—
346  Uelen  46355|1228  81679  231  306122  1E  UI
34  /Lächopo.  29370|683  535  95  134  260  9221OI„ê„
348  Dannenberg  13990  335  259  59  71|105  1—88  3—1O
349Bleckede  21222  582  79116  94  184  312  1—2  443L
350-Läneburg  2230900  521143  168147  7—  SM
351  Lüneburng..  20443  374  91  87  142  422  2  —  5
352  insen  25144S  482  120  118/170  6(122———  5  —
35  Harbung  42579  1825  94556  214,129  EEIEIEIIIXXLEEI
354  Harburg  .....  ....  41758|  7752881350U

K.-B.  Stade  (14).
355  Jor  20927  626  3796  81/149  5066  ..NB!
350  Stade  36498137  729  195  213239318  1  51SiSiSHI
35  MKehdingen  0051  724  327  79  84/118  5  —  —  1
358  Neuhaus  a.  Ostt.  29166937  534  126  147  202  5——.—————
359  Hadeln.  162849  30878  8599  586—  114
80|  Sehhe  37433,1877  616|  182  174/163  5  63  3|]1  112
        <pb n="279" />
        Preußen.  (Kreise.)  37“

7  9  10  1142  1#  1½%
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  „Q  —e  -  Exå».58»:s.så·  E«  I
anderer  Lungenentzündung  liche  geece,sin  der  Magen=  und  22  bi  Neu  ls  2
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrh  7  ildungen  2375  zzzzS
—  51  mI  —Ez  —9  [%%

Sa.  alb..  Sa,  al  U.  c.  d.  Sa.  A.  U.  d  G.  a#.#b.  *  Jää.  1  d.  L  —
47  13|28  9|1183  55723925  109  85  26  851560  510  4910  41147  78  6814914568  815%7
6  —  412187  15  1825  291  51  7  8  9  27|99  811181  21  51  32  14  181  3814817
1—  —  1  58——  —7115  —  2  291910  11  3  6  72104  1309
—  ——  —51  5|822  1|10  73  4625BBLIOCO„GCSHIO
3  —  1  131—  2|12  1711  1/|12  40  28  11818S  6/  1  11
433  X6  66%6  5  1  44  34  91313110  5  48|  629I1831|8  12
1—11–  5  715  11130  13  3111318  231S  5°  575216C3
1—122  415  28  36  351914  561  I4
1—1  4  6  33  1614  322  1115  51  13  911  81  6]  178146  1315
19  278822  81112669  4462594344  675  602  711  51  9111B3  57  182241  6166  140)
4—  158  40  444  46214422  !y
78|  4„  %%  195173220—  40O444
—650%  61144117  ¼  402êS8  19
1—  —  1  413  6H15%  J  371  27  101  21  71/09  109  141  771101  2L1
92  4  3189112  158082  94  11  11  96  79  16  1
3—  1—107  2583023  29  44494  68  542—½DOO  18  SQO„
101  6¼„  2428  18)  77  5  957519—3  21  61  5L½%  828
5  —  145DêS  4  3  2621MA33  (D„„.  S  2
1—  —  1133  191818  458  6  433499  38126  91617299  41511120|1  57  8325
—  —  —2130  9  6  7  38120  18  241995  1111  5  144  4  55  4
181  W//2  31  1110  %é2
4½¼S  „  „  710  78  5719  1  386  171989120  3183  29  16  828
11„%%  BS  4  4  52  86  161  2  518S  61L2N%  324  46  29
2——  25044½  41  28  131  21  31143  61  71  71661  55  27  330
8115„  4  48371183  3O  6C144  11331
4êDDê4wê1êG  456  5  50  88  171  21  III  74  10  H108  1817682  832
2  —  —  24712  1810  1331  28  2  6—11  75|14  .8
—  ——18553  15100512%  983S3  69  éê  4
—  —42„  26  17  91112113  211115810  5  16870  835
4—  12  4Q  39  27111  11  5116  79  20  4hJ41076  61836
10  —1%  49  5  —  46  88  12  2  1118  413  123  611086  16  837
31112  2  335|298H  2441951  3886|48  8  49
4  3S  %"SÖD%„  2523  21—1I  °  69116  83  28189H  839
11———  1368  559114  382B819911  8  SN  6éL  1  3S  1340
1———  186111011  1681011015  IU„„Aê
1—  1451%S  272½6  612  15|110  20100213  28  42
1—  116OG  32  8  58.–éêBBUUA2Z2E  B
5—  1  43118|  5713  10  21  6  2  28513  18  5  1¼
4  —  —41181  4  45  5H  2444  48811  B  4  S6!
6—  —  6558H918  0  4%  463„2T4SO  ST„  1L14
1  —  —  112i  8O0  2  —  5  201  151  5  —  1122  1L111  47  347
1——  1117  838  —638115  2—  61  4  21  -111858131471381  71  72187  348
2  —  1  1263  779  20  78  1883  ééêSBS  6  218349
1318811812  571356  9699811155  23111  ê
3—  —  3262  2  2317588H  5  10%  1
3——21|1442  89726(1  59  40090  —  4%%
1—  —  143101001  8  49  1  181264  210  58  49SSE  S
1—  1—39%·J  713811225—  5STUê
1—  1  162  14  5488  16—E  %
3  2—  1817,0008  44  18  11985821143||111237v0v220  N56
2  1  1  18Ü1  7828  4  21  12  3  „N  4111  E  1357
1—  1—8  5  710  161  31  54  3525  10—811  9248SO11185  “446  358S
—  —  25  49127  12  16  6181111112  481  2510  4
7——  7|  40  2  919100  3817  83  63  191  61081  19  12  7/  171  67120  61  2051  10  1360
        <pb n="280" />
        38“

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

—  —

E  1  II  II  1  218  5  s
2  Verwalt  Bez.  Einw.  Leb  Fx  Gestorbene  Diph-]Keuch-  Schar  Tuberkulose  der
—  7  Leb.-T.=  "  "*  -
*  Beterrie,°  rW  Geb  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  Masern  Typhus  Lungen
S  eborene
“]  Med.-Bezirk  2c)  1835  Sa  b.  O.  d.  Sa.]  v.  Sa.]  a.  Ea-]  b.Sa.]  b.  Ea.  b.c.Sa.  /u.)  b.  Wc.  sa.
361|  Geestemünde  88394  1410  101|  204  13ö%CJN  78  7
362|Osterholz  28632  1009  3601¼15119914920411  7#6333%"5
368  Blumenthal.  257111056  37  2|  0  94  103  2110  4B3  -  6  3
364  Verden  26064599  B  2  3  4212
365  Achn  22467/  773224yLL□
366  Rotenburg  i.  Hann.  35  65325  375  44  125  1221  6  5——3S  3GNC  L—  5221
36een  ...........  144884542249503872895!53——-———»2—131k11254
368kemervdkde»...  17327577252947544»661094;.444———-844385-—12611
N.iB.Osnabrllck
(100.  »  #
369  meppoen  21964¼698  42105  5118BG  4513
370  Aschendorf  2102696  398  81  68  1111399  3  JS|0|13
371  Humming  15768  514  323  55  84  89  953  32  1C„  Q  „
872|  Lingen  31562|  1042  6041140  88  157219½233
373|Grafsch.  Bentheim  33931|1134  695  136  108  217  235/19%  5—2  28—  3155  4|16  10283
374  Bersenbrück  44681384  811|153°123  25428111946  2H5  312  156  2/10  1022
375%0Snabrück  45137  75113  90  262  1864¼/1  81,  i
376|Osnabrück  28941|1085  452  147  481361269  57  1  46
377Wittlage  18465  610  289  56  42  81100  NYEE.  561  4014
378  Melll  2533445  419  82  60  1221531513—UL  67  4  8  4312
379  JIbung  25517|71  463  115  68  130  15¼233  3  12  7IL1  5614
R.-B.  Aurich  (7).
380|  Norden  1210  5¼70  122  62  150  23444¼½
381/  Emden  1448513  229  40  3778  74#3  5  29  —  1253
Emden  615  312  67  647208%6  I
Wittmund  51959|1549  772  166/109  233264444Ja
384  Aurich..  376491241  584  91114  158  2261  12%
385  Ler.  5031881752  8212GCé
Wecner  646  330  82  37  70141  218  A  11  118¼8
R.-B.  Münster  1  «
Tecktcubukg...».  512371719  93620614829629136i291171I-—  102418831
Warendokf.......  29689882  542-11761160204131263——11  -8147718
Beckum..........  46939|1623  91327515  256  258113  9%½8  1644  125|25
Lüdinghausen  1424  914225  156  267  265  12  34  11719
391|  *Munster  ..  ..  ..  ..  1680  4811319  439  162  375344  24%¼  321|14|14523
39  Munster  ...  .  ..  ...  1386  910|281  127  284  267/27  2l2083  113813  2  4  16  9418
393|  Steinfurt  2152|  53|1299  374  207  360  358127  2225  1  5  428  15984
1582  972  276  152  262  280  50  45%81  1.  1422|12521
15415  5976  270/164282  31029.2519  111  —  2  12  34  110  85
1968  57/1149  819  207  313/30o67  6E1  4-  2  16.17112483
6082  153/2768  1100  621/609  487  99  86%4  1  34  45,61  22687
„  1
T
3423  128/1693  501325  469  398112  941192.  2  /10  1  A½  11  184
1637  2  22  42.  S  GO  N3
3553  13911903  512  432  51744266/5819  1220  191186  N2  4/26  21686
960  32%%%  N  TL  IL„  IHUS  S  651|
1581  715  232  12723215421¼19  ¼  3LL
1941891013274185  333  254  38  ;62  6  41  6|1
1759  830  191  140  208  29115/113  T7  33  6  1291
1698  3905236|1411285  24325  21115NGN3|„1SG
1236  4678  1
1064  31  5468144  70144190084
19681  51000  298.190/285  3143/8135260  +R.5  16G%
.
19885944«24-116828024845k29111-—  762—11636-2311321
12552860  ½
1364  281  808  187,166  237  213|  5144  J2  11|111—139  5/29  106|19
        <pb n="281" />
        39°

Preußen.  (Kreise.)

7  8  9  10  11112  13  14  1516  18  19  —
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  3r  -—*  n  ..  tv  l
anderer  Lungenentzündung  liche  Krankheiten  der  Magen=  und  Es  Neu  ——EEzs|E3
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrhbildungen  -NEit

—  —  —  —3  —  S  HEIEEIIIIEHHE
Sa.]  a.  b.  c.  Sa.  a  b.  c.  d.  I  Sa  a.  b.  .  d.  Sa.  a.  bi.  *  *SESa  c.  d.  *19  A—
—  ———  4  %1%  E22  %  H
—  —  ——  2  1  39  35  Illlo  10  3  31251107  161  6147  716862
—  —  —  418  11  3333927T121  1  12  43  41  697  1144363
2—  1  1832  8|10  1330|  28181123  311  26  HTJLS  „  211864
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1—  —  117  62  2  7—3iO  9%%½%  ê„„  %TêGê.21
2  —  —  1860  4  12  12220  13|13  2  32  88  32714331861
2  —.  293  28258  4  A2E
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4—  133„3é  416  15  89  78  161  246  535s31  2311389251  51  265)  1718602
72  18|35  28  4038  29  61  7  9  18  27  66  5111513131  93  6531261176  18  31  320  11753983
51—8)3  [/„Q  32  25  5  —110  4  63099  s8  4%  918384
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71  113s|13441  40  25  28  61½  5·18  33  9%  70|28  1T1  0|  6L  76  152  8
938|  4  11350  1O2  116  79  3444
139  28s|1388  5“,2  4
2——  2800|202229  56551129  79  46314
9—  118|75]  44
111  8819210  4  éST1%  1
6  —  1  596118H28B181  65184¼  OS  6
13—  4810523y0%%ê2Q
6  1138981026/21110  7  927  442914
4—  1489y  615290  662  31  11yC%
3——835522êy2
3——2|30  5  611  81  321  BH  B„  „SOC2  „  SI,„S  QCC
148824
3  —  12|51S„S  %9
4—  2#  /  /3  29  1810  340  41ê
2  —  1|  82|  17|  29|16  20  35  444  3O  11411
        <pb n="282" />
        40*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

.  l  lll  2  3  6
*  Verwalt,  er-  r*?e.  Gestorbene  Keuch-Schar-  Tuberkulose  der
S  U  ·
Bezirksamt,  2  Tul.  (usschl.  Todtgeb.)  husten  lach  Lungen
Med.-Bezirk  ꝛc.)  1895  Sa.  a.  b.  ce.  d.  Sa.  a.  Sa.  b.  Sa.  a.  b.o  d.
414  Lippstat  39065  :75  195  118  242  220  2  11  —  139041189727
41  Soest.  54188  1050|  28114  119114  163  112910520
414  Samm  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  90501  17728606309|469  387  188  222/19  32114427
415/  Dortmund  111232  2070|726,  410|65  278  7  36  6  281  18  37  21016
410|  Dortmund  97905792  168  1933  757  469450  256  3.168144  19710|837  /130|4
41  Hördi  942294160  1898  614  536  486  261  8147  389  264  38  38  167  26
418  Bochun  588422294  641209  418  1.—  146|  1½7  1017
419  BDochn  144457  6771  2943/1070774|802  295  619  3533848|24126
420  Gelsenkirchen  16128608729  3915|1587/1248797/288  3250  ..  -.  36327523728
421  Hattingen  68718|2999  1237  419294/338  205  38.—  5  7169/13/20  12313
422  Hagen  4833é  708  249  102  239  118  —  2  —  48%½%
42  Lagen  66697|2654  1096296  211  352  235  432  7  208  11  30  15413
424  Schwelm  .  ..  .  .  .  ..  60225|2221  771009  295/  173  310  231  21  —  1  183,  71214519
425|  Iserlon  76790|2893  78|11281  393238  380  269  3332  3  7217/12/85114
426  Altenen  87165/3196  119  1418/  872  25148  847  32  2  1  1  291  17  38  201/40
42  00o  38723  616  138105206  197  4%  1  5  3  159714  103|85
42  Siegen  85902  1166|269  227|385  285  101|1  12  2155517  138|55
429|  Wittgenstei...  22481  373  64460|1045  —21  1  364  4028
R.-B.  Kassel  (24).  «
480Kasse1..........  13293961881392353  1255  57—109-—17
439asse1...........  11193111835386237.  322  —6%
432  Eschwege  706138107  227  234  311  |
433|  Fritzllr  507137,  64150  156  —3S
rV-  .......  653159«111157226s  411114166F23
43.ombekg.........  376,875296141  1————1—46-6
43Me1iuugeu..»...  564144102160  158  —  833  2O
437  Rotenburg  i.  H.  N.  472119  71|129153  113313  1  11  J8
438  Witzenhausen  537  100  116  130  19V0  —  11  S
439|  Wolfhagen  495126  66|  155|148  211—  57—4
440  Marburg  9211191  93/329  307  23365
441  Frankenberg  12868  83  54  145  1464  1——  —266  4
42  irchhain  ..  ..  .  ...  365  74  42  91  158  2——  3½
448  giegenhain  .  .  ....  561  9563|177226  3111  2S4
444  Fuldaaa  912  1961138|  288  295  231GN
445|  Hersfeld  ...  630  124222|16  24  4  2  7
4460  Hünfeld.  360  93  40  80146  W“NWJJJ[
447  anaa  560  135  82  196  147  —  12130  2  11
448  Lana  786  2396/36·223  4  ½  6  333
449  Gelnhausen  77218888  219277  31  1  41——110  –10
450  Schlüchteen  562  128  89  166  183  16  2122  16  2—  18;
451  Schmalkalden  676  150146/|182  197  —  2892  1  54  3
452  Rinteln  .  ..  ..  .  .  ..  845  214  152  222  257  4½2  %%%%
453|  Gersfeld.“  390  82  40  109  159  —1  11—12432
R.-B.  Wiesbaden  U„
(18).
454/  Biedenkopf  ..  .  ....  732  125  138  224  245  ——
455  Dilltreis  204  115  108/250  230  5—  2—  133  3/10  10980
456berwesterwaldkreis  388  75  67|122122  9——  +1  83  119  462
457  Westerbung  336109  109|151|167  7—  —16193  138916  65
458  Unterwesterwaldkr.  749  178  126  289  206  81  111127  713  2
459  Oberlahntreis.....  683  112  85  257  22  33  4  .
460  Limbunrng  855  176,  123|  287  269  91—21113N9  s
461  Unterlahnkreis  *-½5  ⁊81  114  104/276  284  31
462  St.  Goarshausen.  794  200  107|243/241  162  1  22T%
46  Rheingaukreis  .  653  144  51
464¼  Wiesbaden  762211  127  256  166  31|  6523125  -14
465  Untertaunuskreis  634  140  102  194  1881  2  21%a„L%  6107-5
466  Usingen  42  92  85|109  136  111  14%
467  Obertaunuskreis  680  182  739227|  198  32  18.211—  1101—E28
468  Höchtt  731  262  102  217149  2ê3C
469|  Frankfurt  a.  M.  690|  279,  125  150  136  311120  13|76  7
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        4“

Preußen.  (Kreise.)
7  8  9  -0  11.12  13  11  /(5  %„GS  „O
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  en—  ————————
anderer  Lungenentzündung  liche  Krankheiten  der  Mag  uk  und  —-  Neu  EGnmEzsz  565
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrh  25r*2ß  bildungen  722  z5  EHEIEEIEIE
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Sa.  a.b..Sa.]  a.  b.  c.  d.Sa  a.  b.lc.däa.Ea.  .  .  5ä.  s“
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6—  1  5|117|83637  66  5  6  19  36  108  97  2—  29  141530|  82  291  61  2871  51413
17  16691159  37)  385  523851  93  22  17  26  281239  201  41  98139  20  181101177  461  71  527  71414
311312  61185  37  47  72  29  215  56  54  54  1  5178  45  31048761830  29  415
6  32  1218  774  45  291  8731  16121  191247  179  9816  9  7|10  411  6  4
15  15  61194  45685?TJ⅛26|  102  25  22  „  8831  16150  ·71
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29  8  13112298  66|145691819754  59  44077  289  61866  838927%  E
173  67V142411917810  24  1942½  5152  2220197|103|1064
155  51104  10  351  43  16  96  15  25121  351138  110  3522  9|13  4377  9145131
622  24111  |84191522%1  118211110  2%10%
16  16  91108  22  328618  6611719118911  38825  182#1|8
10  4921  2420  8  1210|  110271700  1
1929  5|108  3  2320  120  2623|3S  8  1111889  388137298738S6  20  6  4049
133311  6|17203  3|]31I34L10  152%  7927115|12iS
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4—  13  7712218281991105  1116  “  123B  0  38  2122313  3191002518  4431
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—  54SC„2ôQ  189  271|  4|  64B8  211758433
3—  1568518  4444  4  41284
1——  11260  144x  11311115161  91  72110  „
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3  —  19915G|  16,  92"3%93S0  20  111NJS  LO[T43
7—  136  T  —  39  3  68|79H  46  182  19438
6  ——  628  150  62  156  10  101171  44K  111114O%¼  81439
5—.  —  810  4  SSS  50  4588  20170|  B26  „êGO
1—  33  5  52012  13/  -  —41591  19  15  41  4110  5151  81811  61  1
1—  —  11  41328  2  3  18|15H19  12  119  2  718  7  3  5114
5  1  lIl  1  610  310  2027  3716  15411  32145  94126|
6—  1365  510262443  4  —  530  14662000  2  101  16  444
7  —  23  63  61112620]  11166  11N7  2411  5  6  8000  195“445
1——  136  642%½4  —  1½¼  2  3
12  —  6640  715999  55882Q115/26  63  56  11238  19  181  181  271  121  81  1691  11447
8  —  214147  10  12  12131  80121117  15  271  49  46  11  3124  11  131  191  984  16  151  2611  5144S
2  —  111  42  3  20144  —  18è24
2———228S  4610  8292  11  101%  6  21  3111  5  61  41100T11
31111  o7  22  21  28261  63  151  227119)  36  20  41L.  „  (CO121|  1314651
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2  —  111289  838  2  915  24  12110  11  17  12  —  41911181101  583  HL0.6
3—  1245  6  514201  27  715  718143  34  —  13  810  57  1010)  2111110  467
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7  1  1  5  4114  16  6  S8321141533I135|122  11  ——  S  „  34  21s469

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  V.  Band.
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        12  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

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S-Verwalt.
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470  Wiesbaden  7113198  1  43  3  3  15|1422
47½Frankfurt  a.  M.  229279  6307/195/3901  1076  5331455  83963/5  5/22  19/16/27|2013|/—3/604  12  44/48568
R.-B.  Koblenz
(14.)  .
4½Koölenz  .........  39631046  68621895228g145171201311-—-———53115k514814
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gel  31542  1004  41  550  131  75  169  1751  17  1613  7  „S  4%69
Kochen  390413%
Mayeen  66901]  24953|1  474  305  341  372  64S  s  12519
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481|  Ahrweiler  39379  183714|824  119  226  222320  7  5|  %L  O  19  741
482|/  Neuwied.  78412  2550/109  15  563  4  20  6  6%  7„  3  J
483  Altenkirchen  62078219995|1012  232  20  329  24217/1  11
484  Wetzlar  ..  .  .  52146  1589  62  811  47  121  279  26525  4—
485|  Meksenhem.  13631/  320  213  35  19  1  IJAS
R.-B.  W#seldor  «  -«
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Klevdpve  560548264  273  199  262  3540  1  4%  n  1  171  14  259  11018
487Reess.  6855¼2141158  329  154  388  26  25120  14  239|2  6107  917  13784
488  Kreselo  1072451  3385  12812008  700  375525  50  41a9  17  a4,  31  21111410  1257  10  20  18335
Krefeldte  38443336  759  261/  125  186  12  1169  IR  LILE.O  S  V/4
*Duisbung  7027/6|  412  18  131  4  4/1“  13712
Mülheim  a.  Ruhr.11489N  5877/1402266  922  453/585,  300|  63,  56/18  132,  19  30114  17118
Ruhrort  9914681  977  762  418477.  39  37114  713  7  632  1
vessen  99128  3993  715  356605  53318819822  I  6|5117  1
Essen  197949  9411  50124A5  3913  13|7  4521½9  288
bödre  72104  2724  1101110430  271/  877  362  69  55|19  7——,  16K#I
Gelder  552861712  53|1072  258  156809  3410010010  3—11  75|  3
Kempen  i.  Rheinl.  89891/  2862  991764  457  29489.  57  5225  116  4  2
„Düfseldorf  175985|6646/215|3906  1611  821  891  61,  5715  76  22v¼  „  33549
499  Düsseldorf.  74908  3000  921860  628  350  508  41  38/2111  63321#1  1934
500%  Elberfelt  139337  4661  1802  383796|  453|661,  45  4322  J  480  231—  280
501  Barmen  126992  4203.110|2073  :  16—  —21  18|3/1  9  270|
50Mctiman  80744  0  2s2281  15|15|  4  161
50%Remscheid  472832  417  53  3112  29617
504/Lenne  73002244  971154  12  3  180
505/  Solinggeen  138678757  196/2469  26|15  15%  7|12  3
500|  Neu.  57665128  66  21  —  713/  5
507  Grevenbrocch  44027  1534  —22  22
508M.-Gladbach  53662|204  213  22  11—
509|  Gladbach  113111101,  1444
R.-B.  Köln  (12).  #
510|  Wipperfũrth  ..  ....  2821861  52  1  —1  4
511|  Waldbrö  24255828  10  HH  S
51Gummersbach.  388341243  31  1—  —12  57
513  Siegkreiszs  9980  8565  1613  12  39158|7|
51  Mübteim  a.  Rh.  91335|  3493  1323  20|15  910  31½|
———nas-  321564188S8T  35%01
510  Kon  711888071  135  416  93  M
517  Bergheim  .  .  .  .  ...  43961  1662  31  14  21—  3
518  Euenirchen  43721520%  IEEELEIIE
519|Rheinbach  323101130  71  I12—2
520  *  Gonn.  .  ....  .  ..  44558  23  1  2—  7—7
5213912  65752489  21  14  183|1  1
N.-B.  Trier  (13).  1  #
52  Daun  ..  .  .  .  .  .  .  .  ..  285711  933  —.  3  11%
52  grin  de  1036  1)1  2152
52Bitbung  43321|  1333  8  Oé"  57813
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7

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Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  "U  5s  n  S8.  z13  225  m—I
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66—  —  5  2  219  11  11  27  1033264
10  1  6  130  21  27  404  41310—  131929121  #
6551  *  25  31  231  ½  14118998208  17
1  1406  4  19  28  12  7543  4  20|8443
1—  1  283|161  23  20244  31119111511  539412  2  36
—  1  295.  10  22  362  7|44112  0  72181  G  48  1478
—  ——  —368  2  10  16  10  6  118834  2834  111511  511480
3—  2  121118  16  111  169  2511  2512710  31¼222
13  —  6  6  160  330  522  0  62  41,  90021631188  506542
3  —1  211144  348|  58902  1  ½%y
—  69%  17  12  51  418114  11120  101]  276  46  1484
1  —111333465  25  3  ß%  12  458  2185
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7—  3  3115|198331  30  36  111  91191|11  462126  634O6
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1—  —  155  17  21  13  89  68  211  7090152%T9i  19
26  614441  284  26127J2  70034458356  290
1123  20  90  29|13“  333  279  54%0  99108861L10
281172  L  33  333  254  7836  35  8910%6  11188  37
366  15  52305  56  86  48163  389  327  62  111  20/100|  5052  10662
918  5|146#1/|198  155  144  72296  627  5021241  24/222197/771113989“
5—  12851  24  „2  189  142  4444  6217341998  440774
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5—  2  39611  20  412444  199  144  55641  142%
36  15  12  92761  115,  53  4914  867  7561111992213  5411911086  28  13161  27  4s8
9  218113028  42  37  28172  164  136  25429  70  168  3144
19)  6  6  7|199  48  67  42  42  241  411  360  4½3½63  S  OO
10  4  4  21847  36  50  61175  305  272  3130  50  5412882|37/22  %1
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¼ê%  22  6¼  56  7183  49  6818222900
13  3  4  68115  3120  1566  59  47  1122166  3715326  188360  504
20  1  2  16/18234  5456  3810  144  115  2112  842543  2000
101  2  5  391/13  35  21  215  128  104  231122  71143199  509017  506
5—  1  233  3  6|16  21  46  34  144%2  23144
10  3  6  11122  20  53  24  25  96  231  202  22X  5768  44S
12  2  31115226  37/57  32  126  310  235.  780  68  88281288  696  509
5½22888|8  2  6.20  20  4  53  35  113  14410
95—  2  1%  2  16  6  31  221  52  523411
4112|9  S  6  11  137  11  101|1L2  191001993  1935512
5—  13|  4  371  83  14  8765  22  11  94291  24%¼1
52  1  6|10  18  37  30  24%6  18  30  93,  72  21  755  83  167/  3
139/2  515
72  ..5|118  22  32  20  60  2  1  5  78  11  71  11  28  56153293926  6  616
5  11  217410  2  10  4  10  10  33  25  HIU  20|13317—5
5—11414  1  717  1029  —  410  15,  2  1111  31171114
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11—412½  %  2  ¼4  37  ¼%S
22  –  3  10  6  26  1  113  3012917|9
l
i-1—-I424914Z1515-214
  1413125:  26789-200—.s.22
:—E—350;153351115117·137  527  261488——2694523
2——l—-238·2-619-11:k.5—-2j12,21362971g8  2418612—27911524
        <pb n="286" />
        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

4  1  L  111  1  2  3  4“  5  6
S.
„Verwalt.-Bez.  Einw.=  6Q  .  "D
Creis,  abl  u.  Leb.  m.  Gerstortene  6„  Keuch  Scher  MasernTyphus  Tuberkulose  der
5  Bezirksamt,  2  Tll.  Geborene  (aussch  o  r  v  husten  lach  Lungen
Med.-Bezirk  2c.)  1895  Sa  ###  b.4.  !—..—.—.  ——  a.
Wittlich  3835  1272  3829227  133212  257  15100110  10  8820
Bernkastel  4453472  5332  223  81  241  287  11122|1  3  F  K  A102  16  7421
iTrier  40021071  31/26  199,  106  285  236  32223  8  1  J2  111/  91/  9#
Trier  79741|2978  751  1851  594  392  428437  3019952|1
Saarburg  3183/1037  141/  151  82  158  227/15  14  2
Merzig  42316  1651.  3  300|  255  264  264  3SGS  3211628
531  Saarlonis.  82375#3332  7641#4  58/464/389  384  801  73/33  1922  2K  66/5  2  3/234’  7  3917830
Saarbrücken  1661921  7145250  3115  1043  762  8365  163110  1888  395  7140  1228|  29712,  2623326
Ottweiler  88265|  3833  120  1741  528  414  468  33168  59144"
St.  Wendel  49155|%  9  219  295  285  1168  9%1  29  321/  173  3  3411823
R.-B.  Aachen  (11).  T  s
535/  Erkelenz  ...  ..  .  ...  36040  1145  351  756  203  99  174  280  2  2  3  22.  2s17S
536  Heinsberg  353641111295W  25  100  189  237  12138N%C  1
537  Geilenkirchen  26013859  11  615197  93|  117  207  14  1  112444  1  1  76ß  50|15
üÜlich  12525  1446  |665LN2!1510223
39  Düren  85389  3134  62  1886  684  311,  403  438  5  56  11  5  1  404/12  2714124
540%  #achen  110551  3798  8  2626/1202  292  608  52  44  351½H  31
541  Aachen  13304520  508  598  4135  1SS  5  3115  410  214  7  14156837
54  Eupopen  .  .  26928  817  24  SEF
Montjoie  .  ..  ...  186201  542  397  112  71  9012  2419.23éU□  6  417
Schleiden  446431507  744996  306  160234  296  7  313  11  54  Si1
54  Malmedyyy  31000%965  24  65  129  189  9  8  11  ——624  «as  1i  2  5213
R.-B.  Sigma-  1  I
ringen  (4).  I
54  Sigmaringen  21574  669  15  4190  159  37  144  150  523  2—212—  55,  31  1  49
54  Gammertingen  12919  456  110  4  69  91  ——..——.—.—.————.———
548  Lechingeen  1966160  12  469155  55|1811  4—  —  421531  6—  3  51|15
549Haigerloch..  11598  389  23¼10  1  45  0  118H.H  21  21  1
f
Bayern.
N.-B.  Oberbayern
  (81).
550  Freisiing  323  13146  S1  6,  1231I1+15.MA34  D
551Ingolstadt  466  234  39  1180|6
552  Landsberg  141  27  13  4061  6  16  4
55%  München  10780718941  49410324  4483  55  266620100  1790  29  21412  1267129  11h0
55Rosenheim..  324  142  30  75°  71  1  113.  1011  L  —  —
555/  Traunstein  162  63  17  36  46  1  4  —  11—  98
550  Aichac..  924  441  107  1532  1  1218—%
557  Altötting  897  333  72,190  1  1  1  7½2  3  609
55  Derchtrsgaden  .  .  ..  432  94  30  137  —  2GG4
559|  Brukk  748  375  75  112  2  163  %  3I
560  Dachahnn  771  412,  89  131  1%  6  51/10
56bersberg  703  312  63  121  ——————
562  Erding  1204  598  121  184  —□□
563  Freising  1126  593  140  169  1.  212—2  671
5  edberg  1141  635  123  1882  —1O□  98  6
565|  Garmisch  31122  32  71  —
566  Ingolstadt  99600|112  119  34  2  2  8621,  14
56|  Landsberg  670  3955  106  1781  4  33  5  —  55  6  11317
568  Laufen  7y  260  55  195  —  —1  11
56  Miesbach  722  263¾  68  169  —  11
570  Muhldorf  ....  .  .  ..  1026  483  82  177  W“x
571  München  1l  1213  669  93˙  261  —  085
572  München  11  801  326  55|  179:  1  11185
578  Pfassenhofen  1289  720  127,  200  —  —31
574  Rosenheim..  1371|505  120  309  —N
575  Schongau  ..  ......  372  234  43  111  —  ———  1—  1  17  4
576  iW*“e  ..  790  468  73  125  —5  1
57MTölz  356  115  24  88  12111  1319  —11  Wr
57  *un*  1002  391)  87  198.  1.  .  31–  3
        <pb n="287" />
        45“

Preußen.  Bayern.  (Kreise.)
7  8  —  9  10  11  12  17  14  1.5  1617  13  17  "7
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  =  —7  „  —EZEZZZ
anderer  Lungenentzündung  iche  Krankheiten  der  Magen=  und  s  *  Nen  zzss
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrh  —  bildungen  ns(u—
—  —  —  —  —  *  00
Safab.  c.#a  a  b.  c.  d.Sa  a.  U.  c.  u0.  Sa  a.  h  *:*#sa  d.  ½  GS
L3  3  210A  J487/51/11011298|10/525
2——1  67  S8  19  8  82  21  191  7%36
4Ü%  6  19  84  721118  1  20  11#8
2—2861426  818  8  6/20  13  3310006%
2  4  31  21911  5  5  415671
2—  1|1|  81123  14  53  3½64
8115|2°1983  42  27  7  1828  65  44%  B:XSê
15—  300#  138  10922969  69  344
13|  5  13  3013  5522%%2333
4——  45  *in*  60  14  22  11  562611  4  202  913  424
5—  1  4352  1  30  3  410  3720  11110  6  12  361165  81  31  2541  101535
2—  111372  2  68  158  82  3  610  46  35112%  4  483114  6  2241  201536
3  1—14  3  61421½  4  4|11  27  13  1%
4—  2156  43  2  6  4  6  31  22  113322010  3064¼442M  30S
11—1110/112  1626  35  3573.  416/24  90  77.  1533712
279  11  /12  4  61  4515  36  32  37  502  483  103—108
7—  1  6|1  0  18  46  26  222  1  B  30  O3„OS„H  O  H
512%  0  4  56  46.100|  1  20  7442
½1—  J  „D  14  8  535  1  1861515
4—  31  SB  ,  3  3  25  16  999  6  4  29548  2  7
2O%4  138  4%  4%

l

4——41«116103715499666061—-1510.4259941419546
1———11321.55t72j56.4«37511933049427413547
Z-12.712s8«625»32i11g9493711135412368721425548
————«1912216  8k12)1051  436-—184  242831553549
3—  —6—¼  32  1  8A%%  JeS224+
NL%  S  42  41%1  49  40  8720
4—  211  %1  4  7  411  12  10  —  1  3  I  6  2  55  F5552
283  64  157  59  12/710|68  %  630/24%70|89  2413  T2
3112  42  80981S6  221  261  ¼1
11½—  5  11  32—  6  5—  3330  4  1211215555
1351621112  USO0G6G%  243  227  31212Ml191223|1L4
32228H444  1743561
2  1  93  503993232%SSS
—2  002R4
206229%0100  401  2  237  2244338|21  S8  51
1997218H1%2  180)  16017]3111118  53  59115
31915|885  (2510|14460|  10  —  35684461
7—  48324  394  371114%
18  38  621438H996  66  168  3863700231  C
5½  55——  2  10  60  53w
———3X%%D%  ·  4234041
10.  1008Hy  511  205199  5  1114%T
14%%  170  15112%  S
743——33  1¼81  1391111912326  1444444
1—  1  CSSS„  %  2742488
81  9119815  31107  5  15|10  42961324  79450
2  ½  213199924421y%2
21—  1115V1LI14  503¾47|1002%%SO444½  495  578
7214E  283251¼151  6G33¼884
14114éê2%  s5  3  1291168—
31—110  1¼  „  ·%  2912716222ê%  C0
61  S%¼SS2êQ  „–  556  3435  5111  |577
1373|  13  121  J  7/80  40  187  2320410  114  00]  81578
        <pb n="288" />
        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

1  L  III  3  6
—
*  Verwalt.  Bez.  Einw.  geh..  T.  Gestorbene  Diph=  Keuch-Schar-  Tuberkulose  der
«  ..  ,  .,.  —
I  ANY-M  t  3r  1  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  Masern)  Typhus  Lungen
M.  de  *  sns  Geborene  E—  ———  —
2  erd.  Bezirk  ꝛc.  -  SOLOI,»Ic.,«i.Sa,h.Sa..-.Su.u).Sa.ih.I-a.dlc.Sq.s.lh.old-.
579|  Wasserburg  3494868125846202  N  64
580|Weilhen  27861922  3369929  6  511531896SS-NB  9  „I  „

