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besonders  häufig,  die  Zahl  der  verheirateten  Taubstummen  dagegen  ausnahmsweise  gering
zu  sein.

Bemerkenswert  ist  noch  der  aus  dem  Vergleiche  der  ortsanwesenden  zu  der  ortsgebürtigen
  taubstummen  Bevölkerung  deutlich  ersichtliche  Zuzug  der  letzteren  nach  sozial
günstiger  gestellten  Gegenden,  sowie  die  durchschnittlich  stärkere  Besetzung  der  Altersklasse
der  Taubstummen  von  30  bis  40  Jahren.

Daß,  wie  die  Untersuchung  nachgewiesen  hat,  bei  der  später  entstandenen  Taubstummheit
die  Möglichkeit  der  Eheschließung  und  der  Ausübung  einer  Berufstätigkeit  etwas  größer  ist,
als  bei  der  frühzeitigen  Entstehung  des  Gebrechens,  war  von  vornherein  anzunehmen,  ebenso,
daß  der  etwaige  Beruf  von  den  Taubstummen  hauptsächlich  in  nicht  selbständiger  Stellung
ausgeübt  wird.

Die  Untersuchung  des  Erhebungsmaterials  hat  keinen  Anhalt  dafür  gegeben,  daß  die
Taubstummenhäufigkeit  durch  terrestrische  Bedingungen  wie  Höhenlage  oder  Bodenbeschaffenheit
  erheblich  beeinflußt  wird;  das  wesentliche  ätiologische  Moment  der  Taubstummheit  wird
vielmehr  neben  der  (vielleicht  damit  zusammenhängenden)  erblichen  Belastung  in  örtlichen  ungünstigen
  materiellen  Verhältnissen  und  gesundheitlichen  Schädlichkeiten  zu  suchen  sein.  Beweisend
hierfür  ist  das  auffallend  häufige  Vorkommen  der  Taubstummheit  im  Osten  und  in  manchen
Gebirgsgegenden  Deutschlands  und  andererseits  die  verhältnismäßig  geringfügige  Belastung
vieler  wohlhabenden  und  erwerbstätigen  Ackerbaugegenden  und  Industriebezirke  und  ganz
besonders  der  mit  sanitären  Hilfsmitteln  wohl  versehenen  großen  Städte  trotz  der  Dichtigkeit
ihrer  Einwohnerschaft.  Besteht  aber  ein  ursächlicher  Zusammenhang  zwischen  volkswirtschaftlichen
  Mißständen  und  Taubstummheit,  so  folgt  daraus,  daß  die  letztere  zu  den  bekämpfbaren
  Ubeln  gehört,  und  daß  es  möglich  sein  muß,  ihre  Häufigkeit  bis  zu  einem  gewissen
  Grade  herabzusetzen.  Tatsächlich  ist  innerhalb  der  letzten  Jahrzehnte  bereits  ein
deutlicher  Rückgang  des  Gebrechens  wahrnehmbar  gewesen.  Es  steht  zu  erwarten,  daß  mit
dem  Fortschreiten  des  Wohlstands  und  der  Hygiene  in  Verbindung  mit  der  Verbesserung
und  Ausdehnung  des  Taubstummenunterrichts  die  Zahl  der  Taubstummen  im  Deutschen
Reich  eine  weitere  Verminderung  erfahren  und  den  von  dem  Geschicke  unabwendbar  Betroffenen

  der  Verkehr  und  die  Arbeitsgemeinschaft  mit  den  Hörfähigen  mehr  und  mehr
erschlossen  wird.