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einem  am  18.  Mai  zugereisten  Kaufmann  festgestellt.  Die  Ansteckung  erfolgte  vermutlich  auf
einer  Geschäftsreise  von  Basel  bis  Straßburg  i  /  E.  Aus  Belgien  gelangten  die  Pocken  nach
der  Stadt  Bochum  (Reg.-Bez.  Arnsberg)  durch  die  geimpfte  45  jährige  Ehefrau  eines  Bergarbeiters,
  welche  sich  8  Tage  in  Mons  (Belgien)  aufgehalten  hatte,  am  Tage  ihrer  Rückkehr
erkrankte  und  alsdann  die  Pocken  auf  eine  wiedergeimpfte  und  2  geimpfte  Frauen  ihrer
Bekanntschaft  im  Alter  von  31  bis  66  Jahren  übertrug;  diese  Erkrankungen  verliefen  leicht
mit  diskreten  Pusteln.  Auch  für  die  in  der  Stadt  Eschweiler  (Landkreis  Aachen)  vorgekommenen
  Pockenfälle  dürfte  die  Ansteckungsquelle  in  Belgien  zu  suchen  sein,  wo  die  Seuche
im  Berichtsjahre  besonders  stark  herrschte.  Über  die  Verbreitung  dieser  Fälle  ist  folgendes
zu  berichten:  Am  16.  Februar  1903  wurde  ein  im  12.  Lebensjahre  wiedergeimpfter
48  jähriger  Fuhrknecht  wegen  Erkrankung  an  Varizellen  in  das  Krankenhaus  ausgenommen;
am  7.  März  wurde  er  als  genesen  entlassen.  Inzwischen  war  am  4.  März  aus  demselben
Hause  ein  wiedergeimpfter  25  jähriger  Fuhrknecht  unter  der  Diagnose  einer  beginnenden
Lungenentzündung  zur  Aufnahme  in  das  Krankenhaus  gelangt.  Eine  Absonderung  des
Kranken  fand  nicht  statt.  Anfangs  bestand  Rasseln  auf  beiden  Lungenseiten,  dann  stellten
sich  Blutergüsse  unter  die  Haut  ein,  am  6.  März  starb  der  Kranke.  Nunmehr  wurden  vom
14.  März  ab  teils  im  Krankenhause,  teils  außerhalb  desselben  insgesamt  noch  17  Pockenfälle
festgestellt.  Betroffen  waren  2  ungeimpfte  Kinder,  5  geimpfte  und  9  wiedergeimpfte  erwachsene
Personen  im  Alter  von  25  bis  66  Jahren  und  ein  ungeimpfter  77jähriger  Invalide,  der
nach  schwerer  Erkrankung  am  12.  April  starb.  Auf  der  nahe  der  niederländischen  Grenze
gelegenen  Eisenbahnstation  Emmerich  (Kreis  Rees,  Reg.-Bez.  Düsseldorf)  erkrankte  im
Monat  Dezember  ein  als  Kind  geimpfter  55jähriger  Bahnhofs-Buchhändler  an  diskreten
Pocken.

Wie  in  dem  Berichte  für  das  Vorjahr  (vgl.  Mediz.-stat.  Mitt.  Bd.  VIII,  S.  248)  mitgeteilt
  ist,  waren  nach  Leipzig-Plagwitz  im  Königreich  Sachsen  die  Pocken  durch
einen  Handlungsreisenden  eingeschleppt  worden,  welcher  im  Monat  November  1902  aus
Rußland  zum  Besuch  seiner  Eltern  eingetroffen  war.  Nachdem  im  Vorjahre  der  Sohn  und
die  Eltern  erkrankt  waren,  übertrug  sich  im  Monat  Januar  1908  die  Seuche  auf  12
weitere  Personen,  und  zwar  auf  4  geimpfte  und  5  wiedergeimpfte  Erwachsene,  einen  geimpften
5jährigen  Knaben  und  2  ungeimpfte  Kinder,  von  denen  1  am  19.  Januar  1903  starb.
Gleichfalls  aus  Rußland  stammte  die  Erkrankung  eines  wiedergeimpften  38jährigen  Pappfabrikauten
  in  Obercarsdorf  (Amtsh.  Dippoldiswalde),  bei  dem  4  Tage  nach  seiner
Rückkehr  von  einer  Reise  in  Rußland  diskrete  Pocken  zum  Ausbruche  kamen.  Angeblich
war  im  Nebenabteil  des  von  ihm  benutzten  Eisenbahnwagens  ein  Kranker  befördert  worden.

Im  Großherzogtum  Baden  erkrankten:  in  Radolfzell  (Bez.  Konstanz)  11  Personen
  im  Alter  von  21  bis  72  Jahren,  von  denen  7  geimpft,  1  wiedergeimpft,  1  (Schweizer)
ungeimpft  und  2  unbekannten  Impfzustandes  waren,  in  der  nahegelegenen  Ortschaft
Güttingen  ein  geimpfter  47jähriger  Landwirt  und  dessen  geimpfte  49jährige  Ehefrau,  in
Blumenfeld  (Bez.  Engen)  ein  wiedergeimpfter  27jähriger  Mann.  Die  Pockenerkrankungen
in  Radolfzell  und  Güttingen  sind  anscheinend  auf  einen  schwedischen  Malergehilfen  zurückzuführen,
  der  in  Gailingen  übernachtet  hatte  und  einige  Tage  später  in  St.  Gallen  als
blatternkrank  erkannt  wurde.  Ein  offenbar  von  diesem  angesteckter  Knecht  aus  Gailingen
wurde  unter  der  Diagnose  Varizellen  in  das  Krankenhaus  zu  Radolfzell  übergeführt,  wo
sich  die  Krankheit  auf  einige  Insassen  des  Krankenhauses  und  auf  mehrere  Personen  in  der
Stadt  sowie  deren  Umgebung  übertrug.  ÜUbrigens  traten  die  Pocken  in  verschiedenen  Orten
der  benachbarten  Schweiz  auf,  so  in  Schaffhausen,  Stein  aRh.  und  zuletzt  in  dem  der  Stadt
Konstanz  nahegelegenen  Orte  Egelshofen.  Von  Schaffhausen  gelangten  die  Pocken  nach