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einige  Monate  altes  Enkellind,  das  bei  ihm  im  Zimmer  in  der  Wiege  gestanden  hatte.  Gestern  sind  von
den  unter  Beobachtung  befindlichen  Ansteckungsverdächtigen  zwei  weitere  Personen  erkrankt,  eine  Frau  E.,
wohnhaft  in  demselben  Hause  und  ein  Arbeiter  Sch.,  St.  Pauli,  J.  .  .  straße  8,  der  mit  H.  in  derselben
Eisengießerei  arbeitet  und  ihn  in  den  ersten  Krankheitstagen  am  Krankenbett  besucht  hat.  Die  beiden
letztgenannten  hatten  am  23.  Januar  die  Wiederimpfung  verweigert.  Alle  vier  Erkrankungen  sind  leicht.
Wir  stehen  mit  dem  Altonaer  Kreisarzt  in  täglicher  Verbindung  und  teilen  uns  gegenseitig  die  über  beide
Städte  kreuzweise  weit  verstreuten  Ansteckungsverdächtigen  mit.  Es  ist  bisher  aber  nicht  gelungen,  irgend
einen  Zusammenhang  der  hiesigen  Fälle  mit  den  Altonaer  Fällen  ausfindig  zu  machen.  Ubrigens  wohnt
H.  in  einer  Gegend  und  in  einem  Hause,  in  dem  vielsach  Seeleute  verkehren,  so  daß  die  Möglichkeit  einer
direkten  Einschleppung  von  auswärts,  etwa  aus  England,  nicht  ausgeschlossen  erscheint.

Eine  zweite  Gruppe  von  Erkrankungen  liegt  ganz  am  entgegengesetzten  Ende  der  Stadt  in  Barmbeck,
nahe  der  Wandsbecker  Grenze,  am  E.  ...  lamp,  einer  Gruppe  kleiner  Einzelhäuschen,  die  noch  völlig  im
freien  Felde  in  durchaus  ländlichen  Verhältnissen  steht.

Bei  einer  am  10.  Januar  wegen  „Masern“  ins  Krankenhaus  gesandten  Schneiderin  K.,  wohnhaft
D.  .  ..  ...  straße  7,  wurde  am  12.  ein  variolaartiger  Ausschlag  wahrgenommen,  dessen  Deutung  anfangs
zwischen  Variola  und  Varizellen  schwankte,  aber  schließlich  doch  als  Pocken  angesehen  wurde,  auch  wegen
des  Befundes  Guarnierischer  Körperchen  in  Schnitten  aus  der  mit  Pustelinhalt  geimpften  Cornea  von
Kaninchen.  Die  Kranke  befindet  sich  noch  als  Rekonvaleszentin  im  Eppendorfer  Krankenhause.  Als  wahrscheinliche
  Ansteckungsgelegenheit  fand  sich  E.  ...  lamp  13,  wo  die  K.  ihr  Kind  untergebracht  und  wiederholt
  besucht  hat,  ein  anderes  Kostlind  namens  H.,  daß  eben  „Wasserpocken“  überstanden  hatte.  Diese
letztere  Diagnose  wurde  indessen  dadurch  sehr  zweifehaft,  daß  die  Impfung  des  noch  ungeimpften  Kindes
negativ  ausfiel,  und  gestern  ist  die  Diagnose  Variola  dadurch  völlig  sicher  gestellt  worden,  daß  in  dem
Nachbarhause  E..  kamp  14  ein  51  jähriger  Mann,  L.,  mit  ausgesprochenen  Pocken  schwer  krank  vorgefunden
wurde.  Nach  den  weiter  von  mir  vorgenommenen  Erhebungen  scheinen  außerdem  in  dem  Hause  E.  kamp  16
in  den  letzten  Wochen  drei  weitere  überaus  leichte  Pockenerkrankungen  vorgekommen  zu  sein.  Alle  Bemühungen,
  einen  Zusammenhang  dieser  Fälle  mit  den  Altonaer=  und  St.  Paulianerfällen  ausfindig  zu
machen,  sind  bisher  vergeblich  gewesen

Durch  fremdländische  Arbeiter  und  deren  Angehörige  wurden  insgesamt  17
Erkrankungen  an  den  Pocken  herbeigeführt,  davon  10  durch  Russen,  7  durch  Galizier.  Die
Krankheit  wurde  teils  schon  bei  der  Ankunft,  teils  wenige  Tage  nachher  festgestellt;  in  einigen
Fällen  hatten  wahrscheinlich  die  fremden  Arbeiter  den  Ansteckungsstoff  auf  andere  übertragen,
ohne  selbst  an  den  Pocken  erkrankt  zu  sein.  Von  den  17  Pockenfällen  ereigneten  sich  6  im
Monat  April,  5  im  Mai,  3  im  September,  je  1  Fall  im  März,  Juni  und  Oktober

Betroffen  wurden:

im  Reg.-Bez.  Marienwerder  in  Tinnwalde  (Kreis  Löbau)  ein  geimpftes  und
2  ungeimpfte  Kinder  eines  russischen  Arbeiters  im  Alter  von  7  bis  13  Jahren,
welche  aus  ihrer  Heimat  krank  ankamen  und  alsbald  in  das  Krankenhaus  zu
Löbau  übergeführt  wurden,  wo  ihre  Aufnahme  die  Ansteckung  eines  wiedergeimpften
  39jährigen  Mannes  zur  Folge  hatte;

im  Reg.-Bez.  Bromberg  auf  dem  Gute  Kludzin  (Wongrowitz)  ein  erfolglos
geimpftes,  4jähriges  russisches  Mädchen,  dessen  ungeimpfter  1jähriger  Bruder
und  ein  in  demselben  Hause  wohnendes,  ungeimpftes  2jähriges  Mädchen,  von
denen  das  zuerst  genannte  Kind  am  17.  Mai  1903  starb,  in  Kolodziejewko
(Mogilno)  2  ungeimpfte  Kinder  einer  aus  Rußland  zugereisten  Familie,  in
Wronowy  (Strelno)  ein  ungeimpftes,  1jähriges  russisches  Mädchen;

im  Herzogtum  Braunschweig  in  der  Stadt  Brauschweig  eine  geimpfte  galizische
Arbeiterin  und  in  der  Stadt  Wolfenbüttel  2  ungeimpfte  Kinder,  welche  am
27.  März  bezw.  16.  April  starben,  ein  geimpftes  13jähriges  Mädchen  und  3
geimpfte  Männer  im  Alter  von  40  bis  62  Jahren.

Zu  Za:  Durch  andere  aus  dem  Auslande  im  Landverkehr  zugereiste
Personen  wurden  81  Pockenfälle  veranlaßt.  In  der  Stadt  Cassel  wurden  die  Pocken  bei