R.-B.  Nieder-  #

bayern  (25).  ,  **2  g
581sDkggendokf..«»  6527180  20450138358—-————-———————27--s2-·-3-582
  Landshut  2055312  539  182  7914137/333081  33
583/Passau.  17516844  464  146  5534  9P5CIIL  E
584  Straubing-  15595162  438  1600|  66931391J3  213  31  S
58  Bogen  3238713895  455  100  2LILILO  1  6527
586|  Deggendor  37620|13954911001  418  119  1672911  6  70  #
587  Dingolfing  22595913  703.335  56117195N8  NHSO  N3S
588  Eggenfelden  3602114188  301033  455|120  160  29825  SNSTIL  6  618  45
589  Grasena  18175  767  20  5271247  0%SSTT.¼  6  2
590  Griesbach  336181259  3J  41781  180  O  NSN  ISB  0  451!
591|/  Kehlhem.  33952  1706  4  4  105  17  12  „I8
592  Kötzting  25304117444%-BSB  1  24881  S61!
593|  Landau  a.  .  .  .  .  .  280041  952  28  761  5  5146  351/  -  ——  ——680  5  28  47  5
594  Landshut  ..  ..  ...  29079  1255  418  472  89  106  18521%10  2  11  „  .  s8  423
595/|  Mallersdorf  2290098442949  376  58  131183JFSSS  /93  8  66  2
590  Passau  ...  .  ..  ...  408164  33  1170  22729%„„  N  101  4  18  71  8
597/Pfarrkirchen  84632|1375  1020  463  93  173  291839  85|1714  —  77.2  V  5711
59  Regren  25974|1168  37732  356  102  118115688828  6éa  37  12  31  :
599|Rottenburg  34521|1667  291246|708|109|175|254426  19  6447  L  64—  —  631
600  Straubing  ....  2213589221|  289  66  8714986  1  49  1  11  31  6
60  1  BViechtacch  21828904  NN  14  2  6  30  6
602  Vilsbiburg  298961210  881377  92  13827430  30111  67  9  8  48.
603/  Lushofren  47651762  511323629  145|202  348é  2
604%Wegscheid.  17048588  172  165  4985  17393  31|LSSH013
605]  Wolfsteein  290581141  706283  55112  256  11  NI1

R.-B.  Pfalz  (13)
600  Bergzaberrn  37467|  1156  78621697|226  247|30  5N1106  1  12  8112
607|  Franĩenthal  ......  548141944  3IS  S  B  11  13125  %
608  Germershein..  52248  1582  1071|305|170/272  324/32  292212  —  —  Z0  23|  5  3  3123/2  10  8526
60  Homburg  579662196|8810S
610  Kaiserslauten  .  86378|8179  1051602  518  230  446  40860  51129  221  8  61  5N11(  19
611  Kirchzeinbolanden.  516451537  95724114168  312  6  617J  —  1¼  11122
61  rKuse  428681423  819/167/|139  23128212112  10  H1  1  148  120  1022
613  Landau  .  .  ...  .  .  ...  667542002  2508884  169  34535221182718|3721  1432
614  Ludwigshafen  702973049  1818838  876  398206|32  26231354742278  14  54  202  8
615|  Neustadt  a.  .  .  ..  76047  2348  1111493  425  214  428  NSOLSJ„NS„„  10  168  40
610  Pirmasens  624602  "1
617  Speher  34787|266  85  44411QSL  „ê  11  55½  ulsn
618  Zweibrücken  722602640  1439  437  278  392  83730  268016  10|8|16  10|13211|239  561  15
R.-B.  Oberpfalz  #
(20).  #

619%  Amberg  20200  665  2
62|]  Regensburg  41471HULS  7  6  1215
621  Amderrgg  256781  976  301  673  2745761799
622  Beilngries...  ....  28991|123651|1005  542  76  167  220171  C  54245  —13  591
62  Burglengenfeld.  259141
624  éthnnn  27811|1193  35691  3169  136  1766061LL  ITL+DN¼  2
62  Eschenbach  223368694  2089/10o5  13181|  4%  8  45/
626  KemnatHh  22609]  701  24  437  107  49  109199%  1  L5„„42
627  Nabburg  ...  ..  .  .  ..  18829752  251  545  234  66  101144  3  1164  47/  35
628  Neumarkt  321951351  4105  53  518  72  212  2B-LI  „91
629  Neunburg  v.  W.  32701270407346  8141132½  2111  715  1  2  1½
6830|  Neustadt  a.  W.  N.  31299|  107487  643|2209  87150  |19719  169  6  8SI1  2  212|—  4  78  8.  12  53
631|  Parsberg  293701327551103  607  96  164  68OSZ  SSiT6
632  Regensbunrg  .  30294  1363  46  1004  551  106  142  20511  22#  410
638|  Roding  24108  1062  296486  6  1102  18001UL□-„  S  591“
634  Stadtaämhof  ...  .  ..  40216  1906  62|1559830  170260  299|13  10l4A„SS3  1061
        <pb n="289" />
        Bayern.  (Kreise.)  47

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7  2..  9  1)  1112  In  14%%¼%E%L  b7
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  ,  ie  Neu—  -—z:
anderer  Lungenentzündung  liche  Krankheiten  der  Magen  und  —W*  Neu  —E  ZZZE
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrh  ****½  bildungen  EEt
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3  –—  2  162  473s|101  822!19  191168  110010n„  12  70  7  11285.  58|579
9—  45|22  45°84229  5S58  46  %  41  41907  8580
2  —  111  6—  5—–—  1  62  11211124  221  1SSé„„„„  301  21581
10  —  1.—]  ULNÜSS  831  21-  2  123  13  %  131  61  21217  582
5—  444LLCSêNyS  21  21  1119  11  81151  371  1B
2  ——2110  —  —551371231  931  21100  78  61  11  3813151341  46  „  S.  8584
——16  5236157  2321  491295  2661  91  51101  C  „  400  0l“S5
1144-„„OSS  6GCT„SÖSD  Ö  3  143  20  586
3—  112111I  44OT2TêSSD]  190  6ST
—  —  —  —19—66  7153131181  !  2231  51  31  3152  0|22  106611131#S„„!!S
2  112  5U  20  4  4+SCOO0H  76  541589
—  —  ———3GCXNC%  „%D  8590
2  44  0  52  „  ST  40447  OSSTT!y"„S
1——  7—6  1Q%  61S  OBÖO  41  21  84411361  á2  L21—[N½%
——  ——5——  1  44%  44  S  6117  15T93
14—3111  5  6s3306C  3  4  „  11  S  662  1G
—  —  —114-31  4  71  8315210  3  181257  2411  51  31  11211  9121  561  691  611105  9595
10  214111  ßS6H„ST„„G  10  -  6131  16  151  51]  811171  21  288  11185986
3—2  125  489999  413  412  51  21  8134  1420  761  741121  3127831  381597
—  ——21  6822421  46  26  16  411136  105  LL  S
—  —16–"  831  21439  405  61  41  8129  15  13117711511171  11149599
—  —  —  —  321121421  42124  61  21101159  144  71  -  131  512  21771  721141  411131  341600
—  —  —  —127  615  311831  10  61  2  —21103  88  61  31  2  BT  6-1157  171601
—  —  —  —·6  151  7162136  9  4%ê  SOU  2121831  321602
—  -——130  3  71  71131  7815412  31  91362  337  201  1%
—  —  —  —11  1—41561  462210  21121  92  781  61  11  21181  81101  8311  85112139  304
1—  1—24—  1111„C  21176  1551  9  -1  6120  71131  6é  871  81  H0e  „OH5
152  6623  2  1128  591  1I0426  1000866  31  1130  14
111
89  11145138B  401871  8n21  10117110  44444%%  460608
911  68422192122R!T9  5;  6  116  121  81  „„  „„  151  611118161  7  157  891609
12  14  4190  18  28  19  25107  39  16  171  ¼  151  3  3161127  321  75  105  66
5—  1  499123  é  OCU„U!„  40999144
16—  9  54S22,  U  %
3114111113  2  8  11%  22  OG6GC(TB2%  4%  T„S  „  Cé13
39  2699  4y„SST  521  56)  51  3136  3  S  70  71816  281  6|14
54%731118|182617  2393  8  754½SLGC  3SÖ#
13244  O  4dSy„/%êLC,%  S"  4SG
17  14  825W2"  ê  4S  „S  J6  :433%  101OTTE6  78617
—  ———1113810O„  yê  197  22  0  5  O  961169  „982  B  2
3—2222  132  12218  3624  TS  201  19
6  1332  277  6668|  62192  5116263S6C  101  2  1142  16  261  G  70]|1  5  37818  620
1—  122  1  5106  49  6110  71  61  1  CôSTS  2104  11481621
51.4êS  1Q  S!  B  „  „  O  269  61  41  3126  19  711391  OLDE|1O„„
3—  —218  43  „55|  422  2  %„O„'SiNT  5OTIHUE  S  191623
1—  —  132  b6V|14  50832  13  141172  5S8SSy  1ç&amp;amp;S  66C12  N3„„
2—  1122  13|12  41145  42SS5  16TT5
—  —  ——  252  1  5f735  19110  3  T  38  „CO  GG1444
—  ——  13  41  8  „  4„ê%SB  ê%
—  ——  —90  10  20  2931119  43  5-211381379  11  21101  1925  224
—  ——  —18  8  27  6  5431  51  7  111113  86  81  -  1  3„0O  S&amp;amp;SO„
—  —  ——29  5BO1  58  B1  OS„2!  1  Aê„O  511121  O  ELD10  1|30
—  —  18E11986  9110  1|36650  S|SUGI
—  —  —  —  15  3  –SFSOP  4„  4884  S  EZNTA“10  15  632
—  ———81  4  2„ê%  „  1L  SOS  73  151  11107218683
—|6O.êNG1I10  111120  75  43  221519  478  161  31  4  28  181141  116113  21  225  4
        <pb n="290" />
        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

"  1  II  II  1  2  3  —
2  Verwalt.  dez.  rn  Leb.  *1  Gestorbene  Diph-  Keuch-Schar-  Masern  Tuberkulose  der
8  F  icssen.  #  Geb  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  hustenah  Lungen
3  ;  s  cdtcllc—--——  ·  -  —  —  ——
Med.-Bezirk  2c.)  1893  Sa.  bU.  C.  d.  Sa.  b.  IEa.  Sa.  b.Sa.  oOSa.  a.]  b.  o.  .
635  Sulzbach  20320  744  271  527  S1  1272B  15  9124  18  4  56  —  5  51—
636  Tirschenreuth.r  321110388  36  164/  56  1812455  %  21  ?  2  3  65  2
637  Bohenstrauß.  24044  561  184  74.123  18  412  9]21  1811  68  1  8118
638|  Waldmünchen  163466½411  147  33  87  100321  1—  1  32—  230—
R.-B.  Ober-.  "  s
franken  (24).  »  l
63IBambk:g........  389401137317(3«,22384«2362251172011--2  128  10  8  9812
64|Bayreutoon  276931  7231  251  3548  13982  !176  15116142  1  80  7  6  60  7
641½  Forchhem..  2797|1111¼  60  13  4  2291111  25  1
6431  So  968  251  309  171  84  144  11006999  9  50  —  7  37  6
643  Kulmbach  3141%  46  30  50  4312  21  11  21—  —20  1
344  Bamberg  .  .  .  .  ..  788  29  550  175  77  127  17113  13  14  9411  64  —  10  4311
645  Bamberg  lh.  .  .  .  .  .  951831  653  210  79  I171,19315  1199  32  213  105  —13  7319
646  Bayreuth  ...  .  .  ...  935  351  395  168  82  169|179|20  16  5  5—  —0  957  6  8418
647  Berneskk  475  34  336  70  45  90  13155  2  —  4  357
648  Ebermannstadt  ...  685  271  48  100  44  124  1680%  8  1  1  541/  1
649  Forchheim.  823  234  1244  131  19991  955  —  —  5  509#
650  Hôchstadt  a.  M.  950  21567  181162  143  18119  —  —  10
651  .  ..  .  .  .  .  .  .  .  ..  1806  29159°  125  85  111|138#6  10|  3  26  34  13
692/  Kroach  .  .  .  .  .  ..  10283  24  816  268  214  164  17060  45  3  —  —  91  7514
653  Kulmbacch  1  82187  198  116  70  142  170114  199  1  244
654  Lichtenfels  4  115729  762  261  %  1%%  1957.  78  1.  —  —14
655  Münchberg  "  1826  20002  97/56  106  1449  8  3  2  3  1  327  8
6560|  Naila  722  31  3  53  97  13  8—  1  —  118-657/Pegnitz
  26594787  3599  135  87  153  21441466  2  649
658|  Rehanww.  21718724  —  3888  6
659  Stadtsteinach  17824  ¾1  394106  61  854%0|91I  *  —1#
660  Staffelstein  19173¼32  15|  423  115  48  104  155  ü  4  1  5  585  6
661|  Teuschnis  1749653  20|363  119  40  9410!H  3¼16  1311  2541|2
66%  Wunsiedle  39081269  50  715  187  95  177  266133  31  8  814  1  4  *r-R.-B.
  Mittel-  —  .
franken  (25).
663Ansbachh  47723¼  45  9  3  52.  1553  3
664¼  Dinkelsbühl  10  5  3  5211  .  —  72
665/  Eichstäüüt  25  232  86  15  6269  1  1  —  ———  28  —  228
66Erlanggen  730  11  45  234%  2½  3  3912  3577
667  Fürtoyoy  46726|171019/  1081  453  117  311200  10  2  2  6  20  58
668  Nürnberg  162386|5395|270#356N  1405|  491  988  684  62  60  111  58114  88/79  40857
669  Rothenburg  a.  T.  3  220  0  SO]  15  47  54  1
670  Schwabach  273942  ¼  70  20  544  3  12217
671  Weißenburg  2114149  49  14  49  3723  11JN.  —  4  193
67Ansbach  211061  45  243  250  94  171  228992114—  —  236  565
673  Dinkelsbühl.  58002  344  3  11/  111  188%  2  4  1—  206
674/Eichstäüt  23420|11512C  1%%%  10  0.0..  6  58·—
675  Erlanggen  "  42412d2628628»65839-9:311  «—3289
67Feuchtwangen..».  8854358723348113193141033——  —2.315
67Fükth...........  11077773033085j15815715122622n3  9124932
678  Gunzenhausen  1068  39  761  281  139  246L  49  45  7
679  Hersbruck  37218128So055¼  2  5161|1
680  Hilpoltsteii  230544%2%  0  SMAK  r-*sn  55  2.
681  Neustadt  a.  M.  30282/92  %  6  10  50|17
682  Nürnbeterggg  54987232594529Y43  196  327  263  18  41½0  -  —  30  16128
683|  Rothenburg  a.  T..  19872  2%  —  —8|20—
684  Scheinfeld#  1952¼522  233644  88  42  75  1595  4——  —  5  201
68Schwabacch  33267/1224  55890  366  96  205  223  83—  4148919
680  Uffenheim  .  ...  .  .  ..  308541  769  29  64565,  60  153  267  16  113——  —  4  4
687/  Weißenburg  277461062  49809  373  90  149  197/15  14220“2  17|67
R.-B.  Unter-  #
franken  (24).  1  *  "  *  "
68½  Uschaffenburg  15831447/823  35  75  69122  12  2—  2  2
—  ......  -.80022341215746Z15-s4452-!«-:z—-.s-  ;—-152
690sSchweiufukt13514436.10303106i:50180074i49H7i-—  32—  1W3
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        Bayern.  (Kreise.)  49“

7  8  10  111  13  11516|T
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  vAu-  e  «  ZE».52»38  Z«  I
anderer  LungenentzündunglicheKsrankheitender  Magen=  und  2z  Neu-  sEl  E
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrhbildungen  2  nx2z  ss22

-  ——-  —  —  —  —  -  125  —  28  —  O.S  Z
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Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  8
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        50*  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

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"  Verwalt.-Bez.  cinw.Leb.  ..  Gestorbene  Diph-  Keuch-Schar-  Tuberkulose  der
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692  Alzena  735.  436  132  35  118  15115142  SBIHMN¼LIS
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694  Brückena  430  282,  78  38  70  96  6  6MSNS.  éN
695Ebeen  578  375,  89  34  108  1445UN3  433
696  Gerolzhofen  995  692  225  73.173  2111
69  Hammelburg  629  358  100  58  88|1122321W  127/5
698  Laßfurtt4t  923  518  192  69.  1111707%733/JJ
699  Karlstadbt  963  61220  77.13918111111I—  3  1  6  55|18
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70  Ktzinggen  877  399  169  60  156  214  16  535356
70  Königshosen  845  581  154  67  155  20542212  5318
703/Lohr  1058  724  200  87  193  243  11  —m———————————
704  Marktheidenfeld  .  915  595152  63  154  226  15  13  11—  ——  —22  4276  2  76611
705|Mellrichstadt  392  211329  55  952  „21  —  —  1  2
700|  Miltenberg  2032863  113  102  61  115134  31  2“  2  —  4  47I1
70  MNcustadt  a.  S.  20198635  397  101  48  116  13211  4  —  —7  4s5
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709|Ochsenfurt  26135  806  536  165  52  158  166  7  63  8
710  Schweinfurt  32941|1023  71222117920408  —14414
71  Würzburg  40251  28%  330  97  209/252111  1174
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716  „Kaufbeuren  218  z11  69  17  73  531  T  11111  —  —  26
717  Kempten  474  13  420  141  U  1  50
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722  Nördlingen  240  214  80  14  53  61.  1211
723  Augsbuntg  242257/1863  962  195  322  34  3|  3933/211611  lee
724Dilligen  1460  11361|5
725|  Donauwörth  12399300684393  63  194  23499112  U  1  77814
726  Füssen  58518  182  57101115315  142  11  5
727  Gunzburg  .  ..  .  .  ...  1189  32863  427  63  146  2276  522  3  |1  293
728  Illertissen  782  1432%JR  "T
72  Maufbeuren  852  311609253  41  187  1781  55  3J21é4NTJTSSi
730|  Kempten  958  29  800  279  87|183/  2511111110|  .CSSS[w
731  Krumbach  855  22  675|20  83  164  17820  15  6
732  Lindau  ..  ..  ..  .  ..  769  281  648  172  78  158  24025  23  1—  —1—141641
733|  Memmingen  110129  101272  77/137  21827/1116C6  Li  0
734|  Mindelheim.  125433
735|Neuburg  a.  d.  1254411020  531113/158  2186  151310|3248  22
73  Neu-Umm.  758  21  68
73Nördlingen  1160  4  02
738  Oberdor  .........  78819529216621011502096521325-1s3511-—27-7
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Sachsen.  .-Kreishauptm.

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745|  Kameng  3  8136/516  170/294  384#3  L„„  1  9  4  7017
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        Bayern.  Sachsen.  (Kreise.)

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Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  GEEZEZ
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5—  4—42138  7112  SS  51  21  4135  21  141101  s80  O0  23
—  ——  —  103SO  613  51  61201  178  171  31  21  33  %  431  81  31106)  y
915  2115  11851611212  OCE  4%C„  601  1„  „  106  782
1141190  1266  „„  2410  2  121181164  31  21  21  43  4Ny
13—48|2144SSOCEC  11  7137  16211  771  41141  31251  91734
98Q  "  „  1„  TiS  70  189  3  61302  288  4  31-138  6SOH  O  N
412  1O  êS  C  6212  21106)  241736
2—1—100AQ„„%SB"LQOSHH  41  -1291  7  211  361  721  41  61256)  4117387
6  —  12128  1  45  MEBEEBEBELEE  35821380
5—  —827  36711  G  S  D  „  %  %ÖOOSNNSO
2—221—26  5N1L  44%  SST
—  Vé  SS„SSêTTTO„êD„EDSO  6281  48  S„„BSOET
18  3592111011„3?%ê  C6COH„9„é  O„OS  GN  ½0n„„
25——11410|  671  2„9%êQT  „SNMS  O  SO  529  11  SOSBHNNFS  4
11—  71102  28  1624  34  59  9118  19  181704  622  82  2114  82  45  86  721370  40  28  578  27  1744
71—  5551411648„oS  6
46

1—  1—  ——LNLN3—
        <pb n="294" />
        1#  "F
52  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.
:  1.  1I  T  1  2  3  4  5  6
Verwalt-Bez.  Einw.  Leb.-  T  Gestorbene  Diph-]  Keuch=  Schar  Tuberkulose  der
·  ·  .««··  .«  «  ern
mim  n,  2  #n.  Geborene  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  Masern  Typhus  Lungen
MMed.-Bezirk  2c.)  1893  Sa.  a.  b.  c.  d.Sa.  b.  Sa.  leo.  Sa.  v.  u.  b..  Sa.  b.  d.
Kreishauptm.  «  l
Dresden  (9)  1
74Dresden  243274,|10186/277  54032723  6661103  92112711819  2923  240  315—45  4%
748  Pirnaa  12893444751·20  312  728  658  47  40115  72  5  36  14321  412  26342
749|Dippoldiswald  52998|18739991169  423  177  256  3192292815  SH  1  1111—1111—M  89211
750  Freiberg  #117844537/1902895  1167  418  663  647130122/61  15  52  5  1  59/21  23286
751  Meißen  1098083940/1632326925  331  509  poih  12  716  13  2  —  5—  5225  5|16  176/  28
752  Großenhaun.  7746128971260160  666  192  365  378  58  55  8  3  1—  156.—19|11819
753  Dresden  8364401105611440]  65862301  7392065  1481170  15  %3  17  313/899/1549  745
7  ohnstein  (Correkt.=  5  «
ngmuwkskkglgxgzgxg  :
(Hk!fs-Anst)»..418u.chgdeu7——61-—«-—————-—————;—2s—-—2—
75Sonaenstem  Geil-  lCLMsZchsM  is
u.  Pfleganst.)  580)  seiwi.  50  —  —  39  11|  2—  —  1|1
Kreishauptm.  1  «
Leipzig  (13).
750  Leipziga  100119  4371  140  2630  1403  442  40  3841  3%  NS  1  SNS1  16  14634
757  Borna  ..  .  .  ..  .  .  .  .  74208  2789  104  1864  880  206  864  402  3  3  113112
758  Grimma  950244N  4  1  1
759  Oschas  546371959  78227  519  137  218  353  14  %  1  2  60|8
760|  Döben  101628|3782/1444192  961  260  431540  %  LL  S  LH6  3  5
761  Rochlig.  10632207  15339  373  46LEG  ¼  6n  173.—  914420
762/-  Leipzig  399963/13928  493  85638664  13412191  6  BIG  1512  1/16  3633,  6231000  28%/  68  94  1lo
76/-Hainiche  8064  10  %  Aô12
764  Hochweihschen  (Heil-  im  Med..  ·
u.  Pfleganst.)  60  7|#8z.tDobein  2  —  21  +——33–8
765/  Waldheim  (Strfst.)  1877|)  eingesc  44  5—.  –  9—  —29
766|Hubertusburg  (Heil-  im  Med.--B.  ;-u.Pf1egaust.)...I767ssichaveiugqm-27336—————————3——
  1512
767  Colditz  (Pfleganst.).  603h  im  Med.  71—  1  58  11
768|Bschadraß  (Heil=  u.  zirk.
Pfleganst.)  368  eingeschl.  17  1  1  4—  —  —  —  □——3N  —
Kreishauptm.  1
Zwickau  (14).
769  Chemmit.  34629116202266|15491673/|1340K292  26  22  12  35  33172  70721  71  575|40
770Flöhn  81311]  3401  145  2205  1084  311  408  402  68  66  4  58  169  3  142/14
771  Marienberg  61920254583  7,  232  30232½5  31  4  ;  224  136,  313/108|12
772  Annaberg  101544260  12|2  31  47G"  S  T  15  209  311  18213
773|  Schwarzenberg  1083751491  1|1592  330  476|  5135  45  16/  44  130|20
774  Zwickan  243085/10533  890/6239  3553  7631029  8941195/18715  83112  17  2  364  1  26  30780
775  Plaun  15215  /176  688  628  69  CS  %  S  294  622  235|81
770  Auerbach.  ...  ..  ...  87942  8540  120  1875  873  225  364413121  120137
777  Delsnitz  ..  ..  .  .  .  ..  62768  2838  70  1206  446  164  263333¾31  ¼  120  417  8613
778  Glauchau  ........  141910|  6246/240  42272290  473  68  349  2|14  2912
779  Zwickau  (Strafan-  Kr.  MWee  .  1  s
stolt).«.......  88  ANY-Mk  12—-——  93-——-—————--—-—  1—  4—
780  Hoheneck  (Strafan-  T
stall)  78  Aga  5  ———  —  —  —44  ¼
781  Sachsenburg  (Straf-  7“  d.
u.  Corr.-Anst.).  27  655  2  —  —  2  +——————  1——  1—
782  untergölzsch  (Heil-  E½  «
On.).  41  5  eingesch.  27  —  —ZZEL2-’.2
Württemberg.
Neckarkreis  (17).  4#15
7881  Backnag  29624¼015  44  691  2  82  1641M%LZ  1  58—3T
784|  Besighem  28406%9  4½0  202  75  147  17933  85  10  99  31—  23  56—3  512
785/  Böblingen  26670  889  3142  271  73  127  176  7l  981  19  32  14—73
786  Brackenhei  2334%726234  38  107  1010  l  1½21  1½  7
787  Cannstatt  5094  1649  481  10  7,  406  130,  322.  229  30  31107  20  —  A  99  101970  19
        <pb n="295" />
        Sachsen.  Württemberg.  (Kreise.

77  8  «  9"«  ,1o»usu  is  141  S  L„

Tuberkulose.  Sonstige  entkünd.  Magen-  unde  ZEIZ|

anderr  Lungenentzündung  -  desage  und  ß3/18/  E  Dn  z

—  1
a7  17  29  18249  9  72  47  34221  78  42  4a6  71ꝑi1s8ai10  8  11
245  10  711¼50|  381/29126/86  2560  41967/80|16
½85  5|50|  11  14  8111111712|18  3/2199|821
4
10
17610
1%  SOL616  SS|52

–„  J—E  1½

1—  1  2  ——LO  SS

292%  —*  49  15  1070  258  6  786

1128  63  4  710  58  –757

20  288/  69  15/10|1925|108  2/26  4790  5  4758

1½  38N|  55  750

3220  26  26  i5  27  6  18  XEEIE  1½%

2113153  1811881116  7  ôr

½%  à4%  %  15  245/16204  676

1——2%%  %1  1011—  1568

HE

34——8|1  —  1  —  —  —

21——  8—  5  +  —  06

3—1  2144  —  —  767

11-  —  121  —768

20  447

"14  15770

#  #

13  —47

10  21½3

20  9“

51  3775

7  11

58  677

»  8  -778

..--..-....1-..k.-I-11-—  —-——————-2——4—779

-.-...-..,..---.-—2.,-.1·1....-«-—-49-».-L.—»————·1——  l.-780

-3...--.--.——--...-..---(..««.---..-.x-—-—1—781

--.——.—-sz.—.--«.-1·——1—-—--—.—-——-—---—---———4-1est-M

4%  %  108  1  .  :1000  J

1262  1/  8|15100  151  51½%  iO|I%

½2%2%  1½2  ¼#ul  8%½

1  622  2N3CZS¼%

2  N  2  2852OLU
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        54  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

—*-7*[lr*.  1  —  1I  F  III  1  2  3  4  5  6
S  ·
zVetwsltsBsk-Es«w-«Lek,-IT-,  Gestorbene  Diph-]Keuch-Schar-  Tuberkulose  der
i  Wmi“n  #en  (ausschl.  Todtgeb.)  therie#  husten  lach  MosernTyphus  Lungen
3  cheoo.  Geborene  —  —  —
Med.-Bezirk  2c.)  |  1895  Sa.  a.  b.  fl.  Sa  b.  Sa.  a.  Sa.  b.  ISa.  b.  Ea.  b.  C.  Sa.  b.  c.d.
788  Eßlingen  4959  15484  326  115  245  258  29  25762  1½6  5|.1  2130  6  1449614
788  Hiilbronn  ........  .586620577512585411453252478629118328Zukspz109—·s10963
eskouvekg.........  31721084  697s289H59136218221953———-———i—z—44312336
7912uvwigsbukg».»  ;507915596901Y371,10422128522182—2,2——1—;154.-2743-4
79Makhqch».»....  H265394035671206s71122168201843-—s«——-——,—s—50i5s627«18
79Mau1hkoau.....»  3235198684536419575124142191811811———«3;—;51!24834z7
79Neckak5utm».....  k297s10103a29xg21s60151x197171454111—3-131(u-—s155«8
79sStuttqut.......  315832144881853010J1097s31797636207462636426187133472328816
79Stuttgakt.».·...  :44021750  1161  520  133261  247/86  3320  131  1318—  ——122  3  9  106  4
797  Baihingen  21431713  132  54  104.12613  12  81  11
798  Waiblinggen  27008884  210  63.1311165  18  1444  ö  I  8  4
799  Weinsberg  237144  767  177  50  10415910911183  I  1  26  —  —25|1

Schwarzwald-  1

kreis  (17).  *4

800  Balingen  36004351  342  130  21622161565  -  ——  —  1  1#  6  —.  7  58|  3
801  Cahlwm.  2533029  l  88  137  179  4%%  -HLN„B  591
802  Freudenstadt  32087|1218  324  129  170/|175  6  531711  SO  5|40  5
808  Herrenberg  .......  24122  902  311  119  111|16919  183124841/34422  311  2
804  obrbr.  198391  657  20952|  113|15444%  61  41312  21  —  —1—  B  „  C
805/  NagoldM  25078  856  255,  76  13418511105  11683  31  42611
806|Neuenbürg  27286964  277  84  151  182132  251  4SSI„i„=  8  60  7
80  MKürtinggeen.  277638  234  95|141632320|/2121315|––%
80  Oberndorf.  302351107  319  122  16480/6  5%  J„SS  1  556  6
809  Reutlingen  461781618  460  127  259  2606  351  4  86  —  11½3.  2
810  Rottenburg  ......  .  277811  934  287  64  134  22322  18  89  9—  L  5¼¼  3  I
811  Kottweil..  34170|1175  36897  193  190|26  2—  SqéO  5
812  Spaichingen  166960601  1539  4442  10  910  76  311  111-  ULI  30  1  1
813  Sulʒ  .  ..  ..  ..  ....  1865155  157  339714010114  4.L  SH„  3
814  Tübingen  36812  1567  258132  246  222142  390  1  11¼  46  51—  2  1  1I  „  4
815|  Tuttlinggeen  29095|  1128  416109  173202  3212  62  1  3  1
810  Urach  ..  .  .  ....  .  ..  31304  1155  304122  145  204131  2922  715  41  1—.  46.—,  788  1

Jagstkreis  (14).  Ü
81  Aalen  .  .  .  .  ..  .  .  ..  30099|1121  259  53  139  188  8  1%TS  „  5913
818  Crailshem..  25762  861  202  48  151187=  1–333  9
819  Ewangen  30202  976  240  102  152  22745  398  5%  8B„i  U„  84516
820/  Gaildorf  .........  288751  859  195  80  126  174127  26122  1715  42SI  4
821  Gerabron  29192  848  195,  53  125  1952  13—111911M5  44  6
82/  Gmüänd  374741388  343  82  203.1766  1594H
82  dal.  29530|  815  172  80  161|199191510087  1|I1  %  3
824  Heidenhei  39043492  440  102  217/259928  24US
82  Kanzelzan  .  .  .  ...  2864447  170  6313116  6C  §]  53  55
820  Mergentheim  ..  .  ..  286401  799  202  s4  132  2054½  4
827  Neresheim.  ...  .  ...  20815780  216  61  115127%  4  JSI.  49  s
828|Oehringen.  2958950  240  116/150  18265  58/19  11—  44  U  5|  4720
829  Schorndorf  25787  841  200  67  125.222352983  4  1l  s  2
830  Welzheim  .....  ...  202411721  151  48  108  128  17133  1  1S„S  1

Donaukreis  (16).  6
831  Biberach  ......  ...  35199  1243  107  114  168  247145  8710  7ITIID  L  6  65½
832  Blaubeuren  2003865  323  82  99  1423836  30|2  1½2T5  35  4%°  1  46
8334  Ehingen  269661090  389  74  129J1861L  L6  8  3
834  Geislingen  32689|1202  36689  183  20827  20  2  143  102—  J98110
8851  Göppingen  47668|176  432  98  255/26921  1938532  2I2  N4
836|  Kirchhem...  28210889  188  81  12402  2444  4379
837  Lauphem.  25875|1005  31375129200|  25  21|  A  1  38/2
838  Leutkirb.  251051  888  241  88  158  185383NON  21335
889  Münsingen  238191  901  297  57  93  16112  11123  4  101—  627|3
840  Novenshurg  ......  41414  1172  300  78  272  273226  27141  616610
841  Riedlingen  ....  ...  265531  948  273  68  149  2078380  3099  .  1—  1  3  51.5
842  Saulggn  ...  28128|  1019  297  70|136  17622244N  2141  9
843  Tettnag  24171  750  166  45  140  2919911  ——  —  388310
844  Ulm  ..  .  .  .  .  .  .  ..  61865|1986  641/1733441369  52  42  19  6  1  116—  5  00
        <pb n="297" />
        Württemberg.  (Kreise.)  55“

7  8  9  10  11  12  13  14%%

Tuberkulose  Sonstige  entzünd  "  Q  ——-N“..  2

anderer  Lungenentzündung  liche  Kränkheiten  der  Magen=  und  35—  Neu  —  2#  2#  2
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrh  282  bildungers  xsz2

-  .  —  Z  —————  1

Sa.  a.  b.]  o.  Sa.,  a.  b.  c.  4A  P  ..  .  Sa  a.  I  b.  *  E  Sa.  ce.  d.  *""“  *w  AEHE
3#1  %%10%%  %12%0
419171387  1  8  16  12110  t192322OGGC20  49  71125  7789
128  5l4816  4  7  21138H1400  HH0  14  NB  „  6217980
251|10I  134  2  6  9  173J  44  10  1918411805218  42442  111691179912“6  3791
32—1  2  19  7  15  21128  111511133311  10  5518  511  71  212211  1|792D
100444  11  10  151  26  5  4  6LSS  00  A0  4!  2793
3015985|  1  2  12  20  2817  4  11617116622  1  12  S  20  30  6  2159  2794
13130868  35217|72  46  15  54417/231829  471747  680  1113%  3795
181  6  13  17  2835127°/  7929727516  1320  1110%  3796
3—2  148413  716  8  30|0  7  3  61457  88  188  9  28  400  1  130  1797
176  6  524—  1  12  115  221Q  1¼¼  U  21151  53  4  411
2—  1  1  4—  —  2  2f021411  12251  92  721121  11  -  113  7161801  64S9S„„50O0T7
7—  381  4  7  10  1582  12268  2600|8142167SO
1—  1—659  30  5  9  15  20  8  12  9958S8H112  21  184  60  102  1
19288|60/21  9  13  11  43211  571067  143  151  4112Z15  6  58  45  4
1——  —3388B  7  6  12  4113.  1I0091  92|  S87  4iSSSOC  4  5803
4—  8  1  25—  —  916  532911171214106—  58i  TTLO  %  S„
71  4  1858716  10  12  19  10  2  114815914142i%  SES  44  70  81  211711  241805
5114  1  U  12  EC  2%.,AS
1—  1  71  49  4  10  15  20  38216  7  4  51  DOD  1Q5½  6C  48  57  2807
4—  ½½—653  8  12  18413.  511213J1L  1  1½„½4G62  6808
33816  9  52|13  12  11  1627110  6  4  7201181  61  (½y  69  488C
3—2  15611  914  2344  1112|17220  203  ½  4  B  S
8  51  253|18  14  11  152  11,  7  132136|1271  72  465  70144#„„
1——  124  4  6  810  6  312  869  586—1  6  5IH  5SB  4  18  8812
2—  1129  2  3  4  20  128  —  4  577  73  1  48  6  51|2  47/7  19  21813
5—  —  516614  14  15  121  33  7  3161171  821  71  91  21  51  46  26  191  621  571221  4  491
—  ——2680  31  19  15  1523—  118  41128  1208HJ9B„D  21321  „S
3.—  2.  116.—  15  1  45|11  15  613216195171  2312  111  7711011  71  51171  3  816
3—  2129  8  2  11  8115—  .  4  3820488B100  „O  48  671  721117—17
5687  ·20  6  12  191  26  2  7  51„  SS  2  420  119H  18110S
91  444  8  6  10  6  26  30  7  8  510  177  166  11251  17  13  42  6622S
2—  1  133—  5  10  188816  12  37129  11510U11  16  9  7999T41113122  7820
7  –  53914  9  7  9920O0  3  49  67  6114%0  100  3!  75  15B!  1821
211112  817  2  2  4  9  27111  3  6.  7240234  5—  —  26  169  é„„  31822
8  L1  2  48  12  11  12  13330  2  13.99777053  1–6T29  1823
17  3  8  51  61  13  13  11  244y11  2  11  131197  168  10  18391920911  8NI16812|811  1824
11114  63343  5  13  1359  7  61383  75  44  1  187|10  33  52  6  (153  1825
17—  5|11  56  10  18  11  17  3  4  4879  6610  N2  1¼9  5  3826
2  SN  SESS  "  T  T  1  ,„„
6  —  —  44  y  1  1  7  5  21188  188  93  1„  1828
15—  10  51  3—  —  3  —  102  8  23  450  110½  4Z„ê  661  CC  S  S:
1—  1—2244  1  10  1228  14  10  —  468  60  61312  8  261  25  600  6  31148  1830

l

2111874569111944  16  9  41151310  290  171  11  21  40  24161  7613  31831
174  76114  —  1  7  6|3820  12  1521111999—827]16  113  9  81  5S  398832
241  1151  8121  1  1  9  l0  3318  4  38274266O0  4  1833
300  21511508  8  19  15  132  1  6.  4285269  121  2  522  715  69  1086  105  100
141  —  481  756  10  11  25  20  24  53,¼  „„%„  „S  S3
1519  43  4  7  14344%  4  622  91806  5  1126  1313  45  671  7J%
4—  18|7111  15  5  6  18  5  2  11022922668  21  41210  11  1  6N„  „3
914  44880  1  6  8  15  40  12  9  72|138  121113—  1!3214471000  9  31544
1——  1  9  5  453/10  9  826  26220%%  O0O  T1  SBO  39
311—  11  19  15—  1  8  69827  6  2342168  15511  CO  261110  L!  1840
5—1  181191I.  lo  46  11  10  00149139  13  22  620  688SS14  21841
2  —  —  313617  3  3s12  421110  714188H116444„  11842
8  —  312118  2„2  2  5  9  23  5  60  21005  40  HH  50  421171  31279  3843
16——  78  87/22  12  23  30  5411  10  91241450  420  21  7—  462  6844
        <pb n="298" />
        56“

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

u  1  I  L  11  3  4  5  6
erwaal..  Bes.  Ginn  Leb  -  Gestorbene  Diph=  Keuch-  Schar  Tuberkulose  der
3  rcb.  T  7  1  -
2  *5  *  Geb  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  Masern,Typhus  Lungen
7  irk„  .!  eborene  —  —  —  —  —  —  —  ——
Med.-Bezirk  ꝛc  W  Sa.  a.  #.G.  d.Sa.  b.  Sa.  u.  Sa.  b.  Sa  b.  Ea  D’i'o.  Se.  a.  b.[.  144.
845|  Waldsee  27110|  893.2  5724,  267  90  171  196411414  55½22
Wangen  21653  6411112  146  59  121  18623190321—  1  1  5/7½  4
Baden.
Landesk.-Bez.  1
Konstanz  (13).  W½  kr
847  Enggen  20570  582  14  4153  131  41  110  171|1  %  U  35  (u
Konstaz  47181342  2692721  1211411  3  1  1212  1633  1%  9917
849  Meßkirch  138711  508  11  336  114  40  87958iS  3S  UAN  2  313
850|Bfullendort  970%¼16  10|2441  99  27  54“441
851  Stockach  ......  ...  18833  633  "4  434  168  40  105  1211—-N  1  311
Ueberlingen  267956ES  1  4  4  4
853  Donaueschingenn  24183  73944585  169  50  146  22016  062  21——E  3  2  60  —  6  4113
riberg  21637  7301X  512  148/  112  121113113882  2  213  1  5  4
855|  Sillinen  25982  907/|20  52  207  65  152  124%88„„335  3  311!
Bonndorf  ....  .  ...  15754  401  141  361  75  36/1  118  160  13TN%  Q33
95—Sächngen  ........  18885282036388z71141244411-—11-—-——50-2i;39j9
szSt.Bqsiki-......  958238720546328666510101———————-——30--3.-;»91
Waldshut  3247|839  24  696  125  60  188/3232520|  2  356  1  1.  504
Landesk.-Bez.  ·
Freiburg  (16).  **
860  Breisach  11  356  87  39  AS  N-J  1  6  28  „
861|  Emmendingen.  41010  306  109  259  33626  2124133144s  J12  6  13|93
Ettenhemm.  11  404  138  47  95|1244%  J  é4"  1  40
iburg  60  1701  424  169  578  538035831  L  6263  11  30  19230
Neustadt  1127  943½|89  111112212—++qJ1=  11
865  Staufen  377  82  33/1101522  106211—2êS%  5122
866  Waldkirch  19  493  122  57  149  16511  10  10  S  6
867|/Lörracg  20  743  176  87  226  2544100915122  21171  3  14  65°6
868  Müllhei  17  335  6430  103  13231113HB  4  345
Schönuu  14367  21  106  11091322121——2  4  1.  1393
870  Schopfheim.  19  401  99  50  108  144100  1L„  L.  3  36  2
871  Kehll.  22  154  150  74  108  152  1  %  z13  13—1  136.?  38.
872  Lahr  3182¼314  116  175219J76—10  1  —1  7512
873|Oberkirb  1375  139  82  9111322  41—––  2  40  7  29·4
874ffenburg  411168  375  333/36811413332113—  3160  2  8  13713
875  Wolfacch  1  40  175J
Landesk.-Bez.  #
Karlsruhe  (10).
Acherern  10  420  134  48  122  11444SS  3  46
S87Baden  21  615  169  56  196  19410  101]1  qNEN  I  6  6710
878  Büähhl  28202  196  80|193  23314142—  31  JI  91  3  82  6
879  Rastactt.  341271,  435,184  339  3128225  11  240  M  1
880  Bretter  32  513  163  59/135/156  1110  Z3U„SGTD„  5  4«n
881|  Bruchsal  .......  ..  60  1705  7837|199/387  38235  800S2  281  5  32  11
882  Durlacch.  51852  360  98/220  1748  2!N.  1
83/Ettlingen  25|537  238  60  138  101113S  3  6210
884|Karlsruhe  982295)855/262  708  470/32024%22
8/Sforzhem..t  87|T118  567  133411/30713  118/1  1  J2  /
Landesk.-Bez.  1  #
Mannheim  (13).
Mannhem.  1542825  1322  380  708  415  5118  15376|55  3310  —  7|386  13,  37  290987
889  Schwetzingen  441%%S61|  6  6  11113
Weinhei.  30  556  207  62  123  1644NSS%-SS  "  7
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        Württemberg.  Baden.  (Kreise.)

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Mediz.  stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  h
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        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

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897  Tauberbischofsheim  45992  13423  881  889  247  99  225  318171151  100—  8  7517
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Hessen.  #  l  I
Prov.  Starken-  «  ’
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900|  Bensheim  ........  51985|1931189/1185  462  191  297  23537  331611–2HNCO  2  10912
901  Dieburg  .........  54742|1767|76|1105  278/  130  327  370/20  1911½  222  20/8  143  3  7111914
90  Erbach..  46519  15136  815  205  75  267  268  16  153|  5  14
90%  Groß  ·  Gerau......  443311520|51  882  263  108  268  24312  711162  19  712  323131  7  9  109  6
90  Heppenheim  ..  ....  44912  1643  70  964  294  133  269  268127  25—IIIH2SH  4  dz  2  529  7
905Offenbacch  101529  3656  12311998  697  317  581  40856  4626  152
Prov.  Ober-  #  .  ’
hessen  (6).  #  ;«l
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908  Büdingen  38378107585  112  84  195  244119  13  L„„  1  7  8111
909  Friedberg  645511724591121  210  136  372  403/28  2419  1110  3  2166  1  10  13124
910|  Sauterbach  .......  28259  82|02054677  106  174  189147  471  2  1——  —55—  7|47
911  Schotten  26424  7832  29  484  80  79  124  20120  2681106  5|  61  ½Z  3  415
Prov.  Rhein-  l  E-  5
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914  Buinggen  382991114213  169  68.212  264  1  194—  5  7712
915  Oppenheim  .......  45571344x4
910  Worms  .........  741632584  1111754  611  337  409  397262½½X  1  21310/23  115525
Braunschweig
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91-Braunschweig  11151393836  1112468  876  388  669  5339/86  100513/11/  5o86118  295  5/26·22935
918|  Braunschweig  41562  1392  49  213  2393128  41010  367183  3120s  3/22|8015
919|  Wolfenbüttel  79901/  26269  "29/46.  6#5722  5/|16|11321
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922  Holzminden  48739|1681  13/26  177  265  255  2982518555U  310  72#1
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Sachsen-  «  l
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Baden.  Hessen.  Braunschweig.  Sachsen-Meiningen.  Sachs.-Coburg-Gotha.  (Kreise.)  59

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49  11119  183—12  1|1  50|6  17  00  122  105  13111636  17  191  448ê1
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18  66  41261726"23  60  00  1815  18  49  157  132  19-  56  24  32  524O00  91
24  2  8|10  122  32  3227|  31111841723.  4212  176  271  21  3  4%S  D
2  —  —  11|111529  38  29  54.  1151126  34  221  5  42  412  2  „  0  17103  31921
10  —  41100  9  19  42910  9  8122128  2  5  J6O  S  3  78922
3  —  122  46  J9N  61  52  T02  „S„„„  „  4%
9  1/  882|18  2511  28B  33  8  3  913549110  4
3  1  1  119211116311  ½  4  1l91!1  3„B-NSSGSU  94  925
511.—  40  22  15|13  20020  1068.  2911  6515  112320  812  41  67926
71  26514  19  1319  6  4  71133„„  14  33  1191718  441997
.
il  «
i:  I
s
5  —  2  312  3  3  427  %%%S  6%%  171  361  SH  6928
EOD–––p.  111„ILLA1IL  5—s929
—  —  1—|  —  —  144  12  1.  8  4–H  22  —  9144
—  –  —  3.  1—  —  21  6  11  21  11.  2—  21  21  4—  191
10  —  2  733  4  5/12  915  2377  30  1443156  789  84722  28  25|932
16  862911  10  2  665  k/  718  20  918114éS1  29933
1  —  1—I  11—  2,  40  %  4  3I  8#  1#„  NÖS
        <pb n="302" />
        60“  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1895.

1  |11  II  1  2  3  4  5  6
S  .
»VCTWUU-VESE"IW-·  Leb.-  Gestorbene  Diph-  Keuch-Schar-  Tuberkulose  der
32  .
mW  r  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  Masern  Typhus  Lungen
3820ed-Weerk  .)  1866%  Geborene  -  ———---———---.—  .
“  Ves  2  Sa.  a.  b.  c.  d.Sa.  b.Sa.  u.Sa  b.  Sa.  b.albie.a.  a  b..  a.
933  Waltershausen  561|2102  34  19  28  39  ––-2  1  10—  1  9—
930  Gotha  .....  ..  .  .  ..  41165  381  865  303  112  171  279  20  17  5  33  35  4—8  6  9  63  7
937  Ohrbruf  ..  .  .  .  .  .  ..  35080  1273  3631  188  128  142  172  11  J3T  14—  2  3  3  51  5
938  Waltershausen  34411|188  4699  222  106  141  230|1313  1  1  4  1  1  52—.  7  *l  8
939  Schaumburg-  Ö  ·  s
Lippe-  41224H  12773163798.89s2032881313—k————-64169;—7;4-2;18
Bremen  (4).
940|Bremen  400/11%  %  5  324  866  64½%  21%  2  1  6  300  18  41298  33
941  Gegesak.  90  4  s82  10  5  27  4NL1
942  Bremerhabden  183660529  1355  85  32  156  3L  41  66  1  4  55  6
943  Landgebiet  32435|294  22%  94  157  1900  53#  ¼„„  ULU  I1  *l  3  17  51  2
Hamburg.  .
94¼½  0amburg  21001743117142  4185  1620  3638  2299132|1  101159,  94113/105/101457  750133237127  1065  103
94  Hamburg,  übr.  Grb.  188366/84  344  136  236  26014  111111  31  6  7#  15  s9  8
Elsaß-Lothring.  8
Bezirk  Unter-Elsaß
  (8).  .  «
946sStraßbukg.......  -:390211.5:;007943457  1951  2026882
947  Straßburg  2813  711957  696  243  435  131144½  N  4  14160
948  Erstei  1854  5/321  445  150  2  3/2911080  216  12—2  iie
949  Hagenaa  32399/  71  1646  510  249  387  16  121  —  —4a2  2  19156
950  Molshem  2029  53|1424  372  176  328  3124386  2212  1  U8  1  0
951  Schlettstadt  2049  6111464  434  173  t  13/29  Ju  be  211138—  15  108  15
952|  Weißenburg  1677|  61¼1065  303  120  2  13/  10  M  51  —  16  8620
953  Zabkbden  2795  9|1752  498  262  0,13  J1|I1/11  21/195  6  2712933
Bezirk  Ober-  **
Elsaß  (6).  1  MA
954  Alitirch  ..  .  ...  498891462  4|I111  308  111  285  15  1111  33  J  1310326
955  Colmat  ...  ..  .  .  .  ..  87588  2821  1283  1899  631  243  29  201  9  5  LC  4  18  13832
956|  Gebweiler  60556  36  25  111  I  TE  91165  2  713620
95  Mülhausen  19397335957/263|33241247  477  2  INE  514  418  4  3334239
958  Rappoltsweiler  605801861  760|1327  432  174  351  1
959  Than  59175|875  *56r  154  325
Bez.  Lothringen  «-«  I  *-(8).
  s  «
9604Mep............  597941441551104303149267286I097i111282314—-1:«21r  gios  8
961  Mes  80272  1770|  69  269  107  336  685/16  1410  74
962|  Bolchen  4025813R0  ES  232  86  205  367  J  6  84  5
963|  Chäteau-Salins  4885211052½  75  197  46  %  71  GBS  -T55  6
964|Diedenhofen  89737  2771  67/I72  472  219  453  6222  21161J  201261
965/  Forbach.  788751  2376  538  18  1  365  504  13  ¼
966  Saarburg  63777  1855  5v3n  1323  336  141  344  50|6  2  2%  41  11
967  Saargemüänd  68320  2265#651  1663  497  206  479  46|24  131/298  2  11783  825/  200  3  2015810
        <pb n="303" />
        Sachsen-Coburg-Gotha.  Schaumburg-Lippe.  Bremen.  Hamburg.  Elsaß  Lothringen.  (Kreise.)

617
7  1  T  9  n  1  J————————
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  md  zss
anderer  Lungenentzündung  siche  Krankheiten  der  agen.  und.  S  Ver  -—EETEEZE|E6S
Organe  Athmungs--Organe  Darmkatarchbildungen  58  2  5/
4  125  —i—)  2512  S
Sa.  a.  b.  e.  Sa.  a.  b.  C.  d.  Sa.  ##d.Cc  d.C  ISEa.  .  ###  #  Sa.  a#.  1.)  #  1%  ö|  S
—  m12—  1  JSHSCE  NFS
i2  2  5  /  68  I7  11  19  2/33  6  7  8  1  60RUH  50%  s  sose
5—  1  339  8  13  11  127  2  6  8  11  35.  33/1114J  3M383A3ê5
5*5—  1  §  "  1  1  „  J  LIe  kr  538100318%%  s  as
l
1%½  61114  ii  as  JT  3  10
i-  ;  513
11426,57-150-36;26-44.42666023756711283  3
*1  1  1—?2  7  1—  —:  5  —  38  H
V  5  3422  3  7J  6  4„  55%  112
2%  13  4  2  11  15  1132  13  6  15.  185  11110  5RN
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23811125118k9s9i193i273  13  16  37133  28
I  Eis-«  s
62  4  37  1888  1  9  43  3  —  70  59169  564  71  5175  104  70  97/87/865/27/886546
34212  1  9  10  24  22565  46  39  53118291  34118287617834
20  %  5  4  8  18  33  iÖ8  37  18  32  81  8#.  511144
24  1S  3  1  1  44%  GCS
36|7  13  11113  12  35  71|207  35  19/24129  175  4556  1
25  99—  10  21/29  32  33.  37127  185  24  50  1385/100492611
1  5  JI/5  3  1¼4  31/124  15  20  27  63/96  2s82y1112
%  18  244  56  31  5110/183  8  24
D  4  1!
—  1  56  —1314104  14  10  40  4%  6%%%%%TSIO  18  854
13  1/62  11  5  12  3428  56  33/  3810103  63
1419  0  10|  6,  13  21  2171  47  19  35.  70219  24.4¼%/  34%
0|0  1  2M  17  2  41  3371  75  82  65149  606  111105  ¼
235/  11  670  4  9  30  27|141  34  18  15  79232  —5  ,
7  29  1  —  107  2  12  2„  62561/38802
.
i  ·
438z262711-—-;22«41695393182-38;7  Inqu  120237684129102711960
307s15521"222j27190z27s17228,12m  34582074272521832441961
8—;12261s1j11j78s13j111y77  1824104918812329435902
111-37-7193s337smais-les  13  71  8  31  2136  12  58220  1146
2  10  :9  —  8,,  55  18|198  32  37  38,  88130  71  1½C
5  1  %  —  1  50  29/106,  29  20  22  3124  7639120|/9/2803|66
10—  —  ½9  —|  3  32  13  20,  29  20  6%  189  144
5—  2  3107  16  12  *  135,  22  20  39  5410  5%
1

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  V.  Band.
        <pb n="304" />
        <pb n="305" />
        Tabellen.

Die  Arsachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

Vorbemerkungen,  zugleich  für  die  Tafeln.

1.  In  Spalte  2  der  Tabellen  A  und  B  ist  unter  der  Gesammteinwohnerzahl  auch  die  Zahl  der  Lebenden
von  1—15  Jahren  eingetragen  und  mit  dem  Buchstaben  3  bezeichnet.!)  Dieselbe  ist  für  Preußen,
Sachsen,  Baden,  Hessen,  Braunschweig,  Sachsen-Meiningen,  Sachsen-Coburg-Gotha,  Schwarzburg-Sondershausen,
  Reuß  ä.  L.,  Waldeck,  Lübeck,  Bremen,  Hamburg,  Elsaß-Lothringen  durch  Zählung
am  2.  Dezember  1895  festgestellt,  für  die  übrigen  Staaten,  also  für  Bayern,  Württemberg,  Mecklenburg-Schwerin,
  Anhalt,  Schaumburg-Lippe,  nach  der  Altersgliederung  von  1890  bestimmt.

2.  Ein  vor  dem  Namen  des  Verwaltungsbezirks  bedeutet,  daß  derselbe  ausschließlich  städtische  Bevölkerung
  hat.

3.  Die  Summe  aller  je  an  einer  Todesursache  Gestorbenen  ist  mit  fetten  Lettern  gedruckt.  Ein  u.  zu
Beginn  der  Linie  in  Tabelle  A  und  B  und  zu  Beginn  der  Spalte  in  Tabelle  C  bezeichnet  die
im  ersten  Lebensjahre,  ein  b.  die  im  Alter  von  1—  15  Jahren,  ein  c.  die  im  Alter  von  15—60  Jahren,
ein  d.  die  im  Alter  von  60  und  mehr  Jahren  Gestorbenen,  ein  e.  in  Tabelle  A  und  B  die  Gestorbenen
  unbekannten  Alters.

In  Tabelle  C  ergiebt  sich  die  Zahl  der  Gestorbenen  unbekannten  Alters  aus  der  Differenz
zwischen  der  Summe  der  in  Spalte  a  bis  d  eingetragenen  Zahlen  und  der  settgedruckten  Zahl.

4.  Aus  dem  Königreich  Sachsen  sind  Ausweise  für  jeden  der  41  Medizinalbezirke  eingegangen  und  in
Tabelle  C  gesondert  veröffentlicht  worden.  Für  die  Tafeln  ist  jedoch  aus  äußeren  Gründen  das
Königreich  Sachsen  nicht  in  Medizinalbezirke  sondern  in  Amtshauptmannschaften  eingetheilt.
Hierzu  konnten  die  aus  den  Medizinalbezirken  vorliegenden  Ausweise  größtentheils  unverändert  benntzt
werden,  doch  ist  Folgendes  zu  beachten:  Die  beiden  Amtshauptmannschaften  Dresden-Altstadt  und
Dresden,  Neustadt  sind,  da  sie  nur  einen  Medizinalbezirk  bilden,  zusammen  als  ein  Bezirk  bezeichnet.

Die  Zahlen  aus  dem  Med.-Bezirk  Hainichen-Stadt  sind  denjenigen  des  Med.-Bezirks  Döbeln
hinzugerechnet,  desgleichen  diejenigen

aus  dem  Med.-Bezirk  Großhennersdorf  (Erz.-Anstalt)  denen  des  Med.-Bezirks  Löbau,
„  „  „  „  Hohnstein  (Corr.-Anstalt)  „  „  „  Pirna,
"„  „  „  „  Sonnenstein  (Heil=  u.  Pfleg--Anstalt)  „  „  „  „  Doresden  L.,
„  „  „  „  Hochweitzschen  (Heil=  u.  Pfleg-Anstalt)  „  „  „  „  Döbeln,
„  „  „  „  Wealdheim  (Strafanstalt)  „  „  „  „  Döbeln,
„  „  „  Horbertusburg  (Heil--  u.  Pfleg-Anstalt)  „  „  „  „  Oschaz,
„  „  „  Colditz  (Heil--  u.  Pfleg-Anstalt)  „  „  „  Grimma,
„  „  ü„  Ztschadraß  (Heil=  u.  Pfleg-Anstalt)  „  „  „  „  Grimmoa,
„  "„  „  „  Zemwickau  (Strafanstalt)  „  „  „  „  Zumickau,
„  „  „  „  Hoheneck  (Strafanstalt)  „  „  „  „  Chemnigß,
„  „  „  „  Sachsenburg  (Straf=  u.  Corr.-Anstalt)  „  „  „  „  Flöha,
„  Untergöltzsch  (Heil-  u.  Pfleg-Anstalt)  »  Auerbach.

5.  Innerhalb  des  Herzogthums  Sachsen-Coburg-Gotha  sind  auf  den  Tafeln  fünf  Vezirke  unterschieden;
es  sind  nämlich  vereinigt:  Mit  dem  Landrathsamtsbezirkt  Coburg  die  Stadtbezirke  Königsberg,
Neustadt,  Rodach,  und  ebenso  mit  dem  gleichnamigen  Landrathsamtsbezirk  jeder  der  Stadtbezirke
Gotha,  Waltershausen,  Ohrdruf.  Der  Stadtbezirk  Coburg  tritt  als  fünfter  Bezirk  (*)  zu  den  vier
Londbezirken:  Coburg,  Gotha,  Waltershausen  und  Ohrdruf.

1!  Die  zahl  der  Lebenden  von  15—60  Jahren  ist  aus  den  Tabellen  des  Voriahres  zu  ersehen.  (Med.-stat.  Muthetl.
a.  d.  Kais.  Gesundheitsamte  Band  V  S.  2—24.)

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  K
        <pb n="306" />
        64*

A.  In  den  einzelnen  Staaten  des  Reiches,  in  den  einzelnen  Provinzen  Preußens

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

—
Em**—P  S.
Staaten  Einwohnerzahll  Lebend.  Todt.estorbene  .  7v
—:  #l—
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  s
-  Geborene  6  G  ..x
Gebietstheile  1895  Todtgeborene  *
*n—  S  E
2  r  —  S
s  *.
l  Eã
  6  5  S
1  2  8  5  7  l
a.  370  648  12  767  4  675
4  50  929  423  .  b.164586  6  866  8918
Deutsches  Reich  11)  1  866  188  68  820  c.  262  528  59  71
(19  Staaten)  16  208  157  d.  274  20  77  7
0.  0  —  —
zus.  1  072  514  19  769  13666
a.  367  917  12  767  4  675
4  50  331  987  b.  163  108  6866  8  913
Beutsches  Reich.#  1  848  718  62  799h%  .  260  069  59  71
(18  Staaten,  ohne  Mecklenburg./B.  16  020  809  d.  270  558  77  7
Schwerin)  0.  480  —  —
zuf.  1062  082  1076  13  666
a.  226  842  9  658  3  421
31  855  128  b.  115  770  5  078  6  637
1.  Preußen  1  185  284  40  8281  c.  160  521  53  53
10  292  988  d.  163  180  62  5
2  414  —  —
zus.  666  677  14846  10  116
a.  50  204  1321  323  1
5  818  544  b.  14  521  705  505  9
2.  Bayhhen  215  6626  81%.  32644  2  1  15
1  817  613  d.  38  290  11  —  1
zus.  135  659  2  039  829  26
a.  87  711  610  800  2
3  787  688  b.  11  000  415  548  —
3.  Sachsen  152217  583761  c.  19317  —  1  7
1  198  172  d.  17.722  —  —  8
zuf.  85750  1025  849  12
a.  15  078  3850  116  —
2  081  151  b.  4825  136  205  —
4.  Württemberg  72  101  24691  e.  11|131  2  8  7
682  420  d.  12  926  4  2  —
zus.  43  960  492  331  7
a.  10  670  164  145  2
1725  464  b.  4  015  99  268  1
5.  Baben  57868  1617.  9915  1  3  5
521  862  d.  10  386  —  —  1
zus.  34  986  264  416  9
a.  5264  122  112  —
1  039  020  b.  2  735  86  238  —
6.  Hessen  833  6ä7251280  c.  5  879  —  1  2
310  051  d.  5  688  —  —  —
zus.  19  566  208  351  2

1)  Soweit  an  der  Statistik  betheiligt.
        <pb n="307" />
        Staaten.

und  in  den  beiden  durch  den  Rhein  geschiedenen  Gebietstheilen  Bayerns.

65“

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)  In  Spalte  11  und  24
..-  sind  einbegriffen
Tuberkulose
ii  252  2  B  i  ·«
Ikssgixg  «  3  1
26  F  3  .  n  —  —-5ssss
  E  5  8  —ie  s
-  *——————  SE  S  *  S  —  —  x  2  E
IILIBIIIE  —  EEIBIEEIPEHEIIE
S  m  L  4.  »255  —#  —  5—  —  ——..1.—  S  —
——  ——.  S  E  —-—m“ES
S  L  Ss  #  —  —  83  *  .  -  E#  2  SF  —#
IEEELEIBLIEEBLIIITIIEILIIIILIIEIIIIIEEEEHE
*  824  *  5  —*  S  .  St  EHS
12  13  1  15  156  in—  18  19  20  2s  2  23  7  25  26
2  898|1  29614  73018  358  114  5289  —  —  8057  677  —  645  —  1119  074142783259—  3——  58431
9  5053  834  16  917  12  187  15  137  1  305  —  —  52s14  11944  118  5262  4370—  1281½
82  156  3  693  18  95814  253  1  6412  762  3  798|17461  —  —  11  218  8  106  85  587  5714  6/106  528  3.  2171  67
15  096  62916  950  19  573  1781  —  16  722  —  106011  2  588  218  81  184  7230  1,  1  57  12—,  1  1  58
4  3  1  —  —  —  27  145  129  42——  ——  —
109  659  943262  55864  372  133  0872  102  370)  E  56  677106  03N19  rnii’iugYhm  10|/14  702  631  4  352332
2  89  1  296  14  730  18  358  114  528  —  —  8057677  —  440.  M#  383259—  1—9  *Wr
9  505  3  884  16  91712  187  15  1931.  1  3055.  —  5  18  II7  44  116/  5  268  870—  1  14
82  1563  699  18  95814  253,  1  6412  730  3  782  17  467  —  —  11  148#8023/  85  587  37)“  4  6106  528  3  "v*
15  066  629  16  950  19  573  178.—  16722  —  106  011  566  2116  81  184723014„  12—  1  13  8
44—  ————-  —  —  —  27  145  129  42—  ’V–  –.)ö
109  95  42  55864  372133  02230  3  283  au:  565  7  6  71  %  S10  ꝛ-  L  30090  32  58010  14702  63414  352352##
Staaten.
1  879  374/10  7044  4482  31  314  —  —91  605|11  29443|2533
5  850|1  24213  244  6  367  10  839  —  1188  —  65%2  32492¼  222  13
48  857|1  911|/13  412/10  259  1471  6292  40192599  —  —  7526·5  033/  52  391  41592  6  93  .  100  2111  49
99930  66  11  599  107  —  804444
4  24  74  1244
66  5833  79047  99985  717  62  91111  6292402  17  643  zn  70  83312  946  420  377  300|  |0  76E
474  1811  82—  —  5878  1—  —  —  —
1  465  381—  —  12  3316  6—  —  —
11  583  2726—  —  602  10  414  4—8–  —  —
2  006  2811  12  348  167  13  387  1——  —  —  —
15  528  5  58811  32112  348  781  32  995  12—  8—  —  —
166  54199—  —  7930  1—  1.–
536  29—  192715  —  –
6  228  17950  —  —  91196621  4—2
779  174Z  0  —  –—  —  —  —
⁊  3534193  ——
41  18  117  ——
356  10—  ——–11
8202  872  —  2  5  2—
471  885  —N—
400  127188117  2—  5—  —  13—
92  31887  2————
360  12  —  —————  —
3723  825—  —  1  —
523  992  —  —
4698  1832  1887  2  1—
61  —  *  —  ————  —  —
212  7—  ———  2
2010  469  —6
254  50  —  —  ———  —  *
2537  984  568  –1êS

·
        <pb n="308" />
        66  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
1  *
Staaten  Einwohnerzahl!  Lebend-  Todt-  Gestorbene  r  .
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  S  5533
Geborene  sch  S  Ü  *  3  z
Gebietstheile  1895  Todtgeborene  z  l“mv
  -  (([
#  Ekrs
2—  2  82  5#  S-6
  68  G  a  a228
ĩ  2  s  4  5  6  7  s  2  10  11
a.  2731  1  —  —  —
597  436  b.  1428  110  69  .  7  —
7.  Mecklenburg-Schwerin  17470  561  c.  2  454  5  7  .  42  —
B.  182  848  d.  3819  —  —  —  —
zus.  10  43216  76  .  49  —
a.  2502  16  76  4  9  —  —
434  213  b.  1150  128  42  34  12  24  —
8.  Braunschweig  15  003  524  c.  2239  2.c  —  8.  —  82  —
B.  135  635  d.  2243  —  —  —  —  8  1
o.  10  —  —  —  —  —  —
zus.  8144  146  118  46  21  64  1
a.  1258  38  29  6  22  2  —
234  005  b.  696  134  13  338  43  9  —1
9.  Sachsen-Meiningen.  8298  305  e.  1207  1  —  —  1132  —
B.  77396  d.  1288  —  —  —  —  4  —.
e.  2  —  —  —  —  —  —
zus.  4401  168  42  39  66  47  —
a.  1  186  19  87  1  17  —  —
216  608  b.  602  90  18  7  19  4  —
10.  Sachsen-Coburg-Goth  7475  252  c.  1015  1  —1  2  15  —
B.  69  778  d.  1326  —  —  —  —  2  —
zus.  4129  110  50  9  38  21  —
a.  1766  27  51  9  4  1  —
293  298  b.  831  161  27  21  13  2  2
11.  Anhallt.  10  092  302  c.  1  183  7  —  1.  —  11  —
B.  97  237  d.  1  465  —  —  —  —  —  —
zus.  5245  196  78  25  1714  2
a.  382  8  20  —  2  —  —
12.  Schwarzburg-Sonders-  78074  b.  181  31  4  3  12  4  —
hausen  2509)  83  c.  303  1  —2  —  6  —
B.  25  814  d.  477  —  –  —  —  —  —
zus.  1343  s85  24  5  14  10  —
.  a.  187  5  1  —  8  —  —
57  766  b.  160  82  1  —  7  1  —
13.  Waldek  1770  63  c.  260  1  —  —  —  —  —
B.  19  936  d.  358  —  —  —  —  —  —
e  4  —  —  —  —  —  —
zus.  964  38  2—  10  1  —
A.  666  7  7  —  2  —  —
67  468  I  h.1925314102  —
14.Neußa.L..........  2570195  e.  307  11—  I—  8  —
B.  23048  d.  307  —  —  —  —  1  —
zus.  1472  61  8  5  12  11  —
Z  I  a.  87  —  1  —  1—  —
41  224  I  b.  132  17  1  4  5  —  —
15.  Schaumburg-Lippe  1304  80  c.  167  2  —  —  —  2  —
B.  12922  d.  202  —  —  —  —  —  —
zuf.  588  19  2  4  6  2  —
        <pb n="309" />
        67*

Staaten.
1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbelannt)  In  Spalte  11  und  24
DODWP  WWJJTT  4  —  —  —  —  —  sind  einbegriffen
Tuberkulose
ss—n—–m  —i  "4  ·  —  —
EE—  *  E—  EILE  3
ES·  GS  *  2  .  "  *  2
z  2  2n  —  L  S  z  2-  -  .  v
*  AHEIE  S  2  *  G  ——bpç-5y,  2
S  6  sgsr  6z4KE  o  SEe  8  8  *  .  —s  „
ßeessszs  s  s0  ss2s  23222s22  2  -’S2
2  2  .  r  —.  —  —  —  S  ——  —  —  —  S"n  S  —
2  S  zzu5s  23s  2  89  ESs  SZS  e  *
s8  2  st  285  s  W
8  2%  5  6  -—  .  #  S
12  18  14  15  16  171  18  1#  20)  "1  22  21  24  25  26
.  ·
·  .  —  —  5—  .i  ————;—-—--——
.  —  .  31  2  -—-——————
.  32  16  .  75  85  —  —  —  —  —  —-.
  —  .  22  82  —  —  ———
.  32  16  .  133119  .  ————.-————.-...
26  9  181  165  518  —  —  —  820  —  18  —  115119m.  —  7
100  32  146  96  60  —  —  4  —  —  34  2  49  7———  ——4
673  38  208  129  15  29  28.170  —  —  85  118  697  13––  238
136  3219  209  10  —  —  198  —  732  17  24  684  7—1–  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  5  —  —  —
935  82  754599  598  29  23367320  732  119  149  2966  45—  1  —  —  6  10
8  8  109  105  144  —  —  1126  —  1  —  645190–3
81  14  44  37  —  —  1  —  —  26  —  216225  2—
454  12106  41  15  8  7  53  —  —  28  24  315  110  ——  ——  —  2
103  1  78  40  24  —  —  60  —  41  7  24  288  1383.-’..
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  2  —  ———ê
596  35  363  20220  8  7  115126  471  62  50  14642  2
16  10  65  54  184  —  —  —  228  —  2  —  500  3————  —  —
34  22860  57  31  —  2  —  —  22  1  22515–
284  16  72  41  12  14  7  4  —  —  29  69  38971  11–  —  —
61  12  8580  19  —  59  —  537  9  17  488  12—  —-395
  60  282  232  246  14  7  10050228  637  63  8115644  —  —
16  8  49  181  388  —  —  2  822  —  8  —  710  6  ——  —  —  —-51
  27  74  89  68  —  —  1  —  —  25  3  262  5——  2——
376  13  83  53  10  10  14  100  —  —  49  55  395  6—  —ä
65  7  96  117  28  —  —  130  —  531  11  20  457  8——  ——  —  —
508  55  302  440  484  10  14ê  6531  88  78  1824  25——  2—  —  —
—  2  15  20  69  —  —  —  87  —  1  —  153  10————  —  —
5  8  8  26  17  —  —  —  —  6  —  56  1  —  —  —
88  3  22  17  4  5  5  24  —  —  4  21  105  1—————  —-9
  2  28  88  6  —  —  81  280  3  15  116  4—  7  —  —  —
97  15  68  101  96  5  5  55  87  230  14  36  430  16———  —  —
1  —  25  5  33  —  —  36  —  1  —  4638101n—HH  —  —
9  1  15  10  21  —  —  —  —  4  —  36  2—ä
80  6  27  23  —  3  10  6  —  —  8  7  68  21——————1
14  1  35  17  —  —  —  15  164  4  1  7725———  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  8  —  —  —  11—□—  —  —
104  8  102  55  54  3  10  21  36  167  17  8  227  101  –  11—
7  —  19  5205  —  —  1  61  —  —  —  835  17————  —-7
  6  15  6  23  —  —  4  —  —  6  —  58  2——  —  —
85  4  18  10  4  4  4  26  —  —  9  17  113  ——————  —  —
11  2  25  5  7  —  —  18  —  109  1  4  124  —  ——————  —-110
  12  77  26  239  4  4  49  6119  16  21  625  2.———  —  —-5——-—
  2———16———  62————-—  —-621416
  4—————  2—  61—————-,——..—
54  11  5  1  2  6  —  6  2  63  2———  —-11
  3  15  5  10  —  —  —  89  2  2  64  1————  —  —
76  6  38  26  29  2  6  —  16  89  10  4  250  3———  —-
        <pb n="310" />
        68“

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

—  —  —ß.—
Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
—
Staaten  Einwohnerzahl!  Lebend.  Todt.estorbene
—  —
bezw.  am  2.  XII.  sschl.  S  E
"  "1  Geborene  ausschl  ẽ  —
Gebietstheile  1895  Todtgeborene  S  S&amp;amp;2  2
S.  8  ———“"
Sr8.  .  E  —8  S
r  s3
3  K  E  z-86.
1  2  3  4  5  6  78  10  11
u  403  —  —  —  17  —  —
83  324  b  171  8  —  —  41  —  —
Labecccck.  2787  60[1  374  —  +W  —  7  4
B.  25244  d.  438  —  —  —  —  —  —
zus.  1386  8  —  —  58  I  7  —
a.  981  4  24  —  11  —  —1
196  404  b.  511  55  18  13  25  8  —
Bremen  .  ..  ..  .  .  ...  6290  207  c.  1  168  4  —  —  —  13  —
B.  60  550  d.  711  —  —  —  —  —  —
zus.  3371  63  42  13  36  16  —
a.  3976  9  93  1  54  —  —
681  682  b.  1  614  83  84  361  97  6  –
.  Hamburg  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  28  530  771  c.  3  685  7  —  4  —0  7
B.  191  421  d.  2568  —  —  —  —  3  —
zus.  11843  99  177  41  151  39  7
a.  8754  121203  11  116  —  —
1  640  986  b.  4  002  614  148  76228  70  1
.  Elsaß-Lothringen  50  368  16344  74  11  1  3  111  2
B.  459  227  d.  11  088  3  —  —  —  12  —
zus.  32  5087//9  352  90  346308  3
Nach  Provinzen  und
Preußen.
a.  16698  11289  879  161  852  14  66
2  006  689  b  9114  236785  3  1f18  112
.  Ostpreußen.  ..  .  .  .  .  .  .  78257  2631  c  9168  26  6  14  7244  39
B.  668  947  d.  11  491  3  5.—  1  40  5
e  38  —  —  —  —  —  –
zus.  46509635  1275  1008  1154  1  222
a  14691  5811701  129  408  8  71
1  494  360  b.  69931612292  456  614  81  131
.  Westpreußße  63  9593  2183  e.  6684  26  .  13  8  1883  26
B.  519  864  d  7  285  —  4  —  —  22  18
o  26  —  —  —  —  —  —
zus.  35  679  2169  1000  598  1030  2V0#4  246
a.  10  028  43181  15  71  1  4
1  677  304  b  4480  502  19  3454  29  —
.  Berlin  ......  ..  .  .  ...  48318  1764  c.  10  327  17  —  28—  66  2
3B.  409  562  d  5  727  11—  —  |  —  14  2
zus.  30  557  563  3733  388  219  10  8
a.  22  794  28804  42205  4  16
2821  695  b.  8648  2442%%%  87  13
.  Brandenbung  98  148  3572  c.  13  500  28  —  17  4118  3
B.  8538  318  d.  14  988  2  2—  —  45  1
e  51  —  —  —  —  —  —
zus.  59  98811509  981  541554935  33
a.  12606  209  574  380  225  4  6
1  574  147  b  5  651  1  104  226  20  1849  56  1
.  Pommern  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  58  130  1888  P  7  189  23  1  8  4  141  2
B.  514  894  d.  8  568  —  6  —  17  —
o  18  —  —  —  —  —  —
aus.  34  032  1  336  807  328  578218  9
        <pb n="311" />
        69*
Staaten.  Preußen.  (Provinzen.)

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)  In  Spalte  11  und  24
1  find  einbegriffen
Tuberkulose
5  83  2  2#  s
S  8  3
S#  —  2  x  x  E
»  —  *  85  -
—  .2  —*  S.  .  —  —  2  3
r  .  (  3  EIEIIIIIE  □—
S  ·□d1r  E  #?s  —  E  6  —  52  2  S  8  S.  8
——....————a2ss
*  *8  2  —  —  2  22  –4  W*“  —  S  S.  —  —  ——  —  .  S
IEEIIEIILEIIEIIIIIIEIIILIIIEHEEIIEIIEEEHE
HEEEEIEIEIEIIIIIIEIEIIIIIIIEILEIIE
12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  4  5  26
6  6  21  28117  —  —  —  —  —  7548  –  —-17142115"11—-——,
  8  —  32  —  —  ———  —  —
100  5  11  12  1  1  7  45—  —  19206  131  9  ——  —-7—2338
  3  —  —  63—  101  386  187  12  –  —  —
130  25  76  89  l132  17  108  8  101  30  32  425  73–V□
25  36  50  73  336  —  —  191—  3—  222  6——
5588  61  1  —  2  —  —  21  —  93  4—2
402%  25  66  51  4  10  4  111—  54464  348  6——–  —  —
39  1  58|  71  3—  76  183  9  12  258  1—  1  1
521  150  235252  35010  14  19591118887½6  9221310
4488009  102  —  1  870  —  16.  —  68443
131206204911115  —  3  —  —  74  1  375  8–—  10  7
1124  81  183  72  4  47  39  399  —  255  122200  29A  128
1169  1810  1  —  —  317|0,  32  4  ⅜
1  412  379  790  782  1622  4  39  714  870  533  377/234  3420  110——1
34  47  155  —  411946  —  26  —  2189152  —  11
2802211411518|3  —  11  —  —  15  310444K  8  1
2843  197570  616  4885123  543  +  45607-2  7  5
498  76951544  —  71106660  SL  82
3  655535|1651  3609  3288  851231268194660  22  1819
großen  Gebietstheilen.
l
3088273414412——  12069—  25—48961888——-365—1  82
20116418344882——12——32121583776——j111——  12——
1768478587911569265495——5912273076635—3s323——21
6608630753  7——874—5840112592666828—-15——  —-2—-——-—————
  6142  10  —  —  —  ——  —-26017422282229520669265882206953461063290122314126—3213I312H—173

59  72922123316  119119112—  29  —  40692952—  70"
129  3140  1651  57T1N0  LTEL.0CC2:
1464376244366  12  181  248  %  —  —A3  31  19  EB2
41½  33  5  —  —287  -46  4  664  —  —  161
—  —  —  —WM—  —  —  —  —  1  111  11  —  —  —  —  —-2069781690101939041312436641912347781820887415388—2,24011112115

97417485954268——  41881—  23—199368—-—4——  494
261167717374281——18——  9714132916———--———  s-3300143528611
  3111371081——215457371464——-,1———1711
2607857611———702—12064670241982——j2——————
3918358235021914547111371755188112063815319455175——7———117105
1223510589296695——112865«—  2
294  97  1059  6344068  —  12  —  =  26448250726613/A
3559  1469619S8  10  114¼558  679  4893  322118
789238851043  6  —0  —66  4  S5
——————,———  21020  11  8.–
4764  301  3963  3594  7779  114  157  1671  2866  6238  0  20  S0388N31
4213  437  473  3084  311270  —  ,11  —  5747  478  -  —  6  517
184  51644  —  17  —  —  1186  "f  1  26  11
19737  562417  7/107110114t.H1  0  —  1——  1238)  3
480  15  4913516  8  5041  —  4088  69  218  „
——————-———  2  9  2  5  H—  —
2629  156  1954  1746  3642  107  110  1038  1270  4090609  2  L1049  I  8.3
        <pb n="312" />
        70*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

—..  ..

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von

r-*
Staaten.  Einwohnerzahl  Lebend.  Todt.Gestorbene
—  —
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  -  —
"n  Geborene  sch  -  5  58
Gebietstheile  1895  Todtgeborene  s  s#ßs
9  i-  2  5
&amp;amp;  GG66  G&amp;amp;  2S
1  2  8  4  5  6  7  8  9  10  11
a.  16271  562  1  188  153  437  12  11
1  828  658  b.  79401439  556  822  608  66  14
6.  Posen  77489  26144  7788422  21  31  5  204  s
B.  647  544  d.  8  517  1  24  1  1  24  4
o.  18  —  —  —  —  —  —
zus.  40  5242024  1789  1007  1051  306  37
a.  42778  578  2  88  176  524  11  9
4  415  309  b.  19  2102363  1  497129287  1100  10
7.  Schlesiien  178  375  6557  c.  25  203  41  16  41  5824  7
B.  1  415  523  d.  26  309  —  111—  2  47  7
e.  85  —  —  —  —  —  —
zus.  113  585  2982  4332  1509  1402482  33
a.  19  810  310  606  39  178  3  85
2698  549  b.  97212068  273832  378108  13
8.  Sachsen  97983  3484  c.  12  515  37  9  18  2261  7
B.  891  658  d.  14  389  1  1—  —  36  11
e.  40  —  —  —  —  —  —
zus.  55  975  2  416  883  389  558  408  66
a.  6  532  36  199  8  74  6  2
1286  416  b.  2  679  262  97  52  147  27  2
9.  Schleswig-Holstein  43  604  1  4999Ic.  53141  3  41863  1
B.  405  146  d.  7239  1  2  —  —  16  2
e.  24  —  —  —  —  —  —
zus.  21788  320298  63  225  112  7
a.  10  880  1174  7  79  6  9
2  422  020  b.  6  170  784  186  68  139  88  4
10.  Hannotbber  80722  2849  c.  11  887  31—  8  6  215  5
B.  767  944  d.  13  437  9  1  —  —  34  2
e.  40  —  —  —  —  —  —
zus.  42  41444  524  78  224  343  20
a.  15  260  232  461  34  141  18  24
2701  420  b.  10704  11578  284  401  418  137  59
11.  Westfalen  109  299  8405%c  1424619  2  15  1  252  16
B.  954  109  d.  11  268  4  2  —  —  27  3
e.  17  —  —  —  —  —  —
zus.  51  495  1833  749  450  560  434  102
a.  704112  10  152  2  2
1  756  802  b.  4941  750  128  76  369  38  2
12.  Hessen-Nassau  ...  .  .  ..  56  020  2  022  e.  9  838  9  —  6  4  181  3
B.  540  659  d.  9  401  1  2  ——  —  5  2
e.  20  —  —  —  —  —  —
zus.  31241  880  305  92  525  176  9
I
a.  31524  405  826  38  572  16  6
5  106  002  b.  19  428  .8  1  678  1  368  1  462  165  8
13.  Rheinprovrinz  192  829  6810  c.  26  498  40  181  3  433  1
B.  1  688  972  d.  24  01#  3  1—  1  45  —
e.  4  —  —  —  —  —  —
zus.  101  510  13129  1506  4137  2038  659  15
        <pb n="313" />
        Preußen.  (Provinzen.)  71“

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)  In  Spalte  11  und  24
·  sind  einbegriffen
Tuberkulose
n  B.  u
8  7  1  #
—  —.  .-  .  7*  z  —  8
x  ENE  S  -  —  S  #  *i
—  532323  1  S  —
.  ——————  S  —  —  2S  S.  E
5  E  ES  -.—  ESD  .  Q  8.  S  2  -
2  2b  2  23  s=  3sss  .3
2  S2  S  SS  3  L  p  —  2  —  *
3  G5à  E24  KB  s  ½m•.  z  EE.N
1#  —S  9  1  S  S
322  s  n“  EF  „  6  z2  E  SSEIS
12  13  11  15  16  17  18  19  -A  21  2  2.4  z4  5  26
111841239  233154  —  24  —  654242292  5
2751  16  55428377888  —  —  8  —  248  1127  491112  –12
21451  5585  180  243  4277  —  428  139233943111  1  54
566  11  364  430  65—  —  305—  46403  a1n  —  —  311  —-—
  ————  ————  1  s—  7  —-3103802034144541558024373931544641829173111692465522ss11
  «225
1762817428667919——  56576—  80—200501285——8;—-1  586
769  1211995799270  —  27  50o3  1360085771118  5786
7  630  338  1728|1  832  32209  3711200  12786542
1442  41118551924  10111.  11663  242407926  33  —  —
11  2  11—  —  ——  5  204  3111J..  ——  —-100185186822542210245209371224365761166821231132428772621212·i--3—19344

88278537144007——  82061—  86—9881469—233———.  32·7
3841191048585826  —13—  263133109189—-13—-—  241
3409148900929  13132146826—-—4866114349243——4-3——8-2
740228941177  11——721—61801302313947287——10-—1—2—
—  ————  —-——  214  6  17  1——  —  —-4621311369534054857132146156320010182929861213031189—2i»0——4
  3730
63284594022060——  11125-—  32—1853184  –  2——  —4
19610840|/|1L  8  —  128  112836|  1  1—  5|1
1  557963644252  552  60  433  250  271  8121  57
388815  514  6—  —  518275  78  987  2182  96––  1—
—  —  —  —  —————  11  8  1  4—  —  —-22042421077144323285260960112527854943786033382——ci3-1
  1157
9046348522469——  21393-  25—4742614——9s-—  811
85452812342836——12——  244  519599  290  20—
3956  117|  1053  7124  157  2  1  —  566  387851,:4441  81
888  20998  982  10  %  SSB  32  1—
—  —  1  —  —  —  —  419  2  11  31——  —  —-5283193349823283322124157138713935807999492135511090——19E—1-—3712

4255814677512785——  82425—  36—6030875——  VII-—-  52
975171926  80SBê„  263  32796167□  144
51172511485  9160  147  688  —  —  90  274004  21
93329  1074481  9  —  5744  4750  —-1—-—·——
  ————  1  2  5  6  2—  —  —-7451450594231733607100147122324254760130132515514889——10«——
  .404
65215944751250——  2815—  14—2859485——2————I214
31769746367380——  5-—s—  130  51353  206—  91
8282134497  682  590  142  491  —  E  285  288  3082  28UNE
667  4Z  449  —  3748  72  84  24744
—  ————-  ———-—«—  8  5  5  2—————
4331  241  3023  2283  1639  90  142  947  815  3746  509  392  97831311|1|—  124
50516%  6  4681.  —  45  —  15028876  745
1  5066  28227561210  128  —  1129  443  36345210—  61
9580835  2  760|1  418  16  240  313  1  312  —  —  1182  46110114  816
1  7975118851613  11  —  —  1186  —  l0  584  178  86863419q28|  —  2
—  —  —  —  —  —  24  7  9  2—————
13  388  784  9050  533117470  240  3112  533  1681  10  584/1  872  337  35  842  1077  2  12-1  34  509
Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundbeitsamte.  Band  V.  1
        <pb n="314" />
        72“

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

—..--..----=Es

  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
2  *  —
Staaten  Einwohnerzahl!  Lebend-  Todt-  Gestorbene  rl-  .
—  S  —
bezw.  am  2.  XlI.  ausschl.  S-  S
n  Geborene  ussch  z*  r
*1  ——
S  2  S  &amp;amp;  *
*  „  "6  45
3s  8  E  a228
1  2  8  4  5  6  7  8  9  10  11
a.  434  6  19  —  8  —4  2
65  752  b.  9122  4  —  —  1  —
14.  Hohenzolleeen  2148  4  Z.  369  2  —  —  —  1  —
B.  19  843  d.  493  —  l  —  —  1  1
zufs.  1387  30  24  —  3  3  3
Bayern.
5052  558  s  15  *  76  1  16  85  237  1  1
15.  Bayern  rechts  des  .  141086  240  372  27
Mrn#  *  .........  1881855869Q28443  89  124l1206  14
B.  1550  803  d.  34  452  4  10  —  —  27  1
zus.  121  027/1867  1829  299  #  610  261  25
a.  4386  54  1  S  2  —
765  991  b.  2207  868  73  75  138  11  —
16.  Bayern  links  des  Rheins  27  46071  012  c.  4201  6  1  6  —  52  1
B.  266  810  d.  3  838  —  1  —  —  6  —
zus.  14  632  423210  93  1  219  71  1
.  B.  In  den  einzelnen  Regierungsbezirken
Preußen.
a.  9810  582  476  96  2138  5  36
1204  349  b.  5560913388190  57149  78  91
1.  Königsberg  46  32014  c.  5  563  15  8  8  5.167  24
B.  400  788  d.  6  761  3.—  —  1  24  4
e.  18  —  —  —  —
zus.  277211938669  274  155
a.  6888  657  408  65  139  9  30
802  340  b.  3545  11029  195  262  805  40  21
2.  Gumbinnen  31  9337144  c.  3  605  11  8  6  2  77  15
B.  268  159  d.  4730  —  5  —  —  16  1
-  20  —  —  —  —  —
zus.  187881697  606  333  446  142  67
a.  6120  251110  59  191  —  15
618  090  b.  2756  713  83  182  836  36  22
3.  Danzig  25977/820  00.  30713  1  8  6  68  10
B.  207  138  d.  3  193  —  —  —  —  12  2
r“  12  —  —  —
zus.  15098  977  29412499  533  116  49
a.  8571  280  491  70  217  8  56
876  270  b.  4287  8999200  274  278  45  109
4.  Marienwerder  37976  163  c.  3667  13  2  5  2  115  16
·  B.  312726  d.  4092  —  4  —  —  10  16
.  1  —  —  —
zuf.-205811  192706349497178  197

)  Die  in  dieser  Tabelle  fehlenden  Angaben  für  Berlin  5),  die  reußischen  Regierungsbezirke  Schleswig  (19)  und  Sigm  aringen  (86)
Ar.  16  (Wahen  links  d#  egen  enlhalen.  t  Gh  die  preußisch  Vierungsdez  ch  s  (19)  s  9
        <pb n="315" />
        73“

Preußen.  Bayern.  (Provinzen,  Gebietstheile.  —  Regierungsbezirke.)
1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)  In  Spalte  11  und  24
«  —  —  —  —  sind  einbegriffen
Tuberkulose  #
5  22  5
iill  i!çrrçOD*"  4
2  5|  5  3.  i-——se
  —.  .  S  —
332  2  5  2  8  ———————.*ss  7
r  □—Ez  —  i—  “  —  —  8  □—  "  *  s.8  —  .s  7  D
S  Se  zEPS  SES  —  —  *—  .E  S  ——  e  —  —
EIEIIIIIIEEIIIEEHEIEHEEEEIIIEHIIIIL-IIE
Sv  S.  5nsn.  8—  —  —  S=  g
EIIEIIEEBEEIIHIILELIIEIEILE  8S  g  -3
#  .  ———s————.....————————s
12  13  14  19  16  18  L  20  21  22  35  2  25  26
—  1324  3  —  —  —  871  —  2  —  126  15  -2  12
5  1  10  9  12  —  —  —  —  388  21  ———————  1—
117  19  L  1  1010  20—  —  11  7  126  10—————
21  1  31  89  —  —  —  18  241  9  8  121  6———HI—
143  73105  150  100  938  87  241  2510  394  31——813
43112338  799  4940  208291  —  —  15  10  524  505  15476  840  -  —  1  ———
1  27007214  833  —  29  —  —  607  9286712060——6—
9858  481  3y6  909  311  44442%  —  —  871518  98321  73861  1—  38——
1704  8117911682  1006  ——  252—  10s68  8325  185  12347  1845/  -—1—  —  —  —
13  272  1624  4891  9397  23622  317  444  5029  10524  10968  1853657  30  011362111
4  25  200  409  187  —  —  8799—  52—  408388.—
1861  79  227  261  155—  4—  —  66  8  449  120  —  —  —
1725  70  260049  88  4468  260WT77  —  124%
302282  4  999  285  1380  28  82  1040189+–  —  —
22561  202  9344%550%
und  sonstigen  größeren  Verwaltungsbezirken.)
1668  23B  266  211  —  —  12559—  22  —2699974  —  360——  82
14111  802  249  528  4  —  —  171  1  995  408—  —  90  —  1
106684  49444  5  45  18  100  —  —  854  14  1977¼
336  6  43885  2  —  252  —  29607  08  112%  4—
———-—-———  261  8  1.—  —
1559  55  1  4671485466  45  128  565  12590  2969  613  yS5  ê  A„ê½4(
14  859  7861481  —  11810  —  383  —  22032  —  —
6E0  116  951  8004—  8  —  —  150  1  588  368—  —  21  —  6—
702  18  3859  306  10  41371886  —  237  841099  834—  11  3—  1
32  197268  5  —237  62  L  95¼¼89  [—.
5——  —  —  —  ——  ——  48  1  2  —  ——  —  —
1½%½%  244  1800  200□  s2  3  116—
216  132125  —  —  —  9268  —  12  —  1783  461—  —  15  811
664  159  100171  —  4  —  —  116  2  499  1422  ————,  9  1
680  15  260  149  6  100  200  —  —  220  8  966  664—  –
17  1911179  21—  —  185  —  14339923  94  106  —  —  2  ——  —-——
  —  —  —  —  —  ——  —  1  6  1  —  —  —  —
94346  74554  2205  67  100  389  89828  1434  393  110  4094  4S
38  1  160  87  1390  —  —  1  984  —  11  —  22862491  U
63  72s43  64  300  —  —  8  —  —  150  1  6371950  ——  109—
78122  364467  6  4  148  1  4  —  214  74  998  514—  14—  62
2412  1811147  8  —  102  2044  452  711558——  14  1—  1—  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  5  —  9  ——.—————
1126  32  948  465  1699  6414  275  984  2043  4  4E  1  1  98

und  den  bapyerischen  Kegierungsbezirk  Pfalz  (399)  find  in  Tabelle  A  unter  Nr.  3  (Berlin),  Nr.  9  (Schleswig-Holstein),

Nr.  14  (Hohenzollern)
1

und
        <pb n="316" />
        *
74  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
52P5
Staaten  Einwohnerzahll  Lebend.  Todt.Gestorbene  *  .
—  &amp;amp;
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  .
"1  m  Geborene  ussch  "  mbö
—  --  51  .  m23
*  —  —
**  4  65  s  68  —#
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11
a.  13764  90  858  20  1338  3  9
1651  976  b.  49379%  132  264  208  58  5
6.  Potadam  ...........  58261  201r  55#  is  –  11  2  i6  8
B.  486  410  «  —  1
o.  85  —  —  —  —  —  —
zuf.  34  718  704  491  296  343  220  18
l
s.9030148i346i2272  1  7
169  719  b.  3711445  143  222  13229  8
7.  Frankfurt  ......  .  ..  .  39  887  1554  3  z383  12  1  "„  6  2  3  —
B.  366  908  e.  16  —  —  —
zus.  25  2608  805  4900250  206  134  15
a.  7277  84  285  11  1o08  3  2
785  229  b.  2999  482  86  158  164  23  —
8.  Stettn...  29079%  92  33¾  13  —
B.  248  423  8JT  —  —  2—  —
zus.  18  195  579  324  168  27  118  2
a.  83650  111  214  15  659  1  2
674  513  b.  1995  104)  1i5  18559  20  1
9.  Köslinn  zusso  70  3610  32  5  1.
B.  200  674  “  4  5  —
zus.  11  04100  321  137  4  4
a.  1679  14  125  4  38—  2
5  —  —
10.  Strallund  7521  2581  13927  1  „  5  *!
B.  65  797  ".  —?  —
zus.  4788117  162  231Z395  36  3
a.  9949  297  801  186  191  10  7
LL  LLIIILIEI
508  1  1
11.  Posen  48  558  1  5506  650  L  1  112  3
B.  415945  e  7  —  —  —  —  —
zus.  25  668  1  176  1224%11  485  175  24
a.  6322265  3877  17246  2  4
ç  655  447  b.  2959577  153  78  316  28  5
12.  Brombergg  28  938  „lo  20%%%  %  5  ;„  —
B.  231  599  6  S  1
zus.  14  856848  365  96  566  131  13
.  i
2.16419116159742153  6  2
lenss  ILEIEIE
C.  41  1
13.  Bresleon  B.  602  605  62339  2674  d.  10  103  *—  1  -  17  4
*5PtP  "  8.  41  —  —  —  —  —  —
zuf.  43  483  835  889  622  388  223  9
        <pb n="317" />
        Preußen.  (Provinzen.)  75“

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)  In  Spalte  11  und  24
sind  einbegriffen
Tuberkulose  2.
*  #  "  *'*“m
-.  8  8S  S  l-——1
  5  3  .  —*-  -
S  S  58  ——  L  -—  S  *  S  z  #  1
———  .  S  8  Z  2  22  25  m  8
S  G  .E  S.  s  ——1—2  8
E  .  —.———  —  3  3  8  —4  SSJ□  —
S  2  28e22  r□  52  S  2.  —  Sz  EES  S.
2  Ez2E  EE  E3  EEEIIIEEEIE
8  3  Ses  Z  S  S  ...··
2  &amp;amp;Es&amp;amp;  ZESE  ESFSE  ——  2#  85  EIIEIIE
12  I  ls  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24  25  26
83  291  778  638741411%%%  H  144949  223
215  811  688  878  6441  —  8  —  1148  4137516–5  8—
2058  77  51922  660  78  519  —  —25  459  29200  2  S
397  17  5244466  4  —S504  #  72  109  26251[
—  —  —  —  —  —  —  —  —  8  15  4  6
2748  204  2  50y  2204  6392  60  78  1040  1840  2974  581  11418  1080  -  -17  -1183  26
39  6  280291  1954  —  —  21025I  11%%  4  6–  –  2
79  16  3711256  4277—.  —  4—  —  113  4  11830|Nê..–.
1  506  69  442  466  45#4  79  328  —  —.233  220  1  97342——  —  ———15
392  6  3611377)  2  ——  —  308  —  3264462  63  1369  181—  —.—  ——  2
—  —  —  —  —  —  —  —  —  2  5  2————  ——
2016  8
20  7  28381285  2207LU0,]  2  63—  66  —80704%  2
100  2727594  824  1  JDZ  9Q  —  81  4  91  #4H
1  064  11128  234  249  43246—  —  1900  1171281½T½·  AN¼
192  100258  266  7—  —  256  62  w1  37  1126  101——  —  —
—  ———————  ———  2  38  ———  —  —
1376  L5  10%  979  2540  4q  43  16
16  4  99  112  4386O  —  397  —  2  —  209t8—22
48  15  1119115  4  —I  77111  586  2—  6—
610  2  227  133  3  36  56  156—  —  106  1  880  7□—UL„„EnD„
183  2  158  139  —  —  130  —678  22  8  6z765–-L
—  —  —  —  —  —  —  —  UuG  1  1  —  ————
8583  615475  59336  3U
6  2  557641  i29666—  3  —  5884——2  —-369585565—
  4—  —  Is—  17724——-———  2—
299  14  670  2  22  1112—  —  44  32  3591  2——  1——  21
553  80  1  11.  118—  568  2224  381112+NJ–  1—
—  —  —  —  —  —  —  —  —  1  5  —  —  —  ——  —□—
396  281260  209  509  22  1112322  569  56C%.  51
80  1  255  140  2004  —  —  123091  —  17  —163240  4601  21  5I1
151  9  339  139  534  —  —  4—  —  11100  2—
1440  29  495889  4  58  145  2771  —  —245%2  2  18611  12  1  28
361  7|  271,  297  5—  —  18  24  ———
—  —  —  —  —  ——  ——  1  11.—  5  —  —-20324611360"965254753145465230932154891166972959411711
  53
37  2.  176  1251255  ——  11845  —  7  —  218%-  4
124  7  215981  344  4  —  99  1  627288—H.  10  —
705  21  190  124  8  27  98  150  —  —188  4  78112451J
205  4  98  133  1  1119  1426  49  9  bod  2  1  —-—
  –  –  –  —  —  —  —  —  —  2  —  –
1071  34  674  4801660824  SêSO6G111
78  10  61008993806  111810  —  32  —8908  47ä3
345  74  658  354  618  —  —  111—  —  189  82331403—1110
3319  144  595  772  10  682  110  520  —  382  42½  10
521  8  526776  6  —  457  41714%½  —  —
—  —  1  1011  1.—  —  —  2  8  8  18  3——————
4263  246  2  390  2  302  393762  110  9961  810  4173  707  577  18  2902  6571—  1.  6—  2  20|  33
        <pb n="318" />
        76*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

Es  starben  an:  (a  unter  1  Jahr,  b.  von

1

2—  S
Staaten  Einwohnerzahl!  Lebend.  Todt.Gestorbene  mbt
k  .  E  ESoos
E&amp;amp;  .  am  2.  XII  Geborene  ausschl.  —  ß  8
Gebietstheile  1895  Todtgeborene  Z  *.  S
E—
Ess
—S  „623
&amp;amp;  6  86  E
1  2  8  4  5  6  7  9  I10  1
B¾  9  46.  58  285  „  99  2  2
.  3266  488  125  1571  26  1
1  067  243
ieani  c.  5999  9  —  9  2  71  3
14.  Liegnits  B.  317216  36  855  1900  d.  7  563  *  3  —  2  15  1
0.  —  —  —  —  —  —
zus.  26  516  5050  413  178  263  114  7
a.  16  897  404  1926  1227  3  5
1710  181  «  ugäsjægämszssswzlzz
Z.  9  1  1  4
15.  Oppen  B.  555  702  78  181  1988  3  8  *  7  15  2
e.  —  —  —  —  —
zus.  43  586  1642  3030  700  756  146  17
a.  8  262  1181  289  11  102  1  7
**  H273
c.  9
16.  Magdeburtg  B.  2854  112  39  466  1  410  4  3  *  22  5
e.  ———-——  —
zus.23612105141590326181  21
8  8  *  146  248  19  54  32  24.
1129  259  4212875113%
c.  5  049  5  1  8  —  93  8
17.  Merseburg  .....  ..  ...  B.  gsq  607  48  034  1567  dq  6  "!  11U¼  –  12  5
6.  —  —  —  —  —  —
zus.  23  8700  368  237  163  139  39
2.  2  486  46  74  9  22  —  4
446  655  .  1421  290  36  49  46  22  1
18.  Erfurt4  154883  5077  4  210  3  4  1  6  —
B.  1499989  4.  211  1
zus.  8  4083  3389  110  62  69  88  6
3  081  31  60  2  16  S  2
584  465  15852899  32  18  211  —
c.  3055  6  —  3  —  62  —
20.  Hannorter  B.  127/806  20  337  738  4  2  v6P  s—ies-s  27T  5  1
zus.  10  488  276  92  23  37  85  3
a.  2  411  31  72  2  20  3  2
497  791  b.  13420  ½  ĩ
21.  Hildeshem  16708  S9s  255  6  —  2  51—
B.  158  552  v295  J
E*  –  —  –  —  —  —
zus.  9218  197  96  19  60  84  3
a.  1  975  19  68  2  9  3  1
b.  915  87  25  13  12  16  1
445  937
22.  Lünebung  18821  4771  2  141  5
B.  132  803  .  2  7  6  —  1  —  —  7  1
6.  —  —  —  —  —  —
zus.  7736  110  94  15  22  65  8
        <pb n="319" />
        Preußen.  (Regierungsbezirke.)

77*

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,

d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)

In  Spalte  11  und  24
find  einbegriffen

Tuberkulose  -
2  9  2  x
#  #  övkm  5  —  E  -
“  sszs  2  S  -7  "  -
—  ———  5  8  E—  5  Z
IIIEIEIIIIEIIEIEIIEIEIELEIIIIIBEBEEVIE
2zz-zGS  x  8  8  2  r  st  2
3  25  EZ  .  2  43
nEESESEE  ZS  8  8  2  EHEIIIIIEEBEEHE
24EGSTFEEE&amp;amp;  8  65  356
12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24  25  26
3111182Q77/291829  2  H00ö5ö8,—  i8s  —  ————.——
1111223532242  779—31022  4119449————  4  1
145007  866  80  800  —  —.  224%  444
26  1035006855  5  —  —  318—  319168%  88  1  ——  –
—  —  ——  —  —  2  5  45ä.
1860  1181397165  52  L00o5  198  UL  4
67228052383299i|  5  4
318  25|984228138  I111  —  211  48  —
2861  114  766  441  1581  LU  2  SO02IL..N3
65413  ½#  5666  18  —  236  —  T  79  #  1  858186812Z
—  —  —  —  —  —  —  —  7  9  3.
3  895  154  3  o35  1465  4539  81  181  615  1
46  12  885  327  896  —  141½
200  458  248  312  —  5  —  —  99q  3  12  L
1  4144614289  3%  6  34  65  405  ——  —  210%0  7  1
318S  S  848  —  235447  *  1  626  188  510
—  7  -’.O  2  4  11  —————+
2  080  125  1615  1442175%U  22  12
214%  32108Ö%Q  10  42  212
107  49  464273  7—  —  1168  40444
127148  354449  4  |  —  22150%  1—
289  7  837  459  3  —  260  —  272755  l  166  111I——  5——  1.—
—1  —  31  —  —  —  —  —  —  8  —  .  —  –
1688  124  1476  1415  2041  71  66  D  2SSCCSS“  165  12
21  5  147  117  497  —  —  21807  —  12  —1138  s86s-  22——5
7726  131100  188  —  —  1  —  82  43222’ä
667  244  1571  4  27  25  1300  —  5585  69444U□.F
188  7160002  —  118  —  1oss  28  65638LF
—  —  —M—  —  2  ——————  —
do:s2604  Gy  2  07  1099  G  ESS-RRE
3111133585]  849  —  —  1  326  —  88  —  1425  1U
8l191199205  —  —  3  —  —  50%2  54444  5—
1059  25242  1566  —  3oHI1161lroq197Eê–  —  —
isi  4  3H56  185  822  6698221ZT
13143783  623|1057  30  32  2478326  1185  200  1353548351+3-–!.–˙-)Fää6
20  —  18#.  8E  9  113812  „
8420  216  —  —  SS  4311
711442%  2  28  29  11  —%%%
13  3—  —  2  1183  34  ¾  748  64—
—  —  1  H.  8  EEEEEEEE
%o%4%8  488  28  29  319  2  1093  113  306  60  —  3—  2  5
11!I11|I93  68  447  —  —1288  —  s1  —  9018N3
4  4109  60  1834  Q  388  184330H
59728  182  124  —  ½  SSS  Lo2
15  3201  199158  —  1222  35  329  s4—1—  1—
—  —  —  —  —  —  —  —  3  1  —  ——————.-.
8o1  311  584  440  581  127  8320  294  263  1225  185  92  26844  Lä
        <pb n="320" />
        *
78  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
1I9  b*#t
Staaten  Einwohnerzahls  Lebend-  Todt-  Gestorbene  5
—  E—  –ê
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  B-  -
Geborene  —pßms
—  .  *1½  E
—W—  S  ss
s  3  —  E2.
&amp;amp;  6  K  s  Es
1  2  3  4  5  6  7  K  9  l  11
a.  15146  1  15  —  83
353  465  b.  959202  55  18  21  14  —
23.  Stade  12  118  435.  1  710  8  —1  3  —  27  —
B.  118954  d.  1  954  1  2  —
e.  8  —  —  —  —  —  —
zuf.  6176  124  132  17  36  43  3
a.  1169  16  4  —  17  —  1
312  322  b.  913428  1  46  12
24.  Osnabrüüück  10  355  362  c.  1  658  7  —  —  —  30  —
B.  103  288  d.  1  696  2  —  —  5  —
.  2—  —  —  —  —  —
zuf.  5428  162  72  1  a4a  47
a.  708  7  26  —  2  —  —
228  040  b.  463  542  3  4  3  2
25.  Aurictg  78335  301  c.  961  —  —  )7Z  11  —
B.  76  451  d.  1233nuk  —  5  —
e.h  9  —  —  —  —  —  —
zus.  3374  61½%  36  19  2
a.  3363  32130  4  22  4  2
594  501  b.  193663  36  10  9  —
26.  Münster  28004  677.  32566  3  2  —  61  1
B.  197  869  d.  3206  22  —  —  5  1
e.  9  —  —  —  —  —  —
zuf.  11  7740  42  62  79  1
a.  2554  39  88  1  18  1  —
586  130  b.  1  6602  2899  37  16  39  24  4
27.  Minden  21087  734  2989  4  1  1  1„6  —
B.  205  452  d.  2871  1  3  —
e.  3  —  —  —  —
zuf.  100722  a32  127  18  57  64  "¾l
943  243  29  101  13  22
1  520  789  b.  7116  1026  152  349  339  104  55
28.  Arnsberg  65  208  19944  7991  12  112  1  55  15
B.  550  788  d.  5  188  2:  1  19  2
e.  11  l  H  —  —
zuf.  29649  1201/  897  890  441  291  -*
a.  3442  72  80  388  1  1
850  507  b.  2629  439  52  27  242  25  1
29.  Kassee..  278538  101114.44  6  —  4  80  1
B.  275  876  d.  4833  —  —  —  6  4  1
e.  6  —  ——  —
zuf.  15556  6171  132  320384  110  1
l
s.359948-95764!1  1
906  295  b.  2312  31176  49  127  13  1
30.  Wiesbaden  28176  „100  .  5192  3.  —1  6  —  51  2
B.  264  783  d.  4568  1  2  ——  1  1  1
.  14  —  —
zus.  15  685  3631  173  62  191  66  5
        <pb n="321" />
        Preußen.  (Regierungsbezirke.)

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79“

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)

In  Spalte  11  und  24
sind  einbegriffen

Tuberkulose  2  6
1.  x  —  "  *W  -  —
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12  1#  14  15  16  17  18  19  "(0  21  22  23  24  25  26
3  —  602  458  —  —  227  —  2  —  515  120  0  1Z-—
38  4  77  563  209  —  111—  —  49  1  251  64—  ——  2—
570  1623116  1½118  8100  a51  69  i—
159  3  75  119  2  —  ——86—  919  2628  488  56———
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  5  7  2  ———
770  23  33540  710  2118  171  2271  919  188  78  1742  300  —  —  3  ——  4
20—  91155320  „  111  4551Üll  —  —  —
79  1412  108  —  —  1—-  89  1244  15  —  —  —  —  7—
6999  15  1644  1121422982  S—  69  2  438  21
19393  5  169198  2  ——84  695  15  8  405  15  —  —-—
  --.  —  —  —  —  —  —  11—  —  —  1—  ——  —  —
985  209  565266  336  219  167  2181  696  124  31  1s537  73  —  —  1  —  11  —
5.——  7%2  i06  —  —  286  .––.□  1—
380  473  2  58  —  3—  —  380  —  1461  20  LA□  2—
337144  37  19  40  —  656  34  2877  —  —  ——  2—
87  1  37  55  —  4  659  12  8  299  24  ——  —-—
  —  .  —  —  —  ——  —  —  —  7  —  2—  —..  —  —
469  19  261  136  10900  719  89  106  6591114  1030  114  —  2  —5—
124  6  337  65  458  —  —  —  576  —  6  149106  —  —2  ——  1—
278  11862  126—  3  —  5.  2  575  –––2
1350322  2  3429  91  1  456%LUTä1
228  6381117  11—  113—  14781  7  693  61  —1.
11  —  —  —  —  —  —  11.—  1—  -.H—
19284  66  14761  4781  587  34  29  207  57  4  62  295  „
392  228  95  410  —  —  1.  309  —  15—  11233  2—
14623  4  —  57  —  471  37  s-  —  4—  4—
1  1418  256  170  3148  40  135=  105  60  878  62  —  —  —  ——  8  —
205  5  190  244  3—  —  142  1  3S28  2411165505  68  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  –  1  2  —TD  ————
1537  70  916  592  60443  40  2822  359  1328  201  72  3124  302  ——  4——  9  —
262  45  902  591  1817  —  —  2  140  —  15  —  63416  342  22
551  911295  631490  6  —  155  3  1796  3  —55  8  —
2  617160  80  4  488  78  407—  —  618  167  2291  5O  4
500  10320  5=  —  319—  1958  5527  155  24  22  2—
————————-——  2  4  322  —  —
3930  314  3560  2103  2416  83  78  734  14409  201  8841  292  --4  -  4114  4
28  9  304  207  457  —  —  —  297  —  5  1724171½
141220  419  188  —  4  —  —  68  17627  –  7—
1  402  60192  877  345  82  241  —  —  1401  9—
276  10  fllt  2  204  —  2111836  1209  88  ——  1  ——  1—
—  —  —  —  —  —  —  —.  —  —  —  4  5  —  □NLU
1842  99  18626  1188  650  45  82  449297  2117  246  22  410.  4  ——  19  1
l
4212290288793——  2  518  —  9  1135  311
176  49  327  180  182  —  1.  —  —  72  4  5911883——  1—21|1
1  880  74405  305  2  45  60  250  —,  —  145  183  1  567  214—  1——  1—1
391  7  375  38832  2  —  —  245  1  631  29  48  1265238  –  .NJ—
———-——————-—  —  8  1  32——  —
2489  142|13971095  989  45  60  198  318  1  631  263  236  4561901  –41  —  1——  5  15
Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  V.  Band.  m
        <pb n="322" />
        80*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
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Staaten  Einwohnerzahl!  Lebend  Todt-Gestorbene  “*
—  —  —
w.  am  2.  XII.  ausschl.  "6  1  —
bes  Geborene  sch  E  "  6„  *  7  *  S.
Gebietstheile  1895  Todtgeborene  7  4  E  —  S
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———————.———
1  2  8  5  6  7  8  9  10  11
a.  3345  72188  8  74  —  —
650  558  b.  2340  412  38  169  34  1
81.  Koblenz  21  495  662  cC.  3  497  8  —  7  1  67  —
B.  212  354  d.  3800  —  —  —  5  —
6.  —  —  —  —  —  —
zus.  12  995  488120  531244  106  1
a.  13  265  1878341  227158  3  3
2191  359  «  b.  8126  902  277  430  42  4
32.  Düsseldory  86  389  2790  c.  11  263  16  —  11  —  132  —
B.  17389  968  d.  8  5ꝛ  —  —  —  —  23  —
e.  1  —  —  —  —  —  —
zus.  41128  10556  244  583  200  7
a.  6773  54  134  2  173  5  3
905  510  b.  3  854  494  153  56  406  21  —
33.  Köln  ..........  .  ...  34357  1188  e.  4947  5  —  4  1  39  1
B.  278998  d.  4  .  11  —  —  1  3  —
6.  —  —  —  —  —  —
zus.  20027  554  287  62  581  68  4
a.  4205  10027  4  148  8  —
768  451  b.  3042  513  98  36  886  58  2
84.  Trir  29  6601051  ce.  3  930  6  1  4  —  141  —
B.  263  830  d.  3989  —  1  —  —  10  —
*»  —  —  —]  —  —  —
zus.  15  171  624222  1444529  212  2
a.  3936  87  86  2  29  —  —
590  124  b.  2066  359  73  27  711  15  1
35.  Aachen  .........  ....  20  928  6199  c.  2861  10  —  5  1  54  —
B.  189  322  d.  3329  2  —  —  —  4  —
s.  —  —  —  —  —  —
zus.  12194  408  159  34  1
Bayern.
a.  12  6t2  23  5  83.  —  1
1  186  950  b.  2  895  414  132“  46  134  4  1
87.  Oberbahen  45  7071497  c.  7  016  11  1  8  —  30  2
B.  332888  d.  7  405  2  7  —  —  4  1
zuf.  29918  —1|/838  39  217  38  5
a.  7  939  30  136  5  25  —  —
673  528  b.  1588557  62  54  28  9  8
38.  Niederbayern.  ....  ...  27768  7061  c.  3  375  2  —  1  —  26  —
B.  212  365  d.  6885  1  3  —  —  5  —
zus.  18  284  190  201  60  58  40  3
a.  6068  28  172  14  3  —  —
546  834  b.  1557  156  95  63  11  2  2
40.  Oberpfass.  22  468  6911.  2943  8  —  2  —  39  1
B.  177981  d.  3  888  —  —  —  —  6  –
zus.  14  451  187  2607/  19  14  47  8
a.  3167  24  4  2  28  —  —
586  061  b  1  331  204  64  15  34  1  1
41.  Oberfranken  19  891  620  c.  3251  5  —  —  —  15  2
B.  189  068  d.  830  —  —  —  —  1  —
zus.  11  579  233  158  I  17  57  17  3
        <pb n="323" />
        Preußen.  Bayern.  (Regierungsbezirke.)

81“

1  bis  15  Jahren,  o.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)

In  Spalte  11  und  24
sind  einbegriffen

Tuberkulose
—  33  8  2  #
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12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  2  24  25  26
68  52463  —  414  3838—  1648  6–J2„
168822  885  119  154  —  —  21  —  —  654  3  71927—10  2—
1  1272  38  447V#0  129  60  1111ZD„S
31  11193  214  2  —  —118  1  8188  2715  9688—  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  2  —  2  —  1——
1720  74  13211  6871  5190  29  680  2401  541  1818  206  424%%
243  57  784  367  838390  —  —  3214  ——  29  —  294%  -3  ——  127
660  1231355  6119  1  181  —  —  1204  —  —OHSHS22
4040  152  1281  617  883  11118885¼  249  68374  62  Fää"4
66874  1|1  —  552  —  252  1  16  2  8182
—  ——  ——  ——11811  4  ———-—-—-——
56243594138249441148311211012142325290429113513229——7——  935
108  2911221499  2828  8  —  8383978—3-30410
  193256  190  —  44  67  —
19017030239  251  4822990  11°
312983  2——  —6  1120  -  1833  30———
2620  2231  3621050168  51  42  Cot423  720  2681197  753417  —3
552176  76304+R4⅝-SOCC  11’1.25296T7□..  —-2271038411898——
  4——78—1o4253—11——  31
143244397187  14568188——18042118762———————-2—
2686283196  8——106—2209  83  10  847  *l  —————  —--
  ..-.....  —  —  —  —  —  —  —  —  1  —.  —  —
1982"  621140  577/  401  45  6824831  608  2209  301  52  56062441
36  9  15204  618  —  —  1|56—  4  2220  76  –.  —
1416  %%  %  11  00  778  62—11–  —
1  095  26  255  5  4332  3212  —  1119  91888
224  5248179  3  —  —  144#C  3  8572–—WM–  —-————
  ———·———  1  1  —SI  —  —
1442  66  s889  526  2749  32  32  286  567  1585  178  34  42765  268  -1411
158  1133443191  72671  —  11—  N□
308  31099  8510  142  —  1I1JN  2  56  7□—w’’□
23371052106815479  1  „  —  1—1
3124111255  —  S,1  %%%X.IL
3  1060  3809214  10014322671207%1ê
72  12  55  598  4  100  H.—  219990  —  11  —  14%
18658000  1  97  —  40531—
1  199  1415  991122|  SH188
251  2  196820667110  —  188349  6  1917  410  —  —  —
1668  81  468  1128  45662  4114  276  40  4216  716  ——2
31198  68  5386  2892  —  5134  —  7  —  688130—  —1
208  16  944  ·  2  —  —  68—  387588—2
1125111971  649  5  35  52185  —  -82  26  9141068□.)  —-2122174145100-
  282—-150830  71259213————-———-—
157638528107333093552424134615081823332435071—2——  —-2520125439828—
  --750—  5—  82012————-—  —  —
12086  1388  1861  88—  1  —  —  54  —  3S68——  1  —  —
1154  520  4  80  385  2111  —  —  z7  66%%lllo.—2  –.
209  26005222  249  0.  1
1508  115.  763  879  1150  30  35  1461|  750|  1377  184  91  338432  3  ———
□
        <pb n="324" />
        82*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von

r.
Staaten  Einwohnerzahl!  Lebend-  Todt-  Eestorbene  5i5
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  x-  Z  -
ç  Geborene  1  "bn.
——
k#kst
—*  2
as  2  5  868  F  Ez-z-86.
1  2  8  4  5  6  7  8  9  10  11
a.  61239  187  8  26  —  —
737181  b.  17522251½  8  1
42.  Mittelfranken  26731  1050  4291  7  —  12  4
224  833  d.  4588—  —  —  —  4  —
zus.  16  745  221  308  37  75  356  5
a.  8400  32  10o2  1  3271  —
632  588  b.  1  5053%  b  4  4  1
43.  Unterfranken  20  408  522  c.  3665  2  —  —  —  88  4
201  476  d.  4435  1——  ——  5  —
zuf.  13014226  1569  1  5
a.  616  190252  5  45  —  —
689  416  b.  1  669  261  0  23  72  4  —
44.  Schwaben  25.21172H  3912  9  —  5  —  29  1
210  525  d.  1521  —  —  —  —  2  —
zufs.  17038  289353  33  117  35  1
a.  279921002211  —
385  080  b.  895  18029  4  48  4  —
45.  Bau9hen  13026  466%  19  —  —  3  144  —
114911  d.  2444344—  ——  2  3
zuf.  8038  2059  49  69  20  3
—  s.9190622176118—  —
1067757  b.80065031271232213  —
46.  Dresen  40703  1  497ü6.  5772  1  11  8  1
319  544  d.  5006  11½½1  —  1  —
zus.  22  9745680  344  146  41  1
a.  8259  4  201  1  1
945  179  b.  2994  645  143  104  154  9  —
47.  Leipzig  3e  100  1259  c.  4938  7  —  2  55  5
299  826  d.  1501  1  —  ——  ——  4  —
zus.  20  492  697  344  120  234  69  6
a.  17528  52  1662  4  82.—  1
1889  672  b.  410534  116  87  125  21  —
48.  Zwickan..  62  377  2124  6646  6  —  1  —  48  1
468  891  d.  597I—  9  —
zuf.  34246  692  228  92  207  78.  2
Württemberg.  .-a.
  4615  42  106  11  789  —  —
697  373  b.  1640  285  58  26  143  —
49.  Neckarkreis  23  507  843.  3658  3  ——  1—  36  1
226  105  d.  37166  2  —  —  s8#  —
zuf.  136205  330  166  38  224  42  1
a.  3414  42311  —  —
488  431  b.  1206%  2%%
50.  Schwarzwaldkreis  .  18  166  608  C.  2  711  7  ——  —  2  4
163  590  d.  3181  —  1  —  —  —  —
zuf.  10  5312  399  c45  21  30  3s  4
        <pb n="325" />
        —  —  ÓÓ  —  —

1  bis  15  Jahren,  c.

Bayern.

Sachsen.

Württemberg.

von  15  bis  60  Jahren,  d.  von

(Regierungsbezirke.)

60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)

83*

In  Spalte  11  und  24

sind  einbegriffen

Tuberkulose
z  82  8  —
S  5  ee.
2s  *  5  5  8
S.  S  S  2  —m  2  S  8  2
——  —  Se  8L8  l  S
#  —*—·————  *  AEE  S  S  "n  35  S  e  #
B  #—  Z  SZS  “"N  KE  KS  S  —  à  S  3  E##  —  E
z22  Se:  .  S  8  a  —  8  ——  288B..  .—
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35  5  z  z57s5724322  |HHE
S  —  S  —  —  S  «  »so  D
Fgä—å«-s—«agOa-gs—ssYHEEKOZOZUIPZZO
12  1314  15  16  111  18  19  21  22  28  24  25  26
92  38  2067612500  —  11344  5  —  82697—–H–’  —  —
194  81  169  263  1323  —  —  3  —  —  75  4  392  1——  1——  —
1  498  80  30111  ———  1180  110  13151  74  s-412
230  131  3721  247  155  —  —  389  —  1326  45  25  1526256–  —  —
2014  207  1054  1408  2el%1  —  —
23  88  94  6650  11511  —  ——  sa89  —  5—  839548□
135  105  1181  291  1121  —  —  5—  —  66  3  358  11——  —2  —
1365  11722512551  244  —  93  68  10906  70  □-L
257  28  288  282  121—  —  273—  1481  41  16  148155  —  —
1780  286  720  1348  1529  3354  519  839  1481  205  82  325282–
315%2111  59307  6  69188———
188  12a3  115#8118  —  6  —  —  84  —  392  26———
1  220|971710  4%½  %2  —  —-  2  5—–
283  172468  -300666  JUJU.
1  6821258  68442158  —-55661161592———474—
  1—4015—————  —-33
  29  54  4  —  —  38  1  185  5———  ——  —-5582787115
  302132192——62637459———,———-—-—
685123143  25——180—10422227800s3——3——  —-6646632745918062132376474104212394213122——3——
  —-50522684518478——
  11076  —  17  —  3309  s0  1  —  —
185  160  185  315  249  9——  —  10907  7559  111  1—
1999  77  217  8351  28  81  88  510  —  —  221  308  1805  85  -1  —  —
2600  10205531  34  —  —  519—  16600  37611  666ö  1—  —  —
2  493  299  878%GCO  S1  —  —
57  744½%  110000  —  14  22720—1F)
147  144  249  211  862  —  —  88  —  —  106  6  69422  —-153595216238
  666758476——1532871891161--3—1  —-2169228375
  59———461—144539621384-18—————  —-19553221019115042916753946100014453123356041861—3—2-———

544128024712963——  31648—25—194818——1—————-171
  167  317  207  1077  —  —  8  —  —  120  5  1087  183  —  2—m—
2  127443199276  6382  142  619  —  —  200  288  2380  27——1  —  —
285  7  324349  45  —  —  5s89  —  2358  57  75  1  —  —
2  592  289  1240  1079  14148  82  142  1212  1643  2353402  363  7266  86——2—––––
211159254499  2216  —  —S340  —  7—  608  84———  —-139161192124122
  1———54  1310«19—————  4—
1  02288  260  167  6828  4628117—  124  2—□
1055  9  3018  5—  —  247  —  1082  28  28  1  558  47  —  —
12872  317  100  832  2464  28  46  529  840  1082  213  139  SCJ  4—
2  17  159  112  1425  —  —  1  755,  —  2—  709  1  —  —
71  42  144%  7  3  —  32  3  230  15  1—
756  49  210  97  20  831  40  13——  —.  76  556  I  117725—-1—3  —-919«238124
  26——185—-122720  171127sl  20———j———  —-92011774840815423140276.
  755I  122713076.3489201·——41—3  1½—
1  k  1Z  l  I  I  ,  «
        <pb n="326" />
        84

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von

«  Eise
Staaten  EinwohnetzthsebendiscodtiSMVDMO  S  5  7
—  S
bezw.  am  7.  XII.  ausschl.  S  S
"  Geborene  sat.  3  E—
Gebietstheile  1895  Todtgeborene  3  "  Ss
S..
—  ———
"v  %ß  3  E
*.  E  #
6  ES
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11
à.  2  654  85  71  7  7  —  —
898  887  b  852  200  21  38  10  5  —
51.  Jagsikreis  ..........  13194  469c.  1974  6  1  =  3o  —
186  383  d.  2  718  1  1  —  —  3  —
zus.  81998  242  94  4438  —
a.  43895  28  181  4  19  —  —
496  460  b.  1  127  273  35  21  31  2  —
52.  Donaukreis  .........  17235  589  c.  2  788  13  1  6  8  84  2
«  156  090  .  d.  3811  —  —  —  2  3  —
zus.  11621  314  167  31  60  39  2
Baden.
A.  1  468  11  31  1  9  —  —
285  459  b.  529  72  11  2  9  2  —
58.  Konstanz  8805  214  c.  1609  3  ——  —  8  —
85  079  d.  2148  —  —  —  —  7  —
zuf.  5  754886  42  3.  18  17  —
a.  2134  14  8  1  29  —  2
480  664  b.  1007  147  6  23  78  3  —
54.  Freibung  1400.290  c.  2668  6  —  5  2  17  8
139  602  d.  3  184  —  —  —  —  5  —
zus.  8  988  167  14  29  109  25  5
a.  38272  14  27  1  62—  —
472  061  b.  1250  121  22  85  124  8  1
55.  Karlsruhe  16  518  468  cä.  2  798  —  —  8  1  61  —
142  189  d.  2398  —  —  —  —  ð  —
zus.  9  713  135  49  39  187  77  1
a  3796  24  98  1  45  —  —
487  280  b.  1229  138  60  721  57  4  —
56.  Mannheim  ...  ..  .  .  ...  18  oso  5068  e.  2850  1  13  —  38  2
154  492  d.  2656  –  —  —  —  7  1
zus.  10  531  1683  159  25  102  49  3
Hessen.
a.  2596  24  50  —  52  —  —
444  562  b.  1071  142  27  18  106  1  —
57.  Starkenburg  15  510  566  e.  2622  8  —  5  1  18  2
187  251  d.  2204  —  —  —  —  3  —
zus.  8  493  169  77  18  159  17  2
a.  819  10  24  1  28  —  —
271  524  b.  785  163  15  26  80  —  —
58.  Oberhefseen  7909  287..  156  2  —  3—  7  —
80  417  d.  1742  —  —  —  —  —  —
zuf.  480o215  s9  30  108  2  —
a.  1849  10  4  1  82  —  —
3221934  b.  879  71  44  21  52  1  —
59.  Rheinhessen  10  266  428  c.  1  801  —  —  4—  8  —
92  383  d.  172  —  —  —  —  —
zus.  6  271  81  92  26  84  9  –
        <pb n="327" />
        Württemberg.  Baden.  Hessen.  (Größere  Verwaltungsbezirke.)  85“

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)  In  Spalte  11  und  24
-  sind  einbegriffen
Tuberkulose  1—5  s
———x-ie.  "  2  6  -„
—  "  2  .  s  t  9  S  ##—  1  "
*·143  52523  3  —–.  B".
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2  —  —  2  —  1  —  —  S—
SE  Z  55  6K.#  r*nm½  5  6  4“  8°40  nt
12  13  14  15  16  17  18  10  *  21  22  2  24  "—  26
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5  6  126  151072  —  —  588  —  1  —  684  6———  —  —
6188  96  81  58  —  —  2  —  —  30  —  222  ——  —  3—
6151  44  10o7  6  11586  33  1440  —  —  55  35  41
1413192  1599265  —  157  —  887  21  17  108  9!
328  101  521  151  166/36  33  299  333887  107  62  2  30|  1931D.——4|
13  20  133  2380|2500  —  —  989  —  5—  316  7———  —  1
s511851  i0  96  105  —  4——  —  36  —  24  4444  3—
800  70  143  94421  238  51  31  —  —  999%%6G  SB1L  1·°—
128  15|  210  123  21  —  2596  „  1½  28  -
1035  218  565  613/26412  23  51  *#  cuo  1061  1607  96  2905  260  .
1
1
8  1  46  194  406  —  —  —  378  —  7  376
4%  1  19  121  45  —  2  —  —  28  1167  ——  —
503  4  8s8  5  15  14  170  —  —  87  4  569  2  —  —  —
68  1  168  7  —  —  217  —  708  28
s28s  7½282  571  463  15  11  „0  8  708  150%5%  1921  2——
,2.
20|8  89  196  s8  —  —  —  497  —  4  —  5335  ——2—
99  662  187  47  —  —  2  —  —  49  —  208  1—  ——
9399  23  11  111  7  23  23  216  —  117192  948  —–  —
1383  5|231  3255  18  310  —  398  „38  29  1187  H
11900  37/343  829  08  23  23  328  497  Sos  208  91  26  1—2—  —  —
I  i  .  «  «
27—58333929—  1-558—iu—1251-———«—————;—
10355828559—.—2«——;41138411sp-;---——;—
1134231121151425522«189  —-«1126391822—--———  —l-—
152  11141  295  20  —  —  225  —  678  26  18  824  —  ——
1  44630  3  1028  1022  25  22  17  558  678  190  822  337  J–—
37  5  100  397  1830  —  —  2  454  —  1—  1230  —□□□
1153  84  270  82  —  —  6  —  —  58  2  32—  *  —22222
11417  130  9  20  17  250  —  —  95  2  1
165  4152  30  20  —  —  240  702  26  1711  —
1464  29  480  (1098  1  491  20  17  498  454  702  192  104  19%  2  □ô
i
29  94  85  298  506  —  —  —  282  —  4%  Se48.-’□.
84  85  71  180  34  —  —  383  —  —  36ö3  269  6□.—  2.—
912110  146  109  13  36  30  188  —  —  7262  810  111  2—  6  —
92924  88  244  18  —  —  210  —  618  12
112418  368  781  656  35  30  401  282  618  12857  2448/93  —-□7  2——  8l.—
.  |  |
8  19  55  7  95  —  —  —  108  —  2202  190  –  —  —
58  87  60  55  12—  2—  —  14  444-449
  6102  54  7  16  17  114—  —  5847  4440–T  —
66  10  125  9  —  135  —  680  15  417  –  –  —
5691  177  329  3111123  16  17  251  108  6830  8462  1226  828  –  –  —
l  -  i
245463212514—1—.—I108.—  2  —  350  871  –  —
70  10]  %  40  —  2  —  —220  —  444  —  —
64%  68  78  30  6  19  17  187  -  6..□
89  1407  136  11  —  —  1%  —  523%  4  557100—–L□C)
6e  32  243  328  530  571  19  M  2  168  536  135  „41627588—F–□□⅛
        <pb n="328" />
        #
86  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

Es  starben  an:  (a.  unter  1  Jahr,  b.  von
s
Staaten  Einwohnerzahl!  Lebend.  Todt.Gestorbene  2  z  "
—#  ——41
bezw.  am  2.  XII.  ausschl.  S  —.—
"4  Geborene  6  ẽ  55
S  .  O  —
2  Ess
z  &amp;amp;  Ez
*—————
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  1
Sachs.-Coburg-Gotha.
chĩ  s  b  a.  990  10  20  —  7  —  —
62  498  b.  186  80  8  —  8  1  —
60.  Coburg  ............  2  113  67  :.  861  —  —  —  2  10  —
B.  20  067  d.  998  —  —  —  —  —  —
zuf.  13385  40  28  —  172  1  —
a.  796  9  11  1  10—  —
154  105  «  b.  416  60  5  7  11  8  —
61.  Gotha  ..........  ...  5  862  185  F"-  654  1  —  1  –  5  —
B  49711  d.  928  —  —  —  —  2  —
zus.  2  794  70  22  9  21  10  —
Elsaß-Lothringen.
a.  3259  59  68  5  11  —  —
638  624  b.  1  466  903  42  51  13  24  —
62.  Unter-Elsaß.  ........  19  736  604  c.  3440  6  —  3  1  60  —
B.  185  073  d.  4309  —  —  —  —  4  —
zuf.  12  474  368  110  559  265  88—
a.  2940  48  61  2  35  —  —
477  477  b.  1193  204  37  16  48  21  —
63.  Ober-Elsaf.  15  416  556  e.  2  633  2  1—  —  67  —
B.  137  571  d.  3  134  1  —  —  —  8  —
zuf.  9900050  6883  91  —
a.  2555  19  74  4  70  —  —
524  885  b.  1343  107  69  9  167  25  1
64.  Lothringen  15  211  471  c.  2681  3  —  —  ——  94  2
B.  136  588  d.  3645  2  —  —  —  —
zus.  10224  131  143  13  237  124  3
C.  In  den  kleineren  Verwaltungsbezirken
—  —  .I.  —
S.  I
Berwalt.-Bez.  Einw.Leb..  T.=  Gestorbene  Diph-  Keuch-Schar-  Tuberkulose  der
"  Creis,  adl  F.  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  Masern,Typhus  Lungen
7  Bezirksamt,  2.  XII.  Geborene
Med.-Bezirk  rc.  1  1895  Sa.  #  b.  d.  Ea.)  b.Sa.,  a.a.  b.  Sa.  b.  Ea.  b.  za.  la.]  b.  ö.  44.
Preußen.  1  F  -li«
R.-B.  Königs-  ·  ,  6  1
berg  (20).  "„  4.i.
1  Nemel  5880N2194  8S44  „  2121  515  85  —  366  16
2  Fischhausen  .......  53352056491347  519  340  212  2741121  8  566  4569  589%  „  48  —  459
3  Mönigsberg  1727905457  185791,1582  889  1385  93899  9451062  5713118939  7271363  10  54  26886
4  Königsberg  5683/2452  60  SLNBNIL  NI
5  Labltoen  524372232  60139  515  318  220  33893,  5/60  4%96  77  62  4%  486–
6Wehlan  48282  1746  491138  331  223235  34999  8/22  131  820  1383.5  6#11  104
7  Gerdauen  35286|  1348  4422  LLS
8  Rastenbung  4487L%  11  24U  21
        <pb n="329" />
        Sachsen-Coburg-Gotha.  Elsaß-  Lothringen.  (Größere  Verwaltungsbezirke.)  —  Preußen.  (Kreise.)  87“

1  bis  15  Jahren,  c.  von  15  bis  60  Jahren,  d.  von  60  Jahren  und  darüber,  e.  unbekannt)  In  Spalte  11  und  24
sind  einbegriffen
Tuberkulose  .  #
7  7

S—m  285  2  l7  r  r  5  *  S

AEEEIEIIILIIIIEIE  38  2  *

–—  r—  O  riri
Sus2fHs222J35
—L“NSLHNHH  W—  2-.220EEE
S  8  3  555  557  23  E  28  8  -zgEz=  251-  EESSE  U

ESzgEEFZBEEF"E  S5  .  —  —  1  EEEEIE  I
*  2½*SSE  ESE  BZS/SN  Z  GEENESSSSS
12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  B  24  25  26

i  -  "III  !
14592737—-—70"——-——15586———————  —I—
136151811———1—-  4—  61  10–  —  —
1242  15  3  4  1  14  —  915  129  5—
22  4  22  29  3—  —  20  —  175  1  111  .  —  —
123  20  71  s89  54  4  1  4325  70  1275  l  141546256—————————

255627147————158«—.3—3547————s—-2116453920
  —«1—:—181164l5———————
160114726  910630——2054268I6————--—.-—l.-398685116——39—-3028178167—I——-—:-.—-

  +  —
l  .  I
1621313471176——3691—8.—;758265-—·——————«.—.6
1068542210101  2»—«—66;2402;17—,———,——;—2-111481162329
  814034239—«—151.63-1183-16—,———:———-4I
20630»21686812  —301«—.115658j21:1412s25—--——«———;1—
14422174511754129740«545691115028386-3705-123—«————  77
912  95  317955—  —  631  —  11  —  729..H.
86  5698  18621  —  7  —  —  55  1  298  14—  —  —
8711168  188  151  12  28  32  156  —  —  139  58  888  17—  21
186  27  278  389  40  —  228  —  917  81  18  101426——HH1
1152  163  6600  943  1128  23  32  386  6311  917  266  78  2874  97  ——  ———  3
9144  269  688  —  —  1  624  —  7  —  702  41—
88.801  1710  —  2  —  —  54  —  34661  61
858  48  10628  22  57  147  —  —  1665  836  1—2—  13
106320035  28  —  187  —  1587  48  18  1082  291———————  111
1061  155  531  v12  863  22  67|  37  621  1587  225  2976|  1000—  87
(Kreisen,  Bezirksämtern,  Medizinalbezirken  u.  s.  w.).
*r#*,„H-O  EIEIIIBEEIIEIIIEIEBEE
Tuberkulose  Sonstige  entzünd.  Magen-  und  Neu-  NGN
anderer  Lungenentzündung  liche  Krankheiten  der  iis  EgEZEZE
Organe  Athmungs-Organe  Darmlatarrhbildungen  1t  5  *  —HE
—  424241*1251—  —  25  S  x  S——  —  3
Sa.  a.  b  e.  Sa.  a.  b.  c.  d.  ISa.  b.  c.  d.  ISa.  a.  b.  Sa.  ce.  4.  Wa  -
·  l
3E—,110.3161740j32cieseioxissgatzai  10321913671794714395911
kIle541019s14s11ci5369329321170  817710401843110333852
isi-8·731168;101;8260442H119102j12131001040  2104%
1  —  1  10  19,15.18854  8  13  15  182  5144  10|8
1—  —  1  8  13  30  203  8  15  32  20|213  6312  80/1288141252785
4  —  4  9  10  1916  64  6  12  26  20|133  221¼0  S!  S  829]  S  6
—  288  „I  6  1113  „  3  18  18  43  51.  7%%
1  2|3  4  6/31  12411  %  10  14  11  6  3244  328  55668

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  n
        <pb n="330" />
        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

4  1  n
*  n  1
Verwal0  Einw../Leb  #.  Gestorbene  Diph-K  -„  D
7  kies,  Jobtv  .-  0.euch.Schor.
5  Bezirksamt,  2.  All.  (ausschl.  Todtgeb.  -  Use-»F  Tuberkulose  der
2  Mecdeepane,  2  .  Geborenel-  "  geb.)  therie  husten  lach  yphus  *8
«  Sh.»-.ss:.«:::z.f2..«-g----—-—s2--..  -——
Ferelan  K  461601537  446  Sal  a.  [a.  v.  S.  b.  So.  v.  c.  TISa-  #.-v.  (e.  .
reuß.  Cylau  52859/1872  69  1051  32  -  o--  12%2
11  Heiligenbeil  1540  |175#  561  328  194  185  345  1—  4
11Leiligenbei.  454  892  331  136  166  258913|4  444p33½
13  Leilsberg  6.4  528283  11%  416  331  196/  3299  “—
14  Rösse  ..  50642  1941  301029,  235  „1  1,0  34583  6%—
15  Allenstei  5064  &amp;amp;  1„  31  %  3%  16%  1¼  53/  1.4
15  drielsbur  13320  3979  11/12  348  à04  22  44/2  99  —  6
eidenburg  57941|2559  112  1261  453  280  251127713  57—  1
18  Osterode  i.  Oipr.  72961|3  .  53·2g9-«5I«3771328  «;I
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Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

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74  Jüterbog-Luckenw.  1945  420|182  324  4215
75  Zauch-Belzig  2560  522  243  308  47044  2  87828
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88  Arnswade  1499  828.  "Lunl  15539  38021  1323
87  Friedeberg  i.  Nm.  2023  505  2324  271952  33368310/881  D
88|  Landsberg  a.W.  1085  309118187  16419  1511131
89  Landsberg  2209  590  205  2386  37|4  3%/24  181%%
90  Lebods.  3210  819  308R¼38  562/6  32924222420  2  5166  65
91  Frankfurt  a.O.  1744  410  129  32481  ½  12%
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94|Züllichau-Schwiebus  1533  2951262291  19117  411133  5
95|Krossen  2001  394  *  27402  55  ½%
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10Demmiu.........  475881761  410224
10  Antlam  ......  ...  31700  1147  26392  132  191  12  19  14
107  ufebom  ·  Wollin....  51404  1685  400  172  248  30  39  5  4  44117  916  2  4111  312
108  Ueckermündee  526802068  592  261  245  284427/|22|  6152  301319  27
10  Randow  .....  .  ...  118208428  1691,  658|  662,  5811301110  65.49  8  33/64  35181220  421
1i0  Stettin  .........  1407244969  507  539948  8477  10  431OD’  4/15
111  Greifenhagen  505281777  411y  3  16112  11112  717  SS  1  4
112  Pyrig  43632  1547  363140|  139  232  30  2521176  4141995  1147  1—
119  Saatig  70170  2399  479  167  293  362  51NL  999943|8|2  MH106  4  5
114  Naugard.  54260  1897  344225  227  31310|82/20  SCLG1O  1104  1
115  Kammi.....  4345  1497  291  1151207/  269  38  13123  1
116  Greifenberg  35435|  1273  261  93411100  9  16121  4  413  312  115ê
117  Regenwalbe  ......  45420  1631  259  136  143  24526  21  M22  10  H  „  5
R.-B.  Köslin  (12).
Schivelben...  1919  681  9  51  64  88  644  511232—  21n
11  Dramburg  3557  1265  219  991147  5123  22  16  3J81  5  5  NMSO  2  ½
        <pb n="333" />
        Preußen.  (Kreise.)

7  8  9  10o  11)  14  cms1690%
Tuberkulose  Sonstige  entzündt  „Q  **  EE
anderer  Lungenentzündung  hiche  Krankheiten  der  Magen=  und  F  Es  Neu  IEEE  x  25
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarr  bildungen  G  -
—HI  DW„5  EEEEEEIIEIEEBEE  —  §*E—  HEREBIIILIE  —5
Sa.  a.  ble.  Sa  a.  b.  é.  d.  IEa.  a.  b.  c.  d.  ISa.  a.  be.  Sa.  d4.  æ  *  9  4

½m  #
5  —  14  84  2414  222  —  372½
1—  —  1  6410  10|119.  2  24356
6—  —3  92  15121  —  271  511158  35)  71  510  45  68
72  314  133  830  30284  5465  2588711900%  281  69
38862  136  156  56  103/121  61216  4839
1384  5  173,  61  3641  6187  52  351510  6
511031  378|144  7175  10611299OHSIO  5185
3  1—1  444  1117  191448  14
7—  14  92  2017  24  7161  817/21  5816915|18|  4719  20
1—  —  95  18249  516„  T„  75
17  4  715  72.  19152  1116297½¼%
6  111  7722  12  12128T  6S1OT
5—  1  802681  57H1824y%  4  2½
7132  54  1118  11  —  as  18  241  49)  59  101  171  8821  4  79
5111  71  1712  20  2  8  ST
5—  144  100.  2910  19  4  35472711881|22027  OD  6O1
10——  737  151U|8818%%784¼
11%%4  86  20  19  18  53.864268613
834  s8  42  27  46  126  282727  4  25882061137392930  8  48  251  7871  68]  84
2—  20  18  16  1838581  1199  15  211(“  41C  —8s85
1——16  S  54  111  167811S
3  ——297|25|19I  2½21  71472  75  4332ê
311  1  622|  0|64UCiOC%  1U2Q  131  a431  54  131  101  25911  1
3—112|9120|2  17281  53  0%(  949
6—  5  559129  21082  %  680
1112445  5260  22  378O  „  1
3  ——  265310|18H16911118IDO  9DE  65  2311419  6  i5  i3l  4751  511  s2
4—  —3  5  4  u  555911  SS  1  112  30219  88421311
3——  34Gi%S2¼  4  —30O
1  1  f1  1lHN218|120|S„GC  251  55
5—  —560817/  2SB1O0%  1l!I[910|386  SB  8  O6CC  596
11110%  %%  111|181919  111579T!  419
5—  14  44  55490  116  1111262]532T
5  ——  5|  691  16  2715  10411185123112486  3332  13  60|225S%
6—6%y%,%2  2  182|18|3  69  2162819  4515100
2——2|  5815  41%
3——891|  144426865  48  18  12  18  116  2524117
20251l18  15  30  448136  3  2  5108  8216
2ä——21163  7  51  4  8  7126  8  429  48  11  181  25  7810  2401  -104
4—2  2  13  313313|1991835118  14
2  ——  10—%"  1LE%L1
3  —  —  3  155
3  —12  25  4  11  32  10  211  781122]  28  14  416255108
1112  9  971596231800439
31121413  71  442
6—  15  1343226  9160
4—22  152226818830113HH  T
6  11  2104444
2—2  16444½
7—  2  5  21  41  20  108  1  5UOSB
4—2|1  10  ES  Q„?„„ê&amp;amp;  SHI
3———2  3319H  1108  1513/111.00|  39117
————  1—6421048721084118
1-—1—  1613851810715425933119
        <pb n="334" />
        92*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

7  1  11  m  1  2  8  5  6

3  Verwalt.  Bez,  8  Leb.-  T.-  Gestorbene  Diph-  Keuch=  Schar-  Typhus  Tuberkulose  der
S  B  8  t  *5  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  hustenah  Lungen

2  Mdei  u  ic.)  165.eborene  -

««»«  Sa.fs.h.o.d.  .b.Su.s.Sa.Ih  bIc.Sq.Ia-.Ib.,,o.jck.
120Neustcttiu........  7582529651081299I422183283411  4%13  E
121|  Belgard  462607  6  836  285  139|  189221  3510  76  55  65
122  Kolberg-Körlin4561%  ——  5  5220
129  Koslin  46448  568  54  155  211246  3223126  4  28718424
124|  Bublig44  20948  824  80  37  63  66  121  al  511  1  1  22——1  4
12  Schlavwe...73188|  2631  88113158  199/810455|35830  38/21  2  91010501
12|  Rummelsbung  33676|1359  49  646  225  1482115210|  —33
127  Stob.  99922,3688  117/2061648  456  416  540160|18/21%4  6  5¼12  6|1152“
128  Lauenburtg442741819  443  551|8  5
129  Bütow.  —4646%  5%  1  448  15650  2  4

R.-B.  Stralsund
(5).  ..
130  RKüggeen  46728  44%  1  6614
131S#tralsund  30007908  25626  17363|173215  55K3  —  4165  35  543
132  Franzbung  4041198  2781  27  251  a8  281  1  32  772565918
133|Greifswald  ..  612782159  59116469/187  897  411]  35  2220|  43126  2,15
1834  Grimmen  35266|1339  540  130  127  180  17  i  aa  20  4  2  8/2  524
R.-B.  Posen  (28).  6
185|  Wreschen  336561474  715087  133  160  135  2  19859
130  Jarotschin.  .  ..  ..  ..  468552077  503711160  18191  2  516  44813
137  Schrodooa#  539732352  811253|522276|192263  2  2102  19°  5123
138  Schrm.  534182317  1215  413292  215  295  1  6  670
139  osen  73239  2259  1958  589  369  626|  374  2  218  17812
140  Posen  Ot.  56192|  2651  1425|695  305  247|178  1  69  80
141  Losen  West..  #  35808  1618  4089721  1  838
14Obornik.  487560  1081454  208  1811232  3  47
143¾  Samter  58494  2  48
144  Birnbanm  292985  1129  546026994  10738  2  .
145|Schwerin  a.  Warthe  22948  798  80  533211  70  103149  —  2—
140  Meseris  507111856  95768/102  197269  1  3  4
147  Neutomischel.  334991463  705  30|||82Q15(n„  —  1  1
148  Grätz...  33650  1  21575  3
149|  Bomst.  607122467/8¼7  2  2
150  Fraustadt  28862  956  659|194  107  158  2002  —  23
151  Schmiegel..  35805446  666/  232  162  116156  1  56
15#Kosten  42397/1777  805300  164  163  178  1  918
158  Lissa  39418  1367/2A00321  208  192  217  —  1  4
154|Rawitsch....  4989627|580“692  138  242  274  —1  3  6
155  Gostyn  409661755  727265111138218  4
150  Koschmh.  31523  1326  633228152  100153  22  —2
15  MKrotoschn  4698  1720  831818  113  172  1  3  1
158  Pleschen  32880  1492  708266  159128  154  3n  3|  3
159  Ostronvo  347661455  60  118  182  148  11  2185
160|  Abelnau  .........  33534535  73927152141  1  —
161  Schildberg  34071  1618  799339158  136166  2  17
162  Kempen  i.  Pos..  .  347041  872  380  174  158  166  —  2  4
R..  B.  Bromberg
-  (14).
1-Fiiehuc..»..»..  32930183051777310136129202614133275  —
--Ezmitsu........  39899159057843071501501775244633t  3
165|Kolmar  i.  Pof.  633182647|111317526256  249  28585622021  46
160  Birfttt  603692629991332  592292  203  24570  5247147  3
167/Bromberg  464171483  45|1037|385203257|19228  2815992  1
16  Bromberg  J776484643  18821118956  437|  396  32210  6  6o  8  5
16  Schubin  ......  ...  48472059  101  1032  402  1911184  253  51  41  29  211  2  1
170  Inowrazlaw.  674543470  1291675|804/874  255  2413¾1583  1
171  Strello  32722  1686  578425143  1  1
17Mogilno  41281|19606  64½  11  .4
179  Bnn  336951455  3808|282|170  112  189  44  82  a2128  6  81
174  Wongrowi...  43970|  1940  69|  871  849  162  160.  199.  43/  881  42  29  4  6  3
        <pb n="335" />
        Preußen.  (Kreise.)  93°

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Athmungs-Organe  Darmkatarrh  2  -xö  bildungen  2  5  5*  zz  —
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Sa.II-.Ib.ic.Sa.-.I.b.c—d«Saa.-b.ic.J.Sa.a.b.  SZSC.o.d.s--  OTO  5
—  —  1  5  51418  42  29  183  540  221  481253  33  716539  261120
1—  —  53|10  624  13  22  3J  498S
1  4  4  6|12  144SP  !„%NS„  %%%  BE"C
—  1  1211  20  2  3  S  8|  10  413111314334714“5°  91142|877123
—  —.  —222  3s13  4  —  48  5119  41  8  „  TT  1
2  —  28411.  18  26  2941  5  6  1716  4432  „„!„  71622)  271125
—  1.7  711  6  4  2  3827  15  11A518  1  „„ê  TIO  LTêêCC.
—  7.  311119.29  43  30|157  59/34  28  86  169  12098389146125  25
—  1111¼4|2  1522  44%3SSÖ  SH
NSTC%S„  24118
112  148  1448  14  C  S  BS  63S„QÖSOCO"6
111  1140  7  214  17/8  13,  51030  50  48  21  ·a  1T  4%  SESN
—  —  34  710  1161  11  12  1326  1088  144140  1920
—  462  1S-OS  481
—  N  I1  13  30  108  11104
—  12%  3  1%½0%%  5  T  SO  SU  O
111  915187  59  S  B  1  921881124  171  81209  58136
—  ———  22  182116  7  12  1211  1,
1——  1816  19366220|010  2  2  510|95  573882  5241181113282
18  —41121  72%  34½½
1—10  26  4  10  40  11  5  12  10  153  451  21  L,E  44
1  ——  123  4  2|10  729  §#  3  9  91111187/244441BÖ  451141
—660  A%%%SOSBUÖCÖC  3
—  ——55  8SDL
—  ——  ——220%  7%  %  2  28  7rr  38  %  8831  71  312381
—  ——  4%  %  4  4%%%  4  6  10  11ü18019115½½¼
1|„êS  ê„  %„COêJNC„  „  US  20  221  2123  13  71  3315114]  81875  101146
1—  1188|2  5|18!1  1  1  569900416  4½,
14—  1227  55  59  8144  8  712  7182  6G6163  3  3  6SO  111
1—S  9  18  □  86  1911100  83188823  1310|92188  225  34
1|—  124  GC  ½1318  %%„  11%  %%
11„%  BC  C%„êTJ„êO  TB„„SI
3—1|132yL  5  1—  9  411093  17¼  9)31781107  16  51  135  801152
5—  159  5  1422  188  1½  344%%  SSS  „
1—110  4  526  5  L
—  ——  ——58  823252%  ½  10  252  „SSSC  11182  16  155
—  29  5  15  5  1015  41115„  OD0„  ê
2  —  1U  8123  9%  3  4  16½
—  —  é3B  %„O  7  411  41  73  61112  11  510  HSSORB  NêG  63  158
1121½  39  4413  416  11  53  48101  y„TD
—  ——N3NZZL%SSO  46  39  21  83  74  91  -61  42121701100  6  11
—  ———  46|12  5  17  12  25  3  2  128187  3811168  55232
—  2-  s8  10  16  23  5112  12  54840|41
l
1———50l11H1212153695913564782222121034992162635163
3——23113s95410,738645301516181171410022331431164
Z-1348s15123»s:ks3020122111187243836191740187897446107165
————62i72321115438108888711619117467116275399245166
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6—1242o10286n«8511117o6191181459548094291109174
        <pb n="336" />
        94*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

2  1  #  Lu  2  3  s
S
*  Verwalt.  Bez.  Einw.-  5Leb..  .=  Gestorbene  Keuch=  Schar-  Tuberkulose  der
84rerJSoh,  (onsschl.  Todtgeb.)  dusten  lach  Masern  Typhusungen
z  Med.-Bezirk  r  1899  Geborene  —  4  ,  1
Besirt  ꝛc  Sa.  a.  b.  —.1  Sa.  a.  ISa.  b.  Sa.  a.  b.e.  d.
1  r,„e  ..........  4556718716Ä  968  381|179  224  02  6  9  100  6  11  66|17
170  Witkovo  2533  1167/8/  506  206  88S93  314  5  39  2
R.-B.  Breslau  ·
(24)
177  Namslau.  ..  .  .  ...  359671  1345  802  290  132  146  30  1916.  1  2
178r.  Wartenberg.  49986|19924  95|1095  399166  240  §8  71—
170  0els..  646943881¼  19  144
180/  Trebnig  5100  19231881330  48873  21  20  155.  33
181  Milits  50274  1021  2  212|1
184  Guhrau  34723117  775260|  84175  2  1
183|  Steinn  23321828354  3  4s10  1
184  Wohlau.  ..  ..  .  .  ...  4083441065|1030  341  126  223  14  11  1
18  ]Neumarkt  55700  224/8610  668240|7/  &amp;amp;  10  -  3
180Breslan.  373163131075  1995  18,  3320/13948028  49156  4
187/  Breslau..........  83365|  413|152511  1202  43  21  66  2
188Ohlau  ...  ..  .  .  .  .  ..  550402227  1386  542  204426  3:  16  1
189  Brieg  ....  ..  .  .  ...  619512056  477  288  361  16  1
190  Strehlen  3596814238  936  336|162  194r  9  —.
191|  Nimptsch  .  .  .  .  .  .  ...  30401252  908  327  222  164  10  1
192  Münsterberg  32165|  1222  821.  282  120  180|2  6  1
193  Frankenstei  47280½3  13  1
194  Reichenbach  694472798|1182055845328  416  46t  49  3/  1
195  Schweidnit  96795/|  8786192  27911989526650  626  58  7  6
196  Striegggcn..  4701849830064247  9  2
197]  Waldenbunrg  130997/  6277/296|1236  2199  509  874  11  7
198  Gless  618044  1542  429  234  434  31  3
199  Neurodde  48952  1826  1327  482  164  328  6  3
200  Habelschwerdt  .  ....  59089  1788  711388  359  170  348  21  3
R.-B.  Liegnitz
(21).  1
201  Grünberg  1893|105|  1253  405  200  267  12  3  71
202|  Freistoadddt.  1715  65|1234  379178  262  6  3  4  65
208  Saganana  1774  97  1198  352  13913  1  ·  s,
204Spwttcu-«-««  1181577027273179  8  1  3
205/Glognn.  21641031610  467224421  2  7,  6
206|  Lübrn  1128  699  260  733  1  6  4
207  Bunziin  2186/12063787,  396  8  8  403
208|  Goldberg-Hainan  177444  7  9  7
209  Liegnis  1639  58  1309  476  241  326  7  1  2212115
210Liegnis.  153%½10994  1721  151  5  7  48
211  Jauer  1269  867  322  127175  3  4  4
212  Schöna  8384  662  198  63153  4  5  4
213  Bolkenhan  1061  770  3118942  —  1  2
21/Landeshut  2128|11131  —  5  1  2
215|  Hirschterg  27181472229  883/242529  1  12  4.  6137
2160  Löwenberg  202813|18380|  628162  444  2  11.2  8
217  Lauban  .  .  ..  .  .  ...  2518  155  1933  768  262  362  18  11  2  4668
218Görligs  2181  102  1459  ¼  23  E  1213½6
219  Görlig  1552  105  1220  445  188  263  1  4  49  5
220|  Rothenburg  i.  O.-L.  18299%  1043327109266  3  I  I,
221hoyerswerda»...  1352  78624549  15  —  1
R.-B.  Oppeln  (20).  *
222  Kreuzburg  1974/7/1270]3  25  6  2—  104  4
223  Rosenberg  2240  4%11%63  6  1  160  14
224Oppern  55658L  S%  112  22  117  306  442322356
225/|Groß-Strehlig  304731201  614  335332  52  2  1
226  Lublinig  2163  66  1168  455217  228  12  2  111158  2  7788
227  Tost·  Gleiwitz  ....  5210  145  3038  1252  687  565  12  5  2  270  415|205#/
228/  Tarnowig  2952  641432  584  374  250  7—  92—9  671
229%  Beuthen  1873  54195  411  297  342  10  6  —  6  107  „
230|  Beuthen  9471|/199  18272207|1378/  849  50s  41  18  411229  6  1921588
        <pb n="337" />
        Preußen.  (Kreise.)

7  s  o  10211

95“
12  13  14%  rW
Tuberkulose  Sonstige  entzünnd.  W  .—  ELEEIIILIEILEIIENE
anderer  Lungenentzündung  liche  Krankheiten  der  Aagen-  und  1  Teu  eissE  vo“o  "
Organe  Athmungs-Organe  Dormkatarrh  bildunge!3  "  *
—  2  —  21  7  5  2  1—
Sa.]  a.  d.  C.Sa.b.le.d.Sa.a.b.e.  d.  Sa..  38.  So.  o.  d.  *  66  5s  “
——  E  NLNG  LILG  26  24|1
—  ——  5  4  1113.——  1  707  14  11  100
1
"6  11  43  12  6  11  181  a2  46  4—
53  —  5  20  11  7  6  14  11  65  3618114
6—2  4  19  66,  111002421501  3832T7
3  12  ½2  16¼32|
6—  —  4  15  56  10  16  i6  i51  50  35|1%%%%
2  —  1  1  64%R%%  11130
2  —  1  1  21137  31  14  2
s  —  1  5  11  51715260  1  112006644
5  —  1  3  18  69  2  111522110H12
86  83985  139  55G  15091LOO  44
8  —  2  5  2486  38  440%%
13—2  9  19864  vo6  60  252591
5  12.2  14106121  2  65„„%
5—22  14  3  5  5%%  3322  111
4——  3  11  %  2444
73  4  19  5581622  65  38  4
114  6  1880]  1110  3|2#3  115524
11  19184¼14/2657/|87/211177  41%0
9  19T  3141118/32  45  6182|139  27.418  76
7—  1  6  196310  112111111  11611
1111  6110  27207/47  412
6  —  6  159014  172#  3580|  1  115138  22
2  ——2  1170|  11  927  24918  18123111
n  —u15  2  ½0332  401  38427  143
52/1  1  1  ⁊2  13  16  22  211  12  103  4287  18  18
—  —  —  —  22  70  10  8
8  —  17  76  118  83125|8|  37  1
1  1  11  49  1U  2218  11  7
10  24  4  20|143|1220|  7  3|  782A11
4  —  12  1|88
8  —  1  6  201110  18155  %
4  —  —  4  10  81/10  7/28671  526  13|  13
25  3  5/#q  .  151053632614429107143  1—542
2  —  1  282  i6  36  25  28½2  6
3  ——  5  1iô  18  „%  1½%%
2  —  2  11  34  1  412  1123  18  1191811
3  —1|2  1320  3|10  12  44  3642  2
5  —14  11  6683  827/  3|2  77  3525  1812
8  ——8  26135  22  18  51  414  44
s  1  27118,  13,1343  4
14—  1  20111  66
1334444  20  145  32  20|87  5620|193  84650  22
2  —  11  105  %  428
5  —4  1  46  5%
—  ——  11  4  ½1%  38  1  18  I¼
«
6  1  5  O  9
2  ——  15%1  48  iM  iai  iis  11622  17  3
9—  8|4  17|  573225  9
1—  110  2½¼  %  2
3  —  364¼4  17  1611/  3532  5  28|116111  5
11  111191%  3  67  2  7135  2%  9
1  —  —  11  4  2  448  2
15  —311  6  4228122  1
11  12  L9  1L  O9  94  6

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kalserl.  Gesundheitbamte.  Band  V.
        <pb n="338" />
        —
#
*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

1  u  I  1  2  3  4  5  6
0
Verwalt.-Bez.  Einw.=  3r  iob.  ,r  4
z  Kris,  an#  er--,.  Gestrberr  .  Liph-euch.  Scharasernrypzus,  Tuberkulose  der
5  Bezirksamt,  2.  XII.  Geborene  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  hustenlach  Lungen
Med.Bezirk  rc  1835  Sa.-.  u.  b.  e.  d.Sa.]  b.  Sa.  a.  IEa.  b.Sa.  )  b.  Ea./  b.  c  Sa.  (a.]b  %
231  gHeire  9113  75648  1082389/1207  698  451  233  70  18U
23MKattowi  145223#8030  15506,  17371208  856  404  135  1087  246159/130|84%  5  5236
288/  Plee  10197914498  138  2366  925  498  432  511½2  5  MS38  10/11/31/65  44  1200  4
284  Rybnik..  98755  7/408820  827  503  396  468144  111164  108  54  3%/102  655%  1  2  1
285|  Ratibbtrn  141476|6384  12/3451  1979  590  741  738  110  7½#2  12|/  15  1/88  544
230  Koseeee  70606|2960  1718  65/350  342  4107  51161  1010  104  Alt  417
237  Leobschü..  86213197  662011|  663  344  441  56333  2  43  2  2616  12444
238  Neustadt  i.  O-S.  98764|369598|2273  699  361  570/648642108  7%
239|Falkenberg  38810  1452  40  859  305  101  194  259  5  1  LS
240|  Reie  100289  3293  116/2387  768335  583  695  2725“2  28  15284431
241|Grottkaunu  420065|1L2  551  945  325  142  I186  290  U  1.  12
R.-B.  Mahde-  «
burg  (16).  1
242Ofterburtgzß  45288  1401  934  308  137  173  315  1  W—.—
243  Salzwedel.  53893|15  1053  283133  254  382  —  930  619  3
2440  Gardelegen  55710  1794  84/1184  347,  136  344357  3  114113  415
245  Stendoall.  67895|2307  1505  546  242  329  385  5  Gil6  109  2  5
240  Jerichowm  Il...  76856/2795  1656  644  248  361  397  5  6  1  4104  18
247  Jerichowm  Il  .  .  .  .  ..  57269|1723  1069314  137  252  385/4  6  42  276—7
248  Kalkel  102730/8898  2033  724  410,  415  484  #  1  12,  8  4160  1  13
249|  Wanzlebbn  80182|3173  1131284616  394  379|395  15  2  5  6176  215
250/  Magbeburg  ......  214424  7625  2584574  1812  846  1136/779  12  393./12  461  1960
251|  Wolmirstedt  52415  1888  68|1211,  423  248  210|  324  7  9511858|
252  Neuhaldensleben.  63057250371333  9  2  2—M114
253scherslebben  57852L265343  3  9  69¼  411
254|scherslebeen  84090/  3047  1171707I599,  290  406|412  3  551524216
255/  Halberstadt  413071352  900  290  161.  256/193  4  411%  2  416
256  Halberstadt  402731345  766228148  161|228  6  56  7  3  46—6
257|Wernigerode.  294188878  498  127  73  132/166  —  ——  31  4
R.-B.  Merseburg  ê¾
(17).
258  Liebenwerdd  ..  51255  2049  1205  421  245  220319  51  47  4  3  1  6  —  3
259  Torgau  .........  .  56715|S  1267  467  194  259|845  917  12  76  1
260  Schweinit.  40208  1272  875  245  1261959  11107  6%
261|  Wittenberg  576731980  1301  41  244248372  77  66——2—.  2682  —  1
26Bitterfeldt.  617762564  1319  568,  169  268|323  —44
263  Saalkreis.  8670#3809  1900|886/  376  308/376  s  712)  97  2  34
264½%  Halle  a.  S.  116304  4081  60OS5  514  746  493  11159911  110228  422
265|Delitzch  6546  36  1  1  1  6
266  Mansselder  Gebkr.  65469|2738  91203  422  227  268|286  7  5|I  114  5HN  4
267|Mansfelder  Seekreisg466  ]|4065  163|1825710  370|  325|419  55  2|17
268  Sangerhausen.  71899  24811811477  424  241  355|457  4  4%  4
269  Eckartsbergga  39801318  875  248  190  176  261  17  16  .  16  4.  1  55.  +4
270|Querfurt  59465|222479|1267  464  198  239/370  3  325.160  3444L
271|  Merseburg  78999  2972|87/1682  564  298360/457  16.  11111  410  1  9105  118
272  Weißenfels  93552/  3921  132  1831  742,  305  393/390  4.  419141  3  1144  17
273/  Naumburg  35067  1017  40  620  178  73158216  —  4  218  439  52  —  4
274  Beitsz.  542282178  8I11834  5  433  2111  93  211
K.-B.  Erfurt  (12).  I
270Nordhapim.....  2753774  52214681156139  1071—-4—--464212
27oheusteiu.......  43361570840253150«184253  4!413125—;568—3
27okbi«..........  41411440  ««222281167s179248  12-7;2135«.10329
27Dkilienftth..»..  39314  1342  712  161  117  166  2681  22  7  71  2  111138  9011
279  Mühlhausen  30115/1099  590  193  102  162  133  5  5—  +6  4  3  615
280  Mühlhausen  34289/1302  a94  182  120  156|236  8  5  6  6/  fH  1111.—
281  Langensalee  3704  1170  751  215  108  17454  2,.  12  2110,  4%  1
282  Weißensee  24522  864  528  186  88  105|148  —  ——  —  1  4%  11
21383Erfurtt  78174256982  2  425  207|  422  308  12  10——10  —  J„  114
84  Erfuiuirt.  29064  1104  563  198  92  115/156  3  ——5—–  54
5  Ziegenrück  16286  7  310,  1014  51  69|  89  9  22  153.  1  20  1—
HSchleusingen.  45531|  1672  799|  198,  138  214  249  1  M  16/  8LO  3  /,  65  —  5
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        —

Preußen.  (Kreise.)

...

7  8  6  10  u  li  13  14T  *
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  „  —  EEELIEEEIIEIIIE
anderer  Lungenentzündung  liche  Krankheiten  der  Magen=  und  2E#  5  bi  der  #EE  2zz  “b“
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrhe  bildungen  #  r3  "
—  1  2  SESSNSZEEZ

Sa.]  a.]  b.  o.  LEa.  v.  d.  Sa.  a.  D.  .  Wd.)  Sa.  a.  .  l  Sa.  e.  r)  d.  “  r-8
  —8S8271  922125,  43  1118  24  1813|13|427|290  1388H5426
9—17130  123143  75  20  82  17  12  3  "O„„G  "OOOTEOSSÖS|  S1O32
3—  8|179  57!  4550  %1„Q  145  ST„  „  15  1812262781  551  81  6711  47288
7—  —  V1153|?,  48  88  30  78  14126  48156  128  321  4  61  40  2020  190242  52  101  577)  57  234
144
5  4716  23  141  49  1129155531113  44
6  11|119281  33  27  46  117y  HGJJCJ  i
11%F444
3—12331818|19  11  41995|H1815:  48  34  134  11  3115  817165671125  161  53  9239
17—511  4Z  SQÖO  43  2210561  71240
6—  21  30  66999  411411835  4121116  4OHCO  422]  61241
601565  714  8  837,  5  8321¼2  54  HNUSBSI  TT„
4—  —  484  6  1128  1675|12112O  56  46  100  SL  SQ
10  H—911  N4  ¼  28  7124  29  22  74  L%  28  TT  12  4091  24124
2—  —29984  29  25  1110002811720  14
5—  483  20y%„  B  42121120  1%  SSÖR  GTO  „„
42  42
7  12  44  2825362  61248
5.—  1  81112  13  46  26  278917/20|20  82  11111B  111249
3158114|110  HS1S/I11/  95/66  4616  10553  98842  7561  861  31  8165  „  „„  48  721478  47  250
5—28S75  12  17  18  33  50  15  10  7  18  66  48  12  1-324  19  16)  39121  1718  488)  71251
6  —241118  21  4131  25%„2  571147  281  0ê0%
5—2s10160  46  14  —11  40  29  20  NM  O%OCOB
24  3117  21137  3431/86  36|1142
6  12  393442LL2é22i  286)  -  255
2——2611L  18U„„„OOOTLLO  806)  81256
3  —111134  6  14  7  71  44  2  8111  251  22/  1yCJLOE  1½S„)  0ê2
3——218O]14  %%
2—2|18|%½½  31  6  183  71  61  40187  28128]  5271  11269
3——83  46  7  410  2  %2½
3—1126615|2120  69,  6182520  50  16  6  4½
5—  5  430  ri  191125/2211  5  .  BêL„JB
9—  621s132  31  4428  29]  76  20  18  19  19236  187  9  191  711170  31  361  807  382263
335115  101210  67  7043  30  206  558118585  419865¼  é
6—12  4107  2640|  30  11464  8  92522198A  29  16  183)  421183  20  20  671  11265
1|—  1½  O  BêNTSGAL  18  19  414  106  266
3——63179  17  24  18  19122  29  35  31  27216  165  49  4  71  30  11  19)  66227  41191  7371  51267
6  —421127  14  2149  483125  45UT  23  S  22268
2  ——21  73  10  29  16  18655  8311222  881l11T  61101  271187  3,SOGC  28269
311J’1  561147|270
7128885|1  39/16  16418L½¼%  8  4091244  2022)  7701  151271
10  1181115  25  49238  18  ,G¼QTCQSS  64  148  SO  H4
3—1226  6  521471,
25  216  69581|  281521  22  1024„,
8  3328  1  9  1511818  LB  41  411  1689  71275
2s  1—650%%  5|1S  20[  HO  Ö„LSOB„DG
4—–8|T11  %•„D  4  667|  87  114422115  523|434426G|  152
5—  —35  8  6COC  N221028
1218¼  2  CSSHC„  „O  12  BSSA„  4¼
5  —  —  51  49  7  919  4  T%  èJS  D„STNT%„êS  Dx
1|—1  1U  5  7110L„„O  01S%GyC1D
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161  4  a  26  67  6630
14—4%  LS  NINB  B  56  1  8  3
——14·3BS  B„  381  13  1H253O0  44  150  B5
4½—|—|  3  61120/  10  16.  151  4110  3|123  SI  14  11  MH—I  1  10#  8§  III  88  112  !  111  9|  314I  20286
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        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

4  1  I  III  1  2  3  4  5  6
Nerwalt-Beg.  ahn-Igeb  ..  estorbene  Diph-  eudSchar.  Tubertuiose  der
3  --  ..  storbe  iph-  Keuch-Schar-  uberkulose
Greis.  3001  (ausschl.  Todigeb.)  therie  husten  lach  Masern  Tuphus  Lungen
Atsamt,  2.  TlI.  Geborene
Mied.-Bezirk  20.)  /18865  Sa.  I  u.  J  b.  C.  d.  Sa.]  v.  Sa.  u.  Sa.  b.  ISa.  b.  a.  b.#e.)  Sa.  a.]b.  Te.  Ja.
R.-B.  Schleswig
(28).  »
ausstehen-»O  849139942403758897223271  slus  813
penrade  434445½  718
Sonderburg  51110S4N  %
200Flensburg  .......  ’76821612721121421199623211583—701·zlensburg
  1117  7278%  lNBUNSL.¼
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293|Eckernförde  5880  20993  285  H  BHNT
294,cziderstedt.nn9  s  2163817  I1052222—---1—124..-uium..........x
  451311848  136.211  432111ss3111—6815
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Norderdithmarschen  4  %  211½2%  G  S
Süderdithmarschen  1  412300|]  6USLS  GC
304Steinburg  .....  :  6912994151442984391711342311147123101—6
soeegeberg.»..»..  -.  46461995814z24611761-22.5-—I5414
sosStokmum...»».  ·.  1271576  226  323  42736  293826665  5
30  Pinneberg  85886  921121  45/169  346  454462331110  SS  NN„  6
308  ·  Altona  ........  1882662|  874  435|  747  6041231838  15
309N  Herzgth.  Lauenburg  5345  1  33L
R.-B.  Hannover
(13).  n
310|Diepholz  35362  47  9  18812  1  2
Wl—1——  677  119110|  196251¼C%%  2
alsssor  ............  470874815218310811—.—2152  XL
31Nienburg  40  7660%  2  3579
31Stolzenau  513  ½3  511S%  3106  1  7|88119
313  Sulingen  s01166  498  902116ISH  –6
316.Neustadt  a.  Rbge.  553  113  8914920381L.  1—  51|6
311  Hannover  .  368012725121141755625234198Su8141  18  38
Hannover  35  492  179  77119117/2  11„  2121121  3  3à/
319  Linden  78903.  1286988913|12|110  Hü.  1  6
320|  Linden  6541  128173|1452  ½½  4  —  —1—2151  2587  6
321  Springe  545  147  711151/17686  55  544  —  2  5014
822  Qamenn....  1055254  28115  101  2  11  11  1133  s82  1  1111
„B.  Hildesheim
(1).
828  Peine  ...........  71180|1044LLU  7v,11
324-Hildesheim..  705178424819762120.E  4
Hisdesheim  .......  136468½%%  2——  23244  171
Marienburg  i.  Han.  630|1891155/200  6159  J6S  4
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328lfeld  40  9%  52  103/561422  1
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Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

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359  Neuhaus  a.  Oste.  29166UN  4722
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2  —  —  118  L  1  66  15„4ä  1  5  4  56  1S
1—  —  1121  5  22|17S  BH  4  221149J  „1  4„  41  47
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        <pb n="344" />
        *
102  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.
7  1  II  III  1  2  3  5  6
HGVerwalt.-Bez.  Einw  Leb  #r.  Gestorb  Diph  Keuch-  Schor  Tuberkulose  der
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Med.-Bezirk  r2r.)  1555  Sa.  a.  l  blc.;(1.SaJhSaJiLSa«k).Sa-sbSahscSOOJLIC
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39ünstkk........  071351767421166225I141409s29128262013ist.-31:k.;110214  15·24153122
393Müustn«.....»  43961430317892D0E114903i25229l2397---—96  4j—3u95.,1613
J94Stemfukt».»».  5996:.22478312433507«196357I340»Ur-m  1  111100404  1  15.a  18
395|  Koesfeld#.  46021587  45993,  245  159  288  30620  190155  1111,  666  26  6|11419
39  Ahanuns.  41981626  4%%
397/  Borken  5257992  60/103/  23/176275  325  3  3  10  11  NS,  L  1  ¼
398|  Recklinghausen  123200  6670  18/2150/970/469  624  337/75  63133/21  1938|17/215341  22  58  2342

R.-B.  Minden  1

(11).  «  .-399]

  Minden  9224%  C  4181  ½  —7248329
400  Lübbecke  47742  1571  597  155/137  236  26913.  363—%
401  Herfornd  94553/3755  163¾1609/423|  309  481  39554  4  168/11100%  0  0
40  Halle  i.  W.  29137  939  30|129,  50  143  1326  N1äJé
404  Bielefelt“y7z  474559  59%182242  %  4%XS
404ielefelbd.  ..  5095/062  81  %)  2  18%  35  240  3  3%1  1  1
405/  Wiedenbrück  48631634  44  S  53  62  116
400%  Paderbon....  4934|v  212/1160235  27732  3/0  418  6/311  1122  17  93°21
407  Büren  35890  1225  20  6ä6/16077|203  196  1:  1166.  NS
408  Warburg  32308  1085  30  522110  62  141  20  NI  „
40  öxrter  55549  1956  54%2

R.-B.  Arnsberg  "

22)

410  Arnsberg  49605  1830  951220/200|2  50  4|11  %
411|  Mscheode  36804¼309  391  140  84  192  17530  2311  1½½
412/  Brilon  39141|1373  712  12523/215  2486,  2413.  7
413/Lippstatt  39065|1275  73)135  95  250  2591  8  7111  81  —  LI
44|  Soest  54188  1755  46  1084  250  164  313  356  20  1712  71  —16
415/  Sam.  90501|  3698  1785  603/396  457  329836025  18s39
416|  Dortmund  11123  488  12441½
41  /Dortmund  97905/5017  1662155
418  Hörd  9422  4269  1592051625  648  489  287  11/123/37/2
419  .Bochrn  538422281  1191  423  275|  373  120  31  2825  12139  351  2
420  Bochum..  ..  ..  ...  144457/  7088  208/2926|/1068  775  764  8316  109  9211  244  24123  714302.
421|  Gelsenkirchen  31582  1683  795)  2871197  255992½¼1%  520  20  8  ¼
422|Gelsenkirchen  12904  2645|1149/766  529  201  128118  33  2130  26  53  42  10  71250
423|Lattinggen  68718|3155  1297  390  333  368  2068312  22
4244Lagen  41833|1669  7644249  163  234  118121005  76  6
425Hagen  66697/2853  1117/355/281  317  213  20  1025  1596  6s11  5  384
426  Schwelm..  60225|2359  1027|287  192  305  2432623.  36  67  410  ;  3135
427|Iserlon  76790|2898  8/1305/  390/270/  367  27826  2318  1415  13  2½71  3  519;
428  Altene  87165|  3178  1562  454  342  44  322  89/  37/32  20111/16|151  6  8267
429  Olo  387281388  700)  152  153  210  184¼3,  311  141
430  Sieggen  85902|800  1  1272  282  240  415  3354  48
431|  Wittgenstein  22481785  313  58  62  85  1386  1J  11  67

R.-B.  Kassel  (24).  .  l
439/-  Kasse.  81752  1391  326  254  482  318  3  356.  3913|  112/19822  15618
433  Kasse  55951212  1097  3091290  285  212  —  —½L  5  1
434%  Eschwege  48081419  803173|134  227  271  —  —%  —  8  7512
435  Fritlar  26607849  600  128/133  147.192  2219%14444
436  Hofgeismar  36855|1167  611168/121  150  201  42
437  Homberg  21275651  4051  3  273|3  12  50  5
438  Melsungen  2747815  199107  80  155  156  1  1110  73—  I18
439  Rotenburg  i.  H..  M.  299921026  433|  93  65|135,  160  338  2  11
440|  Witzenhausen  29804  342  120,  100  155  167  2  22  8  51  4  2  3499
441  Golfhagen  25197/  784  555  118|112  170  155  —  —lis  15116  4  60  15347
442  Marbunrtg  480642  §9  155  98  335  300  3  3—  0MB  8
443|  Frankenberg  23902  744  412  80  541344  1  ——6TT24
4  Kirchain  ........  21724620  3215613994127  -—322—!39—138
445euhqiu.......  327011008  ssul  57  80  150  203  N36  2  4
4  4  —  50536|/1671!  926  194/125  278  329  3  31  1  109  3d112  81#  m1m
        <pb n="345" />
        Preußen.  (Kreise.)

7  68  9  10

nsn  13  14  1687
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  ———  6  —  E5zi
anderer  Lungenentzündung  liche  Krankheiten  der  Magen-  und  Es  Neu  ös  ——  Ez  E—
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrhbildungen  38  .
*  *22  25  *#ES-Sa.-.
  a.  b.  Sa.  a.  h.  e.  d.  Sa.  a.  b.  d.  ISa.  n.  b.  S  Sa.  c.  0d.  #  1X-  .  a
I  -
5—  2  384  20  2¼162%S„!  C  1  1
2  11—122  23  219198883  320¼00802  12  2
5  —  1  |03  5  7
11—  2  8154834  43  35  488  54225200  6ii  3  168
:  1%  30  130  6¼L  GG  5,  4  3
8  1  2  4|12/23  40  33/2836  41%  3  25
4—  —  314  43  45  27278|219%  %%  2  3
6  5|„NOO  6½%8  SGC  3  11
11—  4112  6  16  25  80  76  48  S1  1  14
3  —1|2  8  53  10  20  %28  16  8
13—11  714  2  33478164424  12
2  1—1  11236  1007  SS  3
8  —2  6  138819  220|  3251%
10  1  4  144144%  16
3——3  18312|11%  6
7—  2  4  95/,18  3%2  52%  12120  73  2
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3  —  21  11  .915111%%ê  2
4——  4  111013/24220  2
10  —  2  6  5020  1  21  4116  7  9
4—  —  2  914151511  1%  1%
11—  23/17  821¼11%3  2
4——  4  97/27  9%  36  2113%  3
128417  1111|8383%12  7
218  13  26  84  212019568  10
48  1810  17  97  109/  358126286482/80  22
128.  5  3128  18|15|199  158  441S2  1  4
11147  4958  3318|13394/39105  5
25  2112|1  388620  1215112299  23  4
4  11164  608145  6
8  ——686  190  7100556213%  —
1881  5918815/858270|87  111  7
13825  26132726/8144  4
99241  2120%  4
144  1681914N  15
———-  244  i  62  li-  1
144  2787/262980068  11  84
11817  288/26%21½%%6  20
10  +8  11122  êQ%%%  11
14%  26  1/23  19  9
3  —  —  63  IEEEIIIIEIIEIIIIE  11
18114  281525878169  12  65|88  SO  25
3  —2  16  21/8381688%  23
2  1—1  90917/0  31225  4
8  12—  837172  2%„  7
4——4  611|182  7
2——  4½¼%  55o  78|—  4  6
1|—1  111318/12|1144G4  5
2——2  6%%%%  S:!LL  4
4——  66820|]  R  4%  2
3——1  111091!/2  i  5153  —
8228  1388124%2  4
———-—  —4271596111096  5
—  311QZ  1
22  2  5922148  5H  3
8  1255  8720|25|  20  1281  23125  /11|,4  2

Mediz.-Kat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  V.  Band.
        <pb n="346" />
        —
S
□n

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

9  1  I  In  1  2  6
*  4  *
Verwalt.-Bez.  Einw.=  *§i*2Wr  -,,  ,
Frei,gah.Leb...  Eestorbene  Dipt·  sgeuch·  Schar-  Mosernauphus  Tubertulose  der
"  Bezirksamt  2  Tu.  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  Lungen
AWch-Brzirk  1.)  1555.Oeboren=  —--—-—--——  -
Sa.  a.  b.  c.  d.  Ea.  u.  Sa.  a.  Sa.  b.#a.  b.  Ea.  b.  o.  ISa.  a.#  b.  e.  4
447  Hersfeld  .........  81939  1094  861  577  21|W6  7ou
448  Hünfedd  23278  75518  fSS,  3S  41—  3  299
449Hana  276555  798228  5231275203  111J4TTVI  72  15  60  6
450  Hanau........  ...  42667  14948168  204  1182192261  2  2  „0  8  41  3134  LU12  104  17
451  Gelnhausen  42732  143344y  109213„  2
452  Schlüchten  28398  90383  33499158174  2022111141–  Y  2  5914
458  Schmalkalden  84795  12808  656  136|124  188|208  49  4  2  1——  16  811  191  6  35.  7
454  Rinten  43077  1500  651  803  178  177224¼2244%S  %  672  6  50  9
455|  Gersfeld.  4  21320  72332  429  103  67/100  15913  3311  „1  1  24  9
R.-B.  Wiesbaben
"  3  /n
456  Biedentopf  .......  42188  131871|600|12GL2L  67  25
457  Dillkreeis..  41052  1237  4  677  103  86  2172711  12  111,  4SFG116—  6  7832
458berwesterwaldkreis23842  774  349  61146123  119  20  11222—  —  2  —22  92  34  60  25
459  Westerbunrg  28880  914259½  U2  81—6  5817
460  Unterwesterwaldkr.  40739  1311151,  232  2223733  741–25  152  1  14211  10326
461|  Oberlahnkreis  3891  1113  83  697  113  1144
462  Limbureg  48548  14128  868  154  120  263  330  31  2410  41  1  113111511  41433  7  9538
463  ünterlahnteits  ..  ..  48691  1129  61  713  95  96278  244151  122H  10026
464  St.  Goarshausen.  39819  130881782/160  1191253|247/299251|12  2%  3111006  8120
465|Rheingaukreis  85084  1091  80  1Q  13  %  USé„
466  Wiesbabten  453441690  051|  812  286  124  286  244  2415—  —  11  2  3129  316  9416
Untertaunuskreis.  34222  104888|57710  81  171206  27  211  91  313  B  5I66902  4  6123
468  Usinggen  220041  70926LhD„  77—6  6011
Obertaunuskreis.  403241283]3y244y  211  1231911  I|9/6  7)912
öchst...  42117  1746  684  226  92  217  14  53422617S
rankfurt  a.  M.  36669  1386  671258899684133  1061  79  860  0
*  Wiesbaben  74133197585|1274981711  46  859„  10068  3  6  415  4186  110  1015
3Frankfurt  a.  M.  229279  6789/239  3618916  4721447  780  1387  46  19  16  5  16  35  471
R.-B.  Koblenz
:#.—  1
474Koblenz.  39689  1148  80  690  240  1761  11  8115  71  -443142  s83  8  5
475|Koblenz.  56470  2002  42  1202  876  2  19/2%%„  „  11  14
St.  Goar  ....  ..  ..  39408  125941  197  118  214  2981  15  1411  91  3  31  7141114  68106  2183
477  Kreuzuach  74556239260|53587  280  407  470  49  4426  161  31  2168  41  16  310204  4  14
478  Simmen..  35172  1102  89  593  120  71  170232  1  1  51  1J  4  9118
z  .............  3154982360812710316920913112111072012128  7786
ochem..........  8904113698873216122824941841413622311133180415
481Mayeu..........  66901261271560498823349895745842317123021841801127
Ideuau..........  22188142499147114106132242112733108105  4043
shkweilet........  89879132039432591872192774031694317972119815
Neuwiee  784124  25899791555|10|2  6  41653%%4G„OO  YTD„
485|Altenkirchen  62078  21402  4O0T  1é
Wetzlar  521401494640Uyê  1½2  217  6T10  2  16
Meisenheim  ..  ....  13631  3771  16)  233  42  261  7!]9100  4  1612111121212  3311
R.-B.  Düsseldorf
(25).
488  Klre  56054190644  63184  249818  191811  71
Ress  68554¼2264469  1090  257164  313572612  4
490  Krefeld  107245|3376  14  1943628|8  989535  5  18  13|16
Krefeld  38443134642  7961831822202112  11112
Duisbung  70274  31891971468  577|  808  894  1941  1513  44
493  Mülheim  a.  Ruhr.114897|  5567|164231881  711268S8  24122  88  162  19
494  Ruhrort  .....  ....  99141|  5048  141|  2092  758  634  5610  289  39  3532  144442
495/%  Eissen  96128  355|3118856  5992  325P5  3920  121|11  %  414  237  GI
490  Essen  197949110105/  279  37551436928906483  189121190  8  1816|0  5S  GN1G61,„  6
4970  Mödrrs  72102  2781|1119  1388  389256  867/876  334426362111  2211  2377/24/1588
498  Gelden.  55286  175552  38  30110  ½  BLI1  „
499|Kempen  i.  Rheinl  89891|2873990/1660416265482497
500  *  Dusseldorf  ...  ..  ..  175985|7184/225|  3292  1312  599888601144  -  404  811  29230
501|  Düsseldorf.  74908  3137  87  1594/466|260|  4  7M  1  131  212  16127
        <pb n="347" />
        Preußen.  (Kreife.  105“

7  8  *r  10  111  13  14  1617]  16  19  *
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  35  oxNN3
anderer  Lungenentzündung  lüce  rankheiten  der  Magen=  und  E#  *  Zeu  28  z  HH  —  "
Organe  thmungs-Organe  Darmkatarrhbildungen  SG.  *n.  7
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Sa.lss.!h.!o.S-.S..Ib.o.1c1.Sc.Ia-.b-c.ls.6a.-.Ih.  Es  Sq..loå  IS  X  r**  8
10  —  5#  :  4  8|2  141  18/12  1511  4131  2112841  OSB"  V1111  521447
1½  1  45  6  ½%  L  71101  7131  4V5  21  81871111  21  1544
10  1  271471  8  êQ(„„CC  TT!RE  4O  BS  861  81  81  161  —1460
66—  —5512%  12)  78  3012  15  21  59)  50  BSSS  é%  41460
62  1286  15  151422  10961  18S„1S  81  51  2671  714651
3—  11147  7  918131  36  1U214199  5  41215110  46)  31102  12  4  1861  71452
3—  2194¼20  17  32  251  6s  13  7  17  321  S  15  1831  11  21  19  18  61  91  761  61  91  21831  -468
5—  1879H17  21  19  221  76  9  9141  171  10  31  71  2181  2110111  81  ½ê
—  —  —  —  as  721  21201  1  2  28  71151  9  6  1  1862  10  4499
2  —  —  2  19  21,  273S%443  14
1——  4  16  3027  52  17  7116  11  1611  NO  H  34
—  —  —  —  312  51  25  151181  9  61212121  31321  8638  4  581  25Ts458
2——2  3  812  46  1  11414S  1
3——  23172158¼ê  S  61121  221  SO  71  21  1831136460
2  —  —  2  10  181171  486  5  8115  201  18  71111  31  91  15  10  51  1711281  91  4  178  568461
—  —  9258  52  3.  8202½3  1911142½2
1——1  13  371241  52  3  „SOS  18  61  411891ST!„  4
21.1—  132614%½m%
2—  —1  10  11121  2  85101.S  0ê4(
3—  —8  2116818  55159  1  41SS3B  79  J&amp;amp;  4
1—  —1  10  30015  402  8723  211111002  Ü1668  TLE
1—  1  511152438113%  13  2  S66C  49  T  5105  18|468
3—88  2820  16  30  10  599626  21,5  2O  181  66  121  8  206145460
3—  —8  17  15  1636  117|12!  646  388  11  8715399  18152"0  35  470
6—  3  11  13  19  51  2110  111  91102  95  71  213118  999  485|  1818  184444
2—  —2  4229  338449/20  1124143  11922421  S5H  3326  5510515244
1011159  80  66  49  307102  52  65  S88  7  6289  111931  41478
8  i  232601751  CÖ66  B.  26  2129Y  4S  147“4
2—  —  21  31  401932  *  2029  181  583
1—2  12  2318  38  31617  24  18  61  H8S  361131  281  B  B6  6  476
16—  8  6  514311810|10|2%  60  48  12  3  51  35  18172922231916  529  8177
1—11—  14251¼ê%%  3B  „  2  S  4%  61  31  1861  1478
2—1—  1119139  3663219111  13194111  1½
1  15  44¼21  6  66  3  13  101  11101  H  44  y
41|12  43925781413Q8  23448S  T  2681
31II#  9  8131  25  „  1  7102  438|4O
4——  4  32818  3744
10  —28  52  63  46  70  121119  281  ↄ2  72116  81164  G6G
112%  27  5229  60|1/19919  42B  1142  US  55  9  2228  184
6—  —  6  133219  691412TN  1ê%¼%%SSD  "
1—11|  2  6515  „ê2DS„S„Sô"CSS.SS%T|87
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19  3761161120  58  47  41  69  1Q%2  39MSO  283  G6C  T„I
41——40  28  121  34  811210  91  44  30131  11-  21  71181  241102  161  31  2721  81401
2169  7|18330O  53  39  170  6250  28  301221  200  202  4823  26  841  37  40111  432  11402
13  21651327  80|109)  aes  471179  4433  60  42252219310  6  611  40  2011271107  783  7757|493
410  3  47„„¼„B  „  a44  121211124  981  791  71  6562  91494
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1485f808|15|1841446(!7„  BS  „OC
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9—]4  BéCD,„S  1„%%  6
81—–  6951317  4/2  256
338167|212  7  6748  4525?9?/70|191  142  6566  507S7  H14
13|—  111|137|  13  33  52  39  84/  15/16129  244  98  81  17|  36]  31115.16/  591172|  341131  615  131501
        <pb n="348" />
        —
S
—

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Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

A  1  Il  1  5  6
z  s  Leb.-T.=  Gestorbene  Diph-  Typhus  Tuberkulose  der
2  Bezirlsamt,  etoren  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  Lungen
□Ndz  Sa.  b.  Sa-  b.  So-  v.  c.]Sa.  a.  .  .  (4.
50CeElberfeld  n  4881  18/2230  686  409  708  432  32  28  4  :  1  6#30  7  2123243
50%  Barmen#  4408/131/  2069  659/  422  592  396  23  9—  621  8  31|204
Mettmann  2988  117  1483  447  32837  2  62  3210  10  2415521
505/  Remscheid  18637557  258  2  149  25  4  7  1  124  1/  16  93|14
10  Lennen  229381107  216  351  2  *  3  3226  3  181235
¾7  t  *Solingen  1530  %  215  138  1  1—  —126  8  1  91|13
Solingen.  343/164/1610  470  45|  31  1  7  3  4261  10  2919522
hrekl  ..8t  163  112  4  cx  1%  4
revenbroi  ..  .  2  4  266  4½  #  811  l
511.M.-Gladbach  2175,  41104,  40  5  1959  9  2—  16:  3•22|13111
51  Gladbach  4205/|110|2361749  558|103  32  5  —  498  13  3122480
R.-B.  Köln  (12).  ·
518  Wipperfurth.....  865  360606  159  1841  —  3—  492  5/7414
514  Waldbröbl-  868  344  109  20  189  22  6  248  61
515  Gummersbach  1277  6106  142  24  26  7  6  8  4  4  15/  841/
51  Siegtreis.  3592  1332072  580  411,  501  58056  98  42  54  12  5022280
51  IMülheim  a.  Rh.4  3521  125  1857  602  416  455  381/  15  8  2  2  3N17725
51%  Kon  12366  41  7279  2830  14441812  118M32  2322  244%  28  8246
519  Kohn.  3133/104|/1785.  722  376  372  3114  11  *  4  2215  8/2815524
590  Bergheim...  1658  42|1008  300  191  31226  75  1  —  1110  2  21  9819
521  Euskirchen  15341441  300  272  39  —  2  1  2  17/7782
52  Weeinbach  11543/233  214  21023  1-  4  1.  96  4  9/7310
52%%  Bonmn.  1674  83|183  316  282  35  —  —  1—  127  5,  Slos  6
Bon  2608  6/1419  499  236  351  339/18  11  1—1  #an  26|12818
R.-B.  Trier  (18).  1  1
Daun  996  613/  158  18436  11  1%
rirm  1062  706  157  2267  11  15.—131042  11  6625
Bitburng  1440  70  217  2862  11  381418121  4  5/9121
Wittlich  1289  731  187  2607  1—  13  210851  6316
Bernkastel  1516  492  225  321|  31  —  5  311  1  7.7380
Trier  1053  767  176  230|15  3  35  h  3  69  9
Trier  2998/78I  29  524  :  494|107  1  =  3915  5  S#54  4  261884
Saarburg  1065  687  170  232  18  —  —  42  2196  —  9|7314
Merzig.  1688.  391  271  24035  —  13  21/161  9  zis0o
Saarlounis  3357,  9314141408  3714  21  22  51216  4.2917013
Saarbrücken  7443  308  3102  1024  3  4971135,  7  6t6  41,1027294  18  3721925
Ottweiler  3908/120  1002  468  33659/  46  33  25  420216  5|40|15120
St.  Wendel  ....  1845.88392  30601  211  12  3  ssisi  s6  1811814
N.-B.  Aachen
(11).
.  .........  ji«-Z  is  773  äng  26  1  3  91  1  3  9  2
einsberg  114  692  198  17  6  6  5  —  —  —123
Geilenkirchen  854  201  505  1839  16  2  —  —  1—  160  46  41½
5411  Jülich  140  16831  253  17  732.2  1  —  4108  2  15  6823
54Düren  3163|82|1955|  625  79  20  2  1  11  5  0S  6  22151
Machen  3952|125/2154,  935/  312735  98  515  11/231  7  1917283
Aachen  5442|131  #  1008  72  613  :3  13  —12240S  #nr  *
.....  2  91  14.  «  —  2  1—1  2  38  4
—...  ¼¼  4444
Schleiden  1452  70|870  212  21  9  6  —  9  5  4154  2  1811519
Malmedy...  10349  %  154  13100|  1/11¼4  5  7.82  16  *.
1|  1
R.-B.  Sigma-  3  *  #
ringen  (4).  #  «
Sigmaringen  6582114  140  )1n  1  1—  52  —  3  46
Gammertingen.  450  301105  5  1—20  —  11068
echingen  655  1181123  10  —11
55  Haigerloch  385  7/250  66  17  11  =
        <pb n="349" />
        Preußen.  (Kreise.)

8  10  In  15  19
Sonstige  entzünd.  Magen-  unde.  Hts##
Lungenentzündung  ankheiten  der  r  ESIEE  2S  5
Alhmungs-Organe)Darmkatarrh  22  *8  B  r75
—  —  ·  s  —7  —  r—  #
b.  o.  Sa.  a2.  ..  a.  b.e.  d.  Sa.  a.  5  6  GsSS
44%8|.  5561262  226  33  43  5
4  407  51  74  38  58304  267  34  34  —
—2  7211  4  9  182229  554¼11  28  8
—  —1112828  56  19  88644  14  5
—  44  5  7112J%  316  21  9
—  3|s2½23!  69½  215—2  15  1
1  5.12126/2810  2431½¼%  4  26  "-16321,/20
  45  9181  S0  3Z  285  15
1  88  0  18  22  108.  2
14586|15  8  1019141½/12318  195  1
8  5  1105  80  s8  3041  169  44  258  5
—  —  213  38  6  *—  1—  8—
———  5  87  3—  92
—  3  2321  528  21  11Z  1245
12  10  196823  26345%  15
—  3  338076  3116
4183304  781158122811392143|  1241
—  —2s|106  1245  8  17  15  51  24  287
1  7  6114  42  42
—  1  21  5  414  1021  12  1  1
—  ½  3  427  100  7  3  6  5—
117|61  5  7182/100  97  2—  2013
—14  *  2620431  4  189
2  —  1  6  310  1  5—
HEEELIEE  6%  8—
2.——212  610  !  11
2  ——2  51222  6—
3——83|8  21  131111414  8  4
3—  1  1124%  5771  205
22  18811%  261440  29  8
1—11—42  41021  166|  211-7——
  6  64513  10  1027  19.83  13—
611  21820  24589  3s34
10183  391  7  8722
111%  32222310½0%  486
s8s11115|GGC  ie  1
7  4u¼  4%  6  728  15  3  51
1—2½1  51½  2Z2  8—
4  11123  21  13  4  12
11—8  1½  5|1  1½  101
11—1110|1  28  214  28  115  30
2  30  21  4  vi  368/263  833
5—  1  212  16  41  33  130  97  8  58
11—2  13559  4  4  17  32  24  11  51
—J-  —  2—  3—
3—  2  1  3  11  3  14  11  6  23  1
11144.41  1  510  23  21  71
—  1225  3/1211  62  56  561  661
1—111914  24  29  271.  690
——  114  4  7]4
1—  1U2,2  3  39122  219  344
        <pb n="350" />
        3
1

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

⅛7  1  11  L  1  2  3  4  5  6
Slt  T  .  .
.-Bekwatt.-Bcz·EMIV-sgkh.iT.  Gestorbene  Diph-]Keuch=  Schar-  Tuberkulose  der
(Kreis,  Zahl  v.  *s-ie  .  MasernTyphuö
Z  Bezirkspntt,2xn.0ebmm  WUCMLTVWIVJkhkktkhustevlsch  Lungen
Med.-Bezirk  ꝛc.)  1885  Sa.  a.  b.  C.  d.  Sa.  u.  Sa.)  a.  Sa.  b.Sa.  )  b.  Sa.  be.Sa.  J#u.)  b.  He.  4..
6  «
Bayern.  *

R.-B.  Ober-  «"  «

bayern  (31).  «  .  :
559  Freising  u  11  4%  J
554|e  Ingolstadt.  23512  249  56  131  76  2  444  S
555  Landsberg  153]  37  18  45  5881  3  212  1  1
556%  München  510425  3756  11582637187412915%1145110  32112  21  1  72
557/Rosenhein..  10  300  103  27  97  79  –—  2  —1  40  8  134¼
558Traunstein  –  152  49  12  48  5  5%2——  —
559|  #ichach  34  699  296  44  141  21  2/211  1.ô56  4  44
560  Altbtting  3  2  297  72  147  24  3  -êS„"yS
561  Berchtesgaden.  131  431  111  30  124  16  —  —  11—  —  —224  a  232  4
56Bruck  31  693  357  61  132  144,  12  11L%  1
563Dachaun  3698  336  67  143.15  16  1411#A%  3S
564Ebersberg  26  607247  51  129  180  11.9  LNLE  52  16  3015
565/##rding  4  1052  519  111  176  246  1,21  6——A  7164/
566  Freising  63  1020  532  116  158  214  3  22281562  9  i3  5512
56  WFriedberg  591012560  98182  207|2;  29  241111100--568
  Garmisch  241887%  17  6801  1
569|  Ingolstadt  44  69  2  1114144
570  Landsberg  34  624  275  72  108  174  12  9  3|SLU  48%
571  Laufeen  3752  237  52  18028  13  10S8NO
572  Miesbach  37  639  26431159  18  3h/31¼  é  5
57Mühldorf  4895  396  65|1668  268  11  83  8  14  60  6
574  München  .  ..  .  .  .  15  1i0i  543  110  253  195  13  111415.  99  h  15  3
575  Munchen  Il  .  .  .  .  ..  4½243  297  52  170  224  2  11  1111.—  6011  4  3  8
576Pfaffenhofen  534¼1096  599  79  18922  76——100  711ê  3  5214
577Rosenhem  60  1220  414.  82  342  38  ½1  4—1
578|  Schongaumnm...  2892  170  45114  163  1——½  4  1  J3
579|  Schrobenhausen..  27  599  316  36  101  14  ——11
58Töhbdz  151  326  75  28  100  12  ——  2  7
581Traunstei  ;  5911323566226096  15«9——.———  81.—;3«72
58Wassekhukg.......  438943378419328  86——1—-—  58H7410
Weitheim.».....  «  19600  179  49  151  221  771  113%  816

N.-B.  Nieder—  s

bayern  (25).  ·
584%  Deggendorf  ..  .  ...  6527  178  2111  55  11  78  67  ——  —222
585/  Landshut  2055365519533  215,  41  120  157  321—  —G  2  52  8
586-Bassau  17514619119  105,  60  110|  13  85  5..  ri#  4
587#eStraubing  15595  528  160|62  140  35125/  16  664S
58  Boggeen  32387  1428  481038  489  944  155633—  51|
589  Deggendorf  .  ......  37620  1436  400983  427  73120527  ——110
590|Dingolfing  22595952  32|626  290  5910447  6867  -5/3O
591|Eggenselden  360211464  37½939  399,  66  176  298  1  3  75—,  3  5317
59  Grasena  18175803  171  461  190  34  83  154  —  .  411—  2  2712
593/Griesbach  33618|1278,  35  3L  —  ——5S  1  63|13
594Kelhei.  33952  1727,  36|1166,  622  108  176  26  214  1  5312
595|Kötztinng  25304|  1  —  —2  64  10  4113
5900  Landau  a.  J.  230041  998  24  550  171  1  55  1  13  35/  6
59  Landshutt  290791299,  49  59,  130  219  6(  5.  55  2  4  3910
598  Mallersdorf..  22009J1023,  34687  382  45  124  186  5  3—  —½  %  503
599  Passiunn.  40816  206  36  1|7|39  16“22  5/10641
60  Pfarrkirchen  34634  1382  49944388  73  170  31  132—844%  1  6,  4415
601  RKegen  25974¼217  35  685  324  61  119  181  4I  51  2  3  406
60Rottenburtg  34521/  1689  4%%  8  72  147  215  112—  1—1-  13
60  Straubing  22135895,  181  541  278  47  80  141  12  8—  ——  1  13—  3  32|
60#Viechtach  218211  1|/565246  54  88  177  11142  .  5  3317
605|Busbiburg  29890|  1205  3  60  136  254  33—  —I——82é,  1688·
606  Bilshoffen  4276  5/|1782  4811156  499  94  217  346  6551  11  %  25
60  /Wegscheidd  17046%  b87  2  11  124  36  104  147  43331  11115—O  7  9868
608|  Wolfstein  29058|1  1200  221  750  293.  91  118  248  3  1  1111192
        <pb n="351" />
        *
Bayern.  (Bez.-Aemter,  unm.  Stuͤdte.)  109

7  »  8  9  10  1112  13  1415  N
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  "U  s.  6Q  —  s
anderer  Lungenentzündung  sliche  ne  der  Magen-  und  223  *#  —&amp;amp;EEKEt
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrh  226#2  bildungen  22  t  *2öbs  23
140  4  2  —  S  —  x  S—5

Sa.  a.  d.  o.  Sa.]  a.  b.  [e.  d.]  Sa.  u.  b.  Ca.Sa.  #.  b.  ————11N  n*  rl

*-  1  -
*  l

3—21s-I-—  1  12  7  2  22  1||  79  67——  —8  8  2826  32  657553
—  —  —  ——176  5  5  1  26  109  5SOC  O  31  11¼%  412/0  S00  21554
5  —  22  9  1—  44  8  3  1  1823  21—SSB0  7  10  1  43  —1555
283  57/180|  4126  111815  28  10  19550  23  80  1361785|1702|87|18|16  539  816/217880  410  175  2192  844  1556
141992  2——  1111  10  8  5  1  61  58  1  —  14  221  112  1000
3—  21——  5  1|—  26  19—.—  —  6  5  Jr14444S5ÖS
11152S  1CRR  11  21  4„(9
——  2S  5  44  LLN  110  3H  1  (  6éTêCT„à.  „RnD„SS  4
91  ê  2V711  128  311211211  45.10  111  40  182  27T/11
—1„"  -3SQ  12  9273  35  160—  150
10  105444%  4F  SS
17112  112  1  439  „  1001  141127882  428H  5|1¼%19991116  15  54
36013  18  4  41112414  250253  41  216026)  34  1101  SG6OL%
2—  1  150251  7  61  69  411  301  2821  81  318137124  1811271  G
306  2R  3511111714|8S¼U27
12—  661  11%RR!B  3842L„  2537  l  1  82  —568
—  —  —  —134  11  86191  47  29  8  5  332  308  41  21  5110H91940B1
22  411  5%  O  81  7  2110  124ê  %  41  1531  915670
111LI1  34  258—  10008545  48  20  27  511  9571  121  211571
N3S  96611¼%32
41  11  10  11  4  57  28  158  11|2188E%
——  99-.  41½S
19  4  78128110  34  21  82  1601441188H5„5  %  (  67  151  71  2281  91575
52  3—212  41591171  6O  37  12  2  383  3641  5  719132  281  8861  O0  4  371576
2002  143  40  ——Q11  81  4¼10  0  42  2788140  2  61  424177
—½¼NéN3CC  100|81¼  1  111991S
4—  TV  „„éb  10  11  229  218232233113138153  31  31  1241  5579
10  31  1151  12  6  31  463531½K
738  1180  IT1I  70  38  14  5  12  1098  146  1111  4S
51—4  46  15  20  10  2120  204  %%%  183  1  S4  2  234  43
7—  214222  125  14  42  2  99N  éOB  111
5—  53|1  —  1  H  1
13  21001112  4  31  28116;  1231353C  L  51585
4—  21—11  1  6——221116  321  46S6
—  —  —  —1  92—141  4  2  6—  111  113133  761  81  11SN
—  —  ——2132  961918  5  141  51  71815  11713519  21521  651588
14  —  14  2  6——7838014SGS
2——  18050  11211  1  91  11211418  501  591  108186  181590
——N3012H1215  8  71  31  5615328  25111711101  114
1——  1—10  8  10  —  5  286  5  50%J2
ne’e  32156  1  682
100238H  4  6  10083899622S
—  ————.——  4  13  414„Sl0  5
3—82  2  8  1131151  8  4756183  6  14116596
7388HI1I4  4415  1  10  —  5132117  15  8469  121  31  1981  301597
—  ———..—....  —  31  11  71211151  6  461  711  81  11  141  41698
9  —  42L1  S  6  5123718  19  59  10|022619
44  1—  27  1¼1110  4  4283715  24  7675  133  6292  32600
3—  ¼3.  G6  2  5388159  6B]  667|11158|112|601
2—21246  486  2  8  1111  0S  J6O2
*  .rI—1  1  41  i  78  6118—  7686
—3O0  4  1  381  11110  7  66451L  ê
—  —  ——133  384111115  8  21  1—0  149011101½1  444
———  ———  2  18  647.2521125  1141  171  21  600
44——29H91138H6  2  3812|18  6121  236  H118  6|607
————.———  1  12  114113]  5  182  Sol  9  1193  2sr608
        <pb n="352" />
        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

E  1  L  L  1  2  3  5  6
erwalt-Bez.  cinw.  Leb  *i1  Gestorbene  Diph-Keuch  Schor-  Tuberkulose  der
3  «  eD.-  -  e  s  s  -
ien  rWlrm.'v  Geb  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  Masern]  Typhus  Lungen

eborene  !
Med.-Bezirk  2c.)  185  Sa.  a.  b.  d.Sa.]  v.Sa.  a.  Sa.]  v.Sa.  v.  a.  b.e.]  Sa.  a.]  bd.  e..
K.-B.  Pfalz  (18).

609  Bergzabern.  .....  37467/  1009  1%%  288  2361238  221  81  814  4  —  —234108  1  58418
610|  Frantenthal  ......  548149%8  386  120  334  300140  381  1  112  14  1111403110114  18
611|  Germeraheim  .....  52248  1636  601  9978327  93  279  29825  211  2  21  21  21  321  I16s  110  1266831
612  Homburg  .  ...  ....  579682221035½,
61Kaiserslautern.  86378|8192  12891607  440%S

614  Kirchheimbolanden  51645  1584
615|  Kusee.  42868  137%  5  yT½  NA  2

616Landau  i.  Pf.  ..  667544

617Ludwigshafen  a.  Rh.  70297  3290  3  2G6GSLF  2699  28  216  16
618|Neustadt  a.  H..  .  76047|2352  95|1322|360  128  409  425131-S

619|  Pirmasens  6246027140S

620  Speyhher  34787/1278  1699274  7210|  DLLI  L  T

621|  Zweibrücken  722602745871346|885  244  368  849  9  S  15617

K.-B.  Oberpfalz
(20).

622  Amberg  20200  7323229381744%0  1¼S6!  7211|19/8  8

629  Regensburg  4147L1é

624  Amberg  25678101008  201|/277786  198  2SLIGIEEI  5815

625|  Beilngries  28991|1300820  11

626Burglengenfeld  25914|11643662  2711|6  2

6274hn  2781112232  719840|7931160%  21  SD  SH1

628|  Eschenbach  2288381  761  19  2|  52  119  1199  BSHLäS  1L7

629  Kemnatten  2260078215-LN¼  2

680/  Nabbunrngz  18829773  20  411%  3996  1005LS  „BG  T  „„  „

681|  Neumarlkt.  32195314089  8N#1056  489  110210247/  111¼%¼%TSO  200  3

632  Neunburg  v.  W.2701|SL

639  Neustadt  a.  W.  N.  3129911442¼  é

684  Parsberg  29370|  1363731016  588  75%SO  1  7|1|11

685|  Regensbunrg  3029441199273  91148  216SE  3NS  S3  653|13

680  Roding  24108  1027  669/10  68  133/  18219%

687  Stadtamhof..  40216|2080|2
688  Sulzbach  203226%8

689|  Tirschenreut...  32111|1101  01G202OS  1½20HH  TNBR  R
640  Vohenstrauß  24041/%6  8532  6918„êSG„"ê„..SL  2„  321
641|  Waldmünchen  1634244699  281  3292  137  4  77|1344444%  .SI  S

R.-B  Ober-  T  1.
franken  (24).  1
64Bamberg  38940|2  ½NUG„

643  Bayreut...  2769397672  38082  20814½4

Forchheim..  67900268  155  51%4DD  7  L„

64%  So.  27556110831“2
646  Kulmbach..  81128288  8  155  %  □ODO%%  2„„S
647  Bamberg  .  ..  ...  25225828  25021888111o%SL  SG61
648  Bamberg  117..  28092  95718  72  191180  141778888AI1,SHHS
649  Bayreuth  ........  27760009938328  %SI

Berneek  15080484%33SO

651  Ebermannstadt.  2260480  2LH–  388„
65  Verhrein  282568883
65.  doß  adt  a.  W.  272389101  14  6126
654.505TM.  24278  890  40  413  127100  0%A%
655|Kronach  29350064-  S
650  Kulmbach.  267168582½5
65  Lichtensels  321923113ö0295/2NS
658  Münchberg  26390000222  452116%  4
659|  Naill.  2189888802|  379  /50SED  SILI9A

660  Pegnitz  ..........  26594810|  2827AG

661  Rehau  ..........  21718792i4241104813014622854351———50—341o

asstcuiteiuqch.««.  17824407|81

66Stoffelstein..  1917380512|1

664  Teuschnin#.  174966G  107|126010113  r*iel

665  Wunfiedel  39086|  1808  3  749  169  89  230|26112  1  200  41  321  21  2  11—  éGG  B
        <pb n="353" />
        Bayern.  (Bez.-Aemter,  unm.  Städte.)

7

8

9

10

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2  1  5
Tuberkulose  Sonstige  entzünd.  „  33  EIEIIEIELIENE
anderer  Lungenentzündung  sliche  eun  der  Magen=  und  35  *  Neu  z8  28  -  5Ez  z5  S.
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrh  2t  bildungene  p  EzEZ  7
“  —  —  —  —  12  ——..4*  —  S  ——  S□

Sa.  ab..  Sa.  u.  b.  c.  d.  a.  b.  e.  d.,a  l  *Ea.  d.#-  19  r*
8  1  5  286  7  117  111  6920  11120  11988  71110  02  622  10  13  382  9710  5167#  8|09
17  1185156110  7116  283  10431  17  2135122  4O0Q  OSS  149610
19  18833  4110  9042  9115  24  136  118  EBB  14191  74112614  8246151611
7——  687  202225  201  75  1636  18  101111  s82  11  712126  12  141  801120  18  6  1511  821612
26  19|11019988186  110  126  48  34  17  27167  128  251  31  8161  823  29  79107  20  229017513
2—  1  lÜ1S  41  36  28  331  43  1  17"  SBES  N  481117  10  1S„„
190  18  6  408H1110  111  4112  188H  TT  47  21  31  3133  18  151  381  9971166  60
—  —63S  D6  82  2224  81281150  èô6  S  66„
1748  4281%  S  45  41617
41  1218  121  v2  25  26  22  191  6580  9  8181206  177  171  31  51  76  29  46  721260  2711888  27  618
14  217  4158  1117  24  16  95  44  86  6  691220  200  11  5112  SCGCNBS  „G„S  „  57  1619
16  4  1„SS!  41  31  5123  15  81571  35  10  414
1611143129  3137  84127  66  40  138140  119  14  ½
82  218251  3612|  43912  581197852  3  !  18  50|H22
43  1%S  „„O  187  71  11  3141  6-OO„DB  S  3
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5—  1  43119  8999  2  2LD  „:„BêsC%
2——  2„30  —415111  44  HHCOCN  HN  OBMNIS  %S
—  —  —  —142  313115  21  34  15  12  40  29  31  21-117271101  251  741  831  1110815629
—  —  —  27J%8  6  5  1221104  s0  381  %  JTO"  "„ES„N„
—  ——4  81  9115  171  6445  14  1  42792362003|]  6121  91101101  811181  81  2501  31631
—  ———12  12V7  21  43  1610  BH  9  123  s8  71  44  5  H11110101  „
2—  1  110  —1¼  587  36  34710  11910  11„  SS  3
11——  —30  4.  8711  16  1002  1  3935S8BHS  3100791838011  2„  201634
1—43  8SnêSBSCêESéSSSOO„OS  HHH14448ê  98635
111  "6G!ê  %„  ê„êGC  ê22
2—  2—27—2,1619  104.5245  2  51455  418  171  21  1123711611481181  19  381  228B  75s637
2  —11138  —62661  3283  11  11  71  621  50  41  11  1111  561  421  538  81  21  2S
—  —  13  453811  535017  13  12  s81106  85  „ê  14  1231  6311083  81  311980  638
11  1  518|  15  69  42  13  410„ê  111101  49  4612  -1124231640
3  —1193544ESSSBSS  311  812  6821  418641
20  466  2JN,àa8  46  11  4  191  731  60  2  1136  17  191  481  20  81  81  2568  21642
30  8111  11  201  4  4448I  62  2ê4  1711  102  9120341  281  61  61176  8643
—  —1SEDê  22  11  11-152131  81141  112-  1145  58644
—  E654116  C  18  21  7  8111  52  36  1121  1126  15  111  471  95  130  81  645
1——1113  6  5  21  146  —S6wCESGOG
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6  —  3  3128  2  161  39  1812  4%  212121  421  41  81  1ç  3818648
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10  —  645„  1  18  72  4314  7869  50|9  59158  261  32  39  79  2014  1981  271665

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kalserl.  Gesundbeitsamte.  Band  V.  9
        <pb n="354" />
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Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

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675  Ansbacch.  33122  1082  4  665  19177  176  22120  16  1244·½½½  2SGCSO  2  507
676  Dinkelsbühl.  24440827  25|560  175  56  130  19916  113  6ö02  20081  48  2  38
677|  Eichstäüt  23420|1141.  397  415.  58  142  1865  8SSS,  6  43S
678  Erlanggen  12870  483  11  295  96  40  78  S3  „  11N3  4  32  3
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*Schweinfurt  1351|66  1/300  117  33  8681141%  611I1  1  22  1  2  23  3
Würzburg  68747/2173  5  /1361  369  196  551  445  8  14  2123  14  1  5214  1817326
Alzena  20189  27  N  102  53  97  120|/22  184  11111  97  1  7  39·7
Uschaffenburg  32594  1266  20636  168  81  183  20922  21  —————11N
Brückenaa  12657  415  15  247  56  25  72  94  3  22  7
#Ebeern  19064620  1  158  46  102  1493  231122  1  118)  342  340  —  2  44  4
Gerolzhofen  30988930  1  164  72  164414  6117  2  1  NI6  65|16
Hammelburg  19705  6251  80  48  116  1502  9  —  2.SGDê=  6  47
Koßsurt  .........  27219930|O7  179  73  1388843  28  2  1  11  31  160°1  3  40  7
arlstadtt  29848  977  25  Kuz1  189  74  149219%  141  1L  „
Kissingen  32831  10641  176  75  188  2113/2!R  3B  4  I  6520
Kitzingen  30130883,  344420  138  71  167  2445  13  3S–.  75.—  12  5211
Königshofen  28784%8062  117  53  157  2044½  I  1  E  1  45811
Lohr  33551189  37  172  75/218  26311100  IçI1LS  —  2  ½8  6
Marktheidenfeld  29790  948  3/02  159  84  130  2299%%  829  16  42
Mellrichstandt  13411380  43  24  67  115  4  1êU2  15
Miltenberg  2032  642  374  92  34  107/1111  NS3  486
Neustadt  a.  S.  20198  634  82  35  94  163641607  1  II  I|  18  —  4  3212
Obernburg  258771  &amp;amp;50  2191  108  48  153  182  6  5.  —  5  2  1#  ½1  1  3  6218
Ochsenfurt  26139  1%  15  47  166189  6„%r  3110  5II“  2  6  7214
Schweinfurt  32941  10830y5  179  89  2132149,  11I32  1  32—  1|120  –  13  9116
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R.-B.  Schwaben  1  1  I
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        Bayern.  (Bez.-Aemter,  unm.  Städte.)

1137

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Tuberkulose:  Sonstige  entzünd-  U  —  EIEBIEIIIEEILEEEIE

anderer  Lungenentzündung  sliche  Krankheiten  der  Magen  und  2  Neu  Ez232  2
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        114  Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

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72X/Dillngen  37878121,  47  1068  447  78  212  33111  TU  11++3SSS  666|15
728  Donauwörth  31389/1207,  34  778  313  56  162  2412  120  19  543——822  36017
729|  Füssen  1680  601  213  124  36  98  15  TFTF  33  —NB-  2  267
730  Günzbung  20318  1288  266  414  59  163  29003  323  202  3
731|  Illertissen  187211  767  10/S0  225  46  103  134  0  1  ——é
782  Kaufbeuren  230955#8893  31½53  226  53  120  154  6  69,  1  1—  22?½  413—  288|8
739  Kempten  32034  1045  27  69  232  83  152  255  1  T  9  4M8
784|  Krumbach..  23030  865  181  637  230  78  175  15411  10  11  111|1  S3.
735  Lindand  26555845  1|/5  6  147  68/  155  210  24  211ôêCC  SO%
73|  Memmingen  29162|  1036  3  46661  254  79  126  209  19  144  ½
737  Mindelheim  ..  .  .  ..  336351  1247  40  858  311  98  189  2609  °%  12  1133  2114  321  5  6
738  Neuburg  a./  D.  .  .  ..  29279  1322  19  5258  399  72  147  2106  10  7,  3-  —8——8-  6  1
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        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1806.

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795  Marbac  26530|0  955  741111  811  2W  2115  5
700  Maulbronn  23519  871  6  41O  E  1
79  Nedarsulm  ...  ...  29700  1034  EEEEIIIEELEEIEE  1
798  Stutngart  158321589  38222  2LSnETTSE
799  Stuttgart.  4402019  1310  1—18  11  1082|118312
800  Baihingen  21431  757  ——88EF-2êNBN
801  Waiblinggeen  2700  908  55——111f11  54—88810
802  Weinsberg.  23714  5522——1I—HBS  1  2
Schwarzwald-  -
kreis  (17).
8  Balingen.........  36004  1319  1u1——  55.44
1Caw.  25380  894  33——  1—44113  1M4
dat  Freudenstant  32087  1257  2l111191  —ZA  56—8  45
800  Herrenberg  24122  898  ——6  5  -  4511385  6
8071  erb..  19839  732  32——  —2112|—  18—1087
808  Nagold  25078  932  ———„NH
809  Neuenbung  27286  978  ———  4O’OLOI
810  Kärtingen...  2776  970  55NNSGi
e#llbrs2  30285  1158  %  4  N„  N2
        <pb n="359" />
        Sachsen.  Württemberg.  (Kreise  rc.)

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7  8  9  1  11  s  —NINI  4n
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  "  W  3  EEEé
andererLungenentzündung  siche  Wiceta  der  Agen  und  8173  bi  dru  EEEZ  EZ  2#5  2
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrhbildungen  2EE
IEEBEIEIIEIIIHUIIIIIEIFIIEE
Sa.  a.  b.  Sa.  b.  .  .  4.  Sa.  a.  b.  e.  a.  Sa.  a.  h  SlEa.  c.  d.  I2  C  812
1—.—  3  —  3—  ———  EEE  —  —  ——  767
5—  3  —  —  9  6

«  I
——  ——4  —3  *—  ——8  1—  —  8  5  —2  769
½1——  1  53J.E„Z2„2N3S"

s
EE  —L  —
5  4  07  90  8482  820  62  57  80  292%  %
20  3/11989  28/13  2721191113  7:  7889318  SS  168  18|19
13  1  8  462  9/16  16|112  311  6  1111182%
26·8156  12/16  15  2161117/14  9  —1204
21418/11/  22/23/26,  282  216|80SS
13  3  27  1224  5  17%
3¼1212  3304  11121%SRZeSéGÖISNS
131344  10  12  231111404  2  11444  35|  2S0  3  GCTN
993  5|JS„%%  37|  1319  25|140|231900
3½1  64  42  244%  51%
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2711113471110s1016297-2i«5!1139116—8  821081282786
2-—2—-3.-i4103717:s«18,3s3z1440431—3  681962162787
3—-21ms19.15g1718152s2i10095  22  556  6154%
681  6  3  11|15  3.  1  3  240  1—  61½%  4%wS„
113  71  3,18113|148,55/25  25  4221  2000C  5828  1833023
262  3  2  10  i6  11¼  L  0  114  8012
44  4  20i81060o  18  21  24  a15  268  19  611  7621
20  1T11%  1½  38262|20||  51%  45  11
11—  7  721/  5  5  77  /18/112  41328225919—  85101524
r5  1  151616/20|/2  4  HJ  457
2—  1  13  7/191817  4—  311101  ½  53100f  1786
26½167/#  1  515.16|2/815  4  1014551138  111  18518219797
10126  59  16  271  102.69  47  53/126  3613  38  3J557489  1138  94%9%2
s  i  2i62  52  i4  is  is  24  12  2  5  5  i8  iso  1  515  90%  00  9
812  4  10  11|898  111  52·—  5245  24  56%4
1888  3  1  1  581SCI
1——  1  1  %  7|12108–  802

*ie'

1  6  47  71/10  5229—08
—%C  7H
181  1121  9  6  16  141188  0|  GC  3  42  449615
5—  5  4  2  5  730  57  9  9  :  7  6223112  806
5——  3223  —  1  13  20  52  2210  11  9/62  1—  555
4%  1%  9  3|11  11/  10.  3  3.  1  44  35  1  62  1081826  S0S
5—2251  612|14  19  5.  4  5  4149/1  1—  41611
½/1  1/4  18  K  5  83%  516%  s41  71
3  1.  1  1  53  16  16|10  11  27  78  3.  6  41  22  52  121—1225|  3|11
        <pb n="360" />
        —
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□

1*

Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

1  iI  In  1  2  3  5  6
ernan-  vr  cinw.  Leb.-T.,  **5  Gestorbene  Dob-  Keuch-Schar-  M  Tuphus  Tuberkulose  der
r  i  E  ·  ·  .  asern  u
Bedie  t,  Mrn.  Geborene  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  yph  Lungen
Med.-Bezirk  ꝛc.)  *ie'  Sa.  a.  h.  c.  d.  sSa.  b.Sa.  a.  Sa.  b.  Sa  b.  Sa.,  bic  Sa.  a.  b.  e.  d.
812  Reutlingen  1599  521008  374  801236  31818123  4111  1  52—  75—  564  6
813  Rottenburtg  2778191819  605  216  58  1411900  111„  3  6  42  5
814  Rottwell..  341713218  824  322  107  200  195  262  4188111  9  42  4
815|Spaichingen  581  15  364438è  23——  22  1
8160  SUolz  1865182  26  37"  98  42  11H..  38—2|324
817  Tübingen  36812  1580  60%L  IL,  „  6  3
818  Tuttlingen  29095  11440  B,%¾  2  —3–  36/—
819  Urah  313041202  4583  2  45  85  150  20332  55-0  2  1  63–.G

Jagstkreis  (14).
820  Aalen  30099  1143  25  6842486012L32
821  Crailsheim  .......  882  281  496  168  48  110  BFSSC-822
  Ellwangen  999  37  597214453N1119916111  1½  M4  5020
828|Gaildornn  86531119  129  40  10114966¼NN1  3
824  Gerabron  29192  802386  509145  5112918  4H1L.„  523  41  8
825  Gmünd  374741820  0|8211318  101219183B217T2  16  1L  5  5  113  S  8520
826  HLall.  29580  81028  555149GCGSS1L  42  5
827  Heidenheim  ..  ..  .  .  .  390431495  531  984  407  881225  264  18  15122  21  -  1  61  1  11104  110  84  9
8  nzelsau........  86742  638  140  61  188  19911116444SSS6O  1  4  505
829  Mergentheim  ..  ...  798244%--H6
880  Neresheim  ....  ...  7841144  45  110  173120  181  2  —  1  —  21211  513137  11
831  Oehringen  892489  57444  94  121  2154  S„O  „  U  S11
832  Schorndorf  823  48  5531615%  86  —  32  2
833  Welzhei.4  7140%24

Donanukreis  (106).  .
834  Bieberach  .....  ..  .  1209  4435353  70  189  223  1612111192Q„.SS  7  88  210  6016
835  Blaubeuren......  .  84781157726767  118  16  99830  23  i1.SS  nDé  S
836  Ehingen  26966106822729  343  65  119  20TO0  144N3
887  Geislingen  32689  1217  47  688  269  62  171  02%%%%  CS  „4—;„  3
838  Gôöppinggen  47668  1648  591006  4009  266  245221  1H  NS"  67  4
889  Kirchhei..  929  37  570  1756018120  71  5111  11115  10  i  042  1
840  Lauphei..  97980  639  259  5814118119NY99  3A  45—  1  °0  4
841  Leutkirhbe  251051  89222636|  208  91148  1892GG  26  5  2111  1127  11  422138  4
84Münsingen  23819995L2  35—  5273
843  Ravensbunrg  4141126034  2421  1  789  4
844  Riedlingen  9288200  69124T“  226120  11  UIL.  578  4  44  6
845%  Saulgau  .........  2812811013  241  697  257  70  162  208127  251  65  2:2  8918|  6812
846  Tettnag  241711  730  351811189168  200  1513  LU  4253134  T
s4ulm  61865/2005  651399  601  121827  835025  16  282385|/  1  114  E16  9114
848#  Waldsee  90184  226  78  187  178135  821  1  [LTLL,„„  62  5
84  Wangen  67627|14151118  „LLSOOC"  3010

Baden.

Landesk.-Bez-Konstanz

  (18).  .
850  Engen  58015  41410  831113  17910  1  2  1501|  3  39,
851|  Konstaz  134134871219  88  28328111111  2—  1268|12110110
852  Meßkirb  520  10|302  89  28  70  115323—3  LI  21—  317  1
853|Pfullendor...  3147211%  2  L
854  Stockach  .........  6441488250LL.41y  S
855|  Ueberlinggen  785135551558434232i23  3344  SD1L..S  —  2  87/  6
856/  Donaueschingen  82212  542  1460%%S  612  2  51  9
857  Triberg  76228  406  110  50  137  100133—  3—|  39  —  2  34  3
858  Billingen  93229  540  160  57  161  1621  4  8110  71  -  -11  —3  58  —  5.  50  3
859  Bonndorf  ........  44111,18116653!!NT½244-860
  Säckingeen..  562  13  360  82  4510113é¼RJä
861  St.  Blasien  269  10|19  839  22  54  771  31  2Z-L%  5  21/  1
862  Waldshutrtt.  8342  %%

Landesk.-Bez.

Freiburg  (16).  ·
868  Breisach  ..  ..  ..  ...  515  26  349  77  88  1011398S11  E—  1  30—  31315
864/  Emmendingen..  4769  15041  46  UU  22
        <pb n="361" />
        Württemberg.  Baden.  (Kreise  2c.)

7.  6  9  10  11  13  14½  %  118  *
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  ins  "r  —EEEE
anderer  Lungenentzündung  sliche  Krankheiten  der  Magen=  und  —  Ss  Neu  —  2##s  E#-  2
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrh#bildungen  32  EIEHEIE
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Sq.ls.lh.o.Sq.--..h.c..a.Sq-.-ti.c.«i.Sa.-.H.  IESCIHCDY  *8182
28  10  11668  121320  2228  1189  415814102  ½]  LS
8  16  1|  50  910  1  19  151  N99166  1585  41  1120  11  "  18183
7—1427s79  232816  18817|  41418H  502145  51  41  2110  GS  2à20:  41814
2—1  121  258  116ö  5  „  B  23  811111916131271  751  4  S
1|—  —  128  5  4112  7  11——  4  1  „„""L,  61  11181  5  S
14C  1  8S  33  SSH  52  46  4  S  1  4½  81  61366  1817
2—  1160  21188HIT7  1!i  4%%%SSBSB  "  ,  S  61  7126511818
3—2%
98  6581110  1110  15  148  2127  T7  41820
2—  —270  2100  1  028  21  C  261  26—-315122  1LQCà„  „  4H„OS  N„
8—3  5|45100610  19  131  4  4141152  1461  61  21  5117  „2P  651  81  „  133  11822
3—  12114  13  46%%„  501  41  11211318151  451  6  5  828
5—  112160  16  17  8119  17.3  2  3191  251  SB1L4  10131  281  60121  31  205  1824
11  56731149%  U!Ö9  9144„½
9158|87  11  8  51738115  TT11  2TLNSES  31  381282  1826
10  —  5  50  159"  1148  27  211  6“  499  1227
7—884%5sf  6„ES"  S  283  21312123  E  SBT%  828
111118818.  161413  20  467116  23  20  11  □1KyTN„
3—  —  220  4SSCCSéOBLLNnB.  „SS  571  831  311771  2  1880
3—  1  145  518199  12|118  l11#0  1  H  8e
15  15  8112  —  100280  19111387  2„2éCBS  81  11187  81882
2——222  —53110  51  35  13  11-  11  4  44  11  51  1114  71  71  S  B  441613
282158|78  51181  19  4¼„„  2851  7  -2143  25  181  851  71110  6Qê„„„„
14  —  91512798  517  613920  SSSSO  O  G  371013  104  418385
19  18181283  289|11382181422T922312198HL
2442%„  173  101  11  81328  20  171  631  7891  51  511171  87
13  —  668126149
1888  12  1  120%C6O  06GTEL  ê7%  BN  62  6  31166  8830
——411  ½C  [  "
51120  M  H8H139  13  —4145  24120  771  511  12  2  168  1841
—————21  T1118AUA
225144  D  GCÖ
8—  115123  99  N„„L„.SODDB„BSSGCG"UnQOE  %
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9——77N32  112  211141%8  211137  HTNO  5  5  11  6
28  1|188|199  39  14252136  75  O„  891  13  3N0O0  S  781  „S  860  847
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111010  1—  1yEA„à:„ç%  %  44%ES  SNN%„„  S  TTTSSS
1——  116  1-  7181  573015  H  „  ZUEBHTO  "  44%½%½%
11—  —32  2|12  42  4  5SC
—  —  2129  6-  1112)  5318  12  419  47)  34  12  1  1128  COBÖ  OS
—  -  2134  613112  181  35  10  7  9  938  82  5131  1119  71121  371  261101  81  1331  11857
—  ——828  2  1217  59  18  20  10  11  1%LC  LD„ê„S  291  S411
—  ———  —111  6„TSCêWOD  1114O0O01  114  9
—166  63  2151  40  "wCXS  1  BS  SHS„S  O  419  1  132  8
1——  1121  5112  ÜE49
—  —  —  1éVV6O  „%  251  22  —2142  60  2386  33917T0  2225—  2
2—  —2116J%9""SSi  1018Sq  6  41  106  S6S
1|—|  1—|431  2  6|16  19|120|238019  48T  68  62  4  41  1146  118128  371  97120  1412971  —  64

Mediz.-stat.  Mittheil.  a.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamte.  Band  V.  r
        <pb n="362" />
        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

1207

4  1  II  III  1  2  3  4  5  6

9  Verwalt.-Bez.  Einw.=  Leb.-  T.=  Gestorbene  Diph=  KeuchSchar-  M  Tvphus  Tuberkulose  der
9.  —i  zZati  (ausschl.  Todtgeb.)  therie  husten  lach  asern  Typhn  Lungen

l  Med.-Bezirk  5  1895  Geborene  0  —  ———  —  —  ———

*  „Vegirt  2c.)  Sa.  a.  b.  c.  d.  Ea.  b.  Ea.  a.  Sa.  b.  Sa.  Db.Sa.  b.  jo.  Sa.  a.  b.  c.
865/  Ettenheim  ....  ....  17826  570  10  326  89  46  92  8915  31—2/1—  4—14½3
860  Freiburg  8051  7/221878NI228  413  212  542  56181  31|20  1  22  25  9  21  1872
867Neustadbt  14935422  181  259  60  20  8  96  J  JIL  5  S„
868  Staufen  1809  460  12  331  59  38  86  151  62  1  2
869  Waldklirch  ..  ..  .  ..  2154063  1M//410  110,  39  115  14166  4  TL
870  Lörrach  40184  1202  411695  128  90  236  2144111  JLUL.  %  3
871  Mallhbeim..  20691537  10365  62  32  107  16411  1  11  15552  2  47
87Schönn  1544836  13#:;  40  43  95.  992  10  !3
873  Schopfheim..  21210676  19390  88  35  115  156  5  I  1I3S  „  "
874  Kehhl  2845  2!11  s0  102  166418  15.  „  8  8
875Lahr  37603/1228  41/660  194  60  197  20  8  ONTSGG  T
8760|  Oberkirhb  1847  86  16  310  72  3984115  6  U  42  16  388  5
877Offenburg  rWib  3/1063)  312  91/303  35718  111.
878|  Wolfacch  243181  808  10|67  132  40  127  1686  5L„„SSG  G3

Landesk.-Bez.  #

Karlsruhe  (10).  “  1
879  Achen.  234275%  4  146  1  %  6ß2—  4851  7
880|  Baden.  ..  286401  853  28  581  147  75  187  172111  11  i  OG  211  10
881  Buhl  ....  ...  .  ....  30110  83  2606  129  65  167  24618  813  I—  174  9
882  Rastatt  60009  1089  3411125  350  138/330  307118  1  16  1558
883|  Breitetrn  239541  799  2  430  122  44  100  1644LN3B  3359
884  Bruchsal.  60662320  56¼66  582  196  365  32330  2121—  O0  U2161
885|  Durlach  35366/1468  546  290|108  186  16226  21AM  %  LZ
886  Ettlinggen  237161  954  19563  216  851521106  5—  —M  21  71  5  7011
887|  Karlsruhe  117393  3782  122/2333  821343  709460|26  26  29173  1102  69140—14|346  10/29/28522
888  Pforzhem  687792619  8042143  6  6f

Landesk.-Bez.

Mannheim  (13).  l  .  «-889Maanhcim..»».
  12373509915426151156s33274538241373925:«33:z«101821.3726z26301
890Schwetziageu«»»  32933153844.·70422k9e·2091431311126———s-—3—1467111071
891Weiaheim........  sage-is8792548217134251301393I21111——!—t—1682.8499
89Eppingcn..·.....  1830460313362115s63s85,991111119111s11——131,—624l
893Heide1vekg.».»..  8172831691031961k696242610413352918121311472891z7276551726
894Siusheim»....»  34492112821737E22584"182246c;41593s217105—z478s33675
895Wieskoch.......»  225391210526s241361281211072—————21-1917577
896Adecsheim......»  13744249281z8126f661086422——----—  2—;33—-5  5
89  Buchen  2675/  27  550  165,  71  120  19417/15/2515  3  44  112
898  Eberbach  1472  511  21/2911  86  41  77  8710  9J3  2——.–8  s8  3712
899  Mosbach....  303241010  2628.  1775160  219311411  O
900|  Tauberbischofsheim  45992  1336  30|006  194  94  249  369%  4N83□  1  81136
901  Wertheimm.  19362  528  20  322  70  27  89|136—  —  6FCO  21

Hessen.

Prov.  Starken-  s

burg  (7).  6  1

Darmstadtt.  1005448119  1041913  593.  263  595  462  39  30020  112  257  37  21865
903  Bensheim  ...  .  .  ...  51985  2028  7111126  432  1241317  253  15  11  2  112  1110  63—133  410

Dieburg  547421792  631118  313  145/334  326  13.  1012  9  39  411%3
905|  Erbacch  46519  1508  69825  193  101  257  2715  144  1HUNSS
90  Groß.Gerau“.  403  1|1540  64%

Heppenheim  ..  .  ...  44912  1678  644013  273.  104  270  26627  2516  ZJIO  —  5
908  Offe  nbach  .  ......  101529  3845  1301754  572  257  560  3651  45

Prov.  Ober-  s

hessen  (6).
909  Gießen  7738/2454  830#  250  227  502  41½  4%  2  J  5
910  Alsseldd  365201033  33/509  96  89  164  250|821  10115%
911  Büdinggen  383781093  4691  105  133  167  28626  2505  46  5116  11  77—10/5814
912|  Friedberg  64551  1821  711106  200  137  362  40718  17  12  11  16  132  81—53212316
918  Lauterbach  28259826  3  5536  91  122  133  190143  4  ZJO“3NS914  4
914  Schotten  2642442  25  174  77.  771128|1921410  12)1  21  1  10  8  511  I00  SH
        <pb n="363" />
        Baden.  Hessen.  (Kreise  ꝛc.)

121°

7  8  9  10  11112  13  1|15  G  ES  19
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  „r  *  „  —gEezzsz
anderer  Lungenentzündung  liche  Krankheiten  der  gen  und  (5  Neu  s  28  v2  2zz  2
Organe  Athmungs-Organe  Darmkatarrh  z  bildungene  3  5mv?  2:
—  ————  —  —  —12  2*  —.  ——9W58  .-—

Sa.  a.bch  Sa.  a.  b.  c.  d.Sa  b.  c.  d.  ISa.  a.  b.Sa  e.  .  S  11  E
———4
10  —  181H12853  i  „  SSi6GO  149S6
2  —  —  1131%%191S  5„66O9[.S6
—  —  —  —1201  312  11141  32  6111  2%  25FT  181  39111  21104  1868
3—112124  21219i1112710  9  441  48  46Q  6ô  „  21125  2  869
3  1—  1158  5  6|19  28  64  8  1611299  33  27  51  -131  283  17  16h  291  55  181  81  268  1870
—  ——  2  3614137  10  13  83  111  17  17  -2131  231  7  1561  181  110
5  1  181  9  1  62219  219116  189C  6101  181  411  21  21  92
1—  1—H1621½0  5  ·1  1518  111%%S  DO  386  11  %
1—  —  234469„S  i  t%%LELL,E„„  1u„  WOST"
1  1—  —  5110012191  75  191810  S  971  92  1138113  10  f  1888520OTT775
1|—  —  125  5  5|12?  18  „OO  T"T„OO  „S2  111  281  61  11118  876
4—  —  35337  51526  109  64  4S„GGÖHCSS  BSS  681110  1  3  (ST
2—  1227  2  4110  111  41  10  9  5171  43  391  21  11  41  28  13  151  271  451  11  41162  11878
1——1133  2144.  164%%½  50  91  31150  1879
—  —878  7115  4910  422%  58  56  22815  181  281  S  „
4——  2244%%  4%  98881
9—  5869171142L115  15  17  13  40  66  58  H  „S  S  44  %  46  882
1——  1298  4%  TIU  !IOODNSSBS
7—2  2836718|17|118  53  66  21  88|58  141„„  s8  BTF„„  S!"  SS
—  —  —  —129  43116  61  86  N„OS„S„  11681  ↄ56  87  „ê  16  91  371  751  1561  225  885
5  —  —  41446  21|29  916  6456553  1138  5  4140091|181186
4  ——  44  „  76  28  581295  271  181  51  31120  5  67169  103  44  124  1  747  1887
8  —3  42  —61186120  126  60  36|14  16  179  169  61  51  71  409  2919  6693  46  10  19  888
61111155  52496  188½sSO  261  4  406|120  68  5646  807  889
1  122119  14010  41108  5088  10  15B  18  181  20  381  61  51  299  880
3  11|  121111J  406¼  6  10  696444  S„  SO
2——2122  %(  2238B  8H  15  ¼COB  4%C%  S„
8  —.849  12OOCSH  O  1893
1—  —  128  57|13|  S/  BS  H  ê3S1„  6O0  q  1894
2——  21993  61  46620  58H111110  1%  261  341  „D„  S%  8095
1——155441DSS  4  38  21  21  11  13  S  iS  61  21  69  -S96
—  —  —2129  3  410  121  53  1214  6  211  381  33  3  -  213118  131  291  481  41  21200  „S
—  —  —21181  2381  21111  28  617  381121  241  221  21  21  -114  7  71151  201  61  41  SSS
2  25%O  814  18  251  35  281  13S  161  111  68  189  41  244  899
1|—  1—  O  28  10  5  92  2121  18  8371120  104  101  L,%  1  6  -254  68900
2—  —11  28y  2  514004QQBESS  SI  D
9  2913134  4½!S  S  ½
50  2544  4  4  OD  99  76  4%%
238414100  19155311  27  8128  116  16  6êÖ  GèG%
1338  663  91112018356  18J18118  1  H158S  Q45
3111061112%  %  57  11  61  41  46  „êO0  C  181  61  2371  67  906
41  141113  19  6  4–  S  VN„FS  0  46  59  521  21  31  237|  17120  821  68  2  51  223  150
56101624|1926  35|39  19  110  114|8716  5  151111  11  91  8  821  GC  „O  %7OS
66  78025  3  75  2012183  830  OU  39  4411„  ä1%  1
13100  1139  7  6112  141  33  1144  1  S„=28
  114  O  81  1718  14321  10  78  413  111  91  811101  511711  841911
41  421  15h  83  14  14  25  30  69  191113261  30  22  21  31  11501218371  UOH114
1227  288  4  51171121  31  5861121  6  5—83120  10  10  1ho  %  w
18  45·9291D  7.  7  6  91  22  52  5|1101  6  31  31  1  11  2920  91  61  741  41  91  103  I1041914
        <pb n="364" />
        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

122*
4  J  m  In  1  2  1  3  5  6
.  Verwalt.-Bez.  Einw.=  „.  orbe  inb-  ·  ,  I
z  Creis,  zetro.  Leb-  .  (uncben  *  „  din  Keuch  r*sm  Masernayphus  k  lose  der
Bezirksamt,  2  kll.Gehorene  Todtgeb.)  herie  husten  lach  ugen
MWMed.-Bezirk  re.)  1855  Sa.  be#l  d.  Sa.  v.  [Sa.]  a.Sa.  v.Sa.  b.  Sa.]b.  c.  Se.  le.  LLLAII.
Prov.  Rhein-  s  *  6
hessen  (5).
915  Mainz.  125481  4065  1712409  840  350  716  403  23  1932  25/13  J19  9  5.1  4|335.1021  27084
919  Alzeyn  3941410861120271  36U1  3182615
917  Binggen  38299  1196  742  167  99  218/.25812|13  2  80  —  6  677
918  Oppenheim  ..  .  .  .  ..  45577  1360  857  190  110  233  324131271005  50  6———106  2  10  8212
919  Worm  7416942549  10  183  425  380  2520|1  HI%  9  1  15421
Mecklenburg-Schwerin
  (11).  1
o20  Boigenbuth.  .  ...  498191427  4280  213  zs  212  307  1  2  2  2—
921/  Gadebusch  34161941  628  130  95.137  26611  —  —  72
922  Wismar.  50371473  844  261  1181150  31511111  4  3  58
923  Schwerin  72277|1951  1285  322  192  330  444  6  3—
924  Ludwigslust  49122  1465  912  264  114  224  31  4  4  13  6—
925  Parcht  45171  1262  5  G  75  148  2SB  11  1—  1
920  Gusttrow  .....  ....  65113  18545  7111103  285  175  273  370  16  16  18  1—  1
92  MRostock  108587  3094  891900  453  254,487  7062028  99  12  21
928  Gnon  2954/|905  35|21  148  63  113  1831717  8  7  41—4
929|  Malchin  .....  .  .  ..  54820  1811  43  999  288  172  237  8021  v8  13  13  5—  4
930  Waren  3844J1195  34  685  203  82  139  2611313  97  3—
2  l  !  .-Braunschweig
  E  .
(7).  .  i  *
931  Braunschweig  1151384081  1382119  723.294  683  446  26224  1241
932  Braunschweig  415631378  6065  250  108  108,  231/10.  73¼4  2iL.  UB  51¼3
933  Wolfenbüttel  79901|2726  841412  462  182,  360  405  6  O  4  6134  218  10019
934  Helmstedt  70672  2531  8011450  467  182  376  4226  244%%  ½  1  J61%  1  0.
935|Gandersheim  46235/1540  54  48  202  111,  243  2922  48%  2„  „  Jor  1  2  36
930  Lolzminden  47391654  6  2  238  172  235  277/„2  28/16  106052½%  1%  811/12  104  5/10  70/19
937  Blankenbung  31960  1098  49  154  101  174  1695  2  —2  122—:  —  6  4610
Sachsen-  6  *2:  i
Meiningen(4).  ·  l
938/  Meiningen  6228611937  691092  274  159  296  8623126/13  10|11111105  2  Auiao  8  9  101  26
989  Hildburghausen  5550  5/1851  491003  243  140  270  350  58421  13211126  -.  125  2  7  9524
940  Sonneberg  55542|2270  1081187  418211  318  24/12  30/26,  162  14  111I81  9  18981
941|  Saalfele  60672  2175  791119  323  186  323  286/37  362.  23025  11922
Sachsen-  «-Coburg-Gotha.
  6
Herzogthum  6  «  s
Coburg  (5).  1  I  :
Coburg  18688521  13  395  89  52  I17  1272  1ä0  3  3B  13  37  13  30|  3
Königsberg  i.  F.  898  21  3  1  1  2  2  S  —HL1·
Neustadt  545/%  1  35  15  45  16  2„„.  %
Rodach  199  6ö0  0  6  8  10  16  1.  F  1
940  Cobuigz  35451287  49  796  25  R  187  23124  17124  17/  4  6916
Herzogthum  8  1  «
Gotha  (6).  «
W————-  316701  944  38  536  128  97  140  17113  123  215  412  21116016  467
948  Ohrdruf  .  .  .  .  .  .  .  ..  6161  iss  101  25  16  32  281142S
Waltershausen  5618/2233  538|51  20  34  333  3J3111—1112  2  31
950  Gotha..  ..  ...  ..  41165/1429  54800  270  89  170  2711¼  1  10  J-S  4
951  Ohrdru  35080|1394  44621  120  115  121  215227  233222  1  1—9  13127|8
952  Waltershausen  34411|1186  39|598  152  79  157  2108  73  „  1  42  —  5710
Anhalt  (5)  #  1
953  Dessau.  .......  ..  750022674  488  207  292  364/2  4  3812  2|  610  1
954  Cöthen  51391681  5849  270  129  180  27029  23115  10  56  –1
*W  ...........  5029158644wogte-pag1990szws172520129  31—1  1  6  50|12
Dnbunrng.  8717  3253  102|1584  539  293  376  37692  76  21  14444  40—  1#½n  16  10i
957  Ballenstebt  294350  898  271  556  158  80  136  1823  318  4——  1  5  233  6  465
        <pb n="365" />
        .  ,  1#
Hessen.  Mecklenburg--Schwerin.  Braunschweig.  Sachsen-Meiningen.  Sachsen-Coburg-Gotha.  Anhalt.  (Kreise  2c.)  123
—  —.  s  -  EEEEIIIIIEIEIIIEE
Tuberkulose  Sonstige  entzünd-  «  z-  z5  ——H  5  "
anderer  Lungenentzündung  liche  Aige  der  Magen=  und  72  rsr  Neu  uE  EEZ  35
Organe  Athmungs-Organe  Darmlatarrh  28|2  bildungen  2  z53  k—  —  HE—
——  —  2.  I75  IEEIIE  —1—
Sa.  a.  b.  e.  LEG.  a.  b.  c.  d.)  Sa  u.  b.  c.  d.]  Sa.  a.  b.  55  Sa.  #.  *  19  2½
*
100  32  5116|10711129|82  85227|107/791180|2  3032  SSOSOSSS  2  915
3717  10  5/18  55?9  2141  -—121  41156  241  71  98114  91183  105916
26210  33418920|  816C21129  37  2286  21  41  4324  i6S
26811191682B  181418  548111  47  BBH  31-41828)  17%O„„
5410  1802  28  26  18  161109  4228  12  32126  „[SBSO  44(„
1|—  128  920
2—  15  921
—  1  111  922
74  20|18  923
27  1411  924
4—  411  925
1—  14  15  926
7—  177  927
8—  517  928
24  1110  929
8—  1810  930
332174“6  45  80  48  28188BS„i  „SSBS.SÖ  Ö  „6SS  3„  8434  58  GC1
21—]110  17  SSS  4d.  4  „„  5  1  774  291  51932
1612122JU  SSO  56  150  27  24  548  1819838
1334  4s|142881127T7J/816%
8  2  5168121162833  60  9  8117261  211  14  E  16  2831  27  102  9110)  324  5935
4—  22  83162¼1%%  201  4SiOG  SC%
6  15  —47  8110  20  S  2!i  19%%2!B1  B„  S  281  71156  S„„SOSSI
19  111610528  158829  84  5021  91  4  42  27  513  „4  16  243881188  à„4„1XDS
6—  —51687  28  1125  231  51  14  7  11191  29  14  51  1  1132  14  „„S  „„O  3SBO  T74„
1552|87/8502  20  SéJSI„Qê  28  61  422  73  940
728.284  23  21#N|17  47124  „  71  57  81  4  1126  12  14  88104  1620  3731  741  941
71  2112116  12310154  1612  818  15  12  31  -21231  81151  191  291  51  8118381418942
—  —  —  —  ——  —  ——  ——  —  —  —  —  —  —1—212  12111  11  31  -  1  -  6  943
—  —  —21  10  —  51  4M  1  —  ——  ——  561  3131-1  -1  41221  61  81  -  1  -  52  2  194
11|I  GCBTSSS3BSBFBS„E=  5ä.—945
192  58  438  18111G6SOE  1  HH  ô„é  „GCC%  4„
613213911112#  GECBSL.SS„  281  3801  1444
2—  1—1%  01  4  T„SOD  „L„  LU  D  S  5  5  “
2  1—1133  3  42  32S  1  321NDE
11016  26113  H%%  56  81  %%y  81950
171  15  686  17/0  5131  8  7161101  26  6  51  1121  4—41537)  96111112  268  18  961
2—  1424  43  16  8256  14  21  514  6  71  465  3DHôSESHiBS  2261  81952
12  2  6  657%  UÖ%
6112  182  8H6|18?êT  40  1  10  S„  16  221  80  85  1510  351  21954
7—2  8ffH  J—  2266  "11  %  „ê  „H  SS  „  256  SI
285176|1110|  282S  29  83011284221  24  C„„2  126  271  410  84  S  %  3956
2  —  —  2  49110  12  12  115  55  1513  8|19  300  197  41  21/—1I1241|112  10  241  82  101  71  185  51957
        <pb n="366" />
        Die  Ursachen  der  Sterbefälle  des  Jahres  1896.

124*
*  •sst.t  —*A—  In  1  2  3  4  5  ẽ
Verwalt.  Bez.  E#wbK  4  Gestorbene  Diph-  Keuch-  Schor.  M  t  Tuberkulose  der
reis,  Zahl  v.  55  asern  us
E—  N—ii..i.i*.  ——.——.N.N.  lernhns)aungen
Me.-Bezirk  2c.)  155  Sa.b...  Sa.  b.  Sa.  .  Sa.  v.  Sa.]  b.  Sa.  blc.  )Sa.  a.b.  c.  s.
Schwarzburg-  #  *  2*-“
Sondershausen  *  *
(3).  .  Pp
958  Sondershausen  38317|117  451  658  177  59  158  2644%  8142  —  5|1  45—  1.  38,  6
959  Arnstadt  231475  239  136  50  80  131/12/1011  ,JJ  62222  22—
960  Gehren  1661  /  638  14¼%88  69  72  65  8216  138  6/3  1328—  2  23|3
Waldeck  (4).  1  E  5  #  #
961  Kreis  der  Twiste  16588  480  2J263  52  39  77  9—  /J—T
96KKreis  des  Eisenberges,  1768574  19283  55  50  65  1135114  111111  4—  40
96  Kreis  der  Eder  15138432  i81  269  48  51  73  9320  18  1LLLL  3––
9644##yrmont  8354  %  32  20  45  5  35.

Neuß  ä.  L.  (3).  1
965|Greiz  5236/1968  781150  535  157  230  22850  4  7  3/2  10/11  2  J7
96  Feulenroda  .......  1048442523079225592541111  1.—  —8N60·—

96/  Burgkgk  462  1%%  3  10  18  2

Schaumburg-  I  .

968  Lipge  i(122  1304  35  87  132  167  20019  11½22  1  46  52—  2V.  5
Lübeck  (2).  1
969  Läbek...  2316  54  333  141  320  85716  6GCSLS  5
970Lübec,  übrig.  Geb.  471  235  70  30  54  8/2  1½—  5MA2?"
Bremen  (4).
971|-  Bremen  4359142  676  343  787  500/16  42/  1  11192517|  1  3/9  39523
972  Vegesak  89  I  8  14  39  23  11H
973  Bremerhaven  554  1  85  44  144  64  6  564422  21  11492
974Landgebiet  1888  4  212  110  198  1111  4%  1%  N  2  —

Hamburg  (2).
975/Hamburg  625552/2  5  78  7261095  3660  1502  3476  232195  7970  87/  20  26|116/94|35  430033040
976|Lamburg,  übr.  Geb.  1952  48  316  112,  209  21  6  1005  32—2  1

Elsaß-Lothring.  «

Bezirk  Unter-  «

Eiiqß(8).  «  ;  iF

977  Straßburg  ...  ...  465|12  32  821  353  953  18  44
9  Straßburg  3/2777  8  J1240  525  215  437  5  5½1  1  fH  5
979  Ersteinn  3886  441121  308  107  309  332  12  5145  1  u
980|  Lagenaa  2380  8|481  398  177  415  11933  1|16  7  g18  1  16  zt2
981  Molsheim  590|  1962  7|129  278  122  355  5  2  111511  14  3

982  Schletttladt  32089  6  306  129  315  55  141

983  Weißenburnrg  1631,  41/1064  232  141  274  13  10—

984  Zaberrn  2746  8]605  391  222  382  2  —  7  6  uoimes

Bezirk  Ober-98
  Altkirb  49889%158  38  1016  233  107  272  6  5114
984  Colmar  87538  2875  101692  508  177  445  38—

987  Gebweiler  60550  1804  6  342  156  347  408  —

988  Mülhausen  159733  5389229J  3226  1106  373  873  85  2  289

989  Rappoltsweiler  60586|  1937,  54350  404  186  324  2  2

990  Thaanmn.  59173  1893  70|1363  347  194  772  5  49  5
Bezirk  6  .

Lothringen  (8)  #  *  -.
991sMev...........  597941545  841000  292  146  334  22511
99  Meg  802748  3  192  350  6820  192  SNG
993  Bolchen  40252  1079  2  820  166  73  193  3891312  16  ½m:—1%  14·
994/Chateau-Salins  488521217  3½L56  185  84  228  453111044
995  Diedenhosen  89737  2919  91940  494  323  510  613  20  25/  ½%  11  %  %
996  Forbach  738754U
997  Saarbung  63777  1848.  44  1242  333  157  330  4222  3  —1  18|  165  115|135|14
998  Saargemüänd  688261  2341  49  1363  357  195  389  422  33  22  2  220  913/  310  207  318149187
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        Schwarzburg-Sondersh.  Waldeck.  Reuß  #.  L.  Schaumburg-Lippe.  Lübeck.  Bremen.  Hamburg.  Elsaß-Lothringen.  Greise  2c.)

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6  —  4½%%%%83%2  914|994
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7—  1  68  184„  50  11  8|17  70  9118H132  1511892123825
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        Druck  von  Theodor  Hofmann  in  Gera.
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